Wenn der Große mit dem Kleinen

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1 impresso ZEITSCHRIFT FÜR ZEITSCHRIFTENMACHER Wenn der Große mit dem Kleinen Start-ups sind klein, schnell und kreativ: Ideen werden ruckzuck umgesetzt, es herrscht ein kreatives Chaos und eine unbeschwerte Fehlertoleranz. Davon können alteingesessene Verlage viel lernen. > Seite 10 Sorgen machen? Chancen suchen! Verlage haben sich an die digitale Wirklichkeit gewöhnt, doch es sind noch lange nicht alle Probleme gelöst > Seite 4 Aufpoliert Wenn die Auflage fällt oder ein neuer Chefredakteur kommt, muss ein Relaunch her. Doch das Mittel wirkt oft nicht > Seite 28 Nur Google reicht nicht Die meisten Redaktionen sind mit Online-Recherchen heillos überfordert. Dabei gibt es komfortable Werkzeuge > Seite 36

2 12. Jahrgang Inhalt Nr. 1 / 2015 März 2015 Seite VERLAGSLEITUNG Medientrends 2015 Sorgen machen? Chancen suchen! 4 Wie Verlage von Start-ups profitieren können Wenn der Große mit dem Kleinen 10 Porträt: Der investigative Journalist Bastian Obermayer Mit selbstbewusster Bescheidenheit 16 Blogs oder digitale Zeitschriften bekennen sich (wieder) zu Print Druckfrisch 24 Wird das Blatt nur anders oder wirklich besser? Aufpoliert 28 Die meisten Redaktionen sind mit Online-Recherchen heillos überfordert Nur Google reicht nicht 36 VERTRIEB Rechts-Rath.26 Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft große das Abonnement 42 DIGITALES PUBLIZIEREN Das etwas andere Social Media Lexikon (Teil 2) Ein Barcamp ist kein Campingplatz mit Bar 44 Schlusswort /Impressum 50

3 4 VERLAGSLEITUNG VERLAGSLEITUNG 5 Medientrends 2015 Sorgen machen? Chancen suchen! So sehr sich die Verlage auch an die digitale Wirklichkeit gewöhnt haben mögen, so spürbar sind immer noch und wohl weiterhin die dadurch entstandenen Folgen. Was helfen kann: Erst mal die Gegenwart sortieren und dann die Zukunft gestalten. Von Roland Karle, Freier Journalist, Neckarbischofsheim J eder zweite Deutsche fühlt sich zu dick, hat Nielsen herausgefunden. Das ist kein Problem, sondern eher das Gegenteil, für all die Fitness- und Diät-Anbieter, die nach den Schlemmerwochen rund um den Jahreswechsel ihre Kampagnen auf gar zu pfundige Zeitgenossen abfeuern. Davon profitieren auch die Zeitschriften, zumindest ein bisschen. Schließlich werden sie als Werbeträger gebucht. Allerdings nicht mehr so oft und so zahlreich wie früher. Auch das hat Nielsen herausgefunden. In der Bilanz für 2014 weisen die Marktforscher eine Zunahme der Werbeausgaben hierzulande von 4,1 Prozent aus. Zu den Wachstumssiegern gehören die mobilen Medien, die im Vergleich zu 2013 ihren Bruttowerbeumsatz um satte 72,5 Prozent steigern konnten. Das liegt unter anderem an Markenartiklern wie Adidas und Procter + Gamble, die ihre Budgets für Smartphone- und Tabletwerbung verachtfacht haben. Die dicken Schlagzeilen in der Wirtschafts- und Fachpresse unterschlagen gleichwohl häufig, wie winzig das Mobile-Volumen trotz des riesigen Zuwachses noch ist: Die Werbebuchungen in den mobilen Medien entsprechen einem Bruttowerbewert von knapp 185 Millionen Euro Fachzeitschriften kommen auf mehr als das Doppelte, Publikumsmagazine weisen das neunzehnfache auf. Dass Mobile derzeit Pflänzchen und nicht Plantage ist, lässt sich am Werbemarkt-Anteil ablesen: 0,7 Prozent. So nüchtern betrachtet, verliert das Plus von 72,5 Prozent seinen Wow-Effekt. Und sonst so? Selbst der größte Werbeträger, das Fernsehen, ist bei einem Marktanteil auf Bruttobasis von 46 Prozent weiter gewachsen (plus acht Prozent). Print hingegen leidet nicht gerade unter einer Auftragsflut der werbungtreibenden Wirtschaft. Die schlechte Nachricht: Zeitungen, Publikums- und Fachzeitschriften haben zwischen 0,6 und 1,3 Prozent verloren. Die gute: Mit einem Anteil von gut 30 Prozent gehören die gedruckten Medien noch immer zu den Schwergewichten im Werbeträgermarkt. Feststeht aber auch: Die Welt dreht sich weiter und sie dreht sich immer digitaler. Was heißt das für die Zukunft der Zeitschriften? Welche Medientrends zeichnen sich ab? Wo gibt es Chancen? Was läuft gut, wo geht es bergab? Impresso fasst einige Ereignisse, Erkenntnisse und Entwicklungen zusammen. Fotos: Fotolia

4 6 VERLAGSLEITUNG VERLAGSLEITUNG 7 Die sogenannten Harmonie-Magazine sind ein gutes Beispiel dafür, wie sich ganz neue Themenfelder erschließen lassen Zeitschriften leiden darunter, dass sie seltener gekauft und von weniger Menschen gelesen werden. Kurzum: Sie sitzen auf dem absteigenden Ast. Das darf man ungestraft behaupten, stimmt aber trotzdem nur teilweise. Richtig ist: Binnen fünf Jahren (von 2008 bis 2014) ist die verkaufte Auflage um 18 Prozent geschrumpft, der Anteil am gesamten Brutto-Werbeumsatz hat sich seit dem Jahr 2000 auf nun knapp 13 Prozent halbiert. Richtig ist aber auch: Im Gegensatz zu Online funktioniert bei den gedruckten Magazinen Paid Content: Jeden Monat zahlen die Deutschen mehr als 270 Millionen Euro für Zeitschriften, sagt Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). Und: Mit knapp 1600 gibt es so viele Magazine wie noch nie. Im Jahr 2000 beispielsweise betrug die Zahl der IVW-gelisteten Titel erst rund Wenige Titel verursachen hohe Reichweitenverluste Der Trend ist klar erkennbar: Die Reichweite der Zeitschriften entwickelt sich rückläufig. Laut Allensbacher Marktund Werbeträgeranalyse (AWA) ging die Zahl der Leser zwischen 2013 und 2014 erneut zurück, wenn auch nur um zwei Prozent. Dabei fällt auf, dass die zehn Titel mit den höchsten Verlusten für 59 Prozent der bilanzierten Verluste verantwortlich sind. Legt man die Flop 20 zugrunde, so stehen sie gar für 85 Prozent des Rückgangs. Sprich: Das Minus ist nicht annähernd gleich verteilt, sondern konzentriert sich auf weniger als neun Prozent der 234 untersuchten Titel. Die Problemfelder lassen sich identifizieren: Vor allem bei den wöchentlichen und 14-täglichen TV-Programmzeitschriften gibt es Einbrüche, außerdem leiden Zeitschriften aus den Segmenten Computer(spiele), Foto, Unterhaltungselektronik erheblich darunter, dass ein Großteil ihres Publikums ins Internet abgewandert ist. Das Problem der Zeitschriften besteht nicht darin, dass sie nicht wahrgenommen werden. Die meisten erzielten, über alle Kommunikationskanäle hinweg betrachtet, heute eine höhere Gesamtreichweite als je zuvor, wie das Beispiel des Spiegel zeigt (siehe Tabelle). Nicht jammern, sondern lieber erneuern Interessen verändern sich, neue Themen kommen auf. Zeitschriften müssen, dazu fordert ihr Name schon auf, mit der Zeit gehen. Das lohnt sich, wie das Institut für Demoskopie (IFD) Allensbach festgestellt hat: Die in den vergangenen zehn Jahren gegründeten Titel haben zusammen genommen ihre Reichweite um 4,3 Prozent gesteigert, während der Rest ein Minus von 3,4 Prozent aufweist. Ein Beispiel, wie sich ganz neue Themen erschließen lassen, liefert der Markt der sogenannten Harmonie-Magazine. Zeitschriften wie Gruner + Jahrs Flow, Burdas My Harmony, Herzstück (Funke Mediengruppe) und Emotion Slow (Emotion Verlag) bieten, was die Süddeutsche Zeitung kürzlich Journalismus zum Kuscheln genannt hat. Als Trendsetter darf sich dabei die Bauer Media Group fühlen, die vor fünf Jah- Verkauf stockt, Reichweite steigt ren Happinez startete und im 4. Quartal 2015 rund Exemplare verkaufte. Eine Studie der Rheingold-Marktforscher unter Happinez-Leserinnen hat bestätigt, dass der Titel und somit wohl das ganze Harmonie-Segment Antworten auf neue Fragen geben. Die Frauen seien auf der Suche nach einem Lebensentwurf, der sie entschleunigt und wieder mit sich in Einklang bringt, sagt Rheingold-Geschäftsführer Stephan Grünewald. Der Inhalt der Magazine unterscheidet sich entsprechend von klassischen Frauenzeitschriften: Statt mit Diät-, Beziehungs- oder Erziehungstipps will Chefredakteur Uwe Bokelmann da- Beispiel Der Spiegel: Medienmarke profitiert vom digitalen Angebot Reichweite in Mio. Jahr Print Print oder E-Magazin Print, E-Magazin oder Website Verkaufte Auflage ,98 6,18 11, ,67 6,25 11, ,78 6,24 10, ,86 5,98 9, ,80 k. A. 8, ,12 k. A. 7, Quelle: ACTA, IVW

5 8 VERLAGSLEITUNG VERLAGSLEITUNG 9 durch helfen, dass sein Publikum beim Lesen Sinn, Kreativität und Lebenslust entdeckt. Werbekunden machen verstärkt ihr eigenes Ding Die mobilen Medien werden ihren Werbemarktanteil laut Prognose der Mediaagentur Zenith Optimedia bis 2017 mehr als verdoppeln. Zugleich verwenden Unternehmen einen wachsenden Anteil ihres Kommunikationsbudgets für Content Marketing und Social Media. Wir erleben eine verstärkte Verlagerung der Investitionen aus bezahlten Werbeumfeldern dorthin, sagt Mediaagentur-Geschäftsführer Michael Jäschke. Denn Markenkommunikation und Dialog mit dem Verbraucher erfolgen im digitalen Zeitalter verstärkt über eigene Plattformen und hochwertige relevante Inhalte. Jäschke geht davon aus, dass für Content Marketing und Social Media 2015 rund 20 Prozent mehr ausgegeben wird als im Jahr zuvor. Das Werbegeld wird automatisiert verteilt Zaghafter Zugriff auf Zeitschriften Entwicklung der E-Paper-Abonnements Mediengattung 2014* Programmatic Advertising, also der automatisierte, an Zielgruppen ausgerichtete Einkauf von Onlinewerbung, gewinnt an Gewicht. Online-Kampagnen werden dadurch günstiger und effektiver, sowohl bei Marken- als auch Abverkaufskampagnen, behauptet Zenith-Optimedia-Chef Frank-Peter Lortz. Ihr Anteil am Werbegeschäft der Online-Mediaagenturen soll sich bis 2016 auf etwa 30 Prozent fast verdoppeln. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Verfügbarkeit immer weiterer Zielgruppendaten, so Sascha Jansen, Sprecher des Fachkreises Online-Mediaagenturen (FOMA) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). Das wird auch zu Lasten nicht-digitaler Medien wie den Zeitschriften gehen. Print wirkt nicht? Verlage wehren sich Ein Vorwurf, dem die gedruckten Medien ausgesetzt sind: Ob und wie Werbung auf ihren Seiten wirkt, sei kaum und wenn, dann mit erheblicher Zeitverzögerung messbar. Die Branche kontert: Vor wenigen Wochen stellten Manager führender deutscher Verlage Best for Tracking (B4T) vor, einen Ansatz zur gattungsübergreifenden Werbewirkungsforschung. Online-Medien werden ebenso gewogen und analysiert wie Zeitschriften, Zeitungen, Fernsehen, Radio und Plakat. Dadurch sollen Werbekunden gerade bei crossmedialen Kampagnen noch besser erkennen, welche Wirkungsbeiträge die einzelnen Kanäle liefern. Hinter der Initiative stehen die Großverlage Axel Springer, Bauer Media Group, Gruner + Jahr, Hubert Burda Media und Funke Mediengruppe. Veränderung zu 2013* in % Anteil E-Paper an Abos gesamt in % Tageszeitungen ,2 2,3 Wochenzeitungen ,3 1,3 Publikumszeitschriften ,4 1,0 Quelle: IVW, * 4. Quartal Fernsehen dominiert den Werbemarkt Mediabudgets 2014: Printmedien mit deutlichem Abstand vor Online Mediengattung Bruttowerbeumsatz 2014 in Mio. Euro* Marktanteil in Prozent Veränderung zu 2013 in Prozent Fernsehen ,0 46,3 8,0 Zeitungen 4.676,4 16,6-1,0 Publikumszeitschriften 3.507,4 12,4-1,3 Internet 3.055,7 10,8 1,2 Radio 1.634,6 5,8 2,2 Außenwerbung 1.560,7 5,5 5,3 Fachzeitschriften 400,8 1,4-0,6 Mobile 184,6 0,7 72,5 Kino 123,9 0,4 22,4 Quelle: Nielsen * Anmerkung: Die von Nielsen erhobenen Bruttowerbedaten geben den Werbedruck wieder, den die Werbetreibenden für ihre Produkte und Services beim Konsumenten entfachen. Aus den Bruttowerbedaten lässt sich also ablesen, welche Mediastrategie die Werbetreibenden verfolgen. Der Bruttowerbemarkt erhebt keinen Anspruch, die individuellen monetären Geldflüsse zwischen den Marktteilnehmern widerzuspiegeln, deren Konditionen naturgemäß von der Marktposition des Werbetreibenden, der Agentur und der allgemeinen Nachfrage am Werbemarkt bestimmt wird. Die individuellen Geldflüsse zwischen den Marktteilnehmern werden auch nicht öffentlich bekannt gegeben. Wir stellen uns dem Wettbewerb und trauen uns weiterhin alle intermedialen Vergleiche zu, sogar mehr denn je, gibt sich Axel Springer-Vorstand Andreas Wiele selbstbewusst. Auch Andreas Schoo, Konzerngeschäftsleiter der Bauer Media Group, setzt große Hoffnungen in B4T: Sie ist durch die intensive Zusammenarbeit der beteiligten Häuser forscherisch die weitaus beste Studie, um die besondere Werbewirkung von Zeitschriften zu belegen und die Gewichte im deutschen Werbemarkt nachhaltig zu verschieben. Gemeinsam gegen Google & Co Fast schon traditionell zum Jahresende äußert sich Stephan Scherzer in einem längeren Interview zu den wichtigen Themen der Branche. Auch 2014 hat es der VDZ-Chef so gehalten und bewiesen, dass er inzwischen zum Medienpolitiker gereift ist. Sein großes Thema: Google, Facebook und die anderen Giganten im digitalen Werbemarkt. Nicht, dass er Wachstum und Größe gesetzlich verbieten lassen will, ihm geht es um die Aufrechterhaltung des Wettbewerbs. Google sei ein gewachsener Monopolist und müsse als solcher behandelt werden. Nicht nur im Suchmaschinenmarkt, auch durch sein mobiles Betriebssystem Android mit einem Marktanteil von 85 Prozent verkümmert der Wettbewerb. Doch bislang kann Google ziemlich ungehindert seine Kreise ziehen und vereint zusammen mit Facebook mehr als die Hälfte der globalen Online-Werbeeinnahmen auf sich. Was auch ein Grund dafür ist, weshalb sich die Verlage so schwer tun, ihr bisheriges Geschäft erlössprudelnd ins Digitale zu übertragen. Doch daran geht kein Weg vorbei, ist VDZ-Präsident Hubert Burda überzeugt: Google hat die Dominanz der Printmedien durchbrochen. Das Geschäftsmodell der gedruckten Zeitung oder Zeitschrift mit dieser Rendite wird es nicht mehr so wie früher geben da muss man neue Geschäftsfelder erschließen.

6 10 VERLAGSLEITUNG VERLAGSLEITUNG 11 Wie Verlage von Start-ups profitieren können Wenn der Große mit dem Kleinen Start-ups sind klein, schnell und kreativ: Ideen werden ruckzuck umgesetzt, es herrscht ein kreatives Chaos und eine unbeschwerte Fehlertoleranz. Davon können alteingesessene Verlage viel lernen. Von Susanne Broos, Freie Journalistin, Hamburg E s ist kaum zu glauben, aber die ersten Smoothie-Anbieter im deutschen Markt waren drei BWL-Studenten. Mitgebracht hatten sie die Idee für true fruits aus Schottland, denn dort waren Smoothies wie in den USA bereits ein Renner. Die hiesige Lebensmittelindustrie hatte den Trend jedoch glatt verschlafen. Ein, zugegeben, branchenfremdes Beispiel. Aber lukrative Geschäftsideen segeln, wie die Beraterin Katja Nettesheim (_Mediate) es einmal ausdrückte, durchaus auch an Verlagen vorbei. So wurde zum Beispiel die App Onefootball nicht von Kicker oder 11 Freunde gelauncht, sondern von Lucas von Cranach. Warum er schneller war als etablierte Medienunternehmen, erklärt der Gründer und CEO des Start-ups so: Der Hauptgrund war wohl, dass ich als Fußballfan aus meiner Frustration über die damals neuen Fußball-SMS-Infodienste, die nur teuer waren und kaum wertvolle Information lieferten, heraus selbst ein Produkt entwickelt habe. Außerdem habe man als Start-up-Gründer, so Cranach, generell deutlich mehr Flexibilität als ein etabliertes Medienunternehmen. Entscheidungen werden teilweise im Tagesrhythmus getroffen, auch weil man sie nicht mit drei verschiedenen Führungsebenen besprechen müsse. Wir begrenzen die Kraft unserer Projekte durch zu viel Spielregeln, Vorsichtigkeit und Reglementierungen, bestätigt Fred Schuld, Geschäftsführer Bundesanzeiger Verlag, der überzeugt ist, dass Verlage viel von Start-ups lernen Foto: istockphoto

7 12 VERLAGSLEITUNG VERLAGSLEITUNG 13 können (siehe Interview Seite 14). Hinzu kam vermutlich, dass Verlage mobile Services zu diesem Zeitpunkt noch nicht unbedingt auf dem Schirm hatten. Denn die ersten Onefootball-Prototypen entstanden bereits Natürlich agieren Start-ups auch nicht im luftleeren Raum. Vielmehr sind sie mittendrin im Geschehen und oft Trendsetter. Der Durchbruch für die Onefootball-App kam zwar im Frühjahr 2008 mit dem Launch des Apple-App-Stores. Wir waren aber schon in den Startlöchern, bevor der App-Hype losging und dort die erste Sport-App überhaupt, sagt Cranach. Heute ist Onefootball nach eigener Einschätzung die weltweit führende mobile Fußballplattform. Die in 15 Sprachen und für ios, Android, Windows Phone und seit kurzem als Website verfügbare App wird von mehr als 19 Millionen Fußballfans weltweit genutzt, die sich darüber über aktuelle Nachrichten oder Spielergebnisse ihrer nationalen und vieler internationalen Ligen und Wettbewerbe informieren. Und zwar kostenlos. Die Monetarisierung unseres Angebots steht bis heute nicht im Vordergrund unserer Bemühungen, so der CEO. Wir möchten weiter so wachsen wie bisher und die weltweit bestimmende digitale Fußball-Plattform werden. Unterstützt wird dieser Kurs von großartigen VC Investoren, generierte Erlöse basieren überwiegend auf Werbung und Sponsoring von Markenunternehmen. Start-up-Touren Onefootball als eine Plattform, auf der redaktionelle Inhalte und Live-Statistiken von derzeit mehr als Contentprovidern aggregiert werden, arbeitet hierzulande unter anderem mit Axel Springer und 11 Freunde zusammen, die dadurch ihre Reichweite vergrößern und zusätzlichen Traffic auf ihre Websites lenken. Online-Video-Reichweite vergrößert wiederum Clipkit. Google war mit Youtube ein Trendsetter, Cengiz Kurt, der zusammen mit Vitali Neubauer den Online-Video-Vermarkter gründete, sah jedoch rasch das Potenzial des neuen Formats für Werbung und Vermarktung ebenso wie den Bedarf nach einem einfachen Produkt für Websitebetreiber wurden die ersten verkaufsfähigen Produkte geliefert, 2010 die Player-Lösung gestartet. Auch die Clipkit-Unternehmensgründer profitierten von den typischen Start-up-Vorteilen: Sie mussten keine vorgegebenen Entscheidungsprozesse oder Strukturvorgaben einhalten, sondern starteten direkt in die kreative Phase der Produktentwicklung, so COO Michaela Kammerbauer. Clipkit bringt Verlagen Videos auf die Websites Clipkit ist ein werbefinanziertes, Cloud-basiertes Syndicationmodell, das Websitebetreiber, Videoproduzenten und Werbungtreibende mittels einer eigenen Playertechnologie zusammenbringt. Mit Clipkit holen sich Ver- Die nächste Meet the Founder Berlin Start-up Tour des VDZ findet im Rahmen des Digital Innovators Summit 2015 am 22. und 24. März 2015 statt (http://www.innovators-summit.com/dis-network-startup-tour/) Die FCP Start-ups, Tech & Digital Innovation Tour der VDZ Akademie und des Forums Corporate Publishing führt vom 26. bis 28. April 2015 nach London (http://bit.ly/15opvvm) Die Wurfkamera von Panono wird verspielte Technikfreaks begeistern lage Video-Know-how ins Haus. Sie binden den werbefinanzierten Video-Player ein und spielen darauf entweder selbst produzierte Videos oder Bewegtbilder aus unserer Video-Library ab, auch als White-Label-Lösung, beschreibt Kammerbauer das Kooperationsmodell. Die neueste Entwicklung ist ClipSnap, bei der der Nutzer nur noch solche Videos sieht, die zum jeweiligen redaktionellen Inhalt passen. Eine smarte Idee hatten auch die Panono-Gründer. Sie haben mit der Panono Camera nach eigenen Angaben die weltweit erste 360 x 360 -Wurfkamera entwickelt, die kugelrund ist und in die Luft geworfen mit 36 Einzelkameras hochauflösende 360-Grad-Panoramen etwa von Konzerten oder Menschenansammlungen machen kann. Damit können Journalisten beispielsweise Bilder aus ganz neuen Kameraperspektiven aufnehmen, beschreibt Sandra Behrens, Senior Director Print und Digitale Medien beim VDZ, einen Benefit für Verlage. Der Roll-out ist für dieses Jahr geplant, im Januar akquirierte Panono neue Mittel auf der Crowdinvesting-Plattform Companisto. Und vielleicht kam ja einer der mehr als Investoren aus der Medienbranche. Denn Verlage sind nicht nur Geschäftspartner von Start-ups, sondern investieren auch in innovative junge Unternehmen. Eine Beteiligung kommt in Betracht, wenn der Verlag eine Art Schlüsselloch beim Start-up sucht, um dadurch auch die Aktivitäten des Start-ups mit seinen jeweiligen Kunden beobachten zu können. Oder dann, wenn er langfristig auf die Steigerung seines Umsatzes durch Hinzufügen des Umsatzes des Start-ups setzt, erklärt Nettesheim, Beraterin bei _Mediate. Verlage und Start-ups beschnuppern sich 2010 ist zum Beispiel die Oldenburger Nordwest-Zeitung Verlagsgesellschaft als strategischer und finanzieller Investor (Kammerbauer) bei Clipkit eingestiegen; Bauer Venture Partners will in den kommenden zehn Jahren zehn Millionen Euro in Start-ups investieren, auch Burda und Holtzbrinck sind als Investoren unterwegs. Und natürlich Axel Springer, dem es unter anderem (über Axel Springer Digital Ventures) zusammen mit der New York Times drei Millionen US-Dollar wert war, sich bei dem niederländischen Start-up Blendle einzukaufen. Aber auch mittelständische Medienunternehmen wie Vogel Business Media, Condé Nast oder der Bundesanzeiger Verlag haben Beteiligungsprojekte. Dass Springer sich an Blendle beteiligt, verwundert nicht. Denn die jungen Betreiber des gleichnamigen Digital- Kiosks die übrigens weiterhin die Mehrheit der Anteile halten, haben ein Bezahlmodell für journalistische Verlagsinhalte entwickelt und sich nichts geringeres auf die Fahnen geschrieben als making newspapers and magazines sexy again, wie Marten Blankensteijn es einmal formulierte. Vehikel dazu ist die Plattform, bei der die Nutzer für einzelne Artikel zahlen. Offenkundig ein BUCHTIPP Lesenswert In dem Buch Mission: Startup schildern Gründer in Deutschland im Gespräch mit den Autoren Christoph Warmer und Sören Weber ihren Weg von der Idee zum Unternehmen. Mit dabei true fruits, Intrinssify.me und CloudControl. Christoph Warmer, Sören Weber: Mission: Startup. SpringerGabler. 298 Seiten, 19,90 Euro. ISBN Foto: Panono

8 14 VERLAGSLEITUNG VERLAGSLEITUNG 15 Mögliche Formen der Partnerschaften zwischen Start-ups und Verlagen 1. Einfache Werkverträge 2. Kooperationen 3. Gemeinsamer Aufbau neuer Geschäftsmodelle als Joint Venture 4. Beteiligungen Warum haben Sie an der Start-up-Tour der Deutschen Fachpresse teilgenommen? Fred Schuld: Wir Fachmedienanbieter bestehen meist aus einer mehr oder weniger geordneten Ansammlungen kleinerer Einheiten, die ein bestimmtes Thema oder eine Zielgruppe bedienen. Insofern agieren wir eher mit kleinen Schnellbooten als mit großen Tankern. Startups sind auch solche Schnellboote. Und zusätzlich scheren die sich nicht um den Schutz bestehender Angebote und denken rein in digitalen Lösungen. All das, was unsere Organisationen auch tun müssen. Geschäftsmodell mit Zukunft 60 Prozent der mehr als Nutzer in den Niederlanden seien unter 35 Jahre alt. Wann Blendle in Deutschland startet, ist noch offen. Als potenzielle Partner für Verlage haben sich die Gründer in einem Interview mit Meedia jedoch bereits empfohlen. Wir können ein toller Partner sein, mit dem man digitale Innovation ausprobieren kann, sagte dort Alexander Klöpping. Die Botschaft wird sicherlich gehört werden, erste Gespräche wurden laut Medienberichten schon geführt. In den letzten Jahren hat sich bei vielen Medienhäusern die Überzeugung festgesetzt, dass die Zusammenarbeit mit Start-Ups Interview mit Fred Schuld, Geschäftsführer Bundesanzeiger Verlag Wie kleine Schnellboote Was hat Sie am meisten beeindruckt? Die freundliche Offenheit, das Tempo der Umsetzung (Scrum-Methode!), die unbeschwerte Fehlertoleranz und das kreative Klima haben mich nachhaltig beeindruckt. Was können Verlage von Start-ups lernen? Die traditionellen Verlage können sehr viel von Start-ups lernen. Unsere Organisation in Projekten ist im Grunde genommen nichts anderes als nebeneinander aufgereihte Start-ups. Nur begrenzen wir die Kraft unserer Projekte durch zuviel Spielregeln, Vorsichtigkeit und Reglementierungen. Wir sollten uns da wirklich mutiger verhalten. Können Sie sich vorstellen, mit einem Start-up zusammenzuarbeiten? Ja. Und mit unser Beteiligung am Berliner Deutschen Vergabeportal haben wir bereits ein Start-up im Portfolio und wir verhandeln gerade über weitere Investments. Dabei stehen für uns aber strategisch-langfristige Aspekte eher im Vordergrund als Exit-Strategien. Das Interview führte Susanne Broos ein geeigneter Weg ist, um digitale Chancen wirklich zu nutzen, bestätigt Behrens vom VDZ. Um sie dabei zu unterstützen, führen der VDZ und die VDZ Akademie ebenso wie die Deutsche Fachpresse regelmäßig Start-up-Touren durch. Wir geben damit Verlagen die Möglichkeit, zu erkennen, welche Kooperations-, Geschäfts- und Investitionsmöglichkeiten es in der Start-up- Szene gibt und welche neuesten Trends sich abzeichnen, so Behrens. Die Deutsche Fachpresse legt den Fokus insbesondere auf Einblicke in neue Geschäftsmodelle, neue Denkansätze und neue Formen der Zusammenarbeit, insbesondere auch mit globalem Fokus. Die Jungen bitte auf Augenhöhe wahrnehmen Start-ups sind nicht nur für Fachmedienhäuser, sondern auch für andere Zeitschriftenverlage noch aus einem weiteren Grund interessant. Sie sind eine Benchmark, wie man agil und kooperativ in kurzer Zeit neue Ideen und Produkte entwickeln kann, sagt Bernd Adam, Geschäftsführer der Deutschen Fachpresse. Hinter dieser Benchmark steckt der vielbeschworene Start-up- Spirit, den mittlerweile auch ältere Industrien, wie Cranach es formuliert, (mehr) leben wollen. Nicht zuletzt weil sie dadurch, so Adam, auch attraktiver für junge und mobile Arbeitnehmer werden. Für Kammerbauer sind es vor allem die Menschen, die diesen Spirit ausmachen: Das Wissen, gemeinsam an etwas Großem zu arbeiten, die Lust, im Team die Ärmel hochzukrempeln, die Fähigkeit, vorwärts zu denken und auch mal ungewöhnliche Wege zu gehen. Für Cranach machen ihn Leidenschaft, unternehmerischer Mut, Kreativität und eine fast radikale Offenheit aus. Wer nur in seiner eigenen Suppe vor sich hin köchelt, entwickelt sich nicht weiter. Austausch untereinander ist elementar. Verlage können den Austausch mit Start-ups durchaus auch als Abkürzung für die Steigerung der eigenen Innovationsfähigkeit nutzen, sollten jedoch dabei ihre Verteidigungslinien herunternehmen, um neue Ideen wirklich an sich heran zu lassen, empfiehlt Nettesheim. Zudem sollten sie sich darum bemühen, die jungen Unternehmen wirklich auf Augenhöhe wahrzunehmen und ihnen mit Respekt zu begegnen. Denn durch einige negative Erfahrungen mit Verlagen haben es manche Start-ups mittlerweile satt, als kostenlose Innovationsberatung zu dienen, warnt die Beraterin. Start-ups sind attraktiv für junge und mobile Arbeitnehmer Fotos: istockphoto privat

9 16 VERLAGSLEITUNG VERLAGSLEITUNG 17 Porträt: Der investigative Journalist Bastian Obermayer Mit selbstbewusster Bescheidenheit Bastian Obermayer gehört zur Elite der deutschen Journalisten. Der mehrfach preisgekrönte Autor enthüllt mit Leidenschaft und erzählt mit Leichtigkeit. Nicht nur der ADAC weiß, was das heißt. Einblicke in die Arbeit des Investigativredakteurs der Süddeutschen Zeitung Von Roland Karle, Freier Journalist, Neckarbischofsheim B astian Obermayer verfolgt die Preisverleihung des Gelben Engels von seinem Büro aus. Die Lieblingsautos der Deutschen werden gekürt, der gesamte Autoadel ist da, der ADAC überträgt live im Internet. Und deren Geschäftsführer Karl Obermair nimmt so richtig Fahrt auf. Die Süddeutsche Zeitung (SZ) habe Halbwahrheiten und Unterstellungen verbreitet, die Vorwürfe im zwei Tage zuvor veröffentlichten Beitrag Abgefahren seien kompletter Unsinn. Aber Zeitungen wie die SZ hätten ja auch ihr Gutes, spottet der Verbandschef: Man könne Fisch darin einpacken. Eine öffentliche Attacke, die Bastian Obermayer nicht aus der Fassung bringt. Die ihn auch nicht daran zweifeln lässt, dass er, der Autor besagten Artikels, und sein Kollege Uwe Ritzer richtig liegen. Zusammen haben die beiden zwei Monate lang recherchiert und auf Seite drei, dem Schaufenster ihrer Zeitung, den Automobilclub bloßgestellt. Es geht vordergründig um frisierte Zahlen bei der Wahl zum Autopreis Gelber Engel, im Kern um das Innenleben des ADAC, zweifelhafte Geschäfte, Mobbingvorwürfe, Demütigungen. Obermayer geht 450 Zeilen lang auf Konfrontation, erzählt provokant und schlägt ei- Foto: Bastian Obermayer

10 18 VERLAGSLEITUNG VERLAGSLEITUNG 19 nen Ton an, der die selbstherrliche Männerriege des ADAC läppisch dastehen lässt. Das ist keine Verdachtsberichterstattung mit eingebautem Sicherheitsgurt. Das ist ein Frontalangriff. ADAC-Boss Obermair weiß wohl um die Schummeleien und Selbstgefälligkeiten in seinem Verband, ahnt aber allenfalls, welche Folgen der SZ-Artikel haben wird. Er versucht, die heraufziehende Affäre auszutreten wie den glimmenden Stummel einer Zigarette. Polternd, wütend, laut. Die Rede an diesem Abend des 16. Januar 2014, gehalten in der festlich hergerichteten Münchner Hofkirche, wird sein letzter großer Aufritt sein. Journalist Obermayer hatte sich schon gewundert. Normalerweise, das weiß man in der Branche, schlägt der ADAC nach solchen und deutlich harmlose- ren Veröffentlichungen hart zurück. Anrufe, einstweilige Verfügungen, anwaltliche Korrespondenz. Das übliche Programm halt. Damit wird in den nächsten Tagen zu rechnen sein, denkt sich Obermayer. Er wusste, auf was er sich einließ. Mit dem ADAC forderten er und Ritzer und die ganze Zeitung eine deutsche Institution heraus. Nicht mal Politiker legen sich freiwillig mit dem über 18 Millionen Mitglieder zählenden Verein an. Mir war bewusst, dass wir uns als Journalisten weit aus dem Fenster lehnen, wenn wir die Geschichte machen, erzählt Obermayer. Doch unsere Quellen und das zusammengetragene Material deckten die Berichterstattung. Die öffentliche Gegenattacke vor der Führungsriege der deutschen Automobilindustrie kommt für ihn nicht uner- Bastian Obermayer und Uwe Ritzer wurden 2014 für ihre Recherchen über den ADAC mit dem Leuchtturm des Netzwerks Recherche ausgezeichnet wartet. Der Verband, notiert Bastian Obermayer in seinem Buch Gott ist gelb, hatte wieder in den gewohnt brachialen ADAC-Modus zurückgefunden. Wie es ausging, ist bekannt: ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter räumte Manipulationen ein und wurde entlassen, Präsident Peter Meyer und Geschäftsführer Obermair traten zurück, der Autoclub ist inzwischen zum Reform-Haus geworden. Bastian Obermayer wird für seine Berichterstattung gelobt und gekürt. In diesen Tagen erhält er den Titel des Wirtschaftsjournalisten des Jahres. Mir war bewusst, dass wir uns als Journalisten weit aus dem Fenster lehnen, wenn wir die Geschichte machen 16 Fragen an den Journalisten Bastian Obermayer Sagen Sie mal, Herr Obermayer... Welches Buch lesen Sie gerade? Mit welchen Medien beginnen Sie den Tag? Auf welchen Internetseiten verweilen Sie am längsten? Die originellste Schlagzeile zuletzt in der SZ? Die (künftig) schönste Schlagzeile über die Münchner Löwen? Pulphead von John Jeremiah Sullivan Mit der SZ und mit Twitter, und dann, je nach Tag Spiegel, Zeit, Stern und so weiter. Gerade auf verschlüsselten Foren des ICIJ. Ist jetzt fast zwei Jahre her: Fuck You, Mister. Großartige Geschichte von Holger Gertz über Lance Armstrong. Aufstieg und jetzt? Wie wird aus einem guten ein noch besserer Text? Welche drei Fähigkeiten braucht ein investigativer Journalist unbedingt? Wie sehen Sie sich mehr Handwerker oder mehr Künstler? Vom Wochenmagazin zur Tageszeitung welche Umstellung fiel Ihnen dabei am schwersten? Feilen, lesen, nachdenken, feilen, lesen, nachdenken, feilen, lesen, nachdenken. Feilen. Spaß an der Recherche, Hartnäckigkeit und die Skrupel, um das sein zu lassen, was zwar Lärm machen würde, aber unanständig ist. Die Tendenz geht zum Handwerker. Dass man ein Thema nicht erledigt hat, wenn der Text erschienen ist. Sondern dass es weiter geht. Ihr bislang interessantester Gesprächspartner? Welche Ihrer Geschichten hat Sie am stärksten gefordert? Wann ist Schreiben für Sie Lust? Und wann ist es Qual? Schwierige Frage. Zu schwierige Frage. LuxLeaks war schon sehr fordernd, weil die Steuerregelungen extrem kompliziert waren. Und jede anders. Sobald ich weiß, wie die Geschichte läuft und dass sie läuft. Wenn ich merke, dass die These oder die Geschichte eigentlich nicht trägt. Es dauert, bis ich die Erkenntnis zulasse und die Geschichte beende. Bis dahin ist es Qual. Von wem haben Sie beruflich am meisten gelernt? Welche Karriereziele streben Sie an? Was tun Sie, wenn Sie nicht arbeiten? Von Dominik Wichmann, dass der Wille entscheidend ist, von Susanne Schneider, wie man so schreibt, dass andere das gerne lesen, und von Hans Leyendecker, was Recherche bedeutet und was nicht. Ich habe keine konkreten Karrierepläne, die sich an einer bestimmten Position oder einem bestimmten Arbeitgeber festmachen. Bei der SZ habe ich ohnehin einen Job bei meiner Lieblingszeitung. Meistens bin ich bei meiner Familie. Foto: Netzwerk Recherche

11 20 VERLAGSLEITUNG VERLAGSLEITUNG 21 Immer am Ball: In seiner Freizeit spielt Obermayer gerne Fußball, hier im Olympiastadion in München bei einem Freundschaftsspiel Auch das ist nichts, was den 37-Jährigen noch aus der Fassung bringt. Er wurde mehrfach mit Großtrophäen des deutschen Journalismus dekoriert, hat den Henri-Nannen-Preis, den Theodor- Wolff-Preis und den Helmut-Schmidt- Preis gewonnen. Bastian Obermayer ist ein unerschrockener Rechercheur und zählt zu den edelsten Federn. schaftsthemen in Berührung. Die sind entgegen meiner früheren Ansicht tatsächlich spannend, sagt Obermayer. Nach dem ADAC-Skandal deckte er zusammen mit Kollegen im vergangenen Jahr Waffenlieferungen des deutschen Herstellers Sig Sauer in Krisenregionen auf und berichtete später federführend unter dem Stichwort Luxemburg- Leaks über die Steuerspartricks internationaler Konzerne. Aber weiterhin will er sich nicht für nackte Zahlen und Quoten begeistern, sein Interesse beginnt erst, wenn Wirtschaft mit Menschen und gesellschaftlichen Fragen zu tun hat. Obermayer liest gerne Texte, die mit Begeisterung geschrieben sind. Ich versuche auch selbst so zu schreiben. Und dabei verständlich, gerade wenn es um komplizierte Wirtschaftsthemen geht. Was Obermayer antreibt, sagt er, ist die Frage nach Gerechtigkeit. Ich will, auch wenn das naiv klingt, irgendwie dazu beitragen, unfaires Handeln und Missstände aufzudecken. So wie vor wenigen Wochen, als Bastian Obermayer zusammen mit SZ-Kollegen und anderen Medien darunter Le Monde, The Guardian, WDR und NDR die sogenannten Swiss-Leaks enthüllten. Die Schweizer Großbank HSBC hatte jahrelang Schwarzgeld von Diktatoren, Steuerhinterziehern und anderen Kriminellen gebunkert und damit prächtig verdient. Wenn Obermayer und seine Kollegen, in diesem Fall sein Chef Hans Leyendecker und Frederik Obermaier, solche Skandale ans Licht bringen, beginnt die Geschichte zum Beispiel so: Der mutmaßlich größte Bankdatenraub der Geschichte ist schon vollbracht, aber noch unentdeckt, als Peter Beckhoff, der Leiter der Wuppertaler Steuerfahndung, Ende 2008 mit einem anonymen Informanten telefoniert. Der Mann der aus der Schweiz anruft nennt sich,ruben Al Chidiack, seine Mails verschickt er Er hat das Warten eines jungen Mannes auf ein Spenderherz beschrieben, den Krieg in Afghanistan durch die Veröffentlichung von Briefen deutscher Soldaten näher gebracht, Missbrauchsfälle im Kloster Ettal publiziert. Wirtschaft ist, besser gesagt war, gar nicht so sein Ding. Obermayer studierte Politik, amerikanische Kulturgeschichte und Geschichte in München, danach ging er auf die Deutsche Journalistenschule (DJS). Es folgten sieben Jahre als Redakteur beim SZ Magazin, im Sommer 2012 wechselte der Journalist ins Investigativressort der Süddeutschen Zeitung. Hier und als Mitglied des Internationalen Konsortiums investigativer Journalisten (ICIJ) kommt er häufig mit Wirtals,John Barack. Er behauptet, im Besitz von mehr als Kundendaten einer Schweizer Bank zu sein, der Genfer HSBC. Dagegen ist jede gewöhnliche Steuer-CD ein Witz. Danach wird entrollt und ausgepackt, was sich Rotlichtkönige, Adel und ein Fußballprofi so alles erlaubt haben. Der Basti ist mir früh aufgefallen: als sehr begabter Schreiber, als sorgfältig-hartnäckiger Rechercheur und als Mensch, der für die Gruppe Verantwortung übernimmt, sagt Ulrich Brenner, von 2002 bis 2011 Leiter der Deutschen Journalistenschule (DJS) in München. Dort gehörte Obermayer der 41. Lehrredaktion in der Kompaktklasse des Jahrgangs 2002/03 an. Mitschüler damals waren unter anderem die Capital-Leute Horst von Buttlar (Chefredakteur) und Philipp Schwenke (Textchef) sowie Zeit-Redakteurin Merlind Theile. Er sei ein cooler und doch uneitler Typ gewesen, den die Schweinereien der Mächtigen nie unberührt gelassen haben, erinnert sich Brenner. Sein ehemaliger Schüler hat heute einen Arbeitsplatz mit Perspektive. Im 25. Stock des SZ-Turms sind nur noch die Geschäftsführung und der Himmel über ihm. Der Blick weit über München hinaus entschädigt für das eher schmucklose, zweckmäßig eingerichtete Büro mit dem Türschild, das sich wie ein Aktenzeichen liest: H Und noch ein Preis: Bastian Obermayer (Mitte) und Uwe Ritzer (re.) bekamen 2014 den Helmut Schmidt Journalistenpreis verliehen Mein Interesse beginnt erst, wenn Wirtschaft mit Menschen und gesellschaftlichen Fragen zu tun hat Wenn es am Tag zuvor hektisch war, sieht man das hier am Morgen danach. Jetzt gerade, der Computer ist hochgefahren und der erste Kaffee steht auf dem Tisch, sieht es in der Redaktionsstube aus, als wäre die Putzkolonne versehentlich mit dem Laubbläser statt mit dem Staubsauger zu Werke gegangen. Rechercheunterlagen stapeln sich, Zeitungsausschnitte liegen unsortiert herum, Magazine markieren kleine Häufchen. Aber nicht, dass es ungemütlich wäre. Obermayer hat schon auch Sinn für Ordnung. So ist die halbe Wand von Regalen verdeckt, in einer Reihe stehen allein neun mit ADAC beschriebene Ordner. Dabei hat Obermayer die Sammlung aufs Nötigste gestutzt. Wir haben hunderte von Mails und Zuschrif- Fotos: Bastian Obermayer, Helmut Schmidt Journalistenpreis

12 22 VERLAGSLEITUNG VERLAGSLEITUNG 23 ten bekommen, viel mehr als erwartet. Und ich war mir anfangs nicht mal sicher, ob die ADAC-Betrügereien für ein großes Seite-3-Stück tragen. Wieder was vom Chef gelernt: Hans Leyendecker, Leiter Investigative Recherche bei der Süddeutschen, habe sofort gesehen, dass Sprengkraft in der Geschichte steckt. Auf der Journalistenschule hatte ich nicht gerade das Gefühl, ein begnadeter Schreiber zu sein Auch als Buchautor ist Obermayer sehr erfolgreich Die andere Wandhälfte des Büros ziert ein vergrößertes, eingerahmtes SZ Magazin-Cover. Tägliche Erinnerung an seine Zeit dort. Ein Praktikum hatte er dort gemacht, danach als Pauschalist für das wöchentliche Supplement der Süddeutschen geschrieben. So gut, dass er einen einflussreichen Förderer fand: Dominik Wichmann, damals Chefredakteur, hat in mir wohl mehr Talent gesehen als ich selbst damals. Auf der Journalistenschule hatte ich nicht gerade das Gefühl, ein begnadeter Schreiber zu sein. Sagt ein mehrfach preisgekrönter Autor. Einer der Besten seines Fachs. Einer, der verkörpert, was sich DJS-Leiter Brenner von Journalisten wünscht: selbstbewusste Bescheidenheit. Ich wüsste keinen, auf den das besser zutrifft. Obermayer ist frei von Attitüden, sympathische Ausstrahlung, freundlich im Auftreten, zugleich ein leidenschaftlicher Mensch. Nicht nur im Beruf. Wenn zum Beispiel der von ihm bewunderte Bob Dylan ein Album mit Sinatra-Songs ankündigt, dann teilt der Vater zweier Vorschulkinder auf Twitter prompt mit: Das ist das wahre Leben. Zum wahren Leben gehört auch seine Lust auf Fußball. Früher wollte er Profi werden, wie so viele. Obermayer hat Talent erkennen lassen: Als Neunjähriger schoss er 72 Tore in einer Saison, verschweigt aber nicht, dass er schon damals hochgewachsen und dadurch gegenüber seinen Gegenspielern im Vorteil war. Am Ball ist er immer noch, trainiert montagabends mit seinen Kumpels vom 1. FC Fußball-Klub und kickt mit ihnen in der Hobbyspielrunde wurden sie noch Stadtmeister, letzte Saison sind sie erstmals aus der 1. Royal Bavarian Liga abgestiegen. Könnte auch damit zu tun haben, dass ihr Torjäger nicht mehr so trifft wie früher: 2004 und 2005 schoss Obermayer bravouröse 53 Tore in 28 Spielen, zuletzt waren es nur noch sieben in 25 Partien. Nicht mal beim Zuschauen findet er fußballerischen Trost, dafür hat sich der gebürtige Rosenheimer den falschen Lieblingsverein ausgesucht: Als Knirps hat er schon dem TSV 1860 München die Daumen gedrückt, bis heute meist vergebens. Er wird sich damit abfinden müssen, dass im Fußball seine besten Zeiten wohl vorbei sind. Für den Beruf gilt das zum Glück nicht. DJS-Ausbilder Brenner bescheinigt seinem einstigen Schüler ein hohes Grundtalent, zudem ist Basti stets aufgeschlossen und wissbegierig geblieben. Was der für selbstverständlich hält. Es kam schon vor, dass Obermayer nachts aufwachte mit dem Gedanken, dass er später im vorletzten Absatz den vierten mit dem dritten Satz tauschen wird. Ich wollte immer jeden Text noch besser machen. Und das will ich immer noch, aber mit weniger Zeit wird es schwieriger, sagt er angesichts der höheren Taktung bei der Zeitung. Obermayer erzählt geradlinig, mit einfachen Worten, und komponiert daraus Texte. Das ist seine Stärke. Susanne Schneider, die ehemalige Textchefin des SZ Magazins und Tochter von Sprachpapst Wolf Schneider, war dafür eine gute Lehrmeisterin. Sie predigte das einfache Schreiben. Das geht so, als würde man der Freundin etwas Spannendes berichten. Ihren Lieblingssatz gegen alles Überflüssige hat Obermayer heute noch im Ohr: Des braucht s net. Bei ihm kommt eine weitere Qualität hinzu: Ausdauer. Obermayers Geschichten verlieren durch Länge nicht an Spannung. Wie ein Architekt sein Haus, so plant der Reporter seinen Artikel. Auf ein DIN-A3-Blatt notiert er die zentralen Inhalte, leitet Erkenntnisse ab, verknüpft sie miteinander, schafft somit Zusammenhang und Struktur. Diesen hingepinselten Plan braucht er, er dient ihm als Geländer. Ich muss wissen, wie und wohin die Geschichte läuft. Seine Begabung fürs Schreiben, gepaart mit dem Talent zur Recherche, haben ihn zu Leyendeckers Wunschkandidaten werden lassen, als im Investigativressort der SZ eine Stelle neu zu besetzen war. Unser Anspruch ist, sagt Obermayer, dass Recherchejournalismus nicht nur aufklärt und informiert, sondern den Leser auch unterhält. Dafür lohnt es sich auch, ab und zu nachts aufzuwachen. Und aus einem guten Text einen noch besseren zu machen. Obermayer entspannt: Beim Wandern im Zillertal Fotos: Bastian Obermayer

13 24 VERLAGSLEITUNG VERLAGSLEITUNG 25 Blogs oder digitale Zeitschriften bekennen sich (wieder) zu Print Druckfrisch Die rein digitale Existenz reicht vielen Websites und Blogs nicht mehr. Sie brauchen neues Publikum und hoffen, es über Printausgaben zu finden. E ine Ausgabe fehlte. Eine einzige. Nur ein Heft mehr, und er hätte ein hübsches Jubiläum feiern können. Doch Michael Lohrmann zog die Reißleine vorher und verkündete im Frühjahr 2009, nach 49 Ausgaben, das Aus für die gedruckte Version des Interviewmagazins Galore. Es gebe aus wirtschaftlichen und strategischen Aspekten keine Alternative, bedauerte der Herausgeber des damals traurig vor sich hin dümpelnden Magazins, das immer weniger Käufer und Werbekunden fand. Die Party zum 50. Heft fiel also flach, Galore gab es nur noch digital. Zurück an den Kiosk? Keine Chance, bestimmt nicht mehr. Von Manuela Pauker, Werben & Verkaufen, München Falsch gedacht. Die Feier dürften Lohrmann und sein Team bei der Dortmunder Dialog GmbH inzwischen nachgeholt haben. Denn nun ist sie doch erschienen, die 50. gedruckte Ausgabe von Galore: Seit Dezember ist der Titel wieder am Kiosk, im Pocketformat für 2,90 Euro. Und es geht weiter: Zehnmal jährlich kommt das Heft, das auf Interviews mit heimischen und internationalen Berühmtheiten spezialisiert ist, wieder heraus. Woher der Sinneswandel? Wir glauben, dass Galore am Kiosk mehr Visibilität hat, begründet Lohrmann. Die neue Sichtbarkeit soll helfen, frisches Publikum außerhalb der bestehenden Leserschaft zu finden. In rein digitaler Gestalt ist das nämlich gar nicht so einfach, hat er in den letzten Jahren bemerkt. Foto: Fotolia Composing: Nina Bauer

14 26 VERLAGSLEITUNG VERLAGSLEITUNG 27 PS.Welt Nicht für den Kiosk, stattdessen als Magazinbeilage in der Welt ist die Blog- Erweiterung gedacht kommt sie viermal Daydreams 1,95 Euro kostet die Printbegleitung zu Burdas Reiseportal Daydreams. Mitglieder erhalten es gratis Er ist nicht der Einzige. In den letzten Wochen sind einige Blätter erschienen, die ihren Ursprung im Internet haben Blogs, Websites oder Portale und denen ihr Stammpublikum in diesem Kanal nicht mehr ausreicht. Zwar ist das gedruckte Extrablatt Nr. 1, dass das Onlinemagazin Krautreporter aktuell Neuabonnenten überreicht, wohl eher als Gimmick zu betrachten. Aber viele machen Ernst: So hat Springer dem Autoblog PS.Welt eine Printausgabe zur Seite gestellt, die im September erstmals zur Probe der Welt am Sonntag beilag. Die Testfahrt verlief zufriedenstellend: In diesem Jahr erscheint das Blatt viermal. Burda hat gleich zwei neue Titel mit digitalen Wurzeln im Rennen: Ende November ging I like Blogs an den Start. Das Konzept: Beiträge von Lifestyle-Bloggern aus aller Welt werden in Artikelform zusammengefasst. Kochrezepte, Tipps für Heim und Garten opulent aufbereitet, ein bisschen wie eine hippere Version einschlägiger Landmagazine. Der zweite Burda-Titel, das Reisemagazin Daydreams, wurde dem gleichnamigen Onlineportal Mitte November im Rahmen eines Relaunchs zur Seite gestellt. Mit einem Preis von 1,95 Euro am Kiosk ist es eher im Niedrigpreissegment angesiedelt; die Mitglieder des Portals erhalten das Heft kostenlos. Ein großer internationaler Zimmervermittler macht es nicht ganz so billig. Wer das Airbnb-Magazin Pineapple erstehen möchte, muss dafür elf Euro hinblättern falls er es überhaupt findet: Nur wenige Exemplare des Magazins, für das preisgekrönte Autoren und Fotografen angeheuert wurden, kommen in den Handel; Stück werden gratis an Airbnb-Gastgeber verteilt. Ein Dokument der Community, ihrer Zusammengehörigkeit und des gemeinsamen Raums soll das vierteljährliche Pineapple sein, verkündete das Unternehmen. Doch letztlich will es damit dasselbe erreichen wie all die anderen: die Sichtbarkeit über einen weiteren Kanal erhöhen und damit neue Zielgruppen erreichen. Was auch funktioniert. Die meisten Nutzer digitaler Medien verbringen bereits den ganzen Arbeitstag vor Bildschirmen. Print schafft es daher besser als digitale Medien, die Freizeit vom Job alltag zu trennen, sagt Kirstin Heckelmann, Account Director der Mediaagentur Starcom Germany. Dabei geht es nicht nur darum, besser wahrgenommen zu werden. Mancher kämpft darum, überhaupt gesehen zu werden gerade in der unübersichtlichen Blogger-Szene. Die Macher von I like Blogs beschreiben das Dilemma: Bei 900 Millionen Blogs im Netz entscheidet oft der Zufall, wo wir hin klicken. Das Heft sei für Menschen, die von der Masse an Informationen da draußen manchmal überfordert sind und das Gefühl haben, etwas zu verpassen. I like Blogs Eine Art Best-of internationaler Lifestyle-Blogs testet Burda mit dem Magazin, das für 4,80 Euro zu haben ist Kein Wunder also, dass der Wunsch nach etwas Gedrucktem und damit besser Fassbarem häufig von den Nutzern selbst kommt. Bei PS wurde er zwar nicht so direkt geäußert. Aber: Der überraschende Reichweitenerfolg des Blogs hat uns ermutigt, ein Magazin zu entwerfen, das Haltung und Sound des Blogs dem großen Publikum von Welt am Sonntag vorstellt, so Ulf Po- Galore Nach fünf Jahren Pause kehrt das Interviewblatt für 2,90 Euro zurück. Zehn Ausgaben jährlich sind geplant schardt, Vizechefredakteur der Welt-Gruppe. Bei Galore wurden die Nutzer konkret: Auch nach dem Start der Digital-Ära haben die Leute immer wieder nach gedruckten Ausgaben gefragt, erinnert sich Michael Lohrmann, der mit Print eigentlich abgeschlossen hatte. Doch als klar war, dass das Geschäft ausschließlich mit der App, der Website und dem kostenpflichtigen Download einzelner Interviews nicht ausreichen würde, freundete er sich mit dem Gedanken an Papier schnell wieder an. Die Interviews werden ja ohnehin produziert. Kostenfaktoren wie Druck, Vertrieb oder Layout gebe es natürlich. Aber wir machen viel inhouse, und das neue, kleinere Format kostet nicht so viel. Was die Entscheidung auch erleichtert haben dürfte: In der rein digitalen Zeit von Galore stellte sich heraus, dass viele internationale Stars für Interviews in digitalen Medien gar nicht zur Verfügung standen ohne die Aussicht auf einen Abdruck in einem echten Heft habe das Management so mancher VIPs abgewinkt, sagt Lohrmann. Ein weiterer Aspekt ist die Aussicht auf zusätzliche Werbegelder in einem Markt, in dem die Preise für Onlinewerbung stark unter Druck stehen. Stephan Madel, der beim Springer-Vermarkter ASMI unter anderem die Welt-Gruppe verantwortet, spricht es offen aus: Mit der Printausgabe von PS.Welt können wir zusätzliche Anzeigenpotenziale erschließen. Das Heft soll für die Kunden die Lücke zwischen den Umfeldern Luxus und Motor füllen, hofft Madel. Das Argument Haptik zieht vor allem bei der Premiumklientel, sagt Kirstin Heckelmann: Das oft sehr hochwertige Format solcher Magazine bietet Fläche für Kreationen, die durch ihre Bildsprache auf Webseiten nicht so gut zur Geltung kommen wie in gedruckter Form. Wenn dann auch noch themenaffine Produkte beworben werden, treffe man mit großer Wahrscheinlichkeit auf aufgeschlossene Leser, so Wolfgang Schuldlos, Gründer des IWM Instituts für Werbeerfolgs-Messung. Bei Galore läuft der Verkauf laut Lohrmann jedenfalls ordentlich an. Der Kulturbereich, Unterhaltungselektronik, Lifestyle-Produkte und Genussmittel seien die Kernbranchen. Komplett will er die Uhr aber auf keinen Fall auf die reine Print-Ära zurückstellen. Verschiedene Kanäle richtig miteinander verknüpft das ist seiner Ansicht nach das Erfolgsrezept: Wir setzen auf die Kombination Magazin-App, Website, Magazin und Einzelverkauf von Interviews in digitaler Form. Damit sind wir viel präsenter. Das Rezept spricht sich herum. Der nächste Kandidat steht jedenfalls schon parat: Die Betreiber der Website Rap.de haben soeben ihr erstes Printobjekt aus der Druckerei abgeholt. Deutschrap 2014, das auf 82 Seiten die heimischen Hip- Hop-Highlights des letzten Jahrs rekapituliert, wird von Piranha Media herausgegeben und kostet 3,90 Euro. Na dann: auf einen ordentlichen Battle-Rap am Kiosk. Nachdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags Werben & Verkaufen GmbH. Ausgabe 1/ Pineapple Das Heft von Zimmervermittler Airbnb erscheint viermal jährlich. Nur eine limitierte Zahl kommt in den Handel Rap.de Die Hip-Hop- Website versucht sich erstmals mit einem Magazinableger am Kiosk. Die Ausgabe kostet 3,90 Euro

15 28 29 Wird das Blatt nur anders oder wirklich besser? Aufpoliert Wenn die Auflage fällt oder ein neuer Chefredakteur kommt, muss ein Relaunch her. Doch das Mittel wirkt oft nicht, wie zahlreiche aktuelle Beispiele belegen. Eine Bestandsaufnahme. Von Helmut van Rinsum, Medienjournalist, München E ine neue, klarere Heftstruktur und eine neue Optik. Dazu noch mehr schöne Fotos, humorvolle Betrachtungen, unkonventionelle Themen und Aufbereitungen. Und außerdem: Zahlreiche neue Rubriken, ein Fotoroman und mehr Platz für die Väter. Ganz klar: Der Relaunch der Zeitschrift Eltern Mitte Oktober 2013 war keine kleine Nummer, da steckte eine Menge Arbeit dahinter. Astrid Hamer, die zuständige Publisherin des Heftes aus dem Verlag Gruner + Jahr, war mit dem Ergebnis aber zufrieden. Begeistert ließ sie sich mit den Worten zitieren: Ich gratuliere der Chefredakteurin und dem gesamten Team zu dem tollen, neuen Heft, welches voller wunderbarer Emotionen steckt. Den Rückgang der Auflage konnte die grundlegende Heftüberarbeitung aber nicht stoppen. Weshalb jetzt, keine eineinhalb Jahre später, ein neuer Relaunch folgte. Seit Mitte Januar liegt die erneut überarbeitete Zeitschrift Eltern am Kiosk, und wieder steckt eine Menge Arbeit dahinter. Es sei nicht einfach nur ein Relaunch, sondern eine Revolution, gibt Chefredakteurin Marie-Luise Lewicki zu Protokoll. Eltern sei nun edler, wärmer, gefühlvoller, großzügiger ein emotionales Erlebnis. Kein Zweifel, die Taktzahl im Verlagsgeschäft hat sich erhöht, die Kurzatmigkeit auch. Als die Zeitschriftenlandschaft noch nicht mit der Digitalisierung kämpfen musste, waren Relaunches noch selten. Seit sich immer mehr Leser abwenden, gelten sie als letzte Hoffnung im Kampf gegen die schwindenden Auflagen. Da werden im Vorfeld Leser befragt, Berater engagiert, Konzepte verabschiedet und interne Strukturen durcheinandergewirbelt. Ob Capital, Guter Rat oder Auto Bild: Am Ende hält schließlich der Leser ein Heft in den Händen, das er manchmal kaum wieder erkennt. Die Anforderungen unserer Zielgruppe an eine Elternzeitschrift ändern sich immer rascher und in im- Foto: istockphoto Composing: Nina Bauer

16 30 31 Der Relaunch vom Relaunch: Die Zeitschrift Eltern kämpft mit neuem Aussehen gegen den Leserschwund Vorher mer stärkerem Maße, erklärt Marie-Luise Lewicki, die Chefredakteurin von Eltern. Das Bedürfnis nach nackter Information schwinde, die Leser wollten sich aufgehoben fühlen. Lewicki: Das muss sich auch in einer aktuellen, modernen Bildsprache widerspiegeln, deren Halbwertzeit heute immer kürzer wird. Nachher Der Titel Eltern ist keine Ausnahme. Die Jugendzeitschrift Bravo erreichte in den 90er Jahren einmal Zahlen von 1,4 Millionen Hefte, und das jede Woche. 25 Jahre später ist von diesem mächtigen Blatt nur noch ein Blättchen übrig: Verkauft wurden zuletzt Exemplare. Auch hier gab es zuletzt zahlreiche Versuche, mit Relaunches die Talfahrt zu stoppen. Deutlich macht das ein Blick auf die vergangenen fünf Jahre. Als im Oktober 2011 Stefan Gröner die Geschäftsführung der Bravo-Gruppe übernahm, überarbeitete er nach und nach das Heft und versuchte, den Bogen inhaltlich von Print auf die digitalen Plattformen zu schaffen. Den Verlagschefs dauerte dieser Prozess aber offenbar zu lange, ein Jahr später musste Gröner seinen Posten wieder räumen. Es folgte eine Phase, in der Bravo ähnlich trashig wurde wie die große Schwester Intouch, was im September 2013 in einem neuen Heftkonzept mündete, das vom Verlag als größter Relaunch der Markengeschichte gepriesen wurde. Begleitet wurde dieser von einer Kampagne und zahlreichen Aktionen, deren Bruttoinvestitionen nach Verlagsangaben im Millionenbereich lagen. Die neue Bravo macht mehr Spaß als jemals zuvor und informiert auf unterhaltsame Art, erklärt Chefredakteurin Nadine Nordmann. Bravo relauncht um ihr Leben mit mäßigem Erfolg Doch die Leser fühlten diesen Spaßfaktor offenbar nicht, sie fanden sich durch den jungen People-Journalismus nicht angesprochen die Auflage sank weiter. Weshalb im vergangenen Jahr erneut kräftig an der Relaunch-Schraube gedreht wurde. Seit der ersten Ausgabe dieses Jahres erscheint die Bravo nur noch alle 14 Tage, dafür ist der Umfang gewachsen und der Umschlag mit UV-Lackierung fühlt sich fester und Bravo ist leider vom Blatt zum Blättchen geschrumpft hochwertiger an ein Schwenk in Richtung Edel-Marke. Die Musikkompetenz wurde wieder gestärkt und neue Social Media Features und Rubriken eingeführt. Der Relaunch und die daran gekoppelte Umstellung der Erscheinungsfrequenz ist eine logische Konsequenz der konzeptionellen und produktbezogenen Neuausrichtung der Bravo als hochwer- Sind die Ziele, die mit einem Relaunch erreicht werden sollen, immer klar definiert? Lukas Kircher: Die Ziele sind oft relativ schwammig: Es soll verjüngt werden, man will auf die geänderten Lese- Drei Fragen an Lukas Kircher, Editorial Designer und Geschäftsführer der Medienagentur C3. Leidenschaftlich für Verbesserungen kämpfen gewohnheiten reagieren oder behutsam weiter entwickeln. Wir lesen entsprechend viel Marktforschung, sind aber letztendlich auf einen Chefredakteur angewiesen, der sein Publikum perfekt kennt. Dann reichen meist wenige Worte, um die richtige Stoßrichtung festzulegen. Wichtig ist es herauszufinden, ob es sich bei einem Relaunch um funktionale Verbesserungen handelt oder ob das Medium im Markt anders positioniert werden muss. Welche Faktoren halten Sie dafür entscheidend, dass ein Relaunch gelingt? Wichtig ist ein perfektes Zusammenspiel aus Marktkenntnis, Konzept und dazugehörigem Marketing; es geht also um eine klare Strategie. Marketing wird in Verlagen oft strategisch zu wenig ernst genommen. Dabei platzieren wir aber mit einer Publikation immer auch eine Haltung, ein Selbstverständnis, einen Charakter in den Köpfen unserer Leser da fällt jede Unstimmigkeit zwischen Produkt und begleitender Kommunikation sofort auf. Was raten Sie Verlagen, die einen Titel relaunchen wollen? Gibt es einen klaren Grund, warum das Aussehen des Mediums von einem zum nächsten Tag verändert werden soll? Wenn nein: Schrittweise Überarbeitung bis zum gewünschten Endzustand in Struktur und Design, um bestehende Leser nicht zu verärgern. Wenn ja, klar verständliche Mehrwert- Kommunikation ( Warum wir das machen. Das haben Sie davon ). Und: Unterschätzen sie den Leser nicht! Leser können sehr genau unterscheiden, ob etwas wirklich besser oder einfach nur anders ist. Es lohnt sich immer, leidenschaftlich für echte Verbesserungen zu kämpfen. Das Interview führte Helmut van Rinsum Foto: Privat

17 32 33 Relaunch ist People Business Wichtige Fragen für die Mitarbeiter Ist das gesamte Relaunch-Team (interne und externe Mitarbeiter, Dienstleister) motiviert und zieht an einem Strang? Wer gehört zum Team? Alle, die wichtig sind und mitarbeiten wollen. Ansonsten sollte das Team so klein wie möglich sein, damit es effektiv arbeitet und keine unnötigen Ressourcen verschwendet werden. Allerdings darf das Team auch nachher bei der Umsetzung keine Minderheit repräsentieren. zwischen übernahm Ulrich Reitz die redaktionelle Leitung und der Focus erscheint seit Jahresanfang am Samstag. Das war auch beim Stern so, als der frisch gekürte Chefredakteur Dominik Wichman Mitte März 2013 sein neues Blatt präsentierte. Der neue Stern sei in seiner Struktur und seinem Layout komplett modernisiert, teilte der Verlag offiziell mit. Der Journalismus sein nun geschärfter, entschlossener, mutiger. Im März 2013 zeigte sich der Stern mit neuem Aussehen Kritiker bezeichnen den Relaunch als kontraproduktiv Passt die Denkweise bei allen Mitarbeitern zu einer crossmedialen Medienmarke und ist das notwendige IT-Verständnis und -Wissen vorhanden? Welche Bereitschaft zu Commitments ist vorhanden, d. h. in welchem Maße werden Verantwortung bzw. Zuständigkeit übernommen? Welche Sichtweisen, Fähigkeiten und Rahmenbedingungen (auch gefühlte oder tatsächliche Überforderungen) bestimmen das Denken und Handeln des Teams oder einzelner Mitarbeiter? Sind einzelne Mitarbeiter bereit, ggf. Veränderungen ihrer Arbeitsinhalte oder Aufgaben zu akzeptieren? Werden dabei auch neue Rollen übernommen sowie angepasste Prozesse und Workflows entwickelt und umgesetzt? Ist das Team in der Lage, Prioritäten zu setzen und Entscheidungen herbeizuführen? Überzeugt das Team Entscheider, schafft es Vertrauen für das Konzept und ist es bereit, für seine Überzeugungen (Ergebnisse des Prozesses) zu kämpfen? Quelle: Medien-Relaunches erfolgreich managen / Deutsche Fachpresse tiges Premium-Magazin, das auf das veränderte Mediennutzungsverhalten sowie die Lesebedürfnisse der Zielgruppe zugeschnitten ist, erklärt Marc de Laporte, Verlagsgeschäftsführer der Bauer München Redaktions KG. Schon jetzt sei das Echo erfreulich. Bravo habe mit den letzten drei Ausgaben signifikant an Marktanteilen im Jugendsegment gewinnen können. De Laporte: Insofern sind wir sehr zuversichtlich, dass wir mit dem neuen Produktkonzept einer positiven, stabilen Auflagenentwicklung entgegenblicken können. Es gibt wohl niemanden in der Branche, der der Bravo diesen Erfolg nicht gönnen würde. Doch Zweifel bleiben zu viele Relaunches der Printbranche haben bislang ihr Ziel verfehlt. Die Muster und Anlässe, die in den Verlagen zum Entschluss führen, einen Relaunch durchzuziehen, ähneln sich: Probleme in der Auflagenentwicklung, Marktforschungsergebnisse, die dem Blatt ein verstaubtes Design und ein altbackenes Image bescheinigen oder ein Wechsel in der Chefredaktion. Meist lastet auf dem neuen Chef die Bürde, den Abwärtstrend aufzuhalten. Da eine Stabilisierung der Auflage ein mühevoller und zeitraubender Prozess ist, macht er sich erst mal an die Überarbeitung des Blattes und setzt damit schnell ein sichtbares Zeichen. Beispiele für diesen Mechanismus finden sich viele. Das war bei Jörg Quoos so, als er im Oktober 2013 dem Focus seinen Stempel aufdrücken wollte. In- Es folgte ein bemerkenswerter öffentlicher Rummel, eine 25-Millionen-Euro schwere Werbekampagne mit dem anmaßenden Slogan Sorry Henri Nannen, es musste sein und ein Heft das nur einen Euro kostete. Schnell Entschlossene konnten den Stern sogar für 52 Euro das ganze Jahr abonnieren. Prompt dauerte es auch nur zehn Tage, bis Gruner + Jahr eine erste Erfolgsmeldung veröffentlichte: Die Auflage im Einzelverkauf habe sich verdreifacht, die Billig-Abos seien ausverkauft und die Anzeigeneinbuchungen lägen über dem Vorjahr. Auch der Stern-Relaunch hat sein Ziel verfehlt Heute fällt die Bilanz freilich ernüchternder aus: Dominik Wichmann wurde inzwischen wieder verabschiedet, zahlreiche Änderungen wieder korrigiert, die redaktionelle Verantwortung auf Christian Krug übertragen und die Einzelverkäufe und Abonnentenzahlen befinden sich weiter auf beängstigender Talfahrt. Der Stern-Relaunch kann sich in die Reihe gescheiterter Versuche einordnen, mit einem veränderten Konzept einem schlingernden Blatt neue Stabilität einzuhauchen. Der Relaunch sei ein Beispiel dafür, wie man es nicht machen dürfe, sagt Ulrich Spiller, Geschäftsführer der Heinold, Spiller und Partner Unternehmensberatung. Man habe Alt-Abonnenten verschreckt und keine neuen dazu gewonnen. Der Relaunch sei überflüssig, wenn nicht sogar kontraproduktiv gewesen. Spiller berät seit vielen Jahren Verlage, wenn es darum geht, den Kurs eines Blattes zu überprüfen und ihm womöglich eine neue Richtung zu geben. Dabei plädiert er für einen ganzheitlichen Ansatz. Veränderungen einer Zeitschrift dürften nicht voreilig erfolgen und vor allem nicht isoliert betrachtet werden. Es gehe vielmehr um eine umfassende Standortbestimmung, um eine reflektierte Verlagsstrategie und eine kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Strukturen: eine klare Absage an all die hektisch durchgeführten Veränderungen und Optimierungen, die häufig eher der internen Beschwichtigung dienen und selten sich tatsächlich darum kümmern, was der Leser eigentlich erwartet. Was interessiert den Leser, ist die entscheidende Frage Welche Inhalte interessieren die Leser und in welcher Form das ist die zentrale Frage, betont Spiller. Eine Antwort auf diese Frage kann überraschende Ergebnisse liefern: beispielsweise die Line Extension eines bisherigen Heftes, obwohl alle mit einem optischen Facelifting gerechnet hatten. Und sie beansprucht Zeit. Erst muss eine sorgfältige Bestandsaufnahme erfolgen, dann eine LESETIPP Holger Best, Dr. Hans-Joachim Hoffmann, Jörg Künkel und Ulrich Spiller: Medien-Relaunches erfolgreich managen. Brancheninformation 4 der Deutschen Fachpresse. 44 Seiten Kostenlos für Mitglieder der Deutschen Fachpresse, Nichtmitglieder 49 Euro inkl. MwSt. Kurzzusammenfassung (PDF):

18 34 35 Der Cosmopolitan ist die Auffrischung gut gelungen Ist-Analyse und schließlich die Marktforschung. Nach einem halben Jahr weiß man in etwa, welche Ziele man künftig verfolgen will. Dann benötigt man noch weitere sechs Monate, um diese umzusetzen. Ulrich Spiller ist einer von vier Autoren, die für die Deutsche Fachpresse kürzlich den Leitfaden Medien-Relaunches erfolgreich managen verfasst haben, der durchaus auch Gültigkeit für Publikumszeitschriften hat. Der Leitfaden ist keine Blaupause für Relaunches, sondern ein Plädoyer für einen sorgfältig durchdachten Prozess, der die Zeitschrift als Medienmarke begreift, in dessen Zentrum der Leser steht. Das aktuelle Chefredakteurs-Drama beim Spiegel zeigt, dass selbst in den renommiertesten Verlagshäusern crossmediale Strategien zu einem Streit ausarten können, der den ganzen Laden zu sprengen droht. Spiegel verändert nach 18 Jahren sein Layout Dabei ist auch der Spiegel vom sich ändernden Mediennutzungsverhalten massiv betroffen, auch hier geht die Gesamtauflage seit rund zehn Jahren kontinuierlich zurück. Auch dort wurde im Mai vergangenen Jahres das Layout behutsam modernisiert das erste Mal seit 18 Jahren. Gleichzeitig wurden einige inhaltliche Neuerungen eingeführt, wie beispielsweise der Leitartikel, in dem das Blatt seine Haltung zu einem großen Thema der Woche formuliert. Das neue Erscheinungsbild sollte die Stärken des Spiegel, die investigative Recherche und exzellente Reportagen, noch besser zur Geltung bringen, sagt Michael Grabowski, im Verlag zuständig für Kommunikation und Werbung. Von der Fachpresse und den Lesern habe man dafür überwiegend positive Reaktionen erhalten. In der Auflage macht sich das bislang allerdings nicht bemerkbar. Dass Auffrischungen aber durchaus greifen können, zeigt die Frauenzeitschrift Cosmopolitan, deren Entwicklung der Auflagenkurve allerdings auch nie wirklich besorgniserregend war. Dennoch überprüften die Verantwortlichen vor zwei Jahren ihr Produkt und stellten fest, dass sich das Selbstverständnis der Leserin und damit die Erwartung an eine Zeitschrift in den vergangenen fünf Jahren deutlich verändert haben. Die Frauen müssen sich ihren Platz auf der Karriereleiter nicht mehr mit Ellenbogen und aggressivem Sexappeal erstreiten, sagt Verlagsgeschäftsführerin Monika Fendt. Im April 2013 wurden daraufhin Look, Tonalität und der Markenauftritt der Cosmopolitan überarbeitet. Dabei waren alle relevanten Bereiche integriert. Das Kreativzentrum bildete die Chefredaktion mit ihrem Team, die in enger Abstimmung mit Marktforschung und Verlagsgeschäftsführung, Anzeigenmarketing und Vertrieb die Neuausrichtung entwickelte und umsetzte. Ein Relaunch ist immer auch People-Business, heißt es in dem Leitfaden des Fachpresse-Verbands. Die überarbeitete Cosmopolitan kommt jedenfalls an. Der Titel liege als einziges Frauenmagazin im hochpreisigen Lifestyle-Segment seit einigen Monaten mit jeder Ausgabe über den Verkaufsergebnissen im Vorjahr, sagt Monika Fendt. Wir freuen uns über dieses Wachstum in einem insgesamt rückläufigen Markt. Es wäre schön, wenn dies künftig noch andere Titel von sich behaupten können.

19 36 37 Kollege eines Nachrichtenmagazins. Dann entpuppte sich Amina als der wohlbeleibte rotbärtige 40-jährige amerikanische Doktorand Tom McMaster, der in Edinburgh lebte. Auf die Schliche gekommen war ihm ein Blogger, der die Internet-Protokoll-Adresse von Amina überprüft hatte. Dabei stellte sich heraus, dass Aminas Computer nicht in Damaskus, sondern im schottischen Edinburgh stand. Von Peter Welchering, Medienbüro Welchering, Stuttgart Der Rest war Routine und so manches Qualitätsmedium blamiert, weil sich deren Internet-Recherche auf das Lesen des Blogs von Amina Arraf beschränkt hatte. Allenfalls wurde ihr Name noch einmal gegoogelt. Das war es dann aber auch schon. Die meisten Redaktionen sind mit Online-Recherchen heillos überfordert Nur Google reicht nicht Ohne Twitter, Facebook und Blogs geht im Redaktionsalltag nichts mehr. Doch was dort zu lesen ist, muss nachrecherchiert werden. Und da tun sich viele Journalisten schwer. Für sie beschränkt sich die Online-Recherche nicht selten auf Google. Dabei stehen komfortable Werkzeuge für die Recherche im Netz zur Verfügung und das erforderliche Know-how ist gar nicht schwer zu beschaffen. I n den Sonntagsreden über die Zukunft des Journalismus werden mit dem Datenjournalismus und dem Internet-Rechercheur die größten Hoffnungen verbunden. Doch wie das mit Sonntagsreden häufig so ist: Im redaktionellen Alltag sind sie schnell vergessen. Zwar gaben bei einer Umfrage des Agenturnetzes Ecco von 700 Journalisten immerhin mehr als 60 Prozent der befragten Kollegen an, mindestens eine Social-Media-Plattform für ihre Recherchen zu nutzen. An erster Stelle übrigens Facebook, danach folgen Xing, Twitter und Blogs. Aber oft werden die hier gefundenen Informationen einfach ohne große Überprüfung übernommen. So haben zum Beispiel die meisten Qualitätsmedien über die syrische lesbische Bloggerin Amina Arraf berichtet. Sie ist so authentisch, schwärmte der Meine Journalisten werden fürs Schreiben bezahlt und nicht fürs Hacken, begründete der Ressortleiter einer Zeitschrift die unterlassenen Recherchen. Im Laufe der weiteren Diskussion stellte sich dann allerdings heraus, dass die Redaktions-Hierarchen schlicht nicht wussten, was zu tun war und welche Internet-Recherchen vonnöten waren. Vor allen Dingen aber wollten sie genau das nicht zugeben. Dabei sind die wesentlichen Werkzeuge für Netzrecherchen in der Regel bereits in den Redaktionen vorhanden. So kann die Internet-Protokolladresse eines Blogs wie zum Beispiel damascusgaygirl. blogspot.com mit Programmfunktionen wie ping oder tracert, die in den meisten Betriebssystemen verfügbar sind, recherchiert werden. Zusätzliche Recherchedienste wie ip-lookup.net oder netip.de führen den so recherchierenden Journalisten dann sogar zum Inhaber der Internet-Domain, Mailadresse und häufig sogar die Telefonnummer des Systemadministrators inklusive. Diese Netzrecherchedienste sind übrigens kostenlos. So kann hier nicht ein- Foto: istockphoto

20 38 39 Trend-Recherche im Internet Wer online recherchiert, will rasch die wirklich wichtigen Nachrichten und heiß diskutierte Themen erkennen, um sie fürs eigene Heft in einer Geschichte mit dem besonderen Kick aufbereiten zu können. Solche Trends liefern unterschiedliche Netzdienste frei Haus. Trendsmap.com zum Beispiel liefert eine Landkarte mit den auf Twitter gerade am häufigsten diskutierten Themen. Das kann ein schöner Anhaltspunkt sein, um aus den trendigen Themen auszusuchen, was als besonders brauchbar fürs eigene Blatt erscheint. Vertiefen lässt sich diese Suche dann etwa mit der erweiterten Suchfunktion auf Twitter (https://twitter.com/#/ search-advanced) oder mit socialmention.com, die auf mehr als hundert Social- Media-Plattformen für den anfragenden Journalisten recherchiert. Blogs, Nachrichtenseiten, Twitter und Youtube sind die Spezialität von socialseek.com. Und topsy.com sucht neben den Trends auf Google plus und Twitter auch noch themenbezogene Links, Fotos, Videos und, wenn der Rechercheur das will, sogar Experten. Manchmal beruhen die angeblichen Trends allerdings auch schlicht auf Gerüchten. Das ist im Internet wie im richtigen Leben. Ein Gerücht nennt man in der Fachsprache der Onliner Hoax. Die Hoax-Entlarver, wie snopes.com oder hoax-info.tubit.tu-berlin. de spüren sie auf und ordnen sie auf der Basis eigener Recherchen dann als Gerücht oder Tatsache ein. mal die Ausrede herhalten, das Budget gebe solche Recherchen leider nicht her. Doch das Hauptproblem bleibt die mangelnde Bereitschaft vieler Journalisten und Verlagsmanager, sich mit Methoden der Online-Recherche auseinanderzusetzen. Die Argumente, Netzrecherchen seien zu komplex und zu teuer, können jedenfalls leicht widerlegt werden. Der Blogger, der im Fall Amina Arraf recherchierte, konnte jedenfalls allein über die Auswertung von Mailadressen, Server-Domains und Internet-Protokolladressen Tom McMaster als Autor der Blogeinträge auf damascusgaygirl. blogspot.com identifizieren. Netzrecherchen bieten aber noch viel mehr. Nur mit Methoden der Online-Recherche lassen sich im Internet-Zeitalter überhaupt noch Quellen verifizieren. Dazu zählt nicht nur die Rückverfolgung von Internet-Protokolladressen wie im Falle Amina Arraf, sondern auch die Recherche des digitalen Umfeldes einer Quelle. Hier hilft es wesentlich weiter, einfach genau nachzusehen, auf welchen sozialen Plattformen, Blogs oder anderen Online-Präsenzen mein Gesprächspartner oder Informant sonst noch unterwegs ist, zu welchen Themen und Zeitpunkten er twittert, postet oder bloggt und seit wann er das tut. Das gibt wichtige Hinweise auf seine Glaubwürdigkeit und Authentizität. Eine gute Methode: Die Umfeldanalyse von Quellen Auch lohnt es sich, genauer anzuschauen, mit wem die Quelle Kommunikationsbeziehungen in den sozialen Netzen unterhält. Die klassische Ermittlungstechnik der Umfeldanalyse kann hier eine Menge zu Glaubwürdigkeit, Identität oder fachlichem Hintergrund aussagen. Ebenso effizient ist die Recherche von Fotos mit Netzdiensten, um deren Echtheit und Aussagekraft zu überprüfen. Hier hilft nicht nur eine Analyse der Metadaten, die darüber Aufschluss gibt, wann ein Bild mit welcher Kamera und Blende aufgenommen wurde, sondern die auch zahlreiche Strukturinformationen liefert. Allein der Hinweis auf den Aufnahmezeitpunkt und -ort ist hilfreich, bietet er doch einen Ansatzpunkt, die Echtheit des Fotos durch den Abgleich mit Wetterinformationen in einem ersten Schritt zu überprüfen. Die Personensuche von fotografierten Personen ist bereits mit kostenfreien Diensten wie tineye.com komfortabel und bietet nachhaltige Rechercheergebnisse. Diese sogenannte Reverse Image Search verweist nämlich auf Webseiten, die einen ähnlichen Bildinhalt aufweisen. So lassen sich nicht nur Identitäten von unbekannten Personen recherchieren und die Echtheit angeblicher Personenfotos überprüfen, sondern auch ganz banale Alltagshilfen erleichtern hier den Reporteralltag. Wer des öfteren von Konferenzen oder Messen berichtet, kennt das Problem: Da sind einige ganz interessante Menschen auf dem Bild, deren Namen man nicht mehr weiß oder im Eifer des Gefechts erst gar nicht nachgefragt hat. Die Reverse Image Search mit tineye. com liefert diese Namen in vielen Fällen frei Haus. Bei vielen aktuell arbeitenden Vertretern der schreibenden Zunft ist der Blick auf die Kurznachrichten von Twitter mindestens so wichtig geworden wie der Blick in das Angebot der Nachrichtenagenturen. Mitunter hat Twitter sogar schon Nachrichtenagenturen ersetzt. Zumindest wichtige Ereignisse erreichen Redaktionen und Journalisten über Twitter mit einem erheblichen Zeitvorsprung. Tweets über die Reaktor-Havarie von Fukushima waren am 11. März 2011 satte zwei Stunden vor den ersten Eilmeldungen der Agenturen in der Timeline der Redaktions-Accounts. Zwar bietet Twitter auch für Fachjournalisten eine Menge Themen, Informationen und Nachrichten. Doch sollten Journalisten mit spezialisierten Themengebieten unbedingt die für sie relevanten Mailinglisten und vor allen Dingen einschlägige Usenet-News-Gruppen kennen. In News-Groups wimmelt es meist von Experten Die bieten selbst zu den entlegensten Themen viel Hintergrundwissen, aktuelle Diskussionen und erstklassige Interviewpartner. So hatten Stuttgarter Wissenschaftsjournalisten am 11. September 2001 bereits um 18 Uhr deutscher Zeit Hintergründe, warum die Stahlkonstruktionen der Twin Towers in New York dem Kerosin-Hitzesturm nicht standhielten. Über die entsprechende Usenet-News-Group waren sie an einen der Statiker geraten, die damals die Twin-Tower-Konstruktion berechnet hatten. Einen recht gut strukturierten Zugang zu den vielen zehntausend Usenet-News-Groups bietet übrigens groups.google.com. Ohnehin sollte man diese Suchmaschine nicht von vornherein verteufeln. Auch wenn andere Suchmaschinen, wie zum Beispiel ixquick mehr Privatsphäre garantieren, weil sie die Suchanfragen ihrer Nutzer nicht protokollieren und zu Profilen verdichten. Mit Google lassen sich sehr gezielt Bilder, Straßenkarten, Videos, Bücher oder auch Patente su- Auf Twitter wurde die Katastrophe von Fukushima zwei Stunden vor den ersten Eilmeldungen gemeldet Foto: istockphoto

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