DIE FILES DÜRFEN NUR FÜR DEN EIGENEN GEBRAUCH BENUTZT WERDEN. DAS COPYRIGHT LIEGT BEIM JEWEILIGEN AUTOR.

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2 1. Vorlesung ( ) Frankreich und Weimar Der erste Weltkrieg und seine Folgen Untergang eines Jahrhunderts der Sekurität, des langen Friedens und der Sicherheit Zivilisations- und Kulturkrise alle bisherigen Werte wurden in Frage gestellt. Der Liberalismus (Spencer) und der Sozialismus und ihre Werte versagen Deutscher Idealismus als Wissenschaftsphilosophie. Marxismus (hat in dieser Zeit seinen absoluten Höhepunkt) nimmt eine orthodox-doktrinäre Gestalt an ein Land hat nun faktische politische Kraft ( praktischer Kommunismus ) Doktrinär wird naturwissenschaftlich abgestützt Orthodox keine Abweicher ; strenge Linie nach Lenin, später Stalin (Kommunistische Internationale) In der Schweiz endete der 1.WK mit dem Landesgeneralstreik Kriegsausbruch führte zunächst zum Burgfrieden im Innern. Diese Solidarität begann jedoch zu bröckeln, je mehr die soziale Notlage breiter Schichten zunahm. Zivildienstvorlage des Bundesrates (zur Steigerung der Produktion sollten alle in der Schweiz wohnhaften Personen zwischen 14 und 60 Jahren zu einem Arbeitsdienst von vier Wochen aufgeboten werden), Arbeiterorg. witterten aber dahinter eine Militarisierung der Arbeits-klasse, Streikdrohungen wurden laut, worauf der Bundesrat Truppen aufbot. Anstieg der Teuerung und eine weitere Verknappung der Lebensmittel verschärften im Sommer 1918 die Spannungen. Gewerkschaftsbund Demonstrationen, Bund Truppenaufgebot 6. November: Mann werden mobilisiert und auf die grössten Städte verteilt, Arbeiterschaft empfand dies als Provokation am 11. Nov. Proklamation eines unbefristeten, landesweiten Generalstreiks. Landesgeneralstreiks durch: Teuerung, Teilung zw. Profiteuren (z.b. Uhrenindustrie, die sich rechtzeitig auf Zeitzünder für Bomben umstellte) und Opfern des Krieges. Vergiftung des Klimas Klassenkampf von oben (z.b. Bürgertum vs. Proletariat / Sozialisten), gegenseitige Bekämpfung (Angst vor Proletariat das Reichtum nimmt). Überwindung dieser Spaltung ist langfristig (zieht sich lange ins 20. Jh hinein (bis 60er Jahre)) 1929 Anfänge des Faschismus Mussolinis Marsch durch Rom Entwicklung in Frankreich In Frankreich nicht gleichermassen eine Krisensituation wie in Deutschland. Weiterhin Tradition von Durkheim. Schüler D. s: Totalität bleibt als Konzept Empirischer Nachweis der soz. Totalität steht im Zentrum, detaillierte Untersuchungen (Es lässt sich überall der Einfluss der Gesellschaft nachweisen) Marcel Mauss ( ): Bedeutendster und einflussreichster Versuch soziales nachzuweisen: Gabentausch: schenken-empfangen-zurückgeben -nicht ökonomische Ursprünge des Tausches -setzt eigtl. Vertrauen voraus Phänomen social total: Totalität: 3 Dimensionen: Soziale Dimension: Familie, Gesellschaft, Technik, Recht Historische Dimension: Der Entwicklung Rechnung tragen Physiologisch, psychologische, mentale Dimension Individuum Die Totalität lässt sich nur im indiv. Verhalten untersuchen: -Prägung die ein Mensch hat (Geburt, Erziehung...) -Körper als massiv soziales Produkt (Körperhaltung etc.) Studium des menschlichen Verhalten ist identisch mit dem Studium der Gesellschaft. Mauss bringt Elemente Durkheims zusammen Dinge immer aus dem Zusammenhang erklären! Ereignis nie aus einer Ursache erklären, sondern aus einer Gesamtursache. 1

3 Unterschiede in den Arbeitsweisen und Auffassungen französischer und deutscher Soziologen: Ich bin nicht daran interessiert, systematische Theorien zu entwickeln. Viel von jener sog. dt. Gelehrsamkeit ist nichts als dummes Zeug, ständig suchen sie einen Plan zu erarbeiten, der die Summe allen Wissens darstellen soll. Ich selber dagegen arbeite ganz einfach an meinem Material, und falls sich hier und da mal eine brauchbare Verallgemeinerung zeigt, dann notiere ich sie mir und wende mich dann etwas Anderem zu. Maurice Halbwachs ( ): Das kollektive Gedächtnis : Auch das Gedächtnis/Erinnern braucht einen soz. Rahmen. Was bleibt in einer Gesellschaft/Gruppe im kollektiven Gedächtnis haften, welche Mechanismen stehen dahinter? Deutschland Weimarer Republik Am Ende des Ersten WK zerbrach auch die künstlich aufrecht erhaltenen ständische Ordnung der Gesellschaft des Wilhelminischen Kaiserreiches. Die Republik wurde ausgerufen und neue Schichten kamen an die Regierung. Der erste Präsident der Weimarer Republik war ein Mann aus der Arbeiterschaft, der ehemalige Sattlergeselle und Sozialdemokrat Friedrich Ebert. Die preussische kulturpolitik, vertreten durch die Person des preussischen Kultusministers Carl- Heinrich Becker, hatte grosse Hoffnungen auf die Soziologie gesetzt: Durch soz. Betrachtung allein kann auf intelektuellem Gebiet die geistige Gewöhnung geschaffen werden, die dann, auf das ethische Gebiet übertragen, zur pol. Überzeugung wird. So werde die Wissenschaft für uns der Weg vom Individualismus und Partikularismus zum staatsbürgerlichen Charakter. Vertrauen in die gesellschaftlich heilende Kraft der Soziologie wie in Frankreich vor dem ersten WK. Die aus der Soz. entstandene neue Moral sollte vor allem die demokratischen Tugenden entwickeln und stärken und so helfen, die junge Republik gegen Monarchisten, Militaristen und die alten Establishments zu verteidigen. Eine engagierte, auf die Interessen der Republik ausgerichtete Figur mit einer passenden soziologischen Theorie wie Durkheim fehlte in Deutschland und war auch nicht in Sicht. Die Soziologen sahen ihre Mitwirkung in ersten Linie in der Untersuchung der ihnen durchaus bekannten gegenwärtigen Krise und je nach Standpunkt in der Erteilung von Ratschlägen, gewissermassen als unbeteiligte Dritte. Ganz andere institutionelle Ausgangslage als F., Soziologie ist keine feste Institution. Aus pol. Gründen (Krisensituation) wird die Soziologie gefördert soll in der Gesellschaft Orientierungswissen verbreiten Carl-Heinrich Becker ( ): Soziologie soll bewusst Werte für die Weimarer Republik setzen. Überall in Deutschland Lehrstühle der Soziologie Soll Wissenssynthese zur Vermittlung eines Gegenwartsbildes sein, soll die Demokratie stärken und die Spaltung überwinden. Vielfältige, heterogene S. in Dt. Kristallisationspunkte der Soziologie: Bedeutung der emp. Sozialforschung: Bsp.: Betriebssoz., Industrie-Soz. Arbeiterhochschulen: Die Linke in die Republik einbinden Hauptströmungen siehe Skript: Phänomenologie (Alfred Schütz) Wissenssoziologie (Mannheim) Formale Soziologie (Simmel) Institut für Sozialforschung (Frankfurter Schule: Horkheim, Adorno) Hans Freyer: Soziologie als Ethoswissenschaft, gültigen Willen erkennen und ihm zum Durchbruch verhelfen. Liess sich zum Führer der dt. Soz. ernennen. Soz. im Dienste des dt. Volkes. Viele deutsche Soziologen gehen während und nach dem 2. WK in die USA Zwei Wege in den Faschismus (von der CH aus) Robert Michels: Lehrte ab 1914 in Basel, überzeugt von solchen Mitteln wie Demonstrationen, Generalstreik usw. Werbt für Faschismus. 2

4 In jeder Partei entstehen nach kurzer Zeit Eliten, die die Macht/Kontrolle übernehmen grosse Enttäuschung Michels über die Demokratie, Absage von dieser. Vilfredo Pareto: Kein direkter Bezug zum Faschismus. Mussolini besuchte seine Vorlesungen in Lausanne und war Pareto-Fan P. belegt, dass Plan- und Marktwirtschaft exakt dieselben Resultate aufzeigen kann anhand ökonomischer Daten belegen, dass die Umverteilung des Reichtums ein Dinge der Unmöglichkeit ist (kein demokr. Weg) Nachfolger von Pareto überreichte Mussolini eine Ehrenurkunde. 2. Vorlesung ( ) Alfred Schütz ( ) Er hinterliess kein abgeschlossenes Werk, sondern viele Aufsätze. Erst vor seinem Tod begann er seine Arbeiten zusammenzufügen & wurden dann von einem Schüler fertiggeschrieben. Alfred Schütz entwickelt die Soziologie als Theorie des Alltagshandelns und der Lebenswelt. Hauptvertreter der interpretativen/ verstehenden Soziologie. Der Soziologe hat nicht mit Objekten sondern nur mit Interpretationen von Objekten zu tun. Sein Werk schreibt er in Bezug auf Max Weber (sinnhaftes Handeln) Der Sinn, den Menschen der Wirklichkeit und damit auch ihrem Handeln zuschreiben, entsteht somit aus ihrem Handeln selber. grosse Renaissance von Schütz ein den 70er Jahren als Gegenposition zur Strukturalistischen Soziologie. Alfred Schütz als zentraler Bezugspunkt von Jürg Habermass (Lebenswelt-Systemwelt) Der Neopositivismus ist eine nach 1918 in Wien formierende naturwissenschaftlich-orientierte Theorie. Das Leitmotiv lautete: Die Wahrheit eines Satzes liegt in der Methode seiner Verifizierung: 1. tautologisch 2. Mathematik oder Logik (formale Sprache von Inhalten abgelöst) 3. empirische Hypothesen (Aussagen über die Welt) -Aussagen müssen überprüft werden können. -nach Vorbild der Physik freies Sprachsystem entwickeln, dass für alle Wissenschaften sinnvoll ist Einheitssprache Wiener Kreis (Moritz Schlick, Karl Popper, Ludwig Wittgenstein, Rudolf Carnap) versuchte auf logisch mathematischer Basis eine Einheitswissenschaft zu schaffen. Husserl beunruhigte diese Entwicklung. Mathematischer und Physikalischer Optimismus beruht auch auf subjektiven Erfahrungen. (Bsp. Geometrie: In letzter Instanz liegt das räumliche Empfinden) paradoxe Bezogenheit. Selbst die vermehrt objektiven Wissenschaften sind auf subjektiven Empfindungen & Wahrnehmungen aufgebaut. Seine Phänomenologie untersucht das wie des Wahrnehmens. Bewusstsein und Realität lassen sich nach Husserl nicht trennen. Man kann kein Bewusstsein entwickeln, ohne dass es ein Bewusstsein von etwas ist. Unser Bewusstsein ist immer auf ein Objekt gerichtet und wird durch dieses konstituiert Intentionalität Die erste grosse Arbeit von Alfred Schütz und auch seine einzige Bucheröffnung war Der sinnhafte Aufbau der sozialen Welt erscheint im Frühjahr Aufgrund dieser Arbeit gewinnt Schütz Zugang zur phänomenologischen Bewegung und ihrem Begründer Edmund Husserl. Durch eine Folge immer radikalerer Reduktionsschritte gelangt man zu gültigen Aussagen. In Schütz phänomenologischer Perspektive ist die Lebenswelt (= Gesamtheit der möglichen Erfahrungshorizonte der Gesellschaftsmitglieder) eine im Handeln und Wirken entstehende Wirklichkeit. Dabei steht Handeln für zwei unterschiedliche Sachverhalte: die abgeschlossene Handlung und das ablaufende Handeln. Das Handeln wird in seinem Ablauf von einem Entwurf geleitet und somit im Unterschied zum blossen Verhalten im Voraus geplant. Im Entwurf wird aber stets eine zukünftig abgeschlossene Handlung als Zielpunkt vorgestellt. Der Handlungsentwurf ist abhängig vom Wissensstand zum Zeitpunkt des Entwerfens. Dieses Wissen verändert sich im Zuge 3

5 des Handelns, so dass die Sinndeutung der entworfenen Handlung und die Sinndeutung der vollzogenen Handlung niemals übereinstimmen können. Damit wird zugleich deutlich, warum verschiedene Personen ein und dasselbe Handeln unterschiedlich sinnhaft deuten: da sich die Einheit des Handels für den Handelnden aus seinem Entwurf ergibt, der nur für ihn selbst zugänglich ist, weiss jeder weitere Mitmensch und ebenso jeder alltägliche Beobachter nichts von der Spannweite dieses Entwurfes des Handelnden. Ausgangspunkt für Schütz s Theorie ist der Begriff des subjektiven Sinns von Weber. Weber hat ihn aber nicht weiter untersucht. Handlungsverstehen vollzieht sich nach Schütz als Motivverstehen. Sinnhaftes Handeln: Während dem Handeln wird der ursprüngliche Handlungsplan revidiert (Zeitstruktur). Ein Aussenstehender wird nie wissen, wie der ursprüngliche Handlungsplan ausgesehen hat. Er kann auch nie beurteilen, wann eine Handlung wirklich abgeschlossen ist. Dabei sind zwei Motivtypen zu unterscheiden: Um-zu-Motive, die den Zweck, Zustand oder das Ziel bezeichnen und Weil-Motive, die vom Standpunkt des Handelnden auf seine Vergangenheit verweisen und die Gründe, Erfahrungen oder Umstände bezeichnen, die sein Handeln motivieren. Handeln Wirken Im Unterschied zum Handeln, das auch in einem Unterlassen oder in einer rein kognitiven Leistung bestehen kann, reserviert Schütz den Begriff Wirken für die Handlungen, die körperlicher Bewegungen bedürfen und damit eine unwiderrufliche Veränderung in der äusseren Welt nach sich ziehen. Im Wirken vollzieht sich somit der Übergang von unserer inneren Dauer zur äussern. Fremdtypisierung Selbsttypisierung Indem ich das Verhalten des Anderen typisiere, typisiere ich mein eigenes Verhalten, das mit dem seinigen verbunden ist. Strukturanalyse der Sozialwelt 1.räumliche Struktur Wirkzone Aktuelle Reichweite Erlangbare Reichweite Potentielle Reichweite wiederherstellbare Reichweite Die Aufschichtung der Lebenswelt des Alltags: Im Alltagshandeln gehen wir davon aus, dass alle Menschen in der gleichen Situation gleich reagieren würden = identische Auslegung und Wahrnehmung der Welt. Wirkzone: Ausgezeichnete Wirklichkeit ist die alltägliche Wirkwelt, dort wo ich durch direktes Handeln einwirken kann (Handlungsbereich) Aktuelle Reichweite: Sektor aller wahrnehmbaren Gegenständen. Ist der unmittelbaren Erfahrung zugänglich. Potentielle Reichweite: wiederherstellbare & erlangbare Reichweite (Gesamtbereich der Welt, der nie in meiner Reichweite war. Kann aber in aktuelle Reichweite gebracht werden. Kann aber nur erreicht werden, wenn ein gewisses Wissen vorhanden ist. 2. Zeitliche Struktur verschiedene Formen des Zeiterlebens: Weltzeit biologische Zeit politische Zeit Soziale Zeit Subjektive Zeit 4

6 Weltzeit: Gibt Struktur vor, an welche sich Handelnder halten muss. Transzendiert das eigene in der Erfahrung begründete Zeiterleben. Bsp. Verpassen von Handlungschancen: einmalig, irreversibel Subjektive Zeit: Jedes aktuelle Ereignis trägt Vergangenheits- und Zukunftserfahrungen mit. (aktuelle Erfahrungen, vergangene Erfahrungen & antizipierte Erfahrungen) 3.Soziale Struktur der Lebenswelt Biographische Situation: Fraglos angenommene Intersubjektivität in der voll-sozialisierten natürlichen Einstellung zur Welt Unmittelbare Erfahrung der Sozialwelt: Zeitlich und räumlich unmittelbare Begegnung des anderen in der Du-Einstellung (einseitig) oder der Wir-Einstellung (wechselseitig); Welt der gemeinsamen, wechselseitig bestimmten und aufeinander bezogenen Erfahrungen (face-to-face-beziehungen) Mittelbare Erfahrung der Sozialwelt: Menschen, zu denen wir in keiner aktuellen wir-beziehung stehen, aber deren Leben in derselben Weltzeitspanne abläuft (vom Mitmensche zum Zeitgenossen) Erfassung des Zeitgenossen durch Typisierung und lebensweltliche Idealisierung: Ihr-Einstellung; personale Typen, Verhaltenstypen, Funktionärstypus - Soziale Umwelt (Mitmenschen) haben wir mit unseren Mitmenschen zeitlich und räumlich gemeinsam. - Soziale Mitwelt (Nebenmenschen) umschliesst die Anderen, die wieder oder aber potentionell überhaupt erst in meine Umwelt eintreten können - Soziale Vorwelt (Vorfahren) geschichtlich bereits vergangene Sozialwelt meiner Vorfahren - Soziale Folgewelt (Nachfahren) Sozialwelt meiner Nachfahren Zusammenfassend die wichtigsten Stufen phänomenologischer Reduktion für die soz. Forschung Ausklammerung von Weltanschauungen Ausklammerung von Selbstverständlichkeiten Ausklammerung von Intentionalitäten Welche prinzipiellen Werthaltungen bestimmen meine Fragestellung? Was empfiehlt sich als natürlich? Wozu sage ich: Natürlich ist das so? Wo liegen meine eigenen Hemmungen bei diesem Thema? Welche Emotionen leiten mich? Entwicklung einer Typik Was sind die zentralen Kategorien, was das Wesentliche eines Phänomens, seine Struktur? Relevanz Der Begriff der Relevanz bezeichnet das sowohl im alltäglichen Handeln als auch in der wissenschaftlichen Forschung immer in Frage stehende Problem der Auswahl von Erfahrungen, Gegenständen und Themen als aktuell oder potentiell bedeutsam und steht damit für eine allgemeine erkenntnistheoretische Problematik. Das spezifische Problem der Sozialwissenschaften ergibt sich aus dem Umstand, dass ihr Gegenstandsbereich, die Sozialwelt, bereits eine besondere Sinn- und Relevanzstruktur aufweist, sie also eine seitens der in ihr Handelnden immer schon gedeutete ist. -primäre Relevanz (Einfluss, manipulierbar, know-how) -geringe Relevanz (man handelt aufgrund der Typik, ohne deren Rationalität genau zu kennen) -relativer Irrelevanz (kann potentiell von Bedeutung werden) -absolute Irrelevanz 5

7 3. Vorlesung ( ) Alfred Schütz hatte 2 Bezugspunkte: - Max Weber Überlegung des Seins (wie wird subjektiver Sinn konstituierte Sinnstruktur) - Edmund Husserl Verhältnis zwischen Sein und nicht sein. Die Aufschichtung der Lebenswelt des Alltags (Siehe Handout) Im Alltagshandeln gehen wir davon aus, dass alle Menschen in der gleichen Situation gleich reagieren würden = identische Auslegung und Wahrnehmung der Welt. Karl Mannheim ( ) Prüfungsfrage: Was heisst standortgebundenes Wissen? Stammt aus Ungarn und interessierte sich für die Probleme kulturellen Erneuerung und gehörte zu einer geisteswissenschaftlich orientierten Gruppe in Budapest. Studium in Berlin und Paris von 1919 an Studierte er in Heidelberg, wo er sich dem Einfluss Max Webers öffnete übernahm Mannheim einen Lehrstuhl in Frankfurt 1933 emigrierte er nach London und lehrte an der London School of Economics und an der University of London Mannheim setzt sich im Gegensatz zu Schütz makroskopisch mit Max Weber auseinander. Er stellt die Frage nach dem Sinn in universaltheoretischer Weise. Verhältnis: Geistige Gebilde & materielle Lebensgrundlage. Er hat kaum Berührungspunkte mit Schütz (obwohl sie die gleichen Fragen betrachten und die gleiche Bezugsperson (Weber) haben). Schütz: Subjekt Mannheim: Weltanschauungsgr. Sie haben sich auch selten aufeinander bezogen. Aus der Kultursoziologie als der Untersuchung von Denken und Wissen macht Mannheim, wie er es sah, die eigentliche soziologische Disziplin, die Wissenssoziologie. Er erhob den Zusammenhang von Sein und Bewusstsein zur zentralen Frage. Die Wissenssoziologie ist nach Mannheim die zentrale Disziplin der Soziologie. Ihre Aufgabe sei es, die Zeit- und Standortgebundenheit (siehe Handout) des Denkens aufzudecken. Wissenssoziologie verbessere nicht nur die Formen und Inhalte des Denkens, sondern auch die wissenschaftlichen Konzepte von Geschichtswissenschaft und Soziologie. (Für Mannheim gibt es kein objektives Wissen, alles Wissen ist an einen Standort gebunden und sozial bedingt (ausser Mathematik)) Wissenssoziologie (engl. sociology of knowledge) heißt die Lehre von den sozialen Prozessen, die unsere Erkenntnis und unser Verständnis der Wirklichkeit beeinflussen. Mannheim geht vom Denken selbst aus, welches er auf soziale und ökonomische Verhältnisse zurückführt. Konjunktives Denken Menschen in bestimmten Gruppen haben einen spezifischen Denkstil. Das Denken wird durch die Gemeinschaften erzeugt und bildet Gemeinschaften -Gerichtetheit -Wollen -situativ -beurteilend Generationen werden in konjunktive Gemeinschaften (Erfahrungsräume) eingeführt. Alles Wissen soll weitergegeben werden. Die neue Generation überlegt ob das Wissen wirklich stimmt (Reflektion). Es wird aufgrund neuer Problemstellungen abgewandelt und weitergegeben. In jeder Epoche gibt es verschiedene Weltanschauungen (Denkzentren). Faustregel: Alle 10 Jahre eine neue Generation die die Welt anders sieht. 6

8 Konkurrenz auf dem Gebiet des Geistigen Kampf zwischen Weltanschauungsgruppen. 4 Idealtypen (Weber) von Kämpfen. Bezieht sich auf die historische (chronologische) Abfolge: 1. Konsensus (spontane Kooperation) 2. Monopolbildung durch eine auslegende Gruppe (Bsp. Mittelalter: Kirche Monopol über Daseinsbezug) 3. Atomisierende Konkurrenz (Bildung einer Vielzahl von Weltauslegungen) 4. Konzentration (Zusammenfügen von Weltanschauungen) Totaler Ideologiebegriff 1.neutral (wertfrei). Im Gegensatz vom Ideologiebegriff von Marx ist der Ideologiebegriff von Mannheim neutral (wertfrei). Es soll nicht falsches oder verhülltes Bewusstsein entlarvt werden, sondern die unterschiedlich verfassten Bewusstseinsstrukturen von Subjekttypen im historisch-sozialen Raum untersucht werden. 2. umfassend Nicht wie bei Marx Konzentration auf den Unterbau, sondern Eigenlogik des geistigen Gebilde und die Weltwollung als existenzielles Engagement aller in der Welt. Relativismus (Erkenntnistheoretische Lehre, nach der die Beziehung der Dinge zueinander, nicht aber diese selbst erkennbar sind, sowie die Anschauung, nach der jede Erkenntnis nur relativ richtig ist, jedoch niemals allg. gültig sein kann) Um sich dem Vorwurf des Relativismus zu entziehen, der nahe liegt, wenn jegliches Denken und Wissen von den jeweiligen sozialen Lagen abhängt, definiert Mannheim soziale Seinslage auch als Erlebenslage. Dies war der Ausweg, denn in Erlebenslage gibt es auch die Möglichkeit der geistigen Distanzierung und so dann auch die Möglichkeit einer gezielten Einflussnahme auf die soziale Lage. Allerdings ist nicht jedes Gesellschaftsmitglied dafür geeignet, sondern dies sind im wesentlichen Intellektuelle, die sich, da sie nicht absolut in die Seinslage eingebunden sind, sich ihrer Seinsgebundenheit bewusst werden können und so als freischwebende Intelligenz in der Lage sind, Zusammenhänge richtig zu erkennen. Mannheim führt statt dessen den Begriff des Relationismus (Es gibt keine Erkenntnis der Dinge an sich, sondern nur eine Beziehung der Dinge und Begriffe an sich) ein. 4. Vorlesung ( ) Vom Social Gospel zur Soziologie: Die Chicago-Schule Es gab vor allem 2 Entwicklungsströme in den USA 1. Chicago: Induktive, problembezogene Soziologie 2. Talcott Parsons ( ): Umfassende, sehr abstrakte Theorie (Grand Theory) CHICAGO SCHULE Um 1900 Zentrum der Soziologie in Europa. Ab Wechsel nach Amerika. Karl Marx war ohne Einfluss in den USA. Es existiert kein Sozialismus, keine Soziale Partei in den USA. Die Schule entwickelte sich in der Tradition von Comte und Spencer. Was bestimmt die Verhaltensweisen des Menschen? In dieser Zeit in den USA klar die Natur. - Der Natur ihren Verlauf lassen - Wenn wir die Grundsätze kennen besser Einfluss nehmen. Sumner ( ): Sozialdarwinist; Gegner von Interventionen; Regulation des Überlebenskampfes durch Bräuche (folkways) und Sitten (mores). Alles was Kultur ausmacht, hat sich aus Überlebenskampf ergeben. FOLKWAYS Nicht bewusst gesetzte Regeln sondern sie ergeben sich aus Trials & Errors (Stärker mit Gemeinschaft verknüpft) 7

9 MORES Etwas reflektierter, mit einer Beurteilung und Bewertung des Tuns durch die Gruppe oder einzelne Mitglieder verbunden.... geeignet sind alles zu legitimieren. ANTIPOL Lester F. Ward (Botaniker) ( ) Bezieht sich auf Comte. - Bewusst manipulieren - Überlebenskampf steuern. Durch Soziologie bewusst steuern, Ziele setzen - Was frei Konkurrenz nicht bieten kann, wird Staat regeln. Soziologen = Restverwerter Sie haben sich damit beschäftigt, was Ökonomen übrig liessen (Kriminalität, Prostitution, Armut..) Der institutionelle Begründer war Albion W. Small (Geistlicher). Er hat kaum eigenständige Arbeiten vorgelegt, sondern war Vermittler von Gedanken, die schon lange bekannt waren. Er war Vermittler und Interpret der Historischen Schule und der schottischen Moralphilosophie. Weil man Glauben verloren hat, entwickelt man sich zum Soziologen (Säkuläre Theorie). Sie haben in Europa studiert. Im Unterschied zu Weber war Simmel (auch Tönnies) in den USA sehr bekannt. Robert E. Park ( ) Epos verkörperte Robert E. Park (Journalist). In der afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung eine herausragende Person. Park verstand Soziologie als Superreporter im Gegensatz zu Journalist, der sich in little-news tut. Ein moralischer Mensch kann nicht Soziologe sein. Damned do-gooders muss Soziologie verstehen. Sie darf nicht angewandte Sozialarbeit sein und nicht abgehobene, distanzierte Soziologie, die zur grossen Theorie neigt und kaum empirische Aussagekraft hat, SONDERN: To see & to know life Was in den USA schon in den 20-er Jahren klar war (hin zum Deduktivem), kam in Europa erst nach Abhängigkeit des Individuums von der Umwelt. Marginal man = der Mensch im Grenzbereich zwischen zwei oder mehreren Kulturen. Verhalten spielt sich in Räumen ab. Stadt ist natürlicher Raum. Entwicklung in Stadt. ECOLOGY Konkurrenz (biotisch) competitive cooperation Kommunikation und Kultur Es gibt so etwas wie eine biotische und eine kulturelle Ebene (antagonistischer Wettbewerb wird möglich). Siedlungsformen sind Ausdruck des Wettbewerbs. Territoriale Verteilung der Menschen in Chicago (Zentrum...) Eigentliche Röntgenbilder der Städte. Clubs etc. werden Arbeitsort des Soziologen, eben da wo sich das Leben abspielt. In Krisensituationen ist der Mensch nicht innovativ, er klammert sich an die Regeln, die er kennt. Bsp: Territoriale Verteilung in Chicago-Stadt als System: Umland Suburbs Kernstadt Zentrum 8

10 Grundbegriffe der Sozialökologie Position, Vorherrschaft, Konzentration, Zentralisation und Dezentralisation, Segregation, Invasion und Nachfolge, städtische Zonen, funktionelle Siedlungsgebiete und Mobilität Community-Study-Method -teilnehmende Beobachtung -Fieldstudies/ Casestudies/ Communitystudies Bsp. An einer Familie Veränderung durch Wirtschaftskrise aufzeigen. Menschen sind nicht geneigt neue Erfahrung zu machen, man klammert sich an das was bekannt ist. Amerikanische Gesellschaft will überholte Werte nicht verändern. Es gab zw &1945 kaum ein Studie, die sich nicht auf Park bezog Zentrale Themen: Bevölkerungsbewegung, soziale Mobilität, Rassenbeziehungen, Stadtentwicklung, Gruppenbildung, Kulturen und Subkulturen William I. Thomas ( ) Es macht keinen Sinn zwischen Subjekt und Objekt zu trennen (wie Schütz; nicht wie Marx (Materialismus)). Immer Kombination zwischen sozialer und individueller Natur. Behaviours: Menschliches Verhalten (Reiz-Reaktion) gleich wie Tiere (mehr oder weniger) Thomas schloss sich am Anfang dieser Idee an, aber nicht lange. Man kann nur von Situationen ausgehen. Wir sind mit natürlichen Faktoren konfrontiert, sondern Situationen. Eine Situation reiht sich an die andere. Wir müssen sie immer bewältigen. Objektive Seite der Situation: - all das was Beobachtern zugänglich ist (gemeinsame Vorstellungen, Werte, Normen) - Objektiver Teil einer Situation kann durch Beobachtung erforscht werden. Subjektive Seite der Situation: - Persönliche Vorstellungen: abhängig von: 1.Values (Werte) 2. Attitudes (Einstellungen) - Subjektiver Teil kann nur durch biografisches Material & Interviews erforscht werden. Es ist nicht wichtig, ob objektiv richtig sondern wie Menschen sie sehen (Z.B. wenn der Mensch das Gefühl hat in einem Überwachungsstaat zu leben, verhält er sich danach. Wenn Menschen eine Einschätzung haben werden sie sich danach verhalten, egal wie objektiv sie ist. Soziologie nicht exakte Wissenschaft. Daten sind ständig revidierungsbedürftig, man muss sich ständig anpassen. Wechselspiel von Subjekt und Objekt. Situation ist die kleinste Einheit der Sozialwissenschaften. Kulturwelt: Symbolische Welt, kaum materielle Welt. Lebensdokumente heranziehen wichtig (bis heute) Fallstudie inkl. Hintergrund (wo, wie lebt er) heranziehen und in Beziehung setzen. Thomas-Theorem: If men situations as real, they are real in their consequences In der Tradition der Chicago-Schule: Die Case- und Field Studies Methodologie Qualitative Daten in quantitative (mathematisch formulieren) umsetzen Attitudes can be measured (Thurstone) Wie umsetzen ist Frage der Skalierung. Hawthorne Betriebssoziologie Ausgangspunkt der Bertriebssoziologie: Wie kann man die Arbeitsleistung von Mitarbeitern steigern. mehr Licht / mehr Löhne / längere Pausen : tragen nicht primär zur Arbeitssteigerung bei Gruppenarbeiten: Steigerung, weil zwischenmenschliche Beziehungen geschätzt werden. Soziometrie Moreno Jacob L.: -Soziomatrix / Soziogramm dahinter steht psychoanalytische Theorie. 9

11 Informelle Strukturen innerhalb von Grenzen aufdecken Leitfragen stellen : -Neben wem möchtest du sitzen? -Von vom möchtest du an ein Fest eingeladen werden? Etc. 5. Vorlesung ( ) George Herbert Mead: Symbolischer Interaktionismus Theoretische Fundierung des Ansatzes: Cooley, Mead, Thomas als Begründer derjenigen theoretischen Richtung, die später als symbolischer Interaktionismus bekannt wurde. Ein Schüler Mead s (Herbert Blumer) hat den Begriff Symbolischer Interaktionismus geprägt. George Herbert Mead wurde zum Klassiker der Theorie der symbolischen Interaktion stilisiert. Cooley und Mead waren befreundet und beeinflussten sich gegenseitig. Thomas ging vom Behaviorismus aus. Mead sah diese Schriften als social Behaviorismus. Gemeinsamkeiten der drei Gründer: 1. Unterscheidung physischer und sozialer Umwelt (Grundsatz Symbolischer Interaktionismus) 2. Problem der Trennung Subjekt-Objekt (Selbstwahrnehmung -Fremdwahrnehmung etc. werden aufgezeigt und Versuch Trennung aufzulösen) 3. Amerikanischer Pragmatismus als gemeinsame Hintergrundphilosophie (=Handlungsphilosophie) 4. Synthese zwischen amerikanischem Pragmatismus und dem psychologischen Behaviorismus. Pragmatismus Wahrheitskriterium ist der Erfolg des Handelns: Regeln, Begriffe, Urteile etc., ob sie falsch oder wahr sind, hängt davon ab, ob sie sich durch ihre praktischen Konsequenzen bewähren. Behaviorismus Geht auf Watson zurück. Psychologie hat es nicht mit Bewusstsein als inneren Prozessen zu tun, sondern nur mit beobachtbaren und messbaren Reaktionen. In der wissenschaftlichen Analyse unterscheiden sich deshalb menschliches und tierisches Verhalten nicht. Sie reagieren beide auf Reize. -Bsp. Pawlow: Experiment mit Hund und Glocke. -Skinner: Vorläufer des programmierten Lernens. Mensch als tabula rasa der durch Erfolg (Belohnung und Strafe) lernt. Charles Horton Cooley ( ) Studium der Nationalökonomie und der Soziologie an der University of Michigan Ab 1904 Professur für Soziologie 1918 Präsident der American Sociological Society. Gesellschaft und Individuum bauen sich im gegenseitigen Interaktionsprozess auf. Mikroebene tritt wieder in den Fokus. Der Mensch als Gestalter von Rollen. Seine Gesellschaftstheorie landete in der Sackgasse. Doppeltes Defizit: 1. Theorie funktioniert nur in kleinen Gesellschaften 2. keine Unterscheidung zwischen Gesellschaft und Individuum. Grundkonzepte Ausgangspunkt seiner Theorie: Unterscheidung zwischen einer physischen (empirisch beobachtbar) und einer soziokulturellen (nicht beobachtbaren) Umwelt. physisch: alles was sich anfassen, messen und zählen lässt. soziokulturell: Emotionen und andere psychische Antriebe. Dadurch gibt es zwei verschiedene Wissensformen: dingliches-räumliches Wissen: man kann sich darüber Informieren, es kann lexikorisch erschlossen werden. (zb. Was ist eine Moschee) soziales Wissen: Wissen über die soziokulturelle Welt kann nur im Kommunikations- und Interaktionsprozess erworben werden. Symbolische Repräsentation der Wirklichkeit und ihrer 10

12 sinnlichen Wahrnehmung. (zb. Was eine Moschee für einen Moslem bedeutet kann man nur in der Interaktion mit anderen Menschen erschliessen.) looking-glass-self (Spiegelbildselbst): Frage: Wie sehen mich wohl die anderen? Vorstellung von sich aus der Perspektive des anderen. Nur so kann man sich selbst als Subjekt wahrnehmen. (vgl. invisible Spectator) Konsequenzen: 1. Gesellschaft (social mind) und Individuum (individual mind) sind das gleiche und untrennbar. 2. Cooley ging davon aus, dass Primärgruppen und Sekundärgruppen existieren: Primärgruppen: face-to-face Beziehungen, persönliche & direkte Begegnungen, den gesamten Menschen umfassend (keine Spezialisierung), universal, kulturübergreifend, konstant & kaum wandelbar. Erste Erfahrung von Einheit. (Familie, Nachbarschaft, Spielgruppe etc.) Alle anderen Gesellschaftsstrukturen sind sekundär, weil sie auf Primärgruppen aufbauen. Sekundärgruppen: grössere Vereinigungen von Menschen, die auf formalisierten, unpersönlichen Beziehungen beruhen, weil sie für bestimmte Zwecke von Menschen bewusst geschaffen worden sind. Jedes Individuum nimmt an derartigen Institutionen nur mit einem Teil seiner Persönlichkeit teil, nicht als totale Person wie in Primärgruppen. Moderne: Dominanz der Sekundärgruppen gegenüber den traditionellen Primärgruppenstrukturen. George Herbert Mead ( ) Studium der Philosophie in Harvard, Leipzig, und Berlin Dozent für Psychologie an der University of Michigan ab 1894 zunächst Assistenzprofessor von Dewey bis 1931 Professor für Philosophie an der University of Chicago Mead hat kein Buch veröffentlicht. Verschiedene Theorien, weshalb er so wenig publizierte: bescheiden -weil er seine Gedanken laufend entwickelte. -zu Mead setzt unmittelbar an Cooley s Theorie an: 1. Bei Cooley besteht die Gesellschaft aus Vorstellungen und nicht beobachtbaren Denkinhalten. 2. Im System kann Gesellschaft und Individuum sich nicht fremd sein, wenn Individuen sich nicht fremd sind offensichtlich falsch. Die Gesellschaft besteht aus Normen & Werten, die nicht unbedingt alle teilen. Drei wichtige Punkte Mead s, mit welchen er Symbolischer Interaktionismus objektiviert. 1. Alle Individuen haben Körperlichkeit, Kommunikation und Interaktion sind Körperlichkeit des Menschen. Cooley s Theorie geht demnach nicht auf. 2. Unterscheidung von natürlichen Zeichen und signifikanten Symbolen. Signifikante Symbole transportieren Bedeutungen. 3. Sozialisationstheorie: generalized other symbolisiert Objektivität. Grundkonzepte I Me Self 4-phasiges Handlungsmodell: - Am Anfang steht ein Handlungsimpuls welcher nach Erfüllung verlangt - Wahrnehmung - Manipulation (charakteristisch für Menschen) - Bedürfnisbefriedigende Handlungsvollendung, Erfüllung des Wunsches Daraus entsteht das self. I: Das Prinzip von Kreativität und Spontanität, gleichzeitig aber auch für Mead biologisch die Triebausstattung des Menschen. Me: Vorstellung, was der Andere von mir denkt, bzw. auf primitiver Stufe meine Verinnerlichung seiner Erwartungen an mich Me s: Bewertungsinstanz für Strukturierung der spontanen Impulse und Elemente des entstehenden Selbstbildes Self: Synthese der unterschiedlichen me s der verschiedenen bedeutsamen Bezugspersonen zu einem einheitlichen Selbstbild. Handlungsprozess: Selbstgespräch zw. I und me. Doppelter Reflexionsprozess: 11

13 1. Reflexion über eigenes Handeln von sich aus 2. Reflexion über das Handeln aus der Sicht des Anderen. Vergleich Freud: Ich, über-ich, es. Zentraler Unterschied zu Freud: bei Mead dynamischer Prozess und keine Aussagen darüber ob I oder me Oberhand gewinnt. Entwicklungslogik und Identitätsbildung: Play : Spielerische Interaktion eines Kindes mit einer imaginären Person, wobei das Kind beide Teile übernimmt. (konkretes Rollenspiel: Kind spielt z.b. Mutter und schimpft zu sich selber) Weg wie Einstellungen, Normen, Werte etc. übernommen werden. Durch die wiederholte Übernahme von verschiedenen Perspektiven, wird sich das Kind über sein selbst bewusst. Game : Teilnahme an Gruppenspielen. Das Verhalten aller anderen Partner ist Richtschnur des Handelns (Spielregeln, Werte und Normen der Gruppe; Übernahme der Rolle des generalisierten Anderen). Bsp. Fussballspiel: Perspektive & Wahrnehmung von 21 Spielern muss aufgenommen werden. Significant other : Direkte Erwartung / unmittelbare Bezugsperson Generalized other : Abgeleitete, von Einzelpersonen abstrahierte Erwartung oder Haltung einer Gruppe oder der Gesellschaft insgesamt. Unterschied zu Cooley: Bei Mead kombiniert der Mensch Persönlichkeit und Übernahme der anderen Perspektiven Objektivierung: Sich selbst zum Objekt machen, indem man sich zunächst aus der Perspektive des significant other später des generalized other betrachtet. Gesellschaft: Objektiver Handlungszusammenhang durch Gleichursprünglichkeit der Entstehung gemeinsam geteilter Symbole (Bedeutung), der Entstehung von Bewusstsein und der Selbsterfahrung als soziales Objekt aus der Perspektive des Anderen. Mead analysiert menschliche & tierische Interaktion. Gesten werden ausgetauscht (z.b. Zähne fletschen). Natürliche Zeichen: Sie sind an eine bestimmte biologische Funktion gebunden. Das Zeichen wird von einem Tier instinktiv ausgelöst & hängt mit dem Reiz zusammen. Tiere können also nicht täuschen, denn die Zeichen lösen immer die gleiche Reaktion aus. signifikante Symbole: Dem Mensch kommt eine Sonderstellung zu. Das Signifikante Symbol ist ein Reiz der für den Menschen eine zugeschriebene Bedeutung hat. Reize können vom Mensch manipuliert werden. Gesten, Mimik, Körperhaltung und Zeichen sind signifikante Symbole, sobald sie für zwei oder mehrere Personen die gleiche Bedeutung haben. Dies führt zur Selbstobjektivierung. Zeichen sind bedeutungslos, die Menschen geben ihnen Bedeutung. Dazu ist eine Sozialisationstheorie nötig (siehe play / game). Taking the role of the other: Antizipation des Verhaltens des Anderen, sich selbst aus der Perspektive des anderen sehen. (Bsp. Menschliche Sprache funktioniert nur, wenn man sich vorstellt, wie der Gesprächspartner reagieren wird) Social act: komplexe Gruppenaktivität Herbert Blumer ( ) Lehrtätigkeit an der University of Missouri 1928 Promotion an der University of Chicago. Zeichnete die Vorlesungen von Mead auf. ab 1931 Übernahme der Hauptvorlesung von Mead. Prägte den Begriff Symbolischer Interaktionismus Professur an der University of Chicago, später University of California in Berkley Grundkonzepte: Drei Axiome des Symbolischen Interaktionismus 1. Menschen handeln Dinge gegenüber aufgrund der Bedeutung, die diese Dinge für sie haben. 12

14 2. Diese Bedeutung entsteht in einem Interaktionsprozess. 3. Diese Bedeutung ist historisch wandelbar Menschen müssen laufend Situationen definieren,um ihre Bedeutung zu erkennen. Arnold M. Rose??? 6. Vorlesung ( ) Towards a general theory of action: Talcott Parsons Talcott Parsons ( ) Sorry, hatte Mühe mit Parsons, garantiere für nichts. Ihm ging es vor allem darum, empirisch nicht belegte Hypothesen oder Datensammlungen ohne theoretische Grundlage zu vermeiden. Er wollte eine Theorie formulieren die nicht nur eine Theorie über die amerikanische Gesellschaft war, sondern die zeitlich und räumlich so allgemein formuliert war, dass Zeit und Raum, z.b. historisch Epochen in bestimmten Regionen, keine Rolle mehr spielt. Es sollte nur noch eine theoretische Grundlage für alle sozialen Vorgänge in jeder Gesellschaft geben, also eine universale Theorie der Sozialwissenschaften. zwischen 1945 und 1960 erlangte er weltweite unangefochtene Stellung. Phasen der Theorieentwicklung: Konzeptualisierung des Verhältnis von Oekonomie und Soziologie (Heidelberg und Harvard bis 1934) Parson sah Soziologie als selbstständiges Fach. Interessant ist, dass er die Soziologie in Konkurrenz zu Ökonomie und Psychologie sah. Structure of social action (1937): Konvergenzthese, voluntaristische Handlungstheorie, Primat der Theorie, Antireduktionismus, Bedeutung der normativen Orientierung Mit diesem Werk legte Parsons eine theoretisch-methodische Auseinandersetzung mit grossen europäischen Sozialwissenschaftlern vor: -Emile Durkheim, Vilfredo Pareto (Positivistische Tradition) -Max Weber (Idealistische Tradition) -Alfred Marshall (Utilitaristische Tradition). Parsons machte damit Durkheim und Weber in den USA bekannt. Er spürte eine konvergente theoretische Entwicklung auf, die vom naturalistischen Determinismus Spencers wegführte in Richtung auf eine voluntaristische Theorie des Handelns. In ihr sah er die Möglichkeit für die Entwicklung einer universalen Theorie der Sozialwissenschaften angelegt: Konvergenzthese In den Handlungstheorie von Weber, Pareto etc. beziehen sich die Menschen auf gemeinsame Normen und Werte. Traditionen werden dadurch gesprengt. Baustein für voluntaristische Handlungstheorie. voluntaristische Handlungstheorie Pareto, Durkheim und Weber gingen vom handelnden Individuum aus. Bedeutung der normativen Orientierung unit act(?) allg. Handlungstheorie als begrifflicher Bezugsrahmen (the action frame of reference). Die Orientierung steht im Mittelpunkt. Wichtig ist die Beziehung zwischen den verschiedenen Bestandteilen. Die Handlung ist zielorientiertes, normativ geregeltes und motiviertes Verhalten in Situationen, das Umwelt (Objekt) und Situation (Akteure und Objekte) zueinander in Beziehung setzt: Akteur (eine oder mehrere Personen) Ziel: (Differenz zwischen Ausgangs-und Folgezustand) Situation -Elemente die Actor nicht beeinf. kann (Zwecke) -Elemente die Actor beeinflussen kann (Mittel) Dilemmata der Handlungstheorie Handelns Willensfreiheit hat zur Folge, dass man Ordnung nicht begründen kann. Kausales Erklären(Positivismus) Utilitaristisches Dilemma: Zufall (Situation) Determinismus (Ziel) Idealistisches Verstehen (Idealismus) idealistisches Dilemma: Autonomie (Sinn) Konformität (Norm) 13

15 The Social System und Towards a general theory of action (beide 1951):Integration des Strukturfunktionalismus und der Freud schen Psychologie; four-function paradigm und pattern variables. Konzeptuelles Modell zur Erfassung beliebiger sozialer Einheit; Strukturfunktionalismus grösster Einfluss auf die amerikanische Soziologie ( ) Dilemma of choice: Orientierung: Bedeutung der Situation für den Akteur, für seine Pläne und Ausgangsbedingungen. Handeln hat immer eine motivationale Komponente, der Handelnde bezieht die Situation stets auf seine eigenen Bedürfnisse und Ziele. Erfahrung des Handelnden bewirkt, dass der Handelnde nicht einfach reagiert, sondern ein System von Erwartungen in bezug auf die Situationselemente entwickelt. In sozialen Situationen müssen aber auch die wahrscheinlichen Reaktionen der anderen an der Situation beteiligten Individuen und Gruppen antipiziert und bei der Wahl der eigenen Handlungsalternativen berücksichtigt werden. Motivorientierung: Jene Aspekte der Orientierung eines Akteurs an der Situation die mit den Erwartungen von Gratifikationen und Deprivationen je nach der Bedürfnislage des Akteurs verbunden sind. -kathetischer Modus (wants) -kognitiver Modus (appearance) -Evaluativer Modus (plans) Wertorientierung: Aspekte der Orientierung des Akteurs an der Situation, die durch die Einhaltung von Normen und Standard gekennzeichnet sind. -kognitiver Modus -ästhetischer Modus -moralischer Modus Pattern variables: Parsons differenzierte 5 Begriffspaare die polare Typen von Situationsorientierung darstellen. Es sind alternative Handlungen zwischen denen der Handelnde wählen muss. Ursache: Problem der fehlenden biologischen Hierarchie. Affektiv vs. Affektiv neutral Es geht um das Problem der Affektkontrolle, das Dilemma, ob der Akteur einem Impuls nachgeben soll oder nicht. Die Alternativen sind unterschiedlich formuliert, je nachdem, ob von dem Aspekt des Kultursystems, der Persönlichkeit oder des Sozialsystems ausgegangen wird. Affektiv Unmittelbare Gratifikation 14 Affektiv neutral Aufschub und Beurteilung der Gratifikation Self-Orientation vs. collectivity- Orientation Damit wird das Dilemma zwischen Eigeninteresse und Verpflichtung der Gruppe/Gesellschaft gegenüber privaten und öffentlichen Interessen bezeichnet. Self-Orientation Primat der persönlichen Bedürfnisse collectivity- Orientation Moralische Standarts der Gesellschaft Particularism vs. Universalism Es ist dies das Problem, ob in bestimmten Situationen allgemeingültige Normen, Bedürfnisstandards und Rollenerwartungen zum Tragen kommen oder aber auf die besonderen Bedingungen der jeweilige Subjekt-Objekt-Beziehungen abgestellt wird. Particularism Universalism Primat der wertschätzenden Standarts Primat der kognitiven Standarts Binnenmoral Relevanz wegen spezifischen Beziehungen allgemeine Moral Relevanz aufgrund generalisierter Kriterien Ascription vs. achievement In jeder Situation besteht die Alternative, ob den Eigenschaften eines Objekts oder den Leistungen desselben mehr Bedeutung zugemessen werden soll, d.h. ob wichtig sein soll, was es eigentlich ist oder was es tut. Ascription Eigenschaften, die mit der Handlung in keinem Leistungen Bezug stehen Attribute achievement Kapazitäten

16 Diffusness vs. Specifity Hier stellt sich die Frage, ob in einer bestimmten Situation der Akteur vorweg nur mit spezifischen Aspekten eines Objekts befasst ist oder aber unvoreingenommen das Objekt wirken lässt und je nach Bedarf darauf reagiert. Diffusness Specifity Konkretes Individuum Individuum in seiner Funktion und Position Einbezug der ganzen Person Gleiche Beziehung unabhängig von Situation Rollenträger Beziehung abhängig von Situation und Leistung Parsons ging es nicht darum ein klassifikations-system aufzubauen. Er wollte aufzeigen, dass es eine bestimmte Anzahl von Kombinationen gibt. Er ging dann aber von diesem Weg weg, weil es grosse Kritik gab, da es viel mehr Kombinationen gibt. Neue Etappe: 7. Vorlesung ( ) Fortsetzung Parson: Grand-theory und ihre Kritiker Four function paradigm Ist zu einem der bekanntesten Teile von Parsons Theorie geworden. In dieser Phase treten die Überlegungen bezüglich der allgemeinen Eigenschaften von Systemen in den Vordergrund, und die Theorie wird weiter formalisiert. Handeln wird nun stärker auf die Mechanismen des Systems bezogen. Systembegriff Ein System ist für Parsons allgemein gekennzeichnet durch die Interdependenz der Teile. Aufgrund des Ordnungscharakters der interdependenten Variablen hat das System die Tendenz zur Selbsterhaltung, was allgemein als Systemgleichgewicht bezeichnet wird. Erweist sich ein Element als inkompatibel in dieser Ordnung, so kommt es entweder zu Ausschaltung des Elements oder zur Anpassungsänderung in den anderen Teilen des Systems. Der Mensch ist doppelt offen :-Instinktreduziert -Weltoffen Der natürlicher Filter was wir aufnehmen müssen fehlt also. Bedürfnispattern und Organisation müssen aufgebaut werden. -Kombination von Selektionen und Wahlen: Handlungsorientierung -Organisierte Vielzahl von Handlungsorientierungen: Handlungssystem Kulturelles System: Normative Muster, kognitive Vorstellungen, Symbole Hauptfunktion: Konsistenz Persönlichkeitsystem: Motivationshaushalt, Internalisierung von Bedürfnisdispositionen, affektuelle Bindungen, internalisierte Rollen und Normen Hauptfunktion: Motivation Sozialsystem: Rollen, Koordination, Strukturierung durch Schichtung, Autorität und Rechte, funktionale Differenzierung Hauptfunktion: Integration und Ordnung AGIL- Scheme Der Mensch sieht sich in einer überkomplexen Umwelt gegenüber. Deshalb muss er sich Schemas aufbauen. Interaktionssysteme müssen vier funktionale Probleme lösen: Sie müssen sich in jeder Situation der Umwelt anpassen können, sie müssen ihre gesetzten Ziele erreichen, sie müssen ihre Strukturen erhalten und die Spannungen zwischen den Mitgliedern bewältigen und sie müssen die Gruppe zu einem Ganzen integrieren: A Anpassung (durch Verfügbarmachung von Ressourcen) G Zielerreichung (durch Lösung von Zielkonflikten) I Integration (durch Bildung einer normativen Ordnung) L Werterhaltung (durch Aufrechterhaltung & Institutionalisierung der norm. Ord.) 15

17 Diese vier Dimensionen von Systemen stellen zugleich Phasen in der Beziehung des Systems zu seiner Situation dar und sind funktionale Erfordernisse für die Erhaltung der Systemgrenzen. Zwei-Dimension-Schema: Die vier Dimensionen werden durch zwei Achsen geteilt: -Achse der Mittel-Zweck-Orientierung (Zeitkontinuum: instrumentell, konsumatorisch) -Achse der System-Umwelt-Bezüge (räumliches Verhältnis:external, internal) System-Umwelt Mittel-Zweck-Orientierung räumliches Zeitkontinuum: Instrumentell konsumatorisch Verhältnis external internal A (Anpassung) L (Strukturerhaltung) G (Zielverwirklichung) I (Integration) Die Struktur der Gesellschaft Kulturelles System Sozialsystem I Organismus L Persönlichkeit A G Structure of the General Action System Jedes der Subsysteme hat wieder Systemeigenschaften und weist daher ebenfalls die 4 funktionalen Erfordernissen auf. Bsp. Sozialsystem: Societal community Fiduciary System (Menge von Normen und (Institutionen die dafür Rollen) Sorgen, dass Menschen ähnliche Vorstellungen haben) L Polity (Wie werden Ressourcen verbraucht?) I Economy (Ressourcen zur Verfügung bereitstellen) A G Die gegenseitige Durchdringung zwischen den Handlungssubsystemen und zwischen diesen Systemen und ihrer Umwelt machen Austauschprozesse zwischen Systemen und ihrer Umwelt möglich. Die Systeme sind analytisch abhängig voneinander, d.h. sie sind nicht auf andere Systeme reduzierbar. Structure of the Social System Innerhalb des Systems verlaufen parallel dazu integrative Prozesse und Prozesse der Strukturerhaltung. Es wird also wieder aufgespalten. Bsp. Sozialsystem: Fiduciary System Civil religion as constitutive of values Moral community L Rationality System I Telic System A G 16

18 4. Semester 1. Vorlesung Nach 1945 (Ende 2.Weltkrieg) Situation wie nach 1.WK: Erwartung an Sozialwissenschaften zur Festigung demokratischer Kulturen & der Völkerverständigung. Problem: -Dekolonialisierung (Länder begleiten) -kalter Krieg Sozialwissenschaften waren auf der Seite des Westens, also Waffe gegen Marxismus und Sozialismus Das Zentrum der Sozialwissenschaften verlagerte sich von Europa in die USA (vor allem durch Kriegsflüchtlinge). Nach 1945 kamen sie wieder langsam nach Europa zurück. Die Sozialwissenschaftler in den USA übernehmen das europäische Gedankengut, es ensteht eine Mischung aus amerikanischem und europäischem Denken. Emigration und Rückkehr führen in Deutschland zu Kontroversen zwischen den wortführenden Wissenschaftlern. Wer aus dem Exil nach Deutschland zurückkehrte galt nicht als Teil des Widerstands, sondern eher als Landesverräter. Die Daheimgebliebenen waren die mutigen. (Obwohl gerne vertuscht wurde, dass manche dieser mutigen für die NS arbeiteten.) René König ( ) Kölner Schule: Wieder und Neubegründung der empirischen Sozialforschung in der Tradition Durkheims und des Strukturfunktionalismus; Soziologie als kritisch-empirische Einzelwissenschaft mit aktivistischer Moral. Hatte einen massgeblichen Einfluss auf die Nachkriegsentwicklung: Vermittlung zwischen den Kulturen, z.b. durch Übersetzungen oder Lehrstühle. Detailliertes Essay von Zürcher über König: Die Schweiz litt ab 1918 unter dem traumatischen Erlebnis des Landesstreiks. Diese Stimmung hielt bis in die 60er Jahre an. Helmuth Schelsky ( ) Münsteraner-Schule: Wendung von einer idealistischen und anthropologischen Soziologie in der Tradition von Hans Freyer, Theodor Litt und Arnold Gehlen zur empirischen Sozialforschung; Anti- Soziologie (Soziologen als Sinn- und Ideologieproduzenten). Hauptwerk: Theorem: 1957 Die skeptische Generation (Jugend in Deutschland). These von der nivellierten Mittelstandsgesellschaft. Es bildet sich eine homogene Schicht: gleicher Konsum, gleicher Lebensstil (Auto, Kühlschrank, Waschmaschine). Dies galt aber evtl. in den 50/60er Jahren im Bereich des Konsums, aber nicht bei der Ausgleichung im Vermögen. Hans Freyer Leipziger Schule, entpuppte sich im Alter als Anti-Soziologe, diese seien eine neue Kaste von professionellen Predigern. Haupttrends der Sozialwissenschaften nach 1945 Modernisierungstheorien Empirische Sozialforschung Strukturfunktionalismus Modernisierungstheorien Vor allem im Rahmen der UNO-Organisationen (UNESCO). René König organisierte 1950 den ersten internationalen Soziologie-Kongress. Gründung des Social Science Council Die UNO beeinflusste massgeblich: sie war vor allem für die Neuen Staaten (ehem. Kolonien) wichtig. 17

19 Mischung aus: Sozialdarwinismus, Comte, Durkheim, Tönnies, Weber besser angepasste Institutionen überleben. Eine in die Sozialwissenschaften gesteckte Erwartung wurde enttäuscht: der massgebliche Beitrag in die Entwicklung, denn kein System wurde als überlegen belegt. Verbreitung der empirischen Sozialforschung Hat breiten Einzug in Europa, da sie eine starke Verknüpfung mit dem Strukturfunktionalismus hat. Ausserdem wurde die emp. Sozialforschung von aus dem Exil zurückkehrenden Wissenschafltern stark verbreitet. Paul F. Lazarsfeld ( ) Soziologe, Mathematiker. Mitglied des Psychologischen Instituts der Universität Wien. Lehrte ab 1933 in den USA, Direktor des Institute for Social Radio Research in Princeton, Lehrtätigkeit an der Columbia University of New York, Professor an der University of Pittsburgh. Gründete 1963 mit O. Morgenstern das Institut für höhere Studien in Wien. Seine Arbeiten zur Methodenlehre der empir. Sozialforschung trugen wesentlich zur Entwicklung einer quantitativen Analyse sozialer und politischer Prozesse bei. Arbeitete zunächst an der wirtschaftspsychologischen Stelle in Wien ( Arbeitslose vom Maienthal ). Exil in den USA grosser Vorreiter der Massenkommunikationsforschung. Die empirische Sozialforschung war von grosser Relevanz bei der Kriegsführung, auch deshalb hatte sie so eine starke Entwicklung. Systematische Untersuchungen von amerik. Truppen führten zu An American Soldier (Samuel Stanfler, Harvard). Dieses Werk war eine grosse Quelle für weitere Forschung, vor allem der Kleingruppenforschung. Strukturfunktionalismus Gilt auch heute noch als Standard in Lehrbüchern. Wichtig: T.Parsons wird mit Strukturfunktionalismus in Verbindung gebracht (Werk: social System). Parsons ist aber kein typischer Vertreter des Strukturfunktionalismus Talcott Parsons ( ) Verstand die Soziologie als selbständiges Fach in Konkurrenz zu Ökonomie und Psychologie. In den USA waren die letztgenannten wichtige und einflussreiche Disziplinen, neben diese wollte Parsons die Soziologie stellen. Um dies zu erreichen, war es notwendig, eine logisch konsistente und empirisch anwendbare, allgemeine soziologische Theorie zur Verfügung zu haben. Sein Thema ist ausdrücklich die Stabilität einzelner Systeme in ahistorischen, apersonalen Zusammenhängen. Es ging Parsons um eine Theorie, die unabhängig von jeglicher Gesellschaft theoretisch begründet, warum und wie eine bestimmte Handlung zur Erhaltung des jeweiligen gesellschaftlichen Systems beitragen kann, in dem diese Handlung stattfindet. Eine wichtige Grundlage für diesen Perspektiven lieferten Parsons die Arbeiten der funktionalistischen Sozialanthropologen Bronislaw Malinowski und Alfred R. Radcliffe-Brown. Diese hatten sich bei der Inerpretation des reichhaltigen ethnologischen Materials, das seit Mitte des 18. Jahrhunderts gesammelt worden war, von einer historisierenden Betrachtung abgewendet und dafür plädiert, die Kulturerscheinungen in ihrer alltäglichen Bedeutung für die jeweilige Gesellschaft zu untersuchen. Sie waren davon überzeugt, dass die Gesellschaft eine Art Organismus ist, in dem die Einzelteile eine bestimmte und unbestimmbare Funktion für die Erhaltung des Gesamtsystems haben. Alle Gesellschaften, so nahmen sie an, streben, ob gross oder klein, nach einem Gleichgewichtszustand. Deshalb müssen die funktionalen Leistungen der Bestandteile der Gesellschaft möglichst störungsund konfliktfrei erfolgen. 18

20 Bei Parsons heisst Soziologie Systemtheorie, wird auch als Strukturfunktionalismus oder strukturfunktionale Theorie bezeichnet. In den Mittelpunkt der soziologischen Theorie rückt der Bestand der Gesellschaft, das jeweilige System. Handlung findet immer in einem System statt, und Parsons interessiert, ob und wie die Handlung für das System wichtig ist, welchen Beitrag sie zu seiner Erhaltung leistet. Handlungstheorie Erste Theorie in der Geschichte der SW, die ausdrücklich nicht zur Erklärung bestimmter historischer oder zeitgenössischer Bedingungen formuliert worden ist immer gültig. Jede Handlung kann nach Parsons durch drei Eckwerte beschrieben werden: 1. Durch die Beschaffenheit der Situation 2. Durch die Bedürfnisse des Handelnden 3. Durch die Bewertung der Situation durch den Handelnden, der stets versuchen muss, einen Ausgleich zwischen seinen individuellen Bedürfnissen und den gesellschaftlichen Anforderungen zu finden. Parsons sieht zwar, dass zwischen den Bedürfnissen des Handelnden und den für die Erhaltung des Systems notwendigen Orientierungsmustern Konflikte entstehen können. Aber er nimmt an, dass die Handelnden stets bereit sind, Kompromisse in der Weise zu schliessen, dass das System immer in einem Gleichgewicht gehalten werden kann. Dass Menschen eher den Anforderungen des Systems entsprechen als ihren individuellen Bedürfnissen, liegt nach Parsons daran, dass es bei ihnen eine Veranlagung gibt, nicht nur körperlichen Schmerz, sondern auch soziale Sanktionen zu meiden. Soziales Handeln vornehmlich aussen geleitetes Handeln. Motivationale Orientierung : Notwendigkeit des Ausgleichs zwischen den persönlichen Bedürfnissen und den sozialen Interessen wird in die Natur des Menschen verlegt. Wertorientierungen: Mit ihnen sind die in einer Gesellschaft gültigen Wertvorstellungen über das richtige Verhalten gemeint, die die Handelnden, nämlich Ego und Alter, jeweils in der Wahl ihrer Ziele und ihrer Mittel beeinflussen. Auch die Wertorientierungen dienen zur Begrenzung von individuellen Bedürfnissen zugunsten der allgemeinen Interessen des jeweiligen Systems. Robert King Merton War eigentlich Entwickler des Strukturfunktionalismus, nicht Parsons. Für Merton ist die Möglichkeit der empirischen Prüfung einer Theorie fundamental Kritiker von Parsons. Richtete seine Bemühungen auf Theorien mittlerer Reichweite (nicht wie Parsons), war vorsichtiger. Knüpfte an die europäische Theorietradition an und trieb die Auseinandersetzung mit der nordamerikanischen Gesellschaft voran. Unterschiede zu Parsons: Merton gibt den Individuen Möglichkeiten, von ihren vorgegebenen Rollen abzuweichen. Bei Parsons kann es zwar vorkommen, dass einzelne Akteure den Rollenerwartungen nicht entsprechen und negativ sanktioniert werden, aber im wesentlichen ist der einzelne doch relativ konfliktfrei und auch umfassend in die Gesellschaft eingebunden. Menschen sind in einem ständigen Konflikt zwischen einer Über-anpassung an existierende Normen und der Abweichung von vorgegebenen Wertmustern Ständiger Kampf der gesellsch. Subsysteme. Bei Parsons ist das Bild eher harmonisch. Anomielehre: Merton beschäftigte sich mit den gesellsch. Problemen in den USA. Er kehrte zur Realität der geselsch. Verhältnisse zurück und knüpfte auch damit an die Tradition der europäischen Soziologie, die er so ausführlich studiert hatte, an. Abweichendes Verhalten wurde zunächst als Kriminalität begriffen und mit der Freud schen Psychoanalyse zu erklären versucht. Danach soll kriminelles Verhalten insofern pathologisch sein, als Kriminelle nicht in der Lage sind, ihre Triebe in ausreichendem Masse zu bändigen. Merton versteht abweichendes Verhalten als ein Symptom für das Auseinanderklaffen von kulturell vorgegebenen Zielen und von sozialstrukturierten Wegen, auf denen diese Ziele zu erreichen sind. 19

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