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3 Strategie GM Implementierung einer Perspektive Geschlechterbezogen, Systematisch Innerhalb und zwischen Geschlechtern Auf allen Ebenen Oberflächen-, Tiefenstrukturen Rahmenbedingungen, Strukturen, Prozesse, Produkte Wirkungen im Fokus Politische Systeme Verantwortlichkeiten, Top down Beteiligte und Betroffene Verhandlungs-Rahmen Ziel: Gleichstellung Legitimität Begründungen auf normativer Ebene win-win-win...solution Gerechtigkeitsvorstellungen Gleich als Vergleichswert (bezieht sich auf die Differenz) - Struktur-, Handlungs-, Zustandsbezogen - Formale materielle Gleichheit Handlungsmöglichkeiten in vergleichbaren Situationen - Innensicht (Sicht der Person) - Außensicht 1. qualitativ 2. quantitativ 3

4 4

5 5

6 Eingrenzung des Projekt- und Organisationsbereiches 6

7 Durchführung GM als Prozess 7

8 GM und Gleichstellung: Handeln in Komplexitäten Vorgangsweisen (tendenziell auf der Prozessebene) 1. Projekteingrenzung 2. Umfeldanalysen 3. Genderrelevante Unterscheidungen (entlang von Erfahrungen, Theorien, Kennzahlensystemen, ) 4. Gleichstellungsorientierte Gestaltung des GM Prozesses selbst Definition und Vereinbarung von Gleichstellungszielen 1. Ziele und Ergebnisse des Projektes / der Systemeinheit 2. Genderrelevante Unterscheidungen 3. Definieren von Gleichstellungszielen 4. Vereinbaren von Gleichstellungszielen 8

9 Komplexität braucht Strukturen Beispielhafte Prinzipien der Umsetzung von GM GM ist sehr nahe persönlichen Erfahrungs- und Normsystemen emotional hochbesetzt Begleiterscheinungen: Vermeiden, Aggression, Wegschieben, Rationalisieren,... GM erhöht Komplexität eines Themas enorm naheliegend, in ohnehin schon komplexen Prozessen diese zu reduzieren Nutzen von GM für Erhöhung der Qualität von Prozessen und Ergebnissen/Produkten noch wenig (positive) Erfahrungen wenig greifbar Es gibt nur bedingt entwickelte Sprache zur Bearbeitung von Genderthemen 9

10 Einführung der Perspektive Geschlecht in 4 Schritten 10

11 1 Personzentrierte Ansätze 11

12 Geschlecht Gleichheitsparadigma Differenzparadigma doing gender - Geschlecht als Konstruktion eines Unterschiedes 12

13 Gleichheitsparadigma zit. nach: Mag.a Ursula Rosenbichler (abzwien.akademie) 13

14 Spezifika des Gleichheitsparadigmas Geschlecht ist Resultat des Körpers- Personen haben unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten Es gibt zwei Geschlechter (essentiell und unhinterfragt) Mann stellt das Ideal dar Frau hat sich im Sinne der Gleichheit anzupassen 14

15 Entwicklungs- und Veränderungsoptionen Differenz zwischen Frauen und Männern besteht darin, dass sich die Frauen in der männlichen Sphäre noch nicht behauptet haben. Veränderungsoptionen durch: - Anpassung der Frauen an die männlich geprägten Werte; - Reflexion der Sozialisations- und Erziehungsprozesse und Kritik daran Bildungsbeteiligungsdebatte, Koedukation Ausgangspunkt liberalfeministischer Ansätze 15

16 Was bleibt offen? Kritik Keine Reflexion der unausgesprochenen Theorien des Geschlechtes, in denen eine bestimmte Vorstellung enthalten ist, durch was Geschlecht entsteht, an was es gebunden ist, was dies für die Gesellschaft bedeutet. Angleichung von Frauen an Männer und deren Normen und Ziele 16

17 Was bleibt offen? Kritik Die Forderung nach formaler Gleichheit, die Vergleichbares fordert, verweist auf die Bedeutung der umstrittenen Differenz der Geschlechter: Wie vergleichbar? Sind sie überhaupt vergleichbar? Wenn ja, in welcher Hinsicht? égalité versus parité 17

18 Differenzansatz zit. nach: Dr. Christa Walenta, Prof. Regine Bendl (WU- Wien) 18

19 Spezifika des Differenzparadigmas Es gibt Unterschiede im Wesen von Mann und Frau Frauen-zentrierte Perspektive als Korrektiv zur Genderblindheit Frauen zugeschriebene Werte und Orientierungen werden aufgewertet Das Geschlecht bedingt die Auseinandersetzung des Individuums mit seiner sozialen Umwelt Frauen als homogene Gruppe: der gemeinsame Bezug zur Weiblichkeit wird über die Reproduktionsfähigkeit der Frau hergestellt 19

20 Entwicklungs- und Veränderungsoptionen Differenzansätze haben Perspektiven eröffnet sich nicht an männlichen Normen zu orientieren Androzentristische Prägung der Gesellschaft wird bekämpft Der Verweis auf die Differenz bietet gefällige Erklärungen und einfache Anknüpfungspunkte für die Alltagspraxis (gemeinsame weibliche Identität), die aber reduktionistisch sind Naturhafte Struktur von Geschlecht wird nicht in Frage gestellt, auch wenn sozial konstruiertes Geschlecht thematisiert wird 20

21 Was bleibt offen? Kritik Gefahr binäres Denkmuster (Frau und Mann im hierarchischen Verhältnis) zu reproduzieren; Fortschreibung geschlechtstypischer Kompetenzverteilung (Arbeit-Privat), Fortschreibung tradierter Geschlechterzuschreibungen Ikonisierung von Weiblichkeit - Festschreibung geschlechtsbestimmter Wesenhaftigkeit Vereigenschaftung der Differenz- empirisch gegebene Unterschiede dürfen nicht als Ausdruck natürlicher Verschiedenheit interpretiert werden Differenzen innerhalb der Geschlechter (Alter, Ethnizität, sexuelle Orientierung, usw.) werden kaum beachtet 21

22 Was bleibt offen? Kritik Inwieweit und wann ist es sinnvoll auf die Homogenität, also die (gleichen) Erfahrungen und Interessen von Frauen aufzubauen? Essentialistisches Menschenbild; es gibt eine Essenz weiblicher Erfahrung; Kern weiblicher Identität; Frauen als homogenes Kollektiv Wir- Bewusstsein. Welche Stimmen werden dabei überhört (Bezug auf weiße Mittelschichtfrauen? Wenig Ansätze der Betrachtung des Geschlechts mit anderen Strukturkategorien. 22

23 doing gender sozialkonstruktivistische Ansätze zit. nach: Dr. Andrea Leitner (IHS) 23

24 Spezifika des Doing Gender Soziale Konstruktion I Wir haben kein Geschlecht, sondern Geschlecht wird gemacht Beschäftigt sich mit Entstehungsprozessen von Geschlecht auf Ebene sozialer Interaktionen und Symbole Wechsel von Frage nach den Auswirkungen der Geschlechterunterschiede hin zu Entstehung der Geschlechterunterschiede Erklärt Eigenlogik sozialer Prozesse, durch die Geschlecht die Sozialstruktur bestimmt, obwohl ungleiche Behandlung nicht mehr als legitim gilt Nimmt Widerspruch zw. Gleichheitsnorm und Alltagshandeln auf. 24

25 Spezifika des Doing Gender Soziale Konstruktion II Weiterentwicklung der Sex-Gender-Debatte um heimlichen Biologismus, der in Gender weiterhin vorhanden ist, zu vermeiden; Wissen um Zweigeschlechtlichkeit im Alltag, die nicht auf Physiologie, Hormone oder Chromosome zurückzuführen sei, sondern auf Darstellung und Interpretation. Untersuchung der Darstellungs-, Wahrnehmungs- und Geschlechtsattributionsprozesse mit differenter Wertung von männlich und weiblich der alltägliche Phallozentrismus. Frauen und Männer werden gleichermaßen in Blick gerückt. 25

26 Entwicklungs- und Veränderungsoptionen Nicht mehr männliche Machtinteressen für Benachteiligungen allein verantwortlich Doing Gender von Frauen und Männern durch Interaktion und Symbole unbewusst ausgeübt Geschlechterdifferenz soll durch Bewusstmachung von biologistischen Annahmen aufgehoben werden Engendering grundsätzlich möglich, aber schwierig bzw. von AutorInnen unterschiedlich eingeschätzt kontextabhängig und komplexer Prozess Aufhebung der Binarität, um Geschlecht als alltagsideologischen Ausschließungsmechanismus zu entkräften 26

27 2 Verhältniszentrierte Ansätze / systemtheoretische Hinterlegung 27

28 Das Gender-System: Elemente dazu nach: Nentwich, Julia C. (2004) privilegiert Hierarchie nicht-privilegiert männlich Differenz Dichotomie weiblich Mann Gleichheit binäre Unterscheidung Frau 28

29 Genderstrukturierungen nach Pasero Segmentierung Komplementarität Gender-Mix und Gender Trouble 29

30 3 Interventionszentrierte Ansätze 30

31 Gendertheoretische Grundlagen Beispiele aus dem Bildungsbereich Diskurs der Geschlechterverhältnisse: Welche Annahmen, Vorstellungen und Bilder zu Mann und Frau, zum Verhältnis der Geschlechter sind der Ausgangspunkt für den Veränderungsprozess. Fokus / Systembezug: Welcher Fokus auf Person und/oder System ergibt sich daraus? D. h. auch: Was steht im Mittelpunkt des Veränderungsprozesses: sex gender doing gender? Diagnoseinstrumentarien: Wie lässt sich dieser Diskurs abbilden? Welche Methoden der Erhebung, Beschreibung, Analyse und Diagnose finden Anwendung? Maßnahmen: Instrumente / Methoden, die der Zielerreichung dienlich sind. Evaluation: Indikatoren, an denen die Zielerreichung beobachtbar oder messbar wird. Ziel, eigentlich Benennung der Zielbereiche: Geht es um Rechte, um Handlungen von und an Personen oder um die Möglichkeiten, die Personen in einem Systemzusammenhang haben und ergreifen können (wollen), was wiederum die Gleichgestellung dieser Personen wiedergibt. 31

32 Diskursvariante 1 Diskurs des Geschlechterverhältnisses Patriarchaler Diskurs im Fokus: sex (biol.) Person Diagnose z.b. über über quant. und Rechtsanalysen u.ä. Gleichbe- Rechtigung Interventionen: Recht, Quoten,... Indikatoren, mit denen die Zielerreichung messbar gemacht wird, zeigen... 32

33 Diskursvariante 2 Diskurs des Geschlechterverhältnisses Demokrat. Diskurs im Fokus: gender (soz.) Person Diagnose z.b. qual. Analysen, IA, Sozialisation, Individuation von Personen Gleichbe- Handlung Interventionen: Defizitund ress. orientierte Arbeit... Indikatoren, mit denen die Zielerreichung messbar gemacht wird. 33

34 Diskursvariante 3 Diskurs des Geschlechterverhältnisses... im Fokus:... Diagnose z.b.... Interventionen:... Indikatoren, mit denen die Zielerreichung messbar gemacht wird. Gleich... 34

35 Diskursvariante n Diskurs des Geschlechterverhältnisses: v.d. Hintergrund geschlechtl. Differenzen, jedoch ohne soz. Implikationen und Geschlechter- Identitäten im Fokus: Diagnose z.b. Sichtbarmachen des Ist, der Bilder, Rahmenbedingungen... Interventionen: Impulse in Systeme... Indikatoren, mit denen die Zielerreichung messbar gemacht wird. Gleich- Stellung Konstruktion 35

36 Konsequenzen 36

37 Von der Konstruktion von Geschlecht zur dynamischen Konstituierung 37

38 4 Konstruktivistische Ansätze 38

39 Gender / Diversity Konstruktion von Unterschieden Aus der Sicht der Konstruktion von Unterschieden ist zu fragen: Wie werden Unterschiede hergestellt? Wie begründet Begründungszusammenhang? Wie wirken sie sich aus für Personen und im System? Welche Bewertungen werden damit auf welche Weise verknüpft? In welchen Situationen begründen sie welchen Machtanspruch und welche Form der Durchsetzung? 39

40 Diversity - Durchführungsprinzipien Theorie- und Erklärungsmodelle als Erkenntnisgegenstand für GM und Gleichstellung Diversity ist tiefgreifendes Kulturthema, das im Rahmen von OE-Prozessen und Prozessen zur Entwicklung der Organisations-Kultur einzubetten ist. Diversity ist grundsätzlich Top down Prinzip in dem Sinne, dass es von oben angestoßen, getragen und entsprechend ressourcenmäßig / personell geschätzt und umgesetzt werden muss. Grundprinzipien von OE-Prozessen, wie u.a. Schaffen von einer tragfähigen Kommunikations- Kultur usw. 40

41 Qualität als Querschnitt zum Querschnitt 41

42 Besonderheiten der Beziehungsdienstleistungen Donabedians Vorschlag: Bestimmung auf 3 Ebenen Strukturqualität Prozessqualität Ergebnisqualität 42

43 Konsequenz dieser Besonderheiten Bestimmend ist nicht die Frage nach guter und schlechter Qualität Bestimmend ist die Leitdifferenz zwischen den Qualitätsbeschreibungen in Bezug auf: Tauglichkeit für, Nützlichkeit für, Passung... Qualitätsbeschreibung beinhaltet die Benennung der Reichweite... 43

44 Nächste Schritte Zielverhandlung und formulierung Explizieren der Gerechtigkeitsvorstellungen 44

45 45

46 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 46

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