Feministisches Grundstudium

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1 Feministisches Grundstudium Lehrgang universitären Charakters 8. Diplomlehrgang Februar 2011 Dezember 2012 JUDITH BUTLER TRIFFT DIE SYSTEMISCHE THERAPIE DIE MATRIX DER INTELLIGIBILITÄT EIN GESCHLECHTER(DE)KONSTRUKTIONSMODELL FÜR DIE PSYCHOTHERAPIE Verfasserin: Angelika Grubner Erstbegutachtung: Dr. in Agnes Büchele Zweitbegutachtung: Dr. in Ursula Kubes-Hofmann Abgabetermin: 15. Oktober 2012 Rosa Mayreder College Die Wiener Volkshochschulen GmbH

2 Für meine Mutter 1

3 2 Code of Honour Ich erkläre ehrenwörtlich, dass ich die vorliegende Arbeit selbstständig und ohne fremde Hilfe verfasst, andere als die angegebenen Quellen nicht benutzt und die den benutzten Quellen wörtlich oder inhaltlich entnommenen Stellen als solche kenntlich gemacht habe. Angelika Grubner Pitten,

4 3 Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung Systemische Therapie Anfänge Die konstruktivistische Wende Gesetzliche Grundlage Narrative systemische Therapie Die Macht des Diskurses und systemische Therapie Diskurs Diskurs und narrative Therapie Diskurs, narrative Therapie und Geschlecht Die Sex/Gender Trennung und die Folgen Ursprung der Sex/Gender Trennung Simone de Beauvoir John Money Die Sex/Gender Trennung und die feministische Theorie Die Kritik feministischer Systemiker_nnen an der systemischen Theorie Kurze Zusammenfassung Judith Butlers Matrix der Intelligibilität Wer ist Judith Butler? Die Matrix der Intelligibilität Die Matrix der Intelligibilität als Geschlechter(de)konstruktionsmodell für die systemische Theorie - Diskussion Persönliches Resümee Literaturverzeichnis 45

5 4 1. Einleitung Systemische Therapie versteht sich als eigenständiges psychotherapeutisches Verfahren, und ist der Oberbegriff für eine Vielzahl von Ansätzen und Modellen, die sich aus der Paar- und Familientherapien heraus entwickelt haben. Konzepte wie Zirkularität, Autonomie und Selbstorganisation von Systemen fordern zu einem Umdenken heraus. So steht der Annahme linearer Kausalität mit ihrer Forschung nach Ursachen in der systemischen Betrachtungsweise das Konzept der Zirkularität gegenüber. Danach kann in komplexen Prozessen keine Unterscheidung zwischen "Ursache" und "Wirkung" getroffen werden. Die Frage nach dem "Wie" wird wichtiger als nach dem "Warum" von Verhaltensweisen. Veranschaulichung und Veränderung von Kommunikationsstrukturen sind ein wesentliches Ziel systemorientierter Psychotherapie. (http://www.oeas.at/systemisch.htm). Die systemische Psychotherapie hat sich aus unterschiedlichen Denkrichtungen entwickelt. Als die Bedeutsamsten dürfen der radikale Konstruktivismus des Philosoph_en 1 Ernst von Glasersfeld, die Theorie Humberto Maturanas und Francisco Varelas über die Selbstreferenz lebender Systeme, der soziale Konstruktionismus Kenneth J. Gergens und die Arbeiten zur Kybernetik Heinz von Foersters hervorgehoben werden. Systemisches Denken hat sich kontrovers auseinandersetzend formiert und sich im Laufe seiner Geschichte nicht davor gescheut, die eigenen Konzepte und Theorien immer wieder einer kritischen Selbstbefragung zu unterziehen und sie auf ihren Nutzen (Ludewig 1993, 128) für die psychotherapeutische Behandlung zu untersuchen. Nützlichkeit meint hier, hilfreiche Unterschiede zu produzieren Geglaubtes, Gewohntes zu erschüttern oder zu verflüssigen und neue Möglichkeiten des Denkens, Handelns, Erzählens zu eröffnen, die ein Weiterbestehen von Problemen erschweren oder verunmöglichen (Grossmann 1998, 153). In diesem Sinne erscheint es erstaunlich, dass Themen, die sich um den Bereich der Kategorie Geschlecht formieren, bis Anfang der 1990er Jahre des letzten Jahrhunderts unsichtbar waren und auch heute nur marginal in der systemischen Theorie und folglich auch in Aus- und Weiterbildungskontexten zu finden sind. Werden Geschlechterfragen dennoch bearbeitet, werden sie mitunter auf destruktive Art und Weise abgehandelt. Beispiele hierzu sind in dem Buch Systemische Praxis und Postmoderne (Schweitzer et. al. 1994) nachzulesen, welches Beiträge eines systemischen Kongresses, der 1991 in Heidelberg stattfand, nachzeichnet. Ein Kapitel beschreibt die Auseinandersetzung renommierter weiblicher und männlicher Psychotherapeut_innen mit Fragen der Geschlechtszugehörigkeit im therapeutischen Kontext. In dieser Diskussion wird deutlich, wie beunruhigend dieses Thema für die männlichen 1 Im gesamten Text werden Personenbezeichnungen mit einem Unterstrich (gap-concept) versehen, um einen Raum zwischen weiblich und männlich zu markieren und die Vorstellungsräume geschlechtlichen Seins zu erweitern.

6 Therapeut_en zu sein scheint. Sie verlassen die wissenschaftlich, fachliche Ebene und zeigen durch ihre Wortmeldungen, wie lächerlich und unwichtig das Thema ist, und verdeutlichen die hierarchische Ordnung innerhalb der Diskussionsgruppe. Die folgenden Aussagen sollen dies zeigen: Jochen Schweitzer fragt: Ist Gender ein Modethema? Wenn ja: wann wird diese Mode vorüber sein? (Ebbecke-Nohlen, Schweitzer, 1994, 222). Gianfranco Cecchin gibt zu bedenken: Wir sind in einer Periode, wo in erster Linie wir (Männer) zuhören, was die Frauen in und an den systemischen Ideen alles entdecken. Was Männer dabei vielleicht tun können, ist: Frauen beizubringen, dabei nicht revolutionär zu werden. Denn wir wissen, daß [sic] Revolution gefährlich ist (ebd. 221, Hervorhebung A.G.). Inspiriert von der zweiten Frauenbewegung beginnen Anfang der 1990er Jahre feministische Systemiker_innen (Walters et al. 1988, McGoldrick et al 1991, Goodrich et al u. 1994, Rücker-Emden-Jonasch et al. 1991), ausgehend von den USA, die Geschlechterfrage in der systemischen Therapie zu thematisieren. Die Schwerpunkte dieser Arbeiten liegen in der Betrachtung und Diskussion der Beziehung zwischen Rollen und Geschlechtszugehörigkeit [ ] als auch Prozesse, die der Rollenzuteilung zugrunde liegen (Wheeler et al. 1991, 120). Heftige Kritik wird auch an den theoretischen Grundlagen der Familientherapie erhoben: Die Systemtheorie zeichnet ein vermeintlich kohärentes Bild der Phänomene in einer Familie; dabei lässt sie jedoch so wichtige Faktoren wie z.b. Macht, Geschlechtszugehörigkeit und Korrelation zwischen beiden unbeachtet (Goodrich 1994, 31). In der feministisch-systemischen Auseinandersetzung bisher allerdings weitgehend unhinterfragt geblieben sind sowohl der natürliche Geschlechtskörper als auch die binäre Geschlechterkonstruktion. Dies wird durch die Feststellung Andrea Ebbecke-Nohlens deutlich: Die Eigenschaft der Unveränderlichkeit trifft [ ] nur auf die biologische Komponente der Geschlechtszugehörigkeit zu, nicht auf das soziale Geschlecht, [ ]. So viel wir auch suchen, es gibt nur zwei biologische Geschlechter (Ebbecke-Nohlen 1992, 157f). Es scheint im feministisch-systemischen Diskurs erlaubt, Themen der Geschlechterrollen, Hierarchien und Machtverhältnisse kritisch zu beleuchten, die Zweigeschlechtlichkeit und der biologische Geschlechtskörper aber zeigen sich als tabuisierte Größen. Rachel T. Hare- Mustin bringt es auf den Punkt: Unsere derzeitigen Konstruktionen, begrenzt aufgrund der Simplifizierung geschlechtsspezifischer Rollenzuschreibungen, lassen die Komplexität menschlicher Erfahrungen nicht zu. [ ] Die Familientherapie ist unfähig gewesen, ihre Modelle zur Veränderung auf ihre eigene Theorie und Praxis anzuwenden. [ ] Das einzige, was wir von ihr erwarten können, ist mehr desselben. (Hare-Mustin 1991, 64) Die feministische Sozialpsychologin Sabine Scheffler bezeichnet die Frauenbewegung in 5

7 einem Interview als die effektivste soziale Bewegung des vorigen Jahrhunderts (vgl. Scherl 2010, 29). Durch diesen gesellschaftlichen Wandel sind nicht ausschließlich Frauen und deren Identitätskonstruktionen von Veränderungen betroffen. So zeigen auch Ergebnisse aus dem Bereich der Männerforschung, dass Konsequenzen für Männlichkeitskonstruktionen (Meuser 2005, 9) folgen, obwohl die gesellschaftliche Machtposition der Männer (ebd., 1) erhalten geblieben ist. Identität, die nur mit Geschlechtsidentität zu denken ist, kann heute nicht mehr schlüssig als widerspruchsfreie Einheit konzipiert, sondern muss als spannungsreicher Prozess verstanden werden (ebd., 5). Die systemische Theorie muss sich mit den, oben kurz skizzierten, sich ständig verändernden Gegebenheiten einer Gesellschaft auseinanderzusetzen, wo Biographie und Identität, [ ] (Keupp 2009, 2) nicht mehr zwingend als etwas Stabiles, Dauerhaftes und Unverrückbares (ebd.) gesehen werden können. Die Möglichkeitsräume haben sich in einer pluralistischen Gesellschaft explosiv erweitert (ebd., 4), haben [ ] aber auch zunehmende Gefühle des Kontrollverlustes und wachsende Risiken des Misslingens (ebd.) zur Folge. Die alltägliche Identitätsarbeit (ebd., 5) erfordert von jede_r eine hohe Eigenleistung [ ], wo Erfahrungsfragmente in einen [ ] sinnhaften Zusammenhang (ebd.) gebracht werden müssen. Genau hier sehe ich die Herausforderung für die systemische Theoriebildung, denn selbige soll in der praktischen Umsetzung Unterstützung bieten, in einer befreienden Art zu handeln, zu fühlen und zu denken, sodass sich neue Möglichkeiten eröffnen oder wir einfach erkennen, dass neue Möglichkeiten entstehen (Anderson1996, 103). Diese einleitenden Überlegungen machen die Notwendigkeit, die Kategorie Geschlecht wieder in den systemischen Blick zu nehmen, deutlich. Denn so wie [ ] geschlechtsspezifische Fragestellungen und Geschlecht als Analysekategorie im Sinne von Gender-studies [sic] in der akademischen Psychologie noch immer randständig sind (Schigl 2012, 49), trifft dies ebenso für die systemische Theoriebildung zu. Und das, obwohl Geschlecht [ ] die wichtigste Kategorie, [ ] im Hinblick auf psychische und physische Gesundheit und Lebensgestaltung, [ ] in Verknüpfung mit Schicht, Ethnie und Verfügbarkeit von Ressourcen (Scheffler 2008, 655) darstellt! Die Dringlichkeit sich im systemischen Kontext mit der Kategorie Geschlecht auseinanderzusetzen zeigt sich besonders deutlich am Forschungsprojekt von Sabine Kirschenhofer und Verena Kuttenreiter. Sie fragen: Durch welche kommunikativen und interaktiven Konstellationen werden heterosexuelle Interaktions- und Beziehungsmuster, die unserem Geschlechterverhältnis zugrunde liegen und Machtverhältnisse reproduzieren, aufrechterhalten? Wie wird die Unterscheidung weiblich/männlich im sozialen Kontext von Psychotherapie erzeugt? (Kirschenhofer u. Kuttenreiter 2010, 81f) 6

8 7 Und sie kommen zu dem Schluss: Was wir im Laufe des Forschungsprozesses herausfiltern konnten, waren kommunikative Konstellationen und Gewebe, die als wirksam in Bezug auf die Stabilisierung bestehender Geschlechterverhältnisse gesehen werden können. Diese Konstellationen zeigen sich [ ], indem traditionelle Bilder von Weiblichkeit und Männlichkeit reproduziert werden. (ebd. 104f). Diese Ergebnisse machen nachdenklich, vergrößern mein theoretisches Unbehagen (Wagner 2010, 4) und sind zudem gänzlich widersprüchlich zu Heinz von Foersters ethischem Imperativ: Handle stets so, dass du die Anzahl der Möglichkeiten vergrößerst (Foerster 2006, 60)! Um dieser Aufforderung bezüglich alternativer Denksysteme nachzukommen, brauchen Therapeut_innen Erklärungsmodelle, wie Geschlecht konstruiert und konstituiert wird. Denn wie kann es Psychotherapeut_innen sonst möglich sein, ihre Denk- und Vorstellungsräume von Geschlecht, Geschlechtsidentität und Begehren zu erweitern, die in der therapeutischen Praxis Ideen geschlechtlicher (Er-) Lebensformen jenseits stereotyper Bilder von Frauen und Männern möglich werden lassen? Eine psychotherapeutische Grundhaltung, die Geschlechtsidentitäten als instabile Angelegenheiten (Butler 1997, 180) ansieht, eröffnet Optionen des Denkens und somit des therapeutischen Fragens, die mehr Möglichkeiten des geschlechtlichen (Er-) Lebens vorstellbar werden lassen. Wenn wir auf Theorieebene systemischen Denkens diesen Frage ausweichen, liegt es nahe, dass im therapeutischen Handeln [ ] immer wieder Verhalten und Verhaltenserwartungen entlang der Geschlechterstereotypen zu Orientierung herangezogen werden (Schigl 2012, 37). Dies würde letztendlich tatsächlich bedeuten, dass sich die systemische Therapie den Vorwurf eines ausschließlich modernen Normierungs- und Normalisierungsdispositivs (vgl. Fischer et.al. 1994, 79) gefallen lassen müsste. Hier liegt der Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit, in der ich die Debatte um die Dekonstruktion der Kategorie Geschlecht, die in der feministischen Wissenschaft der 1990er Jahre ihren Anfang nahm, aufgreife, und mit der systemischen Theorie verbinde. Der dekonstruktivistische Feminismus weist nicht nur den Naturcharakter der bipolaren Geschlechterordnung zurück, sondern mischt alle festgefügten Kategorien wie»männlich«,»weiblich«,»lesbisch«,»schwul«,»heterosexuell«,»bisexuell«etc. auf, stellt sich also quer zu allen am Maßstab der Heteronormativität fixierten Einteilungen (Thürmer-Rohr 2008, 54). Dies erscheint ein geeigneter Denkansatz für die Erweiterung der systemischen Theorie um ein Geschlechter(de)konstruktionsmodell.

9 8 Mittels Literaturanalyse, mit Schwerpunkt auf feministisch-systemischen Fachbüchern sowie allgemeinen Lehrbüchern systemischer Therapie des deutschsprachigen Raumes, möchte ich die bisherigen Überlegungen und Begrifflichkeiten zur Kategorie Geschlecht prüfen und auf ihre Nützlichkeit für die therapeutische Praxis untersuchen. Im Zuge dessen verfolge ich die These, dass die Matrix der Intelligibilität (Butler 1991, 39) der dekonstruktivistischen Philosophin Judith Butler ein geeignetes Denkmodell einer Geschlechter(de)konstruktion für die systemische Theorie darstellt. Durch die Verknüpfung des dekonstruktivistischen Geschlechtermodells, wie Judith Butler es denkt und das in dieser Arbeit in einem kleinen Ausschnitt vorgestellt wird, mit der konstruktivistisch-konstruktionistischen Grundkonzeption systemischer Theorie orte ich die Chance, die Denk- und Vorstellungsräume geschlechtlicher Konstruktion zu erweitern. In der psychotherapeutischen Praxis hätte dies zur Folge, Klient_innen eine therapeutische Haltung erweiterter Vorstellungsräume geschlechtlichen Seins anbieten zu können, und so Geglaubtes, Gewohntes zu erschüttern oder zu verflüssigen und neue Möglichkeiten des Denkens, Handelns, Erzählens zu eröffnen (Grossmann 1998, 153). So gesehen könnte eine Annäherung an den oben zitierten ethischen Imperativ (Foerster 2006, 60) erfolgen, der entscheidende Konsequenzen für die Praxis mit sich bringt. Denn alles, was die Zahl der Möglichkeiten einschränkt (Tabus, Denkverbote, Dogmen, Richtig-/Falsch-Bewertungen) steht systemischem Arbeiten entgegen (Schlippe 1996, 116). Insofern fordert ein dekonstruktivistisches Geschlechtermodell die systemische Theorie an den eigenen Grundsätzen heraus, was sich exemplarisch an Judith Butlers Matrix der Intelligibilität (Butler 1991, 39) zeigen wird. Der erste Teil der vorliegenden Arbeit gliedert sich in mehrere Kapitel. Beginnend wird die Geschichte der systemischen Theorieentwicklung pointiert nachgezeichnet, um dann die narrative Therapie, einen spezifischen Ansatz systemischer Therapie, vorzustellen. Hierfür wähle ich die Arbeiten von Harlene Anderson und Harold A. Goolishian und die Ausführungen Michael Whites und David Epstons, die als Leitfiguren der narrativen Therapie gesehen werden. Diese therapeutischen Zugänge zeigen besonders deutlich die wesentlichen Grundannahmen systemischer Theoriebildung nach der konstruktivistischen Wende zu Beginn der 1980er Jahre (vgl. Scholze 1998, 145). Insbesondere fokussieren die Autor_innen die Funktion der Sprache für die Erschaffung von Wirklichkeitskonstruktionen im therapeutischen Dialog. Da sich Michael White und David Epston in ihren Arbeiten explizit auf Michel Foucault und dessen diskurstheoretische Überlegungen beziehen, ist es notwendig, die Macht des Diskurses genauer zu beleuchten. Dies erscheint auch deshalb bedeutsam, da

10 dem Begriff des Diskurses in poststrukturalistischen Theorien, denen auch Judith Butler zugeordnet werden darf, eine prominente Rolle eingeräumt wird. Am Beginn des zweiten Teiles steht der Ursprung der Sex/Gender Trennung als Geschlechterkonstruktion. Hier werden zuerst die Gedanken Simone de Beauvoirs zu den biologischen Gegebenheiten (Beauvoir 1968, 50) im Zusammenhang mit soziokulturellen Einflüssen aufgezeigt, um dann den Ursprung des Begriffes der Sex/Gender Trennung nachzuzeichnen. Selbiger nimmt im Zuge der zweiten Frauenbewegung eine prominente Rolle ein. Anschließend fasse ich die, von der feministischen Theoriebildung inspirierte, Kritik feministischer Systemiker_innen an der systemischen Theorie zusammen. Diese wurde um die Dimension der Geschlechterperspektive erweitert, die bedauerlicherweise nur marginal Einzug in Aus- und Weiterbildungskontexte gefunden hat, weshalb sie immer noch als blinder Fleck im Kontext systemischen Denkens bezeichnet werden muss. Diese Ausführungen erscheinen als geeigneter Anknüpfungspunkt an die diskurstheoretische Herangehensweise Judith Butlers. Hier spannt sich der Bogen zur Matrix der Intelligibilität (Butler 1991, 39), die im dritten Teil der Arbeit vorgestellt wird. In zirkulärer Weise formieren sich Faktoren wie die Auflösung der Sex/Gender Trennung, das Macht/Diskurs-Regime (Butler 1991, 10), die Zwangsheterosexualität (Butler 1991, 39) sowie die diskursive Performativität (Butler 1997, 154) und münden in die Matrix der Intelligibilität (Butler 1991, 39). Begriffe wie Biologie, Sex oder Geschlecht werden dekonstruiert, indem sie dem Verdacht ausgesetzt werden, das geschichtliche Produkt des menschlichen Geistes zu sein, diese ihre geschichtliche Produziertheit und damit auch ihre Veränderbarkeit aber hinter einer Maske von Absolutheit zu verbergen (Ludewig 2002, 38). Der vierte Teil wird zeigen, dass das Modell der Matrix der Intelligibilität (Butler 1991, 39) eine nützliche Erweiterung systemischen Denkens darstellt. Die Inklusion dieses dekonstruktivistisch-feministischen Ansatzes in die Besonderheiten der narrativen Therapie wird diskutiert. Am Abschluss findet sich mein persönliches Resümee. Frauen haben alles gefordert, einiges erreicht und stehen doch erstaunt vor dem vagen Gefühl, noch nicht zufrieden zu sein mit dem Erreichten. (Ludewig 2002, 11) Dieses Zitat erscheint mir eine treffende Beschreibung für mein theoretisches Unbehagen bezüglich des Geschlechterdiskurses in der systemischen Theorie, im Ausbildungskontext als 9

11 auch in der kollegialen Auseinandersetzung zu sein. In diesem Sinne soll die vorliegende Arbeit auch als Einladung zum Weiterdenken in der Geschlechterfrage verstanden werden. 10

12 11 2. Systemische Therapie Im Folgenden fasse ich die Entwicklung und die wesentlichsten Grundannahmen systemischer Therapie zusammen, um dann der spezifischen Form der narrativen Therapie Raum zu geben. 2.1 Anfänge In der Geschichte der systemischen Psychotherapie lässt sich auf keine Gründungsfigur zurückgreifen. Ab Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts finden sich die Anfänge systemischer Familientherapie in den USA, vor allem im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Es entstehen verschiedene Denkmodelle wie die entwicklungsorientierte Familientherapie von Virginia Satir ( ), die strukturelle Familientherapie von Salvador Minuchin ( ), der familienhistorische Ansatz Ivan Boszormenyi-Nagys ( ) ebenso wie der strategische Ansatz von Jay Haley ( ). Trotz vieler Unterschiede verbindet alle die Abkehr von der individuumorientierten hin zu einer interaktionellen Perspektive, was bedeutet, jeden Menschen in seinem sozialen Bezugssystem wahrzunehmen, sodass jedes Verhalten innerhalb desselben sinnvoll erscheint. Zeitgleich zu diesen Kommunikationsmodellen wird die Theorie der Kybernetik (= Steuerungslehre komplexer Systeme) aus den Naturwissenschaften übernommen. Menschliche Systeme wurden dabei als eine aus Teilen bestehende organisierte Ganzheit betrachtet, als Elemente in einem Netzwerk von Wechselbeziehungen, wobei jedes Element an der Aufrechterhaltung und Veränderung der Bedingungen, unter denen es lebt, beteiligt ist (Scholze 1997, 13). Die Aufmerksamkeit der Therapeut_innen gilt der Suche nach dem gestörten Verhalten innerhalb der Familie, welches zur Erkrankung eines Familienmitgliedes führt. Durch gezielte Interventionen wird versucht eine Veränderung in der Beziehungsdynamik der jeweiligen Familie herbeizuführen. Dieses Denken wird als Kybernetik I. Ordnung bezeichnet. 2.2 Die konstruktivistische Wende In den 1980er Jahren vollzieht sich eine wesentliche Veränderung familientherapeutischer Theorie, die mit dem Begriff der Kybernetik II. Ordnung verbunden ist. Es wird bezweifelt, daß [sic] es»da draußen«objektiv vom Therapeuten erkennbare Systeme»gibt«. Vielmehr muß [sic] der Beobachter und seine Erkenntnismöglichkeiten als Teil des Kontextes, den er beobachtet, mitkonzeptualisiert werden (Schlippe 1996, 53). Die Kernaussage lautet also:

13 Alles was gesagt wird, wird von einer Beobachter_in gesagt und ist somit ein Konstrukt selbiger. Ausschlaggebend für diese Veränderung ist der Radikale Konstruktivismus, der durch Heinz von Foerster, Ernst von Glasersfeld und Humberto Maturana wesentlichen Einfluss auf die systemische Theorie nimmt. Der Konstruktivismus steht in der Tradition der These Kants, daß [sic] der Verstand seine Gesetze nicht aus der Natur schöpft, sondern sie ihr vorschreibt, daß [sic] also jede Theorie immer eine Theorie des Beobachters, des Forschers sein muß [sic] ( Schlippe 1996, 88). Zentrale Frage konstruktivistischen Denkens ist, wie wir selbst aktiv an der Erschaffung unserer Erfahrungen und somit unserer Wirklichkeit beteiligt sind. Erkennen ist das Vornehmen von Unterscheidungen durch das erkennende Subjekt (ebd., 87). Durch diese Vorgehensweise des Erkennens schaffen wir uns Konzepte, Vorstellungen und Überzeugungen von Wirklichkeit, die uns das Zurechtkommen in der Welt ermöglichen. Allerdings neigen wir dazu, zu vergessen, daß [sic] es sich bei unseren Begriffen um Möglichkeiten des Begreifens handelt und nicht um die Dinge selbst (ebd.). Da Wissen für den Konstruktivisten nie Bild oder Widerspiegelung der ontischen Wirklichkeit darstellt (Foerster 2006, 32) ist die Umwelt, so wie wir sie wahrnehmen, [ ] unsere Erfindung (ebd., 40). Zugleich erschaffen Subjekte auch Modelle von sich selbst. Auch dieses Selbst wird aus dem Erleben abstrahiert, und nach und nach schreibt das handelnde Subjekt ihm bestimmte Eigenschaften, Fähigkeiten und Funktionen zu (ebd., 34). Dazu braucht es auch die Bestätigung eines eigenen Erlebnisses durch sprachliche Interaktion mit einem anderen und die erfolgreiche Interpretation der Handlungen anderer mit Hilfe eigener kognitiver Strukturen (ebd., 36). Eine wesentliche Annahme konstruktivistischen Denkens ist also auch, dass die Wirklichkeit, die sich Subjekte erschaffen, gemeinschaftlich erzeugt wird. Mit gemeinschaftlich erzeugter Wirklichkeit beschäftigt sich Kenneth Gergen als Begründ_er des sozialen Konstruktionismus, der als soziologisch orientierte Spielart des Konstruktivismus bezeichnet werden kann und wesentlichen Einfluss auf die systemische Theoriebildung nimmt. Hier werden Erfahrung und Erkenntnis nicht individuell, sondern sozial konstruiert verstanden. Für Konstruktivistinnen und Konstruktivisten ist der Prozess der Konstruktion von Welt ein psychologischer; er spielt sich im Kopf ab. Für Sozialkonstruktionistinnen und konstruktionisten ist dagegen das, was wir für real halten, eine Folge sozialer Beziehungen [ ]. Für konstruktionistische Therapeutinnen und Therapeuten tritt die Realität des Geistes in den Hintergrund und wird durch ein Bewusstsein für Beziehungen ersetzt. Bedeutungen entstehen aus Beziehungen und Handlungen werden erst durch Beziehungen vernünftig oder wünschenswert. (Gergen 2002, 212) Dieses Konzept ist für psychotherapeutische Überlegungen bedeutsam. Im Alltag bewegen wir uns zumeist in gewohnten, sozial anerkannten Wirklichkeitskonstruktionen, im Prozess 12

14 des psychotherapeutischen Settings allerdings besteht die Möglichkeit, neue Bedeutungen bezüglich eines vorgebrachten Problems dialogisch zu erschaffen, womit eine Veränderung im Denken, Fühlen und Handeln erreicht werden soll. Der Einfluss von Konstruktivismus und Konstruktionismus auf Theorie und Praxis systemischen Denkens läßt das Interesse, wie Menschen unterscheiden, welche Bedeutungen sie geben, wie sie versprachlichen und welche Geschichten sie über sich und andere erzählen (Wagner, 2010, 5), in den Vordergrund rücken. Konstruieren und Dekonstruieren persönlicher Wirklichkeiten und Vorannahmen werden demnach im psychotherapeutischen Setting dialogisch hervorgebracht und auf ihre Nützlichkeit untersucht. Dadurch entwickeln sich lösungsorientierte und narrative Ansätze, die die Systemische Therapie nachhaltig prägen. Abschließend kann gesagt werden, dass aus heutiger Sicht drei Bedeutungen für den Begriff systemisch stehen: 1. eine historische Markierung eines therapeutischen Ansatzes im Kontext eines Mehrpersonen-Settings, wobei Kommunikation und Beziehungen zwischen den Mitgliedern eines familiären/sozialen Systems im Mittelpunkt stehen (Grossmann 2005, 29), 2. die Bezugnahme auf einen Therapieansatz, der sich epistemologisch dem Konstruktivismus zuordnet (ebd.), und 3. eine Metaperspektive vernetzten und rekursiven Denkens unabhängig von Art bzw. Ebene jener Systeme, auf welche hierbei Bezug genommen wird (ebd.). 2.3 Gesetzliche Grundlage für die Psychotherapie in Österreich In Österreich ist die Psychotherapie laut Bundesgesetzblatt Nr.361/1990 seit geregelt und als Behandlungsmethode der ärztlichen Hilfe gleichgestellt. Die Ausübung der Psychotherapie im Sinne des Bundesgesetzes ist die nach einer allgemeinen und besonderen Ausbildung erlernte, umfassende, bewusste und geplante Behandlung von psychosozial oder auch psychosomatisch bedingten Verhaltensstörungen und Leidenszuständen mit wissenschaftlich-psychotherapeutischen Methoden in einer Interaktion zwischen einem oder mehreren Behandelten und einem oder mehreren Psychotherapeuten mit dem Ziel, bestehende Symptome zu mildern oder zu beseitigen, gestörte Verhaltensweisen und Einstellungen zu ändern und die Reifung, Entwicklung und Gesundheit des Behandelten zu fördern. (BGBL. Nr. 361/1990 STO151) Die Systemische Psychotherapie wird 1993 vom Bundesministerium für Gesundheit als wissenschaftliche Psychotherapiemethode anerkannt. 13

15 Narrative systemische Therapie Unter narrativer systemischer Therapie, oftmals nur als narrative Therapie bezeichnet, wird ein Modell systemischer Psychotherapie verstanden, das davon ausgeht, daß [sic] Menschen ihre Lebenswirklichkeiten in sozialen Interaktionen erschaffen und darstellen, und zwar als»geschichten«(narratives), die gemeinschaftlich erzeugt und aufrechterhalten werden (Greve 1996, 388). Im folgenden Abschnitt werden die Grundzüge dieses Modells vorgestellt. Ich beziehe mich hierbei auf die Arbeiten Harlene Andersons und Harold Goolishians einerseits und Michale White und David Epston andererseits. Harlene Anderson und Harold Goolishian zeigen in ihren Überlegungen, wie sich durch die zunehmende Bedeutung konstruktionistischer Erkenntnistheorien in der systemischen Theoriebildung der Fokus vom Verhalten und der Struktur eines Systems hin zu dessen Art und Weise der Versprachlichung verändert. So werden Menschliche Systeme als linguistische Systeme (Anderson, Goolishian 2008, 117) betrachtet. Durch den Gebrauch der Sprache und anderer kommunikativer Handlungen (ebd.) formieren sich Kommunikationsgeflechte (ebd.), die soziale Systeme entstehen lassen, wobei dem sozio-kulturellen Rahmen eine wesentliche Bedeutung zukommt. Kommunikation dient der Schaffung von Bedeutungen, Sinn und Verständnis. Da Übereinstimmung als etwas Zerbrechliches (Anderson, Goolishian 2008, 110) gesehen wird, ist ein ständiges Aushandeln (ebd.) notwendig. So wird Kommunikation als ein wechselnder, kreativer und dynamischer Prozess (ebd., 118) verstanden. Da sich im therapeutischen Setting zwei oder mehr Personen zusammenfinden und somit in Beziehung treten, kann das therapeutische System als ein sprachschöpferisches und sinnerzeugendes System gesehen werden. Anderson und Goolishian gehen davon aus, dass im therapeutischen Gespräch das Problem nicht definiert und bestimmt wird, sondern dass ein präsentiertes Problem durch sprachlichen Ausdruck das therapeutische System erst erzeugt. Pointiert formuliert meinen sie: Systeme machen keine Probleme; über Probleme zu sprechen macht jedoch Systeme (ebd., 121). Therapie wird verstanden als ein sprachliches Ereignis, das innerhalb eines sogenannten therapeutischen Gesprächs stattfindet. Dieses ist eine gegenseitige Suche und Erklärung durch den Dialog, ein Zweiweg- Austausch, ein Sichkreuzen von Ideen und Gedanken, mit sich kontinuierlich entwickelnden neuen Bedeutungen bezüglich der Auflösung von Problemen, entsprechend auch der Auflösung des therapeutischen Systems. (ebd., 110) In ihren Überlegungen beziehen sich Anderson und Goolishian auf den Philosoph_en

16 15 Gadamer und dessen Unendlichkeit des Gesagten (Gadamer 1975, zit.n. Anderson, Goolishian 2008, 122). Dies meint, dass es keine Wörter, keine Aussagen und keine Erzählungen gibt, die ganz klar und eindeutig sind, sondern denen ebenso eine Reihe anderer Möglichkeiten mit anderer Gewichtung, Bedeutung oder Interpretation innewohnen. So gesehen ist jede Diskussion und jeder Dialog offen für neue Bedeutungen. In diesem Sinne ist Therapie ein prozesshaftes Geschehen, indem das Noch-nicht-Gesagte (ebd.) zum Thema werden kann. Dieses Noch-nicht-Gesagte wird nicht im sogenannten Unbewussten, sondern im Bereich des Unausgesprochenen (ebd.) verortet. Indem im therapeutischen Prozess diesem Unausgesprochenen (ebd.) Raum gegeben wird, besteht die Chance durch die Entwicklung von neuen Themen und Darstellungen [ ] andere Beschreibungen und Bedeutungen (ebd.) zu finden, die nicht mehr als»problem«etikettiert werden (ebd.). Zusammenfassend kann gesagt werden: Im Dialog bleibt nichts beim Alten. Veränderung durch Therapie ist nichts anderes als durch Dialog und Gespräch herbeigeführte Veränderung von Bedeutung (ebd., 124). Die Rolle der Psychotherapeut_in im therapeutischen Prozess wird als die einer teilnehmenden Beobachter_in und teilnehmenden Gesprächsleiter_in verstanden. Das bedeutet, sie ist nicht unabhängig vom beobachteten System, sondern in die Beschreibung dessen, was sie beobachtet, miteinbezogen. Bezugnehmend auf den Konstruktivismus wird davon ausgegangen, daß [sic] jede Sichtweise ein Konstrukt des Beobachtenden ist (Scholze 1998, 145). Die Therapeut_in ist somit nicht Expert_in für die Problemlösung der Klient_innen, sondern versteht sich als Verantwortliche für den psychotherapeutischen Dialog, um Anstöße zu Veränderungen anzuregen. Das bedeutet, sie übernimmt die Verantwortung für die Schaffung von Gesprächsbedingungen (Anderson, Goolishian 2008, 126) für das Herausarbeiten der vielfältigen Realitäten hinsichtlich des Problems, um der Schaffung von neuen Bedeutungen den größtmöglichen Raum zu geben (ebd.). Die Grundhaltung der Therapeut_in ist geprägt vom Nicht-Wissen (Anderson 1996, 109) und vom Expertentum (ebd.) der Klient_innen für sich selbst. Nach Anderson ist damit nicht gemeint, dass die Therapeut_in keinerlei Wissen hat, sondern dass den Klient_innen die Hauptrolle im therapeutischen Dialog zugestanden wird, denn ein betontes Expert_innentum seitens der Therapeut_in läuft Gefahr des vorzeitigen Verstehens und somit einer Bewertung, Kategorisierung und mitunter auch Pathologisierung der Klient_innen. Stattdessen scheint es zielführend, das Wissen, die Werthaltungen und Erfahrungen der Therapeut_in in einer Weise einzubringen, die Respekt, Offenheit und Zielgerichtetheit für die Erforschung von neuen Sichtweisen und Bedeutungen für die Klient_innen ermöglichen (vgl. Anderson 1996).

17 Unter den Familientherapeuten nimmt Michael White einen besonderen Platz ein (Hare- Mustin 1994, 208), da er in seinen Arbeiten auch explizit auf die politische Seite psychotherapeutischer Arbeit hinweist. Gemeinsam mit David Epston bedienen sie sich in ihren Arbeiten vor allem des diskurstheoretischen Ansatzes Michel Foucaults und dessen Überlegungen zum Thema Wahrheit, Macht und Diskurs, weshalb ein Exkurs zur Macht des Diskurses in Verbindung mit der systemischen Therapie sinnvoll ist Die Macht des Diskurses und systemische Therapie Diskurstheoretische Überlegungen sind für das psychotherapeutische Feld insgesamt von besonderer Relevanz, da psychotherapeutische Behandlung nicht im luftleeren Raum stattfindet. Klient_innen und Psychotherapeut_innen leben in einem gesellschaftspolitischen Kontext, der durch eine diskursive Rahmung gekennzeichnet ist Diskurs Diskurse spielen in poststrukturalistischen Theorien, denen auch die Arbeiten Judith Butlers zugeordnet werden dürfen, eine entscheidende Rolle. Poststrukturalistischen Perspektiven, so unterschiedlich sie auch sein mögen, ist gemeinsam, dass sie Sprache und symbolische Ordnung als privilegierten Ort der Konstitution von Wirklichkeit betrachten (Villa 2008, 265). Das Wort»Diskurs«leitet sich vom lateinischen»discursus«her (Kreisky 2011, 2) und bedeutet»das Sich-Ergehen über etwas (ebd.). Der Begriff des Diskurses in der akademischen Alltagssprache ist seit den 1970er Jahren ein gängiger, fast inflationär gebrauchter. Innerhalb der Sozialwissenschaften darf der foucaultsche Diskursbegriff als der bedeutsamste bezeichnet werden, der die Beziehungen zwischen Sprache, gesellschaftlichen Institutionen, Subjektivität und Macht zu erfassen sucht (Weedon 1991, 52). Der Diskurs wird konstituiert durch die Differenz zwischen dem, was man konkret in einer Epoche sagen könnte (nach den Regeln der Grammatik und denen der Logik) und dem, was tatsächlich gesagt wird. Das diskursive Feld ist, zu einem bestimmten Zeitpunkt, das Gesetz dieser Differenz. (Foucault 1978, 316 zit. n. Jäger 2008, 378) Es ist allerdings wichtig und sei hier besonders betont, dass zwischen Sprache und Diskurs zu unterscheiden ist. Diskurs meint, wenn es sich um Bedeutungsinhalte [ ] Denkformen und Formen der Wissenskonstitution handelt, die in Sprache enthalten sind bzw. durch Sprache produziert werden (Villa 2011, 148). Diskurse legen demnach fest, was zu einer bestimmten Zeit gesagt werden kann und ebenso was im Bereich des Unausgesprochenen verbleibt. Sie stecken sowohl das Sagbare als auch das Nicht-Sagbare ab. Somit können Diskurse [ ] als 16

18 der Ort [ ], an dem Bedeutungen ausgehandelt werden [ ] und damit als Applikationsvorgaben für individuelles und gesellschaftliches Handeln, soziale Praktiken und damit für gesellschaftliche Entwicklungen insgesamt [ ] (Jäger 2008, 379) verstanden werden. Natürlich gibt es im gesellschaftlichen Kontext immer mehrere Diskurse, die nebeneinander bestehen. Allerdings darf nicht übersehen werden, dass es die wirkmächtigen, dominanten Diskurse sind, die die soziale Interaktion, eine bestimmte Sprachgemeinschaft und den sozioökonomischen Kontext (Hare-Mustin 1994, 207) bestimmen. Dies bedeutet, dass dominante Diskurse, auf Grund ihres vorrangigen, beherrschenden Einfluß [sic] auf Sprache, Denken und Handeln (ebd.) einen ungleich wirkmächtigeren Zugang zur Schaffung von Bedeutungen, Wirklichkeit und Wahrheit haben Diskurs und narrative Therapie Michel White und Davis Epston weisen zu Recht darauf hin, dass psychotherapeutisches Handeln immer mit Politik in Verbindung steht, die einen ganz bestimmten diskursiven Rahmen vorgibt, deshalb sollten wir auch akzeptieren, daß [sic] wir uns notwendigerweise auch politisch betätigen (White et.al. 1998,47). Außerdem sollten wir nicht dem Glauben erliegen, Therapie habe nichts mit sozialer Kontrolle zu tun, sondern eher davon ausgehen, daß [sic] dies sehr wohl immer der Fall gewesen sein könnte. (ebd.) Insofern ist es verständlich, dass die Art und Weise wie Klient_innen von ihrem Leben erzählen, nicht unabhängig von gesellschaftspolitischen Vorstellungen gesehen werden darf, denn was ein Ereignis für ein Individuum bedeutet, ist von seiner Interpretation der Welt, von den ihm in einem bestimmten Augenblick zugänglichen Diskursen abhängig (Weedon 1991, 103). Somit ist es für [ ] Menschen schwierig, dieses»allgemeingültige und einheitliche«wissen in Frage zu stellen, denn die Sprachpraktiken, die sie konstituieren, enthalten»eingebaute«verbote gegen alle Fragen, die zu deren sozialen/politischen/historischen Kontexten erhoben werden könnten (White 1994, 59). Ebenso von den gesellschaftspolitisch relevanten Bildern und Bedeutungen durchdrungen, bringen Psychotherapeut_innen ihre Werthaltungen, Einstellungen, Erfahrungen und Theorien in die therapeutische Beziehung ein. Diese spiegeln sich im therapeutischen Handeln wider. Da systemisches Denken das Konzept der Zirkularität als Paradigma hochhält, was so viel bedeutet wie die Annahme, daß [sic] lebende Systeme durch kreisförmige Prozesse und nicht durch lineare Folgen von Ursache und Wirkung gekennzeichnet sind (Brandl-Nebehay 1998, 45), müssen Systemiker_innen davon ausgehen, dass diskursive Phänomene einer Gesellschaft in zirkulärer Weise in Verbindung mit dem Geschehen in der 17

19 18 psychotherapeutischen Theorie und Praxis stehen Diskurs, narrative Therapie und Geschlecht Besondere Bedeutung haben Diskurse für Fragen des Geschlechts, der Geschlechtsidentität und des Begehrens. In unserem sozio-kulturellen Rahmen wird ausschließlich von zwei Geschlechtern, nämlich von Frau und Mann, als biologische Realitäten gesprochen. Gerade wenn es um Fragen des Körpers geht, verlässt viele Systemiker_innen der (sozial-) konstruktivistische Blick. Der berühmte Hausverstand, der auf erfolgreiche hegemoniale Diskurse verweist (!), behauptet mit Überzeugung, dass es nur zwei biologische Geschlechter geben könne und dass es dafür zahlreiche medizinisch-wissenschaftliche Belege gäbe. Wir glauben, dass diese Zuordnung primär und eindeutig ist, d.h. in»objektiven«, biologisch gegebenen Unterschieden in Genetik, Anatomie und Physiologie gründet, auf die wir in der Regel keinen Einfluss haben (Schigl 2012, 27). Da auch im systemischen Kontext an diesen Gegebenheiten kaum gezweifelt wird, So viel wir auch suchen, es gibt nur zwei biologische Geschlechter (Ebbecke-Nohlen 1992, 158), möchte ich hier an Ernst von Glasersfeld als Vertret_er des radikalen Konstruktivismus erinnern, der eine bedeutsame Grundlage systemischen Denkens darstellt. Der radikale Konstruktivismus beruht auf der Annahme, dass alles Wissen, wie immer man es auch definieren mag, nur in den Köpfen von Menschen existiert und dass das denkende Subjekt sein Wissen nur auf der Grundlage eigener Erfahrungen konstruieren kann. (Glasersfeld 1997, zit. n. Villa 2011, 83f) An dieser Stelle erscheint es sinnvoll, zusätzlich Heinz von Foerster zu Wort kommen zu lassen. Gerade seine Aussagen sind für Wirklichkeitskonstruktionen, die sich um den Bereich des Geschlechts bewegen, von besonderem Interesse. Foerster, als Mitbegründ_er des radikalen Konstruktivismus, betont explizit seine Ablehnung dieser schrecklichen Idee der Ontologie der Lehre vom wirklich Vorhandenen (Foerster 2001, 25). Vielmehr plädiert er dafür dieses Wirkliche und vermeintlich Gegebene als unsere eigene Erzeugung und Erfindung (ebd) zu begreifen. Ebenso weist er darauf hin, dass das Selbst in permanenter Veränderung begriffen ist und nichts ein für alle Mal Statisches sein kann. Das Selbst ändert sich, so meine ich, in jedem Moment, in jeder einzigen Sekunde (ebd., 94). Für die Realität des Geschlechts und des Geschlechtskörper bedeutet dies, dass es sich um kognitives wie unbewusstes Tun und Erleben konstruierter Wirklichkeiten (Villa 2011, 85) handelt. Geschlecht nicht als etwas Naturgegebenes zu betrachten, sondern als ein Konstrukt, das produziert wird, ist eine Perspektive, die in unserem Alltagsverständnis (das oft auch ForscherInnen ihren Überlegungen zugrunde legen) sehr fremd erscheint (Schigl 2012, 49).

20 Das sogenannte Alltagswissen einer biologischen Binarität von Frau und Mann macht es notwendig darauf hinzuweisen, dass die Naturwissenschaften und die Medizin in die jeweils spezifischen sozialen Strukturen und Normen der jeweiligen zeitlichen Epoche eingebettet sind (vgl. Villa 2011, 121). Dadurch spiegeln sich diese äußeren Kontexte auch in den Inhalten, Logiken und Ergebnissen der Forschung bzw. klinischen Arbeiten (ebd.) wider. Es sind die wirkmächtigen Diskurse der Medizin und der Biologie, die die sozial legitimierten Instanzen von Wahrheit (Villa 2011, 118) der Moderne darstellen. Selbige haben uns immer wieder zu verstehen gegeben [ ], dass es von Natur aus zwei körperliche Geschlechter gibt, und wenn dieser Diskurs insofern hegemonial geworden ist, als er die Position des einzig Denkbaren eingenommen hat, dann werden sämtliche wissenschaftliche Untersuchungen und unser aller Blick auch immer nur zwei von Natur aus unterschiedliche Geschlechtskörper wahrnehmen. (Villa 2003, 86) Die enorme Bedeutung der Identifizierbarkeit innerhalb der binären Geschlechterkonstruktion im medizinischen Bereich, aber auch im erweiterten Feld des Gesundheitswesen, möchte ich an einem Beispiel skizzieren, das ich selbst während der Absolvierung des Propädeutikums, einer verpflichtenden Grundausbildung vor dem Fachspezifikum zur systemischen Psychotherapeut_in, miterlebt habe. Der vortragende Psychiat_er zeigte in einem Seminar, das sich um Themen der Kinder- und Jugendpsychiatrie formierte, einen Videomitschnitt einer Therapiesitzung mit eine_r ungefähr 14 jährigen Jugendlichen, mit der Diagnose einer Anorexia nervosa. Als dieser junge Mensch im Bild gut zu sehen war, hielt der Vortragende das Bild an und stellte uns Seminarteilnehmer_innen die Frage, was uns besonders auffiele. Es entstand eine längere Pause des Schweigens, niemand wusste so genau, was jetzt erwartet wurde. Nach einigen Versuchen seitens des Lehrende_n, uns Hinweise zu geben, wurden wir aufgefordert zu schauen, ob es sich hier um eine junge Frau oder einen jungen Mann handle. Die Reaktionen in der Gruppe waren zuerst kurzes Staunen ob der Fragestellung, dann allerdings gleich ein eifriges Suchen nach äußeren Erkennungsmerkmalen für die binäre Geschlechtsidentifikation. Der Vortragend_e klärte uns letztendlich auf, dass es sich um eine junge Frau handle. Da sich dieses junge Mädchen nicht deutlich als solches zu erkennen gab, oder nicht als solches erkannt wurde, brachte die Diagnose einer Störung der Geschlechtsidentität mit sich. Abgesehen vom Alter dieses Mädchens, das sich in einer Lebensphase befindet, die als Zeit einer Geschlechterorientierung gelten darf, wird für mich an diesem Beispiel deutlich, wie schnell eine Pathologisierung stattfinden kann, wenn ein Mensch für andere nicht eindeutig in die binäre Geschlechterkonstruktion eingeordnet werden kann oder sich nicht eindeutig zu erkennen gibt bzw. geben will. Für die meisten Menschen bleibt die soziale Dimension des medizinisch- 19

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