Einen syslog-server im Netz aufzusetzen, der per TCP/IP syslog-meldungen anderer Rechner im Netz annimmt und speichert (=remote logging)

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1 6 Fehlerüberwachung In diesem Kapitel lernen Sie: Den syslog-daemon zu konfigurieren, so daß Sie bestimmen können, welche Meldungen welcher Wichtigkeit in welche Dateien fließen (LPI Lernziele , ) Einen syslog-server im Netz aufzusetzen, der per TCP/IP syslog-meldungen anderer Rechner im Netz annimmt und speichert (=remote logging) Bei jedem Betriebssystem können Fehler auftreten; auch Linux ist davor nicht gefeit. Außerdem ist es nicht nur nützlich, sondern etwa aus Sicherheitsaspekten sehr wichtig, wenn bestimmte Ereignisse im System mitprotokolliert und festgehalten werden. Die meisten Protokolldateien finden sich im Verzeichnis /var/log. Einige dieser Dateien sind Textdateien und können z. B. mit more gelesen werden; andere benötigen entsprechende Hilfsmittel zur Auswertung. Tipp: Zur Beobachtung einer Logdatei ist der Befehl tail -f Logdatei sehr hilfreich. Dabei werden die n (Standardmäßig 10) letzten Zeilen einer Datei angezeigt. Die Anzeige bleibt offen und jede neue Zeile die nun in die Datei geschrieben wird, wird angezeigt. 6.1 Der syslog-daemon Der Daemon-Prozeß syslogd übernimmt die Protokollierung von Ereignissen der meisten Applikationen, Befehle und des Kernels. Die zugehörige Konfigurationsdatei ist /etc/syslog.conf. Nach einer Änderung in dieser Datei muß man den syslogd- Prozeß mit kill -1 syslogd-pid (-1 oder -HUP) neu initialisieren. Unter SuSE kann man dies auch einfach mit: rcsyslog reload Unter Fedora/RedHat gibt es dafür den Befehl: service syslog restart 141

2 Fehlerüberwachung Die Einträge in /etc/syslog.conf haben folgenden Aufbau: facility.level datei Die facility legt dabei das Subsystem fest, aus dem die Nachrichten stammen. Mögliche Subsysteme sind: kern user mail daemon auth authpriv Nachrichten, die vom Kernel erzeugt werden Nachrichten, die von Benutzerprozessen erzeugt werden Nachrichten des Mail-Systems Nachrichten der meisten Systemdaemons Nachrichten des Authorisierungssystems. auth wird nur noch aus Kompatibilitätsgründen erwähnt. Es sollte stattdessen authpriv verwendet werden. Nachrichten des Drucker-Spooling-Systems Nachrichten des cron-daemons Reserviert für eigene lokale Anwendungen Nachrichten des Usenet-News-Systems lpr cron local[0-7] news * Nachrichten aller Subsysteme Der level legt die Prioritätenklasse fest. Hier gibt es folgende Stufen: emerg alert crit err warning notice info debug Höchste Stufe: Das System ist nicht mehr lauffähig Sofortiges Eingreifen notwendig Kritische Fehlermeldung Normale Fehlermeldung Warnmeldung Normale, aber wichtige, erwähnenswerte Meldung Informierende Meldung Debug-Meldungen Die Datei legt schließlich fest, wo die Fehlermeldungen erscheinen sollen. Hierbei muß es sich nicht um eine Datei im herkömmlichen Sinne handeln, sondern es kann auch eine Gerätedatei sein, zum Beispiel ein Terminal. Die Protokolldateien sind lesbare Textdateien. Es ist möglich, eine Fehlerklasse in mehreren Dateien zu protokollieren. Beispiel: Die Datei /etc/syslog.conf /etc/syslog.conf - Configuration file for syslogd(8) 142

3 6.1 Der syslog-daemon For info about the format of this file, see "man syslog.conf". print most on tty10 kern.warn;*.err;authpriv.none /dev/tty10 *.emerg * all -messages in one file mail.* -/var/log/mail all news-messages these files are rotated and examined by "news.daily" news.crit -/var/log/news/news.crit news.err -/var/log/news/news.err news.notice -/var/log/news/news.notice enable this, if you want to keep all news messages in one file news.* -/var/log/news.all Warnings in one file *.warn save the rest in one file *.*;mail.none;news.none /var/log/warn /var/log/messages *.* /var/log/allmessages Hinweis: Das Minuszeichen vor einigen Dateinamen bedeutet, daß diese aus Performancegründen nach einem Eintrag nicht sofort synchronisiert werden. Bei einem unmittelbar folgenden Crash sind die Daten also eventuell noch im Buffer-Cache. 143

4 Fehlerüberwachung 6.2 Andere Protokolldateien Im Verzeichnis /var/log finden sich auch noch andere Protokolldateien, zum Beispiel: boot.msg (Fedora/RedHat: boot.log) faillog lastlog wtmp Meldungen vom letzten Start des Rechners (Textfile) (existiert nicht bei Fedora/RedHat) In dieser Datei wird festgehalten, wann ein Benutzer sich, z.b. auf Grund falscher Kennwortangaben, nicht anmelden konnte. Dies ist eine Binärdatei,die mit dem Kommando faillog ausgewertet wird. Dieses Kommando erlaubt auch das Setzen eines Limits für ungültige Logins. Nach Erreichen dieser Anzahl von Fehlversuchen wird der Account gesperrt. In dieser Datei werden sämtliche Login-Vorgänge protokolliert. Sie wird mit dem Kommando lastlog ausgewertet. In dieser Datei werden alle Logins protokolliert. Sie dient auch als Grundlage für das Kommando who u.a. Eine gezielte Auswertung erfolgt mit dem Kommando last. Die Datei wtmp wird von Zeit zu Zeit automatisch neu angelegt. Die Vorversion wird als komprimierte Datei in /var/log gesichert. httpd/error log Fehlermeldungen des http-daemons Desweiteren findet man Logdateien in den Unterverzeichnissen von /var/spool. Standardmäßig werden dort zum Beispiel die Fehlerprotokolle des Print Spool Systems in den Verzeichnissen der Druckerwarteschlangen (queues) erstellt (Definition über den Eintrag lf=... in der Datei /etc/printcap). 6.3 Remote-Logging bedeutet, daß Log-Dateien nicht auf dem lokalen Rechner, sondern gewöhnlicherweise zentral auf einem Log-Server gehalten werden. Die Logbuch-Einträge werden dabei über den UDP-Port 514 an den Server geschickt. Damit ein syslogd überhaupt solche Logbucheinträge annimmt, muß er mit folgenden Optionen gestartet werden: syslogd -r -s meinedomaene.de Dabei bewirkt die Option -r die Annahme von Remote-Logbucheinträgen und -s bewirkt, daß von allen Hosts aus der Domäne meinedomaene.de der Domänenname vor dem Eintrag ins Logbuch entfernt wird. Damit diese Änderungen dauerhaft bleiben, sind die eben genannten Optionen in das Start/Stop-Skript /etc/init.d/syslog 144

5 6.4 Rotation von Logdateien (Fedora/RedHat) bzw. mit YaST2 unter System Editor für /etc/sysconfig-dateien in der Variablen SYSLOGD PARAMS (SuSE) einzutragen. Diese Variable findet sich unter System Logging SYSLOGD PARAMS. Schließlich trägt man auf dem Client in die /etc/syslog.conf Folgendes ein: Dann wird alles, was früher lokal in /var/log/messages eingetragen wurde, nun an den Log-Server geschickt, und dieser trägt die Meldungen dann in seine entsprechenden Dateien ein. 6.4 Rotation von Logdateien Der syslog-daemon wird von sehr vielen Diensten wie DNS, DHCP, etc. zur Aufzeichnung von Logging Informationen verwendet. Je nach Loglevel werden mehr oder weniger Ablauf-Informationen des jeweiligen Dienstes in die zugehörige Logdatei geschrieben. Logrotation heißt, daß Logdateien in regelmäßigen Zeitabständen umbenannt, komprimiert und archiviert werden. Archivierte Logdateien werden dann nach einiger Zeit gelöscht oder per Mail versandt. So kann die Datenmenge für Logdateien relativ konstant gehalten werden, während ohne Logrotation die Dateien beliebig groß werden und im Extremfall den Festplattenspeicher aufbrauchen könnten.! Achtung: Logrotation kann man z.b. einfach mit einem selbstgeschriebenem Shellskript und Cron realisieren. Auf Systemen auf denen keine Logrotation implementiert ist, sollte man dies unbedingt tun. Auf Linux-Distributionen wie Fedora/RedHat und SuSE und Debian gibt es das Programm logrotate. Aufgerufen wird es wie folgt: logrotate Konfigurationsdatei. In der Konfigurtionsdatei wird festgelegt, wie rotiert werden soll. Z.B. können Logdateien in bestimmten Zeitintervallen, aber auch bei Überschreiten einer festgelegten Dateigröße rotiert werden. Man kann festlegen wie lange die Archive aufgehoben werden und ob sie komprimiert werden sollen oder nicht. Beispiel: Unter SuSE-Linux und Fedora/RedHat gibt es für logrotate die Konfigurationsdatei: /etc/logrotate.conf. Hier sind einige wenige globale Optionen festgelegt und es werden alle Dateien im Verzeichnis /etc/logrotate.d eingebunden. Installiert man einen Dienst als SuSE-Linux RPM-Paket, wird für ihn eine logrotate-konfigurationsdatei unter /etc/logrotate.d angelegt. 145

6 Fehlerüberwachung Im Verzeichnis /etc/cron.daily liegt das Script logrotate, das den Befehl logrotate einmal täglich ausführt. Dadurch werden alle Logdateien rotiert, für die es in /etc/logrotate.d eine Konfiguration gibt. Verwendet man einen Dienst den man entweder selbst kompiliert oder als nicht speziell für SuSE angepasstes RPM-Paket installiert hat, sollte man selbst eine Konfigurationsdatei in /etc/logrotate.d erstellen. Hier ein Beispiel: /etc/logrotate.d/postgresql: PostgreSQL Logdatei. var/log/postgresql { Keine Fehlermeldung, wenn die Datei nicht existiert. missingok Archiv komprimieren. compress Datum an Namen der Archivdatei anhängen. dateext Alten Anteil der Logdatei ausschneiden, den Rest behalten. copytruncate Bei Überschreiten der Dateigröße x, wird rotiert. size 1M Leere Logdatei nicht rotieren. notifempty Logdatei x-mal rotieren bevor das alte Log gelöscht oder g t wird. rotate 3 } Eine vollständige Dokumentation zu den Optionen finden Sie in der Manpage man logrotate. 146

7 6.5 Wissensfragen 6.5 Wissensfragen 1. In welcher Datei wird der syslogd konfiguriert? 2. In welchem Verzeichnis befinden sich die meisten Log-Dateien? 3. Mit welchem Kommando können Sie jederzeit das Dateiformat der Konfigurationsdatei /etc/syslog.conf nachschlagen? 4. In welcher Datei finden Sie die Kernel-Meldungen des letzten Systemstarts? 5. In welcher Datei finden Sie alle fehlgeschlagenen Loginvorgänge? 6. Was bedeutet Logrotation? 147

8 Fehlerüberwachung 148

9 6.6 Übungen 6.6 Übungen 1. Konfigurieren Sie syslogd so, daß alle Meldungen des Authorisierungssystems, mit Schweregrad info oder höher, in die Datei /var/log/auth.log und an den Benutzer root geschrieben werden. 2. Tun Sie sich mit einem Ihrer Nachbarn zusammen und konfigurieren Sie abwechselnd einen Rechner als syslog-server und den anderen als syslog-client! 3. Wann, wie lange und auf welchem Terminal hat sich der Systemverwalter das letzte Mal auf Ihrem Rechner angemeldet? 149

10 Fehlerüberwachung 6.7 Lösungen 1. Füge ein in /etc/syslog.conf: authpriv.info authpriv.info /var/log/auth.log root 2. Folgen Sie den Anweisungen aus dem Kapitel über Remote-Logging 3. Benutzen Sie die Kommando last und lastlog 150

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