Produktionsplanung und steuerung. Pflichtpraktikum. Einführung in die 3. Aufgabe PS-Praktikum. Bedarfsplanung

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1 und steuerung Die lässt sich grob aufteilen in die beiden Teilbereiche und ssteuerung. Der Teilbereich wird auch als s- und Beschaffungsplanung bezeichnet, eine Bezeichnung, die verdeutlicht, dass darunter nicht nur die Planung der internen Beschaffung () gemeint ist, sondern auch die Planung der externen Beschaffung von Materialien über den Einkauf. Der Teilbereich ssteuerung wird oft auch nur in der Kurzform als bezeichnet. Die Planung und Fertigung bzw. Beschaffung eines Materials kann auf verschiedene Arten geregelt sein. Diese unterschiedlichen Vorgehensweisen werden als Planungsstrategien bezeichnet. 1. Planungsstrategien in R/3 Häufig wird die Fertigung eines Erzeugnisses schon angestoßen, wenn noch kein Kundenauftrag für dieses Material vorliegt. Später eintreffende Kundenaufträge werden aus dem aufgebauten Lagerbestand versorgt. In anderen Fällen ist es hingegen sinnvoll, die Fertigung der Erzeugnisse erst bei Eintreffen des Kundenauftrags in die Wege zu leiten. Daneben existieren die unterschiedlichsten Mischformen dieser beiden Alternativen. So werden z.b. die Materialien der unteren sstufen schon vorgefertigt, während die Endmontage erst nach dem Eintreffen des Kundenauftrags in Angriff genommen wird. Diese unterschiedlichen Vorgehensweisen werden als Planungsstrategien bezeichnet. Eine Planungsstrategie wird dem Material über die Strategiegruppe im Materialstamm zugeordnet. Das SAP-System R/3 stellt ein breites Spektrum von Planungsstrategien bereit, z.b. Lagerfertigung, Kundeneinzelfertigung, Montagefertigung, etc. Für jede dieser Strategien sind verschiedene Bedarfsarten definiert, und jede Bedarfsart enthält wichtige Steuerungsparameter. Da wir in unserem Praktikum eine Lagerfertigungsstrategie bearbeiten, wird diese im Folgenden detaillierter vorgestellt. 1.1 Strategien für Lagerfertigung Bei den Lagerfertigungsstrategien werden Materialien aufgrund der Ergebnisse einer vorgeschalteten Planung (Absatz- und sgrobplanung, Prognose) gefertigt und auf Lager gelegt. Eintreffende Kundenaufträge werden aus dem Lagerbestand heraus versorgt. Die unten beschriebenen Planungsstrategien sind auf die Planung der Beschaffung (Fertigung oder Einkauf) von Komponenten durch Planung der Endprodukte ausgerichtet. Die gängigsten Planungen bei der Lagerfertigung sind u.a.: Vorplanung mit Endmontage (40), Losfertigung(30), Vorplanung ohne Endmontage/ohne KDE (52). Das betrachtete im Praktikum Beispiel erläutert die Strategie Vorplanung ohne Endmontage/ohne KDE einf3p auf Blatt 1

2 und steuerung Diese Strategie erlaubt Ihnen Komponenten auf der Basis von Planprimärbedarfen zu beschaffen. Die Fertigung des Enderzeugnisses basiert jedoch auf tatsächlichen Kundenaufträgen. Dadurch können trotz kundenindividueller Fertigung die Lieferzeiten relativ kurz gehalten werden, da bei Eintreffen des Kundenauftrags das Enderzeugnis nur noch endmontiert werden muss. Die Vorplanung ohne Endmontage sollte eingesetzt werden, wenn ein Grossteil des Wertschöpfungsprozesses bei der Endmontage anfällt. Die Vorplanung erfolgt hier durch Planprimärbedarfe auf Enderzeugnisebene (s. Bild 1, Punkt 1) Im Rahmen der werden zur Deckung der Primärbedarfe Planaufträge erzeugt. Die Besonderheit an diesen Planaufträgen ist, dass sie nicht in Fertigungsaufträge umgesetzt werden können, was eine vorzeitige Endmontage des Erzeugnisses verhindert. Zur Deckung der Sekundärbedarfe nach den Baugruppen und Komponenten werden ebenfalls Planaufträge erzeugt, die jedoch ganz normal in Fertigungsaufträge umgesetzt werden können. (s. Bild 1, Punkt 2). Die erfolgt nun bis auf Ebene der Baugruppen, eine Montage des Enderzeugnisses findet noch nicht statt (s. Bild 1, Punkt 3). Baugruppe 1 Enderzeugnis Baugruppe 2 1. Planprimärbedarf 2. Fertigung Komponente 1 Komponente 2 3. Bild 1. Vorplanung ohne Endmontage (I) Trifft ein Kundenauftrag für das Enderzeugnis ein, wird automatisch ein entsprechender Kundenbedarf erzeugt (s. Bild 2, Punkt 4) Im nächsten Materialbedarfsplanungslauf wird für diesen Kundenbedarf ein (jetzt umsetzbarer) Planauftrag erzeugt (s. Bild 2, Punkt 5). Dieser Planauftrag kann nun in einen Fertigungsauftrag umgesetzt werden, der seinerseits die Endmontage des Enderzeugnisses veranlasst (s. Bild 2, Punkt 6). einf3p auf Blatt 2

3 und steuerung Endmontage Kundenauftrag Baugruppe 1 Enderzeugnis Baugruppe 2 Planprimärbedarf Komponente 1 Komponente 2 Bild 2. Vorplanung ohne Endmontage (II) 2. s- und Beschaffungsplanung Die s- und Beschaffungsplanung umfasst die gesamte betriebswirtschaftliche Mengen- und Terminplanung innerhalb eines sbetriebs. Die s- und Beschaffungsplanung ist ablauftechnisch vor der und vor der Beschaffung positioniert und liefert diesen die notwendigen Informationen über Menge und Termin der zu produzierenden bzw. beschaffenden Materialien Innerhalb dieses Bereichs läuft die gesamte Planung ab, angefangen von der mittel- bis langfristigen Absatz- und sgrobplanung (SOP Sales und Operations Planning), über die Programmplanung bis hin zur detaillierten Materialbedarfsplanung. Ergebnis dieser Planungsprozesse sind letztlich Beschaffungsvorschläge (Planaufträge bzw. Bestellanforderungen), die festlegen, welches Material in welcher Menge zu welchem Termin gefertigt bzw. beschafft werden muss, um die vorhandenen Kunden- und Lagerbedarfe zu decken. Die Planaufträge werden dann bei Eigenfertigung in Abhängigkeit vom jeweiligen styp in konkrete Fertigungsaufträge umgesetzt. Bei Fremdbeschaffung werden die Planaufträge in Bestellanforderungen bzw. Bestellanforderungen in Bestellungen umgesetzt. 2.1 Absatz- und sgrobplanung Ziel der Absatz- und sgrobplanung (auch mit SOP für Sales and Operations Planning abgekürzt) ist es, mittel- bis langfristig die Absatzmengen abzuschätzen und daraus die zu produzierenden Mengen abzuleiten. Da dies für jedes einzelne Material zu aufwendig wäre oder gar unmöglich sein kann, arbeitet man auf dieser Planungsebene oftmals mit Produktgruppen, die mehrere verwandte Materialien zusammenfassen. einf3p auf Blatt 3

4 und steuerung In der Absatz- und sgrobplanung werden zunächst auf Produkt- oder Produktgruppenebene die Absatzzahlen z. B. wochen- oder monatsbezogen geplant, aus denen dann ein sgrobplan abgeleitet wird. Die in der Absatz- und sgrobplanung ermittelten Mengen können dann als Primärbedarfe an die Programmplanung übergeben werden. Dabei werden, falls der Grobplan auf Produktgruppenbasis erstellt wurde, die geplanten Mengen gemäß ihren Anteilsfaktoren auf die einzelnen Materialien heruntergebrochen. Im Absatzplan wird festegehalten, welche Mengen eines Produktes bzw. einer Produktgruppe nach den Erwartungen des Unternehmens zukünftig verkauft werden sollen. Diese Mengen werden periodenbezogen, meistens auf Wochen- oder Monatsbasis, erfasst. Die Pflege erfolgt in einem übersichtlichen Planungstableau, das in den Zeilen die zu planenden Größen (Absatzmenge, smenge usw.) und den Spalten die zu berücksichtigenden Perioden (auf Tages-, Wochen- oder Monatsbasis) enthält Herkunft der geplanten Absatzmengen Diese zukünftigen Absatzmengen können auf verschiedene Weise ermittelt werden. Zum einen können die Daten manuell in das Planungstableau eingetragen werden. Die Absatzmengen können zum anderen auch anhand von Vergangenheitsdaten prognostiziert werden. Dazu werden die Verbrauchswerte in der Vergangenheit herangezogen, aus denen mit Hilfe unterschiedlicher Prognosemodelle (z.b. Konstant-, Trend- und Saisonmodell) die geplanten Absatzmengen abgeleitet werden. Ist das Vertriebsinformationssystem (VIS) im Einsatz und sind dort Absatzmengen geplant, so können die Daten auch direkt von dort übernommen werden. 2.2 Programmplanung Im Rahmen der Programmplanung werden die Bedarfstermine und mengen der Endprodukte und wichtigen Baugruppen festgelegt. Die ermittelten Bedarfe bezeichnet man als Primärbedarfe. Man unterscheidet dabei Planprimärbedarfe und Kundenprimärbedarfe. Planprimärbedarfe werden unabhängig von konkreten Kundenaufträgen angelegt, während Kundenprimärbedarfe direkt aus den Kundenaufträgen resultieren. Das Ergebnis der Programmplanung, also die Menge aller Primärbedarfe, bezeichnet man als sprogramm. Das sprogramm bildet den Ausgangspunkt für die Materialbedarfsplanung. In der Programmplanung wird für die jeweiligen Materialien festgelegt, nach welcher Planungsstrategie (Vorplanung mit Endmontage, Vorplanung ohne Endmontage, Kundeneinzelfertigung usw.) sie zu fertigen sind. Planprimärbedarfe werden angelegt, in dem man für ein bestimmtes Erzeugnis (Material oder Produktgruppe) den Termin, an dem dieses benötigt wird (Bedarfstermin) und die benötigte Menge (Bedarfsmenge) angibt bzw. die Bedarfe für ein Erzeugnis aus anderen Quellen übernimmt. einf3p auf Blatt 4

5 und steuerung Die Planprimärbedarfe können auf Grundlage unterschiedlicher Informationen ermittelt werden. Es können die Absatz- bzw. smengen der vorgelagerten Absatz- und sgrobplanung übernommen werden. Die Planprimärbedarfe können selbstverständlich manuell durch die Eingabe von Mengen und Terminen gepflegt werden. Man kann sich die Planprimärbedarfe auch aus den Verbrauchsdaten der Vergangenheit prognostizieren lassen (unser Fall im Praktikum). Kundenprimärbedarfe werden beim Anlegen von Kundenaufträgen automatisch erzeugt. Manuelle Eingabe SOP Absatzplan SOP splan Materialprognose Anderen Plan übernehmen sprogramm Materialbedarfsplanung Bild 3. Herkunft Planprimärbedarf 3. Materialbedarfsplanung Die zentrale Aufgabe der Materialbedarfsplanung ist es, die Materialverfügbarkeit sicherzustellen, d.h. innerbetrieblich und für den Verkauf die erforderlichen Bedarfsmengen termingerecht zu beschaffen. Dazu gehört die Überwachung der Bestände und insbesondere die Erstellung von Beschaffungsvorschlägen für den Einkauf und die Fertigung. Ergebnis der sind u.a. Planaufträge, die bei eigengefertigten Materialien in Fertigungsaufträge und bei fremdbeschafften Materialien in Bestellanforderungen umgewandelt werden können. Dabei bemüht sich die um den optimalen Weg zwischen bestmöglicher Lieferbereitschaft und Minimierung der Kosten und der Kapitalbindung Für die Planung eines Materials ist immer ein Disponent verantwortlich, der ihm im Materialstamm zugeordnet ist. Die SAP-Komponente (PP-MRP) unterstützt und entlastet den Disponenten in seinem Aufgabenbereich. Zu dessen Tätigkeiten gehört es, Art, Menge und Zeitpunkt des Bedarfs festzustellen und die notwendigen Mengen sowie einf3p auf Blatt 5

6 und steuerung Termine zur Bedarfsdeckung zu ermitteln. Für die Ermittlung der Mengen müssen die Bestände, Bestandsreservierungen und der Bestellbestand berücksichtigt werden sowie für die Ermittlung der Termine die Durchlauf- und Beschaffungszeiten. Für die Ermittlung des Beschaffungsvorschlags legt der Disponent materialspezifisch das geeignete Dispositionsund Losgrößenverfahren fest. Ausgangspunkt der Materialbedarfsplanung sind zu deckende Bedarfe (Kunden- und Planprimärbedarfe, Prognosebedarfe usw.) Sekundärbedarfe Materialbedarfsplanung Planprimärbedarfe Kundenaufträge Reservierungen Planauftrag Umsetzen Fertigungsauftrag Bestellanforderung Lieferplaneinteilung Bestellung Lager Bild 4. Ablauf Materialbedarfsplanung (1) einf3p auf Blatt 6

7 und steuerung Reichen der verfügbare Lagerbestand eines Materials und die fest eingeplanten Zugänge nicht aus, um die existierenden Bedarfe zu decken, wird von dem Planungslauf ein Bestellvorschlag erzeugt, in der Regel ein sogenannter Planauftrag. Der Planauftrag ist eine Anforderung der Planung an die oder den Einkauf, die Beschaffung eines Werksmaterials in einer bestimmten Menge zu einem festgelegten Termin zu veranlassen (s. Bild 4) 3.1 Sekundärbedarf Wenn es sich bei dem Material um ein eigengefertigtes Material handelt, muß die Beschaffung der für die Fertigung benötigten Komponenten geplant werden. Dazu wird die Stückliste des Materials aufgelöst, wobei sogenannte Sekundärbedarfe erzeugt werden. Für diese Sekundärbedarfe wird nun wiederum überprüft, ob sie durch Lagerbestand und Zugänge gedeckt werden. Sollte dies nicht der Fall sein, werden auch für diese Materialien Planaufträge erzeugt. Auf diese Weise werden auf jeder Stücklistenstufe Planaufträge zur Bedarfsdeckung erzeugt, wenn eine Unterdeckung vorliegt. Sobald die die Mengen- und Terminplanung abgeschlossen hat, werden diese Planaufträge in Fertigungsaufträge (bei Eigenfertigung) und Bestellanforderungen (bei Fremdbeschaffung) umgesetzt (s. Bild 5). Enderzeugnis Kundenauftrag/Planprimärbedarf Planauftrag Baugruppe 1 Baugruppe 2 Sekundärbedarf Planauftrag Rohstoff 1 Rohstoff 2 Rohstoff 3 Sekundärbedarf Bestellanforderung Bild 5. Ablauf Materialbedarfsplanung (2) einf3p auf Blatt 7

8 und steuerung 3.2 Planung Die Materialbedarfsplanung kann als Gesamt- oder als Einzelplanung durchgeführt werden. Die Gesamtplanung wird für ein ganzes Werk oder für einen zuvor festgelegten Planungsumfang durchgeführt. In einem Planungsumfang können verschiedene Werke oder Dispositionsbereiche zusammengefasst werden, die gemeinsam geplant werden sollen Die Einzelplanung wird für ein bestimmtes Material bezogen auf ein Werk bzw. auf einen Dispositionsbereich durchgeführt. Der Planungslauf wird dabei entweder einstufig oder mehrstufig ausgeführt. Bei der einstufigen Einzelplanung findet keine Stücklistenauflösung statt, und es wird demnach nur eine Stufe geplant. Die mehrstufige Einzelplanung plant zusätzlich alle darunterliegenden Stücklistenstufen. (s. Bild 6) Bild 6. Einstiegsbild Einzelplanung (mehrstufig) einf3p auf Blatt 8

9 und steuerung Vor jedem Planungslauf kann man über Steuerungsparameter festlegen, wie der Planungsablauf vonstatten gehen soll und welche Ergebnisse er liefern soll. Mit dem Erstellungskennzeichen wird festgelegt, welche Ergebnisse der Planungslauf liefern soll. Man kann damit z.b. für fremdbeschaffte Materialien festlegen, ob für diese grundsätzlich Bestellanforderungen oder zunächst nur Planaufträge erzeugt werden sollen. Des weiteren kann man angeben, ob nach dem Planungslauf eine Dispositionsliste erzeugt werden soll oder nicht. Mit dem Kennzeichen Terminierung legt man fest, ob zusätzlich zur Bestimmung der Ecktermine (Plantermine) für eigengefertigte Materialien eine Durchlaufterminierung durchgeführt wird. Die Durchlaufterminierung errechnet die genauen sstart- und sendtermine. Nur nach einer Durchlaufterminierung werden Kapazitätsbedarfe erzeugt. Als Ergebnis des Planungslaufs erhält man eine Menge von Zugangselementen (Planaufträge und Bestellanforderungen), die zur Deckung der Bedarfe erforderlich sind. Das Ergebnis wird in Form einer Dispositionsliste festgehalten, die als Grundlage für die weitere Arbeit des Disponenten dient. 3.3 Dispositionsverfahren Wie ein Material geplant wird, wird durch das Dispositionsverfahren bestimmt. Das Dispoverfahren wird dem Material über das Dispositionsmerkmal im Materialstamm zugewiesen. Bei den Dispositionsverfahren lässt sich zwischen plan- und verbrauchsgesteuerten Dispositionsverfahren unterscheiden. Wesentliches Merkmal der plangesteuerten (deterministischen) Disposition (PD) ist, dass sie sich an vorliegende Bedarfe (Kundenbedarfe, Planprimärbedarfe, Materialreservierungen usw.) orientiert. Die Planung führt eine Nettobedarfsrechnung aus, bei der die Bedarfe dem verfügbaren Lagerbestand und den fest eingeplanten Zugängen (Aufträge, Bestellungen usw.) gegenübergestellt werden. Sind der Bestand und die Zugänge zur Deckung der Bedarfe nicht ausreichend, dann werden Bestellvorschläge erzeugt. Die Menge des Materials, die mit dem Bestellvorschlag beschafft werden soll, wird anhand des im Materialstamm angegebenen Losgrößenverfahrens ermittelt. Da bei plangesteuerter Disposition mit exakten Bedarfsmengen geplant wird, kann mit relativ niedrigen Sicherheitsbeständen gearbeitet werden. Im Gegensatz zur plangesteuerten Disposition orientieren sich die Verfahren der verbrauchsgesteuerten Disposition nicht an vorliegenden Bedarfe, sondern basieren auf Verbrauchsdaten aus der Vergangenheit. Hierbei unterscheidet man nochmals zwischen Bestellpunktverfahren und stochastischer Disposition. einf3p auf Blatt 9

10 und steuerung 3.4 Auswertung Planung bzw. Bedarfs-/Bestandssituation Ein komfortables Werkzeug, um sich das Ergebnis des letzten Planungslaufs anzeigen zu lassen, ist die Dispositionsliste. Die aktuelle Bedarfs- und Bestandssituation kann mit der aktuellen Bedarfs-/Bestandsliste angezeigt und ausgewertet werden. (s. Bild 7) Bild 7. Bedarfs-/Bestandsliste für das Material 52S1-01 In der Bedarfs-/Bestandsliste wird die im Augenblick gültige Bedarfs- und Bestandssituation eines Materials angezeigt. Bei einem Planungslauf erstellt das System in Abhängigkeit vom Erstellungskennzeichen Dispositionslisten. Diese enthalten das jeweilige Planungsergebnis des Materials. Die Dispositionsliste stellt immer die Bedarfs- und Bestandssituation zum Zeitpunkt der letzten Planung dar und bildet die Arbeitsgrundlage für den Disponenten. Veränderungen, die nach dem Planungstermin erfolgen, bleiben unberücksichtigt. Die Liste ist also statischer Natur. Die Dispositionsliste bleibt so lange im System gespeichert, bis sie entweder manuell gelöscht oder beim nächsten Planungslauf durch eine neu erzeugte Liste ersetzt wird. Die Positionen sind nach Dispositionsdaten zu einzelnen Abschnitten zusammengefasst. Der wesentliche Unterschied zur Bedarfs-/Bestandsliste besteht darin, dass die verschiedenen Dispositionselemente jeweils beim Aufbau der Liste neu eingelesen und angezeigt werden. Dadurch sieht man in der Bedarfs- und Bestandsliste immer die momentane Verfügbarkeitssituation des Materials (dynamische Sicht), während die Dispositionsliste die Bedarfs- und Bestandssituation zum Planungszeitpunkt wiedergibt. einf3p auf Blatt 10

11 und steuerung 4. Die deckt den gesamten Bereich der ssteuerung ab. Sie knüpft direkt an die s- und Beschaffungsplanung an und setzt auf den daraus resultierenden Ergebnissen auf. Innerhalb der läuft die gesamte Planung, Durchführung und Kontrolle der Fertigung von der Erstellung und Verwaltung der jeweiligen saufträge, der zugehörigen Kapazitätsplanung, dem Durchführen der Warenbewegungen bis hin zur Auftragsabrechnung ab. Die Art der Fertigung ihrerseits ist abhängig vom styp. Auftragsabrechnung Bestellvorschlag Lagereingang Auftragskopf Auftragseröffnung Rückmeldungen Vorgänge Verfügbarkeitsprüfung Durchführung Materialentnahme Auftragsdruck Kosten Komponenten FHM Auftragsfreigabe Kapazitätsplanung Bild 8. Überblick einf3p auf Blatt 11

12 und steuerung 4.1 stypen in R/3 Bei den Fertigungsabläufen in der industriellen wird in Abhängigkeit vom Nachfrageverhalten, der Produktstruktur und der Ablauforganisation zwischen verschiedenen stypen unterschieden. Jeder styp stellt unterschiedliche Anforderungen an die Planung und Steuerung der. Das SAP-System R/3 bietet dazu eine durchgängige Lösung an, die alle gängigen stypen (Diskrete Fertigung, Serienfertigung, Prozessfertigung und sversorgung mit Kanban) unterstützt. Im Folgenden werden vier wichtige stypen vorgestellt Diskrete Fertigung Die diskrete Fertigung (auch Werkstattfertigung) beschreibt die Fertigung eines Erzeugnisses auf der Basis von Fertigungsaufträgen. Die kommt dann zum Einsatz, wenn die zu produzierenden Erzeugnisse häufig wechseln, wenn die Bedarfe sehr unregelmäßig auftreten und die Fertigung werkstattorientiert abläuft. Die diskrete Fertigung beginnt mit der Eröffnung und Bearbeitung eines Fertigungsauftrages Serienfertigung Die Serienfertigung ist charakterisiert durch eine zeitraum- und mengenbezogene Erstellung und Bearbeitung von splänen (weniger einzellos- und auftragsbezogene Bearbeitung). Über einen bestimmten Zeitraum wird eine Menge eines gleichbleibenden Erzeugnisses gefertigt. Das Erzeugnis durchläuft in einem stetigen Fluss die Maschinen und Arbeitsplätze, wobei Zwischenerzeugnisse in der Regel nicht zwischengelagert werden. Im Vergleich zur einzellos- und auftragsbezogenen ssteuerung ist bei der Serienfertigung der ssteuerungsaufwand deutlich geringer, und die Istdatenerfassung gestaltet sich recht einfach. Die Serienfertigung bietet sich für die unterschiedlichsten Industrien an, wie z.b. Markenartikel, Elektronik, Halbleiter, Verpackungen usw. Die Serienfertigung kann als reine Lagerfertigung eingesetzt werden. Die hat dabei keinen direkten Bezug zum Kundenauftrag. Die Bedarfe werden in der Programmplanung erzeugt, und die Kundenaufträge werden aus dem Lager bedient. Auch eine kundenauftragsbezogene Fertigung wie z.b. in der Automobilindustrie lässt sich mit den Mitteln der Serienfertigung realisieren. Die hat einen direkten Bezug zum Kundenauftrag bzw. wird direkt aus dem Kundenauftrag heraus angestoßen Prozessfertigung Die Prozessfertigung wird charakterisiert durch eine charge- und rezeptorientierte Herstellung von Produkten bzw. Kuppelprodukten in der Prozessindustrie. Haupteinsatzgebiete der Prozessfertigung sind die chemische, pharmazeutische Nahrungsund Genussmittelindustrie sowie die prozessorientierte Elektronikindustrie. einf3p auf Blatt 12

13 und steuerung KANBAN Kanban ist ein Verfahren zur s- und Materialflusssteuerung, das von einer aufwendigen Planung der Bedarfsmengen absieht und verbrauchsorientiert steuert. Die Fertigung bzw. Beschaffung eines Materials wird erst dann veranlasst, wenn dieses Material auch tatsächlich benötigt wird. Die benötigten Komponenten werden in einer bestimmten Menge vor Ort in Behältern bereitgehalten. Ist einer der Behälter leer, so wird der Nachschub dieser Komponente angestoßen. Die steuert beim Kanban den Nachschub weitestgehend selbst. Dieses Verfahren führt zu einer Minimierung der Bestände, weil nur das produziert wird, was auch wirklich gebraucht wird. einf3p auf Blatt 13

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