Der Heilige Abend mit Gästen

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1 Der Heilige Abend mit Gästen Anregungen für GastgeberInnen zur Gestaltung einer Weihnachtsfeier Anregung zur Vorbereitung Gäste einbeziehen Laden Sie Ihre Gäste rechtzeitig ein, an der Gestaltung der Feier mitzuwirken: z. B. durch einen Musikbeitrag (z. B. Klavier, Flöte, Gitarre), mit einem Gedicht, oder durch Lesung des Weihnachtsevangeliums. Ein gesegnetes Weihnachtsfest Liebe Gäste, ich freue mich mit Ihnen diese weihnachtliche Feierstunde zu begehen und lade Sie herzlich zum Mitsingen und Mitfeiern ein. An den Anfang möchte ich folgenden Text stellen: Seite 1

2 Hingabe Meistens wird Gott ganz leise Mensch die Engel singen nicht die Könige gehen vorbei die Hirten bleiben bei ihren Herden meistens wird Gott ganz leise Mensch von der Öffentlichkeit unbemerkt von den Menschen nicht zur Kenntnis genommen in einer kleinen Zweizimmerwohnung in einem Asylantenwohnheim in einem Krankenzimmer in nächtlicher Verzweiflung in der Stunde der Einsamkeit in der Freude am Geliebten meistens wird Gott ganz leise Mensch, wenn Menschen zu Menschen werden (aus: Andrea Schwarz, Wenn ich meinem Dunkel traue Verlag Herder, Freiburg, 8. Aufl. 2001) Ich lade nun ein, den Klängen der Musik (Weihnachts-CD oder Live-Musik) zu lauschen, ein wenig innezuhalten und vielleicht auf den Spuren der Dankbarkeit der Weihnachtsfreude nachzuspüren, dass Gott uns zur Seite stehen will. (Musik) Seite 2

3 Texte zur Krippe (lesen, bei leiser Musik im Hintergrund) Ich wünsche dir Zeit Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben. Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben: Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen, und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen. Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und Denken, nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken. Ich wünsche dir Zeit - nicht zum Hasten und Rennen, sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen. Ich wünsche dir Zeit - nicht nur so zum Vertreiben. Ich wünsche, sie möge dir übrig bleiben als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun, anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun. Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen, und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen. Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben. Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben. Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden, jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden. Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben. Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben! (Aus: Elli Michler, Dir zugedacht. Wunschgedichte. Don Bosco Verlag, München, 18. Aufl. 2002) Seite 3

4 Nehmen wir uns jetzt die Zeit, hinzuhören auf die frohe Botschaft von Weihnachten, wie sie uns das Evangelium nach Lukas erzählt: In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazareth in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. In jener Zeit lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade. Als die Engel sie verlassen hatten und in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Kommt, wir gehen nach Bethlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ. So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Seite 4

5 Singen wir nun gemeinsam das wohl berührendste Weihnachtslied: Stille Nacht! Heilige Nacht! T: Josef Mohr 1818 (Urfassung), M: Franz Xaver Gruber 1818 (Urfassung) Seite 5

6 Zum Abschluss unserer Feier möchte ich Ihnen die Gedanken einer 82- jährigen Bäuerin mit auf den Weg geben, mögen wir wieder Zeit finden für die menschlichen Seiten des Lebens: Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich mir nicht mehr so viele Sorgen um Kleinigkeiten machen, ich würde mir öfters Zeit nehmen, für die Menschen und die Dinge, die mir wirklich wichtig sind, ich würde mich öfters auf die Hausbank setzen und zu den Sternen am Himmel aufschauen, ich würde öfters über die Felder gehen und die Sonne spüren und den Schnee und den Wind, ich würde meine Gefühle wichtiger nehmen, ich würde öfters lachen und auch weinen, ich würde meine Mahlzeiten nicht mehr so hastig und gedankenlos verschlingen, sondern mit tiefer Dankbarkeit für alles, was da ist, ich würde jeden Tag annehmen als einmaliges, nie wiederkehrendes Geschenk, ich würde euch, meinen Kindern und Enkelkindern, nicht mehr so viele Ratschläge geben, sondern mehr darauf vertrauen, dass ihr euch schon in rechter Weise entwickeln werdet, ich würde in euch den Glauben an einen Gott wecken, einen Gott, der mich und die Meinen durch all unsere Irrtümer und Fehler, durch unsere Freuden und Erfolge begleitet, einen Gott, der dort, wo wir schuldig geworden sind, diese Schuld mit uns trägt, der uns im Auf und Ab des Lebens Hilfe und Stütze ist Ich wünsche Ihnen allen und den Menschen an Ihrer Seite ein sehr friedvolles und gesegnetes Weihnachtsfest, danke für s Mitfeiern und noch einen harmonischen schönen Abend. Seite 6

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