4.Gestaltung neuer strategisch -orientierer Zulieferer-Abnehmer-Beziehungen (Z-A-B) Traditionelle vs. Neue Beziehungen

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1 4.Gestaltung neuer strategisch -orientierer Zulieferer-Abnehmer-Beziehungen (Z-A-B) Traditionelle vs. Neue Beziehungen Traditionelle Z-A-B Einstandspreis als vordergründiges Lieferanten-Auswahlkriterium Neue Z-A-B Produktions-, Logistik-, und Entwicklungs- Kompetenz als vorrangige Auswahlkriterien Relativ zeitlich eng begrenzte Kooperation (z. Bsp. 1 Jahr) Langfristige Partnerschaft über Produkt bzw. Modellzyklus Mehrere Lieferanten je Materialart /- -sortiment Relativ viele Änderungswünsche des Abnehmers nach Serienanlauf Kein bzw. wenig Austausch von Kosteninformationen, insges. begrenzte Informationspolitik Qualitätsprüfung nach Wareneingang beim Abnehmer Schwankende Lieferabrufe wenige Lieferanten je Materialart /- -sortiment Relativ wenige Änderungswünsche des Abnehmers nach Serienanlauf Austausch von Kosteninformationen, umfassende Informationspolitik Abgestimmtes Qualitätsmanagement, erhöhte Lieferantenverantwortung Lieferantenförderung, fö -entwicklung, -pflege Abgrenzungs- bzw. Konkurrenzverhalten 1

2 Multiple Sourcing und Single Sourcing Multiple Sourcing (sinngem. Mehr-Quellen-Versorgung, Order Splitting) bezeichnet die Aufteilung von Bezugsmengen für eine definierte Materialart bzw. für ein Materialsortiment auf mehrere Lieferanten. In ausgeprägter Form entspricht diese Z-A-B-Beziehung eher einem traditionellen Materialbezug. Tendenziell ist jedoch häufig auch beim Multiple Sourcing ein sinkender Lieferanten-Umfang zu beobachten. Single Sourcing (Ein-Quellen-Bezug) charakterisiert den Bezug von Material für ein definiertes Sortiment von einem einzigen Lieferanten. In der Praxis können jedoch auch Argumente für einen zweiten bzw. einige wenige Lieferanten sprechen. Aufgabe: Leiten Sie aus der Charakteristik des Multiple bzw. des Single Sourcing Vor- und Nachteile dieser Z-A-B- Beziehungen ab! Multiple Sourcing Vorteile Nachteile Single Sourcing 2

3 Modular Sourcing Modular Sourcing charakterisiert die Ausgliederung und den Bezug standardisierter, wert -und montageintensiver, funktionsgeprüfter Baugruppen (sog. Module) von Lieferanten (sog. Modul- oder Systemlieferanten). Diese Baugruppen fließen meist durch Montageprozesse-in das Endprodukt der Abnehmer (OEM-Original Equipment Manufacturer) ein. 4th-tier 3rd-tier 2nd-tier 1th-tier OEM Rohstoff- Lieferanten Teilelieferanten Komponen- ten- Lieferanten Modul- Lieferanten Hersteller (OEM) z.b. Gummi Kunststoff Draht z.b. Kabel Hebel Winkel Normteile z.b. Schalter Sensoren Sicherungen z.b. Frontend Cockpit z.b. PKW Prozesskette eines Moduls-Prinzipbild 3

4 Kompetenzfeld-bezogene Auswahlkriterien für Modullieferanten Beispiele möglicher Auswahlkriterien Kompetenzfelder Produkt Forschung und Entwicklung Produktion, insb. Montage Logistik Erzeugnisaufbau Materielles F / E-Potential Produktionskapazitäten Innovationspotential Variantenumfang Know-how Personal-Qualifikation Logistikkapazitäten Stellung in der Zulieferkette Personal-Qualifikation lifik i Flexibilitätspotentiale i l Flexibilitätspotentiale i l Standardisierungsgrad Technologische Basis Güte des QM-Systems Logistik-Know-how Funktion Finanzstärke Mechanisierungsgrad gg Werkstoffe Innovationsrate Automatisierungsgrad DV-Einsatz (C-Techniken) Kostenstruktur PPS-System KANN-Felder (wünschenswert) MUSS-Felder 4

5 Mögliche Entwicklungsperspektiven für Zulieferer Zulieferer- Kompetenz Leistungen Vordefinierte Einzelprodukte Komplexe Systemlösungen Produktions- Know-how Produktionsspezialist Produktund Produktions- Know-how 1 2 Teilefertiger 3 4 Entwicklungspartnerschaften Wertschöpfungspartner Mögliche Entwicklungspfade eines spezialisierten i Teilefertigers zum Systemlieferanten (Wertschöpfungspartner) 1 Der Teilefertiger produziert nach Plänen 3 Der Entwicklungspartner entwickelt und produziert des Abnehmers weitgehend standardisierte eigenständig spezielle Teile, Komponenten oder Produkte. Baugruppen für komplexe Produkte des Abnehmers. Produkt-Know-how des Zulieferers und Abnehmers werden verbunden. 2 Der Produktionsspezialist fertigt komplexe Produktsysteme und gestaltet eigenständig und auf eigenes Risiko ik produktspezifische Prozessinnovationen. 4 Der Wertschöpfungspartner ist durch hohe Problemlösungskompetenz für Produktentwicklung und Prozessinnovation charakterisiert. i t Er liefert einbaufertige und montagegerechte Produkte und steuert i. d. R. eigenständig ihm vorgelagerte Prozessketten. 5 5

6 Bewertung des Modular Sourcing Modular Sourcing führt zur Herausbildung sog. Modullieferanten (oft auch als Systemlieferanten oder Wertschöpfungspartner bezeichnet). Diese Form der Z-A-B wird häufig auch als Single Sourcing realisiert. Aufgabe: Bewerten Sie bitte zusammenfassend Vor- und Nachteile bzw. Chancen und Risiken des Modular Sourcing aus Abnehmer- und Zulieferer-Sicht! 6

7 Global Sourcing Global Sourcing charakterisiert die strategisch-orientierte, systematische Ausdehnung der unternehmerischen Beschaffungspolitik auf internationale Beschaffungsquellen. Ziele Sicherung / Erschließung von Bezugsquellen Ausnutzung globaler Kostenunterschiede Nutzen globaler Leistungsund Know-How-Vorteile Formen des Global Sourcing Wechselkurs- Schwankungen als besonderes Risiko Direkte Materialbeschaffung von ausländischen Lieferanten Indirekte Beschaffung über Beschaffungsmittler Vergabe von Lohnarbeit in das Ausland Komplette Auslagerung g der Produktion in das Ausland 7

8 Global Sourcing-Bewertung, Voraussetzungen Aufgabe: Diskutieren Sie zusammenfassend Vor- und Nachteile bzw. Chancen und Risiken des Global Sourcings aus der Sicht eines beschaffenden Unternehmens! Überlegen Sie, über welche Voraussetzungen ein beschaffendes Unternehmen verfügen sollte, um erfolgreich Global Sourcing zu betreiben! 8

9 Simultaneous Engineering Simultaneous Engineering (auch kurz als SE-Arbeitsweise bezeichnet) i st eine allgemeingültige, branchenunabhängige Methode der komplexen sowie zeitlich parallelen Produkt- und Prozeßgestaltung. Der Kerngedanke besteht darin, Prozeßabläufe der Produktentwicklung und Produktionsvorbereitung,, die herkömmlich nacheinander ablaufen, weitestgehend zeitlich parallel oder überlappt durchzuführen. Die Beschaffungslogistik stellt in diesem Prozeß ein wichtiges Bindeglied dar, in dem sie beiträgt, die Produktion neuer Produkte durch bedarfs- und qualitätsgerechte sowie kostengünstige Rohmaterialien, und Stufenprodukte abzusichern. Prinzip P R O D U K T E N T W I C K L U N G S- U N D Ü B ER L E I T U N G S P R O Z E S S S E R I E N A N L A U F Konzept Funktionsmuster Prototyp Fertigungsmuster Produktions vorbereitung Beschaffung Vorserie Nullserie Herkömmlicher Prozessablauf Konzept Simultaneous Engineering Funktionsmuster Fertigungsmuster Beschaffung Vorserie Nullserie Zeitverkürzung 9

10 Industriepark-Modell vs. dezentrale Lieferanten-Ansiedlung Ein Industriepark (Lieferanten- bzw. Supplier-Park) ist eine partnerschaftlich abgestimmte, räumlich konzentrierte Form der vernetzten Zusammenarbeit mehrerer Wertschöpfungspartner p im Sinne einer regionalen Clusterung (vgl. hierzu WILDEMANN, Einkaufspotentialanalyse, München, 2000, S.227). Dezentrale Lieferanten-Ansiedelung charakterisiert eine Anordnung von Lieferanten in relativer Nähe von Abnehmern, jedoch in räumlich loser Form. Die Lieferanten können in verschiedenen Gewerbe- Gebieten tätig sein. Modullieferant Informationen Modullieferant Informationen Material Material Komponentenfertiger Komponentenfertiger Logistik-Dienstleister Logistik-Dienstleister Teilefertiger Teilefertiger 10

11 Industriepark-Kurzcharakteristik Ein Industriepark wird insbesondere durch folgende Merkmale charakterisiert: Räumliche Integration von Lieferanten, die wertintensive, variantenreiche Systeme (Module) produzieren und bereitstellen Materialbereitstellung nach dem JIT-Prinzip in der Form Just-in- Sequenz (JIS) an den Bedarfsort der Abnehmer (OEM) Kopplung der ERP- / PPS-Systeme zwischen Lieferanten und Abnehmer Gemeinsame Produktionsplanung / -steuerung, einschließlich Kapazitätsabgleich zwischen den Partnern Nutzung der im Industriepark geschaffenen Infrastruktur Nutzung von Angeboten der Logistik-Dienstleister Rahmenverträge zwischen Lieferanten und Abnehmern, die sich am Produktlebenszyklus orientieren Gegenseitige Auditierung der zusammenarbeitenden Partner 11

12 Zeitfenstersteuerung Die Zeitfenstersteuerung dient der Optimierung von Prozessen der Wareneingangsabwicklung beim beschaffenden Unternehmen, in für LKW-Transporte von Speditionen Intervalle (sog. Zeitfenster) f ür Ankunfts- / Abfertigungszeiten verbindlich vereinbart werden. Die Steuerung wird durch sog. LKW-Informationssysteme als spezielle IT-Lösungen unterstützt. Ziele Glättung der beschaffungsseitigen Warenströme Verbesserung der Planbarkeit der Entlade- und Umschlagprozesse Sicherung einer hoherh Auslastung der Kapazitäten im Wareneingang Erhöhung der Transparenz bei LKW-Ankunftszeiten Reduzierung der Standzeiten der LKW Prinzip Disposition Lieferant bzw. Spediteur Transport-Koordination ti (Zeitfenstersteuerung) Beschaffung (Einkauf) 12

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