Kreistagssitzung am mit Hr. Miehle Fregin (KVJS) Vorstellung des 13. Kinder und Jugendberichts der Bundesregierung. Diskussion im Plenum

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2 Kreistagssitzung am mit Hr. Miehle Fregin (KVJS) Vorstellung des 13. Kinder und Jugendberichts der Bundesregierung. Diskussion im Plenum über evt. notwendige Verbesserungen bei der örtlichen Jugendhilfe. Vorschlag von Freiem Träger (Herr Hamberger / MBH) Kinder psychisch kranker Eltern in den Fokus zu nehmen (auch wg. Betroffenheit der Einrichtung). Bildung und Arbeit einer entsprechenden AG im Jugendamt ab dem

3 Psychische Störungen und Erkrankungen sind außerordentlich vielgestaltig. Abgrenzungen zu Verhaltensauffälligkeiten / Verhaltensstörungen sind häufig schwierig und kontextgebunden. Krankheitswert erhalten Symptome bei Betroffenen sowohl durch äußere Zuschreibungen (u. a. Diagnosen) bzw. durch die Selbstwahrnehmung der Menschen. Medizinische Diagnoseschemata decken nicht alle Teilbereiche psychischer Auffälligkeiten ab.

4 o ICD 10: International Classification of Diseases Version 10. Dieses Diagnoseschema wird international angewandt und auch so von der UNO bzw. der WHO empfohlen. Dieses bezieht sich u. a. auf: o DSM IV: Diagnostic and Statistic Manual of Mental Diseases Version 4.(von 1994) Dieses Diagnoseinstrument stammt aus den USA und wird dort und im gesamten englischsprachigen Raum angewendet. (Wird gerade neu überarbeitet und demnächst veröffentlicht)

5 !"#$% &'()*+,-'.!#/0,01% #20 ( 03 1% 4-5 "# 0 1% " 6 #0 7 1% "8# 0 1% 9 1& 6 #: 0 6 1%

6 6 8 o Psychische Störungen werden nicht erkannt / diagnostiziert. o Körperliche Beschwerden verdecken dahinterliegende psychische Störungen, z.b. haben 85% der Rückenbeschwerden bei Männern keine nachweisbare organische Ursache. o U. a. dadurch sehr lange Erkrankungsdauer bis zur 1. (klinischen) Intervention: im Mittel 7,4 Jahre! o Zusätzlich: häufig keine Therapieaufnahme u. a. Ablehnung durch Patienten ( Ich bin doch nicht verrückt! ) sowie schlechte Versorgung durch fehlende Therapeuten / Ärzte und deshalb teilweise sehr lange Wartezeiten.

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10 7; o Hohe Komorbidität: 39,5% aller Menschen, die eine psychische Störung haben, leiden an mehr als einer psychischen Störung. o Die weitaus größte Zahl psychischer Störungen nimmt ihren Anfang im 2. oder 3. Lebensjahrzehnt. o In hohem Alter (ab 65 Jahren) nimmt die Zahl der (nichtorganischen) psychischen Störungen eher ab. o Angststörungen zeigen sich mit 20% aller Erkrankungen schon in einem Alter von weniger als 10 Jahren. o Depressive Störungen manifestieren sich eher im 3. und 4. Lebensjahrzehnt. o Schizophrenien zeigen sich meist im frühen Erwachsenenalter.

11 / < o o o o o Psychische Störungen führen zu längeren Krankschreibungen als andere Krankheiten 19,8 zu 9,9 Tagen pro Jahr. ca. 33% aller Verrentungen (2005) entfielen auf psychische Störungen (1993 = 15%) Die absolute Zahl war lange relativ konstant und nimmt erst seit 2007 () bzw () tatsächlich zu. Aus allen Surveys lassen sich bislang keine Hinweise auf eine dramatische Zunahme von psychischen Störungen ableiten. Nur bei substanzbezogenen Störungen gibt es eine leichte Zunahme der Zahlen in den jüngeren Altersgruppen. Übereinstimmend wird jedoch eine größere Akzeptanz und damit steigende Zahlen psychiatrischer Diagnosen in der Gesellschaft konstatiert.

12 Es wurden 247 Haushalte gemeldet insgesamt erhielten etwa Haushalte Hilfen zu diesem Zeitpunkt. Es waren 522 Kinder betroffen. Es gab Angaben zu 217 Müttern und nur zu 83 Vätern. Psychisch kranke Eltern (Mütter!) leben selten in stabilen Beziehungen sondern sind meist alleinstehend (geschieden, getrennt). In 65 Fällen (und 27 (wurden Depressionen als Störung benannt. In jeweils ca. 20 Fällen: Schizophrenie, Borderlinestörungen und weitere Persönlichkeitsstörungen. '

13 '' Die Zahlen der gesicherten Diagnosen und der qualifizierten Vermutungen hielten sich die Waage. Bei 53% der Haushalte gab es zum Zeitpunkt der Erhebung eine ärztliche Behandlung. Ca. 30% der Betroffenen hatten schon stationäre Krankenhausaufenthalte hinter sich. Bei etwa 40% der Eltern gab es Krankheitseinsicht, bei ca. 30% gab es keine Krankheitseinsicht. In ca. 60% der Fälle gab es neben der Erkrankung auch noch weitere massive Probleme (Geldmangel, drohender Wohnungsverlust, Arbeitslosigkeit etc.)

14 ''' In 44 Fällen erhielten die Haushalte Beratungshilfen. (z. T. deklariert als Fuß in der Tür haben). In 134 Fällen gab es ambulante Hilfen. In 85 Fällen eine stationäre Hilfe gem. 33 & 34. Zu diesem Zeitpunkt waren dies ca. 35% aller stationären Hilfen im gesamten Landkreis.

15 '. Eine generalisierte Beziehungsstörung wurde in 57% der Fälle benannt. In 63% war die Eltern Kind Beziehung deutlich gestört. In 60% war die Trennung vom derzeitigen Partner ein erheblicher Belastungsfaktor. Armut / Arbeitslosigkeit spielte in 50% der Fälle eine große Rolle.

16 ; " Die durchschnittliche Kinderzahl je Mutter liegt bei 2,11, während sie im Landkreis zwischen 1,52 und 1,70 liegt. Ca. 30% der Haushalte hatten 3 und mehr Kinder (Land 2011: ca. 11%), darunter waren: 14 mit 4 Kindern 5 mit 5 Kindern 7 mit 6 11 Kindern

17 ; " Nur ein Teil der Kinder lebte zum Zeitpunkt der Erhebung noch in den Haushalten, der Rest war schon untergebracht, lebte bei anderen Elternteilen oder war schon selbständig. Der Zeitraum in der die Mütter Kinder zur Welt brachten war häufig sehr lang und (bei mehr als einem Kind) unabhängig von der Kinderzahl, eher von der biologischen Fruchtbarkeit begrenzt. Eine reguläre Familienplanung kann durch die Störungen entweder gar nicht oder nur sehr eingeschränkt erfolgen. Betroffene Haushalte weisen deshalb außergewöhnlich lange Betreuungszeiten auf!

18 =' Fachforum der Martin- Bonhoeffer- Häuser am zu den Erscheinungsformen psychischer Erkrankungen mit dem Ziel, die fachliche Diskussion im Landkreis Tübingen bzgl. dieses Problembereichs zu unterstützen. Informationsveranstaltung zum gleichen Thema mit Prof. Dr. Günter (Kinder- und Jugendpsychiatrie Tübingen) für die Träger der Jugendhilfe am im LRA Tübingen. Nachhaltige und möglichst frühzeitige Integration von Kindern in Ganztagesstrukturen der Kindertagesbetreuung und Ganztagsschulen. Schaffung einer niedrigschwelligen kurzfristig zur Verfügung stehenden Beratungsstruktur in der Fläche des Landkreises, um schnell und flexibel auf Krisensituationen in solchen Haushalten reagieren zu können.

19 ='' Aufbau eines Gruppenangebotes für betroffene Kinder durch Beratungsstellen des Landkreises Tübingen. Weitere Qualifizierung des Systems Frühe Hilfen für die Bedürfnisse dieser Haushalte. Intensivierung der Kooperation mit den Kliniksozialdiensten, sowie den Sozialpsychiatrischen Diensten Kontaktaufnahme mit dem Tageselternverein um beispielweise Aufbau eines Systems von Patenfamilien zu prüfen. Fortführung der Bemühung um Aufbau eines verbindlichen Qualitätszirkels für die Betreuung betroffener Familien insbesondere mit dem medizinischen Sektor.

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