Rohstoffe und Energie: Risiken umkämpfter Ressourcen

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1 11. Studie der UnternehmerPerspektiven Rohstoffe und Energie: Risiken umkämpfter Ressourcen - Ergebnisse für den kleinen Mittelstand (2,5 bis 12,5 Mio. Jahresumsatz) - 0

2 Agenda 1. Untersuchungsdesign und Strukturdaten Seite 1 2. Gesamtwahrnehmung der Rohstoffrisiken Seite 4 3. Aktuelle Betroffenheit der Unternehmen Seite Maßnahmen und Handlungsoptionen Seite Vertiefung zu Finanzinstrumenten Seite

3 Agenda 1. Untersuchungsdesign und Strukturdaten Seite 1 2. Gesamtwahrnehmung der Rohstoffrisiken Seite 4 3. Aktuelle Betroffenheit der Unternehmen Seite Maßnahmen und Handlungsoptionen Seite Vertiefung zu Finanzinstrumenten Seite

4 Untersuchungsdesign Stichprobe: Unternehmen (Geschäftsführer / Inhaber) Größenverteilung nach Umsatzsteuerstatistik Kleiner Mittelstand (2,5 bis 12,5 Mio. ) Unternehmen Gehobener Mittelstand (12,5 bis 100 Mio. ) Unternehmen Großer Mittelstand (über 100 Mio. ) 160 Unternehmen Verfahren: Telefonische Befragung (CATI), Dauer 20 Minuten Durchführung: TNS Infratest Zeitraum der Befragung: bis Basis aller Ergebnisdarstellungen ist, soweit nicht anders angegeben, die größenspezifische oder die gesamte Stichprobe. Ergebniswerte zu Items, die nur für Teilgruppen relevant sind und daher nur Teilgruppen vorgelegt wurden, wurden auf die Gesamtstichprobe umgerechnet, um Vergleichbarkeit zu gewährleisten. 3 3

5 Brachenverteilung und Exportaktivitäten im kleinen Mittelstand Branchen Absatzmärkte Dienstleistung Verarbeitendes Gewerbe Einzelhandel Großhandel Baugewerbe regionales Umfeld gesamter deutscher Markt europäisches Ausland außereuropäisches Ausland Mehrfachnennungen Kleiner Mittelstand (2,5 bis 12,5 Mio. ) Gesamtwirtschaft alle Angaben in % 4 4

6 Agenda 1. Untersuchungsdesign und Strukturdaten Seite 1 2. Gesamtwahrnehmung der Rohstoffrisiken Seite 4 3. Aktuelle Betroffenheit der Unternehmen Seite Maßnahmen und Handlungsoptionen Seite Vertiefung zu Finanzinstrumenten Seite

7 Jedes zweite Unternehmen aus dem kleinen Mittelstand betrachtet Rohstoffrisiken des Standorts Deutschland mit Sorge 6 41 Prozent der kleinen mittelständischen Unternehmen erwarten angesichts knapper Ressourcen Abstriche in der wirtschaftlichen Gesamtleistung Deutschlands. 8 Prozent rechnen gar mit ausgesprochenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten für das Land. Immerhin 50 Prozent glauben, dass die Rohstoffknappheit keine wirtschaftlichen Folgen für Deutschland haben wird. 6

8 Optimistische und pessimistische Prognosen angesichts knapper Ressourcen halten sich die Waage Wird Deutschland als rohstoffarmes Land die Herausforderung knapper Ressourcen und weltweit steigender Nachfrage meistern? Kleiner Mittelstand (2,5 bis 12,5 Mio. Umsatz) Gesamtwirtschaft Deutschland wird die Herausforderung gut bewältigen Deutschland wird mit Abstrichen in der Wirtschaftlichen Gesamtleistung rechnen müssen Deutschland wird in ausgesprochene Schwierigkeiten kommen An Hundert Fehlende: keine Angabe / weiß nicht Angaben in Prozent 7 Viele kleine mittelständische Unternehmen machen sich Sorgen über die weltweit steigende Nachfrage nach knappen Ressourcen: 41 Prozent glauben, dass Deutschland als rohstoffarmes Land mit Abstrichen in der wirtschaftlichen Gesamtleistung rechnen muss. Weitere 8 Prozent erwarten ausgesprochene wirtschaftliche Schwierigkeiten für den Standort. Dem stehen 50 Prozent optimistisch gestimmte Unternehmen gegenüber: Sie gehen davon aus, dass Deutschland die Herausforderung knapper Ressourcen gut bewältigen wird. Alles in allem halten sich also optimistische und pessimistische Prognosen im kleinen Mittelstand die Waage. Ergebnisse basierend auf gesamtwirtschaftlichen Daten (nicht im Diagramm) Besonders besorgt sind stark rohstoffabhängige Branchen wie zum Beispiel das Baugewerbe, das zu 54 Prozent mit Problemen rechnet (48 Prozent erwarten Abstriche in der wirtschaftlichen Gesamtleistung, weitere 6 Prozent ausgesprochene wirtschaftliche Schwierigkeiten). Den höchsten Anteil an Pessimisten hat mit insgesamt 57 Prozent die Ernährungs- und Genussmittelindustrie. 7

9 Hohes Problembewusstsein: In puncto Ressourcenversorgung werden vor allem globale Entwicklungen für kritisch gehalten 8 Anlass zur Sorge geben insbesondere Entwicklungen, deren Verlauf schwer vorhersehbar ist und die man von Deutschland aus schwer steuern kann: Finanzspekulation an den Rohstoffmärkten, der global steigende Rohstoffbedarf und instabile politische Verhältnisse in rohstoffreichen Ländern. Diese kritischen Entwicklungen verschärfen die ohnehin vorhandene Problematik begrenzter natürlicher Ressourcen dramatisch. Die vorhersehbare Verknappung der Ressourcen selbst wird seltener als problematische Entwicklung betrachtet. Auch die Energiewende und die Diskussion um die Zukunft der Atomkraft in Deutschland werden deutlich seltener als kritisch beurteilt. 8

10 Vor allem Finanzspekulationen, steigende globale Nachfrage und politische Probleme in Rohstoffländern bereiten dem kleinen Mittelstand Sorge Welche globalen Entwicklungen finden Sie in Hinblick auf die Rohstoff- und Energieversorgung Deutschlands besorgniserregend? Finanzspekulation an den Rohstoffmärkten Steigende Nachfrage und globales Wachstum Soziale Unruhen in Ursprungsländern für Rohstoffe Bildung von Anbieter-Monopolen Protektionismus im Welthandel Währungskrisen Knappheit seltener Schlüssel-Rohstoffe Knappheit fossiler Brennstoffe Unzureichende Alternativen zu den fossilen Brennstoffen Kurzfristige Veränderungen der Energiepolitik Unkalkulierbare Risiken der Atomenergie Kleiner Mittelstand (2,5 bis 12,5 Mio. Umsatz) Gesamtwirtschaft Angaben in Prozent Wirtschaftliche und politische Ursachen Begrenzte natürliche Ressourcen 9 Im Bereich der Rohstoff- und Energieversorgung sieht der kleine Mittelstand viele besorgniserregende Entwicklungen. Dabei wird die Tatsache ohnehin begrenzter Ressourcen, so das Gesamtbild, durch viele wirtschaftliche und politische Fehlentwicklungen dramatisch verschärft. Finanzspekulationen an den Rohstoffmärkten gelten zu 90 Prozent als besorgniserregend. Spekulation wird offenbar zum Sinnbild für marktbedingte Fehlentwicklungen. Ebenfalls häufig genannt werden die global steigende Nachfrage (84 Prozent), soziale Unruhen in rohstoffreichen Ländern (81 Prozent), sowie Monopolisierung (81 Prozent) und Protektionismus (80 Prozent). Auch Währungskrisen verschärfen die Rohstoffproblematik (75 Prozent). Die Begrenztheit der natürlichen Ressourcen wird etwas seltener thematisiert. 73 Prozent sorgen sich um seltene Schlüssel-Rohstoffe, 69 Prozent um fossile Brennstoffe. Vergleichsweise selten genannt werden Themen, die jüngst im Kontext der Energiewende diskutiert wurden: 65 Prozent der Befragten aus dem kleinen Mittelstand kritisieren allzu kurzfristige Veränderungen der Energiepolitik, 61 Prozent sorgen sich um unkalkulierbare Risiken der Atomenergie. 9

11 Technische Innovationen können helfen, die Rohstoff- und Energieprobleme zu lösen sie müssen politisch gefördert werden 10 Der kleine Mittelstand erwartet gravierende wirtschaftliche Probleme, hält aber auch einen Innovationssprung für möglich und für notwendig. Die Förderung von Forschung und Innovation durch die Politik ist dem kleinen Mittelstand daher besonders wichtig wichtiger noch als die handelspolitische Vertretung deutscher Interessen im Ausland. 10

12 Die Unternehmen erwarten gravierende wirtschaftliche Probleme, sehen aber auch die Chance für einen Innovationssprung Welche Auswirkungen werden die Entwicklungen auf den Energie- und Rohstoffmärkten in Ihrer Branche haben? Kleiner Mittelstand (2,5 bis 12,5 Mio. Umsatz) Gesamtwirtschaft Die Ressourcenknappheit zwingt uns, innovativ zu sein Die Geschäfte werden unsicherer und schwerer kalkulierbar Die Profitabilität wird dauerhaft belastet Zulieferer gewinnen an Bedeutung und Marktmacht Es entstehen neue Märkte und Absatzmöglichkeiten Internationale Wettbewerber profitieren von einem besseren Zugang zu Rohstoffen Unternehmen werden verstärkt eigene Energie erzeugen Es kommt zu Versorgungsengpässen Unternehmen werden sich an Rohstoffzulieferern beteiligen Der technologische Fortschritt wird aufgrund knapper Ressourcen gebremst Angaben in Prozent 11 Welche Auswirkungen werden die Entwicklungen auf den Energie- und Rohstoffmärkten im jeweiligen Branchenumfeld der Unternehmen haben? Das Gesamtbild im kleinen Mittelstand ist ambivalent: Auf der einen Seite rechnen die Befragten etwa zur Hälfte damit, dass die Geschäfte unsicherer werden (50 Prozent) und die Profitabilität belastet wird (49 Prozent). Der kleine Mittelstand gerät unter Druck, auch weil Zulieferer an Marktmacht gewinnen (45 Prozent) und internationale Wettbewerber einen besseren Zugang zu Rohstoffen haben (43 Prozent). Auf der anderen Seite zwingt die Ressourcenknappheit dazu, innovativ zu sein (50 Prozent) und eröffnet damit die Chance auf einen Innovationssprung. In dessen Folge können neue Märkte und Absatzmöglichkeiten entstehen (44 Prozent). Nur eine kleine Minderheit (20 Prozent der Befragten) geht davon aus, dass knappe Ressourcen den technologischen Fortschritt bremsen. Ergebnisse basierend auf gesamtwirtschaftlichen Daten (nicht im Diagramm) Das verarbeitende Gewerbe fokussiert die Chancen: Besonderes Innovationspotenzial sehen dort die chemische und pharmazeutische Industrie (72 Prozent) sowie die Ernährungs- und Genussmittelindustrie (61 Prozent). 11

13 Die Förderung von Forschung und Infrastruktur ist dem kleinen Mittelstand wichtiger als Wirtschaftslobbyismus im Ausland Was muss die deutsche Politik tun, um den rohstoffarmen Standort Deutschland im globalen Wettbewerb zu stärken? Kleiner Mittelstand (2,5 bis 12,5 Mio. Umsatz) Gesamtwirtschaft Wissenschaftliche Forschung stärker fördern Mehr finanzielle Anreize für den Einsatz innovativer Techniken schaffen Für einen stabileren Euro sorgen Alternative Energien stärker fördern Die Klima- und Energiepolitik wirtschaftsfreundlicher ausrichten Globale Infrastrukturprojekte (z. B. Pipelines) intensiver vorantreiben Außenpolitisch für bessere Beziehungen zu Erzeugerländern sorgen Deutsche Unternehmen im Ausland besser unterstützen Strenger gegen hohen Verbrauch von Energie und Rohstoffen vorgehen Ein eigenes Ministerium für Rohstoff- und Energiefragen einrichten Hoffnungsträger Innovation Angaben in Prozent 12 Die Bewältigung der Rohstoff- und Energieproblematik ist eine wichtige politische Aufgabe, die auf vielen Ebenen angegangen werden muss. Die Förderung wissenschaftlicher Forschung ist dem kleinen Mittelstand besonders wichtig (94 Prozent), gefolgt von finanziellen Anreizen für den Einsatz innovativer Techniken (87 Prozent). Weitere zentrale Themen sind ein stabiler Euro (84 Prozent) sowie die Klimaund Energiepolitik. Diese soll nicht nur wirtschaftsfreundlicher gestaltet werden (81 Prozent), sondern auch alternative Energien stärker fördern (83 Prozent) auch hier geht es also um Innovation. Deutlich seltener werden direkte regulatorische Maßnahmen gegen zu hohen Verbrauch gefordert (64 Prozent). Das Thema Wirtschaftslobbyismus im Ausland fällt hinter den Hoffnungsträger Innovation zurück. Die Unternehmen erwarten hier mehr politischen Einsatz für globale Infrastrukturprojekte (80 Prozent), bessere Beziehungen zu Erzeugerländern (76 Prozent) und eine insgesamt bessere Unterstützung im Ausland (71 Prozent). 12

14 Agenda 1. Untersuchungsdesign und Strukturdaten Seite 1 2. Gesamtwahrnehmung der Rohstoffrisiken Seite 4 3. Aktuelle Betroffenheit der Unternehmen Seite Maßnahmen und Handlungsoptionen Seite Vertiefung zu Finanzinstrumenten Seite

15 Der kleine Mittelstand ist in hohem Maße auf Rohstoffe angewiesen zwei Drittel leiden unter steigenden Preisen 14 Insgesamt beziehen drei Viertel der kleinen mittelständischen Unternehmen Rohstoffe oder rohstoffintensive Vorprodukte. Fossile Rohstoffe werden am häufigsten benötigt, darauf folgen Industriemetalle und industrielle pflanzliche Rohstoffe. Zwei Drittel des kleinen Mittelstands leiden derzeit unter steigenden Rohstoffpreisen. Besonders betroffen sind das verarbeitende Gewerbe und die Bauwirtschaft. 14

16 76 Prozent aller kleinen mittelständischen Unternehmen beziehen Rohstoffe oder rohstoffintensive Vorprodukte Welche Rohstoffe oder rohstoffintensiven Vorprodukte beziehen die Unternehmen? Kleiner Mittelstand (2,5 bis 12,5 Mio. Umsatz) Gesamtwirtschaft Fossile Rohstoffe Industriemetalle Industrielle pflanzliche Rohstoffe Chemische Rohstoffe Gesteine und Sedimente Agrarrohstoffe Edelmetalle Seltene Erden 3 4 Mindestens ein Rohstoff genannt Angaben in Prozent 15 Die mittelständischen Unternehmen sind auf vielfältige Rohstoffe angewiesen natürlich in unterschiedlichem Ausmaß und in verschiedensten Formen. Rohstoffknappheit wirkt sich z.b. nicht nur direkt beim Verarbeiter, sondern auch mittelbar in der Wertschöpfungskette aus. Die vorliegende Befragung will diese komplexen Verhältnisse nicht im Detail abbilden, aber einen Überblick geben. Das Diagramm zeigt, wie viele Unternehmen Rohstoffe direkt oder indirekt, d.h. in Form von rohstoffintensiven Vorprodukten, beziehen. Insgesamt benötigen drei Viertel der Unternehmen aus dem kleinen Mittelstand Rohstoffe oder rohstoffintensive Vorprodukte (grauer Balken, 76 Prozent). Dabei handelt es sich am häufigsten um fossile Rohstoffe (also Öl, Gas oder Kohle) und darauf basierende Vorprodukte (z.b. Kunststoffe). An zweiter Stelle stehen Industriemetalle (wie z.b. Aluminium, Eisen, Stahl, Kupfer, Nickel, Zink oder Blei). Ergebnisse basierend auf gesamtwirtschaftlichen Daten (nicht im Diagramm) Das verarbeitende Gewerbe und die Bauwirtschaft beziehen am häufigsten Rohstoffe und rohstoffintensive Waren. Rohstoffe spielen allerdings auch in der Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft eine Rolle: Unternehmen aus dem Bereich Informationstechnologie und Telekommunikation benötigen z. B. Industriemetalle, Edelmetalle und seltene Erden. Das Medien- und Verlagswesen ist auf industrielle pflanzliche Rohstoffe angewiesen. 15

17 Steigende Rohstoffpreise wirken sich bei zwei Drittel aller Unternehmen auf das Geschäft aus Steigende Rohstoffpreise wirken sich derzeit negativ auf unser Geschäft aus. Kleiner Mittelstand (2,5 bis 12,5 Mio. ) Gesamtwirtschaft nach Branchen Verarbeitendes Gewerbe Baugewerbe Großhandel 73 Einzelhandel 59 Dienstleistung 45 Angaben in Prozent 16 Angesichts der weitreichenden Abhängigkeit verwundert es nicht, dass sich die aktuellen Entwicklungen an den Rohstoffmärkten spürbar in den Bilanzen niederschlagen: Bei 66 Prozent der Unternehmen aus dem kleinen Mittelstand wirken sich steigende Rohstoffpreise derzeit negativ auf die Geschäfte aus. Ergebnisse basierend auf gesamtwirtschaftlichen Daten Besonders stark betroffen sind, als rohstoffintensive Branchen, das verarbeitende Gewerbe (86 Prozent) und das Baugewerbe (85 Prozent). Auch der Großhandel hat überdurchschnittlich häufig (73 Prozent) mit steigenden Rohstoffpreisen zu kämpfen. Einzelhandel und Dienstleistungssektor spüren die Auswirkungen eher mittelbar und sind daher seltener betroffen. 16

18 Steigende Energiepreise belasten das Geschäftsergebnis bei jedem dritten kleinen mittelständischen Unternehmen 17 Für insgesamt 34 Prozent der Unternehmen werden derzeit die Energiekosten zum Problem. In einigen Branchen des verarbeitenden Gewerbes ist ein deutlich höherer Anteil von steigenden Energiekosten betroffen. 17

19 34 Prozent der Unternehmen spüren steigende Energiepreise im Geschäftsergebnis Steigende Energiepreise wirken sich derzeit negativ auf unser Geschäft aus. Kleiner Mittelstand (2,5 bis 12,5 Mio. ) Gesamtwirtschaft überdurchschnittlich betroffene Branchen Verkehr und Logistik 73 Bergbau Nahrungs- und Genussmittel Chemie und Pharma Bauwirtschaft 41 Angaben in Prozent 18 Selbstverständlich sind auch die Energiepreise ein wichtiger Faktor für den kleinen Mittelstand. Ein gutes Drittel der Unternehmen (34 Prozent) gibt an, dass sich steigende Energiepreise derzeit negativ auf die Geschäfte auswirken. Ergebnisse basierend auf gesamtwirtschaftlichen Daten Unternehmen aus dem Bereich Verkehr und Logistik leiden am häufigsten unter steigenden Energiepreisen (73 Prozent). Das verarbeitende Gewerbe muss differenziert betrachtet werden: Besonders energiepreissensibel sind die Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie die chemische und pharmazeutische Industrie. Hier klagen jeweils knapp die Hälfte der Befragten über die steigenden Energiepreise. 18

20 Verteuerung, Preisschwankungen, Lieferunsicherheiten: Probleme bei der Rohstoffversorgung belasten den kleinen Mittelstand stärker als steigende Energiepreise 19 Zwei Drittel aller Unternehmen aus dem kleinen Mittelstand klagen über steigende, knapp die Hälfte über schwankende Preise an den Rohstoffmärkten. Lieferunsicherheiten und Qualitätsmängel sind weitere oft genannte Probleme. Der kleine Mittelstand klagt seltener über schwankende Preise als große Unternehmen. Da sich beide Gruppen letztlich an den gleichen Märkten bedienen, liegt der Schluss nahe, dass kleinere Unternehmen die Volatilität unterschätzen oder eher als Preissteigerung wahrnehmen. 19

21 Neben Preissteigerungen belasten insbesondere Preisschwankungen und Lieferunsicherheiten den kleinen Mittelstand Welche Probleme bei der Rohstoff- und Energieversorgung wirken sich derzeit auf Ihr Geschäft aus? Kleiner Mittelstand (2,5 bis 12,5 Mio. Umsatz) Gesamtwirtschaft Steigende Rohstoffpreise Schwankende Rohstoffpreise Lieferunsicherheiten bei Rohstoffen Qualitätsmängel bei Rohstoffen Steigende Energiepreise Schwankende Energiepreise Wechselkursrisiken bei Rohstoffen Angaben in Prozent 20 Der Abgleich von Problemen bei der Rohstoff- und Energieversorgung zeigt, dass die Thematik nicht einfach auf steigende Preise reduziert werden kann. Immerhin 48 Prozent der Unternehmen aus dem kleinen Mittelstand klagen über Preisschwankungen auf den Rohstoffmärkten. Auch der pünktliche Bezug einwandfreier Ware ist nicht immer sicher gestellt: 43 Prozent der Unternehmen haben mit Lieferunsicherheiten zu kämpfen, 36 Prozent mit Qualitätsmängeln. Alles in allem ist festzuhalten, dass der kleine Mittelstand deutlich häufiger unter Problemen bei der Rohstoffversorgung leidet als unter steigenden oder schwankenden Energiepreisen. Die immense wirtschaftliche Bedeutung des weiten Themas Rohstoffe spiegelt sich in der öffentlichen Debatte, die ja stark auf Energiepreise verengt ist, nicht ausreichend wider. 20

22 Die zunehmende Volatilität auf den Rohstoffmärkten wird vom kleinen Mittelstand weniger häufig als Problem für das Ergebnis gesehen Welche Probleme bei der Rohstoffversorgung wirken sich spürbar auf Ihr Geschäft aus? steigende Rohstoffpreise schwankende Rohstoffpreise Differenz: steigende - schwankende Preise 2,5 bis 12,5 Mio ,5 bis 50 Mio bis 100 Mio über 100 Mio Basis: nationale Daten Angaben in Prozent 21 Der Vergleich verschiedener Umsatzklassen bezüglich der Preiswahrnehmung weist auf einen interessanten Unterschied hin: Der kleine Mittelstand klagt seltener über schwankende Preise als große Unternehmen. Da sich beide Gruppen letztlich an den gleichen Märkten bedienen, liegt der Schluss nahe, dass kleinere Unternehmen die zunehmende Volatilität der Märkte nicht adäquat berücksichtigen. Sie würden die objektiv zunehmenden Preisschwankungen dann subjektiv als Preissteigerung wahrnehmen. 21

23 Agenda 1. Untersuchungsdesign und Strukturdaten Seite 1 2. Gesamtwahrnehmung der Rohstoffrisiken Seite 4 3. Aktuelle Betroffenheit der Unternehmen Seite Maßnahmen und Handlungsoptionen Seite Vertiefung zu Finanzinstrumenten Seite

24 Im kleinen Mittelstand herrscht weithin Ratlosigkeit die Unternehmen fühlen sich den globalen Marktentwicklungen ausgeliefert 23 Viele Unternehmen können letztlich noch nicht einschätzen, wie sie mit den Entwicklungen an den Rohstoffmärkten umgehen sollen: 41 Prozent wissen nicht, ob sie gut aufgestellt sind, weitere 5 Prozent halten sich für schlecht vorbereitet. Der kleine Mittelstand fühlt sich den globalen Marktentwicklungen ausgeliefert: Er sieht aufgrund der hohen Komplexität der Ressourcenfrage wenige Handlungsoptionen. 23

25 41 Prozent der Unternehmen können nicht sagen, ob sie in der Rohstoff- und Energieversorgung gut aufgestellt sind Wie fühlen Sie sich gerüstet, um Probleme bei der Energie- und Rohstoffversorgung meistern zu können? Wir sind eher gut gerüstet. Kann ich noch nicht beurteilen. Wir sind eher schlecht gerüstet. Kleiner Mittelstand (2,5 bis 12,5 Mio. Umsatz) Gesamtwirtschaft An Hundert Fehlende: Rohstoff- und Energiepreise wirken sich nicht spürbar auf das Geschäftsergebnis aus Angaben in Prozent 24 Der kleine Mittelstand hat ein hohes Problembewusstsein und ist auch keineswegs untätig dennoch wirken viele Unternehmen vergleichsweise ratlos. 41 Prozent können derzeit nicht beurteilen, ob sie die Probleme bei der Energie- und Rohstoffversorgung meistern werden. Weitere 5 Prozent gehen davon aus, dass sie eher schlecht aufgestellt sind. Alles in allem sind also 46 Prozent zumindest unsicher dem stehen 40 Prozent gegenüber, die sich eher gut gerüstet fühlen. Ergebnisse basierend auf gesamtwirtschaftlichen Daten (nicht im Diagramm) Der Größenvergleich zeigt, dass größere Unternehmen (über 100 Mio. Jahresumsatz) deutlich seltener verunsichert sind als kleine Unternehmen, da sie natürlich über einen besseren Überblick und auch über mehr internes Know-how verfügen. 24

26 Hohe Komplexität und wenig Handlungsoptionen vor allem die kleineren Unternehmen fühlen sich ausgeliefert Wo liegen Schwierigkeiten bei der Auseinandersetzung mit den Entwicklungen der Rohstoff- und Energiemärkte? Das Thema ist fachlich sehr komplex. Der Aufwand ist hoch. Es gibt wenig Möglichkeiten, sich abzusichern. Gesamtwirtschaft ,5 bis 12,5 Mio über 100 Mio Basis für den Größenvergleich: nationale Daten Angaben in Prozent 25 Die weit verbreitete Ratlosigkeit hängt eng mit der Komplexität der Thematik zusammen. Der kleine Mittelstand spürt, dass er in der Beschaffung von den Entwicklungen globaler Märkte abhängig ist, die jenseits des eigenen Einflussbereichs liegen. Folgerichtig finden 66 Prozent der Befragten das Thema fachlich sehr komplex, 58 Prozent beklagen den damit verbundenen hohen Aufwand und 55 Prozent sehen wenig Handlungsmöglichkeiten. Große Unternehmen (über 100 Mio. Umsatz) betonen noch häufiger, wie vielschichtig die Entwicklungen an den Rohstoff- und Energiemärkten sind, obwohl sie mehr Kapazitäten zur Analyse und einen besseren Überblick haben. Die Komplexität steigt also mit dem Grad der Auseinandersetzung. Der große Mittelstand fühlt sich allerdings auch weniger ausgeliefert und beklagt seltener zu wenige Handlungsoptionen (45 Prozent). 25

27 Der kleine Mittelstand macht Druck in der Beschaffung und versucht, steigende Kosten an Kunden weiterzugeben 26 Die Unternehmen aus dem kleinen Mittelstand optimieren ihr Beschaffungswesen: Sie suchen neue Lieferanten und verhandeln gleichzeitig längere Lieferverträge mit den bestehenden Zulieferern. Nur ein knappes Drittel der Unternehmen verstärkt sich im Einkauf durch für diese Problematik geschultes Personal. Die Unternehmen sehen sich außerdem gezwungen, Preissteigerungen und Preisrisiken im Absatz weiterzugeben oder durch Kostensenkung an anderer Stelle zu kompensieren. 26

28 Der kleine Mittelstand optimiert sein Beschaffungswesen mit Druck auf die Lieferkette Absicherung mit Finanzprodukten bleibt die Ausnahme Mit welchen Maßnahmen reagieren die Unternehmen auf die Entwicklungen an den Rohstoff- und Energiemärkten? Gesamtwirtschaft Handlungsfeld: Beschaffung Maßnahme: wird durchgeführt wird erwogen Kleiner Mittelstand (2,5 bis 12,5 Mio. Umsatz) Suche nach neuen Lieferanten Langfristige Lieferverträge mit bestehenden Lieferanten Speziell auf den Einkauf dieser Waren geschultes Personal Bildung von Einkaufsgemeinschaften Vergrößerung der Lagerkapazität Absicherung von Preisrisiken durch Finanzprodukte Beteiligung an Zulieferern oder Rohstoffproduzenten 33 Angaben in Prozent 27 Wie reagiert der kleine Mittelstand auf die Entwicklungen an den Rohstoff- und Energiemärkten? Im Rahmen der Befragung wurde eine Vielzahl möglicher Maßnahmen vorgeschlagen und jeweils ermittelt, welche Schritte die Unternehmen schon durchführen (gelbe Balken) oder für die Zukunft in Erwägung ziehen (graue Balken). Das Handlungsfeld Beschaffung erfährt derzeit die größte Aufmerksamkeit. 45 Prozent der Unternehmen suchen nach neuen Lieferanten, parallel werden längere Lieferverträge mit bestehenden Zulieferern verhandelt (43 Prozent). Einige Unternehmen stärken ihre Position in diesem Prozess durch speziell geschultes Personal (28 Prozent, minus 5 Prozentpunkte im Vergleich zur Gesamtwirtschaft) oder durch die Bildung von Einkaufsgemeinschaften (23 Prozent). Eine Abkehr vom just-in-time ist auf breiter Front nicht zu erwarten: Nur 13 Prozent der Unternehmen vergrößern ihre Lagerkapazitäten, weitere 8 Prozent ziehen dies in Erwägung. Nur eine Minderheit von 7 Prozent sichert Preisrisiken beim Rohstoffeinkauf durch spezifische Finanzinstrumente ab oder zieht dies in Erwägung (5 Prozent). Termingeschäfte sind und bleiben damit in der Beschaffung eine Ausnahme (s.a. Kapitel 4). 27

29 Weitere Strategien zur Bewältigung der Ressourcenproblematik: Preise erhöhen und Kosten senken Mit welchen Maßnahmen reagieren die Unternehmen auf die Entwicklungen an den Rohstoff- und Energiemärkten? Handlungsfeld: Weitergabe von Kosten und sonstige Kostensenkung Gesamtwirtschaft Maßnahme: wird durchgeführt wird erwogen Kleiner Mittelstand (2,5 bis 12,5 Mio. Umsatz) Weitergabe von Preissteigerungen durch Erhöhung der Absatzpreise Sonstige Kostendrosselung, da primäre Einsparungen nicht möglich sind Weitergabe von Preisschwankungen z. B. durch Preisgleitklauseln Umschwenken auf weniger energie- oder rohstoffintensive Geschäftsfelder Drosselung der Produktion 4 4 Angaben in Prozent 28 Neben dem Einkauf hat der Verkauf die größte Bedeutung bei der Bewältigung der Ressourcenprobleme für den kleinen Mittelstand: 41 Prozent der Unternehmen geben steigende Rohstoff- oder Energiepreise durch Erhöhung der Absatzpreise weiter, 25 Prozent ziehen entsprechende Schritte in Erwägung. Außerdem versuchen 19 Prozent, Preisschwankungen zum Beispiel durch Preisgleitklauseln an die Kunden weiterzugeben (Planung: 15 Prozent). Preisüberwälzung ist für den kleinen Mittelstand damit ein beherrschendes Thema. Darüber hinaus versuchen die Unternehmen, zusätzliche Kosten an anderer Stelle einzusparen: 35 Prozent bemühen sich um Kostensenkung, weitere 24 Prozent ziehen dies in Erwägung. Eine durch die Ressourcenprobleme bedingte Drosselung der Produktion bleibt klar eine Ausnahme: Dieser Schritt wird nur von 4 Prozent durchgeführt und von ebenso vielen erwogen. 28

30 Ressourceneffizienz spielt oft eine untergeordnete Rolle: Trotz des hohen Leidensdrucks bleibt der technologische Innovationssprung (noch) aus 29 Maßnahmen im Bereich Produktion und Verbrauch werden vergleichsweise selten durchgeführt: Lediglich ein Drittel der kleinen Unternehmen kümmert sich um mehr Effizienz beim Verbrauch von Rohstoffen, ein Fünftel um Energieeffizienz. Alles in allem gilt: Der kleine Mittelstand optimiert Beschaffungsprozesse und erwägt weitere Preisüberwälzung. Ressourceneffizienz steht auch in (naher) Zukunft nicht im Mittelpunkt. Unternehmen mit überdurchschnittlicher Geschäftslage setzen öfter auf Maßnahmen zur Steigerung der Ressourcen- und Energieeffizienz als die Gesamtheit der Unternehmen. 29

31 Zurückhaltung bei Maßnahmen zur Steigerung der Rohstoff- und Energieeffizienz Mit welchen Maßnahmen reagieren die Unternehmen auf die Entwicklungen an den Rohstoff- und Energiemärkten? Gesamtwirtschaft Handlungsfeld: Energie- und Rohstoffverbrauch Maßnahme: wird durchgeführt wird erwogen Kleiner Mittelstand (2,5 bis 12,5 Mio. Umsatz) Steigerung der Effizienz beim Gebrauch von Rohstoffen Nutzung von Recycling Steigerung der Energieeffizienz Nutzung alternativer Energiequellen Ausweichen auf andere Rohstoffe Eigene Energieproduktion z. B. durch Solarstrom 7 8 Angaben in Prozent 30 Probleme bei der Energie- und Rohstoffversorgung lassen sich grundsätzlich auch durch einen geringeren Verbrauch reduzieren. Der kleine Mittelstand verhält sich in diesem Handlungsfeld allerdings relativ zurückhaltend: 32 Prozent der Unternehmen bemühen sich um mehr Effizienz beim Rohstoffverbrauch, 31 Prozent nutzen Recycling, 21 Prozent kümmern sich um Energieeffizienz. Die aktuellen Versorgungsprobleme werden derzeit also eher selten zum Anlass genommen, den Verbrauch von Rohstoffen und Energie zum Beispiel durch den Einsatz innovativer Technologien zu senken. Der eingangs geschilderte Innovationssprung bleibt also noch aus. 30

32 Beschaffungsprozesse im Fokus, weitere Preisüberwälzung wird erwogen, Ressourceneffizienz seltener auf der Agenda Mit welchen Maßnahmen reagieren die Unternehmen auf die Entwicklungen an den Rohstoff- und Energiemärkten? mindestens eine der vorgeschlagenen Maßnahmen: wird durchgeführt wird erwogen Optimierung im Beschaffungswesen Weitergabe von Kosten, sonstige Kostensenkung Energie- und Rohstoffverbrauch Kleiner Mittelstand (2,5 bis 12,5 Mio. Umsatz) Gesamtwirtschaft Angaben in Prozent 31 Der zusammenfassende Vergleich der Handlungsfelder bestätigt die Befunde aus dem kleinen Mittelstand: Alles in allem stehen die Beschaffungsprozesse im Mittelpunkt. 68 Prozent führen zumindest eine der vorgeschlagenen Maßnahmen aus diesem Bereich durch. Preisüberwälzung und Kostensenkung folgen an zweiter Stelle der durchgeführten Maßnahmen (61 Prozent), hier sind künftig die meisten Aktivitäten zu erwarten (48 Prozent ziehen entsprechende Maßnahmen in Erwägung). Der Energie- und Rohstoffverbrauch steht zwar auch, aber eben seltener auf der Agenda (57 Prozent), entsprechende Maßnahmen werden auch vergleichsweise selten in Erwägung gezogen (37 Prozent). Hier besteht noch Nachholbedarf beim kleinen Mittelstand. Ergebnisse basierend auf gesamtwirtschaftlichen Daten (nicht im Diagramm) Das verarbeitende Gewerbe ist überdurchschnittlich aktiv. Beschaffung und Absatz dominieren als Handlungsfelder. Die Bauwirtschaft fokussiert den Einkauf; Preisüberwälzung wird häufig erwogen, aber noch nicht umgesetzt. Unternehmen aus dem Bereich Verkehr und Logistik setzen heute schon vordringlich darauf, steigende Kosten im Absatz weiter zu geben. 31

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