1. Salzburger Frauenbarometer Repräsentativerhebung im Bundesland Salzburg

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1 1. Salzburger Frauenbarometer Repräsentativerhebung im Bundesland Salzburg Präsentation 17. Juni 2013

2 Befragungsdesign Stichprobendesign: Befragt wurden n=510 SalzburgerInnen zwischen 16 und 64 Jahren. Es wurden sowohl Frauen als auch Männer befragt, um geschlechtsspezifische Unterschiede im Problembewusstsein und den Anliegen aufzeigen zu können. Verfahren: Random-Quota-Verfahren Die Quoten wurden innerhalb der Regionen nach Alter und Geschlecht entsprechend der Bevölkerungsstatistik festgelegt. Schwankungsbreite: Der maximale statistische Schwankungsbereich beträgt in Bezug auf das Gesamtergebnis +/- 4,5%. Befragungszeitraum: Die Feldarbeit wurde vom 27. März bis 9. April 2013 durchgeführt. Methodik: Telefoninterviews, Erhebungslänge rund 20 Minuten.

3 Berufs- und Arbeitssituation Zufriedenheit Zufriedenheit generell: Die Mehrheit der Berufstätigen geben an, mit ihrer derzeitigen Arbeitssituation zufrieden zu sein. 40% sind sehr zufrieden, weitere 50% zufrieden Unzufriedenheit empfinden 10% von ihnen Etwas höher ist die Unzufriedenheit bei den Männern mit 13% (Frauen: 7%). Die Unzufriedenen 10% der Berufstätigen begründen ihre Meinung mit: zu geringem Verdienst ungünstigen Arbeitszeiten Klima am Arbeitsplatz Inhalt der Arbeit Problemen mit der Versorgung der Kinder mangelnden Aufstiegsmöglichkeiten zu wenig Zeit für mich selbst

4 Problembereich Teilzeitarbeit 23% der Frauen sind Teilzeitberufstätig. Teilzeitarbeit betrifft deutlich mehr Frauen als Männer (wie beim Frauenbarometer der Frauenministerin). Die teilzeitbeschäftigten Frauen überlegen nach Berufsunterbrechung am häufigsten, ob sie wieder einsteigen sollen (60%). Die Frage der Kinderbetreuung betrifft am stärksten die Teilzeitbeschäftigten (33%) Überdurchschnittlich oft arbeiten Teilzeit die Jährigen (67%) Frauen im Innergebirg (Pongau 59%, Pinzgau 68%) verheiratete Frauen (57%) in Kinder-Haushalten (60%) wenn Kinder bis 14 Jahre im Haushalt sind (66%) Drei Hauptgründe sind ausschlaggebend für die Teilzeitarbeit bei Frauen: ein Vollzeitjob wäre mit der Kinderbetreuung nicht vereinbar die eigene Entscheidung, nicht mehr arbeiten zu wollen Nur Frauen geben an, wegen Pflegebetreuungspflichten für Angehörige Teilzeit zu arbeiten.

5 Problembereich Informationsdefizite: Teilzeitarbeit und Pensionsanspruch Nach dem Informationsstand zu den Folgen der Teilzeitarbeit befragt, geben 49% der Frauen an, sich schlecht bis gar nicht informiert zu fühlen: Am schlechtesten informiert fühlen die jungen Frauen bis 29 Jahre (57%) Verheiratete Frauen haben einen höheren subjektiven Informationsstand (49%) (Dieser schlechte Informationsstand wurde auch beim bundesweiten Frauenbarometer im noch größeren Ausmaß festgestellt) Zur Verbesserung der Pensionsansprüche der Frauen im Alter wären folgende Aspekte wichtig: Mehr bessere, flexiblere, billigere Kinderbetreuungseinrichtungen 30% Anrechnung der Kinderbetreuungszeiten als Pensionszeit 15% Höhere Löhne/gleiche Löhne wie die Männer 8% Mehr Jobangebote/mehr Vollzeitstellen 8%

6 Probleme beim Wiedereinstieg im Bereich des Arbeitsmarktes Vor der Überlegung eines Wiedereinstieges standen 52% der Frauen und nur 23% der Männer. Betroffen von dieser Überlegung waren überdurchschnittlich häufig Frauen mit Kindern bis 14 Jahren im Haushalt (66%) sowie teilzeitbeschäftigte Frauen (60%). Probleme beim Wiedereinstieg ergaben sich insofern, dass 18% der Frauen nach Karenz einen schlechter bezahlten Posten bekamen 15% der Frauen nach Karenz einen Job bekamen, der nicht der Qualifikation entsprach 13% der Frauen kamen nicht mehr in den Arbeitsprozess, da sie das ihren Kindern nicht zumuten wollten.

7 Probleme beim Wiedereinstieg im privaten Umfeld: Kinderbetreuung Beim Wiedereinstieg in das Berufsleben sehen Frauen im privaten Umfeld deutlich mehr Problemkreise als Männer (Frauen: 41% keine Angabe bzw. keine Probleme Männer: 62%). Ein Kernbereich für die Frauen ist das Angebot und die Verfügbarkeit von Kinderbetreuungsangeboten sowie die Frage, wie das zeitlich gemanagt werden kann. Auch die Doppelbelastung wird genannt. Die Frage der Kinderbetreuung betrifft am stärksten die Jährigen (26%), Befragte mit hohem Bildungsgrad (29%) sowie Teilzeitbeschäftigte (33%)

8 Problembereich Gleichberechtigung Die generelle Frage Sind Männer und Frauen gleichberechtigt? beantworten 36% der Frauen positiv (56% der Männer). Frauen fühlen sich somit insgesamt als deutlich weniger gleichberechtigt (wie beim Frauenbarometer des Bundes). Die Gleichberechtigung Mann/Frau sehen die Befragten am ehesten noch im Bereich der Ausbildung. Besonders pessimistisch ist die Einschätzung in Bezug auf das Einkommen: nur 7% aller Befragten gehen von einer völligen Gleichberechtigung aus. Den Wiedereinstieg in den Beruf oder die Aufstiegsmöglichkeiten erleben nur 11% bzw. 12% als völlig gleichberechtigt. Je jünger die Frauen sind, umso weniger fühlen sie sich gleichberechtigt: nur 39% der bis 29 Jährigen Frauen gehen von einer Gleichberechtigung aus, jedoch 59% der jährigen Frauen.

9 Problembereich Berufswahl (Männer und Frauen in gleichem Maße) Je höher der Bildungsgrad ist, umso eher ist die Berufswahl der Traumberuf : Pflichtschulabschluss: 49% Matura/Universitätsabschluss: 77% 34% der Befragten hatten andere Gründe für ihre Berufswahl. Es lassen sich drei Hauptgründe nennen: Es hat kaum andere Möglichkeiten gegeben 18% / Innergebirg 29% Der Beruf war vorgegeben, die Entscheidung trafen andere 17% Es hat sich so ergeben, durch Zufall 14%

10 Problembereich Rollenbilder Das Ergebnis in der Stadt Salzburg und im Flachgau/Tennengau zeigt eine stärkere Zustimmung zum emanzipatorischen als zum traditionellen Rollenbild. Z.B. bei Fragen wie: Eltern sollten bei Töchtern und Söhnen selbständiges Verhalten unterstützen 96% Frauen sollten auch traditionell männliche Berufe ergreifen können 89% Väter sollten sich zu gleichen Teilen an der Erziehung beteiligen 90% Die Allerdings bleiben für 78% der Befragten die traditionellen Rollenbilder gültig wie z.b. die Ansicht, dass die Kinderbetreuungseinrichtungen die Mutter nicht ersetzen können (87% Zustimmung)

11 Die freie Wahl der Frauen: Wunsch nach Weiterbildung und finanzieller Unabhängigkeit Bei freier Wahl zu tun, was sie wollten, würden 37% aller Befragten Kurse besuchen und sich weiterbilden. Frauen in deutlich höherem Ausmaß als Männer sowie mehr Befragte im Innergebirg als in den anderen Regionen. Frauen möchten überdurchschnittlich häufiger mehr Stunden arbeiten (17%, Männer 5%) und wieder in das Berufsleben einsteigen (16%, Männer 6%). Nahezu gleichwertig werden drei weitere Wünsche genannt, und zwar: Eine eigene Pensionsvorsorge aufzubauen 22% (Männer 24%, Frauen 20%) Ein unabhängiges Leben aufzubauen 21% (Männer 26%, Frauen 17%) Einen anderen Beruf erlernen 20%

12 Problembereich Stadt-Land-Gefälle 1) Die Frauen Innergebirg arbeiten überwiegend Teilzeit (Pongau 59%, Pinzgau 68%). Zugleich fühlen sie sich wesentlich weniger gut zum Thema Teilzeitarbeit und Folgen für den Pensionsanspruch informiert als die Frauen in den anderen Regionen. 2) Für die Frauen und Männer Innergebirg (Pongau/Pinzgau/Lungau) gibt es empfindlich weniger Berufswahlmöglichkeiten für. Zugleich wünschen sich die Befragten in den Bergregionen überdurchschnittlich mehr Kurse und Weiterbildung. 3) Innergebirg wird die Gleichberechtigung Mann/Frau deutlich besser bewertet: Stadt Salzburg 40% im Pinzgau, Pongau und Lungau 56% Dabei tendieren die Rollenbilder dort aber eher zum traditionellen Rollenbild.

13 Exkurs: Was sehen Männer anders? Vollzeitberufstätig sind 9 von 10 Männern (87%), aber nur weniger als die Hälfte der Frauen (46%) Männer beurteilen den Stand der Gleichberechtigung generell positiver als Frauen. Vor der Überlegung eines Wiedereinstieges stehen nur 23% der Männer gegenüber 52% der Frauen. Bei Wiedereinstieg sehen die Männer im privaten Umfeld deutlich weniger Problemkreise als Frauen (Männer: 62%, Frauen: 41%). Die Motivation für Wiedereinstieg bei den Männer ist stärket als bei den Frauen geprägt von dem Wunsch, über eigenes Geld zu verfügen, sowie der Selbstverständlichkeit, arbeiten zu gehen (Männer 62%, Frauen 51%) Arbeiten gehen zu müssen, weil das Geld gebraucht wird ist ein Motiv, welches wieder bei Männern häufiger zutrifft (Männer 59%, Frauen 43%).

14 Die wichtigsten frauenpolitischen Ziele und Anliegen Wie beim Frauenbarometer des Bundes reihen die SalzburgerInnen an erster Stelle als wichtigstes Ziel Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Männer Frauen gleicher Lohn für gleiche Arbeit Ausbau der Kinderbetreuung Maßnahmen gegen Altersarmut von Frauen Verhinderung von Gewalt gegen Frauen mehr Aufstiegschancen für Frauen im Beuf Aufwertung typischer Frauenberufe Ausbau der Pflegebetreuung mehr Frauen in Führungspositionen mehr Väterbeteiligung bei Kindererziehung gerechtere Arbeitsteilung im Haushalt mehr Mädchen/Burschen in untypischen Berufen 34% 30% 22% 28% 33% 28% 24% 26% 22% 26% 14% 21% 13% 18% 24% 16% 14% 15% 12% 8% 78% 74% 0% 20% 40% 60% 80% 100%

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