A. Zulässigkeit. I. Verwaltungsrechtsweg 40 Abs. 1 S. 1 VwGO (P): 812 BGB oder ör Erstattungsanspruch? Actus contrarius zum Leistungsanspruch

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1 A. Zulässigkeit I. Verwaltungsrechtsweg 40 Abs. 1 S. 1 VwGO (P): 812 BGB oder ör Erstattungsanspruch? Actus contrarius zum Leistungsanspruch Rechtsnatur? Abgrenzung öffentlichrechtlicher/privatrechtlicher Vertrag e.a.: Zweck und Inhalt des Vertrages entscheidend a.a. Handelt Vwin Erfüllung unmittelbarer Vwaufgaben?

2 Zulässigkeit II (P) hier: Zahlung Kaufpreis Zivilrecht; aber: hinkender AustauschV: Geschäftsgrundlage Herstellung der Bebaubarkeit. Gegenleistung ist Einvernehmenserteilung Gegenstand und Aufgabe -> ör. Natur. II. Klageart: allg. Leistungsklage III. Klagebefugnis IV. Klagegegner V. Allg. Rechtsschutzbedürfnis

3 I. AGL 1. Spezialgesetzlich (-) Begründetheit I 2. Öffentlich-rechtlicher Erstattungsanspruch a. Dogmatische Grundlage: 812 ff. BGB analog oder eigenständiges Rechtsinstitut des ö.r. II. Tbvoraussetzungen des Anspruchs 1. Vermögensverschiebung 2. Öffentlich-rechtlicher Natur

4 3. Ohne Rechtsgrund Begründetheit II (P) Unwirksamkeit des Vertrages? a. Zustandekommen aa. Vertragsschluss 62 S. 2 VwVfG i.v.m. 145 ff. BGB bb. Kein Vertragsformverbot 54 S. 1 VwVfG i.v.m. 59 I VwVfG, 134 BGB -> Rechtsform ausdrücklich untersagt -> andere Handlungsform zwingend vorgeschrieben

5 Begründetheit III b. Formelle Rechtmäßigkeit aa. Zuständigkeit bb. Schriftform 57 VwVfG cc. Zustimmungserfordernisse (hier:-) c. Nichtigkeit wegen inhaltlicher Mängel? aa. Nichtigkeit nach 59 II, 54 S. 2 VwVfG? (a) Subordinationsrechtlicher V? (P) Vertrag ersetzt keinen VA, sondern zielt auf Erteilung des Einvernehmens

6 Begründetheit IV 54 S. 2 VwVfG extensiv zu verstehen: auch Vorbereitung eines VA; entscheidend: stehen Vertragsparteien in Unter/Überordnungsverhältnis? (P) Konkretes, vertragliches oder generelles Rechtsverhältnis oder hoheitliche Prägung des Rechtsgebiets maßgeblich? (P) Einvernehmen kein VA, sondern Verwaltungsinternum: damit kein hoheitliches Verhältnis zw. L und G? Aber zumindest 59 II VwVfG analog anzuwenden. ZE: 59 II VwVfG anwendbar.

7 Begründetheit V (b) Nichtigkeit nach 59 II Nr. 1 und 2 VwVfG? (P) abermals: hier kein VA-ersetzender Vertrag; entsprechend hypothetische Prüfung erforderlich. i.e.: (-) (c) Verstoß gegen Koppelungsverbot 59 II Nr. 4, 56 VwVfG (aa) Vorliegen eines Austauschvertrages i.s.d. 56 VwVfG? Kein Synallagmaerforderlich; auch hinkender Austauschvertrag (zumindest, wenn Zusammenhang im Vertragstext anklingt).

8 Begründetheit VI (bb) Verstoß gg. 56 II VwVfG Diff.: Anspruch auf Leistung/Ermessen Entscheidend: ist beanspruchte Rechtsfolge zwingend vorgeschrieben. Hier: Auf Einvernehmen kein ausdrücklicher Anspruch des Bürgers (wird ggf. bei Klage auf Baugenehmigung ersetzt) Aber: gebundene Entscheidung der Gemeinde: 36 II S. 1 BauGB -> Versagungsgründe nur nach 31, 33, 34, 35 BauGB Hier: Keine Ausnahme oder Befreiung ( 31 BauGB), sondern Zulässigkeit nach 35 I, II BauGB. Auch 35 II BauGB kein Ermessen wegen unbestimmter Rechtsbegriffe auf TB.seite(h.M.)

9 Begründetheit VII Rechtsfolge 56 II VwVfG: Gegenleistung müsste als NB zulässig sein. (P) Einvernehmen grundsätzlich NBfeindlich. Aber hypothetische Prüfung möglich. 36 I Alt. 1 VwVfG: explizit vorgesehen? (-) 36 I Alt. 2 VwVfG: Sicherstellung gesetzlicher Voraussetzungen? (-). Denkbar allenfalls Erschließung, aber diese laut SV gesichert. (cc) Verstoß gg. 56 I VwVfG (P) Anwendbarkeit Abs. 1 neben Abs. 2? Lex specialis? Aber: erst-recht-schluß Hier: Abgeltung Bebauungsvorteil kein legitimer öff. Zweck; fehlender Sachzusammenhang. ZE: Vertrag wegen Verletzung 59 II, 54 S. 2, 56 LVwVfG

10 Begründetheit VIII (c) Nichtigkeit nach 59 I VwVfG i.v.m. 134 BGB, 35 BauGB: 30 ff. BauGB als Verbotsgesetze? (P) Anwendbarkeit von 134 BGB? e.a. (-) wegen 59 II VwVfG h.m. (+), aber begrenzt auf qualifizierte, besonders schwerwiegende Rechtsfehler (Eigenschaft ergibt sich aus Wortlaut, Sinn und Zweck, Systematik) Hier: Verstoß gg. 35 BauGB? (P) Privilegiertes Vorhaben nach 35 I Nr. 1 BauGB? dienen : Maßstab des vernünftiges Landwirts (P) Entgegenstehende öffentliche Belange nach 35 III BauGB? Flächennutzungplan, natürliche Eigenart der Landschaft, Splittersiedlung. Aber: Privilegierung zu beachten.

11 Begründetheit IX ZE: kein Verstoß gg. 35 BauGB, ergo keine Nichtigkeit nach 59 I VwVfG i.v.m. 134 BGB. ZE: Vertrag wegen Verstoß gegen Koppelungsverbot nichtig; Rechtsgrund (-); ör. Erstattungsanspruch gegeben. Rechtsfolge: Rückzahlungsanspruch (P) Entreicherungseinwand? Verwaltung kann sich nicht auf Vertrauensschutz berufen. Kein Rechtsmißbrauch Ergebnis: Klage zulässig und begründet.

12 Rechtsprechungs- und Literaturhinweise Ausgangsentscheidungen: VG Darmstadt, NJW 1998, 2073 (gemeindliches Einvernehmen und öffentlich-rechtlicher Vertrag) OVG Koblenz, NVwZ1992, 796 (gemeindliches Einvernehmen und öffentlich-rechtlicher Vertrag) VGH Mannheim, NVwZ1991, 583 (öffentlich-rechtlicher Erstattungsanspruch) BVerwGE42, 331 = NJW 1973, 1895 (hinkender Austauschvertrag, allgemeines rechtsstaatliches Koppelungsverbot) Jüngere Rspr. zum öffentlich-rechtlichen Vertrag: BGH NVwZ2006, 243 (zur Abgrenzung von öffentlich-rechtlichem und privatrechtlichem Vertrag, Vertrag zwischen privatrechtlich organisierten Rechtsträgern)

13 BVerwG NVwZ 2006, 336 (städtebaulicher Vertrag, Koppelungsverbot) BVerwG NVwZ 2005, 1083 (Zustandekommen, Schriftform) BVerwG NVwZ2003, 993 (Folgen eines nichtigen öff.-rechtl. Vertrags, öff.-rechtl. Erstattungsanspruch) BVerwG NVwZ-RR 2003, 874 (öff.-recht. Vertrag im Beamtenrecht, Erstattungsanspruch) BVerwG NVwZ2000, 1285 = E 111, 162 (Kopplungsverbot, Erstattungsanspruch bei nichtigem Vertrag) VGH Mannheim v (juris Beck-online; öff.-rechtlicher Erstattungsanspruch, 818 Abs. 3 BGB) VGH Mannheim VBlBW2005, 73 = NJOZ 2005, 108 (110) (qualifizierte Rechtsverstöße isv 59 Abs. 1 LVwVfG) VGH Kassel NVwZ-RR 2005, 680 (Zustandekommen von Verträgen, hinkender Austauschvertrag zum Zwecke der Einvernehmens- und Genehmigungserteilung) VGH München NVwZ-RR 2005, 781 (Kopplungsverbot, Folge der Nichtigkeit des Vertrags für einen hins. der Abwägung darauf beruhenden B-Plans)

14 VGH Mannheim VBlBW2004, 52 (Kopplungsverbot, öff.-rechtl. Erstattungsanspruch) OVG Münster NVwZ-R 2004, 776 (zur Qualifikation eines Vertrags als öffentlich-rechtlich sowie als hinkender Austauschvertrag) Weitere Rechtsprechung zum öffentlich-rechtlichen Erstattungsanspruch: BVerwG DÖV 2005, 650 (Berücksichtigung staatlicher Gegenleistungen) BVerwG NVwZ2003, 993 (keine Anwendung der 814, 817 BGB) VGH Mannheim VBlBW 2004, 52 (Anwendung der Saldotheorie) Literatur zum öffentlich-rechtlichen Vertrag:

15 Höfling/Krings, Der verwaltungsrechtliche Vertrag: Begriff, Typologie, Fehlerlehre, JuS 2000, S. 625 ff. Gurlit, Grundlagen des Verwaltungsvertrags, Jura 2001, S. 659 ff., S. 731 ff. Ziekow/Siegel, Entwicklung und Perspektiven des Rechts des öffentlichrechtlichen Vertrages, VerwArch94 (2003), S. 593 ff., VerwArch95 (2004), S. 133 ff., 281 ff., 573 ff. Krebs, Höchstrichterliche Rechtsprechung zum Verwaltungsrecht: zum Koppelungsverbot in der Verwaltungsvertragsdogmatik, in: Liber amicorum Hans-Uwe Erichsen, 2004, S. 63 ff. Schmitz, Die Verträge sollen sicherer werden -Zur Novellierung der Vorschriften über den öffentlich-rechtlichen Vertrag, DVBl 2005, S. 17 ff. Kersten, Klausur 11, in: von Lewinski(Hg.), Öffentlich-rechtliche Beraterund Anwaltsklausuren im Studium, 2007, S. 153 ff. Literatur zum Baurecht: Stollmann, Bauplanungsrechtliche Zulässigkeit von Vorhaben nach 35 BauGB, JuS2003, S. 855 ff. Hellermann, Das gemeindliche Einvernehmen, Jura 2002, S. 589 ff.

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