Humangenetik. Zytogenetik Teil 3. Vorlesungsmitschrift SS 05

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1 Humangenetik Zytogenetik Teil 3 Vorlesungsmitschrift SS 05 1

2 Humangenetik: Zytogenetik - Teil III Triploidie: - 3 facher Chromosomensatz - pränataler Tod - bei Lebendgeborenen Mosaike von normalen und triploiden Zelllinien Karyotypen: 69, XXY 55% 69, XXX 45% 69, XYY selten Entstehung: diandrische Troploidie (80%) o Befruchtung durch 2 Spermien ( 2 x n = 23 ) oder o Befruchtung durch diploides Spermium (n = 46) digynische Triploidie (20%) - Befruchtung einer diploiden Eizelle Diandrische Triploidie ( Typ 1 ) - meist Abort im 1. Trimester - partielle Blasenmole große zystische Plazenta - mäßige systemische IUGR - Dysmorphie und multiple Fehlbildungen Digynische Triploidie ( Typ 2 ) - längeres intrauterines Überleben als bei Typ - kleine nicht-zystische Plazenta - schwere IUGR mit relativer Aussparung des Kopfes - Dysmorphie und multiple Fehlbildungen Embryonale Entwicklung Normal Zygote 2

3 Diandrische Zygote Digynische Zygote Elterliche Prägung von Genen ( Genomic Imprinting ) Def.: Identische Gene verhalten sich unterschiedlich je nachdem ob sie vom Vater oder von der Mutter stammen. Die Expression einer Erbanlage, wir in Abhängigkeit von der elterlichen Herkunft reguliert. Elterliche Prägung von Genen: - nicht geprägtes (biparental exprimiertes) Gen o maternal mrna Protein o paternal mrna Protein - väterlich geprägtes (nur maternal exprimiertes) Gen o maternal mrna Protein o paternal - mütterlich geprägtes (nur paternal exprimiertes) Gen o maternal o paternal mrna Protein Angelman-Syndrom - Klinik: o Schwere geistige Retardierung o Minderwuchs o Mikrozephalie o unkontrollierten, ataktischen Bewegungen o Lachanfällen o Krampfleiden 3

4 - Angelman-Syndrom / Prader-Willi-Syndrom und Deletion in 15q11 q13 Kaskade der Geschlechtsdifferenzierung / -differenzierung G = direkte Genwirkung H = hormonell gesteuert 4

5 Dominante Geschlechtsdeterminierung durch den Y-Chromosom 45, X0 46, XX 47, XXX 48, XXXX ƒ 46, XY 47, XXY 48, XXXY wenn Y-Chromosom männlicher Phänotyp Anatomie des Y-Chromosoms Auf dem Y-Chromosom liegt das SRY-Gen. (SRY = Sex-determinierende Region des Y-Chromosoms) Wenn diese Region nicht mehr auf dem Y-Chromosom vorhanden ist XY Frauen Wenn diese Region auf ein X-Chromosom übergegangen ist XX Männer XX-Männer und XY-Frauen entsehen durch illegitimen DNA-Austausch zwischen X- und Y- Chromosom in der Meiose. 5

6 XX-Mann - Klinik: o Männliche Differenzierung der Genitalorgane o Kleine Hoden ( 1-2 ml) o Azoospermie, Infertil o z.t. femininer Fettverteilungstyp und Gynäkomastie - Im Vergleich zu Klinefelter-Syndrom o Geringe Körpergröße o Prävalenz numerischer Anomalien der Geschlechtschromosomen bei unselektierten Neugeborenen 47, XXY (Klinefelter-Syndrom) 1:1000 (m) 47, XYY 1:1000 (m) 47, XXX 1:1000 (w) 45, X 1:5000 (w) 6

7 Klinefelter-Syndrom - 47, XXY - geringes Hodenvolumen (1-3 ml) - Azoospermie ( exokrine Hodeninsuffizienz ) - Testosteronmangel ( endokrine Hodeninsuffizienz ) o Gynäkomastie o weibl. Fettverteilungsmuster o Verminderte Körperbehaarung o Sexuelle Dysfunktion o Osteoporose - Hormone: T - Normaler IQ, evtl. Teilleistungsschwächen (z.b. Feinmotorik und verbales Ausdrucksvermögen) Intelligenzquotient bei Kindern mit Klinefelter- und XXX-Syndrom Gesamt IQ Verbaler Teil Handlungsteil XXY 92,3 84,4 98,7 XXX 92,7 87,2 99,5 Kontrolle (XX o. XY) 103,8 101,1 106,2 Rate an Schwangerschaftsabbrüchen bei Klinefelter-, XYY-, XXX-Syndrom USA GB + Finnland Deutschland XXY 45% 66% 17% XYY 32% 33% 9% XXX 35% 37% 15% Triple-X-Syndrom (47, XXX) - normaler IQ (als Gruppe leicht unterdurchschnittlich) - gehäuft Teilleistungsschwächen (Feinmotorik, sowie Interaktionsfähigkeit, expressives Sprachvermögen) - gehäuft schulische Förderungsbedürftigkeit - normale Fertilität - leicht überdurchschnittliche Körpergröße - oft schlanker Körperbau 7

8 XYY-Männer (47, XYY) - normaler IQ - gehäufte Impulsivität / Verhaltensauffälligkeiten?? / Kriminalität?? - normale Fertilität - leicht überdurchschnittliche Körpergröße 48, XXYY 49, XXXXY Ullrich-Turner-Syndrom - X0 - Lymphödeme an Hand- und Fußrücken - Pterygium colli - Nackenfalte, tiefer Haaransatz - Cubitus valgus - sexueller Infantilismus - Minderwuchs - Gonadendysgenesie - primäre Amenorrhoe - multiple Pigmentnävi - Aortenisthmusstenose bzw. andere Gefäßanomalie - geistige Entwicklung normal Pränataldiagnostik Hauptmethoden der Pränataldiagnostik - Ultraschalluntersuchung - S-AFP, Triple -Test - Chromosomenanalyse - infektiologische Unersuchungen - DNA-Analyse - biochemische Untersuchung 8

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