Gestationsdiabetes. Informationen für einen optimalen Schwangerschaftsverlauf. Mehr Freiheit. Mehr Lebensfreude. Mit mylife.

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1 Gestationsdiabetes. Informationen für einen optimalen Schwangerschaftsverlauf. Mehr Freiheit. Mehr Lebensfreude. Mit mylife.

2 Fürs Leben gemacht.

3 Gestationsdiabetes Schwangerschaftsdiabetes Schwangerschaftsdiabetes, auch Gestationsdiabetes genannt, ist eine erstmals in der Schwangerschaft auftretende oder diagnostizierte Zuckerkrankheit (Glukose- Toleranzstörung). Es ist die häufigste Stoffwechselkomplikation in der Schwangerschaft, sie bleibt aber häufig unerkannt, wenn man sie nicht aktiv sucht. Was versteht man unter Gestationsdiabetes? Die während einer Schwangerschaft auftretenden Hormonveränderungen führen bei einer schwangeren Frau zu einem erhöhten Insulinbedarf. Wenn die Bauchspeicheldrüse der werdenden Mutter nicht mehr in der Lage ist, genügend Insulin zu produzieren um diesen Bedarf zu decken, steigt der Blutzuckerspiegel an, und es entsteht der Schwangerschaftsdiabetes. Die erhöhten Blutzuckerwerte können zu ernsthaften Schwangerschaftskomplikationen führen und die werdende Mutter und das ungeborene Kind gefährden. Normalerweise kommt es nach der Geburt zu einer Normalisierung der Blutzuckerwerte, es besteht jedoch ein Risiko von circa % für die Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2 im Langzeitverlauf. Mögliche Komplikationen sind: Vermehrtes Auftreten von Bluthochdruck und Ödemen (Wasseransammlungen) bei der Mutter Erhöhte Fruchtwassermenge Vorzeitige Wehen Stärkeres Grössenwachstum des Ungeborenen und dadurch höheres Geburtsgewicht Höhere Entbindungsrate mittels Kaiserschnitt Organreifungsstörungen (insbesondere können die Lungen betroffen sein) Missbildungen Kindliche Unterzuckerungen nach der Entbindung Erhöhte Bilirubin-Werte im Blut des Kindes (Gelbsucht) Entwicklung von Übergewicht und Diabetes mellitus Typ 2 beim Kind Wird der Gestationsdiabetes rechtzeitig erkannt, können mögliche Komplikationen vermieden und das Risiko für Mutter und Kind entscheidend verbessert werden.

4 Welche Symptome weisen auf einen Gestationsdiabetes hin? Fast immer bleibt der Schwangerschaftsdiabetes praktisch symptomfrei. Folgende Anzeichen / Risikofaktoren sollten aber zu einer frühzeitigen Diagnostik (oraler Glukose-Toleranztest (ogtt) bereits im ersten Drittel der Schwangerschaft; s. u.) führen: Bei der Mutter Übergewicht (der Body Mass Index (BMI) ist grösser als 25) Früherer Schwangerschaftsdiabetes afrikanische, lateinamerikanische oder asiatische Herkunft Frühere Fehlgeburten Geburtsgewicht von früheren Kindern > 4 kg Positive Familienanamnese Beim Fötus Übermässige Gewichtszunahme des Fötus Auffälligkeiten / Wachstumsstörungen des Fötus, die der Frauenarzt im Ultraschall feststellt Wie wird ein Schwangerschaftsdiabetes nachgewiesen? Zur Feststellung des Schwangerschaftsdiabetes wird ein oraler Glukosetoleranztest (ogtt) in der Schwangerschaftswoche in der Praxis Ihres behandelnden Arztes durchgeführt: zuerst wird der Blutzucker der werdenden Mutter nüchtern, sowie nach 1 und nach 2 Stunden nach Einnahme einer definierten Zuckerlösung gemessen. Die gemessenen Werte werden mit definierten Grenzwerten verglichen und die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes bei Überschreiten dieser Grenzwerte bestätigt. Bei Risikofaktoren wie Übergewicht, früherer Gestationsdiabetes oder positiver Familienanamnese kann der ogtt bereits im ersten Drittel der Schwangerschaft durchgeführt werden. Informationen für Österreich Seit 2008 ist der orale Glukosetoleranztest in Österreich in die Routineuntersuchungen von Schwangeren aufgenommen worden (Mutter-Kind-Pass). In den Europäischen Ländern wird der ogtt im Allgemeinen von den Krankenversicherungen vergütet.

5 Wie wird ein Schwangerschaftsdiabetes behandelt? Neben dem Arzt und der medizinisch technischen Assistentin sollten wenn immer möglich eine Diabetesfachund Ernährungsfachberaterin in die Beratung involviert werden. Bei ca. 85 % der Schwangeren mit Diabetes kann eine genügende Therapie bereits durch eine Verhaltensänderung (Ernährung und Bewegung) erreicht werden. Wenn diese Massnahmen keine oder nur eine unzureichende Verbesserung der Blutzuckerspiegel bewirken, wird meist eine Insulintherapie (Tabletten nicht möglich in der Schwangerschaft) notwendig und durch Ihren Arzt / Diabetologen eingeleitet. Um eine optimale Stoffwechseleinstellung zu erreichen, ist das regelmässige Messen des Blutzuckerspiegels bei jeder Therapieform unerlässlich: Blutzucker-Zielwerte bei Gestationsdiabetes gültig für die Schweiz Vor den Hauptmahlzeiten 5.3 mmol/l 1 Stunde nach den Hauptmahlzeiten 8.0 mmol/l 2 Stunden nach den Hauptmahlzeiten 7.0 mmol/l Blutzuckerselbstmessung bei Ernährungstherapie 4 täglich nüchtern vor dem Frühstück exakt 1 oder 2 Stunden nach dem Frühstück exakt 1 oder 2 Stunden nach dem Mittagessen exakt 1 oder 2 Stunden nach dem Abendessen Blutzuckerselbstmessung bei Insulintherapie 6 täglich nüchtern vor dem Frühstück exakt 1 oder 2 Stunden nach dem Frühstück vor dem Mittagessen und exakt 1 oder 2 Stunden nach dem Mittagessen vor dem Abendessen und exakt 1 oder 2 Stunden nach dem Abendessen Referenz: Empfehlungen der Schweizer Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie, April 2013.

6 Falls die Werte stabil im Zielbereich liegen, kann die Messfrequenz nach Besprechung mit dem Arzt reduziert werden (z. B. ein 4-Punkte-Tagesprofil: vor dem Frühstück und 1 2 Stunden nach dem Mittag- und Abendessen, sowie vor dem Zubettgehen). Sollten Ihre Blutzuckerwerte in etwa 10 % der Fälle ausserhalb der Zielwerte liegen, wird der behandelnde Arzt eine Intensivierung der Therapie anstreben. Die Richtwerte für Glukose im venösen Blut in Österreich sind Nüchtern 92 mg/dl Nach 1 Stunde 180 mg/dl Nach 2 Stunden 153 mg/dl Referenz: Empfehlungen Diabetes Initiative Österreich Bereits bei Erreichen oder Überschreiten eines Grenz wertes zu einem der 3 Zeitpunkte spricht man definitionsgemäss vom Vorliegen eines Gestationsdiabetes. Besprechen Sie die Befunde und mögliche Konsequenzen daraus mit Ihrem Arzt. Und nach der Schwangerschaft? Der Gestationsdiabetes bildet sich nach der Schwangerschaft in der Regel wieder zurück. Jedoch liegt das Risiko für das erneute Auftreten in einer nachfolgenden Schwangerschaft bei 50 %. Darüber hinaus beträgt das Risiko für die Mutter nach 10 Jahren einen Diabetes mellitus, meist des Typ 2, zu entwickeln, bei 30 bis 50 %. Risikofaktoren sind insbesondere genetische Faktoren und Übergewicht. Die Therapie umfasst neben der Schulung der chronischen Krankheit, eine Ernährungsumstellung, eine Erhöhung der körperlichen Aktivität und je nach Stoffwechsellage den Beginn einer medikamentösen Therapie (Tabletten oder Insulin).

7 Merke: Bei einem gut behandelten Schwangerschaftsdiabetes besteht kein Grund zur Sorge, dass das Baby nicht gesund sein könnte! Die richtige Ernährung und genügend Bewegung sind in jedem Fall die Grundpfeiler der Behandlung des Schwangerschaftsdiabetes. Um eine optimale Einstellung des Schwangerschaftsdiabetes erreichen zu können, muss der Blutzucker zu Hause regelmässig selbst überprüft werden und gemäss Arzt und Berater die entsprechenden Massnahmen eingeleitet werden. Dieser Flyer wurde erstellt von: Dr. med. Lukas Villiger, Facharzt FMH für Innere Medizin u. Endokrinologie / Diabetologie und Dr. med. Katja Matoscevic, In Ausbildung zum Facharzt Endokrinologie / Diabetologie

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