Grundsätzliche Informationen zur Taufe

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1 Grundsätzliche Informationen zur Taufe Pfarrer Andreas Schneider 0228/ Liebe Eltern, Sie haben den Wunsch, Ihr Kind taufen zu lassen. Darum bitte ich Sie, vor dem Taufgespräch folgende Aspekte zu bedenken, wenn möglich auch zusammen mit den vorgesehenen Patinnen oder Paten: dass unser Leben dieser geschenkten Liebe Gottes entspricht. Daher wurden zur Zeit der ersten Christen nur Erwachsene getauft, die zum Glauben an Christus gekommen waren. Ihre Taufe war auch das Versprechen, fortan im Vertrauen auf Christus leben zu wollen. Warum eigentlich Taufe? Warum taufen wir Kinder? Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Eltern ihr Kind taufen lassen möchten: S Die Taufe stellt unser Kind unter Gottes Segen. S Dieses traditionelle Familienfest gehört einfach dazu. S Die Taufe bedeutet einen besonderen Schutz für unser Kind. S Wir wollen unseren Großeltern eine Freude machen. S... Auch wenn diese Aspekte sicherlich wichtig sind, so ist doch der Sinn der Taufe eigentlich ein anderer. Der Heidelberger Katechismus antwortet (Frage 74), weil auch die Kinder wie die Erwachsenen in den Bund hinein gehören, den Gott mit seiner Gemeinde schließt. Da aber nun die kleinen Kinder noch nicht versprechen können, im christlichen Glauben zu leben, versprechen die Eltern und Paten bei der Taufe, ihrem Kind den christlichen Glauben zu vermitteln. Wasser heißt Leben und Tod. Wasser bedeutet Leben. Alles Leben der Erde kommt aus dem Wasser. Aber Wasser bedeutet auch Tod. Man denke an die berühmte Geschichte von der Sintflut in der Bibel. Diese beiden Aspekte sind für das Verständnis der Taufe wichtig. Denn in der Taufe verbindet sich Gott mit uns Menschen. Die Taufe ist das Zeichen, das uns sagt: Die Feindschaft, die zwischen uns Menschen und Gott stand, ist begraben. Darum wurden die Täuflinge früher auch ganz untergetaucht. In vielen Ländern und Freikirchen wird dies heute immer noch so praktiziert. Wie können wir unseren Glauben an unser Kind weitergeben? Das ist die Frage, über die ich Sie bitte nachzudenken. Dazu sollten Sie sich erst einmal darüber klar werden, was Ihnen selbst am christlichen Glauben und an der Kirche wichtig ist: Wie leben wir unseren Glauben? Welchen Aspekt unseres Glaubens möchten wir unserem Kind weitergeben? Durch die Taufe schenkt Gott uns ein neues Leben, in dem seine Liebe und Treue uns unverbrüchlich zugesagt wird. Darum ist auch die Taufe ein einmaliges Geschehen und kann nicht wiederholt werden. Oder besser Kindersegnung? Sollten Sie bei Ihren Überlegungen zu der Erkenntnis kommen, dass Ihre Kirche und Ihr christlicher Glaube Ihnen fremd geworden sind, besteht in unserer Gemeinde auch die Möglichkeit, dass Sie Ihr Kind im Gottesdienst segnen lassen und es sich später aus eigenem Wunsch zur Taufe entschließt. Taufe: Geschenk und Aufgabe Die Taufe ist beides. Zum Einen ist sie ein Geschenk. Die Liebe Gottes können wir uns nicht verdienen, sondern nur annehmen wie ein Kind. Dieser Aspekt kommt besonders zur Geltung, wenn wir Säuglinge taufen. Die Taufe ist aber auch eine Aufgabe, nämlich so zu leben, 1

2 Informationen zur Taufe in unserer Kirchengemeinde Ein Elternteil eines zu taufenden Kindes muss evangelisch sein. In begründeten Ausnahmefällen kann auch ein Kind ohne evangelisches Elternteil getauft werden, wenn ein anderer evangelischer Christ für seine christliche Erziehung sorgt. Ein solcher Ausnahmefall bedarf jedoch der Zustimmung des Presbyteriums. Vor einer Kindertaufe findet ein Taufgespräch zwischen den Eltern des Täuflings und dem Pfarrer statt. Es ist sinnvoll, wenn auch nicht notwendig, dass daran auch die Paten teilnehmen. Dabei geht es um den Sinn der Taufe, den Ablauf sowie um die Festlegung einzelner Details, wobei Anregungen und Mitgestaltung durch Eltern und Paten sehr willkommen sind, z.b. in bezug auf Lieder und Texte, die beim Taufgottesdienst erklingen sollen. Jeder Täufling erhält bei der Taufe einen Taufspruch mit auf den Weg. Dieser Taufspruch sollte ein Bibelvers sein. Auch hier sind Vorschläge der Eltern sehr willkommen, wobei der Pfarrer ihnen gern Material zur Vorbereitung zukommen lässt. Wenn ein Erwachsener getauft werden möchte, so erhält er in der Regel einen Taufunterricht, dessen Form und Dauer mit dem Pfarrer zu vereinbaren sind. Es wird sich dabei meist um mehrere Gespräche über den christlichen Glauben handeln. Bei Erwachsenentaufen ist es naheliegend, dass der Täufling selber an der Vorbereitung seines Taufgottesdienstes mitwirkt, was Taufspruch, Lieder, Texte etc. angeht. Nach Möglichkeit sollen an die Seite des Täuflings Paten treten. Sie haben bei der Kindertaufe die Aufgabe, gemeinsam mit den Eltern dafür Sorge zu tragen, dass das Kind im christlichen Glauben erzogen wird. Darüber hinaus sollen Paten sich bemühen, Ansprechpartner und Vertrauenspersonen für ihre Patenkinder zu werden. Weithin wird von Paten erwartet, dass sie bereit sind, in dem zum Glück sehr seltenen Fall, dass den Eltern etwas Ernstes zustößt, für ihr Patenkind zu sorgen. bzw. Gemeindeamt umgehend eine solche Bescheinigung zu bekommen. Sie muss dem Pfarrer, der die Taufe durchführt, rechtzeitig vor der Taufe vorliegen. Die Anzahl der Paten ist hierzulande nicht festgelegt. Wie unter 1) gesagt, ist es sinnvoll, wenn künftige Paten am Taufgespräch teilnehmen. Zur Taufe sollte das Familienstammbuch mitgebracht werden. Für jedes Kind findet sich dort ein Zettel ( Geburtsbescheinigung für religiöse Zwecke ), der bei der Kirche verbleibt. Außerdem trägt der Pfarrer nach vollzogener Taufe diese auf das dafür im Stammbuch vorgesehene Blatt ein. Danach erhält die Familie das Stammbuch zurück. Das Fotografieren ist während des Gottesdienstes nicht gestattet. Bitte weißen Sie im Vorfeld auch ihre Verwandschaft darauf hin. Es besteht keinerlei Einwand dagegen, nach einem Taufgottesdienst noch einmal in die Kirche zu gehen, um Fotos zu machen. Es kommt vor, dass Kinder, gerade Taufkinder, die ja oft noch sehr klein sind, im Gottesdienst unruhig werden. Wenn sich dies nicht schnell beilegen lässt, ist es sinnvoll, dass jemand von der Familie eine Zeit lang, insbesondere während der Predigt, mit dem Kind aus dem Gottesdienst heraus geht. Bei gutem Wetter tut es dem Kind manchmal gut, einfach etwas vor der Kirche an der frischen Luft herumzulaufen. Dieser Hinweis möge bitte nicht so verstanden werden, als wollten wir Kinder, die ja gerade durch die Taufe Mitglieder der Kirche geworden sind, gleich wieder aus dieser verbannen. Aber es ist ja nun auch so, dass die Teilnehmer am Gottesdienst gern die Predigt in Ruhe und Konzentration hören möchten, und auch der Pfarrer benötigt diese Atmosphäre, um seine Botschaft angemessen an die Gemeinde bringen zu können. Um dies zu gewährleisten, bitten wir alle, insbesondere während der Predigt die Voraussetzungen für eine konzentrierte Teilnahme am Gottesdienst zu schaffen. Wenn irgendwelche weiteren Fragen im Vorfeld der Taufe entstehen, sprechen Sie mich doch bitte an! Da das Patenamt ein kirchliches Amt ist, müssen Paten einer christlichen Kirche angehören. Jeder, der Pate werden will, muss eine Patenbescheinigung seines zuständigen Pfarramts mitbringen, die besagt, dass er Mitglied seiner Kirche ist und das Patenamt übernehmen darf (Patenbescheinigung). Im Normalfall ist es kein Problem, beim jeweils zuständigen Pfarrer 2

3 Ablauf der Taufe Die Taufe findet in der Regel im Eingangsteil des Gottesdienstes nach dem Eingangsgebet statt und hat dabei folgenden Ablauf: Tauffrage an die Eltern Die Eltern werden bei einzeln gefragt und sollten antworten: Ja, mit Gottes Hilfe. Gehört ein Elternteil keiner Kirche an, wird ihm eine eigens für Ihn formulierte Frage gestellt, so dass niemand gegen seine Überzeugung ein Versprechen ablegen muss. Frage an die Paten Die Paten werden gefragt, ob sie das Patenamt übernehmen wollen. Auch Sie antworten mit: Ja, mit Gottes Hilfe Frage an die Gemeinde Die anwesende Gemeinde wird gefragt, ob sie den Täufling in der Gemeinde willkommen heißen und ihn nach ihren Kräften als Kirche begleiten will, worauf sie antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe. Glaubensbekenntnis Anschließend wird gemeinsam das Apostolische Glaubensbekenntnis gesprochen, dass Eltern und Paten mitsprechen sollten. Es fasst unseren christlichen Glauben grundlegend zusammen und vereint uns mit allen Christen auf Erden. Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christlichea Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen. Betrachtung der Taufstätte und Eingießen des Wassers Das eingießen des Wassers in das Taufbecken kann auch ein Pate oder ein größeres Kind aus der Familie übernehmen. Taufe des Kindes Oft wird im Taufgespräch die Frage gestellt, wer das Kind bei der Taufe hält. Diesbezüglich gibt es keine Vorschriften, so dass Sie dies in der Familie für sich allein entscheiden können. 3

4 Segnung des Kindes mit Nennung des Taufspruchs Anzünden der Taufkerze An dieser Stelle ist es auch möglich, dass ältere Geschwister des Täuflings, die schon getauft sind, noch einmal ihre Taufkerze entzünden. Anrede an die Eltern und Paten Es folgt noch einmal ein kurzer Hinweis auf die vor Ihnen liegende Aufgabe. Dabei haben Sie in der Jesus-Christus-Kirche auch die Gelegenheit, ein Schild mit dem Namen Ihres Kindes, in der Kirche anzubringen. Dieses Schild wird von der Kirchengemeinde angefertigt. Segen der Eltern und Paten und des Kindes Was Sie für das Taufgespräch alles benötigen: Abstammungsurkunde (für religiöse Zwecke) Diese Bescheinigung wird von der Kirche einbehalten. Abstammungsurkunde als Original Auf der Abstammungsurkunde wird auf der Rückseite die Taufe eingetragen. Sie können Sie einige Tage nach der Taufe im Rahmen der Sprechstunde beim Pfarrer abholen. Bescheinigung der Paten Sofern die ausgewählten Patinnen und Paten nicht zu unserer Kirchengemeinde gehören, benötigen Sie eine Bescheinigung zum Patenamt. Diese erhalten die Patinnen und Paten bei dem für sie zuständigen Pfarramt. Die Patenbescheinigungen müssen zum Taufgespräch vorliegen Dimissoriale Falls Sie nicht im 2. Bezirk der Evangelischen Kirchengemeinde am Kottenforst wohnen, benötigen Sie eine solche Abmeldebescheinigung vom Pfarramt der für Sie zuständigen Kirchengemeinde. Taufspruch Der Taufspruch muss ein Vers aus der Bibel sein. Eine Auswahl finden Sie unten aufgeführt. Brief an den Täufling (siehe unten stehendes Blatt) Ausgefülltes Taufformular Was Sie sonst noch besorgen können, aber nicht müssen: Taufkleid Das weiße Taufkleid hat eine lange Tradition. Früher wurden alle Christen in der Osternacht getauft. Als Ausdruck ihrer neuen, durch die Taufe begründeten Existenz trugen Sie eine Woche lang ein weißes Taufkleid. Dieses legten Sie dann einen Sonntag später, am sog. Weißen Sonntag wieder ab. Heutzutage werden den Kindern nur noch selten Taufkleider angezogen. Sollten Sie sich dennoch dafür entscheiden, ein Taufkleid zu nutzen, sollten Sie es Ihrem Kind während des Gottesdienstes und nach der Taufe in einem kleinen liturgischen Akt anziehen. Ansonsten reicht es auch, wenn Sie ihr Kind einfach nur festlich anziehen. Taufkerze In unserer Kirchengemeinde ist es üblich, dass für den Täufling eine Taufkerze angezündet wird. Diese müssten Sie jedoch selbst besorgen oder basteln. Näheres dazu werde ich Ihnen im Taufgespräch mitteilen. 4

5 Ein Brief an Ihr Kind Als Vorbereitung auf unser Taufgespräch möchte ich Sie bitten, einen Brief an Ihr Kind zu schreiben, in dem Sie ihm erzählen, warum Sie es taufen lassen möchten. Diesen Brief können Sie Ihrem Kind dann in späteren Jahren, wenn es einmal die Frage stellt, warum es eigentlich getauft wurde, überreichen. Ich bitte Sie zur Vorbereitung unseres Taufgesprächs mir eine Kopie dieses Briefes zukommen zu lassen, gerne auch als 5

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