So arbeiten Profi-Trader. Die wichtigsten Werkzeuge für Ihren Börsenerfolg. Coverstory

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1 So arbeiten Profi-Trader Die wichtigsten Werkzeuge für Ihren Börsenerfolg Dieser Artikel gibt den Blick frei hinter die Kulissen eines professionellen Traders, der Tag für Tag an den Finanzmärkten aktiv ist sowie seit Jahren erfolgreich handelt und zeigt, was wirklich an der Börse zählt.» Um der Frage auf den Grund gehen zu können, welche Elemente für den Erfolg an der Börse für einen technisch orientierten Berufs-Trader essenziell sind, ist es erforderlich, die Strategie eines Traders näher zu betrachten. Zuvor jedoch werfen wir einen Blick auf Carl von Clausewitz, einen preußischen General und Militärtheoretiker, der in seiner Abhandlung Vom Kriege folgendes schrieb: Taktik ist die Lehre vom Gebrauch der Streitkräfte im Gefecht, die Strategie ist hingegen die Lehre vom Gebrauch der einzelnen Gefechte zum Zweck des Krieges. Wenngleich dieses Zitat martialisch anmuten mag, so ist dennoch eine gewisse Analogie zwischen dem Militär und dem Kampf an den Finanzmärkten nicht von der Hand zu weisen. Denn ganz ähnlich versuchen unterschiedliche Marktakteure tagein tagaus, sich gegenseitig zu besiegen und einen finanziellen Vorteil in Form eines Trading-Gewinns für sich zu verschaffen. 8

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3 B1) Trenddefinition idealtypischer Verlauf Kurs RH2 RT3 auch Eröffnungs-, Hoch- und Tiefkurse innerhalb der jeweils gewählten Periode. Die Charts können mit einer normalen oder einer logarithmischen Kursskala konstruiert werden. Grundsätzlich kann für kürzerfristige Betrachtungszeiträume die normale und für längerfristige Darstellungen die logarithmische Kursskala gewählt werden. Wichtig ist, dass Sie innerhalb des gewählten Zeitraumes dann durchgängig lediglich nur die eine oder andere Darstellungsform nutzen, um Irritation zu vermeiden. Bei dieser Grafik sehen Sie einen idealtypischen Verlauf eines Trends. Die relativen Tiefs der Punkte bis RT3 sind die steigenden Tiefs und die beiden Punkte der relativen Hochs bis RH2 sind die steigenden Hochs und erfüllen damit die Trenddefinition der Technischen Analyse. Quelle: eigene Darstellung des Autors Grundlagen Zeit Bevor Sie an den Finanzmärkten aktiv werden können, ist es erforderlich, dass Sie zumindest annähernd Waffengleichheit zwischen Ihnen und den anderen Tradern schaffen. Sie benötigen einige Voraussetzungen, die dem Trader im institutionellen Bereich von vornherein schon gegeben sind. Diese Grundlagen umfassen im Wesentlichen folgende Punkte. a) Hard- und Software Sie benötigen vorzugsweise einen redundant ausgelegten Computer mit ausfallsicherer Internetverbindung. Zwei unabhängige Systeme zum Beispiel einen Desktop-PC und einen Laptop mit jeweils eigener Internetanbindung und installierter Software sind mindestens anzuraten für den Fall, dass ein System einen Defekt hat. Neben der Hardware benötigen Sie eine Chart-Software. Der Chart stellt im technischen Trading Ihr Hauptarbeitsmittel dar und Sie müssen in der Lage sein, die betrachteten Basiswerte einfach und zügig in Augenschein zu nehmen. b) Charteinstellung Hinsichtlich der Charteinstellung sollten Sie sich bewusst sein, dass es unterschiedliche Kursdarstellungsformen wie Kerzen-, Balken- und Liniencharts gibt. Sinnvoll sind Kerzencharts, da diese im Vergleich zum Linienchart sehr viel Informationsgehalt bieten. Bei Kerzencharts haben Sie nicht nur Schlusskurse, sondern c) Kursdatenversorgung Um eine kostenpflichtige Kursdatenversorgung werden Sie wenn Sie kurzfristig im Bereich von Minuten oder Stunden handeln möchten, aber auch wenn Sie das Timing des Einstiegs im Tageschart optimieren möchten nicht umhinkommen. Achten Sie hierbei auf einen etablierten und verlässlichen Realtime Datenfeed ideal ist ein Anbieter, der nicht nur Handelsplätze wie Xetra abbildet, sondern insbesondere auch Markttiefe (Level 2) zur Verfügung stellt. Denn damit erhalten Sie sowohl Einblick in die Times & Sales Liste als auch ins Orderbuch. d) Tickchart Mit Hilfe der T&S Liste wird die Mutter aller Charts generiert, der Tickchart. Dieser Tickchart ist ein Linien- Chart, der jede Transaktion visualisiert, indem er jeden neuen Kurs beziehungsweise Tick aus der T&S-Liste im Chart zusammen mit der entsprechenden Uhrzeit erfasst und einen Datenpunkt im Chart markiert. Der Tickchart kann sich demnach nicht als Kerzenoder Barchart darstellen lassen, da er nur die stattgefundenen Transaktionen anhand eines Datenpunktes visualisiert und demnach kein Eröffnungs-, Schluss-, Hoch- oder Tiefpunkt ausbilden kann. Damit ermöglicht der Tickchart einen nativen und unverfälschten Blick auf die Angebots- und Nachfragesituation eines Wertes. Jedoch ist es im Allgemeinen recht unpraktisch, mit dem Tickchart zum Beispiel ein ganzes Jahr in einem Basiswert zu betrachten. Aus diesem Grund werden in der Regel Periodencharts wie Minuten-, Stunden- oder Tageschart et cetera verwendet. e) Orderbuch Im Orderbuch erhalten Sie Einsicht in alle aufgegebenen Kauf- und Verkaufsaufträge und können diese für die Positionierung Ihrer eigenen Handelsaufträge sinnvoll nutzen. So können Sie einen entscheidenden Vorteil gerade im Hinblick auf kurzfristige Trades erlangen, da Sie die 10

4 eigene Order im aktuellen Umfeld einordnen und diese ins Verhältnis zu den Aufträgen der übrigen Marktteilnehmer setzen können. Schlussendlich hilft Ihnen der Einblick in das Orderbuch auf sehr kurzfristiger Zeitebene. Es lässt sich ablesen, ob ein Wert eher steigen oder fallen wird, da Sie sehen, ob die Nachfrage oder das Angebot höher ist. Damit können Sie einen Timing-Vorsprung und einen etwas besseren Preis Ihrer Order erzielen. B2) Bayer Tageschart In dieser Grafik sehen Sie die Aktie Bayer aus dem DAX im Tageschart über einen Zeitraum von rund 3,5 f) Newsfeed Jahren. Auffällig ist, dass diese Aktie über Jahre hinweg steigt und sich sehr wohl in einem übergeordneten trendmäßigen Muster mit steigenden Hochs und steigenden Tiefs bewegt. Neben den Kursen benötigen Sie Quelle: TaiPan EoD, Kursdatenversorgung Xetra noch einen Newsfeed, damit Sie einen Überblick über die allgemeine Situation im Marktgeschehen haben und insbesondere, um bei speziellen außergewöhnlichen nehmen. Das Hauptwerkzug dieser Trader-Gruppe ist dabei die Technische Analyse, die ihrerseits die Grundlage Ereignissen zumindest im sehr kurzfristigen Trading reagieren zu können. in der Dow-Theorie findet. Aber auch im längerfristigen Trading ist es notwendig, dass Sie geplante News wie zum Beispiel die Arbeitsmarktdaten der USA, Zentralbanksitzungen, die Bereits in den 1880er bis 1890er Jahren hatte Charles a) Dow-Theorie Bekanntgabe von Zinsentscheidungen der Zentralbanken Dow eine Trenddefinition geschaffen, die sich in ihrer und Unternehmensnachrichten berücksichtigen können. grundlegendsten Aussage mit den Worten zusammenfassen lässt, dass ein Trend so lange intakt ist, bis dieser So ist es auch bei längerfristigen Engagements in einer Aktie nicht zweckmäßig, unmittelbar vor der Veröffentlichung wichtiger Zahlen eine Order aufzugeben, da es hin siert durch steigende Hochs und steigende Tiefs und ein gebrochen ist. Dabei ist ein Aufwärtstrend charakteri- und wieder zu einem signifikanten marktbewegendem Abwärtstrend durch fallende Hochs und fallende Tiefs. Gap kommen kann, welche dann den beabsichtigen Orderpreis erheblich verändert. altypischen Trend. Die relativen Tiefs der Punkte bis Zur Veranschaulichung sehen Sie in Bild 1 einen ide- RT3 sind die steigenden Tiefs und die beiden Punkte der g) Broker relativen Hochs bis RH2 sind die steigenden Hochs. Nachdem nun die Vorbedingungen unter die Lupe genommen wurden, benötigen Sie zum Trading und zum b) Trenddefinition Zweck der Orderaufgabe einen zuverlässigen und seriösen Broker, der Ihre Handelsgeschäfte zügig und gewis- Literatur ständig verfeinert und erweitert und findet un- Diese soeben beschriebene Trenddefinition wurde in der senhaft an die Börse weiterleitet. ter anderem auch Einzug im Standardwerk von Edwards Grundsätzlich hat jedes Handelsinstrument seine Daseinsberechtigung, sofern es sinnhaft eingesetzt wird später in John Murphys Hauptwerk Technische Analyse und Magee Technical Analysis of Stock Trends sowie und Sie sich über die Risiken wie Hebelwirkung, Spreaderhöhung, unklare Ausführung und dergleichen bewusst Dabei wurden bereits von Edwards und Magee in der Finanzmärkte aus dem Jahr sind. den 1940er Jahren detailliert die wichtigsten Aspekte des technischen Tradings beschrieben und zugleich Trends, Werkzeugkasten der Technischen Analyse Marktteilnehmer, Volumen, Spannungsverhältnisse, Formationen und dergleichen in Verbindung gesetzt und Nachdem die Grundlagen erläutert sind, ist es an der Zeit, nun die Hilfsmittel der professionellen Trader, die erläutert. Dies verdeutlicht, dass die Trading-Konzepte im Grunde nichts wirklich Aktuelles sind, sondern technisch orientiert arbeiten, näher unter die Lupe zu auf 11

5 B3) Einstiegsorder beim Durchbruch des Kurs E S Zeit Diese Bild zeigt einen idealtypischen Verlauf und die Einstiegsorder beim Durchbruch des. Quelle: eigene Darstellung des Autors Die Bestimmung des großen Bildes ist die unabdingbare Voraussetzung, bevor Sie überhaupt beim trendfolgenden Ansatz ein konkretes Einstiegssetup in Betracht ziehen. Es muss zuerst gemäß der oben dargestellten Trenddefinition ein klar ersichtlicher Trend vorliegen. Erst wenn ein Trend übergeordnet vorliegt, ist es zulässig, ein konkretes Einstiegssignal auf der Handelsebene zu suchen. Ermitteln Sie also, was Sie im Chart tatsächlich sehen und nicht, was Sie sich wünschen. Versuchen Sie nie, einen Trend zu antizipieren. Schon gar nicht im großen Haupttrend. Dieser muss deutlich sichtbar sein. zahlreiche Autoren und Börsenhändler der letzten rund 120 Jahre zurückzuführen sind. Dennoch funktionieren diese grundlegenden Thesen auch heute noch. Die Grundannahme, dass sich die Kurse an den Märkten in Trends bewegen und, dass es wahrscheinlicher ist, dass sich ein Trend eher fortsetzt als bricht und der Marktpreis alles diskontiert, ist die Grundlage eines technisch orientierten Traders. Es erlaubt ihm, einen statistischen Vorteil zu erlangen, sofern er nur Trades in Richtung des Haupttrends eingeht. Bild 2 soll verdeutlichen, dass Märkte sich in starken Trends bewegen. Hier sehen wir die Aktie von Bayer aus dem DAX im Tageschart über einen Zeitraum von rund 3,5 Jahren. Auffällig ist, dass diese Aktie über Jahre hinweg steigt und sich sehr wohl in einem übergeordneten trendmäßigen Muster mit steigenden Hochs und steigenden Tiefs bewegt. Das große Bild Zunächst ist es erforderlich, das große Bild einzuordnen, um sich über die aktuelle Verfassung des Marktes im Klaren zu sein. Das bedeutet, dass Sie einen Wert hinsichtlich seines übergeordneten Trends beispielsweise im Tageschart auf längere Sicht ansehen und bestimmen, ob dieser sich in einem Auf- oder Abwärtstrend oder gar in einer Seitwärtsphase befindet. Im konkreten Fall bei der Aktie Bayer erkennen wir hier einen jahrelangen Aufwärtstrend, der zusätzlich durch kürzere untergeordnete Trends wie den Aufwärtstrend seit Mitte August 2014 bis März 2015 charakterisiert ist. Das Kleine im Großen suchen Nun ist es an der Zeit, auf untergeordneter Ebene einen Handelseinstieg in Betracht zu ziehen. Hilfreich ist hierbei abermals die Trenddefinition. Das heißt, dass Sie einen passenden, kleineren Trend innerhalb des primären Trends suchen, der in dieselbe Richtung weist wie der Haupttrend. So erlangen Sie erhöhte Sicherheit, da Sie mit dem größeren Trend und damit mit dem großen Kapital handeln. Das hat zur Folge, dass Sie einen weiteren statistischen Vorteil erlangen und damit einen Trend im Trend handeln. In anderen Worten ausgedrückt, suchen Sie das Kleine im Großen wie es in dem nachfolgenden Bild 3 verdeutlicht wird. Setups Anhand von zwei ausgewählten Setups wird nun deutlich, wie das Konzept des Trends im Trend funktioniert und wie Sie ertragreiche Einstiege, bei denen Sie den statistischen Vorteil auf Ihrer Seite haben, handeln können. Voraussetzung bei beiden Setups ist, dass es einen übergeordneten Trend gibt, der als Taktgeber funktioniert und in dessen Richtung Sie einen untergeordneten Trend handeln. a) Trendhandel bei Etablierung eines jungen Trends Dieses konkrete Einstiegsszenario verlangt ebenfalls das Vorliegen eines übergeordneten Haupttrends. Sobald diese Bedingung erfüllt ist, sucht man einen untergeordneten Trend, der in Richtung des Haupttrends gehandelt wird. 12

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7 B4) einstiegsorder aus der Korrektur im kleinen trend Kurs In dieser Grafi k sehen wir einen idealtypischen übergeordneten Trend mit untergeordnetem kleinerem Trend (rot), sprich: einen Trend im Trend und die konkrete Einstiegsorder für den Handel aus der Korrektur. Dabei versucht man schon zu Beginn, wenn sich der untergeordnete Trend überhaupt erst etabliert, einen Einstieg zu bekommen. Das heißt in anderen Worten: Es wird versucht, beim Durchbruch des letzten relativen Hochs () in den Markt zu gelangen, mit einem Stopp unter dem letzten bestätigten relativen Tief (). In Bild 3 erschließt sich dieses Einstiegsszenario. Im roten untergeordneten Trend, welcher unter der charttechnischen Lupe im Rechteckt dargestellt wird, sehen Sie mit der gestrichelten Linie unter E den Einstieg und mit der gestrichelten Linie unter S den Stopp. b) Trendhandel aus der Korrektur Beim Trendhandel aus der Korrektur sind ebenfalls die vorgenannten Bedingungen erforderlich (Vorliegen eines Haupttrends, untergeordneter Trend in Richtung des übergeordneten Trends). Allerdings wird bei diesem Setup nicht sofort beim Durchbruch durch das letzte relative Hoch gehandelt, sondern man wartet, um dann bei der Korrektur des untergeordneten Trends innerhalb der oliver Wißmann Oliver Wißmann ist nicht nur stellv. Leiter der Regionalgruppe München der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands e.v. (www. vtad.de) und Finanzautor, sondern betreibt unter auch einen Blog. Daneben leitet er eine Trading-GmbH und ist als Berater und Ausbilder tätig. S E Zeit Quelle: Oliver Wißmann Korrekturzone (die Zone zwischen dem letzten bestätigten relativen Hoch und relativen Tief) einen Einstieg vorzunehmen, siehe Bild 4. Sie sehen dabei, dass die Vorbedingungen die gleichen sind wie bei dem Beispiel aus Bild 3. Im Unterschied dazu erkennen Sie jedoch, dass der Entry E innerhalb der Korrektur des roten kleineren Trends erfolgt, wobei der Stopp S an der gleichen Stelle wie beim vorgenannten Setup liegt. Das heißt, dass Sie mittels dieses Szenario ein günstigeres Chancen-Risiko-Verhältnis erlangen. Risiko-, Geld- und Positionsgrößenmanagement Mit einer Einstiegslogik ist die Entwicklung einer ganzheitlichen Strategie keinesfalls abgeschlossen. Ein wesentlicher Faktor in der Gesamtstrategie eines Traders ist das Geld-, Risiko- und Positionsgrößenmanagement. Vereinfacht zusammengefasst besagt dieses, dass Sie von Ihrem gesamten Depot nur einen kleinen Teil pro Trade einsetzen. Im Profi-Handel ist dabei eine Größenordnung von 0,25 Prozent bis zirka einem Prozent des gesamten Depots als Risikobetrag zulässig, da dadurch der Kapitalerhalt am ehesten gewährleistet ist. Neben der Betrachtung des riskierten Betrages ist ebenso die Gesamtbelastung des Depots zu beachten. Sie müssen sich im Vorfeld bewusst sein, wie viel von Ihrem Vermögen in den einzelnen Trades gleichzeitig investiert wird. So stellen zum Beispiel zehn Trades, die insgesamt 100 Prozent des Kapitals binden, ein größeres Risiko dar, als wenn Sie bei zehn Trades lediglich 30 Prozent ihres Kapitals investiert haben. Denn Sie dürfen nie vergessen, dass nicht nur aufgrund eines exogenen Schocks an den Finanzmärkten (schwarzer Freitag, Terroranschläge und dergleichen) eine große Anzahl an Positionen oder alle Positionen gleichzeitig aus Ihrem Depot ausgestoppt werden können, sondern auch, dass ein Stopp aufgrund einer größeren Kurslücke nicht an der Stelle ausgeführt wird wie beabsichtigt. Nachbereitung Abgerundet wird die Gesamtstrategie und deren Umsetzung mit der buchhalterischen Aufarbeitung der 14

8 Geschäftstätigkeit. Bei der professionellen Herangehensweise an die Finanzmärkte handelt es sich nämlich um eine Unternehmung wie jedes andere Business auch. Somit muss auch eine konstante Überprüfung des Geschäftsmodells erfolgen. In der Trading-Welt heißt das, dass jeder Trade mittels eines aussagekräftigen Handelsjournals aufgezeichnet wird. Ähnlich, wie die Buchhaltung in einem Betrieb jeden einzelnen Geschäftsvorgang erfasst und damit jederzeit eine Kontrolle und Übersicht über das Unternehmen zulässt, wird im Trading eine Strategie so frühzeitig überprüft. Es bietet objektiv messbare Kennzahlen zur Prüfung, ob die Strategie sinnhaft ist. So kann nicht nur die bloße Rendite abgelesen werden, sondern auch die Höhe und Dauer des Drawdown, der durchschnittliche Ertrag pro Trade, der Profitfaktor, die Sharpe Ratio und dergleichen. In solch einem Journal finden dann nicht nur Einstieg, Einstiegskurs, Zeitpunkt und Positionsgröße, Gebühren sowie die Glattstellung und die Berechnung des einzelnen Gewinns und Verlustes Einzug, sondern eben auch die Dokumentation des angewandten Setups, der Zeiteinheit, der Haltedauer und günstigstenfalls noch zusätzlich der Frage, ob ein Wiedereinstieg vorgenommen wurde oder nicht. Daneben bietet es auch Selbstsicherheit bei einer längeren Drawdown-Phase, da ein Trader nicht sofort in blinden Aktionismus verfällt und sein Handelssystem gleich über Bord wirft. Fazit Zusammenfassend ist deutlich geworden, dass die Schlüsselkomponenten für einen dauerhaften Erfolg an den Finanzmärkten nicht in einzelnen Faktoren zu finden sind, wie zum Beispiel in Setups oder in einer Chart-Software, sondern dass es das Zusammenspiel von allen Einzelaspekten ist. Dabei spielen untergeordnete Faktoren wie beispielsweise Einstiege, welche von Privatanlegern gerne völlig übergewichtet werden, eher eine nebensächliche Rolle. Im Profi-Handel werden dagegen das Risiko-, Geldund Positionsgrößenmanagement, die Bestimmung des übergeordneten Trends, die Suche nach dem statistischen Vorteil und die Diversifikation viel stärker beachtet. Das Berücksichtigen und sinnvolle Verknüpfen sowie richtige Gewichten aller Komponenten zu einer Gesamtstrategie ist das Geheimnis, welches den privaten Marktteilnehmer, der hin und wieder mal etwas mitnimmt von einem professionellen Trader unterscheidet, der dauerhaft an den Märkten die Oberhand hat und den täglichen Kampf um die Rendite gewinnt. «15

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