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1 W I R B R I N G E N D I E W I R T S C H A F T I N S K L A S S E N Z I M M E RPLUS ZAHLUNGSBILANZ 1 201

2 1 VolkswirtschaftPLUS ZAHLUNGSBILANZ INHALTSVERZEICHNIS Lehrplanbezug Kopiervorlagen Kopiervorlage 1: Zahlungsbilanz Grundlagen 3 Kopiervorlage 2: Struktur der Zahlungsbilanz 4 Kopiervorlage 3: Leistungsbilanz 5 Kopiervorlage 4: Teilbilanzen der Leistungsbilanz Beispiele 6 Kopiervorlage 5: Vermögensübertragungen, Kapitalbilanz und statistische Differenz 7 Übungsblätter Übungsblatt 1 8 Übungsblatt 2 9 Übungsblatt 3 11 Übungsblatt 4 12 Übungsblatt 5 14 Lösungsvorschläge 15

3 2 VolkswirtschaftPLUS ZAHLUNGSBILANZ Der Einsatz ist in folgenden Unterrichtsgegenständen möglich (Auswahl): GEGENSTAND THEMENBEREICH KLASSE BERUFSBILDENDE HÖHERE SCHULEN (BHS) HANDELSAKADEMIE Volkswirtschaft Europäische Wirtschaft V. JG BERUFSBILDENDE HÖHERE SCHULEN (BHS) HÖHERE LEHRANSTALT FÜR WIRTSCHAFTLICHE BERUFE Betriebs und Volkswirtschaft Wirtschafts und Sozialpolitik des Staates IV. JG BERUFSBILDENDE MITTLERE SCHULEN (BMS) HANDELSSCHULE Betriebswirtschaft einschließlich volkswirtschaftlicher Grundlagen Internationale Wirtschaftstätigkeit 2. Kl. BERUFSBILDENDE MITTLERE SCHULEN (BMS) DREIÄHRIGE FACHSCHULE FÜR WIRTSCHAFTLICHE BERUFE Betriebs und Volkswirtschaft Wirtschafts und Sozialpolitik des Staates 2. bzw. 3. Kl. ALLGEMEIN BILDENDE HÖHERE SCHULEN (AHS) Geografie und Wirtschaftskunde Gesamtwirtschaftliche Leistungen und Probleme Wirtschafts und Sozialpolitik Wirtschaftsstandort Österreich 7. Kl. Globalisierung Chancen und Gefahren 8. Kl.

4 3 VolkswirtschaftPLUS ZAHLUNGSBILANZ Kopiervorlage 1 WAS SAGT DIE ZAHLUNGSBILANZ AUS? ZAHLUNGSBILANZ GRUNDLAGEN WAS WIRD ERFASST? zeigt Leistungs bzw. Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Ländern oder Währungsräumen WIE WIRD ERFASST? wirtschaftlichen Aktivitäten eines Landes oder eines Währungsraums und Zahlungen aus dem und in das Ausland innerhalb eines bestimmten Zeitraums (z. B. in einem Quartal oder in einem Jahr) nach den Regeln der doppelten Buchführung (Zahlungseingänge werden im Soll und Zahlungsausgänge im Haben erfasst) WER ERSTELLT DIE ZAHLUNGSBILANZ? nationale Notenbank für das einzelne Land (für Österreich die OeNB) und für die Länder des Eurosystems die EZB

5 4 VolkswirtschaftPLUS ZAHLUNGSBILANZ Kopiervorlage 2 STRUKTUR DER ZAHLUNGSBILANZ LEISTUNGSBILANZ REALWIRTSCHAFTLICHER TEIL VERMÖGENS ÜBERTRAGUNGEN KAPITALBILANZ FINANZWIRTSCHAFTLICHER TEIL STATISTISCHE DIFFERENZ erfasst alle realen Transaktionen erfasst Käufe und Verkäufe von Kapitalanlagen Güter Dienstleistungen Direktinvestitionen An und Verkäufe von Wertpapieren Einkommen Laufende Transfers Offizielle Währungsreserven Sonstige Investitionen

6 5 VolkswirtschaftPLUS ZAHLUNGSBILANZ Kopiervorlage 3 LEISTUNGSBILANZ TEILBILANZEN DER LEISTUNGSBILANZ BEISPIELE TEILBILANZEN DER LEISTUNGSBILANZ (ERFASSUNG ALLER REALEN TRANSAKTIONEN) Güter Handelsbilanz Warenimporte und exporte Dienstleistungen Dienstleistungsimporte und exporte Einkommen Erwerbseinkommen aus grenzüberschreitender unselbstständiger Arbeit Laufende Transfers grenzüberschreitende wiederkehrende Zahlungen ohne Gegenleistung

7 6 VolkswirtschaftPLUS ZAHLUNGSBILANZ Kopiervorlage 4 TEILBILANZEN DER LEISTUNGSBILANZ BEISPIELE AUSSENHANDEL SOLL LEISTUNGSBILANZ HABEN Exporte: z. B. - Ausfuhr von österreichischen Weinen nach Kanada - Export von österreichischen Maschinen nach Italien Importe: z. B. - Einfuhr von japanischen Autos nach Österreich - Import von chinesischem Reis nach Österreich DIENSTLEISTUNGEN Exporte: z. B. - Beauftragung einer österreichischen Baufirma in Dubai - Unternehmensberatung durch eine österreichische Firma in Deutschland Importe: z. B. - Urlaub von Österreichern in Frankreich - Erstellung eines speziellen EDV Programmes für eine österreichische Firma durch ein britisches Unternehmen ERWERBS UND VERMÖGENSEINKOMMEN Erhaltenes Einkommen: z. B. - Gehalt eines Österreichers in der Schweiz - Auszahlung eines deutschen Versicherungsvertrags an einen Österreicher Geleistetes Einkommen: z. B. - Saisonarbeit eines Slowaken in Österreich - Zahlung der Pacht eines Österreichers an einen Russen LAUFENDE TRANSFERS Erhaltene Zahlungen: z. B. - Zuschüsse der EU - erhaltene Steuerzahlungen aus dem Ausland Geleistete Zahlungen: z. B. - Leistung staatlicher Entwicklungshilfe für Angola - Bezahlung der EU Beiträge von Österreich

8 7 VolkswirtschaftPLUS ZAHLUNGSBILANZ Kopiervorlage 5 VERMÖGENSÜBERTRAGUNGEN, KAPITALBILANZ UND STATISTISCHE DIFFERENZ Vermögensübertragungen empfangene und geleistete Vermögensübertragungen (Schenkungen, Erbschaften etc.) Kapitalbilanz Direktinvestitionen (z. B. Beteiligungen an anderen Unternehmen) An und Verkäufe von Wertpapieren Offizielle Währungsreserven (von der österreichischen Nationalbank gehaltenen Bestände an international verwendbaren liquiden Mitteln, z. B. Gold) Sonstige Investitionen (Kredite und Sparguthaben) Statistische Differenz statistisch nicht erfasste bzw. nicht weiter aufgegliederte Transaktionen

9 8 VolkswirtschaftPLUS ZAHLUNGSBILANZ ÜBUNGSBLATT 1 Wissen a) Nennen Sie die Vorteile des Außenhandels. b) Was ist eine Bilanz? c) Was zeigt die Zahlungsbilanz? d) Wo liegt der Unterschied zwischen der Bilanz eines Unternehmens und der Zahlungsbilanz?

10 9 VolkswirtschaftPLUS ZAHLUNGSBILANZ ÜBUNGSBLATT 2 Wissen a) Wer erstellt die Zahlungsbilanz in Österreich? b) Wie lässt sich die Zahlungsbilanz unterteilen? c) Welche Teilbilanzen enthält die Leistungsbilanz?

11 10 VolkswirtschaftPLUS ZAHLUNGSBILANZ Verstehen Erklären Sie die Begriffe Realwirtschaft und Finanzwirtschaft. Anwenden a) Recherchieren Sie die Top 3 Länder, in die Österreich Waren ausführt. b) Geben Sie eigene Beispiele für Warenexport und import, Dienstleistungsexport und import, erhaltenes und geleistetes Einkommen im Rahmen der Leistungsbilanz und erhaltene und empfangene Transferzahlungen im Rahmen der Leistungsbilanz.

12 11 VolkswirtschaftPLUS ZAHLUNGSBILANZ ÜBUNGSBLATT 3 Analyse Lösen Sie die nachstehende Aufgabe zu dieser Grafik. Quelle: OeNB, Statistik Austria Wie hat sich die österreichische Leistungsbilanz im 1. bis 3. Quartal 2010 gegenüber dem Vorjahr entwickelt?

13 12 VolkswirtschaftPLUS ZAHLUNGSBILANZ ÜBUNGSBLATT 4 Analyse: Beantworten Sie die nachstehenden Fragen zu folgender Grafik:

14 13 VolkswirtschaftPLUS ZAHLUNGSBILANZ a) Was zeigt die voran gehende Grafik? b) Was ist der Leistungsbilanzsaldo und wie hoch war er 2009? c) Was bedeutet ein Überschuss von + 6,17 Mrd. Euro beim Reiseverkehr? d) Wie hat sich die Leistungsbilanz seit 1995 entwickelt? Welche wirtschaftlichen Entwicklungen lassen sich erkennen? e) Warum ist bei der Zahlungsbilanz kein Gesamtsaldo angeführt? f) Was sind Portfolioinvestitionen?

15 14 VolkswirtschaftPLUS ZAHLUNGSBILANZ ÜBUNGSBLATT 5 Synthese: Erstellen Sie eine Grafik: Wie entwickelt sich der österreichische Leistungsbilanzsaldo im Vergleich zu drei Nachbarländern seit 2005? Wählen Sie dazu ein Nachbarland aus dem Osten, eines aus dem Norden/Westen und eines aus dem Süden aus.

16 15 VolkswirtschaftPLUS ZAHLUNGSBILANZ LÖSUNGSVORSCHLÄGE ÜBUNGSBLATT 1 Wissen a) - Einzelne Volkswirtschaften können sich besser auf die Produktion jener Güter und Leistungen spezialisieren, für die sie die optimale Ressourcenausstattung haben. - Die Ausfuhr von Gütern (der Export) ermöglicht es heimischen Unternehmen in größeren Stückzahlen und damit im Regelfall günstiger zu produzieren und anzubieten. - Die Möglichkeit der Ausfuhr von Gütern und Dienstleistungen, die im Inland nicht oder nicht in entsprechender Menge abgesetzt werden können, sichert den Bestand von Unternehmen und damit von Arbeitsplätzen. - Güter können eingeführt und konsumiert werden, die im Inland nicht oder nur in schlechterer Qualität erzeugt werden. - Die ausländische Konkurrenz vergrößert den Wettbewerb auf inländischen Märkten, der in der Regel zu einem Sinken der Preise führt. Der ausländischen Konkurrenz kann aber auch über eine Verbesserung der Qualität der eigenen Produkte begegnet werden. Hinweis: Nähere Informationen und weitere Aufgaben zum Außenhandel können der Aktuellen Unterlage Österreichs Chancen auf den Weltmärkten Ausgabe 2009 entnommen werden. b) Das Wort Bilanz kommt aus dem lateinischen und bedeutet Waage. Eine Bilanz ist eine zahlenmäßige Gegenüberstellung von Werten. c) Die Zahlungsbilanz erfasst alle wirtschaftlichen Tätigkeiten einer Volkswirtschaft (z. B. eines Landes oder eines Währungsraums) sowie Zahlungen aus dem und in das Ausland innerhalb eines bestimmten Zeitraums (z. B. in einem Quartal oder Jahr). Sie zeigt die Leistungs und Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Volkswirtschaften. d) Die betriebswirtschaftliche Bilanz ist ein Unternehmensinstrument, bei dem Vermögen und Schulden an einem Stichtag gegenüber gestellt werden. Die Zahlungsbilanz hingegen stellt alle wirtschaftlichen Transaktionen zwischen In und Ausländern innerhalb eines Zeitraumes gegenüber. ÜBUNGSBLATT 2 Wissen a) Die Zahlungsbilanz wird von der Oesterreichischen Nationalbank erstellt. b) Die Zahlungsbilanz lässt sich in die Leistungsbilanz, die Kapitalbilanz, die Vermögensübertragungen und in die statistische Differenz unterteilen. c) Die Leistungsbilanz enthält die Güterbilanz, Dienstleistungsbilanz, Einkommensbilanz sowie die Bilanz der laufenden Transfers.

17 16 VolkswirtschaftPLUS ZAHLUNGSBILANZ Verstehen In der Realwirtschaft werden Güter produziert und gehandelt sowie Dienstleistungen erstellt. Die Finanzwirtschaft stellt das Geldkapital dafür zur Verfügung. Es muss aber nicht immer zum Austausch von Geld mit Gütern/Dienstleistungen kommen. Darüber hinaus gibt es auch sogenannte losgelöste Transkationen, bei denen Gelder fließen, es aber dafür kein Tauschgut in Form von Gütern/Dienstleistungen gibt. Anwenden a) b) 1. Deutschland 2. Italien 3. Schweiz individuelle Schülerlösung ÜBUNGSBLATT 3 Analyse Der Leistungsbilanzsaldo ergab in den ersten drei Quartalen ein Plus von 4,6 Mrd. EUR. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Überschuss der Leistungsbilanz daher etwas verringert. Ausschlaggebend dafür war die Entwicklung in der Güterbilanz. Ebenso hat sich die Güterbilanz gegenüber dem Vorjahr verringert. Hingegen hat sich die Dienstleistungsbilanz insgesamt erhöht. Ausschlaggebend dafür ist die positive Entwicklung des Reiseverkehrs und der restlichen Dienstleistungen. ÜBUNGSBLATT 4 a) Die Grafik zeigt die Salden einzelner Zahlungsbilanzpositionen in Mrd. Euro seit b) Der Leistungsbilanzsaldo weist den Gesamtsaldo aller Teilbilanzen der Leistungsbilanz (Güter und Dienstleistungen, Einkommen und laufende Transfers) aus. Er betrug ,32 Mrd. Euro. c) Ausländische Gäste haben 6,17 Mrd. EUR mehr Geld in Österreich ausgegeben als die Österreicher im Ausland. d) Bis 2001 wies die Leistungsbilanz ein Defizit auf. Erst ab 2002 verzeichnet die Leistungsbilanz Überschüsse. Eine negative Entwicklung zeichnete sich auch bei der Handelsbilanz (Güterbilanz) bis 2001 ab. Von 2002 bis 2007 kam es zu Überschüssen. Im Jahr 2008 und 2009 zeigt sie aufgrund der Wirtschaftskrise eine negative Entwicklung. Hingegen hat der Überschuss aus dem Reiseverkehr im Rahmen der Leistungsbilanz seit Beginn der 2000er Jahre fast durchgehend zugenommen. e) Der Gesamtsaldo der Zahlungsbilanz ist nicht angeführt, weil er immer null ergibt. f) Zu den Portfolioinvestitionen zählen der Erwerb von ausländischen Wertpapieren und Anleihen an Unternehmen, mit der Investoren aber keinen Einfluss auf die Unternehmensentscheidungen haben (Minderheitenanteile).

18 17 VolkswirtschaftPLUS ZAHLUNGSBILANZ ÜBUNGSBLATT 5

19 Neues Medienpaket erschienen: Österreichs Wirtschaft im Überblick AWS TIPP Aktuelle Fakten und Zahlen zu allen Wirtschaftssparten Österreichs Handel Industrie Gewerbe und Handwerk Transport und Verkehr Wirtschaftsdienstleistungen Tourismus und Freizeitwirtschaft Banken und Versicherungen Bestellungen unter Kostenloser Download unter wko.at/aws ARBEITSGEMEINSCHAFT WIRTSCHAFT UND SCHULE WIR BRINGEN DIE WIRTSCHAFT INS KLASSENZIMMER Die AWS ist Partner des Bildungscluster-Büros. Österreichische Post AG Info.Mail Entgelt bezahlt IMPRESSUM Medieninhaber: AWS Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Schule im Rahmen des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft, Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien Die Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Schule (AWS) ist eine Initiative von Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Österreichischem Sparkassenverband und ist als Projekt am Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw), Rainergasse 38, 1050 angesiedelt. Leiter: Mag. Josef Wallner Autorin: Mag.(FH) Petra Stöhr Redaktion: Josef Wallner, Gudrun Dietrich Gestaltung: Gudrun Dietrich Cover:

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