In den letzten 3 Monaten ist ein Anstieg der Personalfehlzeiten von 2% auf 4% (erhöhter Krankenstand und unentschuldigtes Fehlen) zu beobachten.

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1 Prüfungsfrage 3: Anstieg Personal-Fehlzeiten Branche: Qualifikationsschwerpunkt Bekleidung Bezugsbasis: Aufgeordneter Geschäftsprozess Nr.: 3; Bearbeiter: Bauer, Misch, Trost (Labate, Reinecke) Die in den Aufgabenstellungen enthaltenen Ausgangsdaten müssen bei der Aufgabenbearbeitung berücksichtigt werden. Soweit zu bestimmten Aspekten des Szenarios, des Ereignisses oder des Arbeitsauftrags keine Angaben gemacht werden, steht es Ihnen frei, entweder Daten Ihres Unternehmens einzusetzen oder selbst gewählte branchentypische Daten als Annahmen zu unterstellen, auf deren Grundlage Sie eine eigenständige Lösung entwickeln und begründen! 1. Szenario 1.1 Branchen- und Unternehmenshintergrund Sie sind Meister der Näherei in einem Unternehmen der Textil- und Bekleidungsindustrie. Ihr Unternehmen fertigt Damenoberbekleidung. Technik: vollklimatisierter Arbeitsraum Durchschnittsalter der Maschinen: > 12 Jahre Personaldaten: Altersstruktur: durchschnittlich 42 Jahre Geschlecht: 50 weibliche Näherinnen davon: 40 in Vollzeit, 10 in Teilzeit mit 50% Organisationsdaten: siehe Produktionsübersicht (Anlage) 1.2 Prozesskette Ihre Näherei bekommt zugeschnittene Einzelteilen geliefert und stellt daraus das fertige Produkt - bei wechselnden Erzeugnissen - her. 1.3 Verantwortungsund Zuständigkeitsbereich In Ihrer Zuständigkeit liegen die Personalplanung, der Personaleinsatz und die Termin- und Qualitätskontrolle. Sie sind verantwortlich für eine 50 Mitarbeiter-Näherei. 1.4 betriebsübliche Tätigkeiten des Meisters: In Ihren Tätigkeitsbereich fallen die Organisation und Überwachung des Prozessflusses bei der Anfertigung von Damenoberbekleidung durch Ihre Mitarbeiter. Weiterhin sind Sie verantwortlich für das Funktionieren der technischen Anlagen in Ihrem Arbeitsbereich. 2. Ereignis: konkreter betriebstypischer Vorfall In den letzten 3 Monaten ist ein Anstieg der Personalfehlzeiten von 2% auf 4% (erhöhter Krankenstand und unentschuldigtes Fehlen) zu beobachten. 3. Arbeitsauftrag Die Geschäftsleitung beauftragt Sie mit der Entwicklung eines Konzepts zur Lösung des Fehlzeiten-Problems. 3.1 End-Produkt Strategiepapier und Maßnahmenkatalog zur Senkung von Fehlzeiten und Vermeidung von Personalengpässen. 3.3 Anteile der Handlungsbereiche: Produktions-Technik 10% Organisation 30% 3.4 Phasen Informieren, Planen, Entscheiden, Kontrollieren, Bewerten Führung/ Personal 60%

2 4. Offene Aufgaben/ 1. Entwickeln Sie Vorschläge zur Motivation Ihrer Mitarbeiter. 2. Erarbeiten Sie Vorschläge zur Überprüfung der einzelnen Maßnahmen. 3. Welche vorbeugenden Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um die Fehlzeiten auf niedrigem Niveau zu stabilisieren? 4. Welchen Einfluss haben die unterschiedlichen Methoden der Zeitwirtschaft und was ist bei ihrer Anwendung zu beachten? 5. Halb-offene Aufgaben/ 1. Berechnen Sie die durchschnittliche Durchlaufzeit für Januar und Juni. 2. Errechnen und erläutern Sie mit Formeln, wie sich eine Fehlzeitensenkung von 2% auf Ihre Näherei auswirkt - aufgrund Ihrer Ermittlung der Durchlaufzeiten für Januar und Juni. 3. Wie erhöht sich die durchschnittliche Arbeitszeit der Näherei bei einer Fehlzeitenerhöhung von 2% auf 4%? Korrekturhinweise zu Teil-Produkte, Produkt-Details: Das Strategiepapier sollte enthalten: Angaben über Übergeordnete Haupt und Teilziele Eckdaten und Rahmenbedingungen, die bei Maßnahmen zur Senkung von Fehlzeiten beachtet werden sollten Grundlegende Prinzipien der Strategie Angaben zu Phasen und Meilensteinen der Strategie Der Maßnahmenkatalog sollte enthalten: einen Checkliste zur Überprüfung möglicher personeller, organisatorischer und technischer Ursachen einen Katalog möglicher Lösungen/ Maßnahmen einen Leitfaden für ein Mitarbeiter-Gespräch Hinweise für die Korrektur: Qualifikationsanforderungen der Situationsaufgabe 3 Fachwissen Fach- Methoden- Sozial- Motivations-Wissen Statistik gesetzliche Arbeits-Recht- Regelungen Umwelt-Wissen Arbeitssicherheits-Wissen Maschinen-Durchlaufzeiten Maschinenfunktionswissen Psychologie / Physiologie des menschlichen Verhaltens Arbeits-Organisations-Wissen Wissen um Gruppenprozesse Zeitwirtschaftliches Wissen (Refa) Produktions- Prozess- logistische (Materialfluss- Denken) Nähtechnische Fachkompetenz personalwirtschaftliche Arbeitsorganisationskompetenz Planungskompetenz Analysekompetenz Moderationskompetenz Personalführungskompetenz soziale Wahrnehmungskompetenz (Sensibilität) Kommunikationskompetenz Vorbildverhalten

3 Personal-Führungs-Regeln Entlohnungs-System Fehlzeiten-Berechnung Anlage zu Situations-Aufgabe 3: Produktionsübersicht über das letzte halbe Jahr Monat produzierter Artikel Menge Januar Februar März April Mai Juni Zusatzaufgabe 3.1: Vertretung des Meisters Bearbeiter: Fries, H.J. Müller 2. Ereignis: konkreter betriebstypischer Vorfall Wegen der Erkrankung eines Meister-Kollegen in der Nachbar- Abteilung müssen Sie dort stundenweise aushelfen. Ihre aktueller Stellvertreter ist seit längerer Zeit erkrankt. In ihrer Abteilung sind zwei Mitarbeiter, welche die fachlichen Voraussetzungen erfüllen, um Sie so lange zu vertreten. 3. Arbeitsauftrag Prüfen Sie, welche fachübergreifenden Qualifikationen erforderlich sind, um Sie als Meister vertreten zu können? 3.1 End-Produkt Anforderungs-Katalog 3.2 Teil-Produkte, Produkt-Details Der Katalog sollte auch kurze Erläuterungen (ggf.: Beschreibungen, Begründungen) der geforderten en enthalten

4 3.3 Anteile der Handlungsbereiche Produktions-Technik 25 % Organisation 25% 3.4 Phasen Informieren, planen, entscheiden, bewerten 4. Offene Aufgaben/ Führung/ Personal 50 % 1. Stellen Sie (z.b. in einer Tabelle) alte und neue Aufgaben der Rollenwandel des Industriemeisters (vom Edelmechaniker zum Prozess-Abschnitts-Organisator und Manager selbstverantwortlicher Teams ) gegenüber. 2. Nennen und erläutern Sie drei neue Qualifikations- Anforderungen, welche durch die Einführung der neuen Arbeitsorganisationskonzepte an den Meister gestellt werden? 5. Halb-offene Aufgaben/ 1. Durch welche organisatorischen Merkmale sind die neuen Arbeitsorganisationskonzepte gekennzeichnet? 2. Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihren Stellvertreter aus? 3. Wie gehen Sie bei der Übergabe und Einführung Ihres Stellvertreters vor? Korrekturhinweise zu 3.1 Als überfachliche en können genannt werden: Methodenkompetenzen Sozialkompetenzen Individualkompetenzen Selbstlernfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit und Entscheidungsfreudigkeit Analyse- und Problemlösungsfähigkeiten Teamfähigkeit, Kommunikations- und Kontaktfreudigkeit, Konfliktfähigkeit Selbststeuerungsfähigkeit, Selbstverantwortung, Vorbildfunktion Durchsetzungsfähigkeit Die Wahrnehmung seiner veränderten Rolle als Manager selbstverantwortlicher Teams und zuständig für die Lösung mittelfristiger Aufgaben in seinem Bereich (vgl.: Drewes et al 2000, S.7ff.) stellt den Industriemeister vor eine Reihe neuer Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Dazu gehören beispielsweise: Die Ermittlung, Auswertung, und der Bericht von Produktionskennzahlen; Die Operative Umstellung von Entlohnung und Personalbeurteilung; Die Reintegration von Arbeitsvorbereitungs-Funktionen in die Fertigung; Das Erkennen sog. Problemmaschinen erkennen und das Bewältigen von deren Schwierigkeiten; Die Reduzierung der Fehlzeiten; Die eigenverantwortliche Durchführung eines komplexen Auftrags mit einem Team heterogener Fachleute; Das Schnittstellen-Management zu (internen) Zulieferern und Kunden; Die Mitarbeit bei der Vorbereitung und Auswahl der Technologie-Investitionen; Das Vorbereiten und Bestehen der ISO-Auditierung; Das Abwickeln von Arbeitsaufgaben, die beispielsweise als mit Jahreszielen verbundene

5 Projekte definiert sind; Die Bereinigung eines Engpasses im Fertigungsablauf. Wichtige Facetten dieses Wandels der Arbeitsorganisation sind zunehmende: Team-Arbeit statt Einzelarbeit Ganzheitlicher Aufgabenzuschnitt statt Spezialisierung Dezentralisierung statt Zentralisierung Enthierarchisierung statt Hierarchisierung Zusatzaufgabe 3.2: Stellenausschreibung zur Vertretung des Meisters Bearbeiter: Fries, H.-J. Müller 2. Ereignis: konkreter betriebstypischer Vorfall Ihr erkrankter Stellvertreter wird das Unternehmen endgültig verlassen. Die Wiederbesetzung der Stelle soll intern erfolgen. 3. Arbeitsauftrag Formulieren Sie eine Muster-Stellenausschreibung mit allen wichtigen Bestandteilen, welche eine interne Stellenausschreibung enthalten muss. 3.1 End-Produkt Muster-Stellenausschreibung 3.2 Teil-Produkte, Produkt-Details Die Muster-Stellenausschreibung sollte auch kurze Erläuterungen (ggf.: Beschreibungen, Begründungen) der aufgeführten Bestandteile enthalten. 3.3 Anteile Handlungsbereiche Produktions-Technik - % Organisation 25% 3.4 Phasen Informieren, planen, entscheiden, bewerten 4. Offene Aufgaben/ Führung/ Personal 75% 1. Welche Argumente sprechen für eine interne und welche für eine externe Stellenausschreibung? 2. Wie gehen Sie bei der Ermittlung der von den Bewerbern geforderten Qualifikationen vor? 3. Wie könnte der Gesprächsleitfaden für die Bewerbergespräche aussehen? 5. Halb-offene Aufgaben/ 1. Erläutern Sie die drei Handlungsbereiche, nach denen die handlungsspezifischen Qualifikationen eines Industriemeisters eingeteilt werden. 2. Nennen und Beschreiben Sie die fünf Branchen, auf die sich das Handlungsfeld Produktionstechnik der Industriemeister Textilwirtschaft bezieht.

6 Korrekturhinweise zu 3.2 Als wichtige Bestandteilen einer internen Stellenausschreibung können genannt werden: Bezeichnung, Über- und Unterstellung, Aufgabenbeschreibung: Haupt- und Nebenaufgaben, en und Befugnisse, Fachliche und überfachliche Aufgaben, Fachliche und überfachliche Qualifikationen, Termin der Neubesetzung (Arbeitszeiten), Einsatzort (Entgelt), Kontaktstelle oder Person für die Bewerbung.

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