IHK. Berufliche Bildung

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1 Mit diesem Newsletter informieren wir Sie aktuell über folgende Themen Ausbildung: Von Montage bis Prozesssteuerung: Neue Ausbildungs- und Karrierewege im Metallbereich Neue Ausbildungsberufe komplettieren die Berufsgruppe Metall Mediengestalter Digital und Print mit neuen Ausbildungsmöglichkeiten Novellierte Ausbildungsordnung trat zum 1. August in Kraft Neuordnung der Büroberufe: Kaufmann/-frau für Büromanagement tritt voraussichtlich 2014 in Kraft Berufliche Ausbildung Auf Herz und Nieren geprüft Ausbildung in Teilzeit: Attraktiv - aber noch wenig praktiziert Weiterbildung: Aktuelle Seminare und Lehrgänge Ausbildung: Von Montage bis Prozesssteuerung: Neue Ausbildungs- und Karrierewege im Metallbereich Neue Ausbildungsberufe komplettieren die Berufsgruppe Metall Zwei neue Ausbildungsberufe - "Fachkraft für Metalltechnik" und "Stanz- und Umformmechaniker/-in" - sowie der modernisierte Ausbildungsberuf "Fertigungsmechaniker/-in" strukturieren ab 1. August 2013 die Berufsgruppe Metall neu. Der neue zweijährige Ausbildungsberuf "Fachkraft für Metalltechnik" löst elf "Altberufe" ab, der dreijährige Ausbildungsberuf "Fertigungsmechaniker/-in" wurde grundlegend modernisiert und der ebenfalls dreijährige Ausbildungsberuf "Stanz-und Umformmechaniker/-in" für komplexe Bearbeitung verfahren neu geschaffen. Um passgenaue Berufsprofile zu entwickeln und den weiterhin bestehenden Ausbildungsbedarf der "Altberufe" abzudecken, erfolgte im Rahmen der Komplettierung der "Berufsgruppe Metall" eine grundlegende Zusammenfassung und Neugestaltung zu einem zweijährigen, anschlussfähigen Ausbildungsberuf "Fachkraft für Metalltechnik" mit den Fachrichtungen Montagetechnik, Konstruktionstechnik, Umform- und Drahttechnik sowie Zerspanungstechnik. Die Ausbildung bietet Bewerberinnen und Bewerbern neben den bisherigen Berufen der Me- Industrie- und Handelskammer Limburg, Walderdorffstrasse 7, Limburg 1/12

2 tallindustrie ein zusätzliches Angebot zum Einstieg in das Berufsleben. Nach erfolgreich abgelegter Abschlussprüfung kann die Berufsausbildung unter Anrechnung der bisherigen Ausbildungszeit - je nach Fachrichtung - in verschiedenen drei- und dreieinhalbjährigen Ausbildungsberufen fortgesetzt werden. Mit der Modernisierung der Ausbildung zum/zur "Fertigungsmechaniker/-in" wird die bereits 16 Jahre alte Vorgängerregelung abgelöst. Entwicklungen wie die stetig wachsende Bedeutung von Prozessorientierung und Qualitätssicherung sowie technologische Fortschritte in der Fertigung und Montage von industriellen Serienerzeugnissen werden nun angemessen berücksichtigt. Neu bei der Ausbildung der Fertigungsmechaniker/-innen, bei der die zweijährige Ausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik angerechnet werden kann, ist auch die gestreckte Abschlussprüfung. Die neue Ausbildung zum/zur "Stanz- und Umformmechaniker/-in" trägt dem Bedarf nach einem Beruf Rechnung, mit dem Aufgaben der Programmierung von Stanz- und Umformanlagen sowie der Prozesssteuerung beherrscht werden. Die Arbeitsgebiete liegen in Serienproduktionslinien der Industrie sowie bei Unternehmen, in denen Präzisionsstanzund Biegeteile sowie Produkte in der "Folgeverbundtechnik" hergestellt werden, das heißt mit einer Fertigungstechnologie, die in einem Werkzeug verschiedene Prozessschritte vereint - wie beispielsweise Stanz-, Biege-, Ziehund Prägeoperationen. Arbeitsmöglichkeiten bieten sich vor allem im Automobil-, Maschinen- und Anlagenbau, im Bereich der erneuerbaren Energien sowie der Medizin-, Elektronik-, Luft-, Raumfahrt- und Telekommunikationsindustrie. Die Ausbildung erschließt zudem attraktive Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten wie die Fortbildung zum/zur "Industriemeister/-in - Fachrichtung Metall" und zum/zur "Staat lich Geprüften Techniker/-in". Weitere Informationen im Internetangebot des BIBB unter Mediengestalter Digital und Print mit neuen Ausbildungsmöglichkeiten Novellierte Ausbildungsordnung trat zum 1. August in Kraft Der Wandel des Internets von einer Informations- und Wissensplattform hin zu einem Kommunikations- und Kooperationsmedium hat Auswirkungen auf die Tätigkeiten in der Medien- und Werbewirtschaft: facebook, Twitter & Co. sind zu lukrativen Marketingkanälen Industrie- und Handelskammer Limburg, Walderdorffstrasse 7, Limburg 2/12

3 geworden. Durch eine Modernisierung der Ausbildungsordnung "Mediengestalter/-in Digital und Print" wurde nun ein Ausbildungsangebot geschaffen, mit dem Betriebe auch für diese Tätigkeitsfelder ausbilden können. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat die Novellierung im Auftrag der Bundesregierung gemeinsam mit den Sozialpartnern und Sachverständigen aus der beruflichen Praxis erarbeitet und neue Wahlqualifikationen für die Bereiche Content-Erstellung, Social Media und 3D-Grafikerstellung geschaffen. Weiterhin werden die bestehenden Berufe "Dekorvorlagenhersteller/-in" und "Fotomedienlaborant/- in" abgeschafft und durch entsprechende Wahlqualifikationen ersetzt. Social Media wird von vielen Firmen zu Marketingzwecken genutzt. Deshalb wurde in der neuen Ausbildungsordnung die Position "Plattformen zur interaktiven Kommunikation" als neue Wahlqualifikation für Social-Media- Inhalte geschaffen. Vermittelt werden technische Kompetenzen wie die Erstellung von Unternehmenspräsenzen oder die Optimierung von Suchmaschinen und Anwendungen für mobile Endgeräte. Kombiniert man diese Kompetenzen mit der Wahlqualifikation "Content-Erstellung", so erwerben die Auszubildenden zusätzlich die Fähigkeit, zum Beispiel inhaltliche Recherchen durchzuführen, Texte medien- und zielgruppengerecht zu erstellen und Online-Communities zu betreuen. Alternativ können die Social-Media-Inhalte auch mit der Wahlqualifikation "Kommunikationsplanung und Erfolgskontrolle" kombiniert werden. Hier erwerben die Auszubildenden die Qualifikation, Kunden zu beraten und Kommunikationsmaßnahmen für verschiedene Medien zu konzipieren. Kaum ein Internetauftritt kommt heutzutage ohne Grafiken, Animationen oder Filmbeiträge aus. Dies ist das Tätigkeitsfeld von Mediengestaltern, die im neuen Ausbildungsbereich "3 D-Grafik" die Erstellung von dreidimensionalen Standbildern und Animationen erlernen, zum Beispiel die Rundum-Betrachtung von Gegenständen, wie sie in vielen Onlineshops üblich ist. Auch die animierte Darstellung von realen Abläufen oder die Simulation fiktiver Situationen und Prozesse wird erlernt. So bringt beispielsweise die Automobilindustrie heute kein Fahrzeug mehr zu Werbeaufnahmen an einen "echten" Drehort - das Fahrzeug wird am Computer aus geometrischen Körpern modelliert und mit Oberflächeneigenschaften wie Farbe, Material, Helligkeit oder Reflexionen versehen. Das Ergebnis ist eine täuschend echt wirkende 3D-Grafik - erstellt von Mediengestaltern Digital und Print mit diesem Ausbildungsschwerpunkt. Industrie- und Handelskammer Limburg, Walderdorffstrasse 7, Limburg 3/12

4 Schließlich wurden auch neue Wahlqualifikationen geschaffen, die bestehende Berufe ablösen und in die neue Ausbildungsordnung der Mediengestalter/-innen Digital und Print integrieren. Dazu gehören Dekorvorlagenhersteller/-innen sowie Fotomedienlaborantinnen und -laboranten. Durch die Entwicklung der Digitalfotografie hat sich das Tätigkeitsfeld grundlegend geändert: Heute sind Fotomedienlaboranten vor allem mit der Erstellung von Fotobüchern, Abzügen von Fotografien oder wetterfest kaschierten Großfolien befasst. Da sich ihr Tätigkeitsschwerpunkt somit hauptsächlich im Bereich des großformatigen Digitaldrucks bewegt, wurden entsprechende Ausbildungsangebote entwickelt. Die Ausbildung zum/zur Mediengestalter/-in Digital und Print erschließt zudem attraktive Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten wie die Fortbildung zum/zur Geprüften Medienfachwirt/-in. Im Jahr 2012 wurden neue Ausbildungsverträge im Beruf Mediengestalter/-in Digital und Print abgeschlossen, davon knapp 60 Prozent mit Frauen. Die Ausbildung liegt damit auf Platz 38 in der rund 340 duale Ausbildungsberufe umfassenden Rangliste. Weitere Informationen: Neuordnung der Büroberufe: Kaufmann/- frau für Büromanagement tritt voraussichtlich 2014 in Kraft Der neue Büroberuf wird voraussichtlich Ausbildungsbetrieben ab August 2014 unter der Berufsbezeichnung Kaufmann/-frau für Büromanagement zur Verfügung stehen. Auf diese Festlegung einigten sich die Sachverständigen in ihrer 4. Sitzung des derzeit laufenden Novellierungsverfahrens. Das Datum des Inkrafttretens sowie die neue Berufsbezeichnung wurden in der BiBB- Sachverständigensitzung festgelegt Die Bundessachverständigen sind sich darüber einig, dass die Verordnung am 01. August 2014 in Kraft treten soll. Der Zeitplan der weiteren Erarbeitung soll beibehalten werden. Dieser Termin soll umgehend veröffentlicht werden, um allen Beteiligten Planungssicherheit zu geben und Spekulationen einer früheren Inkraftsetzung zu verhindern. Die Fertigstellung der Verordnung und ihre Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt für 2013 dient der frühzeitigen Klarheit über die umfangreichen Veränderungen des Ausbildungsberufes und zur Ermöglichung einer angemessenen Vorlaufzeit für alle Beteiligten zur Anpassung an die neuen Anforderungen.. Die IHK Limburg wird weiter informieren. Industrie- und Handelskammer Limburg, Walderdorffstrasse 7, Limburg 4/12

5 Berufliche Ausbildung Auf Herz und Nieren geprüft Den kaufmännischen Auszubildenden werden in den Zwischen- und Abschlussprüfungen deutschlandweit dieselben Aufgaben gestellt. Entwickelt werden sie in einem streng festgelegten Verfahren von der AkA-Aufgabenstelle in Nürnberg. Bundeseinheitliche Prüfungen an den allgemeinbildenden Schulen sind Zukunftsmusik, ein Zentralabitur für ganz Deutschland ist nicht in Sicht. Anders in der beruflichen Bildung: Seit vielen Jahren bearbeiten die kaufmännischen Auszubildenden in den IHK- Zwischen- und Abschlussprüfungen der einzelnen Ausbildungsberufe von Flensburg bis Garmisch-Partenkirchen zur selben Zeit dieselben schriftlichen Aufgaben. Insgesamt legen derzeit pro Jahr etwa Teilnehmer ihre Abschlussprüfung vor den Industrie- und Handelskammern ab, davon über mit zentral erstellten schriftlichen Prüfungsaufgaben. Dass jeder Kandidat am Tag X eine DIN A4-Mappe mit dem richtigen Aufgabensatz vor sich liegen hat, setzt eine starke Institution hinter den Kulissen voraus. Verantwortlich für die Bereitstellung von schriftlichen Prüfungsaufgaben für kaufmännisch und kaufmännischverwandte Ausbildungsberufe ist die Aufgabenstelle für kaufmännische Abschluss- und Zwischenprüfungen (AkA), die bei der IHK Nürnberg für Mittelfranken angesiedelt ist. Von den Nachwuchskaufleuten, die am 6. und 7. Mai ihre Abschlussprüfungen schrieben, saßen etwa über Aufgaben aus der Feder der AkA, die übrigen Teilnehmer erhielten ihre Fragen von der ZPA Nord-West, der Zentralstelle für Prüfungsaufgaben in Köln. Die AkA wurde 1974 von den Industrie- und Handelskammern in Bayern und Hessen als Gemeinschaftseinrichtung zur überregionalen Aufgabenerstellung gegründet. Die Geschäftsführung und Vertretung der AkA wurden der IHK Nürnberg für Mittelfranken übertragen. Zum AkA-Verbund gehören inzwischen die 45 IHKs der Bundesländer Bayern, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg- Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland- Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Liste der Berufe, die in die Zuständigkeit der AkA fallen, umfasst derzeit 27 Einträge, von A wie Automobilkaufmann/-frau bis V wie Verkäufer/Verkäuferin. Den Großteil der Prüflinge stellen die Klassiker unter den kaufmännischen Ausbildungsberufen wie Bürokaufleute, Industriekaufleute, Kaufleute für Industrie- und Handelskammer Limburg, Walderdorffstrasse 7, Limburg 5/12

6 Bürokommunikation und Bankkaufleute. Insgesamt liefert die AkA pro Jahr rund Aufgabensätze für Abschussprüfungen und etwa Aufgabensätze für Zwischenprüfungen aus, die jeweils an zwei Terminen im Sommer und Winter bzw. im Frühjahr und Herbst abgehalten werden. Hohe Anforderungen an die Qualität 40 Jahre nach ihrer Gründung hat die AkA dasselbe Leitziel wie zu Beginn: Die lernortübergreifenden IHK-Prüfungen müssen handlungsorientiert und praxisnah sein und zuverlässig den Leistungsstand der Auszubildenden feststellen, betont Geschäftsführer Dr. Wolfgang Vogel. Die 17 hauptamtlichen und über 750 ehrenamtlichen Mitarbeiter der AkA stehen vor der Herausforderung, dass die Aufgaben anspruchsvolle Kriterien erfüllen müssen. Objektiv und inhaltlich valide sollen die Fragestellungen die Lernziele abprüfen, die in den Ausbildungsordnungen und Rahmenlehrplänen vorgeschrieben sind. Verlässlichkeit und Trennschärfe sind ebenfalls gefordert: Die Prüfungsaufgaben müssen zuverlässige Ergebnisse liefern, die mit größtmöglicher Genauigkeit gute und weniger gute Kandidaten unterscheiden, betont Vogel. Außerdem müssen die Aufgaben justiziabel sein, also auch einer gerichtlichen Überprüfung standhalten. Komplexes Verfahren Dieses Anforderungsprofil zeigt, wie hoch die Messlatte für die Prüfungsaufgaben liegt. Dementsprechend komplex ist das Verfahren für deren Erstellung, Überprüfung und Auswahl. Dies ist die zentrale Aufgabe der AkA- Fachausschüsse, denen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter sowie Lehrer angehören. Voraussetzung für die Aufnahme in einen Fachausschuss ist u.a. die Mitwirkung in einem örtlichen IHK-Prüfungsausschuss. Derzeit gibt es in der AkA 22 Fachausschüsse für Abschlussprüfungen, 13 für Zwischenprüfungen sowie vier gemeinsame Fachausschüsse mit insgesamt fast 750 Mitgliedern aus der gesamten Bundesrepublik, die alle ehrenamtlich tätig sind und mindestens einmal pro Jahr zu Sitzungen nach Nürnberg reisen. Vom ersten Entwurf einer Aufgabe im Fachausschuss bis zur Fertigstellung eines Prüfungssatzes vergehen in der Regel zwei Jahre mit zahlreichen Fachausschusssitzungen sowie mehreren fachlichen und testpsychologischen Lektoraten. Strenge Geheimhaltung Hat der Fachausschuss einen Aufgabensatz verabschiedet, durchläuft das Manuskript noch einmal mehrere Korrekturschleifen, ehe es die Druckfreigabe erhält. Der Druck und die Auslieferung der Prüfungsaufgaben sind sensibel, denn Pünktlichkeit der Lieferung und Industrie- und Handelskammer Limburg, Walderdorffstrasse 7, Limburg 6/12

7 absolute Diskretion sind K.o.-Kriterien. Würde auch nur ein Päckchen mit Aufgaben irgendwo zu früh geöffnet, wären die Aufgabensätze an allen anderen Prüfungsstandorten Makulatur. Deshalb sind unsere Sicherheitsvorkehrungen fast so streng wie in einer Gelddruckerei, erklärt Vogel. Oberste Geheimhaltungsstufe gilt nicht nur beim Druck der Prüfungsaufgaben, sondern für alle Phasen der Vorbereitung. Die Beteiligten unterliegen einer strengen Schweigepflicht, regelmäßig wird durch ein externes Audit überprüft, ob die Sicherheitsvorkehrungen lückenlos eingehalten werden. Deutschlandweit vergleichbar Wolfgang Vogel ist ein engagierter Verfechter des Systems bundeseinheitlicher Prüfungen: Für den promovierten Diplom-Kaufmann spielen die zentral gestellten Aufgaben eine Schlüsselrolle, um den hohen Standard der dualen Berufsausbildung in Deutschland sicherzustellen: Wir prüfen nicht nur die Prüflinge, sondern die Qualität der Ausbildung. Die einheitliche Fragestellung sei ein entscheidender Beitrag zur Qualitätssicherung und Transparenz. Egal vor welcher IHK die schriftliche Prüfung abgelegt wurde die Noten haben immer dieselbe Aussagekraft. Unternehmen können die Leistungen von Bewerbern aus verschiedenen Bundesländern bzw. Kammerbezirken besser einschätzen. Und auch die Nachwuchskräfte erhalten dank der Statistik ein ungeschminktes Bild ihrer relativen Stärken und Schwächen. Jeder Prüfungsteilnehmer kann seine Ergebnisse mit dem Durchschnitt im IHK-Bezirk, im jeweiligen Bundesland und in Gesamtdeutschland vergleichen. Feedback nach den Prüfungen Zur Qualitätssicherung gehört auch das zentrale Kritikverfahren: Die AkA befasst sich mit jeder Beschwerde, die Prüfungsteilnehmer zu einzelnen Aufgaben bei ihren IHKs äußern. Sowohl die hauptamtlichen Mitarbeiter als auch die Mitglieder der Fachausschüsse setzen sich mit diesem Feedback intensiv auseinander, erklärte Vogel. Ist eine Kritik berechtigt, wird diese auch bei der Auswertung berücksichtigt und zum Beispiel eine weitere Lösung zugelassen, eine Frage ganz aus der Wertung genommen oder Rundungsdifferenzen zugelassen. Die Punkte werden dann allen betroffenen Prüflingen entsprechend gut geschrieben. Allerdings kommt dies nur in sehr vereinzelten Fällen vor. Auch wenn keine Reklamationen vorliegen, spielt die Rückkopplung der Prüfungsergebnisse für die Aufgabenerstellung eine wesentliche Rolle. Die Fachausschüsse können so überprüfen, ob sie den Schwierigkeitsgrad ihrer Fragen vor der Prüfung zutreffend eingeschätzt haben. In der Datenbank der AkA sind über Prü- Industrie- und Handelskammer Limburg, Walderdorffstrasse 7, Limburg 7/12

8 fungsaufgaben erfasst, und zwar akribisch mit allen teststatistischen Parametern. Neben der Qualitätssicherung sieht Bildungsexperte Vogel einen weiteren Vorteil zentraler Prüfungen: Sogenannte Referenzgruppeneffekte werden vermieden, weil von außen gesetzte Standards sicherstellen, dass sich die Aufgabenstellungen und die Korrektur von Prüfungen nicht am Niveau der jeweiligen Berufsschulklasse oder Ausbildungsgruppe orientieren. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass die Ergebnisse den Leistungsstand des Einzelnen möglichst objektiv abbilden. Außerdem haben zentral erstellte Prüfungen das Potenzial, die Beziehung zwischen Ausbildern und Lehrlingen positiv zu verändern, wie Vogel erklärt: Es entwickelt sich eher eine Lerngemeinschaft, die auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtet ist: Alle Beteiligten sind stark motiviert, bei der externen Prüfung gut abzuschneiden. So übernimmt der Ausbilder häufig die Rolle eines Coachs. Andrea Wiedemann Ausbildung in Teilzeit: Attraktiv - aber noch wenig praktiziert "Es gibt ein großes Potenzial an jungen Menschen mit Familienverantwortung, für die eine Ausbildung in Teilzeit Berufsperspektiven eröffnet", erklärt der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Friedrich Hubert Esser. Daten aus einer Sonderauswertung des Mikrozensus 2011 belegen dies: Demnach waren fast 47 % aller jungen Mütter (rund ) und etwa 31 % aller jungen Väter (rund ) im Alter von 16 bis 24 Jahren ohne Berufsabschluss und besuchten weder eine Schule noch absolvierten sie eine duale Ausbildung. "Hier besteht Handlungsbedarf. Wir müssen jungen Eltern den Einstieg ins Berufsleben ermöglichen. Eine Ausbildung in Teilzeit gibt diesen jungen Menschen eine Chance auf einen Berufsabschluss", betont Esser. Vom innovativen Instrument einer Ausbildung in Teilzeit profitieren nach Auffassung des BIBB-Präsidenten alle Beteiligten: "Die Auszubildenden, weil sie eine Berufsausbildung und ihre Familienverantwortung besser miteinander vereinbaren können, und die Betriebe, weil sie Potenziale einer motivierten und verantwortungsbewussten Zielgruppe nutzen und ihren Fachkräftenachwuchs von morgen sichern." Außerdem würden mehr Menschen in den Arbeitsmarkt integriert und seien dadurch weniger von Unterstützungsleistungen abhängig. Die Teilzeitberufsausbildung ist seit 2005 im Berufsbildungsgesetz (BBiG) rechtlich verankert. Vielen Betrieben und jungen Erwachse- Industrie- und Handelskammer Limburg, Walderdorffstrasse 7, Limburg 8/12

9 nen ist diese Ausbildungsform aber anscheinend noch nicht ausreichend bekannt. Darauf lässt jedenfalls die geringe Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in Teilzeit schließen. Bundesweit wurden 2011 nur derartige Verträge geschlossen. Dies entspricht einem Anteil an allen neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen des Jahres 2011 von lediglich 0,2 %. Der Frauenanteil liegt bei rund 92 %. Bundesweit durchlaufen derzeit etwa junge Erwachsene eine duale Ausbildung nach dem Teilzeitmodell. Eine neue Veröffentlichung des im BIBB angesiedelten JOBSTARTER-Programms mit dem Titel "Ausbildung in Teilzeit - ein Gewinn für alle" zeigt jetzt, wie es Unternehmen, Auszubildenden, Kammern, Arbeitsagenturen und Berufsschulen gemeinsam gelingen kann, das Modell der Ausbildung in Teilzeit zum Erfolg werden zu lassen. Im Mittelpunkt stehen folgende Fragen: Wie lassen sich Betriebe für eine Ausbildung in Teilzeit gewinnen? Wie sichern die Auszubildenden die Kinderbetreuung und ihren Lebensunterhalt? Und wie gelingt die Kooperation mit den Berufsschulen? Die neue JOBSTARTER-Veröffentlichung ergänzt die im Herbst 2012 erschienene JOBSTARTER-Broschüre "Ausbildung in Teilzeit - Finanzierungsmöglichkeiten des Lebensunterhalts im Überblick". Das Programm JOBSTARTER - gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) - ist eine Initiative zur Verbesserung der Ausbildungsplatzsituation von Jugendlichen und zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen. Ausbildung in Teilzeit ist dabei ein wichtiger Themenbereich. JOBSTARTER-Projekte schaffen Ausbildungsplätze in Teilzeit, beraten Betriebe und junge Erwachsene beim Einstieg in das Modell und verankern diese Ausbildungsform in regionalen Ausbildungsstrukturen. Bis Ende 2012 wurden 276 betriebliche Ausbildungsplätze in Teilzeit geschaffen und jungen Menschen mit Familienverantwortung eine berufliche Perspektive vermittelt. Alle Veröffentlichungen zur Ausbildung in Teilzeit können im Internetangebot des Programms JOBSTARTER kostenlos unter bestellt oder als pdf-datei heruntergeladen werden. Industrie- und Handelskammer Limburg, Walderdorffstrasse 7, Limburg 9/12

10 Weiterbildung: Aktuelle Seminare und Lehrgänge lässlich für die Planung, Gestaltung und Durchführung der beruflichen Ausbildung Das Einmaleins der Pressearbeit Seminar für kleine und mittelständische Unternehmen, die sich mit intelligenter Pressearbeit gezielt der Öffentlichkeit präsentieren wollen Lohnsteuer-Neuerungen 2014 einschließlich Reise- und Bewirtungskosten Im Blickpunkt steht insbesondere die Umsetzung der gesetzlichen Änderungen im steuerlichen Reisekostenrecht. Bedeutsam sind darüber hinaus neue Verwaltungsanweisungen, z. B. wann Leistungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn vorliegen. Zudem werden auch die Schwerpunkte der Lohnsteuer-Außenprüfung dargestellt sowie neue Entwicklungen und Gestaltungsmöglichkeiten bei der Erfassung und Bewertung von geldwerten Vorteilen, z. B. bei der Dienstwagengestellung oder der Anwendung des Rabattfreibetrags, behandelt Ausbilderlehrgang Der Lehrgang vermittelt umfassende berufsund arbeitspädagogische Kenntnisse, die wichtig sind für die Zusammenarbeit mit Auszubildenden und jungen Mitarbeitern im Berufsalltag und gleichzeitig auch uner Zertifikatslehrgang Lohnbuchhalter/Lohnbuchhalterin Der Lehrgang vermittelt die für die betriebliche Praxis relevanten lohn- und sozialversicherungsrechtlichen Kenntnisse und macht mit dem neuesten Stand der Rechtsprechung im vertraut Änderungen im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht 2012 Dieses Seminar bietet einen aktuellen Überblick über die bereits erfolgten und die anstehenden Neuerungen im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht, die für das Jahr 2014 zu berücksichtigen sind: Aktuelle Fragen der Teilnehmer/-innen werden beantwortet Zertifikatslehrgang Personalfachkraft Die Inhalte dieses berufsbegleitenden Lehrgangs mit 105 Unterrichtsstunden konzentrieren sich auf die grundsätzlichen Aufgaben der Personalarbeit in kleinen und mittelständischen Unternehmen, z. B. Grundlagen des Arbeitsrechts, Personalplanung-, beschaffung und -entwicklung. Der Lehrgang schließt mit einer lehrgangsinternen Klausur ab. Industrie- und Handelskammer Limburg, Walderdorffstrasse 7, Limburg 10/12

11 19. März 2014 Warenursprung und Präferenzen In diesem Seminar werden die zollpräferenzrechtlichen Ursprungsregeln im Warenverkehr mit Abkommenstaaten der Europäischen Gemeinschaft vorgestellt. Grundsätze der Ursprungsfeststellung im Unternehmen werden dargestellt und die Bedeutung, der Umgang und die Risiken von Lieferantenerklärungen herausgearbeitet. Ziel des Seminars ist es, die Teilnehmer mit wenig Vorkenntnissen durch Übungen mit den Präferenzregelungen vertraut zu machen und den Präferenzursprung zu ermitteln, damit bei jedem Exportgeschäft geprüft werden kann, ob die Ware präferenzbegünstigt ist Professionelles Telefonieren Ziel dieses Telefontrainings für Mitarbeiter aus den Bereichen Sekretariat, Telefonzentrale und telefonische Sachbearbeitung ist es, die Kompetenz am Telefon zu steigern, den Umgang mit schwierigen oder reklamierenden Gesprächspartnern als Herausforderung zu betrachten und diese mit Hilfe professioneller Methoden zu meistern. Industrie- und Handelskammer Limburg, Walderdorffstrasse 7, Limburg 11/12

12 Geschäftsbereich Aus- und Weiterbildung Ihre Ansprechpartner in der IHK Limburg: Petra Druckrey / Leitung, Berufsbildungsausschuss, Schlichtung, Bildungspolitik Ursula Günther, / Ausbildungsberatung, Eignung der Ausbildungsstätte, Prüfungsvorbereitungslehrgängen für Auszubildende Wir stehen Ihnen gerne zur Beantwortung Ihrer Fragen zur Verfügung. Bitte sprechen Sie uns an! Edeltraut Link, / Beratung zum Berufsausbildungs- und Umschulungsvertrag, Bescheinigungen über Ausbildungsverhältnisse Irene Müller-Schwertel, / Marion Winkler, / Zwischen- und Abschlussprüfungen, Zweitschriften, Zulassung zur Abschlussprüfung, Fortbildungsprüfungen, Ausbildereignungsprüfung, Sachkundeprüfung Birgit Zubrod, / Weiterbildungsberatung, Inhouse-Schulungen, Anerkennung ausländischer Berufsbildungsabschlüsse, Begabtenförderung, Stipendien Industrie- und Handelskammer Limburg, Walderdorffstrasse 7, Limburg 12/12

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