Gartendenkmalpflege - Begriff und Aufgabenstellung und ihre Anwendung auf die Kasseler Parkanlagen, insbesondere der Wilhelmshöhe

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1 Dipl.Ing. Peter Jordan Dipl.Ing. Landschaftsarchitekt bdla ö.b.u.v. Sachverständiger Monitoring-Beauftragter des AK Historische Gärten in der DGGL Gartendenkmalpflege - Begriff und Aufgabenstellung und ihre Anwendung auf die Kasseler Parkanlagen, insbesondere der Wilhelmshöhe Vortrag in Kassel im Juli 2006 (Anrede) Die Gartendenkmalpflege ist einerseits ein vollständig integrierter Zweig der Denkmalpflege, spielt aber andererseits in diesem Konzert so weitgehend eine Sonderrolle, daß in der Geschichte der Denkmalpflege die Eignung eines Gartens als Denkmal immer wieder infrage gestellt wurde, und letzte Zweifel wurden eigentlich erst mit der Aufbruchstimmung des Denkmalschutz-Jahres 1975 beseitigt. Dabei kann es eigentlich solche Zweifel nicht geben, denn die Grundfragen, die an jeden Denkmalpfleger zu stellen sind, kann jederzeit auch der Gärtner beantworten. Über die Frage, ob - und wenn ja: warum - man Zeugnisse aus früheren Zeiten bewahren und erhalten müsse, haben sich viele kluge Köpfe Gedanken gemacht. Stellvertretend zitiere ich Schinkel mit seinem berühmten Argument: ohne ganz allgemeine und durchgreifende Maßnahmen, welche die Erhaltung der Denkmäler und Alterthümer zum Ziele hätten, würden wir in kurzer Zeit unheimlich, nackt und kahl dastehen, wie eine neue Colonie in einem vorher nicht bewohnten Lande. Ich kann mir nicht vorstellen, daß sich nicht jeder von Ihnen, meine sehr geehrten Damen und Herren, dieser grundsätzlichen Feststellung anschließen kann. Es besteht also ein Grundkonsens zu der Frage, daß die Bewahrung von Zeugnissen früherer Zeiten ein sinnvolles und von der Allgemeinheit - soweit sie überhaupt über derartige Themen nachdenkt - unterstütztes Ziel ist. Im wesentlichen gibt es zwei Entscheidungs-Achsen, welche zu dem Schluß der Erhaltung alter Substanz führen: der Alterswert der Denkmalwert Diese auf den ersten Blick identischen oder doch sehr ähnlichen Begriffe haben es aber bei näherer Betrachtung in sich: Ein Denkmal besteht nämlich nicht, wie zum Beispiel ein Biotop oder eine ökologische Grund-Situation, unabhängig davon, ob ein Mensch es bemerkt; vielmehr benötigt ein Denkmal zwar die historische Substanz, zudem aber den erkennenden und fühlenden Menschen, der dieser Materie Sinn und Bedeutung unterlegt. Ich will nicht verschweigen, daß diese radikale Ansicht von jener Phalanx der kompromisslosen Denkmalschützer immer

2 wieder angegriffen wird; dort wird die Meinung vertreten, die überlieferte Substanz sei auf jeden Fall zu schützen und zu erhalten, einfach weil sie alt sei - also weil ihr ein Alterswert innewohne. Doch kann ich für meine Auffassung prominente Zeugen anführen; als Beispiel nenne ich Goethe vor dem Straßburger Münster, wo er ausdrücklich die subjektive Leistung des Betrachters als Voraussetzung für eine Konstituierung als Denkmal nennt. Er akzeptiert also den Alterswert nur auf dem Wege über den Denkmalwert. Wenn man nun die Werte, welche ein nachdenklicher Betrachter auf der Suche nach dem Denkmalwert bei einem Objekt mit historischer Substanz feststellen kann, genauer analysiert, so streiten sich stets zwei wesentliche Wert-Faktoren: der Erinnerungswert, also die Möglichkeit der historischen Substanz, uns Heutigen die Lebens- und Denkungsart früherer Zeiten vor Augen zu führen; der Gegenwartswert, also die für uns Heutige nutzbaren Eigenschaften des betrachteten Objektes, die ebenso gut oder besser auch neu zu erstellende Werke bewirken könnten. Man kann die bisher formulierten Erkenntnisse zusammenfassen: das Erhalten von Zeugnisse früherer Zeiten ist sinnvoll das Denkmal wird erst zum Denkmal, wenn denkende Menschen es dazu machen; einem Denkmal wohnen Erinnerungswerte inne, die von seiner Nutzbarkeit unabhängig sind; einem Denkmal können Gegenwartswerte innewohnen, welche seine Nutzung auch heute noch zulassen. Ich möchte nun zu allem Überfluß noch einen weiteren Gedanken vortragen: nämlich den der Veränderbarkeit des Denkmal-Erkennens. Jede Zeit hat entsprechend ihrer geistigen Grundströmung einen eigenen Zugang zum Denkmal und setzt den Erinnerungswert unterschiedlich hoch an. Dies bedeutet, daß in Zeiten relativ geringer Wertschätzung des Erinnerungswertes der Gegenwartswert um so bedeutsamer wird, und je nach diesem Verhältnis ist die Bereitschaft der Zeitgenossen, Denkmäler umzubauen und der aktuellen Nutzbarkeit - oder auch nur der aktuellen Vorstellung von einem Denkmal - anzupassen, mehr oder weniger ausgeprägt. Auch hierzu möchte ich ein typisches Beispiel nennen, das an Goethes Exkurs zum Straßburger Münster anschließt: die Streitschrift von Joseph von Goerres zu der Frage, ob eher das Straßburger Münster saniert werden solle, oder ob der Kölner Dom endlich fertiggestellt werden solle. Goerres unterscheidet:

3 die Erhaltung des Straßburger Münsters repräsentiere die von Deutschland tatsächlich durchlaufene Geschichte; das ist der Erinnerungswert. die Fertigstellung des Kölner Doms dagegen ermögliche darzustellen, was Deutschland im Geiste und der Vorstellung der alten Meister hätte werden sollen. Das war der damalige Gegenwartswert. Bekanntlich neigte sich die Schale jener Zeit auf die Seite des Kölner Doms. In Straßburg hätte der Erinnerungswert den Gegenwartswert weit überwogen. In Köln dagegen konnte das erstarkende Deutschland auf dem Fundament eines Erinnerungswertes den Gegenwartswert der Selbstdarstellung an die erste Stelle rücken. Ein weiterer Aspekt der unstabilen, sich ständig entwickelnden Ebene, aus einer historischen Substanz einen Denkmalwert zu bilden, zeigt sich in der Art, wie man bei der Sanierung und Erhaltung von Denkmälern zu Werke ging. Gerade die Vorgehensweise am Kölner Dom, wo man am Bau ablesbare Dokumente der Geschichte bewußt tilgte, um das Ganze in einen einheitlichen und vermeintlich besseren Zustand zu versetzen, führte zu einer Gegenbewegung, die bald die Fachwelt erfaßte, und die man mit der Ziel-Agenda konservieren statt restaurieren formulierte. Kaum hatte sich diese, den Auffassungen der heutigen Zeit ganz ähnliche Auffassung durchgesetzt, kamen andere Einflüsse zur Geltung, und vor allem ab 1871, als Deutschland sich endgültig an der Spitze der Europäischen Völker sah, nahmen die Fälle bewußter Vernichtung konkreter Denkmäler wieder zu, mit einem Ziel, das mit dem Schlagwort Purismus umschrieben wurde: Man wollte den aus den zahlreichen Zeit-Ebenen, die jedes Denkmal aufweist, herausgefilterten Ideal-Zustand möglichst ohne Brüche darstellen, und alles, was diesem Ziel im Wege stand, mußte weichen. Die schrecklichen Ereignisse der beiden Weltkriege unterbrachen abrupt eine Gegenbewegung, die Anfangs des jüngst zuende gegangenen Jahrhunderts eingesetzt hatte. Sie deutete sich mit dem Begriff der schöpferischen Denkmalpflege an und besagte nichts weniger, als daß der kreative Denkmalpfleger berechtigt sei, den historischen Schichten, welche sich in dem seiner Verantwortung unterworfenen Denkmal bereits angehäuft hatten, eine weitere Schicht hinzuzufügen, und zwar nicht in jenem Sinne, eine dieser Schichten puristisch über die anderen siegen zu lassen, sondern um die Überlegenheit der neuen Zeit zu dokumentieren und eine völlig neue Schicht entstehen zu lassen. Nach dem letzten Kriege wurde von den älteren Denkmalpflegern nochmals an diese Vorgehensweise angeknüpft, doch spürte die junge Garde, die heute in meinem Alter ist, daß dies nicht der richtige Umgang mit dem Denkmal sei. Es gab aber auch kein Zurück zum Schlachtruf konservieren statt restaurieren, weil Denkmäler wie jedes Menschenwerk endlich sind und daher eine Konservierung für immer nicht als möglich anzusehen ist. So tritt man heute der Aufgabe gegenüber mit dem Grundsatz Konservieren wo möglich, partielles Restaurieren, wo zur Erhaltung nötig. Ein ganz neuer Trend muß wegen seiner abstoßenden Gefährlichkeit genannt werden: das Zeitalter der virtuellen Welten ist wie selbstverständlich der Ansicht, man könne Denkmäler nach Belieben herstellen, auch verdoppeln wie Goethes Haus in Weimar, so daß der Untergang eines Denkmals wegen Abwägungs-Entscheidungen gegen das Denkmal kein wirkliches Problem sei. Parallel zu dieser Entwicklung und zu seiner Verstärkung ist eine gewissen Biedermeier-Rückzugs-Mentalität zu beobachten: Was war es doch so schön in der guten alten Zeit, und wenn man nur die äußeren Zeugnisse dieser Zeit wiedererstehen läßt, muß doch auch deren Beschaulichkeit wieder zurückzugewinnen sein. Phantasie-Fachwerke

4 am Frankfurter Römer, die Bestrebungen zum Stadtschloß in Berlin, ein selbsterfundenes Barock -Parterre in Charlottenburg, aber auch der Paradeplatz in Mannheim bezeichnen Stationen auf diesem Irrwege. **************** Wie können nun diese Thesen, Schlußfolgerungen und Entwicklungsstränge auf den Garten angewendet werden? Zunächst fällt der gravierende Unterschied ins Auge: zwar ist, wie ich oben angeführt habe, jedes Menschenwerk endlich, so daß Konservieren alleine nicht die Devise der Denkmalpflege sein kann, sondern immer auch Restaurieren dazugehört, doch sind alle Denkmal-Kategorien mit Ausnahme der Gärten von ihren Schöpfern zumindest für eine übersehbare Zeitspanne zum Überdauern ohne gravierende Veränderung angelegt. Bei einem Bauwerk, das aus Lebewesen errichtet wird, kann diese Zielsetzung nicht gelten. Eine Gesellschaft aus Pflanzen impliziert die Weiterentwicklung, die Aufwärtsentwicklung, die Abwärtsentwicklung, die Auflösung, das Absterben. Jedem Gartenkünstler war diese Eigenschaft der Materie seiner Wahl bekannt, wenn sich auch nicht jeder mit dieser Konsequenz beschäftigt hat. Dies muß kein Beweis für Unfähigkeit sein: war doch nicht selten der Befehl des Herrschers, einen Garten zu errichten, maximal auf die noch zu erwartende Länge seiner Regierungszeit ausgerichtet, und es war ihm oft wichtiger, daß umgehend und in wenigen Wochen und Monaten ein Garten nach der neuesten Mode aus dem Boden gestampft wurde, als daß dieser ihn überleben möge. Und selbst wenn der Fürst im Optimismus lebte, etwas initiiert zu haben, das ihn einmal über seinen Tod hinaus bedeutsam machen könne, so wußten es doch die Gärtner besser, und noch die Treppen zum Venustempel in Linderhof konnten so windig und ohne jegliche Drainage gebaut werden, weil jedermann erwartete, das Feen-Schloß werde nach dem Tode des Märchenkönigs umgehend wieder abgerissen. Wenn aber Fürsten und Gärtner oder beides in einer Person sich mit der Zukunft ihrer Gärten befaßten, so nahmen sie grundsätzlich konträre Positionen ein. Pückler wollte die Pflanzen zwingen, sich so zu verhalten wie Steine, Putz und Mörtel. Er forderte den permanenten Gehölzschnitt mit der Silbernen Axt, dem wichtigsten Werkzeug des Gärtners, damit eine Pflanzung ewig in dem selben Alter gehalten werden könne - eine allenfalls vom Wärter eines regelmäßigen Gartens verständliche Auffassung, die aber vom großen Mentor der Landschaftsgärten sehr überrascht - allerdings nur, solange man sich nicht näher mit dem Wesen des Landschaftsgartens vertraut macht. Wir wissen allerdings von Petzold, seinem Nachfolger, daß Pückler sich keineswegs an seine eigene Maxime gehalten hat, so daß er, Petzold, sich als der große Ausholzer, Auslichter und also als Renovierer und nicht als Restaurierer betätigen mußte. Hingegen sagt Marshall schon 1796, wenn man eine Initialpflanzung durchführe, könne man keineswegs schon sagen, ob daraus dermaleinst ein Hain, ein Clump, ein Einzelbaum oder überhaupt nichts überbleibe. Es ist verständlich, daß die etablierte Wissenschaft der Denkmalpflege mit derart obskuren Denkmälern lange Zeit nichts anfangen konnte. In Diskussionen, deren ich als junger Anfänger so manche überstehen mußte, habe ich stets eine zum Nachdenken anregende These präsentiert: im Gegensatz zu allen anderen Denkmälern, in denen der Schutz der originären Substanz an erster Stelle stehen muß, ist im Gartendenkmal das Prinzip geschützt, und es ist zulässig, es immer wieder von neuem aus neuen Pflanzen aufzubauen, wenn die ursprünglichen vergangen sind oder trotz bester Pflege die ihnen übertragene Aufgabe nicht mehr erfüllen können. Selbstverständlich soll die zwischen A-Stadt und Schloß B-Burg

5 gepflanzte Allee, also die Baumreihe, unter der noch der begründende Fürst Schatten finden konnte, erhalten bleiben, so lange dies geht. Wenn aber die Vitalität, oder - was ungleich häufiger und früher der Fall ist - die Stand- und Bruchsicherheit zuende geht, ist es zulässig, auf der Trasse eine neue Allee aufzupflanzen, ohne daß deswegen der Denkmalwert der Gesamtanlage wesentlich gemindert wird. Sofort einleuchtend ist dieses Prinzip, wenn man es auf die Blumenbeete in den Parterres bezieht: ihre Funktionsfähigkeit ist schon nach wenigen Wochen erloschen, und man darf immer wieder neue Pflanzungen durchführen, ohne dem Denkmal zu schaden. Die Linden der Allee durchlaufen den gleichen Zyklus wie die Stiefmütterchen, wenn auch mit ungleich längeren Spannen, und was jenen recht ist, muß auch für diese gelten. Es kommt also in erster Linie darauf an, wie engagiert der einzelne Gartenpfleger ist, und ob in der Geschichte der Gartenpfleger ein Beflügelter auf einen Sendungsbewußten folgt. Die jährlichen Eingriffe sind nämlich nur geringfügig und gehen kaum über das Konservieren hinaus. Erst wenn eine Generation oder gar mehrere Generationen das Gartendenkmal links liegen lassen, muß man, will man es am Leben erhalten, radikal eingreifen, die eingewanderte Natur wieder hinausdrängen und eine Renovierung durchführen, ehe es mit Restaurierungen wieder weitergehen kann. Es soll nicht verschwiegen werden, daß für eine sachgerechte Unterhaltung eines Gartendenkmals zwei Voraussetzungen gegeben sein müssen: ein ausgeprägtes allgemein-gärtnerisches Wissen und eine Vertrautheit mit dem Pflege-Objekt und allen seinen Eigenheiten. Die Bestrebungen der Öffentlichen Hand, die Regiebetriebe der großen Gartendenkmale aufzulösen und die Pflege-Arbeiten an Fremdfirmen zu vergeben oder den bisher zuständigen staatlichen Gärtnern die Zuständigkeit zu entziehen und sie statt dessen fach-unkundigen Managern zu übertragen, werden größte Schäden und den Tod so manches Gartendenkmals zur Folge haben. Es wurde nichts davon gehört, daß die Betreuung der staatlichen Gemäldesammlungen jetzt Dekorateuren oder auch nur freischaffenden Kunstmalern übertragen werden sollen - da ist sie wieder, die Ungleichbehandlung der Gärten im Vergleich mit richtigen Denkmälern. Die Beschäftigung mit den Gärten als Gegenstände der Denkmalpflege ist mindestens ebenso alt wie die anfangs geschilderten denkmalpflegerischen Bestrebungen überhaupt. Franz Theodor Kugler als Mitglied des Preußischen Kultusministeriums fordert bereits 1847 die artistische Conservation der Gartenanlagen. Artistisch bedeutet, daß das künstlerische Konzept, dem der Garten sein Leben verdankt, der Konservierung zugrunde zu legen ist. Da aber diese Konzepte nur höchst selten irgendwo niedergelegt wurden - wir kennen den berühmten Gartenplaner Friedrich Ludwig v. Sckell als Mann in Gehrock und Zylinder, der mit einem Stecken seine Entwürfe im Maßstab 1:1 in den Sand zeichnete, und der die Standorte von Solitärbäumen dadurch bestimmte, daß er weiße Steine in die Wiese warf, um so jegliche androgyne Regelmäßigkeit zu vermeiden - müssen wir zwar stets von der Doppelschichtigkeit aus historischer Substanz und planerischem Konzept ausgehen, aber beides offenbart sich nicht jedem, nicht sofort und manchmal nie. Ich stehe daher nicht an, die Schwierigkeit im Umgang mit Gartendenkmälern an die Spitze in der Denkmalpflege zu stellen. Nicht gärtnerisch ausgebildete Konservatoren, und erst recht die genannten Manager, sind mit dieser Aufgabe bestenfalls völlig überfordert meist wird sie ihnen aber überhaupt nicht bewußt. Der Umgang mit Gärten war zu jeder Zeit ein getreues Spiegelbild der jeweiligen Lebensund Kunstauffassung. Dies zu erkennen und den jeweiligen Garten aus der Sicht seiner Zeit zu pflegen und zu unterhalten, ist eine Aufgabe, die nur von Fachleuten für Gartendenkmalpflege bewältigt werden kann. Daß die Gärten Spiegel der Weltläufe waren, kann man auf vielen Felder belegen. Ich wähle den Gottesbegriff im Garten als Katalysator:

6 Gehen wir also durch die Zeiten: Im frühen Mittelalter war Gott der absolute Wertpunkt. Auch der Kaiser wurde von Gottes Gnaden bestimmt und vom Papst gekrönt. Die Wissenschaft kannte nur 1 Ziel: Gott erkennen! Die Kunst hält dem Menschen den Spiegel vor Augen; wählt ihm ein Ziel. Die Natur ist Abbild der Schöpfung und muß daher nicht ihrerseits abgebildet werden. Daher waren Kunst und Natur keine Gegensätze, sondern gleichwertige Wege zu gleichen Ziel: zu Gott Im Hoch-Mittelalter beginnt die Kultur auch im Garten einen eigenen Stellenwert zu erhalten. Es wird zur Herausforderung, die Natur täuschend nachzuahmen. Dennoch bleibt es dabei: Natur und ihre Nachschöpfungen aus der Hand des Menschen bleiben dennoch Gottes Werk. In der Renaissance gab es keine grundlegend neue Auffassung. Die Gartentechnik wurde immer weiter vervollkommnet, die Kunst erhielt aber im Garten keine dominante Position. Im Barock sollte die Gartenkunst die Natur nicht mehr nur nachahmen, sondern sie vielmehr übertreffen. Es wird nun also für möglich gehalten, daß Gottes Schöpfung übertreffbar und korrigierungsbedürftig sein könnte. Die Natur galt im ungestaltetem Zustand als wirr und angsterregend, und man hielt es für unerläßlich, sie zu ordnen. Das Ziel war ein Garten- Gebäude, das nach den Regeln der Architekten errichtet wurde. Dennoch waren Natur und Kunst keine Gegensätze. Vielmehr wurde der Natur der Geist des Menschen eingehaucht; sie wurde dadurch veredelt, aber nicht vernichtet. Bis hierher gab es eine Entwicklung, aber keine Zäsur. Vom Fehlen des Kunstgedankens über die Kunst als Gottesdienst, die Gleichwertigkeit von Natur und Kunst bis zur Überhöhung der Natur durch die Kunst lief der Weg. Eines aber war unverändert geblieben: man blieb innerhalb der göttlichen Ordnung. Der Stellenwert im Gleichgewicht zwischen Natur und Kunst verschob sich, aber beide waren keine Gegensätze. Die Aufklärung brachte den großen Einschnitt. Die Kunst hat sich nun vollständig zu verbergen und die Natur nachzuahmen. Der Barockgarten ist nun eine verabscheuungswürdige Unnatur. Es wird eine neue Abstufung geschaffen: von der Wildnis über die Kulturlandschaft, den Park und den Garten bis ins Haus. Im 18. Jahrhundert war der Landschaftsgarten nicht Natur, sondern er stellte sie dar. Aus der gesamten Natur wird der schöne Teil herausgesucht, der unansehnliche Teil aber aus den Gärten verbannt - dies ist der Kunst-Anteil der Gärten jener Zeit. Folgerichtig trennt man nun erstmals Gartenkunst von Gartentechnik. In der Romantik, dieser Zeit der großen Wende, kann sich die Kunst der Natur nicht mehr ähnlicher machen. Schiller beklagt die Entfernung des Menschen von der Natur. Die Illusion der Vereinigung des Menschen mit der Natur ist zerbrochen. Deshalb ordnet man die Kunst gleichwertig neben die Natur. Man soll das Werk der Menschenhand auf den ersten Blick wiedererkennen. Es kommt nicht mehr auf das Verhältnis zwischen Kunst und Natur, sondern auf das Verhältnis zwischen Kunst und Mensch an. Deshalb werden auch regelmäßige Gartenformen wieder akzeptabel. Im 19. Jahrhundert verliert die Gartenkunst ihre Stellung unter den Künsten, bis man ihren Kunst-Charakter schließlich gänzlich leugnet. Es handele sich, wird festgestellt, vorwiegend

7 um das Bilden von Pflanzengesellschaften, und dies sei eine wissenschaftliche, keine künstlerische Tätigkeit. Im 20. Jahrhundert ist die fortschreitende Natur-Zerstörung das Haupt-Kennzeichen. Die Natur erhält dadurch einen immer höheren Stellenwert, und immer mehr Menschen halten es es für blasphemisch, Lebewesen als Material für die Ausübung der Kunst zu verwenden. Während noch Anfang des Jahrhunderts der Garten nicht mehr das Ziel hatte, Natur erlebbar zu machen - dafür war die Landschaft da -, brachte die immer mehr ausgebeutete Landschaft dem Garten die Aufgabe des Naturgenusses zurück. Die Schaffung von Feucht- und anderen Ersatz-Biotopen in den Zentren der Städte häuft sich, und die Bewegung der Naturgärten war sehr erfolgreich. Wohin die Entwicklung uns führen wird, ist ungewiss. Allenthalben entstehen Naturgärten neben konstruktivistischen Gärten neben regelmäßigen Gärten. Diese Ungewißheit ist für mich als Gartendenkmalpfleger nicht bedeutsam. Für mich ist entscheidend, zu erkennen, welche Wandlungen das Verhältnis zwischen Natur und Kunst in der Geschichte des menschengeformten Gartens durchlaufen hat. Meine Aufgabe ist nicht primär eine gartentechnische, sondern ich hüte die Zeugnisse dieser Wandlungen, die ja dem Menschen nicht nur auf gärtnerischem Sektor, auf diesem aber exemplarisch zugestoßen sind. Ich habe gezeigt, daß die Gärten die Geschichte der Kultur und der Kunst zumindest ebenso deutlich aufgezeichnet haben wie andere Medien der Denkmalpflege. Die Frage, ob Gärten Gegenstand der Denkmalpflege sein könnten oder nicht, darf sich nun nicht mehr stellen. Vielmehr weist ein Gartendenkmal den historischen Wert ebenso auf wie andere Denkmäler. Ein Problem, unvergleichlich größer als bei jedem anderen Denkmal, ist dagegen der Gegenwartswert. Gehört ein Gartendenkmal einer privaten Partei, so kann man ihr nicht verdenken, daß sie ihren Garten so nützen will, wie dies heutzutage für Gärten gilt. Immerhin besteht die Hoffnung, daß es sich um engagierte Familien handelt, welche über den Wert ihres Denkmals unterrichtet sind und die neuzeitliche Nutzung dort einschränken, wo die Denkmal- Substanz gefährdet wäre. Ist aber ein Gartendenkmal öffentlich zugänglich, liegt es etwa zentral in einer Stadt, so wird die überwiegende Mehrzahl der Besucher entweder über den Denkmal-Charakter überhaupt nicht unterrichtet sein, oder sie wird ihre momentanen Bedürfnisse weit höher ansetzen als dies dem Denkmal gut tut. Auch die Phase der puristischen Denkmalpflege haben die Gärten erleben müssen. Sehr schnell aber wurde sie überlagert durch die Phase der schöpferischen Denkmalpflege. Die Leichtigkeit, Gärten zu verändern, leistete dieses Bestrebungen Vorschub. Als Beispiel nenne ich die Themengärten im Zentrum des Großen Gartens in Hannover-Herrenhausen, die von allen heutigen Besuchern als großartiges Zeugnis der Modernität der Gärtner der regelmäßigen Phase angesehen werden, da niemand ihnen sagt, daß es sich um Zutaten aus den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts handelt. Auch nach dem Kriege wurde zunächst so weitergearbeitet, und das nachempfundene, aber in keiner Weise authentische Parterre von Charlottenburg zeugt von dieser Zeit. Erst langsam setzte sich im Umgang mit Gartendenkmälern auch der Gedanke der durch Renovierung nur gestützten Konservierung durch, etwa wenn man im Pleasureground von Glienecke die aus der Zeit von Hitlers Reichshaupstadt veränderte Topographie aus den noch vorhandenen und die ursprüngliche Oberflächengestalt nachzeichnenden Wasserrohren rekonstruierte. Dies sind aber schon spektakuläre Eingriffe - meist beschränkt man sich auf das Zurückdrängen der durch natürliche Sukzession aufgekommenen Gehölze und durch Wiedereinbringen ausgefallener, aber auf irgendeine Weise belegte Gehölz-Arten.

8 Es gibt also im wesentlichen drei Tendenzen: das Erhalten der Gartendenkmäler nach den Regeln der Denkmalpflege und speziell der Gartendenkmalpflege; dies sollte das Ziel aller Bemühungen um Gartendenkmäler sein. das Verändern eines Gartendenkmals durch Einbringen neuer Komponenten, also das Herstellen einer neuen Zeit-Ebene unter Beibehaltung des Gartendenkmals an sich. Derartige Aktivitäten schädigen selbstverständlich das Denkmal und sind daher nicht zulässig sie sind aber immerhin getragen vom Bewußtsein des Denkmalwertes, den man zu erhöhen bestrebt ist. die vollständige Zerstörung des Gartendenkmals zugunsten einer anders gearteten Flächennutzung. Hier wirkt sich die Planungshoheit der Städte und Gemeinden verhängnisvoll aus: Ziel-Prioritäten oder -Primate seien es Naturschutz oder Denkmalschutz werden nicht akzeptiert, und wenn nur die Frage der Erhaltung eines Gartendenkmals in öffentlicher Sitzung des Rates behandelt und darüber abgestimmt wurde, dann gibt es kaum noch Wege, die Durchführung dieses Beschlusses zu verhindern. In den letzten Jahren ist ein neuer Feind der Gartendenkmäler entstanden: Die Event- Kultur. Sie verhält sich parasitär: das Gartendenkmal wird als Hülle angesehen, in der man Nutzungen etablieren kann, die mit den Zielen und Inhalten des Denkmals nichts zu tun haben, die man aber unter dem Deckmantel der Denkmalpflege prächtig verkaufen kann. Die Veranstalter sind stets mit den Umständen, unter denen das Gartendenkmal entstanden ist und unterhalten wird, in keiner Weise vertraut. Sie erkennen daher wie Parasiten stets nicht, daß der Organismus, den sie befallen haben, durch den Befall absterben wird. Dies ist für sie auch nicht von Bedeutung: für kurzfristige Profite reicht das Leben des Denkmals aus, und im Zweifelsfalle wird man in späteren Jahren eben ein anderes Denkmal angreifen. Viel Schaden wird bereits durch kurzfristige Aktivitäten angerichtet, wie zum Beispiel durch Firmen-Präsentationen mit Festzelten und Party-Service. Doch selbst wenn kein materieller Schaden entsteht, sind derartige Events ein Schlag ins Gesicht des Ideals, dem der Garten sein Entstehen verdankt. Niemand würde ein Autorennen durch den städtischen Hauptfriedhof veranstalten dies verbietet der Geist, der im Friedhof lebt. Ein Autorennen in einem Gartendenkmal dagegen stößt bei den Verantwortlichen auf keinerlei Bedenken und schändet doch den Geist des Parkes. Immerhin kann man mit hohem finanziellen Aufwand, der fast nie den Event-Managern und auch nicht denjenigen, welche das Event genehmigt haben, aufgebürdet, sondern der von den Steuerzahlern getragen wird, die angerichteten materiellen Schäden wieder beseitigen. Schlimmer ist daher ein Dauer-Event, also ein Umbau des Gartens mit bestimmten kommerziellen Zielen, bei denen der Untergang des Denkmals inkauf genommen wird, wenn nur seine Hülle erhalten bleibt. In seltenen Fällen werden die Ziele dann demaskierend offengelegt, zum Beispiel wenn es heißt: die geplante Maßnahme solle einen Beitrag zur wirtschaftlichen Basis der Stadt und der Region leisten, oder wenn Vermarktungsstrategien nennenswerte Zinsen aus den Kapitalien erbringen sollen. Derartige Zielstellungen machen klar, daß es um alles geht, nur nicht um Gartendenkmalpflege. Dabei ist eine weitere Grund-Erkenntnis offenbar nicht präsent: Gartendenkmalpflege ist

9 nicht ein hübsches Hobby, das sich die in Stadt und Land Verantwortlichen leisten, wenn sie es sich denn leisten können, sondern es handelt sich vielmehr um eine Bringeschuld von Verfassungsrang. Jeder Vorgang in einem Gartendenkmal, der nicht den Grundsätzen der Gartendenkmalpflege entspricht und der also den Bestand des Denkmals aufs Spiel setzt, widerspricht den gesetzlichen Grundlagen des Bundes und der Länder. Das schon früh formulierte Ziel der Landesverschönerung, dem viele Gartendenkmäler zu verdanken sind, ging später auf in dem viel weiter ausgreifenden, heute aktuellen Begriff der Landeskultur. Er formuliert als Ziel, die Umwelt als vorgegebenes Potential des Naturraums optimal zu erhalten, aber auch zu gestalten und zu nutzen. Damit will Landeskultur die Umwelt durch Bebauung und Bepflanzung in ihrem Wert erhöhen. Dies umfaßt ökonomische Aspekte ebenso wie die kulturellen Aspekte der Landschaft eben der Kulturlandschaft. Dieses Ziel ist in Art 89 Abs. 3 Grundgesetz niedergelegt und gehört also zu den Fundamenten unseres Staatswesens. Innerhalb dieses enorm weit gespannten Spektrums sind die Gartendenkmäler zwar nur ein sehr kleiner Teil, doch sind sie ohne Zweifel unter dem Mantel von Art. 89 GG kompromisslos geschützt. Der Schutz, den die Kulturlandschaft kraft Grundgesetzes genießt, umfaßt unter vielem anderen auch die Bäume und Sträucher, und zwar sowohl deren natürlich gewachsene Bestände als auch die künstlich durchgeführten Pflanzungen. Zu letzteren gehören die Gartendenkmäler. Im Vollzug des Grundgesetzes entwickelten sich im wesentlichen zwei Gesetzes-Stränge, die Bedeutung für die Gartendenkmalpflege erlangten: die Naturschutzgesetze und die Denkmalschutzgesetze. Im Naturschutz beansprucht der Bund die Kompetenz, während Denkmalschutz Ländersache ist. Im Zusammenhang mit dem Ausbau einer Wasserstraße hat das Bundesverwaltungsgericht am den Begriff der Landeskultur in einer sehr engen Auslegung auf eben das Verfassungsrecht eingegrenzt. Dieser Grundsatz blieb jedoch nicht auf den Teilaspekt Wasserstraßen begrenzt vielmehr bezog ihn der Verwaltungsgerichtshof Mannheim am auch auf das Landwirtschaft- und Landeskulturgesetz Baden-Württemberg. Dort hatte das Land Baden bereits am ein Landeskulturamt begründet, welches die obersten Behörden des Naturschutzes und des Denkmalschutzes in sich vereinigte. Durch die enge Auslegung des Art. 89 GG durch das BVerwG werden die Belange des Naturschutzes und der Denkmalpflege (Landeskultur im engeren Sinne) nicht im ursprünglich gedachten Sinne berücksichtigt. Eine Überprüfung der Auslegung des Art 89 GG durch das Bundesverfassungsgericht, unter Berücksichtigung dieser ursprünglichen Ziele, welche die Eingrenzung wieder zurecht rückt, steht noch aus. Im Naturschutzrecht werden Gartendenkmäler nicht ausdrücklich erwähnt, und auch in den meisten Länder-Denkmalschutzgesetzen werden sie sehr unterschiedlich benannt. Es gibt jedoch in beiden Gesetzes-Strängen zahlreiche Passagen, welche die Gartendenkmäler mit einschließen, auch wenn sie nicht ausdrücklich genannt werden. Naturschutzrecht:

10 Auch dieses Recht fußt auf dem Grundgesetz, und zwar auf Art. 20a. Hier schützt der Staat die natürlichen Lebensgrundlagen. Da die von Menschen gestaltete Umwelt keineswegs aus der Geltung des Art. 20a GG ausgenommen ist, wird auch sie zu den natürlichen Lebensgrundlagen gerechnet, und daher umfaßt sie auch die Gartendenkmäler; sie genießen also auf dem Sektor des Naturschutzes den Schutz des Grundgesetzes. Die meisten Länder haben sich diese Betrachtungsweise in ihren Staatszielen zu eigen gemacht. Das Bundes-Naturschutzrecht fußt in vielen Teil-Aspekten auf dem Reichs-Naturschutzgesetz vom Dieses schützte, zum Beispiel in 5, die Gartendenkmäler als Gegenstände des Naturschutzes. In der ersten Nachkriegszeit, als die Denkmal-Gesetzgebung noch nicht aktualisiert war, schützten sich Gartendenkmäler oftmals nur über das Naturschutzrecht. Später entstanden daraus vielfach Schwierigkeiten, weil die Naturschutzbehörden nicht bereit waren, die neu entstandenen Denkmalschutz-Vorschriften auf ihre vermeintlichen Schützlinge anzuwenden. Das Bundes-Naturschutzgesetz hat bereits seine Ziele in den 1 und 2 derart formuliert, dass dadurch Gartendenkmäler ganz offensichtlich miterfaßt sind. So sind gemäß 1 BNatSchG Natur und Landschaft auch in Verantwortung für künftige Generationen so zu schützen, zu pflegen und zu entwickeln, dass ihre Vielfalt, Eigenart und Schönheit auf Dauer gesichert sind. Und nach 2 I Nr. 13 BNatSchG sind historische Kulturlandschaften und Kulturlandschaftsteile von besonderer Eigenart oder Schönheit... zu erhalten. An dieser Stelle wie auch andernorts stellt das Bundes-Naturschutzgesetz einen Bezug zum Denkmalschutz her, der aus der Tradition historischer Gesetzgebung lebt und den Begriff der Kulturlandschaft neu belebt. Wenn über den neuen 26 I Nr. 2 BNatSchG neben Vielfalt, Eigenart und Schönheit seit dem nun auch die besondere kulturhistorische Bedeutung der Landschaft als Schutzzweck in das Gesetz eingefügt wurde, bewegt sich das Gesetz zwar am Rande seiner Rahmenkompetenz gemäß Art 75 I Nr. 3 Grundgesetz, hat aber damit dem Schutz der Gartendenkmäler ein neues, kräftiges Argument verliehen. Obgleich das Bundes-Naturschutzgesetz nur eine Rahmen-Kompetenz besitzt, hat es für den Schutz von Gartendenkmälern große Bedeutung im Objektschutz. Nach 29 I 2 BNatSchG erstreckt sich nämlich der Schutz in bestimmten Gebieten ausdrücklich auf den gesamten Bestand an Alleen, einseitigen Baumreihen, Bäumen, Hecken und anderen Landschaftsbestandteilen. Leider hat dieser Schutzgedanke seit dem Jahre 2002 eine Beeinträchtigung dadurch hinnehmen müssen, dass der Umgebungsschutz seither weggefallen ist. Ebenso wie im Biotopschutz ist aber auch im Gartendenkmalschutz eine Pufferzone um das zu schützende Kern-Objekt herum unverzichtbar; ohne eine solche sind Biotope ebenso wie Gartendenkmäler auch dann bedroht, wenn ihre inneren Flächen nicht berührt werden. Man sollte daher nicht hinnehmen, wenn Naturschutz und Gartendenkmalpflege in Frontstellung gebracht werden. Die Gartendenkmalpfkege ist auch im Naturschutz verankert. Die beiden Begriffe sind keine Gegensätze. Denkmalrecht Während Gartendenkmäler ganz oder in Teilen also im Bundesnaturschutzrecht generellen und nach den Ländergesetzen auch speziellen Schutz genießen können, ist dies im Denkmalschutzrecht nicht im gleichen Maße gesichert, obgleich der gemeinsame

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