Inhalt. Stiftungsrat 6. Die «Stiftung zur Förderung des SWA» 7

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3 Vorwort Das im Jahre 1910 in Basel gegründete Schweizerische Wirtschaftsarchiv (SWA) fungiert als Dokumentationsstelle für aktuelle schweizerische Wirtschaftsfragen und als Archiv wirtschaftshistorisch wertvoller Akten. Es dient sowohl der Lehre und Forschung als auch der Privatwirtschaft und nicht zuletzt einer an Wirtschaftsfragen interessierten Öffentlichkeit. Seit 1988 ist das SWA in die Fachbereichsbibliothek für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften im WWZ (Wirtschaftswissenschaftliches Zentrum der Universität Basel) eingebunden und somit Teil der Universitätsbibliothek. Sein Informationspotential wird dadurch sinnvoll ergänzt und verstärkt. Der Stiftungsrat und die Verantwortlichen des SWA danken allen Donatoren sehr herzlich für Ihre Treue und wohlwollende finanzielle Unterstützung. Dank Ihrer Beitragsleistungen kann das SWA seine Aufgaben trotz der limitierten universitären Mittel auch weiterhin erfüllen. Insbesondere für die Sicherung von Firmen- und Verbandsarchiven ist das SWA auf Gönnerbeiträge angewiesen. Der vorliegende Jahresbericht 2006 orientiert im Einzelnen über die Verwendung der Donatorengelder, über die Angebote des SWA und über die im Berichtsjahr geleisteten Arbeiten. Ihre Unterstützung des SWA lohnt sich! Dr. Anton Föllmi Präsident der Stiftung Johanna Gisler, lic.phil. Leiterin der WWZ-Bibliothek und des SWA Basel, 08. März 2007

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5 Inhalt Stiftungsrat 6 Die «Stiftung zur Förderung des SWA» 7 Das SWA: Auftrag und Angebote 9 Dokumentation Historisches Archiv Bibliothek Kulturinstitution Strategie 13 Strategische Ziele Projekte Die Tätigkeit des SWA Benutzung Dokumentation Privatarchive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Öffentlichkeitsarbeit Fundus 27 Personal 31 Jahresrechnung und Bilanz 33 Donatoren 36 Liste der beitragleistenden Firmen, Verbände und Privatpersonen 2006 Geschenkgeber Kontakte 39

6 Stiftungsrat Mitglieder des Stiftungsrates Dr. Anton Föllmi, Präsident ehemaliger Direktor der Schweizerischen Nationalbank Basel Johanna Gisler, lic.phil. I, Geschäftsführerin Leiterin der WWZ-Bibliothek und des SWA Hannes Hug Direktor der Universitätsbibliothek Basel Thomas Kübler, lic.oec.hsg Mitglied der Direktion der Schweizerischen Nationalbank Basel Dr. Egon Meyer Mitglied der Geschäftsleitung der Bank Dreyfus Söhne & Cie. AG Basel Dr. Martin Wechsler Eidg. dipl. Pensionsversicherungsexperte Prof. Dr. Heinz Zimmermann Ordinarius für Finanzmarkttheorie an der Universität Basel Rechnungsrevisoren Dr. Heinrich Laubscher, Basel; Dr. Kurt Spinnler, Dornach 6

7 Die «Stiftung zur Förderung des SWA» Die «Stiftung zur Förderung des Schweizerischen Wirtschaftsarchivs» verschafft dem SWA finanzielle Mittel, welche die limitierten universitären Mittel ergänzen. Das SWA kann dadurch seine Aufgaben als Informationsstelle für aktuelle Wirtschaftsfragen und als Archiv wirtschaftshistorisch wertvoller Dokumente umfassender erfüllen. Die Stiftung unterstützt das SWA schwergewichtig in vier Bereichen: Einstellung von Personal für spezielle Aufgaben ausserhalb des universitären Personaletats Ankauf von Medien ausserhalb des Anschaffungskredites Finanzierung von Projekten, welche die strategische Neuausrichtung des SWA unterstützen Finanzierung von Projekten, welche den Bekanntheitsgrad des SWA steigern Im Berichtsjahr finanzierte die Stiftung ein Teilpensum von 70% in der Pressedokumentation und das Publikationsprojekt «Unternehmensarchive ein Kulturgut?». (s. dazu Kapitel Öffentlichkeitsarbeit) Die Stiftung arbeitet mit regelmässigen oder einmaligen Beiträgen von Firmen, Verbänden und Privatpersonen und mit dem Ertrag des Stiftungsvermögens. Zuwendungen an die Stiftung können in der Regel von der kantonalen Steuer abgesetzt werden. Im Jahre 2006 haben 143 Gönner das SWA unterstützt (2005: 153). Die Summe ihrer Zahlungen belief sich auf Fr. 37'400 (2005: 31'200). Die Beiträge von Privaten fielen damit entgegen dem rückläufigen Trend der letzten Jahre etwas höher aus als im Vorjahr. Grund dafür ist eine grosse Spende von Fr. 10'000, die so nicht jedes Jahr erwartet werden kann. Die übrigen, in diesem Jahr recht hohen Einnahmen der Stiftung sind zweckgebunden. Sie bestehen aus einem Beitrag von Fr. 8'000 für Publikationsprojekte (2005: 18'000) 7

8 sowie Einnahmen für Dienstleistungen von Fr. 21'500 (2005: Fr. 2'100). Bei letzteren handelt es sich hauptsächlich um die Kostenbeteiligung einer Firma, die dem SWA das Archiv ihres Vorläufers übergeben hat. Die Personalkosten für die Pressedokumentation bewegten sich mit Fr. 50'300 im gleichen Rahmen wie letztes Jahr (2005: Fr. 49'100). Neben den Löhnen hatte die Stiftung projektbezogene Ausgaben von Fr. 15'400 für den oben erwähnten Tagungsband und die damit verbundene Buchvernissage. Die Bilanz weist eine Vermögenszunahme von rund Fr. 1'100 aus. Das Stiftungsvermögen per 31. Dezember 2006 betrug Fr. 87'300 (2005: Fr. 86'300). Angesichts des strukturellen Ungleichgewichts zwischen den regelmässigen Ein- und Ausgaben bleibt die Finanzlage der Stiftung dennoch unbefriedigend. Die Kosten für die Pressedokumentation sollten sich aus den frei verwendbaren Gönnerbeiträgen bestreiten lassen. Dies ist jedoch schon seit Jahren nicht mehr möglich betrug die Finanzierungslücke rund Fr. 13'000. Die Pressedokumentation belastet so jedes Jahr von neuem wieder das Vermögen. Im Zusammenhang mit der Ablösung der Presseausschnittsammlung durch ein digitales Angebot, die zurzeit in Diskussion ist, wird eine ergänzende Finanzierungquelle gefunden werden müssen. Die Stiftungsgelder müssten dann weniger für Aufwendungen des laufenden Betriebs eingesetzt werden und könnten vermehrt Spezialaufgaben dienen. Als langfristiges Ziel strebt die Stiftung die Äufnung eines Stiftungskapitals an. Die kulturelle Überlieferung im Bereich der Unternehmens- und Wirtschaftsgeschichte kann langfristig nur gesichert werden, wenn zu diesem Zweck stetig fliessende Kapitalerträge zur Verfügung stehen. 8

9 Das SWA: Auftrag und Angebote Im Jahre 1910 von Basler Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Kultur ins Leben gerufen, hat das Schweizerische Wirtschaftsarchiv (SWA) von Anbeginn an bis heute zwei Funktionen erfüllt: Versorgung der Forschung, der Wirtschaft und der Öffentlichkeit mit aktuellen Informationen über die schweizerische Wirtschaft Sammlung von Archiven der privaten Wirtschaft Eingebunden in die Fachbereichsbibliothek für Wirtschaftsund Sozialwissenschaften der Universität Basel (WWZ-Bibliothek), ist das SWA nunmehr Teil eines modernen Informationszentrums. Bibliothek, Dokumentation und Archiv unter einem Dach bieten eine in der Schweiz einmalig umfassende Information über Wirtschaftsfragen. Dokumentation Das SWA sammelt und erschliesst Informationen, in denen sich die Entwicklung der schweizerischen Wirtschaft in ihren Beziehungen zu Staat, Gesellschaft und Ausland spiegelt (Online-Katalog: Es bietet: Dossiers zu Sachfragen. Diese enthalten neben wissenschaftlicher Literatur auch solche mit Quellencharakter, z.b. Broschüren, Berichte, Gutachten oder Pressemitteilungen der wirtschaftspolitisch aktiven Kräfte in der Schweiz. Seit Anfang 2005 werden die SWA Sachdokumentationen virtuell geführt und sind einfach und schnell im Web zugänglich (www. ub.unibas.ch/wwz/pswasd/sk/intro.html). Damit präsentiert das SWA seinen Benutzern ein neues, qualitativ stark verbessertes Produkt. Die Sachdossiers sind aktuelle Informationsquellen, die der gezielten Informationssuche dienen, und gleichzeitig Archive 9

10 von Diskursen, die Zusammenhänge deutlich machen und politische Debatten abbilden. Jahresberichte, Statuten, Festschriften und andere Publikationen von Firmen, Verbänden oder Amtsstellen. Die Körperschaftsdossiers dokumentieren die Geschichte mancher Organisation von den Anfängen bis heute. Eine Pressedokumentation, für die seit den Dreissiger Jahren die schweizerische Wirtschafts- und Tagespresse ausgewertet wird. Periodika wie Firmen- und Verbandsorgane, statistische Reihen, Konjunkturberichte, etc. Wirtschaftsdatenbanken, namentlich die schweizerische und ausländische Wirtschaftspresse, Branchenund Firmeninformationen, Marktanalysen, etc. online. Eine Webseite mit Links zu Internet-Ressourcen im Bereich der aktuellen Wirtschaftsinformation (www.ub.unibas.ch/vlib/vbwinf.htm). Publikationen internationaler Wirtschaftsorganisationen, u.a. die amtlichen Veröffentlichungen der Europäischen Union. Historisches Archiv Besonders stolz ist das SWA auf seine Sammlung historischer Geschäftsakten. Mit mehr als 400 Firmen- und Verbandsarchiven und zahlreichen Nachlässen von Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft ist diese Abteilung eine wahre Fundgrube für wirtschaftshistorisches Material (Web-Verzeichnis: Nicht wenige Archive stammen von Firmen und Verbänden, die das Schicksal und die Identität der Menschen in der Schweiz entscheidend geprägt haben. Besonders prominent, aber keineswegs exklusiv vertreten ist dabei die Basler Wirtschaft. 10

11 Bis weit ins 18. Jahrhundert zurück reichen die umfangreichen Archive bedeutender Handelsherren und Verlagsindustrieller wie jene des Segerhofs oder des Württembergerhofs. Die Akten grosser Florettspinnereien dokumentieren die Fabrikindustrialisierung des 19. Jahrhunderts. Der Basler Bankverein, ein Zusammenschluss von Privatbankiers, spricht für die Grossinvestitionen in den Eisenbahnbau des 19. Jahrhunderts. Akten aus den ersten Jahren des Basler Volkswirtschaftsbundes oder solche der Schweizerhall Chemie AG stehen für die neueste Zeit. Die Privatarchive umfassen Protokoll- oder Geschäftsbücher, Studien zur Verbesserung der Ertragslage, Fotos, Werbeschriften, Musterbücher oder technische Pläne. Oft enthalten sie zudem umfangreiche Korrespondenzen, die meist dank eines glücklichen Zufalls über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte hinweg erhalten geblieben sind und heute ein lebendiges Bild von der beruflichen und privaten Welt der Schreibenden zu vermitteln vermögen. Bibliothek Die Fachbereichsbibliothek für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WWZ-Bibliothek) ergänzt die Angebote des SWA durch: Studien- und Forschungsliteratur Referenz- und Volltext-Datenbanken, Online und auf CD-ROM Kulturinstitution Das SWA ist eine in der Schweiz einmalige Institution. Seine Sammlung von historischen und aktuellen Informationen zur schweizerischen Wirtschaft und Wirtschaftspolitik stellt eine 11

12 wichtige Ergänzung zum Angebot anderer Bibliotheken und Dokumentationsstellen dar. Das SWA fördert das Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge sowie für die Belange unterschiedlichster Branchen, Firmen und Verbände. Damit trägt es zur Förderung einer wirtschaftspolitischen Kultur in der Schweiz bei. Das SWA stellt Material für vielfältige Bildungs- und Forschungsaktivitäten bereit. Seine aktuellen Informationsbestände dienen der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Forschung. Mit den älteren Teilen der Dokumentation und seinem historischen Archiv sichert es der wirtschaftshistorischen Forschung im Raum Basel und in der Schweiz die notwendige Quellenbasis. Das SWA dient als Sammelbecken für Archive kleinerer und mittlerer Unternehmen, die kaum je die Möglichkeit haben, ihr sammelwürdiges Schriftgut selbst zu pflegen. Unternehmen prägen nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung, sondern auch den Alltag der meisten Menschen. Ihre Archive enthalten daher Informationen, die für das Verständnis der Wirtschafts- und Sozialgeschichte und damit unserer Kultur im Allgemeinen wesentlich sind. Firmenarchive sind Teil des nationalen Gedächtnisses der Schweiz. Das SWA ist zwar eine staatliche Institution, doch Gönnerbeiträge aus der Privatwirtschaft sind existenznotwendig. Private Förderung erfährt das SWA auch, indem ihm Firmen, Verbände, Verlage, Autoren und Amtsstellen ihre Publikationen kostenlos abgeben. 12

13 Strategie Strategische Ziele Die strategischen Ziele des SWA lassen sich wie folgt umreissen: 1. Das SWA soll in der Schweiz die erste Adresse für Personen und Institutionen sein, die sich mit Fragen der schweizerischen Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsgeschichte beschäftigen. 2. Das SWA baut auf seinen Stärken auf, entwickelt ein deutliches Profil und legt das Schwergewicht vor allem auf Qualität. Es vollzieht die Dynamik des technologischen Wandels im Informationsbereich nach und bleibt als moderne Informationsvermittlungsstelle auf der Höhe der Zeit. 3. Reorganisationsbedarf besteht in den Bereichen des Sammlungskonzeptes, wo es gilt, sich strikte auf das Wesentliche zu konzentrieren, der Erschliessung der Bestände, der aktiven Vermittlung und Vermarktung der Informationsbestände. 4. Die Neuausrichtung des SWA verlangt dokumentarisch und archivarisch qualifiziertes Personal. Zudem sind Kapazitätsengpässe in den Bereichen Fachreferat und Privatarchive zu beheben. Mit dem Abschluss von zwei grossen Projekten, der Einführung der virtuellen Dossiers in der Sachdokumentation im Jahre 2005 sowie der Rekatalogisierung des Alten Katalogs und des Biographienkatalogs im Jahre 2006, ist das SWA in den letzten zwei Jahren seinen strategischen Zielen um entscheidende Schritte näher gekommen. Mit dem ersten Projekt hat das SWA einen zentralen Teil seines Informationsangebots, die thematischen Dossiers zur Wirtschaftsentwicklung und Wirtschaftspolitik in der Schweiz, grundlegend erneuert. Inhaltlich hat das Angebot stark an Aktualität und Profil gewonnen. Zudem ist der Zugang für die Benutzer einfacher geworden: Sie gelangen nun übers Web zu den Dossiers, die virtuell im 13

14 Katalog zusammengestellt werden. Beim zweiten Projekt ging es um die Erfassung von Zettelkatalogen im Online-Katalog. In der Sachdokumentation hat damit die Konzentration auf die wichtigen Themen und Dokumente stattgefunden. Dasselbe steht in den nächsten Jahren nun für die Firmen- und Personendokumentation an. Die entsprechenden Sammlungskonzepte sind zu überarbeiten. Bei den Sachdossiers steht am Ende der Einführungsphase eine Qualitätskontrolle an. Die Dokumentationsbestände des SWA sind nun nahezu vollständig erschlossen. Erfasst sind alle Sach- und Personendossiers, der grösste Teil der Firmen- und Verbandsdossiers sowie alle Publikationen, welche die Dossiers enthalten. Im Bereich Rekatalogisierung bleiben damit nur noch wenige Wünsche offen, einer davon ist der Periodika-Katalog (s. unten). Für die Sachdossiers bietet das SWA zudem einen Webzugang an. Dieses benutzerfreundliche Erschliessungsinstrument soll in den nächsten Jahren auch für die Dossiers zu Firmen und Verbänden sowie Personen realisiert werden. Ein weiterer Schritt in der aktiven Vermittlung der Informationsbestände wird in nächster Zeit die Einbindung elektronischer Texte in die Dossiers sein. An der EDV-Lösung dafür wird gearbeitet. Im Bereich Privatarchive geht die Umsetzung der strategischen Ziele weniger schnell voran. Die Abteilung hinkt in allen Bereichen - Sammlungskonzept, Erschliessung und Vermittlung - hinter der Dokumentation nach. Mit einer 50%-Stelle und einigen Aushilfen können wir in diesem Bereich wenig bewegen. Hier gilt es im nächsten Jahr die EDV-Erschliessung der neuen Bestände einzuführen und später dann auch die Rekatalogisierung der Altbestände voranzutreiben. Zudem sind mittelfristig die konzeptionellen und personellen Grundlagen für eine aktivere Sammlungspolitik zu schaffen. 14

15 Tragbare Hermes-Schreibmaschine als Vorläufer des moderen Laptops? (aus der Jubiläumsbroschüre «150 ans Paillard, ») Signatur: SWA H + I Bg 321 Projekt Rekatalogisierung Alter Katalog und Biographienkatalog des SWA Die im November 2005 begonnene Rekatalogisierung von zwei Zettelkatalogen des SWA, des Alphabetischen Katalogs (Monographien vor Publikationsjahr 1982) und des Biographienkatalogs (dokumentarische Dossiers zu Personen), konnte im Herbst 2006 abgeschlossen werden. Im Ganzen sind 127'964 Aufnahmen gemacht worden (113'584 aus dem AK, 14'380 aus dem Biographienkatalog). Die Aufnahmen wurden von der Firma Medea Services in Budapest online in den Aleph-Katalog aufgenommen. Problemfälle (unleserliche 15

16 oder unvollständige Signaturen, Körperschaftsansetzungen, Identifizierung und Verknüpfung von Analytika, etc.) haben die MitarbeiterInnen der WWZ-Bibliothek und des SWA bereinigt. Der interne Arbeitsaufwand für die Nachbearbeitung war hoch. Alle Katalogisierenden haben sich daran beteiligt, sie sind dabei teilzeitlich von zwei Mitarbeiterinnen der Hauptbibliothek und einer Praktikantin unterstützt worden. Das ganze Projekt hat inklusive Nachbearbeitung der Medea- Aufnahmen weniger als ein Jahr gedauert. Die Projektleitung lag bei der Projektkoordination der Universitätsbibliothek. Erfreulicherweise werden die neu im Online-Katalog erfassten Dokumente schon rege bestellt. Die Zettelkataloge waren selbst lokalen Benutzern aus dem Blickfeld geraten, während sich jetzt jeder via Web über unsere Altbestände informieren kann. Dies ist umso wichtiger, als viele der Dokumente exklusiv nur im SWA vorhanden sind. Im Anschluss an diese Rekatalogisierung sind einige weitere Projekte notwendig, die im nächsten Jahr genauer zu definieren sein werden. Es handelt sich dabei um die Rekatalogisierung des Periodika-Katalogs (vor 1982 abgeschlossene Zeitschriften), die Bereinigung unvollständiger Signaturen bei den rekatalogisierten Medien und die Bewertung der Biographiendossiers. Letztere ist 2006 an einem kleineren Teilbestand bereits durchgespielt worden. Ein neues Konzept für die Sammlung und den Bestandesaufbau im Bereich Biographien liegt in den Grundzügen vor. Projekt Pressedatenbank Im Auftrag des SWA und des Schweizerischen Sozialarchivs hat die Firma Trialog AG ein Gutachten zur Zukunft der Presseausschnittsammlungen in den beiden Institutionen erstellt. Es ging darum, eine Strategie und Lösungen zu entwickeln, wie die Pressearchive in Zukunft digital angeboten werden könnten. Im SWA werden drei von zehn skizzierten 16

17 Lösungen noch weiter abgeklärt: Die Nutzung einer externen Volltextdatenbank, die Auslagerung der Informationsbeschaffung, -selektion, -bearbeitung und -speicherung (externes Presseclipping), die Nutzung eines internationalen Hosts. Der definitive Entscheid fällt Projekt archeco (www.archeco.info) Seit einigen Jahren arbeitet das SWA zusammen mit dem VSA (Verein Schweizerischer Archivarinnen und Archivare) an der Erstellung von archeco, dem Webverzeichnis der Wirtschaftsbestände in öffentlichen und privaten Archiven der Schweiz. Ziel des Projekts ist es, einen Überblick über alle in der Schweiz noch erhaltenen Firmen- und Verbandsarchive zu schaffen. Bislang verzeichnet archeco vor allem Unternehmensarchive und andere Bestände der privaten Wirtschaft, die sich in öffentlichen Archiven befinden. Zurzeit läuft die zweite Etappe, in welcher der Schwerpunkt auf Archiven liegt, die von Privatunternehmen und Verbänden selbst geführt werden. An der Teilnahme interessierte Organisationen finden einen Projektbeschrieb und die Kontaktadresse auf der Website von archeco. Mit rund 13'000 Zugriffen auf die Startseiten (deutsch, französisch, englisch zusammen) und über 500'000 aufgerufenen Einzelseiten pro Jahr wird das Verzeichnis sehr gut genutzt. Am 21. April 2006 hat Johanna Gisler archeco an der internationalen Archivtagung der Université catholique de Louvain (Belgien) zum Thema «Archives d'entreprises, entre gestion patrimoniale et veille technologique» vorgestellt. Besonders interessiert hat die Teilnehmer, dass das Projekt archeco als Gemeinschaftswerk aller Archive in der Schweiz zustande gekommen ist und dass mit relativ geringem Ressourceneinsatz ein gutes Arbeitsinstrument für die Wissenschaft geschaffen werden konnte. 17

18 Die Tätigkeit des SWA 2006 Benutzung Die Nachfrage nach den Dienstleistungen der WWZ-Bibliothek und des SWA war wiederum erfreulich hoch. Ausleihen wurden 53'962 getätigt (2005: 52'038). Die Nutzung von Beständen des SWA hat sich mit einem Anteil von rund 35% an der Gesamtausleihe gegenüber dem Vorjahr merklich erhöht (2005: 30%). Dies ist eine Folge der Rekatalogisierung: Seit die Altbestände des SWA im Online-Katalog zu finden sind, werden sie viel häufiger ausgeliehen. Pro Öffnungstag werden über hundert Personen bedient. Die virtuellen Dossiers in der Sachdokumentation sind von den Benutzern gut aufgenommen worden. Die systematische Themenübersicht auf dem Web vereinfacht und beschleunigt den Informationszugriff. Die neue Dossierstruktur und die Konzentration auf das Wesentliche garantieren aktuelle und kompakte Informationsprodukte waren bereits 6'500 Zugriffen auf die Hauptseiten (Einführung, systematische Übersicht und Index) zu verzeichnen. Nach den empfindlichen Einschränkungen der letzten zwei Jahre, hat sich das Angebot an bibliographischen Datenbanken und elektronischen Zeitschriften ab Herbst 2006 wieder verbessert. Die Universitätsbibliothek konnte den 2004 sistierten Pauschalvertrag mit Elsevier neu aushandeln. Damit sind nun alle Zeitschriften des Verlages wieder im Rechnernetz der Universität zugänglich. Die WWZ-Bibliothek und das SWA haben Maßnahmen getroffen, um die bibliothekseigenen Angebote besser vor unberechtigter Nutzung zu schützen sowie die Sicherheit im Publikumsbereich zu erhöhen. Die Nutzung der Internetstationen ist nun passwortgeschützt und auf 30 Minuten beschränkt. Die CD-ROM und Datenbank-Stationen werden nur auf Anfrage hin freigegeben. Diese Massnahmen waren nötig, weil sich in den letzen zwei Jahren eine unerwünschte 18

19 Kundschaft von teilweise offensichtlich obdachlosen Internetnutzern etabliert hat, welche sowohl beim Personal als auch bei den Bibliotheksbenutzern zunehmend für Unsicherheitsgefühle und Verdruss sorgte. Dokumentation / Bibliothek Die Umsetzung der neuen virtuellen Sachdokumentation in die Praxis verläuft problemlos. Die neue Themenliste hat sich bewährt. Die Zuordnung der Medien zu den virtuellen Dokumentensammlungen ist nach kurzer Umstellungszeit Routine geworden. Die Einbindung der Fortsetzungen und Zeitschriften in die neuen Dossiers ist noch im Gang. Ebenso ist die rückwirkende Kontrolle und Komplettierung der Bestände noch nicht in allen Bereichen abgeschlossen. Die Materialauswahl und damit die inhaltliche Qualität der Dossiers wird laufend verbessert. In diesem Bereich stehen noch einige Feinkonzepte aus, z.b. die Kriterien für die Länderdossiers. Mit Fr. 692'800 haben sich die Literaturausgaben für die WWZ- Bibliothek und das SWA gegenüber dem Vorjahr etwas erhöht (2005: Fr. 636'100), die Ausgaben für das SWA allein betrugen Fr. 90'300 (2005: Fr. 98'500). Die Erwerbungssituation war im Jahr 2006 dennoch sehr angespannt. Einige teuere Zeitschriften-Abonnemente konnten nicht erneuert, und die Käufe von Monographien für die Freihandbibliothek mussten auf das Nötigste beschränkt werden. Angesichts der nach wie vor starken Zeitschriftenteuerung ist es nicht einfach, die Informationsversorgung, insbesondere das elektronische Angebot, auf dem heutigen Niveau weiterzuführen. Immerhin hat sich die Universität bereit erklärt, den Wegfall der Bundessubventionen für das Konsortium der Schweizer Hochschulbibliotheken zur Lizenzierung elektronischer Informationen in den nächsten Jahren zu kompensieren, so dass sich die Reduktion des Angebots an bibliographischen Datenbanken und elektronischen Zeitschriften in den nächsten Jahren nicht mehr fortsetzten sollte. Dies ist umso erfreulicher, als 19

20 seitens der Benutzer die Qualität der Bibliothek zunehmend an der Verfügbarkeit von elektronischen Medien gemessen wird. Seit der Einführung der virtuellen Sachdokumentation wendet das SWA für die Erwerbung von Dokumentationsmaterial eine neue Methode an. Es kontrolliert die Webseiten der Institutionen und Organisationen, von denen es prioritär Material sammelt (Wirtschaftsverbände, Behörden, Think Tanks, etc.), und bestellt anschliessend die für die Dossiers geeigneten Publikationen oder druckt diese aus. Bereits die Praxis, ausgedruckte Dokumente aus dem Internet in den Bestand einzugliedern, wirft urheberrechtliche Fragen auf. Die Problematik wird sich noch verschärfen, sobald das SWA Texte als digitale Objekte in die virtuellen Dokumentensammlungen einbindet. Die Frage wird zusammen mit einem spezialisierten Anwalt abgeklärt. Einigen Aufruhr hat ein überraschend angekündigtes Umzugsprojekt verursacht. Die Universität plant die Fakultät WWZ samt Informationszentrum (WWZ-Bibliothek und SWA) an einen neuen Standort in Bahnhofsnähe zu verlegen. Der definitive Entscheid steht noch aus. Privatarchive Die Abteilung Privatarchive hat 2006 drei neue Bestände übernommen: Akten der USEGO AG, Olten, (mit weiteren Unterlagen zur Waro und Pickpay), überreicht durch Rewe Schweiz AG, Volketswil. Die historischen Akten der Schweizerhall Chemie AG, Basel, überreicht durch die Schweizerhall Holding, Basel. Die historischen Akten der Schweizerischen Gesellschaft für Kieferorthopädie, Gümligen-Bern, überreicht durch den Berufsverband selber. 20

21 Bei den beiden Firmenarchiven handelt es sich um substanzielle Übernahmen. Beide Bestände stammen von bekannten und traditionsreichen Schweizer Firmen, sind recht umfangreich (47 bzw. 27 Laufmeter), decken einen grossen Teil des 20. Jahrhunderts ab und enthalten zentrale Akten wie VR-Protokolle, Unterlagen zu Übernahmekämpfen, etc. Künftige Forscher werden in diesen Archiven nicht nur Unterlagen zur Geschichte der jeweiligen Firma finden, sondern diese auch für unternehmens- und wirtschaftshistorische Fragestellungen allgemeiner Art auswerten können wird zum 100-jährigen Jubiläum der USEGO im Historischen Museum Olten eine Ausstellung stattfinden. Der Bestand muss deshalb schnell erschlossen werden. Die Finanzierung der Bearbeitungskosten hat der Ablieferer übernommen. Mitarbeiter der USEGO-Filiale in Gland VD (aus der Fotosammlung im USEGO-Archiv) Signatur: SWA PA

22 An Ergänzungslieferungen zu bestehenden Beständen eingegangen sind: Geschäftsunterlagen der Salubra AG, Basel/ Grenzach, überreicht durch Jan Frijling, Den Haag. In der Verzeichnung lag das Hauptgewicht der Arbeit auf der Suche nach einem elektronischen Erschliessungssystem für die Privatarchive. Im Moment steht das innerhalb von Aleph entwickelte Archivmodul im Vordergrund. Tests sind in Vorbereitung. Mit dem «Verband Schweizerischer Zollangestellter» hat die Abteilung zudem einen Kleinbestand verzeichnet. Ende 2006 enthielt die Abteilung Privatarchive 442 verzeichnete Bestände im Umfang von 17'651 Einheiten oder 1'807 Laufmetern. Die Anzahl der Benutzer (2005: 34, 2006: 25) sowie die der schriftlichen Anfragen (2005: 21, 2006: 23) hielten sich im Rahmen der Vorjahre. Die Anzahl konsultierter Dossiers lag 2006 bei rund 360 (2005: 250). Es zeigte sich auch dieses Jahr eine steigende Nachfrage nach digitalem Bildmaterial. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Im Jahre 2006 sind keine neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu unserem Team gestossen. Zwei Mitarbeiterinnen der Universitätsbibliothek und eine Praktikantin haben uns bei den beiden Rekatalogisierungsprojekten unterstützt, nämlich Ursula Guldimann, Annet Disler und Dunja Böcher. Zudem hat Ariane Schnepf während einiger Wochen am Eintrag des SWA ins Handbuch der historischen Buchbestände gearbeitet. Auf Ende des Jahres hat Ines Zeiner, die Informationsbibliothekarin, den Betrieb nach weniger als 2 1/2 Jahren Mitarbeit aus privaten Gründen wieder verlassen. Sie ist nun in Genf 22

23 Anfang 2007 verfügten die WWZ-Bibliothek und das SWA über 15 Stellen (14,3 reguläre Stellen und 0,7 von der Stiftung finanzierte Stellen). Oliver Ciprian hat seine Lehre als IuD-Assistent in der WWZ- Bibliothek und im SWA angetreten. Angela Paracchini hat sie abgeschlossen. Nadine Roth hat ihre Lehre leider abgebrochen. Delegationen: Johanna Gisler ist im Vorstand des Vereins Schweizerischer Archivarinnen und Archivare (VSA) tätig. Sie ist zudem Präsidentin der Arbeitsgruppe «Archive der privaten Wirtschaft» des VSA. 23

24 Öffentlichkeitsarbeit Das Schweizerische Wirtschaftsarchiv hat zusammen mit dem Verein Schweizerischer Archivarinnen und Archivare (VSA) ein Buch zum Thema Unternehmensarchive und Unternehmensgeschichte herausgegeben: Unternehmensarchive - ein Kulturgut? Beiträge zur Arbeitstagung Unternehmensarchive und Unternehmensgeschichte, Hg. Schweizerisches Wirtschaftsarchiv, Verein Schweizerischer Archivarinnen und Archivare, Baden Die Publikation thematisiert die Bedeutung der Unternehmensarchive für die historische Forschung und zeigt auf, welche Anstrengungen von Unternehmungen, öffentlichen Archiven sowie von privaten Gruppierungen gemacht werden, um Unternehmensarchive vor der Vernichtung zu bewahren und zugänglich zu machen. Sie will einen Beitrag zur Sensibilisierung für ein Kulturgut leisten und die Suche nach Lösungen zu dessen Schutz und Nutzung anregen. Über 80 bunt gemischte Gäste aus der ganzen Schweiz folgten der Einladung des SWA zur Buchvernissage am 12. September 2006, darunter Gönner der Stiftung zur Förderung des SWA, Dozierende der Ökonomie und Geschichte sowie Archivarinnen und Archivare insb. aus den Bereichen Unternehmensarchive und Records Management. Auf dem Programm standen u.a. zwei Referate zur Unternehmensgeschichte von Martin Huber, Präsident des Verwaltungsrates der Georg Fischer AG, und Prof. Youssef Cassis, Professor für Wirtschaftsgeschichte an der Universität Genf. In der Basler Zeitung, der Basellandschaftlichen Zeitung und im Info der Handelskammer beider Basel sind anschliessend längere Artikel über die Bedeutung der Unternehmensarchive für das nationale Gedächtnis der Schweiz erschienen. Referate und Artikel können auf der Webseite des SWA konsultiert werden (www.wirtschaftsarchiv.ch). Sowohl den Tagungsband als auch die Buchvernissage hat eine Gönnerin des SWA finanziert. Das SWA hat im Wintersemester 2006/07 für das historische Seminar der Universität Basel eine Lehrveranstaltung zum 24

25 Thema «Unternehmensgeschichte in der Praxis» durchgeführt. Im Verlauf von acht vierstündigen Blöcken wurde 22 Studierenden die Arbeit mit Archiven und Dokumentationen näher gebracht. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe «UB-Streifzüge», welche gezielt einzelne Bestände der Universitätsbibliothek thematisiert, hat Matthias Wiesmann am 28. Juni 2006 den Themenabend «Biographie eines Unternehmens. Nachforschungen im Schweizerischen Wirtschaftsarchiv» angeboten. Die kleinen Wechselausstellungen in der Vitrine neben der Ausleihtheke sind ein willkommener Blickfang für flanierende und wartende Benutzer. Mit den Themen Basler Lebens-Versicherungsgesellschaft, Absinth, Schweizerische Nordostbahngesellschaft, Schweizerische Landesausstellung Genf (1896), Chocolat Tobler, Auswanderung nach Südamerika und Briefköpfe von Unternehmen anfangs des 20. Jahrhunderts war das Spektrum auch dieses Jahr wieder sehr breit. Die Firmendokumentation des SWA hat für die Ausstellungen «Tanz um die Banane» im Alimentarium in Vevey, «Hans Finsler und die Fotokultur in der Schweiz» im Museum für Gestaltung Zürich sowie «Voll Fett. Alles über Gewicht» im Museum.BL, Liestal, Exponate beigesteuert. Frau Ariane Schnepf, eine von der Universitätsbibliothek finanzierte freie Mitarbeiterin, hat zusammen mit dem Fachreferat SWA und der Firmendokumentation einen Artikel über die Altbestände des SWA für das Handbuch der Historischen Buchbestände erarbeitet. 25

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