Theologie Ökumene, Spiritualität und Bibliodrama Jugendliche in Kirche und Gesellschaft

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1 0 Jahre Evangelische Jugendarbeit in Praxis und Theorie: Theologie Ökumene, Spiritualität und Bibliodrama Jugendliche in Kirche und Gesellschaft Computermedienpädagogik Pädagogik und Methoden

2 Liebe Leserin, lieber Leser, Hoffnung aus der Skepsis Josefstal lebt und hat als Kompetenzzentrum für evangelische Jugendarbeit eine neue, begründete Zukunftsperspektive. Mit dem Abschluss einer Grundvereinbarung hat sich die bayerische Landeskirche auch für nachhaltige Investitionen in die evangelische Jugendarbeit am Ort Josefstal entschlossen. Wir haben eine ökologisch optimierte Bauplanung begonnen, um voraussichtlich ab September 2003 unseren Gästen eine wesentlich verbesserte Tagungsstätte bieten zu können. Die Arbeit des pädagogisch-theologischen Teams wird auch künftig, neben Zuschüssen des Bundes für unser bundesweites Engagement als Konzeptionseinrichtung evangelischer Jugendarbeit, von der ELKB wesentlich mitfinanziert. Für all die über Jahre nötige und erhaltene Solidarität, die unseren Kampf ums Überleben zu diesem mutmachenden Ende geführt hat, sind wir Josefstaler sehr dankbar. Thematisch steht außerschulische Bildungsarbeit im Zentrum, etwa beim Symposion anlässlich 40 Jahre Josefstal, das wir im September feiern konnten. Jugendarbeit und Schule, elearning und interkulturelles Lernen, Erziehung zu Demokratie und Toleranz sind nur einige Facetten in dieser Arbeit und der Texte in diesem Bericht. Der Angriff auf das WTC und die Ergebnisse der PISA-Studie unterstreichen aus völlig verschiedener Richtung dramatisch deren Notwendigkeit: Ungerechte Strukturen, aber auch vorenthaltene Bildung sind ursächlich für Gewalt. Evangelische Jugendarbeit muss und kann zu ihrer Überwindung beitragen. Der Akzeptanz kirchlichen Handelns nützt das letztendlich allemal. B. Bürkel, Referentin für Schülerbesinnungstage-Arbeit im Team, macht seit September Josefstal für Schulklassen attraktiv; Ökologie im Tagungshaus gewinnt durch den FÖJ-Praktikanten. Nach einjähriger, belas- tender Vakanz ist unser neuer Wirtschafts- und Verwaltungsleiter Chr. Wrba ab 2002 tätig. Mechthild Bangert zieht zum Abschluss von elf Jahren Arbeit als Studienleiterin hier im Jahresbericht Bilanz. Wir haben unserer ersten Studienleiterin Entscheidendes zu verdanken und haben das bei ihrer Verabschiedung im November getan, verbunden mit Antwortversuchen auf die Frage, ob Frauen anders leiten eine Frage, an die bei Männern in kirchlichen Leitungsstellen keiner denkt. Projekt : Dieser Jahres- und Werkstattbericht ist so umfangreich wie der im Vorjahr aber anders: Auf acht Seiten Papier schaffen wir komprimiert Überblick über unsere Arbeit im Jahr Weitere 100 Seiten ausführliche Berichte und Texte aus der Studienwerkstatt stehen online abrufbereit. Die Links dazu finden Sie hier auf Papier und im Internet. Daraus entsteht im Lauf der Jahre ein neu konzipiertes Online-Archiv, multimedial, mit weiterführenden Links aus unserer Arbeit, für alle anstatt der bisherigen 500 Exklusiv-Empfänger. Wir hoffen auf Ihre Zustimmung zu unserem Innovationsversuch, mit dem wir in Kürze das Wichtigste umreißen, ausführlich das Interessante präsentieren und ökologisch das Machbare versuchen (Einsparung beim Papierverbrauch: mehr als 90 %)! Mit der Bitte um Ihre engagierte Begleitung unserer Arbeit grüßt Sie Ihr Wolfgang Schindler Ein Mouseklick auf dieses Symbol 001 bringt Sie direkt zum jeweiligen Text. Dessen Internetadresse lautet: ergänzt um die Nummer und die Endung.htm (z.b. also für diesen Text: Als ich am meinen Dienst in Josefstal antrat, ahnte ich nicht, dass es wenige Jahre später (wieder einmal) einen Existenzkampf um die Einrichtung geben sollte. Rückblickend wird mir sehr deutlich, wie viel Zeit in die damit verbundenen Aktivitäten geflossen ist. Die Vereinskonstruktion, die bewusst ein Gegenüber zur bayerischen Landeskirche konstituiert, aber auch Engagements auf der Bundesebene, bezuschusst über den Bundesjugendplan, festschreibt, hat von Gründung an Angriffsflächen geboten. Seit Ende 2001 zeichnet sich eine Zukunftsperspektive für die Arbeit in Josefstal ab, Josefstal ist als Lernort erst einmal gesichert. Einige Wahrnehmungen und inhaltliche Schwerpunkte möchte ich rückblickend auf die vergangenen elf Jahre skizzieren. In den 90er Jahren entwickelte sich das Studienzentrum mehr und mehr zu einem Fort- und Weiterbildungsinstitut. Der Bedarf an Fortbildung war insbesondere für BerufsanfängerInnen gestiegen. Bereits länger in der Jugendarbeit tätige MitarbeiterInnen suchten dringlicher nach Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Aufgabe des theologisch-pädagogischen Teams bestand und besteht zu etwa 50 % ihrer Arbeitszeit darin, bedarfsgerechte Angebote zu planen und durchzuführen. Die Aufwertung von Fortbildung von MitarbeiterInnen wird im Hinblick auf Personalentwicklung noch mehr Bedeutung gewinnen, wobei eine entscheidende Kernkompetenz der Zukunft Teamfähigkeit ist dies setzt Kommunikationsfähigkeit und Fachkompetenz voraus. Deshalb sind Angebote gefragt, die möglichst person- und themenbezogen gestaltet werden. Jugend und Religion Jugendarbeit und Schule TZI als Haltung und Methode: Themen, die u.a. die Konzeptions- und Methodendiskussion in evangelischer

3 Rückblick auf elf Jahre im Studienzentrum Josefstal Jugendarbeit bewegten und die mich besonders beschäftigten, seien benannt: Hier fanden viele interessante Fachtagungen und Konsultationen statt, deren Ergebnisse wiederum in die Fortbildungsarbeit einflossen. Religion hat für viele Menschen Bedeutung, Kirche als Institution ist nicht gefragt. Es wird darauf ankommen, Räume anzubieten, in denen Menschen ihre Religiosität leben können und dort GesprächspartnerInnen zu Themen christlichen Glaubens finden. Unabdingbar steht die Beantwortung der Frage an: Welche Kirche wollen bzw. brauchen wir in Zukunft? Die Rolle der PfarrerInnen im Gesamtkonzert der kirchlichen Mitarbeiterschaft ist zu klären, ebenso der Stellenwert der Parochie im Gegenüber zu übergemeindlichen Diensten. Das Kirchen- bzw. Amtsverständnis muss neu in den Blick genommen werden, gerade auch im Hinblick auf den ökumenischen Dialog. Immer drängender stellt sich die Frage nach der gesellschaftlichen Relevanz kirchlichen Handelns. Damit hängt die Klärung dessen zusammen, was das spezifisch evangelische Profil im Angebot der vielen ausmacht. Josefstal als Nagelkreuzzentrum war mir sehr wichtig: Damit ist die Tätigkeit an diesem Ort in die weltweite Ökumene und Versöhnungsarbeit eingebunden. Über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, andere Blickwinkel kennen zu lernen und evtl. einzuüben, gehört zum Grundverständnis des Studienzentrums von seiner Gründung an dazu. Wahrnehmungen Entwicklungen Schlussfolgerungen aus der inhaltlichen Arbeit Die Bedeutung der neuen Medien nimmt weiterhin zu und wirkt gerade im Hinblick auf die junge Generation prägend. Öffentlichkeitsarbeit und Selbstdarstellung im Sinne von sich erkennbar und wahrnehmbar machen tritt immer mehr in den Vordergrund. Diesem Bereich muss eine hohe Priorität beigemessen werden auch in der Jugendarbeit. Die Tatsache, dass evangelische Jugendarbeit sich auch als Verbandsarbeit versteht, gerät immer mehr aus dem Blick. Es ist dringend zu klären, welche Konsequenzen dies für das Selbstverständnis von evangelischer Jugendarbeit hat. Ehrenamtliches Engagement wird unter anderen Vorzeichen auf dem Hintergrund kleiner werdender finanzieller Ressourcen der Kirchen wieder ein größeres Gewicht erhalten. Von daher ist es notwendig, das Verhältnis von Hauptberuflichen und Ehrenamtlichen neu zu bestimmen. Hoffnung aus der Skepsis diese Formulierung von Gadarvsky brachte Christof Bäumler im Ringen um eine Zukunftsperspektive immer wieder ein, sie wurde fast so etwas wie ein Motto: Kaum begann sich das Studienzentrum von der Sanierungsfinanzierung Ende 1980 etwas zu erholen, wurde eine Wirtschaftlichkeitsprüfung durchgeführt, deren Ergebnisse recht hohe Wellen schlugen. Konsequenzen daraus wurden im Zusammenhang des Projektes Häuser zum Lernen gestoppt, allerdings kam es dann ab März 1998 zur endgültigen Auseinandersetzung mit der bayerischen Landeskirche. Diese Diskussionen erhielten im Jahre 2000 nochmals eine ungeheuere Dynamik durch ein Baugutachten und eine Betriebsanalyse. Immer wieder wurde spürbar, dass das Studienzentrum zu einem Dauerspagat genötigt ist: Es ist einerseits bundesweit tätig, andererseits vor allem eng auf die baye- rische Landeskirche bezogen. Es ist anspruchsvolles Tagungshaus und gleichzeitig preisgünstige Unterkunft für Jugendliche und Gemeindegruppen. Es wendet sich überwiegend an Hauptberufliche und muss gleichzeitig die Belange der Ehrenamtlichen im Blick behalten. Es steht in der Tradition des Spagats von Jugendverbandsarbeit und Gemeindejugendarbeit. Es ist bestens geeignet zum Auftanken, gleichzeitig sind immer mehr Menschen nur für immer kürzere Zeitspannen bereit, sich aus ihrem Berufsalltag auszuklinken. Es ist eines der wenigen Häuser mit dem eindeutigen Schwerpunkt evangelische Jugendarbeit und muss doch bei seinen Angeboten über Jugendarbeit hinaus attraktiv sein. Das Motto der 40-Jahr-Feier Zwischen allen Stühlen versuchte, diesen Aspekt der Geschichte und Gegenwart humorvoll aufzunehmen. Vielleicht ist es tatsächlich so, dass die Wahl eines Stuhles, wenn er denn überhaupt angemessen wäre, in gewisser Weise das Ende des Studienzentrums mit seinem unverwechselbaren Profil und Selbstverständnis bedeutete Entscheidend waren für das Gelingen der Arbeit immer wieder einzelne Personen oder auch der Kontakt zu befreundeten Einrichtungen. Gerne erinnere ich mich an viele bereichernde Gespräche und Begegnungen. Allen, die meinen Weg während der elf Jahre Jugendarbeit in Josefstal begleitet haben, sei an dieser Stelle sehr, sehr herzlich gedankt. Mechthild Bangert Elf Jahre in vier Spalten Text? Der ganze Rückblick steht online hier: 002

4 Studien-Werkstatt Josefstal Leiten rauen anders? M. Bangert war die erste Studienleiterin Josefstals Anlass zu einem Diskurs über geschlechtsspezifische Leitungsstile zu ihrem Abschied: Marianne Pflüger, ehemalige Dozentin und Pfarrvikarin, erinnerte an Zeiten, als Frauen in Leitungsfunktionen innerhalb der Kirche sehr selten waren heute ist ihr %-Anteil dort noch immer im einstelligen Bereich. Dr. Johanna Beyer 010 sah spezifische Unterschiede: während sich der Leitungsstil von Männern eher nach dem Konfliktmodell orientiere, bauten Frauen auf Konsensstrategien, auf De-Eskalation und Kommunikation. Auf diese Fähigkeit der beharrlichen Frauen hatte M. Bangert bereits 1991 bei ihrer Einführung in Josefstal aufmerksam gemacht. Wolfgang Schindler 010 betonte, Leitung müsse kompetent sein, egal, ob männlich oder weiblich. Weitere Beiträge, u.a. von K. Foitzik und Rudolf W. Koch, sorgten für eine lebendige Diskussion. Statt Angst: Respekt Interkulturelles Lernen hat mit dem 11. September 2001 eine ungeahnte Brisanz bekommen. Wie aber das Thema in Jugendarbeit oder Schule aufgreifen? Ein Thema, das beladen ist von Vorurteilen, Misstrauen, Ängsten, Halbwissen, Vermutungen. Wichtig ist es, Ängste ernst zu nehmen, sie aber gleichzeitig zu hinterfragen und zu motivieren, sich genauer mit dem Thema zu beschäftigen, sich für Dialoge mit Muslimen zu öffnen. So kann aus Halbwissen Wissen werden, aus Vor-Urteilen Urteile. Nur so können Verständnis für die fremde Religion geweckt und Wege zu einem konstruktiven Miteinander aufgezeigt werden. Als Kursfeedback formulierte ein Kursteilnehmer sein Ergebnis: Die Angst vor dem Islam ist gewichen und wurde zu Respekt. Ausführlich dazu Chr. Tröger: 013. elearning virtuell Virtuelle Seminare haben in der Weiterbildung Konjunktur. Doch folgen viele einem individualistischen Modell des Lernens. Menschliche Beziehungen oder gar Gruppendynamik spielen eine sehr geringe Rolle mit dramatischen Einbrüchen in der Beteiligung. Denn für tiefer gehendes Verstehen und die Motivation zu lernen ist Austausch in der Gruppe von zentraler Bedeutung. Diese Einsicht prägt die Didaktik in Josefstal auch in den ersten virtuellen Seminarangeboten. Mit der Lernumgebung Kokon wurde 2000 noch didaktisch geforscht, netzspezifische Methoden wurden entwickelt, die erstaunliche Erfahrungen in der Online- Arbeit ermöglichten: Herzhaftes Lachen ist ja ansteckend und dies gilt uneingeschränkt auch für die computergestützte Kommunikation, die phasenweise sogar aufregend war. Trotz räumlicher Distanz gelang es, einen verbindlichen und dauerhaften Kontakt zueinander aufzubauen, animierende gemeinsame Erfahrungen im Internet zu machen, das zu einem selbstverständlichen Teil des Alltags wurde. Seit Mac*_online ist elearning in Josefstal ein Regelangebot; Dr. R. Bader stellt Wirkungsfaktoren und Bedingungen ausführlich dar: 014. Schülerbesinnungstage Damit Jugendliche mit Schule zur Besinnung kommen können, bietet das Studienzentrum Besinnungstage für Schulen im südbayerischen Raum an. Fernab des 45-Minuten-Taktes, in einer Atmosphäre von Freiheit, Partizipation, Zutrauen und Annahme kann die Klassengemeinschaft neu erlebt und reflektiert werden. B. Bürkel koordiniert dieses ökumenische Angebot der EJB für Jugendliche und Schulklassen aller Schularten. Für interessierte Lehrkräfte und MitarbeiterInnen der EJB besteht das Angebot der Unterstützung, von der Vorbereitung bis zur Durchführung 012. Zwischen allen Stühlen Wie sieht Bildung in Kirche und Gesellschaft aus, mit der junge Menschen Zukunft haben? Was kann kirchliche Jugend(bildungs)arbeit dazu leisten? Ist ihr Platz nicht notwendigerweise zwischen allen Stühlen, auch wenn das unbequem ist? Antworten, meist fragmentarisch, formulierten beim Symposion TheoretikerInnen und PraktikerInnen: Jugendarbeit dürfe nicht auf Ausbildung hin funktionalisiert werden, Rahmenbedingungen für Selbstbildungsprozesse seien nötig, Orte für existenzielle Erfahrungen und gelebten Glauben. Bildungsprozesse gingen notwendig einher mit Grenzüberschreitungen und einem immer wieder neuen Selbstvergewisserungsprozess der eigenen Ziele und Visionen. M. Bangert beschreibt Kernpunkte des Symposions, B. Müller die Ergebnisse der Arbeitsgruppen: 011.

5 Jugendliche in Kirche und Gesellschaft Mehrere Fachtagungen und Konsultationen stellten sich aktuellen Fragen: Tat-Ort Gottesdienst brachte hauptberufliche MitarbeiterInnen unterschiedlicher Berufsgruppen und Ehrenamtliche zu notwendig erscheinenden Veränderungen im Gottesdienst miteinander ins Gespräch. Prof. Dr. Günter Ruddat begleitete die Tage sehr kompetent und anregend, die Josefstaler Anstöße zum Gottesdienst 301 sind ein konkretes Ergebnis. Die Lebenswelt Großstadt nahmen zwei bundesweite ökumenische Fachtagungen auf: Kirchliche Jugendarbeit in der Großstadt 302 und Jugendkirchen eine Antwort auf starre kirchliche Strukturen 307. Zu beiden Fachtagungen sind ausführliche (Print-)Dokumentationen erhältlich. Hauptberufliche in der Jugendarbeit und LehrerInnen, zu einem für beide relevanten Thema eingeladen, dachten miteinander über engere Kooperation nach: Jugendarbeit und Schule: Wie wirklich ist die Wirklichkeit? 303. Prof. Dr. Franz-Josef Röll machte deutlich, dass sich die Wahrnehmung von Kindern und Jugendlichen verändert und pädagogisches Handeln dies berücksichtigen muss. Eine bundesweite Konsultation Schule Jugend Kirche 308 im Burckhardthaus Gelnhausen stellte die zentrale Frage, wie kirchliches Handeln künftig die sozialräumliche Dimension stärker berücksichtigen kann. Wie in jedem Jahr wurde zum Thema Jugendliche begleiten: Konfirmanden- und Jugendarbeit in Kooperation 305 wieder ein Seminar in Kooperation mit dem RPZ durchgeführt. Zwischen allen Stühlen im Josefstaler Symposion zu Zukunftsfragen evangelischer Jugendarbeit 011 ging es in einem bundesweiten, hochkarätigen TeilnehmerInnenkreis grundsätzlich um Bildung in Kirche und Gesellschaft. Fliegen im Hachelbach? 304: Jugendliche und Erwachsene untersuchten unter Leitung des Biologen W. Kretschmer die ökologische Qualität im umstrittenen Hachelbach, direkt vor dem Studienzentrum; Ergebnis: unverändert hervorragend klar. Ökumene & Spiritualität Der traditionelle ökumenische Studienkurs 203 oder das ökumenische International Youth Festival (IYF) 202 wären ohne Spiritualität nicht denkbar. Als Nagelkreuzzentrum sind wir der ökumenischen, interreligiösen und Versöhnungsarbeit verpflichtet, die konkrete Begegnung mit Menschen aus fremden Ländern, Kirchen und Kulturen braucht. Lebendige Begegnung statt Papier-Ökumene ist hier das Motto und so stand neben dem Thema Gerechtigkeit heute, zwischen Anspruch und Wirklichkeit vor allem die Begegnung im Vordergrund. Spiritualität braucht Kompetenz. Im Bibeltheaterkurs Und sie machten sich auf den Weg 204 begaben sich die Teilnehmenden spielerisch in einen Bibeltext und entwarfen szenisches Material zu seiner Inszenierung. Die Schritte wurden unter Leitung von G. Bruhns und J. Blum praxisbezogen reflektiert. Bibliodrama, vom Psychodrama abgeleitet, ist ein anderer methodischer Zugang; beide Formen werden seit Jahren im Studienzentrum angeboten. Drei Kurse wurden 2001 angeboten 201, 205, 206, um sich intensiv mit Methoden und Techniken des Bibliodramas vertraut zu machen. Das Weiterbildungsprogramm schloss mit Colloquium ab: Vier unterschiedliche Persönlichkeiten, deren Leitungsverhalten man sich gern anvertrauen kann, und deren vier Arbeiten, die in ihrer Differenzierung zur Weiterentwicklung von Bibliodrama beitragen., lobte Ursula Runschke. Theologie Theologie für kirchliche MitarbeiterInnen : Die vier Kursteile, die sich vor allem an sozialwissenschaftlich Ausgebildete wenden, stoßen auf immer größeres Interesse. Sie vermitteln theologische Grundkenntnisse und wollen zu theologischem Denken und Argumentieren befähigen. Kursteil Gemeinschaft der Heiligen und Kirche als Institution 101: Hier ging es um das Selbstverständnis von Kirche, damit verbunden aber auch um eine je eigene Positionsbestimmung innerhalb dieser Kirche. Gerade weil der Kursteil Von der Schöpfung bis zur Apokalypse 104 mit seinem bibelkundlichen Schwerpunkt nicht besonders spektakulär wirkt, war das große Interesse der TeilnehmerInnen für die Kursleitung eine ermutigende Erfahrung. Besonders Hauptberufliche in der offenen Jugendarbeit oder Ausländerarbeit begrüßen das regelmäßige Angebot des Islamkurses sehr; in 2001 wurde daher ein Aufbaukurs 102 durchgeführt. Ein Highlight war der Kurs,Du sollst ein Segen sein Wirkungen des Segens und Segnens 103 nicht nur, weil Prof. Dr. Fulbert Steffensky zwei Tage lang als Referent und Gesprächpartner zur Verfügung stand, sondern auch, weil die Kursgruppe sich gegenseitig zum Segen wurde.

6 Pädagogik & Methoden MitarbeiterInnen der Jugendarbeit brauchen Professionalität und Profil. DienstanfängerInnen fanden in der Fortbildung in den ersten Berufsjahren (FEB) 501, 502 Raum und Anregungen, sich mit dem eigenen Berufsbild und ihrer professionellen Rolle auseinander zu setzen. Professionalität braucht methodische Kompetenz. Deshalb sind Kurse, in denen Methoden vorgestellt und deren praktische Einsetzbarkeit erarbeitet werden, gefragt, etwa Themenzentrierte Interaktion in der Jugendarbeit (TZI) 506. Um Erziehung zu Demokratie und Toleranz, um Konfliktlösungsmodelle ging es bei Bezavta = Miteinander 507, ebenso wie beim TZI-Kurs Konfliktbewältigung und Spiritualität 505. Der SozialpädagogInnentag 2001 eignete sich Medienkompetenz zur aktiven Nutzung des Internets an, erprobte Varianten virtueller Kommunikation 504. Um die eigene Professionalität weiterzuentwickeln, braucht es Begleitung. Mit welchen methodischen Ansätzen dies geschehen kann, erörterte die IGSV-Fachtagung Coaching, Konfliktberatung oder doch Supervision? 503. Im Netz aktiv werden: Diese Zielsetzung beschäftigte Mitarbeiter aus Berlin ebenso wie die Pädagoginnen im Münchner Projekt up2net bei ihren Seminaren im Studienzentrum. Das geht nicht ohne Grundlagenkennt- Computermedienpädagogik nisse, die Josefstal als ganzheitliches Konzept anbietet: Computermedienpädagogik, 1995 aus der Arbeit am MaC*-Konzept entwickelt, ist als Fachbegriff für medienpädagogisch reflektiertes Handeln mit Menschen am Computer gebräuchlich geworden. Qualitätskriterien, die den Begriff und das pädagogische Konzept präzisieren, wurden nun von der jährlich in Josefstal stattfindenden Expertentagung Didaktik der Computermedienpädagogik erarbeitet. Ebenso diente die Tagung Bildung und Multimedia der GMK-Fachgruppe in Josefstal der bundesweiten Diskussion des Konzeptes. Mit Schwerpunkt auf medienpraktischen Kompetenzerwerb wurde die Seminarreihe MaC*-eTrain in drei gut besuchten Kursteilen durchgeführt, das Weiterbildungsprogramm zur zertifizierten ComputermedienpädagogIn MaC*plus strapazierte und begeisterte die geschlossene Kursgruppe mit zwei Offline- und einem Online-Kursteil sowie der Planung medienpädagogischer Praxisprojekte, die zum Abschluss dieses 5. MaC*_plus- Programmes im November 2002 vorgestellt werden. Projekte & Engagements Neben Seminaren des Studienzentrums ist das Team in vielfältigen Projekten und im Bereich von Studien- und Konzeptionsarbeit engagiert. Sichtungen von Fachliteratur und Ergänzung unserer Bibliothek sowie eigene Veröffentlichungen 611, z.b. der Band Bildung in virtuellen Welten, gehören ebenso dazu wie Projektbegleitungen, etwa bei der Modellhaften Umsetzung der Erklärung für eine kinder- und jugendfreundliche Kirche 602 oder das Jugendzentrums-Netzprojekt up2net 603. Projektbegleitungen fördern den Diskurs zwischen Theorie und Praxis eine Kernaufgabe unserer Arbeit. Dies ist auch das Ziel bei der Mitarbeit in Gremien und Arbeitskreisen, vor Ort, auf Bundesund Landesebene 612. Referate gehalten bei Symposien, in Kirchenvorständen oder Jugendverbandsgremien, Tagungs- und Seminarbegleitung ergänzen dieses Engagement des pädagogisch-theologischen Teams, z.b. zu Themen wie Marketing in der Jugendarbeit oder Räume in der Stadt 610. Der Kontakt zur AG Jugendarbeit in der Stadt der Stadtjugendpfarrämter hat sich intensiviert, insbesondere auch deshalb, weil das Studienzentrum in Zukunft Konzeptionsfragen zur Lebenswelt Großstadt in Tagungen und Seminaren aufnehmen will (Fachtagungen 302 und 307). Gemeinsam mit dem Amt für evangelische Jugendarbeit in Nürnberg (AfJ), dem Jugendhaus Neukirchen und Pappenheim wurden Überlegungen zu einer landesweiten Konzeption für Schülerbesinnungstagearbeit in Verbindung mit evangelischer Jugendarbeit angestellt und Vereinbarungen getroffen. Ein konkretes Ergebnis ist die Mitarbeit von Brigitte Bürkel im Studienzentrum 012. Auch in landeskirchliche Diskussionszusammenhänge war das Studienzentrum einbezogen, etwa zum Thema Handlungsfeldkonzept oder Teilhandlungsfeldkonferenz Fortbildung : Dort vertritt W. Schindler die Belange von Supervision als geschäftsführendes Sprecherratsmitglied der IGSV. Das Projekt Häuser zum Lernen wurde zum Abschluss geführt. Wegweisendes, von 1961 bis 2001, haben wir unter Monat für Monat bis zum Jubiläum veröffentlicht; die Online-Besucherzahlen stiegen spürbar. Bauernzaun, Kompostwirtschaft und Teichpflege waren u.a. sichtbare Ergebnisse der Arbeit im FÖJ. Michael Dinter hat die konzeptionellen Grundlagen dafür mitentwickelt 606.

7 Statistik Impressum Die ausführlichen Tabellen finden Sie hier: 701. Die Diagramme illustrieren: Das Jubiläumsjahr 2001 war ein erfolgreiches, auch im Lichte nüchterner Zahlen. Josefstal : DozentInnen, Kurse und TeilnehmerInnen TeilnehmerInnen nach Wohnorten Belegung der Tagungsstätte 2001 Unsere Gäste 2001 Von A wie Alleinerziehende Mütter und Väter, ein Elternseminar bis W wie WILL International, TZI-Kurs reicht die Liste der insgesamt 184 Gruppen und Veranstalter sowie Studienaufenthalte, die 2001 das Haus zwischen Berg und See aufgesucht haben. Die Liste: 702. Studienzentrum für evangelische Jugendarbeit in Josefstal e.v. Aurachstraße Schliersee-Josefstal Tel. ( ) URL: jahresbericht/2001/ Konzeption des Projektes : Wolfgang Schindler in Zusammenarbeit mit Christine Tröger und Brigitte Bürkel Text: W. Schindler, Chr. Tröger, B. Bürkel, M. Bangert Besuche ( visits ) unserer Website im Jahr 2001 Altersgruppen Gender-Verteilung 2001 MitarbeiterInnen 16 hauptberufliche 704 MitarbeiterInnen, davon drei im pädagogisch-theologischen Team, GastdozentInnen und 15 Mitglieder im 705 Kuratorium haben die hier berichtete Arbeit getragen. Die hier berichteten Zahlen waren nur mit ihrem Engagement und ihrer Sachkenntnis erreichbar; wir danken ihnen und uns ;-) Redaktion : Wolfgang Schindler Print-Layout: konzept 139, München Online-Layout: Offsetservice Bernd Hüller Druck: Vochezer, St. Georgen Wir danken dem Umweltpfarrer der ELKB für die Bezuschussung der Umstellungskosten.

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