(Paulus 1.Kor. 6,12; 10,23)

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1 Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles nützt. Alles ist mir erlaubt, aber ich soll mich von nichts überwältigen lassen... Alles ist erlaubt, aber nicht alles baut auf! (Paulus 1.Kor. 6,12; 10,23)

2 Wir können Kinder nicht erziehen, die machen uns eh alles nach. (K.Valentin)

3 Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen (nach: Glogauer,W.: Die neuen Medien verändern die Kindheit, 1995) Fernsehen beeinflußt das Leseverhalten, die Lesefähigkeit und die Lesebereitschaft nachhaltig. Lesen ist eine wesentliche Kulturtechnik; die Leseförderung ist die wichtigste medienerzieherische Maßnahme überhaupt.

4 Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen (nach: Glogauer,W.: Die neuen Medien verändern die Kindheit, 1995) Nach Angaben der National Coalition on Television Violence sieht das durchschnittliche amerikanische Kind bis zum achtzehnten Lebensjahr Gewaltakte allein im Fernsehen, davon sind Morde und Mordversuche.

5 Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen (nach: Glogauer,W.: Die neuen Medien verändern die Kindheit, 1995) Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinderund Jugendschutz e.v. fordert in ihrer 80-seitigen Broschüre zum Thema Medienpädagogik, daß die Vermittlung von Medienkompetenz zum alltäglichen Bestandteil elterlicher, schulischer und außerschulischer Erziehung werden muß.

6 Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen (nach: Glogauer,W.: Die neuen Medien verändern die Kindheit, 1995) Gezielte medienpädagogische Initiativen für die Fortbildung bestimmter Berufsgruppen wie Sozialpädagogen und Erzieher wären u.a. für Familien mit gravierenden Medienproblemen ein Gewinn.

7 Die neue Mediengeneration Konsumgewohnheiten von Jugendlichen (aus: Opaschowski, H.W.: Die multimediale Zukunft. BAT Hamburg, 1997) (Von je 100 Befragten im Alter von 14 bis 24 Jahren nennen als regelmäßige Freizeitbeschäftigung ( mindestens einmal in der Woche ): Videospiele machen Mit Computer beschäftigen Buch lesen Videofilm sehen Zeitung/Zeitschrift lesen Radio hören CD/MC/LP hören Fernsehen folien/jugendmedizin/medieng. 7

8 Inzwischen weiß es auch die Deutsche Bahn: Kinder sitzen in der Woche 17,5 Stunden vor dem Fernseher! ( Werbung an den Lokomotiven der Deutschen Bahn)

9 Regeln für das Fernsehverhalten zeitliche Grenzen setzen Computerspiele sind Fernsehzeit kein Essen beim Fernsehen - Ernährungsinformationen besprechen Fernsehplan für die Woche dabeisein ist vieles kennen der Filme, die das Kind sieht Werbung besprechen oder ausschalten Meinung bilden und aussprechen über Sendungen mit den Kindern hinterher das Gesehene besprechen folien/jugendmedizin/multimedia/s tier99

10 Multimedia als geheime Miterzieher Mehr Einfluß als Schule und Elternhaus? (Von je 100 Befragten stimmen der Auffassung zu: In Zukunft werden die elektronischen Medien die Kindeserziehung mehr beeinflussen als Schule und Elternhaus) (aus:opaschowski,h.w.: Die multimediale Zukunft. BAT Hamburg, 1997) Gesamtbevölkerung Alle Befragten Alter Jahre Jahre Jahre Jahre 65 Jahre und älter folien/jugendmedizin/multimedia/s tier99

11 Mit der J1 fit für 2000 Erfassung des Gesundheits- und psychosozialen Status Jugendlicher im Alter von Jahren im Großraum Stuttgart N = 1979, 50,9% männl., 49,1% weibl. Körpergewicht und TV-Konsum mind.2h Adipositas (BMI über 30kg/m2) Übergewicht (BMI über 25Kg/m2) weniger als 2h 0,0% 5,0% 10,0% 15,0% 20,0%

12 Medien, die verantwortungsbewußt mit Sexualität umgehen (übernommen aus: Strasburger,V.C.: Children, Adolescents, and the Media: Five Crucial Issues. Adolescent Medicine Vol.4/no.3,1993) betrachten Sexualität als gesunden und natürlichen Bestandteil des Lebens fördern Eltern-Kind Gespräche über Sexualität diskutieren oder zeigen die Konsequenzen ungeschützten Geschlechtsverkehrs zeigen, daß nicht zwangsläufig alle menschlichen Beziehungen mit Sex zu tun haben zeigen, daß der Gebrauch von Kontrazeptiva essentiell ist vermeiden die Verbindung zwischen Sexualität und Gewalt zeigen und respektieren die Möglichkeit des Nein-Sagens folien/jugendmedizin/multimedia/s tier99

13 Fünf wichtige Gedanken für Kinder über Fernsehen ( übernommen von: Davis,J.: Five important ideas to teach children about TV. Media & Values 59/60,1992 Du bist cleverer als alles, was Du im Fernsehen siehst Fernsehwelt ist keine reale Welt Fernsehen lehrt, daß es wichtige und unwichtige Menschen gibt Fernsehen wiederholt sich ständig immer ist jemand da, der vor allem Geld mit dem Fernsehen anderer verdienen will folien/jugendmedizin/multimedia/s tier99

14 Ziele der Medienerziehung durch Eltern, in Kindergärten und Grundschule: Sensibilisierung für Medien Vielseitige Mediennutzung Gemeinsame Medienanalyse Eigene Medienproduktion

15 Regeln für die Medienerziehung zu Hause Kindern alternative Freizeitmöglichkeiten bieten Kindern positive Verhaltensmodelle liefern Auf die Dauer des Medienkonsums achten Kindern genügend Zeit und Raum lassen, um Fernseherlebnisse zu verarbeiten Gemeinsame Auswahl treffen Gemeinsam mit Kindern fernsehen und auf ihre Signale achten Medienerlebnisse der Kinder zum Thema machen Darauf achten, wie Gewalt in Sendungen bewertet wird Darstellungen und Programme meiden, die Kinder massiv ängstigen und verunsichern können Bei angstauslösenden Inhalten ihren Kindern das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermitteln Auf Sendezeiten und Regelungen des Kinder- und Jugendschutzes achten

16 Welche sozialen Regeln und Wertvorstellungen sich das Kind aneignet, bestimmen wir mit unserem Vorbild.

17 Das Kind ist aktiv: Es entwickelt sich aus sich heraus Das Kind ist selektiv: Es sucht sich diejenigen Erfahrungen, die seinem gegenwärtigen Entwicklungsstand entsprechen. (Sandra Scarr)

18 Sprache kann das Kind nur im gemeinschaftlichen Erleben erwerben. Dabei geht es nicht darum, dass das Kind Sprache hört. Es muss die Sprache in einem unmittelbaren Zusammenhang mit Personen, Gegenständen und Handlungen erleben.

19 Im Alter von ein bis fünf Jahren verlangt das Kind viel Zuwendung, nicht nur in Form von Körperkontakt und sprachlichem Austausch. Gemeinsame Erfahrungen werden zu einer wichtigen Form der Zuwendung.

20 Die Differenzierung der Symbolfunktionen beansprucht die gesamte Entwicklungsspanne von etwa 15 Jahren....dass das Kind in seiner kognitiven Entwicklung die Evolution des menschlichen Denkens rekapituliert.

21 Das Kind kann Symbolfunktionen nur durch konkrete Erfahrungen SELBST erwerben.

22 Das Kind eignet sich die Verhaltensweisen, die sozialen Regeln und die Wertvorstellungen, die für seine Kultur maßgeblich sind, durch imitatives Lernen an.

23 Merkmale kindlichen Lernverhaltens: Angeborene (genuine) Neugier Entwicklungsspezifisches Lernen Aneignen von Fähigkeiten durch Einüben Selbstbestimmung und Eigenkontrolle

24 Selbstbestimmung und Eigenkontrolle sind sehr wesentlich für die Entwicklung von Lernstrategien und Selbstwertgefühl. HILF mir es selbst zu tu! (M. Montessori) Alles, was wir dem Kind beibringen, kann es nicht mehr lernen (J.Piaget).

25 Trotz der Vorliebe für die Medien- Vergnügen gehören für einen Großteil der Kinder die Aktivitäten Sich mit Freunden treffen oder Draußen-Spielen nach wie vor zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen.

26 Es ist nicht die Frage entscheidend, wie man die Kinder beispielsweise vom Fernseher wegbringen kann. Entscheidend ist vielmehr, wie wir insgesamt mit den Kindern umgehen!

27 Medien bewirken nicht Sprachlosigkeit an sich, wie oft angenommen wird. Herrscht Sprachlosigkeit in einer Familie grundsätzlich vor, dann können Medien Sprachlosigkeit verstärken, denn die Medien eignen sich bestens dafür, das mitunter unerträgliche Schweigen in Familien erträglicher zu machen.

28 Kinder rezipieren die Medien zum einen vor dem Hintergrund ihrer häuslichen Erfahrungen und häuslichen Umwelt, zum anderen entsprechend ihres jeweiligen Entwicklungsstandes.

29 DIE KINDER SIND AM COMPUTER UND DIE ELTERN MELDEN SICH AB. (Thomas Feibel)

30 Unsere Gesellschaft muss sich gefallen lassen, dass man sie im Hinblick darauf befragt, wie weit sie sich irgendwo in den Medien abbildet.

31 Diese CD-Rom, die ihr da in der Hand haltet welche Maschine wird in hundert Jahren noch in der Lage sein, sie zu entziffern? Ihr sprecht von diesem weltumspannenden Internet, als reichte es über das menschliche Gehirn hinaus. Aber der Mensch ist immer noch das Maß aller Dinge. (John Updike: Das Maß aller Dinge. Bill Gates im Gespräch mit Johannes Gutenberg)

32 In Deutschland gelten 4-40% aller Kinder im Vorschulalter als sprachauffällig, im Grundschulalter 0,7 30%. (H.M. Straßburg et al. : Entwicklungsstörungen bei Kindern. G.Fischer-Verlag, 1997)

33 Bei der jungen Generation lassen sich im Längsschnittvergleich nur bedingt verschlechterte Fitnesswerte feststellen. (mangelnde Vergleichbarkeit uneinheitliche Normwerte!) (Wie fit sind unsere Kinder PD Dr. phil. Theodor Stemper/Düsseldorf)

34 Wenn Kinder die Wahl haben zwischen Bildschirm und menschlichem Kontakt wird letzterer IMMER vorgezogen.

35 Sprachstörung /Sprachverlust = Sprachstörung in der Gesellschaft Mediengebrauch nur Ersatz. Gefahr der Verlagerung des Problems = Alibi Wird der Mediengebrauch gesenkt wird damit das Problem nicht beseitigt.

36 Medienpädagogik ist die Kunst, beim individuellen Kind zur individuellen Zeit das individuell richtige Medienangebot zu machen. Das bedeutet gleichzeitig, dass sich jede NORMIERUNG verbietet.

37 Medienerziehung beschäftigt sich mit uns, den Eltern, Erziehern, Lehrern, damit wir mehr Einsicht bekommen in die kindlichen Bedürfnisse und Entwicklung um damit bessere Entwicklungsbedingungen zu schaffen!

38 Keine strikten Altersvorgaben, keine strikten Zeitvorgaben, da sie etwas vorgeben, was u.u. so noch nicht oder schon lange nicht mehr gegeben ist. Gleichzeitig dienen sie als Alibi: Selbstreflexion wird verhindert, ebenso wie ständige Selbstkontrolle und Rechenschaft.

39 Begegnung mit dem Medienalltag in der Praxis Ist Fernsehen schädlich? Macht das Fernsehen/ Computer mein Kind nervös, konzentrationsgestört, gewalttätig oder sogar dumm? Zerstört Fernsehen die Kreativität und Phantasie? Vermittelt das Fernsehen eine falsche Wahrnehmung der Umwelt? Geht das Spiel verloren (verlorene Zeit zum kreativen Spiel) Kann zu viel Fernsehen süchtig machen? Beeinträchtigt Fernsehen die Kommunikation in der Familie nachteilig? Wird mein Kind durch Gewalt /Horror und Sexszenen im Fernsehen verdorben? Wird meine Erziehungsautorität durch das Fernsehen untergraben? Stehlen die Medien (meist gemeint das Fernsehen ) meinem Kind die Zeit? Medien was ist gut, was ist schlecht? Wann und wie viel darf mein Kind fernsehen?

40 Räumliche Platzierung von Medien Wo, in welchen Räumen stehen die Geräte? Sind die Geräte fest installiert? Wer hat Zugang zu den Geräten? Welche Regeln des Gebrauchs werden mit der Standortwahl verbunden (z.b. Verbindung mit Spielen oder Essen)? Welche Sitzordnung persönliche/individuelle Raumgrenzen? Welche Regeln bei der gemeinsamen Mediennutzung? Haben die Kinder/Jugendlichen einen eigenen Fernseher?

41 Auswahl des Programmangebotes / Wer entscheidet? Vater (Sehdauer der Familienmitglieder am längsten) Mutter (Sehdauer niedrig)

42 Medienumgang unter erschwerten Arbeitslosigkeit Bedingungen Alleinerziehende Eltern Ältere Menschen (Fernsehen bei der Oma!) Soziale und bildungsmäßige Chancenungleichheit

43 Die Auswirkungen von Mediengebrauch auf den Organismus Haltungsschäden Motorische Dystonie Elektrosmog Schädigung durch Lärm

44 Die Rolle der Medien bei: Nervosität Wahrnehmungsstörungen / Verhaltenstörungen / AD(H)S Kommunikationsstörungen Sprach- und Sprechstörungen Aggressionen

45 Medien als Chance Förderung von Hochbegabten Informationen über Krankheit etc (z.b. ) computerunterstützte Förderung auditiver Wahrnehmungsfunktionen computerunterstützte Trainingsverfahren in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Die Onlinemaus- eine Idee, die kranken Kindern hilft

46 Was gesehen wird und wie damit umgegangen wird ist von erheblich größerer Bedeutung als die Sehdauer! (Helga Theunert/1999)

47 Medien als Problem Mediensucht Psychische und physische Auswirkungen Übergewicht Gewalt Sexualität / Geschlechterrolle / Schönheitsideal Zigaretten und Alkohol Werbung

48 Werden die in der Lebenswelt vorgefundenen Orientierungen hingegen als zu dürftig angesehen, können die Medien das stärkere Gewicht bekommen. (Helga Theunert/1999)

49 Heranwachsende holen sich aus den Medien Orientierungen für ihren Alltag. Aber sie übernehmen die Medienvorgaben nicht blind. (Helga Theunert/1999)

50 Mediale Gewaltpräsentation: Je blutiger und je näher an der Wirklichkeit, desto mehr macht mediale Gewaltdarstellung zu schaffen. (Helga Theunert/1999)

51 Der kompetente Umgang mit Medien allerdings stellt sich nicht von selbst ein. Denn die Medien konfrontieren die heranwachsende Generation auch mit verwirrender und häufig mit schwer verkraftbarer Kost. (Helga Theunert/1999)

52 Medienwelten sind knallharte Marktwelten, für ethische Prinzipien ist hier kaum Raum. (Helga Theunert/1999)

53 Medienpädagogik: Kinder und Jugendliche unter Berücksichtigung ihrer Entwicklungsbedingungen, ihres lebensweltlichen Hintergrundes und ihres faktischen Medienverhaltens zu einem reflektierten und handelnden Umgang mit Medien und ihren Produkten zu befähigen, ist das erklärte Ziel. (Helga Theunert/1999)

54 Medial vermittelte Weltsichten, Menschenbilder und Normengefüge: Je weniger tragfähig die Werterhaltungen im realen Umfeld sind, desto größeres Gewicht können Medien erlangen. (Helga Theunert/1999)

55 Medial vermittelte Geschlechterbilder: Medienfrauen und Medienmänner sowie deren gegen- oder gleichgeschlechtliche Beziehungen sind im Prozeß des Heranwachsens ein wesentliches Material, das sich die Heranwachsenden zunutze machen suchen. Was das Fernsehen hier z.b. in dem von Kindern bevorzugten Format Serien zu bieten hat, ist für beide Geschlechter ein Trauerspiel und für eine wünschenswerte Sozialisation dringlich zu korrigieren. (Helga Theunert/1999)

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