Auswirkungen übermäßigen Medienkonsums auf Kinder und Jugendliche

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1 Auswirkungen übermäßigen Medienkonsums auf Kinder und Jugendliche schriftliche Fassung des Vortrags vom Inhaltsverzeichnis Worum geht es überhaupt?... 1 Leistungen in der Schule... 1 Powerpoint... 2 Gewalt im Fernsehen...2 Kinderprogramm...3 Gewalt im Fernsehen und Gewalt im realen Leben...3 Allgemeine Auswirkungen... 3 Internet...4 Gewaltcomputerspiele... 4 Höhere Auswirkungen... 4 Suchtgefahr...5 Fragebögen...6 Warum sich nichts ändert! Und was wir dagegen tun können... 6 Literaturtipps... 6 Worum geht es überhaupt? Zu Beginn soll einmal die Frage der Relevanz geklärt werden. Dafür hier einmal den durchschnittlichen Tag eines Kindes: An erster Stelle steht natürlich Schlafen mit 7 bis 8 Stunden täglich. Was an zweiter Stelle steht mag man zuerst gar nicht glauben: Bildschirmmedienkonsum! Ein durchschnittliches Kind schaut ungefähr 3,5 Stunden fern (DVD-Filme inklusive) und verbringt noch ca. 2 Stunden am Computer. 1 Damit nehmen die Bildschirmmedien 5,5 Stunden täglich ein. An dritter Stelle folgt die Schule mit 4 bis 4,5 Stunden. Jetzt werden/wirst Sie/du einwenden, dass kann doch gar nicht sein, mein Kind/ich verbringe mehr als 4,5 Stunden täglich in der Schule. An Schultagen ist dem so, die Zahlen beziehen sich aber auf den Mittelwert des ganzen Jahres inklusive Wochenende und Ferien. Dann erscheint auch die Zahl zu den Bildschirmmedien realistischer. Das Schlimme ist, dass Lernen immer stattfindet, denn es ist nichts anderes als die Spuren des Gebrauch des Gehirns. Unser Gehirn ist so gebaut, dass es sich Allgemeines viel besser merkt. Deshalb ist Vokabellernen auch so schwer! Weiterhin hängt der Lernerfolg mit der Menge an Emotionen währenddessen zusammen. Nun kommt ein Lehrer oder das Vokabelheft emotional nicht annähernd an die Hollywoodtricks heran. Was in Filmen etc. gesehen wird, wird folglich viel besser gelernt. Leistungen in der Schule Vorweg ist zu sagen, dass es darum geht, was man tut (dies gilt besonders für den Computer: z.b. zum Vokabeln lernen ist er ideal geeignet.) Die folgenden negativen Effekte kommen weniger durch die verschwendete Zeit, sondern durch den zu hohen Konsum von Bildschirmmedien selbst: 1 Die Quellen dieser Zahlen und fast aller weiteren sind im Buch Vorsicht Bildschirm! von Manfred Spitzer beschrieben. Siehe Literaturtipp 1.

2 Wer zu viel Bildschirmmedien konsumiert: lernt schlechter lesen ist weniger kreativ nimmt Dinge eher oberflächlich auf denkt weniger kritisch übernimmt Rollenstereotypen Besonders erschreckend ist dabei: Die Effekte treten bei weniger intelligenten Kindern stärker auf als bei schlauen! An dieser Stelle noch etwas zu Schulstress: Viele Schüler klagen über diesen. Stress ist eine hohe emotionale Beanspruchung/ Blutdruck bei geringer körperliche Aktivität. Durch Messung fand man heraus, dass dieser Zustand beim Fernsehen/Computerspielen auftritt, weniger in der Schule. Powerpoint Der Einsatz von Powerpoint in Schulen hat zu einer Verflachung der Inhalte geführt, denn das Problem ist die (unterbewusste) Einstellung: Statt Hier sind die Fakten und das was ich dazu denke sondern Schaut mal was ich diesem teuren Kästchen für tolle Tricks beigebracht habe.! Eine weitere Ursache der Verflachung ist es, dass man die meisten Zusammenhänge kaum auch 5 mal 4 Wörter zusammenquetschen kann. Schließlich muss der Vortrag erst einmal beginnen; ein Großteil der Stunde geht auf das Lösen von technischen Problem drauf. Gewalt im Fernsehen Mit der Einführung von kommerziellen Fernsehens begann ein Teufelskreis: Viele Menschen sehen gerne Gewalt, die Privaten senden sie. Damit die öffentlich-rechtlichen Sender ihren Marktanteil halten können und nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden müssen sie gleichziehen. Was dann passiert ist klar. Daraus ergibt sich, es ist (fast) egal, was gesehen wird, entscheidend ist wie viel ferngesehen wird. Zur Verdeutlichung Gewaltquoten einzelner Formate: fiktionale Unterhaltungssendungen: 93,6% beinhalten Gewalt, sie macht 6,2% der Zeit aus Kindersendungen: 89,4% beinhalten Gewalt, sie macht hier sogar 9,9% der Zeit aus! Nachrichten: 77,7% und 4,7% (Hier zeigt sich ein gefährlicher Trend ab. Gewalt wird zum Würzen langweiligen Inhalts benutzt!) 90% der von Kindern gesehen Gewalt wird von privaten Sendern ausgestrahlt. Ein weiteres neues Problem sind die Musikvideos. War Gewalt bei Musikantenstadel noch undenkbar, ist sie in Musikvideos alltäglich geworden. Hier verstärkt die sexuelle Erregung (zumindest älterer Kinder) das Lernen noch. Besonders erschreckend finde ich folgende Untersuchung: Bei ihr wurden die Konsequenzen für den Gewalttäter untersucht: in 26,2% gab es negative Konsequenzen; in 35,2% gab es neutrale oder gar keine; aber: in 12,9% der Fälle trug der Gewalttäter einen Vorteil daraus. (Zu den 100% Fehlende: nicht klassifizierbar) Kinderprogramm Was man nicht vergessen darf: Das meist genutzte Kinderprogramm ist das Erwachsenenprogramm. Nach 22 Uhr sehen noch Kinder in Deutschland fern, nach 23 Uhr noch , nach Mitternacht immerhin noch

3 Gewalt im Fernsehen und Gewalt im realen Leben Das Argument, die gesendete Gewalt sei realitätsfern, zählt nicht, da die Qualität des Programms in Realitätsnähe gemessen. Wenn ein Regisseur es nicht schafft, das Publikum zu fesseln, ist er schlecht. Wer Gewalt sieht wird selbst gewalttätig. Warum? Durch die andauernde Wiederholung lernt das Gehirn die Gewalt besonders gut. Auch Gewalt gegen sich selbst wird nachgemacht. Übrigens: Selbstmord nach der Lektüre von Goethes Werther ( Die Leiden des jungen Werther ) ist nicht selten. An dieser Stelle seien einfach einmal ein Paar Zahlen gegeben. Ein amerikanisches Kind (für deutsche Kinder gibt es keine Studie; das Konsumverhalten unsere Kinder gleicht sich mit ein paar Jahren Verzögerung an Amerika an) hat bis zum Abschluss der Highschool Stunden in der Schule verbracht Stunden vor dem Fernseher bis zum Abschluss der Grundschule: 4000 Morde Gewalttaten bis zum 18. Lebensjahr: Morde versuchte Morde im Fernsehen gesehen. Diese Zahlen sind wirklich unglaublich. Nur in 4% der Fälle werden gewaltlose Alternativen gezeigt. Die Gehirne lernen also: Gewalt gibt es sehr viel auf der Welt, sie löst Probleme und hierzu gibt es keine Alternative, sie tut nicht weh und wird nicht bestraft! Eine Fernsehdiät (weniger fernsehen) hilft weniger Gewalt im realen Leben auszuüben. Allgemeine Auswirkungen Anhand des Bildschirmmedienkonsums in der Kindheit kann man ziemlich gut voraussagen, ob ein Mensch mit 30 Übergewicht hat; ebenso den Cholesterinspiegel. Wer viel konsumiert hat negative Werte für beides und allgemein ist die körperliche Fitness schlechter und er wird eher Raucher. Das erstaunliche ist aber, dass man fast 20 Jahre vorher dies voraussagen kann. All dies sind Risikofaktoren für verfrühten Tod! Der Fernsehkonsum mit 5 Jahren bestimmt stark den Bildungsstand mit 30 Jahren. Fernsehen verbraucht weniger Kalorien als einfach nur auf der Couch liegen! 65% der Werbung an Kinder wirbt für Lebensmittel; von denen 100% ungesund sind. Ein häufig angeführtes Argument ist, dass wer nicht fernsieht, zum Außenseiter wird. Dem muss widersprochen werden, genau das Gegenteil ist der Fall. Man hat weniger Zeit für soziale Kontakte. Intensiver werden sie durch Fernsehen bestimmt nicht! Hier sieht man schon, dass Fernsehen ersetzt sinnvolle Aktivitäten wie z.b. ein Musikinstrument üben. Alle negativen Effekte sind hoher mit niedrigeren Alter der Kinder. Deshalb Finger weg von der Einstiegsdroge Teletubbies. Internet Kam das Internet zu schnell? Die Zeit bis ein Medium 50 Millionen Nutzer hat ist hier neunzehnmal kürzer als beim Telefon. War die Zeit für eine kritische Reflexion nicht vorhanden? Das Internet wird so zum Desaster.

4 Besonders stark ausgeprägt ist die geschlechtsabhängige Nutzung. Mädchen kommunizieren untereinander; Jungs ballern oder laden sich allerhand visoakustischen Unsinn herunter. Es schadet Jungs somit stärker. Was gemacht wird ist entscheidend. Gewaltcomputerspiele Gewaltdarstellung am Computern kamen erst auf als die Rechner schnell genug waren. Atari: Wir hatten die interne Regel, dass wir Gewalt gegenüber Menschen nicht zulassen würden. Es war o.k. einen Panzer in die Luft zu sprengen, aber es war untersagt Leute in die Luft zu sprengen. Nintendo: Erste Gewaltspiele (auch aus der Ich-Perspektive, s.g. Ego-Shooter) Sony Playstation: auf Grund ihrer enormen Rechenleistung die ersten realistischen Gewaltspiele. Im Milliardengeschäft sind umsatzmäßig gewalthaltige Computerspiele keine Ausnahme. Verbreitung von verbotenen Computerspiele unter Jungs: Jährige: 53% spielen verbotene Computerspiele Jährige: 67% Begründet liegen diese hohen Zahlen im Desinteresse vieler Erwachsenen Es wird schon nicht so schlimm sein! Erst nach Massakern wie in Erfurt beschäftigen sich die Erwachsenen auf breiterer Front damit. Das US-Militär lizensiert sie zur Anwerbung von Soldaten. Sie haben sogar ihr eigenes Spiel produziert (America's Army). Der Spieler ist ein Mitglied der US-Antiterroreinheit und muss Terroristen töten. Er steigt mit zunehmenden Erfolg militärisch auf. Die Besten werden dann gezielt vom US-Militär angeschrieben. Weil in dem Spiel kein Pixelblut zu sehen ist, ist es in den USA ab 12 Jahren freigegeben. Man kann das Problem dieser Spiele nicht abtuen, das gäbe es an Gymnasien nicht. Falsch! Höhere Auswirkungen Warum sind Gewaltcomputerspiele schlimmer als gewalthaltiges Film und Fernsehen? Gegenüber dem Fernsehen wird bei Spielen die Gewalt nicht nur passiv konsumiert sondern aktiv eingeübt. Besonders bei Ego-Shootern, hier kommt eine Identifikation mit der Spielfigur dazu. In Computerspiele wird häufig die komplette Handlung vom Planen über das Besorgen von Waffen bis zur Ausführung gezeigt. Dies geschieht im Fernsehen so gut wie nie. Es finden auch keine Pausen statt in denen der Spieler die Möglichkeit hat kritisch zu reflektieren, was er gerade getan hat. Er muss immer weiter schließen. Wiederholungseffekt! Fast immer steigt man in solchen Spielen mit erfolgreich angewandter Gewalt Level auf. Belohnungseffekt! Hier belohnt uns das Lernsystem unseres Gehirns. Lernziele von solchen Spielen: Gewalt, Verrohung und Geschmackslosigkeit. Kinder und Jugendliche sind besonders gefährdet, weil sie schneller lernen. Viel spielen = aggressive Spiele spielen = aggressive Spieler (auch wenn sie vorher nicht aggressiv waren). Das wiederum führt zu schlechteren Schulleistungen. Nebenbei entstehende körperliche Effekte: Schmerzen in Armen und Händen, Krämpfe; epileptische Anfälle durch Blinklicht (nur bei manchen Menschen). Desensibilisierung gegenüber Gewalt und AKTIVES EINÜBEN. Suchtgefahr Computerspielsucht tritt nur bei Online-Spielen auf. Einzelspielerspiele bergen kein Suchtgefahr! Woran erkenne ich eine Sucht?

5 Je mehr der folgenden Syntome zutreffen, desto eher ist man süchtig. Eine Diagnose könne aber nur Experten stellen: Craving (starkes Verlangen nach der Sache) Entzugserscheinungen Wenn man trotz Einschränkungen und negativen Konsequenzen weiter macht Erfolglose Abstinenzversuche Toleranzentwicklung (längere Spielzeiten) Emotionsregulative Aspekte (Nachhaltige emotionale Veränderungen) Spielzeiten (Durchschnitt): Vor der Schule Abhängigkeit 1,5 Stunden Missbrauch 0,26 Nicht abhängig/missbrauch 0,09 Nach der Schule Abhängigkeit 6,04 Missbrauch 4,11 Nichts 2,26 Am Wochenende Abhängigkeit 16,26 (beide Tage zusammen) Missbrauch 8,53 Längste Spielzeit am Stück: Abhängigkeit: 15,1 Stunden Missbrauch: 9,3 Regelmäßig: 7,0 Unregelmäßig: 4,1 Nichts 4,92 Folgen (Abhängigkeit/Missbrauch/Regelmäßige Nutzer(>1mal pro Woche)/ Gelegenheitsnutzer): Konzentrationsschwierigkeiten: 14%/32%/18%/15%/ Schulangst: 28%/12%/4%/4% Häufiges Schmerzempfinden: 36%/29%/15%/20% Warum machen Computerspiele süchtig? Märchenweltcharakter 24 h/d Verfügbar Realitätsflucht Monatliche Gebühr Druckkulisse Keine Pausierbarkeit Reale Mitspieler Soziales Netz

6 Unendlichkeit Strategische Elemente Stabile Parallelwelt Kognitive Stimulation Fragebögen Fragebögen zur (Selbst-)einschätzung finden Sie im Anhang Warum sich nichts ändert! Und was wir dagegen tun können Die Leute mögen Gewalt sehen (Tatort) höhere Einschaltquoten höhere Einnahmen durch Werbung Konkurrenz muss mitziehen. Klar, gewalthaltige Sendungen nicht mehr schauen und keinesfalls die Produkte der Werbung kaufen. Falschinformation der Öffentlichkeit: Auf erkenntnistheoretischer Ebene besteht unter den Wissenschaftlern weithin Einigkeit, dass es in Hinblick auf die mediale Welt keine direkten Wirkungen dieser auf die reale Welt gibt, egal ob die Inhalte gewaltorientiert sind oder nicht. Bundeszentrale für politische Bildung Leider sind auch viele Eltern diesem Thema gegenüber gleichgültig: Es wird ja nicht so schlimm sein! An dieser Stelle ein Appell an die Erwachsenen sich mit dem Thema zu beschäftigen; Wissen sie was das Spiel Duke Nukem ist? (Ein kommerzieller Erfolg, bei dem es darum geht, wehrlose, nackte Frauen die von der Decke hängen zu erschießen) Literaturtipps Vorsicht Bildschirm! Von Manfred Spitzer ISBN: Elektronische Medien, Gehirnentwicklung, Gesundheit und Gesellschaft. 'dtv-taschenbücher'. DTV Deutscher Taschenbuch; Juli kartoniert Seiten

7 Anhang: Fragebögen 2 Ab drei bejahrten Antworten wird eine Beratung empfohlen! 2 Quelle: 2009 Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

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