Einsatz von Computer und Internet in der pädagogischen Praxis. Use of computer and Internet in the educational practice.

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1 Einsatz von Computer und Internet in der pädagogischen Praxis Use of computer and Internet in the educational practice Christine Ketzer

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3 LEONARDO DA VINCI Community Vocational Training Action Programme B Procedure Second phase: PILOT PROJECTS ESTABLISHING AN EUROPEAN CENTRE FOR THE INTEGRATION OF INSTITUTIONALIZED CHILDREN EURO-CHILD-CENTRE "Einsatz von Computer und Internet in der pädagogischen Praxis" Christine Ketzer Soziale und Pädagogische Maßnahmen e.v. Pilot Project subsidised by the European Commission. The contents of this document engage no way the European Commission and the Leonardo da Vinci agency.

4 PROJEKTPARTNER / PARTNERS OF THE PROJECT Universiteit Antwerpen - UIA - Centrul voor taal and spraak - Belgia Soziale und Paedagogische Massnahmen - Germania Institut Régional du Travail Social de Lorraine - Franţa Tulossilta Ltd. - Finlanda Satakunta Polytechnic - Finlanda Economic Software Systems International Ltd (ESSI) - România Universitatea Bucuresti - România Societatea Română pentru Educatie Permanentă - România Universitatea Babes-Bolyai - Cluj - România Salvaţi Copiii România - Promotor

5 Inhalt Seite 4-15: Deutsch - Kurscurriculum für Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen. Einsatz von Computer und Internet in der pädagogischen Praxis Page 16-26: English - social workers courses Use of computer and Internet in the educational practice

6 Kurscurriculum für Sozialarbeiter Einsatz von Computer und Internet in der pädagogischen Praxis "Einsatz von Computer und Internet in der pädagogischen Praxis" Christine Ketzer Grundsätzliche Überlegungen Rahmen für die Fortbildung soll die Durchführung eines medienpädagogischen Projektes in der eigenen Einrichtung sein. Ziel der Fortbildung ist es, Kompetenzen zu vermitteln, die die TeilnehmerInnen befähigen, eigene medienpädagogische Projekte in der Einrichtung zu planen und durchzuführen. Dazu ist es nötig, eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Ressourcen durchzuführen und über das eigene Wissen und die vorhandene Hard- und Software in der Einrichtung zu reflektieren. Dies sollte zu Beginn der Fortbildung erfolgen, um zu ermitteln, welche (Wissens-) Lücken noch geschlossen werden sollen und was im Bereich Hard- und Software noch grundsätzlich zu ergänzen ist. Dabei erscheint es sinnvoll zu schauen, welche Kenntnisse im Rahmen eines Projektes notwendig sind und grundlegendes Wissen von weiterführendem Wissen zu unterscheiden. Das Curriculum sollte entsprechend dieser Kategorien und dem Kenntnisstand der TeilnehmerInnen entsprechend zusammengestellt werden. Zu diesem Zwecke sind die Themenblöcke des Konzeptes mit Hinweisen zu dem jeweiligen Wissens-Level markiert. So steht die Markierung "G" für grundlegendes Wissen und "W" für weiterführendes Wissen. Das Curriculum kann so individuell durch die DozentIn zusammengestellt werden und auf die Bedürfnisse der TeilnehmerInnen hin ausgerichtet werden. Die Markierung "G" sollte dabei auch als Grundlage betrachtet werden, die auf jeden Fall vermittelt werden sollte. Nachdem die Grundbedingungen geklärt sind, gilt es zu ermitteln, mit welchem Klientel man es in der Einrichtung zu tun hat. Welche Interessen haben die Kinder und Jugendlichen mit denen man arbeitet? Welche Interessen habe ich selber? Wie kann ich Kinder und Jugendliche schon in die Planung des Projektes integrieren? Die Fortbildung ist so angelegt, dass auf individuelle Wünsche der TeilnehmerInnen eingegangen werden kann und aufgeführte Module je nach Bedarf kombiniert werden können. 6

7 Kurscurriculum für Sozialarbeiter Einsatz von Computer und Internet in der pädagogischen Praxis Planung von medienpädagogischen Projekten -Rahmen- Ziel diese Themenblocks ist es, den TeilnehmerInnen Kompetenzen zur Planung eigener medienpädagogischer Projekte zu vermitteln und ein eigenes Projekt für die Einrichtung zu konzipieren. Dazu ist es grundlegend notwendig, eine Bestandsaufnahme zum medienpädagogischen Ist-Zustand der eigenen Einrichtung vorzunehmen und sich anhand von ausgegebenen Leitfragen ein Bild über die Möglichkeiten zur medienpädagogischen Arbeit zu bilden. Dabei sind Fragen von Bedeutung wie etwa Anzahl und technische Ausstattung der PCs in der Einrichtung, Nutzungsmöglichkeiten für die Kinder und Jugendlichen, Einstellungen des Trägers zum Thema Medienpädagogik, Ziele der Einrichtung und somit auch der medienpädagogischen Arbeit, Finanzierungsmöglichkeiten, Kooperationsmöglichkeiten. Auch die eigenen Kenntnisse im Bereich Computer und Internet müssen reflektiert werden und eventuelle Lücken erkannt werden. Kenntnisse müssen, je nach Bedarf, erworben werden um Projekte zu verwirklichen. Dabei sollen die TeilnehmerInnen mithilfe eines Fragebogens ihre eigenen Kenntnisse besser einschätzen lernen. Mit Hilfe der Dozentin kann dann eine Einordnung in die Kategorien "Grundlegendes-Wissen (G)" und "Weiterführendes-Wissen (F)" erfolgen, die es möglich macht das Curriculum möglichst genau an den Bedürfnisse der TeilnehmerInnen auszurichten. Wichtig bei der Planung ist auch die Zielgruppe, an die sich das Angebot wenden soll. In Kleingruppenarbeit oder alleine sollen die TeilnehmerInnen reflektieren, wer Zielgruppe eines potentiellen medienpädagogischen Projektes ist und welche Interessen diese Zielgruppe hat. Es ist wichtig heraus zu arbeiten, für wen man ein Angebot konzipieren möchte. Handelt es sich um eine feste Gruppe, die bereits zu einem bestimmten Thema arbeitet oder um "Laufkundschaft" der Einrichtung, die ich mit attraktiven Medienangeboten an die Einrichtung binden möchte? Nachdem geklärt ist, an wen sich das Angebot richten soll, kann diskutiert werden, wie es gelingen kann, die Jugendlichen in die Planung eines solchen Projektes einzubeziehen. Über Möglichkeiten der Partizipation der Jugendlichen soll diskutiert werden. Wie sind nun die Wünsche der Jugendlichen mit den Gegebenheiten in der 7

8 Kurscurriculum für Sozialarbeiter Einsatz von Computer und Internet in der pädagogischen Praxis Einrichtung, den eigenen Fähigkeiten und Wünschen und z.b. finanziellen Grenzen in Einklang zu bringen? Darüber soll in einer Gruppendiskussion beraten werden, in der die Teilnehmer exemplarisch ihre Situation in der Einrichtung vorstellen und gemeinsam mit den anderen Lösungsvorschläge erarbeitet werden. Auch bei geringen finanziellen Mitteln können Projekte durchgeführt werden. Möglichkeiten werden vorgestellt und diskutiert. Im Anschluss daran sollen Möglichkeiten des Austauschs und der Unterstützung vorgestellt und diskutiert werden. Dabei sollen aus Sicht der Dozentin gelungene Kooperationsprojekte vorgestellt werden und Möglichkeiten des Austauschs z.b. über Mailinglisten oder in News-Foren erörtert werden. Wichtig ist es auch, über Finanzierungsmöglichkeiten des Projektes zu sprechen und dabei sowohl Kooperationsmöglichkeiten mit örtlichen Wirtschaftsunternehmen auszuloten oder sich mit Softwarefirmen in Verbindung zu setzen, die auch oftmals ihre Produkte für die Jugendarbeit zur Verfügung stellen. Als sinnvoll haben sich ferner Kooperationen mit lokalen Einrichtungen der Jugendhilfe herausgestellt, bei denen in der Regel alle beteiligten profitieren. Im Rahmen eines handlungsorientierten Konzeptes werden des weiteren rechtliche, medienpädagogische und methodisch-didaktische Hintergründe vermittelt und verschiedene Praxisprojekte vorgestellt, die mit wenig Aufwand durchzuführen sind. In mehreren Praxisblocks wird bewährte Software vorgestellt und im Hinblick auf das eigene geplante Projekt ausprobiert. Je nach Kenntnisstand und Bedürfnis der Teilnehmer wird das Wissen im Bereich Internet und PC vertieft und im Bezug auf die pädagogische Praxis erweitert. Die Gesundheitsvorsorge bei der Arbeit am Computer stellt ebenfalls einen Block der Fortbildung dar. Reflexionsrunde Nach jeder Einheit soll in einer Reflexionsrunde erarbeitet werden, welchen pädagogischen Nutzen der Einsatz der jeweiligen Hard- und Software haben kann, wie der Gebrauch in der eigenen Einrichtung realisiert werden kann und wo für jede/n einzelnen noch Fortbildungs- oder Übungsbedarf besteht und wie dieser gegebenenfalls zu organisieren ist. 8

9 Kurscurriculum für Sozialarbeiter Einsatz von Computer und Internet in der pädagogischen Praxis Einzelne Themenblöcke Was muss ich beachten? (Kategorie G) Die Teilnehmer sollen am Ende dieses Themenblocks wissen, welche rechtlichen und pädagogischen Aspekte sie beachten müssen. Grundsätze bei der medienpädagogischen Arbeit - Aufsichtspflicht, Regeln Wichtig ist es, Kinder und Jugendliche nicht mit dem Medium alleine zu lassen, sondern mit ihnen zusammen das Medium zu entdecken und sich auch einmal etwas von ihnen erklären zu lassen. Aus pädagogischer Sicht ist es wichtig, Grenzen festzulegen und gemeinsam zu diskutieren, warum es sinnvoll ist diese Grenzen einzuhalten. In diesem Teil der Fortbildung sollen zu Anfang eigene Erfahrungen aus der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zusammengetragen und im Hinblick auf die Besonderheiten bei der Arbeit mit Computer und Internet erweitert werden. Nachdem die Teilnehmer in einer kurzen Diskussion über ihre Aufsichtspflicht und das Setzen von Grenzen in ihrer bisherigen Arbeit reflektiert haben werden die Ergebnisse zusammengetragen und von der Dozentin im Hinblick auf Besonderheiten im Umgang mit Computer und Internet ergänzt. Es sollen darüber hinaus gemeinsam Methoden erarbeitet werden, wie man Jugendliche und deren Bedürfnisse in die Arbeit einbeziehen kann, ohne seine eigenen Pflichten und pädagogischen Ziele aus dem Auge zu verlieren. Rechtliche Rahmenbedingungen Pädagogen sind rechtlichen Normen verpflichtet, die man kennen sollte um weder die Kinder und Jugendlichen noch sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen. Im April 2003 ist das neue Jugendschutzgesetz in Kraft getreten. Welche rechtlichen Bestimmungen sind für die Arbeit am PC relevant? Was muss beachtet werden, wenn ich das Internet oder Computerspiele in meine Arbeit einbeziehen möchte? Welche Spiele und Webseiten sind für welche Altersklasse erlaubt? 9

10 Kurscurriculum für Sozialarbeiter Einsatz von Computer und Internet in der pädagogischen Praxis In einem Referat wird die Dozentin einen Überblick über die neuen gesetzlichen Bestimmungen geben und auf weitere Informationsquellen verweisen, dabei soll den Teilnehmern Wissen vermittelt werden, aber auch über die Auswirkungen der neuen Bestimmungen diskutiert werden können. Datenschutz im Internet Bei der Nutzung von Computer und Internet werden Fragen des Datenschutzes oft vernachlässigt. Datenschutz ist aber in einer digitalisierten Welt von wachsender Bedeutung. Private Daten, die einmal in das Netz gegeben worden sind, sind unwiederbringlich verschwunden. Was mit ihnen genau passiert ist nicht mehr nachvollziehbar. In einem Referat soll auf die Möglichkeiten des Datenschutzes und der Datensparsamkeit hingewiesen werden und Strategien des Datenschutzes diskutiert werden. Einbeziehung der Jugendlichen In diesem Modul soll auf die Wichtigkeit der Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen hingewiesen werden und welche Möglichkeiten es gibt, die Interessen der Jugendlichen in Projekte einfließen zu lassen, beziehungsweise sie bereits bei der Projektplanung einzubeziehen. Im Rahmen einer Gruppendiskussion sollen diese Themen behandelt werden. Der Computer als Mittel, nicht als Zweck Warum wollen die TeilnehmerInnen Computer in ihrer Arbeit einsetzen? Welche Motive haben sie? Welche Ziele sollen mit dem Computereinsatz erreicht werden? Es soll die Möglichkeit gegeben werden, über die eigenen Beweggründe mit Computer und Internet zu arbeiten zu reflektieren. Dabei sollen im Rahmen einer kurzen Gruppendiskussion Punkte zusammengetragen werden. Der Computer im Raum Die Anordnung der Computer im Raum ist ein nicht zu unterschätzender Faktor in der medienpädagogischen Arbeit. Rechner die hintereinander, wie in Schulreihen angeordnet sind, verhindern gruppendynamische Prozesse und schaffen eine Atmosphäre wie eben in der Schule. Es sollen Möglichkeiten erörtert werden, wie Computer angeordnet werden können um eine gruppendynamische und offene Arbeits- und Spielatmosphäre zu schaffen. Dabei spielt auch eine Rolle, sich nicht hinter dem Computer zu verstecken, sondern mit anderen im Raum zu agieren und voneinander und miteinander zu lernen. 10

11 Kurscurriculum für Sozialarbeiter Einsatz von Computer und Internet in der pädagogischen Praxis Die TeilnehmerInnen sollten möglichst eigene Ideen entwickeln und sich beispielsweise in Kleingruppen zusammenfinden und ein Konzept entwikkeln, wie man eine vorgegebene Anzahl von Rechnern pädagogisch sinnvoll im Raum aufstellt. Dabei können auch Modelle angefertigt oder gezeichnet werden. Über die vorgestellten Ideen soll dann diskutiert werden. Gesundheitsvorsorge Bei der Arbeit am PC kann es zu "Nebenwirkungen" kommen: Die Schultern sind verspannt, die Augen brennen, die Beine werden lahm. Bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen tragen wir auch Sorge für deren körperliches Wohl. Mit einfachen Übungen und einem guten medienpädagogischen Konzept, das sowohl Arbeit mit als auch ohne Rechner einschließt, kann man verhindern, dass körperliche Schäden entstehen. In den wichtigen "Pausen vom Rechner" werden Übungen zum Entspannen der Nackenmuskulatur oder Augenübungen vorgestellt, die helfen besser am Rechner zurecht zu kommen. Aber auch die Sitzhaltung und der Abstand zum Monitor sind wichtige Kriterien. Entspannungsübungen werden vorgestellt und über eine angemessene Arbeitszeit am Rechner für die jeweiligen Altersgruppen diskutiert. Software - und die Kosten Was nützt einem der schönste und modernste Rechner, wenn man nicht über die passende Software verfügt. Doch woher nehmen und nicht stehlen? Profi-Bildbearbeitungsprogramme, Software zur Erstellung von Webseiten oder einfach nur eine Office-Software stellen Ausgaben dar, die in Zeiten leerer Kassen kaum zu leisten sind. Wer dennoch nicht auf gute Programme verzichten will muss sich auf die Suche nach sogenannter Free- oder Shareware machen. Diese Software gibt es entweder kostenlos oder gegen einen geringen Betrag z.b. im Internet. Kostenlos muss dabei nicht schlechter heißen, was die wachsende Popularität des Freien Betriebssystems LINUX beweist. Die TeilnehmerInnen sollen mit Hilfe einer Suchmaschine selbst Quellen für freie Software oder Shareware im Internet finden und sich mit dem Download und den Zahlungsmodalitäten z.b. bei Shareware vertraut machen. Bei Bedarf kann ausgewählte Free- oder Shareware heruntergeladen, installiert und ausprobiert werden um einen Eindruck zu erhalten, wie die Qualität gegenüber im Handel erhältlicher Programme ist. 11

12 Kurscurriculum für Sozialarbeiter Einsatz von Computer und Internet in der pädagogischen Praxis Netiquette Im Internet treffen Menschen unterschiedlichster Herkunft und Interessenlage aufeinander. Wie im Straßenverkehr müssen Kinder und Jugendliche die Regeln des Netzes (die Netz-Etiquette, sprich Netiquette) kennen lernen, um sich sicher und souverän im virtuellen Raum bewegen zu können. Wichtig sind dabei Regeln für den Chat-Raum, wie man s korrekt versendet und vor allem, Hintergrundwissen über die besondere Situation im virtuellen Raum. Wichtig sind auch Sicherheitshinweise, die man beachten sollte, wenn sich der virtuelle Raum zum realen wandelt und man sich beispielsweise mit einem Chat-Partner treffen möchte. Je nach Alter der Kinder und Jugendlichen gibt es gute medienpädagogische Möglichkeiten, diese Inhalte zu vermitteln. Welche sozialpädagogischen Ziele kann ich erreichen? (Kategorie G) Die TeilnehmerInnen sollen in diesem Themenblock mögliche Ziele des Einsatzes von Computer- und Internet in ihrer Einrichtung erarbeiten und diskutieren. Dabei können ihnen auch mögliche Intentionen anderer Einrichtungen vorgestellt werden. Die erarbeiteten Ziele können Argumentationshilfen bei Trägern, Sponsoren oder gegenüber Eltern sein. Es gilt, herauszuarbeiten, dass PC und Internet keinen Selbstzweck darstellen, sondern mit ihnen pädagogische Ziele verfolgt werden können und sollen. In Kleingruppenarbeit sollen die TeilnehmerInnen für sie wichtige sozialpädagogische Ziele formulieren und diskutieren, wie diese Ziele in der medienpädagogischen Arbeit umgesetzt werden können. Im Anschluss daran werden die Ideen zusammengetragen und können durch Beispiele aus der eigenen medienpädagogischen Arbeit der DozentIn ergänzt und diskutiert werden. 12

13 Kurscurriculum für Sozialarbeiter Einsatz von Computer und Internet in der pädagogischen Praxis Hard- und Software in der pädagogischen Praxis Die TeilnehmerInnen lernen unterschiedliche Hard- und Software, die für einen Einsatz in der pädagogisch Praxis sinnvoll erscheinen, kennen. Insbesondere soll auf sogenannte Freeware hingewiesen werden - Software, deren Benutzung kostenlos ist, die aber gekaufter Software meist in nichts nachsteht. Die theoretische Vorstellung der Möglichkeiten soll durch praktische Übungen oder Demonstrationen ergänzt werden. Dieser Themenblock unterscheidet zwischen reiner Computernutzung und Umgang mit dem Medium Internet. Je nach Kenntnisstand und Bedürfnis der TeilnehmerInnen sollte eine Auswahl aus den vorgestellten Möglichkeiten getroffen werden und diese dann auch ausprobiert werden können. Ein handlungsorientierter Ansatz, bei dem die Lebenswelt der TeilnehmerInnen Berücksichtigung findet, ist dabei Grundlage. Das handelnde Lernen steht im Vordergrund, wird aber auch durch theoretische Input-Phasen ergänzt, die zusätzliche Informationen liefern können. Ferner ist es wichtig, dass die Teilnehmer ihr eigenes Wissen und ihre Erfahrungen einbringen und Raum haben, sich mit anderen auszutauschen. A) Möglichkeiten des Computereinsatzes Textverarbeitung am PC (Kategorie G) Textverarbeitungsprogramme werden in der Regel von den meisten Menschen bereits in ihrer täglichen Arbeit genutzt. Weit verbreitet ist dabei das Office-Paket der Firma Microsoft mit dem Textverarbeitungsprogramm Word. Dieses Programm ist aber für viele Einrichtungen und auch für Jugendliche nur schwer erschwinglich. Es sollen Alternativen zu Word diskutiert werden und auf die Textverarbeitungssoftware "Star Office" der Firma Sun hingewiesen werden, die kostenlos im Internet zum Download bereit steht. Beide Systeme sollen von den Teilnehmern ausprobiert und verglichen werden. Welchen Nutzen hat Textverarbeitung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen? Anhand von Anwendungsbeispielen soll gezeigt werden, dass Textverarbeitung nicht langweilig sein muss. Von der Erstellung von Einladungen über das Entwerfen von Visitenkarten bis hin zur Erstellung von Bewerbungsunterlagen am PC sind viele Möglichkeiten 13

14 Kurscurriculum für Sozialarbeiter Einsatz von Computer und Internet in der pädagogischen Praxis denkbar und sollen in diesem Rahmen diskutiert und je nach Wünschen der Teilnehmer ausprobiert werden. Malprogramme/Bildverfremdung (Kategorie G und W) Gerade bei jüngeren Kindern sind Malprogramme und Methoden der Bildverfremdung sehr beliebt. Vorgestellt und auch ausprobiert werden sollen einfache Malprogramme, die teilweise bereits mit dem Betriebssystem zusammen ausgeliefert werden, aber auch Freie Software, die gehobeneren Ansprüchen genügt. Bildverfremdungsprogramme bieten die Möglichkeit, eigene digitale Fotos oder selbst erstellte Grafiken zu verfremden oder zu verändern. Dabei besteht die Möglichkeit, mit dem eigenen Aussehen zu experimentieren oder eigene kleine Animationen herzustellen. Auch diese Programme sind kostengünstig zu erwerben. Es sollen Beispiele vorgestellt und diskutiert werden. Soundbearbeitung (Kategorie W) Mit entsprechender Soft- und Hardware ist es möglich, Songs zusammenzustellen, mit eigenen Samples anzureichern oder mit Gesang zu unterlegen. Dabei kann man einzeln oder in der Gruppe arbeiten. Es werden praxiserprobte Produkte vorgestellt und ausprobiert. Grundlagen der Soundbearbeitung werden vermittelt. Dabei wird Arbeit in Kleingruppen im Vordergrund stehen und die Teilnehmer können nach einer Einführung in die Software Musik-Stücke zusammenstellen und je nach Ausstattung auch selbst Samples aufnehmen. Die Musikstücke werden dann gespeichert und können, je nach Kenntnisstand und Interesse der Teilnehmer, weiter bearbeitet werden (z.b. Komprimierung und Aufbereitung der Musikstücke für das World Wide Web). Computerspiele in der pädagogischen Praxis (Kategorie W) Kinder und Jugendliche stehen Computerspielen meist mit Begeisterung gegenüber. Welche Kriterien gibt es aus pädagogischer Sicht für den Einsatz von Computerspielen? Welche Möglichkeiten habe ich, mich über das Angebot und die Eignung von Computerspielen zu informieren? Wie kann ich Spiele pädagogisch sinnvoll einsetzen? Diese Fragen sollen in einem Kurzreferat erörtert werden und im 14

15 Kurscurriculum für Sozialarbeiter Einsatz von Computer und Internet in der pädagogischen Praxis Anschluss diskutiert werden. Ferner soll Raum zu Diskussion gegeben werden, welche Erfahrungen die TeilnehmerInnen bereits mit Computerspielen sammeln konnten und welchen Nutzen sie im Umgang mit ihnen sehen. Eventuell können, je nach Zeit und Interesse, auch Spiele ausprobiert und diskutiert werden. Umgang mit digitaler Kamera und Scanner (Kategorie W) Je nach Bedürfnissen wird in manchen Einrichtungen eventuell die Anschaffung eines Scanners oder einer digitalen Kamera erwägt. Welche Möglichkeiten bieten diese Geräte und was kann ich mit ihnen machen? Im Rahmen dieses Moduls soll den TeilnehmerInnen die Möglichkeit gegeben werden, den Umgang mit beiden Geräten auszuprobieren und das digitale Bild, beziehungsweise das gescannte Bild auf den PC zu übertragen und weiter zu bearbeiten. Dabei werden vorhandene Geräte exemplarisch vorgestellt und auf Unterschiede in der Handhabung hingewiesen. Risiken der Computernutzung, Viren, Troubleshooting (Kategorie G) Computer sind nicht immer problemlos zu handhaben. Vom Absturz des Betriebssystems über Hardware-Probleme bis hin zu Viren kann einiges passieren. In diesem Modul soll auf ausgewählte Probleme eingegangen werden, die den TeilnehmerInnen in der Praxis bereits begegnet sind oder von denen sie gehört oder gelesen haben. Es soll versucht werden mit Mythen in diesem Bereich aufzuräumen und die TeilnehmerInnen mit einem Grundwissen auszustatten, um mit den gängigen Problemen zurecht zu kommen. Dabei soll auch auf Möglichkeiten des Internets hingewiesen werden und die Möglichkeit, dort Informationen zu bestimmten Problemen zu bekommen. Möglich wäre beispielsweise einen Virenscanner von den TeilnehmerInnen im Internet suchen zu lassen und diesen dann zu installieren und aus zu probieren. B) Möglichkeiten des Interneteinsatzes Recherche im World Wide Web / WWW (Kategorie G) Das WWW bietet eine weltweite Sammlung von Texten, Bildern und anderen Medien. Die Anzahl der Informationen wächst stündlich. 15

16 Kurscurriculum für Sozialarbeiter Einsatz von Computer und Internet in der pädagogischen Praxis Innerhalb dieses Moduls sollen Strategien vorgestellt werden, wie man mit der immensen Informationsflut umgehen kann. Welche Möglichkeiten gibt es, gezielt Informationen zu finden? Was ist ein Web-Portal? Wie benutze ich eine Suchmaschine? Was ist eine Metasuchmaschine? Verschiedene Strategien der Informationssuche sollen in diesem Modul vorgestellt werden und im Anschluss von den TeilnehmerInnen selbst erprobt werden. Der Einsatz des -Dienstes (Kategorie G) Den Begriff hat vermutlich jede/r schon einmal gehört. Doch es gibt Unterschiede in Gebrauch und Nutzen von . In einem Kurzreferat sollen die Grundlagen des -Dienstes vorgestellt werden, dabei wird zwischen und Webmail unterschieden und die Vor- und Nachteile erörtert. Ferner werden Sicherheitsrisiken und die Möglichkeiten, private E- Mails zu verschlüsseln und zu signieren, angesprochen. Dieses Wissen sollte auch Jugendlichen weitergegeben werden, da Datenschutz in der digitalisierten Welt immer mehr an Bedeutung gewinnt. Es soll auch auf die -Etiquette (also die Etiquette beim Verfassen und Beantworten einer ) eingegangen werden und Begriffe wie Emoticons und Acronyme erläutert werden. Auch Mailinglisten und deren Einsatz sollen erörtert werden. Es wird Software vorgestellt, die zur Nutzung des -Dienstes benötigt wird. Dabei wird der Fokus auf Free- und Sharewareprodukte gelegt. Das Usenet (Kategorie W) Die Grundfunktionen des Usenet sollen in diesem Modul vorgestellt und ausprobiert werden. Dabei steht die dafür benötigte Software (der sogenannte News-Agent) im Vordergrund des Kurzreferates. Nach der Klärung der Grundfunktionen und der Netiquette (die Verhaltensregeln, die den reibungslosen Ablauf des weltweiten Usenet sichern), wird den TeilnehmerInnen die Möglichkeit gegeben, sich selber an einem Newsforum zu beteiligen und eigene Erfahrungen zu sammeln und zu reflektieren. 16

17 Kurscurriculum für Sozialarbeiter Einsatz von Computer und Internet in der pädagogischen Praxis Der Internet Relay Chat / IRC (Kategorie W) Chatten gehört zu einem der beliebtesten Beschäftigungen von Jugendlichen im Netz. Dabei wird aber zumeist auf den Webchat zurückgegriffen. Der IRC ist die Urform des Webchats und benötigt eine eigene Software, die auf dem Rechner installiert werden muss. Es soll erläutert werden, wo die Unterschiede zwischen Webchat und Internet Relay Chat liegen und wie der IRC zu nutzen ist. Auch hier sollte wieder das eigene Ausprobieren im Vordergrund stehen, Regeln und Besonderheiten des internationalen Chats sollen vorgestellt werden. Gestaltung einer eigenen Webseite (Kategorie W) Die Seiten im World Wide Web (WWW) sind in einer speziellen "Sprache" verfasst, der Hypertext Markup Language (HTML). Es soll durch Betrachtung des Quellcodes ausgewählter Seiten erläutert werden, wie diese Seiten erstellt wurden und Möglichkeiten aufgezeigt werden, selber eine Webseite mit einfachen Mitteln herzustellen. Dazu werden zwei unterschiedliche Softwaretypen vorgestellt, die es zum einen ermöglichen eine Webseite in HTML zu editieren, zum anderen eine Seite ohne große HTML-Kenntnisse zu erstellen. Es sollen die Vor- und Nachteile beider Verfahrensweisen behandelt werden und je nach Bedürfnis der TeilnehmerInnen auf das eine oder andere Programm näher eingegangen werden. Nach einer Einführung in das Thema sollen die TeilnehmerInnen selber eine einfache Webseite erstellen. Dabei wird das Formatieren von Texten und das Einbinden von Grafiken im Mittelpunkt stehen. Risiken des Internets (Kategorie G) Wie jedes Medium, so birgt auch das Internet Risiken und Gefahren. Dieses Modul soll ein Forum bieten, um über potentielle Risiken im Umgang mit dem Internet zu diskutieren und auf solche hinzuweisen. Unter pädagogischen Gesichtspunkten soll diskutiert werden, wie mit eventuellen Gefahren umgegangen werden kann. 17

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19 LEONARDO DA VINCI Community Vocational Training Action Programme B Procedure Second phase: PILOT PROJECTS ESTABLISHING AN EUROPEAN CENTRE FOR THE INTEGRATION OF INSTITUTIONALIZED CHILDREN EURO-CHILD-CENTRE "Use of computer and Internet in the educational practice" Christine Ketzer Soziale und Pädagogische Maßnahmen e.v. Pilot Project subsidised by the European Commission. The contents of this document engage no way the European Commission and the Leonardo da Vinci agency.

20 "Use of computer and Internet in the educational practice" social workers courses Use of computer and Internet in the educational practice Christine Ketzer General reflections The framework of the vocational training shall provide the implementation of a media-educational project in one's own institution. The target of the seminar is to impart competences which enables the participant to plan and carry out her/his own media-educational project within the institution. For that it is necessary to take stock of the existing resources and to reflect on one's own knowledge and the existing hard- and software in the institution. This should be done at the beginning of the seminar in order to find out which (knowledge-) gaps should get filled and whether the hard- and software equipment has to be completed in general. For this, it seems to be useful to look at what knowledge is necessary within the framework of a project and/or to distinguish general knowledge from continuing knowledge. The curriculum should be drawn up according to these categories and with regard to the current knowledge of the participants. To this end, the subject units of the concept are marked with comments on the respective level of knowledge. Therefore, the mark "G" stands for general knowledge and "C" for continuing knowledge. This way, the curriculum can be drawn up individually by the seminar leader and be orientated to the requirements of the participants. The mark "G" should then be also regarded as a basis which has to be imparted in any case. After clarifying the basic conditions, it is necessary to find out about the sort of clients we have to deal with in the institution. Which interests do the children and young persons have who I will work with? Which interests do I have myself? How can I integrate children and young persons in the planning of the project? The seminar is organised in such a way that the individual wishes of the participants can be taken into account and the given modules can be combined according to demand. 20

21 social workers courses Use of computer and Internet in the educational practice Planning of media-educational projects -framework- The target of this subject unit is to impart to the participants the competences of planning one's own media-educational projects and to conceive an individual project for the institution. For that it is basically necessary to take stock of the current media-educational conditions in the individual institution and, with the help of given central questions, to get an idea of the possibilities for the media-educational work. Of importance here are some questions such as number and technical stand of the PCs in the institution, possibilities of use for the children and young persons, attitude of the responsible body to the subject of media-education, targets of the institution and therefore of the media-educational work, possibilities of financing and co-operations. Also the personal knowledge in the fields of computer and Internet have to be reflected and possible gaps be realised. According to demand, more knowledge has to be gained in order to translate projects into action. Here, with the help of a questionnaire, the participants shall learn to more accurately estimate their own knowledge. The seminar leader then helps to classify this estimation in the categories of "general knowledge (G)" and "continuing knowledge (C)" which makes it possible to orientate the curriculum as exactly as possible to the needs of the participants. During the planning phase, the target group is also of importance, to which the possible project work is directed. The participants are asked to reflect in small group work or on their own, who could be a target group for a potential media-educational project in their opinion and what interests this target group has. It is important to work out for whom we would like to conceive a programme. Is it a fixed group which already works on a particular subject or do I deal with "occasional customers" of the institution who I want to tie to the institution with attractive media seminars? After clarifying the orientation of the programme, it can be discussed how to make possible an involvement of the young persons in the planning of such a project. The possibilities of participation of the young persons shall be discussed. How can we now bring the ideas of the young persons into line with the conditions in the institution, with their own abilities and wishes and with, for 21

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