Schulische Förderung von Kindern mit hochfunktionalem Autismus. 20.Juli 2013 Kloster Irsee Rita Wagner StRin Schule an der Heckscher-Klinik

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1 Schulische Förderung von Kindern mit hochfunktionalem Autismus 20.Juli 2013 Kloster Irsee Rita Wagner StRin Schule an der Heckscher-Klinik

2 Was ist hochfunktional?

3 Vom Held der Stunde SZ,4/13

4 Gesuchte Spezialisten Das Unternehmen SAP will bis 2020 Hunderte von Autisten zu Softwaretestern und Programmierern ausbilden ( Ziel: 1 % von Mitarbeitern)

5 Zitat :Jonathan Nagalo ( Asperger Syndrom) Wir sind nicht alle PC-Könner und Zahlengenies und auch keine potentiellen Attentäter!!

6 Welche Faktoren begünstigen grundsätzlich eine positive schulische Entwicklung? Sozioökonomischer Status der Eltern Intelligenz Sprachliche Fähigkeiten Verhalten /Motivation

7 Zentrale Aufgabe der Schule Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten Vergabe von Zulassungsvoraussetzungen und Erlangung bestimmter Bildungsabschlüsse Rita Wagner Schule an der Heckscher-Klinik

8 Rechtslage GG/Artikel 3: ( Verfassungsänderung 1994) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Ziel: Teilhabe der behinderten Menschen an allen Prozessen, selbstverständlich am Bildungsprozess. Rita Wagner Schule an der Heckscher-Klinik

9 Beschluss der Kultusministerkonferenz vom Empfehlungen zu Erziehung und Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit autistischem Verhalten Zitat: für eine aktive Lebensbewältigung in größtmöglicher sozialer Integration und für ein Leben in weitgehender Selbständigkeit und Selbstbestimmung sind spezielle Eingliederungs- und Lernangebote erforderlich Rita Wagner Schule an der Heckscher-Klinik

10 Grundlegende Empfehlungen der KMK Keine speziellen Schulen für Schüler mit Autismus Schulen haben große Verantwortung und Freiheit in der Integration des Schülers im Schulsystem Förderorte müssen individuell bestimmt werden Unterricht und Erziehung für Kinder und Jugendliche mit autistischem Verhalten ist grundsätzlich Aufgabe der Lehrkräfte aller Schularten Rita Wagner Schule an der Heckscher-Klinik

11 Bay. EUG / Art.2 Die sonderpädagogische Förderung ist im Rahmen ihrer Möglichkeiten Aufgabe aller Schularten. Rita Wagner Schule an der Heckscher-Klinik

12 Sonderpädagogischer Förderbedarf Sozio-emotionale Entwicklung Sprache Lernen Motorische Entwicklung Geistige Entwicklung Sehen Hören Rita Wagner Schule an der Heckscher-Klinik

13 Datensammlu ng bis 2008 / Patienten der HK/Fr.Dr.Note rdaeme

14 Inklusion

15 Behindertenrechtskonvention der UN ( 2009) Kernsatz der Vereinbarung: Die Vertragsstaaten erkennen das Recht von Menschen mit Behinderung auf Bildung und Erziehung an... niemand wird aufgrund einer Behinderung vom allgemeinen, unentgeltlichen und obligatorischen Unterricht ausgeschlossen. durch freie Wahlmöglichkeiten der Eltern bzw. der betroffenen Personen lassen sich die Absichten der UN-Konventionen am ehesten nachkommen. Rita Wagner Schule an der Heckscher-Klinik

16 Auf was müssen sich alle Schulen einlassen? Schüler mit Autismus aufnehmen Zitat einer Mutter mit einem autistischen Kind: Welche Schule will mich? Ein Theater in drei Akten Schüler mit Autismus unterrichten, fördern Wie kann ein sonderpädagogischer Zugang und Wissen und Können in die allgemeine Schullandschaft gelangen?

17 Pädagogische Vorgehensweisen Separation... Integration... Inklusion....

18 Was sind neue Begriffe in der Schullandschaft in Bayern? Flexible Grundschule Inklusionsschule/Tandemklassen Einzelinklusion Kooperationsklassen Partnerklassen Gelenkklassen Mobile sonderpädagogische Dienste MSD A (speziell für Autismus) Nachteilsausgleich

19 Aktuell: Die Sonderschulen bleiben! 25 % der Schüler mit Förderbedarf besuchen in Deutschland eine reguläre Schule ( 2009 waren es 18,9 %) Nicht weniger Schüler an Förderschulen, sondern mehr Schüler mit Förderbedarf ( konstant ca. 4,8% aller Schüler) (Quelle : 19.März 2012 Studie der Bertelsmannstiftung)

20 Ca. 75 % der Schüler an Förderschulen schaffen keinen Schulabschluss Große Unterschiede der Inklusion nach Bundesländern: Vorreiter der Inklusion : Bremen und Schleswig- Holstein ( 55,5% bzw. 54,1 % der Schüler mit Förderbedarf an Regelschulen) Bayern ( 12,4 % Platz 12 ) (Quelle : 19.März 2012 Studie der Bertelsmannstiftung)

21 Meinungsspot 74 % der Lehrer sehen bei Inklusion von Schülern mit Behinderung größere Probleme Nur 4 % der Lehrer glauben, dass ihre Schule auf die neue Klientel vorbereitet ist 41 % der Lehrer glauben, dass Lehrer nicht ausreichend ausgebildet sind 66 % der Lehrer glauben, dass Schüler mit Körperbehinderungen am besten inkludiert werden können 60% der Lehrer glauben, dass SS mit geistiger Behinderung besser in Förderklassen aufgehoben sind. (Quelle: Allensbacher Institut / Mai 2013)

22 Fazit Inklusion ist eine Entwicklungsaufgabe für die aktuelle Schulpolitik!

23 Phasen der Anerkennung von Problemen 1. Stufe : es wird lächerlich gemacht 2. Stufe: es wird daran gearbeitet 3. Stufe: es wird selbstverständlich Rita Wagner Schule an der Heckscher-Klinik

24 Autismus und Schule Immer mehr! Immer schwieriger! Immer früher! Wohin mit Schülern mit Autismus? Immer mehr Schulbegleiter!

25 Spektrum der Betroffenheit und notwendigen Hilfen bei Autismus Asperger-Syndrom ( z.t ohne Krankheitswert / Hohe Kompensationsfähigkeit) Frühkindlicher Autismus, ohne Sprache, ausgeprägte repetetive Verhaltensweisen, geringes Interesse an seiner Umgebung, geistige Behinderung

26 Was erleichtert es Schülern mit Autismus in der Schule hochfunktional sein? Hohes Maß an Kompensationsfähigkeit ihrer Beeinträchtigungen Hohes Maß an Fähigkeit Anpassungsleistungen erbringen zu können Kontrollierter Umgang mit unangemessenen Sonderinteressen Kein ausagierendes, provokantes Verhalten Geringes Maß an zusätzlichen Beeinträchtigungen /Diagnosen

27 Fallbeispiel: Asperger Autismus/Grundschule

28 Rita Wagner Schule an der Heckscher-Klinik

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31 Genie oder Unfähigkeit?

32 Grundfrage Wo muss auf die Behinderung Rücksicht genommen werden und wo muss eine Anpassungsleistung angestrebt werden? Konfliktpotential Rita Wagner Schule an der Heckscher-Klinik

33 Individuelle Hilfen BERATUNG SCHULE ELTERN SCHÜLER/IN/ Mitschüler D i a g no s t i k / T h e r a p i e/ Behandlung der zusätzlichen Diagnosen Jugendhilfsmaßnahmen

34 Wovon profitieren Kinder/Jugendliche mit ASS in der Schule? Stabile, eher kleine Gruppen, einschätzbare zugewandte Lehrerpersönlichkeiten Klare Regeln und Strukturen Visualisierte Hilfen zur Orientierung in Zeit, Raum und Aufgaben, Abläufen Rückzugsräume Von allen sonderpädagogischen Arbeitsweisen: Differenzierung, Individualisierung, Passung der Lernangebote, Prinzip der Kontinuität, Prinzip der Selbsttätigkeit, Verstärkung, Schulbegleiter Rita Wagner Schule an der Heckscher-Klinik

35 Aufgaben eines Schulbegleiters: Begleitet den Schüler/in im Unterricht, strukturiert Pausen Kommunikationshelfer zwischen Aufgabe und Schüler/in Anpassung der Aufgabenstellung bahnt Kontakt an, fördert diesen, betreut bei Rückzug, grenzt ein, ordnet, leitet an kooperiert, verfolgt abgesprochene Lern- und Erziehungsziele Rita Wagner Schule an der Heckscher-Klinik

36 Maß- und sachgerechte Maßnahmen des Nachteilsausgleichs Schulorganisatorische Maßnahmen Technische Hilfen Didaktisch - methodische Maßnahmen Nachteilsausgleich bei Leistungsfeststellungen Rita Wagner Schule an der Heckscher-Klinik

37 Maß- und sachgerechte Möglichkeiten des Nachteilsausgleichs Schulorganisatorische Maßnahmen: ( Raumlage, Klassengröße, Sitzplatz, reizarme Gestaltung, Rückzugsraum, Tutoren...) Technische Hilfen: ( PC; Tablet, Smartboard, zusätzliche Kopiervorlagen/Ausdrucke...)

38 Didaktisch-methodische Maßnahmen: ( Strukturierungshilfen, Unterstützung im Zeitmanagement, verstärkte Visualisierungshilfen, Aufbereitung geeigneten Unterrichtsmaterials, Qualität vor Quantität der Aufgabenstellungen, Reizreduzierung, Deutungsspelraum der Aufgabenstellungen reduzieren...)

39 Nachteilsausgleichsmaßnahmen bei Leistungsfeststellungen: (Verlängerung der Arbeitszeit bis zu 50 %, Gewährung von Pausen, Verkürzung der Prüfungsaufgaben bei Anpassung an Notenspiegel, Mündlich vor schriftlichen Leistungsfeststellungen, Modalitäten der mündlichen Prüfungen, technische Hilfen,...)

40 Antragstellung und Gewährung Schriftlicher Antrag der Erziehungsberechtigten bzw. des Schülers Genehmigung liegt bei Klasslehrer und Schulleitung, in weiterführenden Schulen bei der übergeordneten Dienstbehörde ev. zusätzlich schriftliche pädagogische, ärztliche Stellungnahme Pädagogische Maßnahmen liegen in breitem Rahmen im pädagogischen Ermessensspielraum des Lehrers in allen Schularten

41 Der Nachteilsausgleich ist bei den jeweiligen Leistungsnachweisen zu dokumentieren. Im Zeugnis wird dagegen der Nachteilsausgleich nicht aufgeführt. ( KMS vom )

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45 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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