Ausstellungsführer DIE OLYMPISCHEN SPIELE: BLICK HINTER DEN BILDSCHIRM

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1 UK DIE OLYMPISCHEN SPIELE: BLICK HINTER DEN BILDSCHIRM

2 Einführung 2 Die Olympischen Spiele: Blick hinter den Bildschirm Dieser gehört zu einer Serie von Dokumenten, die Lehrkräften die Vorbereitung eines Besuch des Olympischen Museums mit ihrer Schulklasse erleichtern sollen. Dazu gehören auch Aufgabenblätter, um den Ausstellungsbesuch vorzubereiten oder zu vertiefen bzw. um das Thema in der Klasse unabhängig von einem Museumsbesuch zu behandeln. Die Ausstellung kann zusammen mit einem Coach des Museums besucht werden. Diese Animatoren begleiten die Schüler auf ihrem Rundgang durch die Ausstellung und passen sich an das Alter und die Erwartungen der Gruppe an. Lehrkräften, die ohne Coach durch das Museum gehen möchten, stehen Tablets mit Anregungen für Rundgänge und Aufgaben zur Verfügung. Weitere Informationen auf Französisch und Englisch: Die Olympischen Spiele: Blick hinter den Bildschirm Freier Museumsbesuch Die Lehrkraft führt mit oder ohne Tablet, das Anregungen für Rundgänge und Aufgaben in der Ausstellung gibt, durch das Museum (das Tablet wird auf Reservierung und solange vorrätig kostenlos zur Verfügung gestellt). Reduzierter Schülertarif: 6 16 Jahre CHF 7.- pro Schüler/Kind. 1 erwachsene Begleitperson pro 10 Schüler/Kinder ist obligatorisch und kostenlos. Museumsbesuch mit Coach Mit oder ohne Workshop ab 10 Uhr, letzter Start um 16 Uhr: - Montag bis Freitag, Mai bis Oktober - Dienstag bis Freitag, November bis April Min. 15, max. 18 Schüler/Kinder pro Gruppe, ab 9 Jahren Dauer: 90 Minuten Auf Deutsch, Französisch und Englisch Pauschaltarif CHF 15. pro Schüler/Kind, Eintritt inklusive. 1 erwachsene Begleitperson pro 10 Schüler/Kinder ist obligatorisch und kostenlos. Information und Reservierung: Herausgeber CIO, Das Olympische Museum, Lausanne 1. Ausgabe, 2015 Autoren CIO, Das Olympische Museum, Lausanne Abteilung Kultur- und Lehrprogramme Pädagogische Prüfung CIO, Das Olympische Museum, Lausanne Grafik DidWeDo s.à.r.l. CDieses Dokument ist auf Deutsch, Französisch und Englisch verfügbar. Es kann heruntergeladen werden unter Bildnachweis Alles CIO außer S. 7 DRA S.8 Musée de Radio France / Farabola/Leemage

3 Einführung 3 Verwendung des Lehrmaterials In diesem werden drei didaktische Hilfsmittel vorgestellt, die bei der Vorbereitung des Museumsbesuchs nützlich sein können. Lehrziele Für jede Ausstellung wird der Lehrkraft gesagt, welche übergeordneten Lehrziele angestrebt werden. Lehrplan Der Museumsbesuch wurde unter Berücksichtigung der Ziele des Westschweizer Lehrplans konzipiert. Jedem Thema werden ein oder mehrere Punkte zugeordnet, die auf das angesprochene Schulfach verweisen. UK ÜBERFACHLICHE KOMPETENZEN Aufgaben und Animationen Für jedes Thema werden der Lehrkraft Vorschläge für Aktivitäten gemacht, um die Thematik während des Ausstellungsbesuchs oder im Klassenzimmer je nach Alter der Schüler anhand von Fragen, Diskussionen oder Aufgaben zu vertiefen. Belichtung Informationen Vorrichtungen Diskussionen Fragen FOKUS auf... GEEIGNET FÜR AGE 6-9 GEEIGNET FÜR AGE 9-12 GEEIGNET FÜR AGE 12+

4 Einführung 4 Schritt für Schritt beschriebener Rundgang Die Olympischen Spiele: Blick hinter den Bildschirm Das Fernsehen ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Heute ist es ganz normal, die Olympischen Spiele in der TV-Übertragung hautnah zu erleben. Doch die ausgezeichnete technische Qualität der Bilder, die uns die Emotionen in die gute Stube bringen als wären wir selbst im Stadion, wird kaum wahrgenommen. Diese Emotionen werden zu Erinnerungen, wobei die ersten meist die einprägsamsten sind und uns ein Leben lang begleiten. Die Ausstellung Die Olympischen Spiele: Blick hinter den Bildschirm zeigt die Kulissen der Medienübertragung der Olympischen Spiele und führt den Besuchern vor Augen, wie komplex die spannende Herausforderung der TV-Übertragung der Olympischen Spiele tatsächlich ist. Der erste Ausstellungsteil bietet einen geschichtlichen Rückblick. Er ist den Pionieren und den Technologien der Radio- und Fernsehübertragung der Olympischen Spiele gewidmet. Mit dem Aufkommen der Bildmedien wird die Wahrnehmung der Olympischen Spiele nach und nach durch die Einstellungen der Kameras (die sich vervielfachen) und die technologischen Entwicklungen beeinflusst. Mit jeder neuen Ausgabe der Olympischen Spiele wird das Medienerlebnis der Fernsehzuschauer optimiert und erweitert. Im zweiten Teil des Rundgangs wird den Besuchern ein Blick hinter die Kulissen der Medienübertragung der Olympischen Spiele gewährt. Sie werden nach London versetzt, am 29. Juli 2012 zwischen 15 und 16 Uhr, und erleben eine Stunde Medienübertragung der Olympischen Spiele. Man erfährt, welche zahlreichen Etappen die Bilder durchlaufen und wer die wichtigsten Akteure dieses hoch technischen Ablaufs sind. Zum Schluss werfen wir ein Blick in die Zukunft der Medienübertragung: Die Besucher erhalten einen Vorgeschmack auf die neuen Wege, wie die Olympischen Spiele zum Live-Medienevent werden. Lehrziele Die Schüler (die auch Fernsehzuschauer sind) erkennen, wie komplex die Medienübertragung einer Sportveranstaltung ist. Sie verstehen, wie sich die Übertragung der Olympischen Spiele technologisch weiterentwickelt hat. Sie lernen, welches die Schlüsselfiguren dieser Entwicklung sind. Sie erfahren, welche Berufsgruppen an der TV-Übertragung der Olympischen Spiele mitwirken. Sie entdecken den kulturellen Aspekt der Medienübertragung der Olympischen Spiele broadcasting. Verweise auf den Lehrplan

5 Einführung 5 Ablauf des Rundgangs +1 Interessante Themen für die Schüler Die Herausforderungen der Medienübertragung der Olympischen Spiele. Die Entwicklung der Übertragungstechnologien (Radio, Fernsehen). Hinter den Kulissen: der Weg von Bild und Ton. Die Rolle der Sendeanstalten (TV-Sender) und der kulturelle Aspekt der Medienübertragung. Die Zukunft der Medienübertragung.

6 6 1/1 Einführung Die Übertragung der Olympischen Spiele, eine Herkulesaufgabe Olympische Spiele von Montreal 1976, Kunstturnen Frauen Nadia Comăneci auf dem Schwebebalke. FOKUS: Meine erste Erinnerung an Olympische Spiele Die Olympischen Spiele haben sich dank der audiovisuellen Medien als globaler Event etabliert. Das Ziel einer möglichst vollständigen Berichterstattung über die Olympischen Spiele ist in der Olympischen Charta verankert (Regel 48): Das IOC ergreift alle notwenigen Maßnahmen, um für die Olympischen Spiele eine möglichst vollständige Berichterstattung durch die verschiedenen Medien und das größtmögliche Publikum weltweit zu erreichen. Die Medienübertragung der Olympischen Spiele als weltweit größter Sportanlass ist eine riesige Herausforderung. Seit den Anfängen haben sich die Technologien für die Radio- und Fernsehübertragung der Olympischen Spiele laufend weiterentwickelt, um der Tragweite dieser Großveranstaltung gerecht zu werden. In der Ausstellung: Zu Beginn des Rundgangs wird in einem Quiz das Wissen über die Medienübertragung der Olympischen Spiele geprüft; Außerdem werden in einer Infosäule die ältesten Erinnerungen an Olympiaübertragungen von einigen Olympiateilnehmern präsentiert. Ich verfolgte die Olympischen Spiele von München 1972 am Fernsehen. Ich sah eine andere sowjetische Turnerin Gold gewinnen und dachte: Vielleicht bin ich eines Tages auch dabei und werde es machen, wie sie. Nadia Comăneci, Rumänien, Olympiasiegerin 1976 Kunstturnen hatte ich gerade erst mit meinem Sport angefangen und sah zusammen mit meiner Mutter und meiner Schwester vom Sofa aus wie der Kanadier Jean-Luc Brassard olympisches Gold gewann. Da sagte ich mir: Wenn er das kann, kann ich das auch! Jennifer Heil, Kanada, Olympiasiegerin 2006 Moguls. Ein Film in Endlosschleife zeigt Auszüge aus Interviews mit Olympiateilnehmern verschiedenen Alters und Nationalität. Sie erzählen über ihre ältesten Erinnerungen an Medienübertragungen von Olympischen Spielen und über deren Einfluss auf ihre sportliche Karriere oder zumindest auf ihren Durchhaltewillen, um eines Tages selbst bei Olympia dabei zu sein. Diese Aussagen belegen, welche Kraft die Medienübertragung der Olympischen Spiele hat, welche Emotionen sie bei den Zuschauern weckt und welche Träume sie schürt. Am Ende der Ausstellung befindet sich eine Säule mit einer Kamera. Dort können die Besucher selbst über ihre frühesten olympischen Erinnerungen berichten. Was ist eure allererste Erinnerung an Olympische Spiele (am Fernsehen)? Welche olympischen Athleten oder Leistungen sind in das kollektive Gedächtnis eures Landes eingegangen und weshalb?

7 7 2/1 Die Entwicklung der Radioübertragung der Olympischen Spiele Berlin 1936 Journalisten kommentieren die Regatta von einem Boot aus. Das Radio: ganz Ohr für den Sport Bevor es die Radioübertragung gab, konnten nur die Zuschauer vor Ort das Spektakel der Olympischen Spiele genießen. Die anderen mussten sich damit begnügen, in der Presse darüber zu lesen oder sich ein paar Bilder in der Wochenschau im Kino anzusehen. Mit dem Radio beginnt eine neue Ära: nun wird die Übertragung der Olympischen Spielen einem breiteren Publikum zugänglich. In der Ausstellung: Gegenstände von früher, welche die Geschichte der Radioübertragung illustrieren; Die Wand mit 16 Auszügen aus Radioberichterstattungen in mehreren Sprachen von 1936 bis 2014; Zwei Infosäulen mit Einspielungen der Pioniere der Sportberichterstattung im Radio damals regelrechte Stars. FOKUS: Die Geschichte der Radioübertragung der Olympischen Spiele Die Olympischen Spiele werden erstmals in Paris 1924 im Radio übertragen. Es wird jedoch nur an eine lokale Hörerschaft erreicht und die Berichterstattung erfolgt verspätet. Die Anfänge sind zögerlich, da die Organisatoren befürchten, die Radioübertragung könnte den Verkauf der Eintrittskarten vor Ort beeinträchtigen. Ab 1936 wird die Reichweite der Radioberichterstattung nach und nach ausgedehnt. Die Olympischen Sommerspiele von Berlin werden in 28 Sprachen kommentiert und in 2500 Radiosendungen übertragen. Es sind also die Stimmen der Kommentatoren, welche die Olympischen Spiele in den Alltag der Leute bringen. Von 1948 bis 1960 ist das Radio an den Olympischen Spielen allgegenwärtig und versorgt nun die ganze Welt mit Informationen. Ab 1960 übernimmt das Fernsehen bei der Übertragung der Olympischen Spiele eine immer wichtigere Rolle. Doch das Radio ist auch heute noch fester Bestandteil der olympischen Medienwelt. Habt ihr schon einmal einen Sportwettkampf am Radio mitverfolgt? Berichtet über eure Erfahrung. Weshalb hat die Radioübertragung trotz des Aufkommens der Fernsehberichterstattung eurer Meinung nach bis heute überlebt?

8 8 2/2 Die Entwicklung der Radioübertragung der Olympischen Spiele Der französische Kommentator Edmond Dehorter, genannt Der unbekannte Sprecher. Der italienische Kommentator Sandro Ciotti. FOKUS: Berühmte Stimmen Edmond Dehorter Edmond Dehorter ist der erste Radio-Sportjournalist in Frankreich und trägt den Spitznamen Der unbekannte Sprecher. Er ist es, der die erste Übertragung der Olympischen Spiele von Paris 1924 teilweise live am Radio kommentiert. Da aufgrund der zeitnahen Übertragung über das Radio ein unlauterer Wettbewerb gegenüber der anderen Medien befürchtet wird, verweigern ihm die Organisatoren den Zutritt zum Fußball- Finalspiel zwischen Uruguay und der Schweiz. Doch Dehorter gibt nicht auf und steigt in einen Fesselballon, der über dem Stadion schwebt. Doch der Wind treibt den Ballon ab über die Tribünen, sodass Dehorter keine Sicht auf das Spielfeld mehr hat und auf seine Reportage verzichten muss. Doch die Beharrlichkeit und Entschlossenheit, die Dehorter ausmachen, zahlen sich aus: Der Journalist kann die Presse überzeugen, dass sie sich nicht gegen den Fortschritt verwehren kann und mit dem Radio zusammenarbeiten muss. FOKUS : Berühmte Stimmen Sandro Ciotti Die Leidenschaft des Italieners Sandro Ciotti gilt dem Sport und ganz besonders dem Fußball. Er kommentiert an den Olympischen Spielen von Rom 1960 erstmals live am Radio: das Fußballspiel Dänemark gegen Argentinien. Doch wirklich in das kollektive Gedächtnis der Italiener geht er 1968 ein. Damals, nach einer mehr als 14-stündigen Radioübertragung der Olympischen Spiele von Mexiko, verändert sich seine Stimme und wird heiser. Diese Stimme ist von da an sein Markenzeichen: Ein einziges Wort genügt und er wird von den Zuhörern sofort erkannt. Seine Karriere als Radiomoderator ist sehr lange. Er kommentiert 14 Austragungen der Olympischen Spiele, 15 Mal den Giro d Italia und 9 Ausgaben der Tour de France sowie über 2400 Fußballspiele. Seine Stimme hören Sie in der Infosäule zu den Pionieren des Radios. Seine Stimme hören Sie in der Infosäule zu den Pionieren des Radios. Was sind die Hauptunterschiede zwischen der Arbeitsweise von Herrn Dehorter und jener eines Radiokommentators von heute? Was denkt ihr, weshalb fürchteten die Organisatoren der Olympischen Spiele damals die Konkurrenz durch das Radio? Worin unterscheidet sich der Radiokommentar vom Fernsehkommentar? Welche Art von Informationen muss dem Publikum in den beiden Fällen geliefert werden? Kennt ihr berühmte Sportkommentatoren (Radio oder Fernsehen) eures Landes? Nennt sie oder stellt Nachforschungen an

9 9 3/1 Die Entwicklung der Fernsehübertragung der Olympischen Spiele Olympische Winterspiele von Sotschi 2014, Kameras am Bahnrand der Eissporthalle Adler Arena. Das Fernsehen: voller Durchblick im Sport Das Fernsehen macht sicherlich den Löwenanteil der Medienberichterstattung über die Olympischen Spiele aus: Ab Ende der 1940er Jahre entwickelt sich die Beziehung zwischen den audiovisuellen Medien und dem Olympismus immer weiter, wovon alle Beteiligten profitieren. Die TV-Übertragung der Olympischen Spiele nimmt immer neue Formen an. Das Fernseherlebnis der Zuschauer zuhause wird zu einem Schlüsselfaktor bei der Vorbereitung der Olympischen Spiele eine riesige kommerzielle Herausforderung. In der Ausstellung: Bildschirme und Infosäulen zu den verschiedenen Aspekten der Entwicklung der TV-Übertragung der Olympischen Spiele wie beispielsweise: Statistiken, welche die Entwicklung der TV-Übertragung dokumentieren; Die wichtigsten Etappen der TV-Übertragung der Olympischen Spiele; Die Porträts dreier Persönlichkeiten, welche die TV-Übertragung der Olympischen Spiele geprägt haben; Erläuterung der Fortschritte bei der Vertonung und der Bildeinstellung. FOKUS: Die Olympischen Spiele gestern und heute filmisch festgehalten Die Olympischen Spielen von Berlin 1936 waren die ersten, die am Fernsehen übertragen wurden. Seither hat sich so einiges verändert. Das Fernseherlebnis der Zuschauer zuhause: Als es noch nicht üblich war, einen Fernseher in der guten Stube zu haben, wurden die olympischen Erfolge in den Filmwochenschauen im Kino auf die Leinwand projiziert. Mit der weiteren Verbreitung der TV-Geräte wurde das Fernseherlebnis der Zuschauer nach und nach in die eigenen vier Wände verlegt. Die Anzahl und die Positionierung der Kameras: 1936 in Berlin kamen drei Kameras zum Einsatz, heute sind es hunderte von Hochleistungskameras, die jede Bewegung der Athleten einfangen. Inzwischen sieht man die Wettbewerbe zuhause besser als auf der Tribüne! Die Bild- und Tonqualität: In weniger als hundert Jahren entwickelte sich die Fernsehnorm von schwachen 180 Zeilen (1936) zum hochauflösenden HDTV (2008) oder gar 3D-Fernsehen (2012); dasselbe gilt für den Ton, dessen Aufzeichnung, Bearbeitung und Übertragung immer besser werden. Die technologischen Fortschritte sind enorm und ermöglichen heute eine Übertragungsqualität, die noch vor wenigen Jahren unvorstellbar gewesen wäre. Unterhaltet euch über die technologischen Fortschritte wie Zoom, Zeitlupe usw. Unterhaltet euch über die Bedeutung des Tons für das Erlebnis des Fernsehzuschauers.

10 10 3/2 Die Entwicklung der Fernsehübertragung der Olympischen Spiele Die Olympischen Spiele von Innsbruck 1964 werden als erste in Übersee übertragen. FOKUS: The key stages in Olympic Games television broadcasting Berlin 1936 bis London 1948: Von der öffentlichen Vorführung in Kinos zum privaten Fernsehgenuss in der guten Stube (1948 verfügen in Großbritannien Haushalte über ein Fernsehgerät). Cortina d Ampezzo 1956 bis Innsbruck 1964: Die Kamerabilder werden auf große Magnetbänder aufgezeichnet. Die TV-Übertragung überquert 1964 den Atlantik. Tokio 1964 bis Montreal 1976: Die erste Live-Übertragung 1964; Farbe statt Schwarz-Weiß-Bilder ab 1968; seit 1976 werden die Olympischen Spiele vollständig übertragen. Los Angeles 1984 bis Atlanta 1996: 1984 wird der Film von der Videotechnik abgelöst. Ab 1988 werden die Kameras immer leistungsfähiger. Die neuen Super-Slow-Motion-Kameras bieten eine nie da gewesene Bildqualität und kommen erstmals an den Olympischen Spielen von 1996 zum Einsatz. Salt Lake City 2002 bis London 2012: Seit 2002 werden die Olympischen Spiele vollständig live übertragen; 2004 erfolgt erstmals ein Internet- Streaming; seit 2008 werden die Olympischen Spiele vollständig in HD-Qualität übertragen übertrifft die digitale Berichterstattung (Internet, Mobiltelefone und digitale Plattformen) die TV-Übertragung. Weitere Informationen sowie Anekdoten, Zahlen und Bilder finden Sie an der digitalen Wand. Wählt eine technologische Entwicklung aus, die im Zusammenhang mit der Fernsehübertragung der Olympischen Spiele steht, und stellt diese vor. Welcher Meilenstein oder welche Entwicklung im Bereich der (Übertragungs-)Technologie hat den Olympischen Spielen dazu verholfen, ein wirklich weltumspannendes Ereignis zu werden? Olympische Spiele von Berlin 1936, Filmdreh von Olympia, Leni Riefenstahl (hinter der Kamera). FOKUS: Drei Schlüsselfiguren Im Zusammenhang mit der Geschichte der Medienübertragung der Olympischen Spiele dürfen die folgenden drei Persönlichkeiten nicht unerwähnt bleiben: Leni Riefenstahl: Die 1902 geborene deutsche Filmregisseurin wird von der damaligen Regierung beauftragt, einen Dokumentarfilm über die Olympischen Spiele von 1936 in Berlin zu drehen. So entsteht ihr Film Olympia aus dem Jahr 1938, der als Vorläufer der TV-Übertragung gilt und die Filmkunst im Sport revolutioniert: ungewohnte Blickwinkel, Großaufnahmen mit Teleobjektiv, Extranahaufnahmen usw. Roone Arledge: Der US-Amerikaner ist zwischen 1964 und 1968 zuständig für die Olympia-Berichterstattung in den USA und setzt alles daran, dass die Fernsehzuschauer sich wie im Stadion fühlen : Athletenporträts, Zeitlupen, moderne Kameras, erläuternde Grafiken, Mikrofone nahe am Geschehen nichts bleibt unversucht, um die Emotionen und die Spannung, die dem Sport eigen sind, zu steigern. Manolo Romero: Ab 1968 setzt sich der Spanier für die Medienübertragung der Olympischen Spiele ein. Seit ihrer Gründung im Jahr 2001 und bis in das Jahr 2012 ist er als Leiter der Olympic Broadcasting Services (OBS) tätig und stets bestrebt, seine Mitarbeitenden zu Höchstleistungen anzuregen und sich den technologischen Fortschritt zunutze zu machen, um das bestmögliche Fernseherlebnis zu erreichen. Fotos und Videoausschnitte ergänzen diese Informationen. Was denkt ihr, weshalb diese drei Personen vorgestellt werden? Stimmt ihr der Aussage zu, dass hinter großen technologischen Fortschritten immer Schlüsselfiguren stehen? Weshalb?

11 11 4/1 Der Weg der Bilder: vom Sportplatz in die gute Stube das Beispiel von London 2012 Olympische Spiele von London 2012, International Broadcast Center (IBC). Eine Stunde live an den Olympischen Spielen Wir sind an den Olympischen Spielen von London, es ist der 29. Juli 2012 der 2. Wettkampftag zwischen 15 und 16 Uhr: 33 Wettbewerbe in 20 Sportarten laufen gleichzeitig an 18 verschiedenen Orten. Die riesige Bildproduktionsmaschine läuft auf Hochtouren. Im zweiten Ausstellungsbereich wird den Besuchern ein Blick hinter die Kulissen der Medienübertragung gewährt. Es wird erläutert, welche hoch modernen Geräte zum Einsatz kommen und wer die wichtigsten Akteure sind in diesem Prozess, dessen Ergebnis nahezu magisch erscheinen mag in Tat und Wahrheit aber dank jahrelanger Vorbereitung und sorgfältiger, unermüdlicher Arbeit zustande kommt. In der Ausstellung: Ein Ausstellungsbereich zeigt, wie es vor Ort zu und her geht, mit Kameras, Mikrofonen, einem Animationsfilm über den Übertragungswagen; Ein weiterer Bereich ist dem International Broadcast Center (IBC) gewidmet, mit einem erläuternden Film und einer langen Wand mit zahlreichen Bildschirmen, welche die 33 gleichzeitig stattfindenden Wettbewerbe zeigen; Der Bereich über die Sendeanstalten bietet unter anderem eine interaktive Aufgabe zum Vergleich von vier Kommentar-Versionen eines gleichen Wettbewerbs, eine interaktive Aufgabe, welche die unterschiedlichen Entscheidungen der Sendeanstalten für die Übertragungen vom 29. Juli 2012 zeigt, sowie Aussagen von Sendeanstalten. FOKUS: Der Weg der Bilder In London kommen nicht weniger als 1000 Kameras und 4000 Mikrofone (mehrere Duzend pro Wettbewerb) zum Einsatz, um alle Wettkämpfe festhalten und ausstrahlen zu können. An der Spitze dieser Operationen zur Aufzeichnung der Olympischen Spiele stehen die Olympic Broadcasting Services (OBS), ein Unternehmen, dass 2001 vom IOC gegründet wurde. Alle Bild- und Tonaufzeichnungen laufen in den Übertragungswagen zusammen, wo sie von den Regie-Teams live bearbeitet und geschnitten werden. Anschließend werden sie an das International Broadcast Center (IBC) überspielt, dem Herzstück der Übertragung der Olympischen Spiele. Das riesige Gebäude, das rund um die Uhr geöffnet ist, bietet Platz für bis zu Medienschaffende. Hier befinden sich die Geräte, die Büros und das Personal der OBS und der Sendeanstalten. Das internationale Signal, das die OBS produzieren, wird den Sendeanstalten aus aller Welt zur Verfügung gestellt, die dieses Material dann für ihr jeweiliges Zielpublikum aufbereiten. In zwei einfachen, didaktischen Animationsfilmen werden die Arbeit in den Übertragungswagen und die Abläufe im IBC erklärt. Wieso werden heute mehrere Kameras eingesetzt, um ein und denselben Wettkampf zu filmen? Welche Sportarten/Wettbewerbe (Winterspiele / Sommerspiele) würdet ihr für eine Medienübertragung in eurem Land auswählen? Weshalb?

12 12 4/2 Der Weg der Bilder: vom Sportplatz in die gute Stube das Beispiel von London 2012 Olympische Spiele von London 2012, Bogenschießen Blick von Lord s Cricket Ground. Ein Kameramann auf dem Wettkampfgelände. FOKUS: Die Berufe Kameramann und Kameraassistent Während der Olympischen Spiele arbeiten tausende Menschen verschiedener Berufsgruppen für die OBS. Dazu gehören auch Kameraleute und Kameraassistenten. Der Kameramann arbeitet hinter der Kamera. Diese bewegt er auf der Schulter oder dem Fuß, aber auch auf Schienen oder einem Kran. Er filmt Handlungen und Details gemäß den Anweisungen, die er über den Kopfhörer vom Regisseur im Regieraum erhält. Hinter ihm befindet sich der Kameraassistent. Sobald der Kameramann sagt Aufzeichnung läuft, sorgt der Kameraassistent dafür, dass der Kameramann durch kein Hindernis (Gegenstände, Personen) gestört wird. Das ist entscheidend, damit sich der Kameramann voll und ganz auf das Filmen konzentrieren kann und nicht befürchten muss, zu stolpern oder sich zu stoßen. Diese Berufsleute sind außerdem zuständig für den Auf- und Abbau sowie die Wartung der Geräte vor und nach den Wettbewerben. Olympische Spiele von London 2012, TV-Team bei der Arbeit. FOKUS: Die Arbeit der Sendeanstalten Die Olympischen Spiele werden auf der ganzen Welt mitverfolgt. Für jene von London beispielsweise betrug die Übertragungszeit insgesamt über Stunden auf 500 Fernsehsendern. Doch es werden nicht auf jedem Sender dieselben Wettbewerbe ausgestrahlt. Das ist verständlich: jedes Land hat seine Vorlieben beliebte Sportarten, nationale Spitzenathleten usw. Somit ist klar, dass jede Sendeanstalt aus dem Wettkampfangebot aussucht, was seinen Markt besonders anspricht. Mit Ausnahme des Finals des 100-Meter-Laufs der Männer und ein paar anderer Publikumsmagneten gibt es in den verschiedenen Ländern große Unterschiede bei der Wahl der ausgestrahlten Wettbewerbe. Auch die Kommentare (und die Kommentatoren) sind von Land zu Land ganz unterschiedlich. Sie erläutern das Geschehen mittels Off-Stimme, damit die Fernsehzuschauer den Wettkampf noch besser verfolgen können. Oftmals ziehen die Fernsehanstalten Spezialisten bei, die zusammen mit dem Kommentator durch den Wettkampf führen. Das sind meist aktive oder ehemalige Sportler oder zumindest ausgewiesene Kenner der jeweiligen Sportart. Dadurch sind sie in der Lage, eine taktische oder technische Einschätzung des Spiels und der Bilder abzugeben. Wärt ihr später gerne Kameramann an den Olympischen Spielen? Warum / Warum nicht? Sucht und präsentiert weitere Berufe im Zusammenhang mit der Medienübertragung der Olympischen Spiele. Weshalb werden die Sendeanstalten eures Landes wahrscheinlich nicht genau die gleichen Wettbewerbe ausstrahlen wie ein Nachbarland? Wählt zwei verschiedene Länder aus und erstellt eine Liste der Sportarten (oder Wettbewerbe) der Olympischen Sommer- und Winterspiele, die ihr in diesen Ländern ausstrahlen würdet.

13 13 5/1 Die Zukunft der Übertragung der Olympischen Spiele Olympische Spiele von London 2012, Schwimmen 3D-Kamera. Und was werden wir morgen sehen? Die Medienberichterstattung über die Olympischen Spiele von London 2012 verzeichnete ein nie dagewesenes Ausmaß: Weltweit verfolgten 3,7 Millionen Zuschauer und Zuhörer in 220 Ländern und Gebieten die Wettkämpfe. Dieser Rekord wurde möglich durch die Vervielfachung der Übertragungsmedien von Radio und Fernsehen bis zum Internet mit all seinen neuen Möglichkeiten. Welche neuen Technologien für die Übertragung der Olympischen Spiele erwarten uns? Wie werden wir morgen die Olympischen Spiele sehen? Der abschließende Ausstellungsteil gibt einen Vorgeschmack auf die neuen Wege, wie die Olympischen Spiele zum Live-Medienevent werden. In der Ausstellung: Ein Tablet-Computer mit der OVP-App (2014 in Sotschi getestet); Zwei Technologien, die derzeit an der ETH entwickelt werden und einmal mehr das Medienerlebnis der Zuschauer revolutionieren sollen, stehen zur Verfügung. FOKUS: Das hochauflösende Fernsehen hautnah dabei Vier Erfindungen haben die Live-Übertragung von Sportveranstaltungen nachhaltig geprägt: Auf 3D-fähigen Fernsehgeräten erhalten Bilder mit oder ohne Spezialbrille Raumwirkung! Für die Olympischen Spiele von London wurden 230 Stunden Live-Übertragung in 3D-Qualität produziert. Dank HD-TV (hochauflösendes Fernsehen) mit 4K oder sogar 8K verfügen die Bilder heute über 4-mal und 16-mal mehr Pixel und Schärfe. Doch Studien haben ergeben, dass die Wirkung auf den Fernsehzuschauer nicht so durchschlagend ist, wie man meinen könnte. Mit HFR (High Frame Rate) werden mehr Bilder pro Sekunde erfasst und angezeigt. So werden Sportwettkämpfe für den Fernsehzuschauer zu einem noch eindrücklicheren Erlebnis. HDR (High Dynamic Range) erhöht die Dynamik der Bilder. So sind Schattenbereiche auf dem Spielfeld und Bilder im Gegenlicht kein Thema mehr. Die Medienübertragung von morgen dürfte wohl eine gute Mischung aus all diesen Technologien sein. Oder vielleicht eine Neuheit, die wir heute noch gar nicht kennen. Was ist hochauflösendes Fernsehen? Weshalb hat HFR mehr Auswirkung auf den Fernsehzuschauer als 16K?

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