Gemeinschaftsschule Waldburg-Vogt

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1 Gemeinschaftsschule Waldburg-Vogt Informationsbroschüre Lernen in der Gemeinschaftsschule 1

2 Broschüre der Gemeinschaftsschule Waldburg-Vogt Inhalt und Gestaltung: Dr. Dominik Bernhart und Kathrin Schütz Februar 2014, Überabeitet im November 2014 Alle Rechte vorbehalten Die Verwendung der Fotos geschieht mit ausdrücklicher Genehmigung der darauf abgebildeten Personen. 2

3 Lernen in der Gemeinschaftsschule Ein zentrales Ergebnis der lernpsychologischen Forschung der letzten Jahre ist die Erkenntnis, dass Lernen ein einzigartiger und höchst individueller Prozess ist. Das bedeutet, dass jeder Mensch anders lernt. Die Einzigartigkeit äußert sich unter anderem darin, dass alle Menschen unterschiedlich schnell lernen. So unterscheiden sich die Lerntempounterschiede bei leistungsgemischten Lerngruppen bis zu einem Faktor von 1:5, das heißt die langsamsten Lerner benötigen 5 mal so viel Zeit wie die schnellsten, um das gleiche Lernziel zu erreichen. In einem Unterricht, der so aufgebaut ist, dass alle Schüler/innen quasi im Gleichschritt das gleiche lernen, kann man diesen Lerntempounterschieden nur schwerlich gerecht werden. Gleichzeitig unterscheiden sich die Lernenden erheblich im vorhandenen Vorwissen zu den einzelnen Themen. Um sinnvoll darauf aufbauen zu können und neue Lerninhalte mit dem Vorwissen verknüpfen zu können, ist es sinnvoll dieses Vorwissen zu berücksichtigen. Auch dies lässt sich mit einem eher frontal ausgerichteten Unterricht nur schwerlich erreichen. Die Antwort der Gemeinschaftsschule Waldburg-Vogt auf diese Erkenntnisse besteht in der Unterrichtsform des Individuellen Lernens (IL). Hier arbeiten die Schüler/innen in ihrem Lerntempo und sie werden in ihren Lernprozessen eng begleitet und beraten. Gleichzeitig findet das Lernen in unterschiedlichen Niveaustufen, ausgerichtet an den Bildungsstandards der Werkrealschule, der Realschule oder des Gymnasiums statt. So haben die Schüler/innen auch die Möglichkeit in unterschiedlichen Fächern auf unterschiedlichen Lernniveaus zu arbeiten. Das Lernen in der Gemeinschaftsschule ist dabei mehr als nur ein rein fachlich-inhaltliches Lernen. Das heißt, es geht um wesentlich mehr als nur das Pauken von Schulstoff. Vielmehr rückt der Kompetenzerwerb der Schüler/innen in den Blick, wozu unter anderem auch soziale, kommunikative, methodische und personale Kompetenzen zählen. In den folgenden Ausführungen wollen wir Ihnen das Lernen an der Gemeinschaftsschule näher erläutern und detaillierter nahebringen. Inhalt Individuelles Lernen (IL) in Deutsch, Mathematik und Englisch... 4 Individuelle Beratung und Lernbegleitung... 7 Lernwege planen, dokumentieren und reflektieren... 8 Medienkompetenz und Medienbildung an der Gemeinschaftsschule Waldburg-Vogt Bläserklasse an der Gemeinschaftsschule Waldburg-Vogt Theaterpädagogische Aktivitäten Gemeinschaft werden Gemeinschaft sein Stundenplan der Klasse 5 im SJ 2013/ Was sagen die Schüler/innen zum Lernen in der Gemeinschaftsschule? Kontakt/Termine

4 Individuelles Lernen (IL) in Deutsch, Mathematik und Englisch Inputs / Lernwege / Lernschritte Im individuellen Lernen bearbeiten die Schüler/innen die Inhalte der Kernfächer. Die Organisationsform ist eng an die, den Fünftklässlern vertraute, Wochenplanarbeit angelehnt. Entweder erhalten die Schüler/innen jede Woche einen Arbeitsplan mit den zu bearbeitenden Aufgaben, oder sie erhalten größere Lernpakete, die aus einzelnen Lernschritten bestehen. Für die Lernschritte gibt es jeweils eine Deadline bis zu welcher die Lernschritte bearbeitet sein müssen. Die Deadlines sind wichtig, denn sie garantieren den Schüler/innen, dass sie die Bildungsstandards auf den jeweiligen Niveaustufen im Laufe eines Schuljahres auch erreichen können. Schüler/innen, die Im individualisierten Lernen (IL) arbeiten die Schüler/innen an Einzelarbeitsplätzen. schneller sind, gehen einfach zum nächsten Lernschritt über. Mehrere Lernschritte werden zu einem Lernweg zusammengefasst. Der Lernweg beschreibt somit das übergeordnete Thema oder die zentralen Inhalte eines Kompetenzbereichs, z.b. in Mathematik Wiederholung der Grundrechenarten. Ein Lernweg wird jeweils mit einem Leistungsnachweis, z.b. einer Klassenarbeit abgeschlossen. Trotz aller Eigenverantwortung für ihre Lernprozesse werden die Schüler/innen dabei aber niemals alleine gelassen. Sie werden durch das Lehrerteam eng begleitet und unterstützt. Zur Unterstützung gehört, dass es in jedem Lernschritt verschiedene Inputs gibt. Inputs sind kurze Erklärungen und Einführungen in die Thematiken durch die Lehrkräfte, die in der Regel in kleinen Gruppen und in einer intensiven Lernatmosphäre stattfinden. Die Inputs können leistungsdifferenziert, also nur für Lerngruppen auf bestimmten Niveaus, oder aber auch für Lernende auf allen Niveaustufen angeboten werden. Die mögliche Struktur eines Lernschrittes zeigt die folgende Grafik: I N P U T Niveau A I N P U T Niveau A I N P U T Niveau A Niveau B I N Niveau B Niveau B Niveau C P U T Niveau C I N P Niveau C U T A B G A B E Mögliche Struktur eines Lernschritts bestehend aus Selbstlernphasen und Inputs Selbstkontrolle und konstruktive Fehlerkultur 4

5 Zu jedem Lernschritt gehört die Arbeit mit Selbstkontrollmaterialien. Dies kennen die Schüler/innen häufig schon aus der Grundschule. Durch die Selbstkontrolle wird die Eigenverantwortung der Schüler/innen für ihren eigenen Lernprozess deutlich. Sie sehen, was sie problemlos können und wo sie noch Hilfe und Unterstützung brauchen. Diese Hilfe können Sie sich gezielt bei den Lernbegleitern holen. Die individualisierte Vorgehensweise hat den Vorteil, dass die Schüler/innen genau die Hilfen bekommen, die sie tatsächlich auch benötigen. Selbstkontrolle durch die Schüler/innen Eine Grundvoraussetzung dafür ist der konstruktive Umgang mit Fehlern. Während es in der schulischen Vergangenheit häufig als schlecht angesehen wurde, wenn Schüler/innen Fehler machen, werden die Fehler in unserem Verständnis zu Lernchancen. Sie bieten Schüler/innen und Lernbegleiter/innen die Chance, gezielt zu fördern und falsche Vorstellungen und Vorgehensweisen zu erkennen und zu verbessern. Arbeit auf drei Niveaustufen Im individualisierten Lernen (IL) arbeiten die Schüler/innen auf den Niveaustufen der Werkrealschule, der Realschule oder des Gymnasiums. Dazu werden die Schulbücher der jeweiligen Schularten verwendet. So kann eine spätere mögliche Anschlussfähigkeit an die jeweilige Schulart, z.b. bei einem Wohnortswechsel sichergestellt werden. Die Niveaustufen können in den einzelnen Fächern unterschiedlich sein. Somit können wir Bsp. Mathematik: Schulbücher für WRS, RS und Gymnasium dem Leistungsvermögen der Schüler/innen gerechter werden als dies an anderen Schulen möglich ist. Die Schüler/innen können gezielt gefördert und gefordert werden und wir haben den Vorteil, dass die Schüler/innen nicht durch ihre schwächeren Fächer ausgebremst werden, bzw. in diesen Fächern permanent Misserfolge erzielen. In der aktuellen Klasse arbeiten mehrere Schüler/innen in den Kernfächern auf verschiedenen Niveaustufen. Festlegung der Niveaustufen Zunächst einmal betonen wir, dass die Festlegung der Niveaustufen niemals eine endgültige Angelegenheit ist. Es gibt an der Gemeinschaftsschule keine Leistungsschubladen, in die die Kinder einsortiert werden und aus denen sie nicht mehr herauskommen können. Vielmehr erfolgt die Festlegung der Niveaustufen immer nur für einen bestimmen Zeitraum. Anschließend wird der Lernweg betrachtet, die erbrachten Leistungen und das Arbeitsverhalten in den Blick genommen und über die weitere Arbeit im darauffolgenden Zeitraum entschieden. Grundsätzlich erfolgt die Festlegung der Niveaustufen immer im Gespräch zwischen Eltern, Schüler/innen und dem Lehrerteam. Die dabei zugrundelie- 5

6 Gemeinschaftsschule Waldburg-Vogt mit Kindern aus Waldburg Vogt Schlier Unterankenreute Wolfegg - Ravensburg gende Vorgehensweise beruht darauf, dass verschiedene Blickwinkel auf den Lernweg der Schüler/innen zusammenführt werden. Dies soll in der folgenden Grafik verdeutlicht werden. Das Ziel ist jeweils eine einvernehmliche Vorgehensweise, was bisher in allen Fällen problemlos gelungen ist. Multiperspektivische Diagnose Selbsteinschätzung der Schüler/innen Sicht der Eltern Einschätzung des Lehrerteams Gezeigtes Arbeitsverhalten Bisher erbrachte Leistungen Online-Diagnose (Schroedel/Westermann) Multiperspektivische Vorgehensweise bei der Festlegung der Niveaustufen in den Kernfächern. Ziel: Zone der nächsten Entwicklung Gemeinschaftsschule Waldburg-Vogt 2 6

7 Individuelle Beratung und Lernbegleitung Lernen als individueller Prozess zu gestalten ist anspruchsvoll. Die Schüler/innen benötigen dabei Unterstützung und Hilfestellungen und dürfen keinesfalls sich selbst überlassen werden. In der Gemeinschaftsschule erhalten sie diese Hilfe und Unterstützung in zweifacher Hinsicht: Fachbezogene Beratung Durch die gute personelle Ausstattung ist es möglich, die Schüler/innen im Unterricht individuell auf der fachlichen Ebene zu beraten und zu unterstützen. So können jeweils individuelle Erklärungen und Hilfestellungen gegeben werden und die Schüler/innen erhalten die Unterstützung, die sie zur Bewältigung der Lernwege auch benötigen. Es finden in den Kernfächern (Deutsch, Mathematik, Englisch) regelmäßige fachliche Beratungsgespräche zwischen den Lernbegleiter/innen und den Schüler/innen statt, in denen Probleme geklärt, Lernwege reflektiert und Unterstützung Individuelle Lernberatung im Fach Englisch. gegeben wird. Darüber hinaus erhalten die Schüler/innen regelmäßig differenzierte Rückmeldungen zu den von ihnen bearbeiteten Lernschritten, welche Impulse für die weitere Arbeit beinhalten. Einzel-Coaching zu überfachlichen Kompetenzen Neben der Lernberatung in den einzelnen Fächern gibt es an der Gemeinschaftsschule Waldburg-Vogt ein Coaching-System im Bereich der überfachlichen Kompetenzen. Dazu gehören u.a. Teamfähigkeit, Selbständigkeit, Umgang mit Regeln usw. Alle Schüler/innen der 5. Klasse haben ihren festen Coach innerhalb des Lehrerteams. Mit diesem Coach setzen sie sich regelmäßig zusammen und überlegen, in welchen Bereichen es gut läuft und in welchen es Verbesserungsbedarf gibt. Dazu wird jeweils die Selbsteinschätzung der Schüler/innen mit der Fremdeinschätzung durch die Lehrkräfte verglichen und ein möglichst konkretes Entwicklungsziel für den nächsten Zeitraum festgelegt. Einschätzung der überfachlichen Kompetenzausprägungen 7

8 Lernwege planen, dokumentieren und reflektieren Dem individuellen und selbständigen Lernen der Schüler/innen kommt in der Gemeinschaftsschule ein großer Stellenwert zu. Das möglichst selbstgesteuerte Lernen ist ein sehr anspruchsvolles Ziel: Die Schüler/innen müssen ihren Ausgangspunkt kennen: Wo stehe ich? Was kann ich schon? Was sollte ich noch vertiefen? Sie müssen das Ziel kennen: Wo möchte/muss/sollte ich hinkommen? Ist das Ziel realistisch erreichbar? Sie müssen den Weg kennen, der zum Ziel führt. Sie müssen sich den Lernweg so einteilen, dass sie das Ziel in der zur Verfügung stehenden Zeit auch erreichen können. Lerntagebuch Dies sind komplexe lernpsychologische Prozesse, an die die Schüler/innen langsam und behutsam herangeführt werden. An der Gemeinschaftsschule Waldburg-Vogt geschieht dies vor allem über das Lerntagebuch. Im Lerntagebuch planen die Schüler/innen ihre Lernwege und dokumentieren, was sie in den IL-Stunden gearbeitet haben, also auch, ob und wie sie ihre Planungen umsetzen konnten. Um für künftige Lernprozesse aus den gemachten Erfahrungen profitieren zu können, ist es notwendig, die Lernwege zu reflektieren. Das heißt, die Schüler/innen betrachten den Lernweg und überlegen was daran gut und was noch optimiert werden könnte. Daraus nehmen sie sich einen Vorsatz für die nächste Woche. Darüber hinaus werden Arbeitsaufträge für zuhause und Mitteilungen für die Eltern im Lerntagebuch festgehalten. Für die Eltern bietet das Lerntagebuch somit die Möglichkeit, die Lernprozesse ihrer Kinder intensiv zu begleiten. Die Schüler/innen, die Eltern und die Lehrkräfte unterschreiben das Lerntagebuch wöchentlich. Lerntagebuch der Klasse 5 8

9 Onlinebasiertes Lernmanagement: INFOMENTOR Neben der Arbeit mit dem Lerntagebuch werden die Lernprozesse der Schüler/innen in INFOMEN- TOR dokumentiert. Zugang zu INFOMENTOR haben die Schüler/innen, deren Eltern und die Lehrkräfte. In INFOMENTOR sind die einzelnen Lernschritte der Schüler/innen hinterlegt und es wird angezeigt, welche Schritte von den Schüler/innen bearbeitet wurden, welche sie in der vorgegebenen Zeit bearbeitet haben (grüne Fähnchen) und mit welchen sie in Verzug sind (rotes Fähnchen). Auch Leistungsnachweise (z.b. Kurztests und Klassenarbeiten) werden eingetragen, sowie deren Bewertungen und Rückmeldungen durch die Lehrkräfte. Hans Mustermann Lernmanagement mit INFOMENTOR Ebenfalls in Infomentor enthalten ist ein Kalender, der die relevanten Termine für die Klasse enthält, z.b. Ausflüge, Wandertage, Klassenarbeiten mit einer kurzen Beschreibung der Inhalte und Themen usw. Infomentor stellt somit ein wesentliches Mittel für Eltern und Lehrkräfte dar, um alle wichtigen Informationen zum Lernstand und zum Schulleben auszutauschen. 9

10 Medienkompetenz und Medienbildung an der Gemeinschaftsschule Waldburg-Vogt Wir sind die Schule mit den Tablet-PCs! Das war zumindest im ersten Jahr der Gemeinschaftsschule Waldburg-Vogt der Fall. Im vergangenen Schuljahr stand allen Schüler/innen ein Tablet-PC zur Verfügung. Da sich diese Geräte jedoch im alltäglichen praktischen Einsatz nicht bewährt haben (zu störungsanfällig und zu wenig robust), haben Schule und die Gemeinden die einzig richtige Konsequenz gezogen und ab dem Schuljahr 2014/15 werden die Tablet-PCs durch Laptops ersetzt. Das Multimedia-Konzept der Schule ändert sich dadurch nicht grundsätzlich: Die Geräte werden so oft, wie es sinnvoll und möglich ist, im Unterricht eingesetzt. Das ist gegenüber der bisherigen Arbeit mit dem Computerraum eine deutliche Erleichterung und ermöglicht den Schüler/innen auch die individuelle Arbeit am PC im Klassenzimmer. Das bedeutet freilich nicht, dass die herkömmlichen Dokumentationsmethoden (Heft, Ordner, Vokabelheft) und die Darstellungen von Hand (z.b. Schriftbild, oder das Zeichnen in Mathematik) einen geringeren Stellenwert einnehmen würden. Vielmehr werden die herkömmlichen Arbeitsformen systematisch durch das Einbeziehen der neuen Medien ergänzt und die Kompetenzen der Schüler/innen in diesem Bereich erweitert. Damit beschreitet die Gemeinschaftsschule innovative Wege. Zum Aufbau der entsprechenden Kompetenzen benötigen die Schüler/innen das technische Knowhow, z.b. die grundlegende Bedienung der Geräte, das Speichern von Dateien in den entsprechenden Ordnern, Grundlagen im 10-Finger- Schreiben usw. Um dies neben dem Einsatz der Geräte im normalen Unterricht sicherzustellen, haben die Schüler/innen das Fach ITG (Informationstechnische Grundlagen), wo unter anderem im 5. Schuljahr auch der Themenkomplex Suchen und Finden im Internet, die Einführung in die Textverarbeitung mit WORD, die einfache Bildbearbeitung und das Absolvieren eines Tastaturtrainingsprogramms auf dem Programm stehen. Damit unterscheidet sich die Gemeinschaftsschule Waldburg-Vogt deutlich von den anderen weiterführenden Schulen, in denen es Arbeit mit den Tablet-PCs im Schuljahr 2013/14 einen vergleichbaren, systematisch aufgebauten ITG-Unterricht ab der 5. Klasse nicht (mehr) gibt. Darüber hinaus wird im Fach Englisch systematisch mit dem onlinebasierten Vokabeltrainer Quizlet gearbeitet, der von den Schüler/innen auch von zuhause aus genutzt werden kann. Dabei werden die Englisch-Vokabeln von der Lehrerin jeweils passend zu den gerade bearbeiteten Lektionen eingefügt. Die Arbeit mit Quizlet macht den Schüler/innen, auch wegen der verschiedenen spielerischen Formen zum Vokabellernen, in der Regel großen Spaß. Die Lernwegedokumentation findet neben den Lerntagebüchern auch digital und onlinebasiert über Infomentor statt. Hier können die Schüler/innen ihren Stand bei der Arbeit an Lernwegen und Lernschritten einsehen und sich neue Materialien ausdrucken. Die Eltern haben über Infomentor die Möglichkeit, sich aktuell über die Lernentwicklung ihrer Kinder zu informieren und über den Kalender die wichtigsten Termine (z.b. Leistungsnachweise) im Blick zu behalten. 10

11 Bläserklasse an der Gemeinschaftsschule Waldburg-Vogt Seit dem Schuljahr 2004/05 besteht an unserer Schule eine Bläser- und Gitarrenklasse. Das bedeutet, dass alle Schüler/innen die Möglichkeit haben, im Rahmen des Musikunterrichts an der Schule ein Blasinstrument oder Gitarre spielen zu lernen. Die Ziele, die mit der Bläserund Gitarrenklasse verbunden werden, sind vielfältig. Neben der praktischmusikalischen Ausbildung, stehen Spaß und Freude am Musizieren, aber auch grundlegende erzieherische und soziale Ziele (z.b. Probendisziplin, Einordnen in Das tiefe Blech an der GMS Waldburg-Vogt. ein Ensemble, langfristiges Üben im Sinne von dranbleiben usw.) im Vordergrund. Dies wird bei den Bläsern vor allem beim gemeinsamen Musizieren deutlich. Besondere Highlights sind dabei die Auftritte, mit denen sich die Bläserklasse im Laufe des Schuljahres immer eindrucksvoll am Schulleben beteiligt. So konnte die neue Bläserklasse (bestehend aus Fünft- und Sechstklässlern) ihre bisher erworbenen Fähigkeiten bei der gemeinsamen Weihnachtsfeier am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien unter Beweis stellen und wurde für ihre Weihnachtsliederdarbietungen mit langanhaltendem Applaus der anwesenden Eltern, Schüler/innen und Lehrkräfte belohnt. Insgesamt erwerben die Schüler/innen in der Bläserklasse hervorragende Voller Einsatz an der Trompete! Grundlagen, auf denen sie später beim Musizieren in den örtlichen Vereinen aufbauen können. Der Unterricht in der Bläserklasse wird von den studierten Musiklehrkräften der Schule gehalten (Frau Friedrich tiefes Blech, Frau Ruetz Flöte, Herr Bernhart Klarinette/Saxofon), die dabei durch Herrn Bossler (Trompete) unterstützt werden. Den Gitarrenunterricht übernimmt Herr Kalkreuth. 11 Das Saxophon-Register

12 Die Schüler/innen der Bläserklasse freuen sich über die neuen Instrumente. Theaterpädagogische Aktivitäten Im Rahmen des musisch-ästhetischen Profils sind uns theaterpädagogische Aktivitäten wichtig. Diese werden immer, wenn es stundenplantechnisch möglich ist, projektartig oder, wie im Schuljahr 2013/14, als freiwillige Arbeitsgemeinschaft angeboten werden. Hier arbeiten Lehrkräfte mit theaterpädagogischen Zusatzqualifikationen mit den Schüler/innen im Bereich des darstellenden und szenischen Spiels. Damit werden vielfältige pädagogische und bildungsbezogene Zielsetzungen angestrebt. Unter anderem dient das Theater als eine Möglichkeit fächerübergreifend zu arbeiten, z.b. in den Fächern Deutsch, Kunst, Musik und Sport. Beim Theaterspielen kommt es auf wichtige Aspekte der Teamfähigkeit, Koordination, die Bereitschaft sich aufeinander und das Spiel einzulassen, die Zuverlässigkeit der Beteiligten und vielfältige technische Teilkompetenzen (wie z.b. die Bühnentechnik) an. Für die Schüler/innen stellt das Theater eine Form der künstlerischen und persönlichen Auseinandersetzung mit literarischen Inhalten und deren Interpretationen dar, der ihnen im schulischen Alltag eine willkommene Abwechslung bietet. Theaterspielen bietet die Möglichkeit, sich Auszug aus der Probenarbeit: selbst kennen zu lernen und persönlich weiter Szene Gefangen im Fahrstuhl zu entwickeln. Bei kleinen und großen Auftritten soll das Selbstbewusstsein und der Stolz auf die eigene Leistung gestärkt werden. 12

13 Gemeinschaft werden Gemeinschaft sein Die Gemeinschaftsschule lebt von einer starken Gemeinschaft, in der die einzelnen Schüler/innen gut zusammen lernen, arbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Aus diesem Grund legt die Gemeinschaftsschule Waldburg-Vogt besonderen Wert auf Aspekte des sozialen Miteinanders und fördert die Prozesse der Teambildung der Schüler/innen. Ein besonderer Stellenwert kommt hierbei der Kennenlernphase zu Beginn des fünften Schuljahres zu. Hier werden (mit Unterstützung unserer Schulsozialarbeiterin Frau Veith) Aktionen zum Kennenlernen und zur positiven Unterstützung der Gruppendynamik durchgeführt. So wurden als Teil der Kennenlerntage u.a. gemeinsame Regeln erarbeitet, verschiedene gruppendynamische Spiele umgesetzt und am Bild einer gemeinsamen Stadt gebaut. Dies geschah immer unter der Frage, welche Faktoren zu einem gelingenden Zusammenleben beitragen können. Ein besonderes Highlight stellte der erlebnispädagogische Aktionstag dar, der gemeinsam mit einem externen Trainer durchgeführt wurde. In verschiedenen Szenarien war es notwendig, dass sich die Schüler/innen als Gruppe auf Lösungsstrategien einigen und diese als Team umsetzten. Die gruppendynamischen Prozesse wurden reflektiert und einzelne Rollen in einer Gruppe besprochen. Hierfür wurde die Metapher eines Flugzeugs verwendet: es braucht Piloten, Kopiloten, Passagiere und Servicepersonal. Ein reibungsloser Flug funktioniert nur, wenn alle Gruppen vertreten sind. Dabei konnten sich die Schüler/innen in den verschiedenen Übungen in verschiedenen Rollen (mal als Passagier, mal als Pilot usw.) erleben. Das zentrale Ergebnis bestand darin, dass sie nur dann als Gruppe erfolgreich sein können, wenn alle (im wahrsten Sinne des Wortes) an einem Strang ziehen und sie sich gegenseitig unterstützen. Rettungsaktion am Säureteich : Die Klasse spannt das Seil, so dass ein Schüler darüber klettern kann. Die gemeinschaftsfördernden Bemühungen und Angebote sind selbstverständlich nach der Kennenlernphase nicht abgeschlossen und stellen einen kontinuierlichen Baustein der pädagogischen Arbeit dar. So werden im laufenden Schuljahr unter anderem systematische Sozialtrainings in Kleingruppen und z.t. auch einzeln durchgeführt. All diese Maßnahmen sind keine isolierten Angebote, sondern stehen in enger Verzahnung zur Lern- und Entwicklungsbegleitung der Schüler/innen, die beispielsweise in den Coachinggesprächen regelmäßig systematisch aufgegriffen und reflektiert werden. 13

14 Stundenplan der Klasse 5 im SJ 2013/14 14

15 Was sagen die Schüler/innen zum Lernen in der Gemeinschaftsschule? Das Lernkonzept unserer Gemeinschaftsschule Waldburg-Vogt ist pädagogisch und lernpsychologisch sorgfältig begründet. Die Ausstattung der Schule mit Lehrkräften, Lehrerstunden, Lernmaterialien und Medien lässt eine gute Umsetzung zu und aus Sicht der beteiligten Lehrkräfte gelingt dies auch. Doch all dies ist nur die eine Seite der Medaille. Die zweite Seite betrifft die Schüler/innen selbst: Wie erleben Sie die Gemeinschaftsschule und wie geht es ihnen beim Lernen in dieser Schulform? Wir möchten Ihnen heute die Ergebnisse einer Befragung der 5.-Klässler/innen vorstellen, die wir am durchgeführt haben. Um das Antwortverhalten möglichst wenig zu beeinflussen haben wir mit einer offenen Fragestellung gearbeitet, das heißt, es gab keine Antwortvorgaben zum Ankreuzen, sondern die Schüler/innen wurden gebeten alles aufzuschreiben, was ihnen zur Fragestellung einfällt. Eine Vorbesprechung möglicher Antworten gab es selbstverständlich auch nicht, da dies ebenfalls das Ergebnis verfälscht hätte. Die Schüler/innen wurden gebeten, die Aussage Ich empfehle unsere Schule, weil zu vervollständigen. Dabei waren natürlich mehrere Antworten möglich. Die Antworten der Schüler/innen zeigt folgende Grafik: Individuelles Lernen / Arbeiten auf 56% keine Hausaufgaben 50% Tablet-PCs nette Lehrer/innen Viele / große Räume Mehr Lehrpersonen/bessere Betreuung ich muss nicht mit dem Bus fahren 33% 28% 28% 28% 28% Unterricht macht Spaß Gemeinsames Lernen / Arbeiten Bläserklasse 17% 17% 22% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% Ohne in der Interpretation der Ergebnisse zu sehr ins Detail zu gehen, wird dabei sehr deutlich, dass die Schüler/innen vor allen Annehmlichkeiten, die die Gemeinschaftsschule bietet (z.b. keine Hausaufgaben zu haben) die Arbeit im Bereich des individuellen Lernens schätzen, welche die Möglichkeit der Arbeit auf verschiedenen Niveaustufen bereit hält. Damit ist eine individuelle Förderung der Schüler/innen verbunden, die auch beinhaltet, dass jeder/jede Einzelne von ihnen in den Kernfächern auf unterschiedlichen Niveaustufen arbeiten kann. Wenn ein Kind in einem Fach Stärken hat, arbeitet es auf einer höheren Niveaustufe als in Fächern, in denen es sich schwerer tut. Im Rahmen der traditionellen Dreigliedrigkeit wäre es nur schwer vorstellbar, dass ein Kind in einem Fach auf gymnasialem Niveau arbeitet, in einem anderen vielleicht auf dem Niveau der Werkrealschule. Die Kinder wissen und schätzen dies! Gleichzeitig wird die Tatsache positiv bewertet, dass es an der GMS keine Hausaufgaben gibt. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass die Schüler/innen mehr Stunden in der Schule verbringen und mehr Unterricht haben als die Schüler/innen der anderen Schularten. Von den Kindern, aber auch von El- 15

16 tern (Aussagen in Elterngesprächen) wird dies als positiv empfunden. Die Lernprozesse finden weitgehend in der Schule statt und das häusliche und familiäre Miteinander wird vom (oftmals stattfindenden) Kampf um die Hausaufgaben entlastet. Insgesamt kommt das Konzept der Gemeinschaftsschule bei den Schüler/innen gut an. Sie schätzen die Ausstattung der Schule durch entsprechende Räumlichkeiten und vorhandene Lehrerstunden und die Profilbereiche der Schule im Multimedia- und Musikbereich. Eine besonders erfreuliche Aussage eines Schülers der 5. Klasse erreichte uns über seine Eltern. Darin wird deutlich, dass der Ansatz, die individuellen Schüler/innen und ihre individuellen Lernprozesse in den Blick zu nehmen, Früchte trägt: Hier habe ich zum ersten Mal das Gefühl, hier bin ich wer. 16

17 Gemeinschaftsschule Waldburg-Vogt Standort Waldburg Amtzeller Straße Waldburg Telefon: (Waldburg) Telefax: Standort Vogt Schulstraße Vogt Telefon: (Vogt) Telefax: / Weitere Informationen Informationsveranstaltungen - Tag der offenen Tür: Freitag, den 30. Januar 2015 von Uhr, am Standort Vogt - Infoabend: Donnerstag, den , Uhr am Standort Vogt Schulanmeldung Mittwoch und Donnerstag 25./26. März 2015, Uhr im Sekretariat der Schule am Standort in Waldburg oder in Vogt 17

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