Die Zukunft der Weiterbildung Trends in der betrieblichen Bildung

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1 Die Zukunft der Weiterbildung Trends in der betrieblichen Bildung von Dr. Michael Ihne M a n c h e Tre n d s i n d e r b etrieblichen Bildung ko m m e n u n d g e h e n. So w u rd e vo r we n i g e n J a h re n d i e v i r tuelle We l t Seco n d L i fe a l s w i c htige P l a ttfo r m f ü r Bildungsprozesse e i n g eschätz t, h e u te s p r i c ht ka u m n o c h j e m a n d d a - vo n. A n d e re Tre n d s w i e Blended Learning o d e r We b Based Tra i n i n g h a b e n s i c h i n z w i schen fest i n d e r We i te r b i l d u n g eta b l i e r t u n d we rd e n wo h l a u c h d i e n ä c h ste n J a h re e i n e w i c htige Ro l l e s p i e l e n. Wie s i e ht es a u s m i t M o b i - l e Learning, Soz i a l e n N etz we r ke n, Wikis, Serious G a m es, M i c ro l earning u n d Co.? Wa s k ö n nte s i c h d u rc h setze n? U n d we l c h e n E i nfluss a u f d i e Zu ku nf t d e r We i te r b i l d u n g h a t d e r d e m o g ra fische Wa n d e l? D e r Ve rs u c h e i n es Ü b e r b l i c ks. Zwei der Fragen, die sich Unternehmen in Bezug auf den demografischen Wandel stellen sollten, sind deshalb: Wie können das Wissen und die Kompetenz der vielen Millionen Menschen, die in den nächsten Jahren den Arbeitsder autor Dr. Michael Ihne Studium der Psychologie in Regensburg (Fachrichtung Angewandte Psychologie). Promotion an der Technischen Universität Dresden im Bereich Lernsoftware-Evaluation. Gründung der elearning-firma cognicom Mitte der 1990er Jahre Gründung der cogni.net GmbH, dort geschäftsführender Gesellschafter. Verantwortlich für zahlreiche elearning-projekte in Unternehmen und Hochschulen. Entwicklung von elearnings unter anderem zu Selbstlernkompetenz, Zeitmanagement und Einführung in elearning. Besonders interessiert an Mobile Learning, Serious Games und innovativen Lernformen. In den nächsten Jahren werden mehrere Millionen Arbeitnehmer pensioniert und die Unternehmen verlassen. Das Durchschnittsalter in den Betrieben wird dennoch deutlich zunehmen, da aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge weniger Jüngere nachrücken. Ältere Mitarbeiter werden somit eine zentrale Bedeutung in den Unternehmen bekommen. Um diese Zielgruppe auf einem aktuellen Wissensstand halten zu können, wird der Bedarf an Weiterbildungsmaßnahmen steigen. Auf der anderen Seite üben jüngere Lernende einen vorsichtigen, aber zunehmenden Druck auf die etablierte Weiterbildungs-Branche aus: Die Digital Natives sind mit Internet und sozialen Netzwerken, Blogs und Wikis aufgewachsen und wünschen deren Einsatz auch in der betrieblichen Bildung. Deshalb sind sowohl die Anbieter von Weiterbildungsmaßnahmen als auch die Unternehmen gefordert, sich mit den neuen Herausforderungen auseinanderzusetzen und Lösungsansätze zu entwickeln. Auf den folgenden Seiten werden nicht nur aktuelle Trends zur Zukunft der Weiterbildung vorgestellt. Es sollen auch Verantwortliche zu Wort kommen, die sich mit der Weiterbildung beschäftigen. Hierzu wurden in folgenden Unternehmen und Organisationen Interviews durchgeführt und Statements eingeholt (in alphabetischer Reihenfolge): Alfred Kärcher GmbH & Co. KG, Allianz SE, BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH, Bundesverband Initiative 50Plus, Credit Suisse AG, DATEV eg, Epson Deutschland GmbH und Festo AG & Co. KG. Demografischer Wandel und Digital Natives Demografischer Wandel bedeutet mehr als nur das Fokussieren auf ältere Mitarbeiter: Er bedeutet auch, dass der Anteil jüngerer Menschen zurückgeht, dass der Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund zunimmt und dass zukünftig viel mehr Frauen am beruflichen Alltag teilhaben werden, sagt Gerd Schierenbeck, Landesvorsitzender Niedersachsen des Bundesverbandes Initiative 50Plus. Viele Unternehmen seien sich der Situation, die in fünf bis zehn Jahren eintreten werde, noch gar nicht bewusst. Es gibt große Unternehmen, die kennen noch nicht einmal ihre Altersstruktur. Und sie wissen auch nicht, wie viele Menschen den Betrieb in den nächsten Jahren verlassen werden und wie der damit verbundene Kompetenzverlust aufgefangen werden kann, so Schierenbeck. Unternehmen müssten sich, auch in der Weiterbildung, auf ältere Mitarbeiter und deren Bedürfnisse einstellen, da in zehn Jahren die Hälfte aller Mitarbeiter 50 Jahre oder älter sein werden. Firmen wie die Allianz gehen dies systematisch an und analysieren den konkreten langfristigen Personalbedarf ebenso wie die internationalen Trends, um das Unternehmen auf geänderte Altersstrukturen vorzubereiten. Auf der anderen Seite kommt die in den 1980er Jahren geborene Generation Y in den Unternehmen an und verändert dort die Arbeits- und Bildungskultur. So beziehen die sogenannten Digital Natives Informationen und Nachrichten schon heute hauptsächlich über das Internet und diskutieren Fragen auf verschiedenen Web-Plattformen. Zur Kommunikation mit Freunden und Kollegen nutzen sie bevorzugt soziale Netzwerke wie Facebook. Auch an Schulen und Universitäten ist Facebook ein oft verwendetes Kommunikationsmittel: So posten Lehrer oder Dozenten aktuelle Informationen wie den Ausfall einer Unterrichtsstunde auf Facebook. Studierende vereinbaren Termine für Lerngruppen meist nicht per oder SMS, sondern über das soziale Netzwerk. Die Grenzen zwischen der privaten und beruflichen Nutzung sind dabei fließend. Auch der Umgang mit Wissen allgemein ist bei der jüngeren Generation ein ganz anderer: Wissen wird nicht nach dem Motto Wissen ist Macht gehortet, sondern frei und offen an alle weitergegeben. 18 JAHRBUCH elearning & Wissensmanagement 2013

2 Digital Immigrants Neben dem Blended Learning hat aber auch der Einsatz von Web Based Training in den Unternehmen nicht an Bedeutung verloren. Ganz im Gegenteil: In der schon genannten Trendstudie MMB Learning Delphi 2012 steht Web Based Training bei der Frage nach den bedeutendsten Lernformen der nächsten drei Jahre auf Platz zwei. Zwar sehen die im Rahmen dieses Artikels befragten Unternehmen auch kritische Aspekte hinsichtlich des Einsatzes von Web Based Trainings. So ist für Dr. Knut Eckstein von der DATEV elearning keine eierlegende Wollmilchsau. Er verweist darauf, dass elearning bei der DATEV überwiegend in Kombination mit anderen Lernformen genutzt wird. Auch praktische Fragen erschweren den Einsatz von elearning im Berufsalltag. So sieht Guido Rixe von der Kärcher Academy Herausforderungen vor allem beim internationalen Einsatz, unter anderem bei der Qualitätskontrolle. Wie kann zum Beispiel sichergestellt werden, dass Bildmotive in allen Kulturkreisen adäquat aufgenommen werden?. Und Sandra Kraft von Epson befürchtet, dass die Lernenden bei schlecht gemachtem elearning zum stumpfen Abklicken neigen. Torsten Goldammer sieht bei Festo keine größeren Einsatzrisiken als bei an- Abbildung 1: Ein Überblick über die in diesem Artikel behandelten Themen. markt verlassen, an die Jüngeren weitergegeben werden? Und: Wie kann die Weiterbildung die Zielgruppen mit ihren teilweise sehr unterschiedlichen Lerngewohnheiten erreichen von den Digital Natives bis hin zu älteren Mitarbeitern? Bei der zweiten Frage gibt es prinzipiell zwei Vorgehensweisen: Die Erstellung getrennter Angebote für die verschiedenen Zielgruppen oder ein übergreifendes Angebot für alle. Oft bleibt Anbietern und Unternehmen aufgrund von Kostendruck gar keine andere Möglichkeit, als eine Lösung für alle Altersgruppen bereit zu stellen. Viele der für diesen Artikel befragten Unternehmen halten ein spezielles Angebot für ältere Arbeitnehmer nicht für notwendig. So sagt Dr. Knut Eckstein von der DATEV eg: Weiterbildungsmaßnahmen, die sich ausschließlich an ältere Arbeitnehmer richten, werden bei uns eher kritisch gesehen. Das könnte leicht als Stigmatisierung oder sogar Diskriminierung empfunden werden. Maßnahmen für Ältere gibt es deshalb nur bei wenigen Themen. Wir gehen bei unseren Maßnahmen im Normalfall von altersgemischten Teilnehmergruppen und von dazu passenden Lernszenarien aus. Bei Festo wird versucht, das Angebot an Lernmaterialien möglichst breit zu fächern, um möglichst alle zu erreichen. Torsten Goldammer: Es ist immer wieder erstaunlich, dass auch die sogenannten Digital Natives neben den elektronischen Medien durchaus auch sehr gern zum gedruckten Handbuch greifen. Und was die ältere Generation angeht, erlebe ich immer wieder, dass sie sich nahezu mühelos in Onlinesessions einwählen und angebotene Audio- und Videolektionen nutzen. Blended Learning und Web Based Trainings Die Kombination aus Präsenzveranstaltungen und elearning gibt es schon seit den 1980er Jahren. Mittlerweile hat sich Blended Learning fest in der betrieblichen Weiterbildung etabliert. Und auch künftig bleibt Blended Learning die Lernform Nr. 1, wie die Trendstudie MMB Learning Delphi 2012 titelt. Das zeigen auch die Stimmen aus den Unternehmen: Blended Learning Konzepte, die den Lernenden durch elearning-einheiten zwischen den Präsenzphasen begleiten, sind ein fester Bestandteil der Weiterbildung in der BSH, sagt Jürgen Brodowski, Spezialist für online lernen in der BSH Academy. Die Teilnehmer nennen als großen Vorteil, dass der Prozess der nachhaltigen Wissensvermittlung durch die Kontinuität des Lernens über einen längeren Zeitraum unterstützt wird und so eine bessere Verankerung des vermittelten Wissens erreicht wird. Auch bei der Kärcher Academy wurden durchweg positive Erfahrungen mit Blended Learning gemacht, so Guido Rixe, Leiter der Academy. Unsere elearning Module bereiten die Grundlagenschulungen (Präsenztrainings) sinnvoll und zielführend vor. Bei Epson wird Blended Learning in Abhängigkeit von den Inhalten eingesetzt: Wissen wird online vermittelt, Fähigkeiten face to face. Sandra Kraft, bei Epson zuständig für Training im EMEA-Raum, nennt hierfür ein Beispiel: In Führungskräfte-Weiterbildungen setzt man sich online mit dem Thema Kommunikations-Theorien auseinander und im face to face-bereich wird dann geschaut, wie das in die Praxis umgesetzt werden kann. Für Torsten Goldammer bei Festo, wo Blended Learning eine zentrale Rolle spielt, ist der persönliche Kontakt zum Trainer in den Präsenzphasen sehr wichtig, genauso wie die konsequente Kombination mit praktischen Übungen für die Teilnehmer. Thomas Glatt von den elearning Solutions bei der Credit Suisse sieht Blended Learning inzwischen als Selbstverständlichkeit. Und er ergänzt: Bei uns wird gar nicht mehr von Blended Learning gesprochen, sondern Lernen beinhaltet einfach alle diese Formen. Viele der für diesen Artikel befragten Unternehmen halten ein spezielles Angebot für ältere Arbeitnehmer nicht für notwendig. So sagt Dr. Knut Eckstein von der DATEV eg: Weiterbildungsmaßnahmen, die sich ausschließlich an ältere Arbeitnehmer richten, werden bei uns eher kritisch gesehen. Das könnte leicht als Stigmatisierung oder sogar Diskriminierung empfunden werden. Maßnahmen für Ältere gibt es deshalb nur bei wenigen Themen. Wir gehen bei unseren Maßnahmen im Normalfall von altersgemischten Teilnehmergruppen und von dazu passenden Lernszenarien aus. 19

3 Weiterbildung und Digitales Lernen heute und in drei Jahren: Mobile Learning kurzer Hype oder stabiler Megatrend? Ergebnisse der Trendstudie MMB Learning Delphi 2012 MMB-Trendmonitor I/2012 MBB Learning Delphi Prozent der Befragten der Studie MBB Learning Delphi schätzten 2011 Mobile Learning als wichtigen Trend für die nächsten Jahre ein. In der Studie von 2012 findet dieses Thema mit 84 Prozent noch mehr Zustimmung. Und auch der NMC Horizon Report 2012 sieht mobile Apps und Tablet Computer als die beiden wichtigsten Trends der nächsten 12 Monate, zumindest in der akademischen Bildung. Damit könnte der Durchbruch mobiler Lernformen nach langer Zeit nun Realität werden. deren Medien auch: Schlecht gemacht und falsch angeboten kann das Lernen mit elearning schnell frustrierend werden. Aber gilt das nicht für alle Lernmedien? Insgesamt gesehen ist der Einsatz von Web Based Trainings in den Unternehmen oft selbstverständlich geworden. So nimmt laut Jürgen Brodowski die Akzeptanz von elektronischen Medien als Wissensträger auch in der BSH kontinuierlich zu. Sandra Kraft von Epson: Wir spüren, dass die Nachfrage nach Online-Trainings größer wird. Und das sowohl von externen Vertriebspartnern als auch von den eigenen Mitarbeitern. Und bei der Allianz, wo in der Regel Blended Learning bevorzugt wird, merkt Nicole Albrecht an: Manche Themen wie die globale Compliance-Schulung gehen bei Mitarbeitern gar nicht anders als mit elearning. Solche Themen werden virtuell geschult, um die Themen länderübergreifend und zeitnah für viele Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen. Zunehmend häufig genutzt werden auch virtuelle Klassenräume, auch bei BSH, Epson oder DATEV. Wie beim Blended Learning und beim Web Based Training lassen sich auch bei den Virtual Classrooms große Teilnehmerzahlen gleichzeitig erreichen, und trotzdem können die Teilnehmer miteinander kommunizieren. Thomas Glatt von der Credit Suisse sieht hier ein ganz spannendes Thema mit einem sehr großen Potential. Mobile Learning und Lern-Apps 59 Prozent der Befragten der Studie MBB Learning Delphi schätzten 2011 Mobile Learning als wichtigen Trend für die nächsten Jahre ein. In der Studie von 2012 findet dieses Thema mit 84 Prozent noch mehr Zustimmung. Und auch der NMC Horizon Report 2012 sieht mobile Apps und Tablet Computer als die beiden wichtigsten Trends der nächsten 12 Monate, zumindest in der akademischen Bildung. Damit könnte der Durchbruch mobiler Lernformen nach langer Zeit nun Realität werden. Denn das Thema ist nicht neu: Bereits vor über 10 Jahren wurden unter dem Stichwort M-Learning von mehreren Anbietern mobile Lernlösungen vorgestellt, die allerdings kaum in den Unternehmen angekommen sind. Ursache hierfür dürfte neben Problemen mit der Technik und ungeklärten Verantwortlichkeiten auch der Mangel an geeigneten Endgeräten gewesen sein. Smartphones und Tablets sind jedoch inzwischen sehr verbreitet und auch viele der früheren Kinderkrankheiten sind gelöst. Einen deutlichen Schub für das Mobile Lernen dürfte die Einführung des App Store für iphone und ipad durch Apple im Jahr 2008 gewesen sein. Schon vorher erlaubten es andere Anbieter, Spiele und Anwendungen auf Mobiltelefonen zu installieren. Dies war jedoch meist aufwendig und die Bezahlung war umständlich. Der App Store von Apple erlaubte es erstmals, Software mit nur zwei Tastendrücken auf dem Smartphone zu installieren und das in der Regel in weniger als einer Minute. Mittlerweile sind viele hunderttausende Apps für nahezu alle Bereiche verfügbar, viele auch in der Kategorie Bildung. Andere Anbieter haben den Trend jedoch nicht verschlafen: So haben Smartphones mit dem Android- Betriebssystem von Google Zugriff auf den eigenen Shop Google Play, vormals Android Market. Auch hier sind zahlreiche Lern-Apps im Angebot. Inzwischen nehmen die Android-Geräte verschiedener Hersteller mit deutlich über 50% den höchsten Anteil am weltweiten Smartphone-Markt ein. Die jährliche Anzahl der App- Downloads in Google Play liegt, ähnlich wie beim App Store von Apple, im zweistelligen Milliarden-Bereich. Der Preis für die Lern-Apps liegt meist zwischen 0,79 und wenigen Euro. Kostenlose Apps werden oft durch Uwe Annas - Fotolia.com Abbildung 2: Ältere Lernende kommen mit Tablets wie dem ipad meist gut zurecht. 20 JAHRBUCH elearning & Wissensmanagement 2013

4 KApitel 2 Betriebliche Bildung Werbung finanziert oder lassen sich durch sogenannte In-App-Käufe direkt aus der Anwendung heraus um zusätzliche Inhalte erweitern. Die Lern-Apps bieten nicht nur den Anwendern neue Möglichkeiten, sondern auch neuen Herstellern. Bislang wurden elearnings meist von Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern, von Fernstudienanbietern oder von Verlagen entwickelt und vermarktet. Sieht man sich die Top 10 der Bildungs-Apps in den Stores von Apple oder Google an, fällt auf, dass viele dieser Apps von Kleinunternehmen oder Einzelpersonen entwickelt wurden. Durch neue Vertriebsmodelle wird es auch kleineren Anbietern ohne eigene Marketingabteilung möglich, Lernanwendungen zu vertreiben. Die Apps werden nach der Entwicklung in den Shop hochgeladen und ggf. nach einer Prüfung durch den Shop-Betreiber für den Verkauf freigeschaltet. Für Verkäufe erhält der Anwender monatlich einen Anteil der Verkaufserlöse überwiesen, in der Regel 70 Prozent. Den Rest erhält der Shop-Betreiber, der auch die Kaufabwicklung mit den Kunden übernimmt. Die befragten Experten der Trendstudie MMB Learning Delphi 2012 sehen die Online-Marktplätze von Apple und Google als die künftig wichtigsten Plattformen für den Vertrieb von elearning-content an. Die traditionellen Anbieter von elearnings sind deshalb gefordert, sich auf die neuen App-Märkte einzustellen, wenn sie ihre Marktanteile halten wollen. Mittlerweile erkennen die meisten Hersteller die Chancen der Learning-Apps und richten ihr Angebot darauf aus. In der Regel bieten Learning-Apps bislang keine Unterstützung des Lernvorgangs durch Trainer oder Tutoren. Auch besteht meist kein Kontakt zu anderen Lernenden, abgesehen vom eventuellen Vergleich der Lernergebnisse über Highscore-Listen. Hier könnte eine Marktnische liegen: elearning-produzenten könnten Lernarrangements bereitstellen, die den Lernprozess auf verschiedenen Wegen fördern. Lern-Apps könnten an ein Learning Management System angebunden werden und so die Kommunikation der Teilnehmer untereinander und mit den Tutoren/Trainern erlauben. Die Kommentare aus den befragten Unternehmen zu Lern-Apps sind uneinheitlich. Epson bietet Mitarbeitern und Vertriebspartnern schon seit mehreren Jahren die Möglichkeit, Produktwissen auf Handys und Smartphones zu trainieren. Auch bereits vorhandene Trainings sollen für Apple ipads verfügbar gemacht werden. Bei Festo soll diese Form der Mediennutzung im kommenden Jahr vorangebracht werden, so Torsten Goldammer. Gerd Schierenbeck vom Bundesverband Initiative 50Plus schätzt bei Tablets die intuitive Bedienung, die auch älteren Lernenden einen leichten Einstieg ins elearning ermöglicht. Und sogar über 70-Jährige können mit Tablets leichter im Web surfen und s bearbeiten, wie der Beitrag Senioren lernen mit Tablets des Deutsche-Welle Magazins Shift zeigt. Serious Games und Game-based learning i Abbildung 3: Mit lern-apps (hier ein Beispiel von cogni.net) können Fach- und produktwissen oder Fremdsprachen auch unterwegs trainiert werden. Ein Serious Game ist ein in der Regel digitales Spiel, dessen Hauptzweck nicht wie bei eigentlichen Spielen im Spielen selbst liegt. Es wird ein ernstes Ziel verfolgt, wie beispielsweise das Lösen eines Problems oder die Aneignung von Wissen. Eine Unterart der Serious Games ist das Game-based Learning, das sich ausdrücklich auf die Förderung von Lernprozessen bezieht. Die Idee, Lernen spielerisch zu gestalten, ist nicht neu. Aber erst in den 1970er Jahren kam Edutainment-Software (Educational Entertainment) auf den Markt, in der Lerninhalte auf unterhaltsame Art und Weise vermittelt werden. Das Spektrum des Angebots reicht dabei von hochkomplexen Wirtschaftssimulationen bis hin zu Quizspielen zur Vermittlung von Produktwissen. Als Hauptvorteil spielerischer Lernformen wird oft die hohe Lernmotivation genannt, die zu emotionalerer und intensiverer Beschäftigung mit den Inhalten und somit zu einem nachhaltigeren Behalten führen kann. Ein Nachteil sind die höheren Kosten, die aufgrund des höheren Aufwands für die Entwicklung anfallen. Auch sind empirische Befunde, die die Vorteile von Serious Games belegen, noch selten. Trotzdem ist diese Lernform gerade für die jüngere Generation interessant, die Computerspiele als Freizeitbeschäftigung schätzt. Unternehmen, die ein entsprechendes Angebot bereitstellen, könnten beim Kampf um kompetente Nachwuchskräfte einen Wettbewerbsvorteil haben. Artikel und Studien, welche die zukünftige Bedeutung digitaler Lernspiele abschätzen wollen, liefern ein uneinheitliches Bild. Im Artikel Wie sieht die Zukunft der Weiterbildung aus? aus dem Jahr 2011 steht für den Autor noch fest: Serious Games werden die klassischen elearning-muster ablösen. In der Trendstudie MMB Learning Delphi 2012 sehen dagegen nur noch ein Drittel der befragten Experten spielerische Lernformen mittelfristig als kommerziell erfolgversprechend an. Im top 10 learning Apps Die Lern-Apps bieten nicht nur den Anwendern neue Möglichkeiten, sondern auch neuen Herstellern. Bislang wurden elearnings meist von Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern, von Fernstudienanbietern oder von Verlagen entwickelt und vermarktet. Sieht man sich die Top 10 der Bildungs-Apps in den Stores von Apple oder Google an, fällt auf, dass viele dieser Apps von Kleinunternehmen oder Einzelpersonen entwickelt wurden. Durch neue Vertriebsmodelle wird es auch kleineren Anbietern ohne eigene Marketingabteilung möglich, Lernanwendungen zu vertreiben. Die Apps werden nach der Entwicklung in den Shop hochgeladen und ggf. nach einer Prüfung durch den Shop-Betreiber für den Verkauf freigeschaltet. Für Verkäufe erhält der Anwender monatlich einen Anteil der Verkaufserlöse überwiesen, in der Regel 70 Prozent. Den Rest erhält der Shop-Betreiber, der auch die Kaufabwicklung mit den Kunden übernimmt. 21

5 YouTube-Videos als Ergänzung zu Lerninhalten YouTube-Videos werden von mehreren der befragten Unternehmen gezielt als Ergänzung und Veranschaulichung von Lerninhalten genutzt. So werden bei der Credit Suisse beispielsweise Themen wie Motivation oder Marketing durch Links zu YouTube-Videos veranschaulicht. Dieser Trend wird sich sicher noch verstärken., so Thomas Glatt. Abbildung 4: Bei Serious Games im Quiz-Format (hier ein Beispiel von cogni.net) lassen sich die Inhalte meist einfach anpassen. Jahr davor war es noch knapp die Hälfte der Befragten. Der NMC Horizon Report 2012 sieht wiederum im akademischen Bereich Game-based Learning als wichtigen mittelfristigen Trend. Die meisten der für diesen Artikel befragten Unternehmen beobachten die Entwicklungen bei den Serious Games aufmerksam, setzen sie aber noch nicht flächendeckend ein. Dr. Knut Eckstein sieht bei der DATEV nur in sehr engen Grenzen Einsatzszenarien. Sandra Kraft von Epson meint zu spielerischen Lernformen: Wenn wir das auf dem Niveau umsetzen wollen, wo es uns gut gefallen würde, ist es zu teuer. Für Torsten Goldammer von Festo eröffnet Game-based Learning viele Möglichkeiten. Für ihn könnte ein Quizspiel eine willkommene Abwechslung sein, um Wissen zu festigen oder auch den Wissenszuwachs durch eine Schulung zu testen. Thomas Glatt sieht beim Einsatz von Serious Games beziehungsweise Simulationen in der Credit Suisse noch Potential, gibt es hier doch sehr gute Tools, beispielsweise um Kundengespräche zu trainieren. Und er könnte sich die spielerischen Ansätze als Lösung für ein typisches Problem mit elearning vorstellen: Die Aufgabe ist ja nicht nur, dass der Mitarbeiter etwas wissen muss, sondern dass er dieses Wissen kundengerecht umsetzen, also anwenden kann. Und hier könnten Serious Games eine wichtige Rolle spielen. elearning 2.0 und soziale Netzwerke Schon bald nach dem Aufkommen des Trendwortes Web 2.0 wurde auch ein elearning 2.0 gefordert. Vertreter dieser neuen Perspektive kritisieren, dass beim herkömmlichen elearning zu wenig Aktivität von den Lernenden ausgehe: Die Lerninhalte werden von Tutoren, Verlagen oder anderen Anbietern erstellt und den Lernenden zur Verfügung gestellt. Nach der Bearbeitung zeigen diese dann anhand von Tests, dass sie die Inhalte kennen, und die Tutoren geben entsprechende Rückmeldung. Beim elearning 2.0 wird dagegen, wie beim Web 2.0, viel Wert auf benutzergenerierte Inhalte und auf die Kommunikation der Anwender untereinander gelegt. Diese nutzen Blogs (Abkürzung für Web Log ), Wikis, Podcasts und andere Tools zur Aufbereitung und Erstellung der Inhalte und diskutieren darüber mit Gleichgesinnten. Durch die intensivere Beschäftigung mit den Lerninhalten wird das Wissen aktiv konstruiert und soll so besser behalten werden. Zur Kommunikation werden soziale Netzwerke genutzt, die weniger hierarchisch aufgebaut sind als herkömmliche Learning Management Systeme. Am bekanntesten ist hier Facebook mit knapp einer Milliarde aktiven Usern weltweit (Stand: Juli 2012). Bislang nutzen Unternehmen und Bildungseinrichtungen Facebook hauptsächlich für 22 JAHRBUCH elearning & Wissensmanagement 2013

6 Marketing-Zwecke, also um in Kontakt mit potentiellen Kunden zu treten. Facebook-Gruppen, in denen sich Nutzer zum Thema Weiterbildung austauschen, werden nur von wenigen Teilnehmern besucht. Stärker vertreten ist die Weiterbildung im Business-Netzwerk Xing: Hier gibt es über Gruppen mit teilweise über Mitgliedern, die sich mit dem Thema beschäftigen. Laut MMB Learning Delphi 2012 hat das Lernen in sozialen Strukturen und Netzwerken über das Internet an Bedeutung verloren. Sehen 2011 noch 41 Prozent der Befragten hier einen wichtigen Zukunftstrend, sind es im Jahr 2012 nur noch 28 Prozent. Das Vertrauen in Instrumente des elearning 2.0 scheint zu schwinden. wird diese Tendenz zusammengefasst. Auch in den für diesen Artikel befragten Unternehmen werden soziale Netzwerke wie Facebook meist zu Marketing-Zwecken genutzt, aber nicht für Bildungszwecke. Dr. Knut Eckstein von der DATEV sieht als Grund hierfür auch eine Problematik bei Sicherheit und Datenschutz. Einen vielversprechenden Weg verfolgt die Credit Suisse mit dem Aufbau eigener Web 2.0-Plattformen, die das eigenverantwortliche Lernen fördern. Auch die Generierung eigener Inhalte durch die Mitarbeiter selbst ist nur vereinzelt ein Thema. So wird bei Festo überprüft, ob der Einsatz von Wikis sinnvoll ist. Torsten Goldammer hierzu: Die Kolleginnen und Kollegen sind von beiden Seiten her gern dabei als Nutzer und als Inputgeber. Ob diese Form der Wissensgenerierung eine verstärkte Rolle spielen wird, muss aber noch abgewartet werden. Auch die DATEV ist am Experimentieren, was die Generierung eigener Lerninhalte mit Tools wie Wikis angeht. Dr. Knut Eckstein: Das ist aber noch ein zartes Pflänzchen und mühsamer, als wir zu Beginn gedacht hätten. Bei der Allianz dagegen gibt es schon in mehreren Bereichen interne Wikis, deren Inhalte von den Mitarbeitern erstellt werden. Kostenloser Web 2.0 Content Wie im letzten Abschnitt dargelegt, spielt die aktive Erstellung von Inhalten mit Web 2.0-Werkzeugen durch die Mitarbeiter von Unternehmen noch keine entscheidende Rolle. Es können aber auch die von Anderen erstellten Inhalte genutzt werden: So gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Blogs zu bildungsrelevanten Themen, von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Wissensvermittlung bis hin zur didaktisch sinnvollen Gestaltung von Lernsoftware. Die freie Enzyklopädie Wikipedia bietet allein in der deutschsprachigen Version über eine Million Artikel, die oft ein qualitativ hohes Niveau aufweisen. Und auch Podcasts, also abonnierbare Mediendateien wie Audios oder Videos, sind zu vielen Bildungsthemen verfügbar. Das gilt auch für die Videoplattform YouTube mit unzähligen Videos. Apple bietet mit itunes U seit 2007 eine Möglichkeit, Audio- und Videopodcasts sowie Präsentationen und Textdokumente von weltweit über Universitäten und Fachhochschulen abzurufen, darunter auch renommierte Institutionen wie MIT oder Stanford. Die genannten Angebote werden in der Regel kostenfrei angeboten und sind deshalb auch für die oft unter Kostendruck stehende betriebliche Weiterbildung interessant. YouTube-Videos werden von mehreren der befragten Unternehmen gezielt als Ergänzung und Veranschaulichung von Lerninhalten genutzt. So werden bei der Credit Suisse beispielsweise Themen wie Motivation oder Marketing durch Links zu YouTube-Videos veranschaulicht. Dieser Trend wird sich sicher noch verstärken., so Thomas Glatt. Auch bei der DATEV wird vereinzelt auf YouTube-Videos verlinkt. Dr. Knut Eckstein ist hier allerdings vorsichtig: Es findet sich im Netz auch viel Lernmüll, was den Anwendern und auch uns Weiterbildnern die richtige Auswahl erschwert. Die fehlende Qualitätssicherung macht es momentan noch recht schwierig, solche Möglichkeiten in größerem Umfang in Weiterbildungsszenarien einzubetten. Gerne genutzt wird auch die kostenlose Online-Enzyklopädie Wikipedia. Torsten Goldammer von Festo: Wikipedia und Co. gehören hier zum Alltag und werden vom Unternehmen sehr gefördert. Goldammer rät allerdings Internet der Dinge Bald werden elektronische Bauelemente so preiswert sein, dass theoretisch jeder Gegenstand mit Sensoren und einer eigenen Internet-Adresse ausgestattet sein kann. So wird nicht nur der aktuelle Inhalt des Kühlschranks über das Internet abfragbar. Auch die Zahnbürste meldet sich, wenn der Benutzer das Putzen vergessen hat. Schon jetzt gibt es Jogging-Schuhe, die die gelaufene Strecke an die Armbanduhr melden, und Armbänder, die alle Bewegungen des Nutzers in einen Punktwert umrechnen und so den Vergleich der eigenen Aktivitäten mit denen der Freunde ermöglichen. Sandra Kraft von Epson könnte sich gut vorstellen, dass sich Office-Geräte wie Drucker in Zukunft selbst erklären: Spannend wäre es, wenn das Gerät selbst ein Startup-Training für die Nutzer geben kann, also erklärt, wie man am besten mit dem Gerät arbeiten kann. alphaspirit - Fotolia.com Abbildung 5: Auch für Lernprozesse wird zunehmend auf das Angebot externer Anbieter über die Cloud zurückgegriffen 23

7 rubysoho - Fotolia.com Abbildung 6: Lebenslanges Lernen ist nach wie vor ein zentraler Trend in der Weiterbildung. Eigenverantwortliches Lernen Für Thomas Glatt von der Credit Suisse wird lebenslanges Lernen oft zu oberflächlich behandelt. Viele Unternehmen sähen lebenslanges Lernen zwar als sehr wichtig an. Wenn man dann aber nachfragt, merkt man, dass das nicht mehr als ein Schlagwort ist. Eigenverantwortliches Lernen kann man nicht befehlen, dazu müssen die Mitarbeitenden auch befähigt werden. zur Vorsicht, was die Nutzung der frei verfügbaren Inhalte im Internet betrifft: Dieses Angebot kann kurze Informationen bieten Lernkonzepte und einen zielgerichteten Plan zum Erreichen bestimmter Wissens- und Fähigkeitsprofile bietet es nicht. Als Bildungsangebot würde ich es deshalb auf keinen Fall bezeichnen. Weitere Trends: Microlearning, Cloud Computing, Selbsterklärende Geräte Neben den bislang aufgeführten Trends gibt es noch weitere, die künftig in der Weiterbildung relevant werden könnten. So wird Microlearning, also die Aufteilung des Lernstoffs in kleine Lerneinheiten, im MMB Learning Delphi 2012 von 22 Prozent der Experten als bedeutender Trend für die nächsten drei Jahre gesehen. Sehr positive Erfahrungen wurden hier bei der Credit Suisse mit den sogenannten Learning Nuggets gemacht, mit kleinen Lerneinheiten mit einer Bearbeitungszeit von maximal fünf Minuten. Die Themen reichen dabei von Tipps zur Textverarbeitung über Experten-Videos zu Bankthemen bis hin zu Softskills wie Motivation. Wir haben viele Nutzer und bekommen ein sehr positives Feedback. resümiert Thomas Glatt. Microlearning ist auch im Zusammenhang mit dem mobilen Lernen wichtig, da hier oft nur kurze Zeitabschnitte zum Lernen zur Verfügung stehen. Cloud Computing oder Software as a service, also die Nutzung von elearning-angeboten externer Dienstleister, wird von manchen der Unternehmen genutzt. So verwendet die Credit Suisse in der Sprachausbildung ein solches Angebot. Thomas Glatt: Wir nutzen so etwas gerne, wenn es am Markt ein gutes Angebot gibt. So können wir mit geringem Aufwand etwas anbieten, das dann einen großen Nutzen hat. Auch die Allianz nutzt das Angebot eines externen Dienstleisters: Dieser recherchiert Artikel, Podcasts und Videos zu aktuellen Themen oder zum Thema des Monats. Die Inhalte sind in der Optik unseres Intranets aufbereitet und von dort aus für die Mitarbeiter erreichbar, auch wenn die Medien auf einem externen Server liegen.,sagt Nicole Albrecht. Andere Möglichkeiten eröffnen sich mit dem sog. Internet der Dinge: Bald werden elektronische Bauelemente so preiswert sein, dass theoretisch jeder Gegenstand mit Sensoren und einer eigenen Internet-Adresse ausgestattet sein kann. So wird nicht nur der aktuelle Inhalt des Kühlschranks über das Internet abfragbar. Auch die Zahnbürste meldet sich, wenn der Benutzer das Putzen vergessen hat. Schon jetzt gibt es Jogging-Schuhe, die die gelaufene Strecke an die Armbanduhr melden, und Armbänder, die alle Bewegungen des Nutzers in einen Punktwert umrechnen und so den Vergleich der eigenen Aktivitäten mit denen der Freunde ermöglichen. Sandra Kraft von Epson 24 JAHRBUCH elearning & Wissensmanagement 2013

8 könnte sich gut vorstellen, dass sich Office-Geräte wie Drucker in Zukunft selbst erklären: Spannend wäre es, wenn das Gerät selbst ein Startup-Training für die Nutzer geben kann, also erklärt, wie man am besten mit dem Gerät arbeiten kann. Entweder spricht das Gerät dann mit einem oder es werden die Displays der Geräte genutzt. Lebenslanges und eigenverantwortliches Lernen Ein Thema wird von allen der im Rahmen dieses Artikels befragten Unternehmen als ganz entscheidender Trend für die Weiterbildung gesehen: das lebenslange und eigenverantwortliche Lernen. Dr. Knut Eckstein sieht für die DATEV als sehr wissensintensives Unternehmen lebenslanges Lernen als unbedingte Notwendigkeit. Dieses Thema wird in Zukunft noch wichtiger werden. Letztlich sind es motivierte und qualifizierte Mitarbeiter, die den langfristigen Erfolg der BSH sicherstellen., begründet Daniela Sommer, Leiterin der BSH Academy, den Nutzen der kontinuierlichen Weiterbildung. Torsten Goldammer: Lebenslanges Lernen ist bei Festo real und selbstverständlich, und das wird es in Zukunft auch bleiben. Und bei der Allianz wurden in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Betriebsrat europaweit gültige Leitlinien zum lebenslangen Lernen verabschiedet. Epson bietet als konkrete Maßnahme ein Schulungsprogramm für langjährige Mitarbeiter, die berufsfremd beschäftigt sind oder die gar keine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Für Thomas Glatt von der Credit Suisse wird lebenslanges Lernen oft zu oberflächlich behandelt. Viele Unternehmen sähen lebenslanges Lernen zwar als sehr wichtig an. Wenn man dann aber nachfragt, merkt man, dass das nicht mehr als ein Schlagwort ist. Eigenverantwortliches Lernen kann man nicht befehlen, dazu müssen die Mitarbeitenden auch befähigt werden. Und letztlich ist es eine Frage der Lernkultur. Und diese Kultur muss auch im Bildungsangebot sichtbar sein. Das heißt dann beispielsweise, dass alle Bildungsangebote inklusive Seminare konsequent auf diese Vision ausgerichtet werden. Glatt ist aber zuversichtlich, dass sich da einiges ändern wird. Die oft noch vorherrschende Konsumhaltung, was Bildungsmaßnahmen betrifft, werde aber auch von den Bildungsanbietern unterstützt: Die Mitarbeiter erwarten, von uns fertige Inhalte zu bekommen. Die Produzenten möchten die Kontrolle nicht verlieren und sicherstellen, dass der Mitarbeiter die richtigen Inputs bekommt. Zwar werde diese Kontrolle und ein entsprechender Erfolgsausweis in manchen Bereichen gebraucht (zum Beispiel bei Compliance-Themen), aber generell müsste von oben bis unten auf die Kultur des eigenverantwortlichen Lernens hingearbeitet werden. kontakt Dr. Michael Ihne Quellenverzeichnis MBB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung (2012): Dann gibt es eine App dafür. Neue Geschäftsmodelle für das mobile Lernen. Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Referat Öffentlichkeitsarbeit (2007): Neue Medien in der beruflichen Bildung. New Media Consortium, Austin, Texas (2012): NMC Horizon Report Detecon Consulting (2012): Opinion Paper: Learning Enterprise 2.0. Lernen und Wissen im Unternehmen der Zukunft. MBB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung (2012): Weiterbildung und Digitales Lernen heute und in drei Jahren: Mobile Learning kurzer Hype oder stabiler Megatrend? Ergebnisse der Trendstudie MMB Learning Delphi MMB-Trendmonitor I/2012. Beitrag im Magazin Shift der Deutschen Welle: Senioren lernen mit Tablets leichter surfen. cogni.net GmbH Hohenlindener Str München Tel: +49 (0) ANZEIGE e-learning Technologie e-learning Content e-learning Services Für unsere Mitarbeiter aus der genossenschaftlichen FinanzGruppe setzen wir auf den verlässlichen Partner bit media und dessen Lernplattform SITOS. Mittlerweile sind bereits über 900 Lernprogramme in das LMS eingebunden. Martin Greff Bereichsleiter Qualitätsmanagement und Lernmethoden Akademie deutscher Genossenschaften bit media e-learning solution Deutschland GmbH Ostdeutscher Weg Schwarmstedt Tel.: Fax:

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