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2 Universität Karlsruhe (TH) Fakultät für Informatik Jahresbericht der Fakultät für Informatik und der mit ihr verbundenen Informatikeinrichtungen 2002

3 Universität Karlsruhe (TH) Fakultät für Informatik Jahresbericht der Fakultät für Informatik und der mit ihr verbundenen Informatikeinrichtungen 2002 Postanschrift: Postfach 6980, Karlsruhe Sitz der Fakultät: Informatik-Hauptgebäude (Geb ) Am Fasanengarten 5 Telefon: Fax: WWW:

4 Vorwort Impressum Herausgeber: ISSN: Redaktion: Titelbildgestaltung: Simone Winter Druck: Bildnachweis: Fakultät für Informatik an der Universität Karlsruhe (TH) Hartmut Barthelmeß, Wilhelm Denz, Annette Diringer (Layout und Umsetzung), Thomas Griesbaum, Birgit Klingel, Tatjana Rauch, Detlef Schmid, Martina Zitterbart Kraft Druck und Verlag GmbH, Ettlingen-Oberweier S. 5 (Thilo Mechau), S. 18 (privat), S. 246 (KTW), S. 248 (Anne Kupp), S. 253 (Michael Pohlig), S. 255 (privat) Fakultät für Informatik Wie Sie dem vorliegenden Jahresbericht entnehmen können, hat sich die Fakultät auch diesmal wieder erfolgreich bemüht, ihre Arbeit in Forschung und Lehre weiterhin so gut wie möglich zu machen. Eine gewisse Bestätigung dafür, dass dies auch einigermaßen gelungen ist, sind die Spitzenplätze in 2002 bei den Rankings der Zeitschriften Focus, Stern und Wirtschaftswoche, auf die wir natürlich sehr stolz sind. Wo Licht ist, ist leider aber auch Schatten, denn zugleich entwickelten sich die Berufungsverfahren der Fakultät nur sehr schleppend und mühsam, wobei sich deutlich der weltweite Mangel an hochqualifizierten Fachleuten in der Informatik bemerkbar machte. Trotz dieser Probleme ist es der Fakultät aber gelungen, mit Frau Prof. Dorothea Wagner und den Herren Dr. Uwe Hanebeck und Dr. Peter Sester offene Professuren mit erfolgversprechenden Persönlichkeiten zu besetzen. Das Leben der Fakultät war im abgelaufenen Jahr erneut durch sehr hohe Anfängerzahlen und durch die vielen Berufungsverfahren geprägt, welche durch den Generationswechsel in der Professorenschaft bedingt sind. Beide Umstände machten in Anbetracht der großen Personalkürzungen, die das Land in den vorausgegangenen Jahren an der Fakultät vorgenommen hatte, besonders große Probleme. Zwar hatten sich Wissenschaftsministerium und Universität danach auf ein gewisses Hilfsprogramm für die Informatik im Personalbereich geeinigt, aber diese Unterstützung ist derzeit nur bis 2004 befristet und gleicht außerdem die gravierenden Einschnitte im Personalbereich aus den Vorjahren keinesfalls aus. Für die erforderlichen langfristigen Zusagen wie sie bei Berufungsangeboten nötig sind, helfen solche Maßnahmen daher leider nur bedingt. Es wäre zu wünschen, dass man hierbei doch deutlicher als bisher erkennt, dass eine langfristige Förderung der Informatik als Grundlagenwissenschaft auch zugleich die Förderung der wirtschaftlichen Basis bedeutet, auf die wir große Teile unserer Zukunft bauen müssen. Die USA machen uns hierbei gerade aktuell gnadenlos vor, wie man vorgehen muss, wenn man langfristig erfolgreich sein will, während wir uns sowohl auf Landes- wie auf Bundesebene noch überlegen, wo sich in der Wissenschaftsförderung überall noch etwas streichen und einsparen lässt. Gerade an der erfolgreichen Rolle der Fakultät für Informatik bei der Entwicklung der

5 Technologieregion Karlsruhe in den letzten beiden Jahrzehnten hätte man hier eigentlich einiges lernen können, nämlich mindestens, dass nicht Streichungen, sondern gute Förderungen in den Zukunftsfächern eine Ausgangsbasis für einen Erfolg bedeuten. Leider hatte die Fakultät im Berichtsjahr auch Verluste zu beklagen, wobei der Tod unseres langjährigen hochgeschätzten Kollegen Ulrich Rembold ganz besonders schmerzlich ist. Er hatte ja zum Aufbau der Fakultät im Bereich der Robotik ganz wesentlich beigetragen und sich dabei besonders um die internationale Einbindung verdient gemacht sowie zwei Sonderforschungsbereiche maßgeblich mitgestaltet. Seine Leistungen in Forschung und Lehre für die Fakultät waren in vieler Hinsicht vorbildlich und werden uns in ehrenvoller Erinnerung bleiben. Im Jahr 2002 jährte sich zum 30. Male die Gründung unserer Fakultät. In Anbetracht der großen Belastungen, denen die ganze Fakultät momentan ausgesetzt ist, sah sie jedoch keinen Anlass für eine Jubelfeier, sondern zog es vor, ihre knappen personellen Ressourcen für Forschung und Lehre einzusetzen wie es eben die gegenwärtige Notlage erzwingt. Vielleicht ergibt sich in weniger belasteten Zeiten einmal eine bessere Gelegenheit der zahlreichen Gründungsdaten zu gedenken, mit denen wir vorerst dieses Mal wenigstens das Titelblatt gestaltet haben. Hiermit verabschiede ich mich nach 5-jähriger Amtszeit als Dekan der Fakultät von Ihnen, als den Freunden der Karlsruher Informatik. Ich wünsche Ihnen alles Gute und hoffe, dass Sie der Fakultät auch in Zukunft weiterhin freundschaftlich verbunden bleiben. Wie jedes Jahr möchte ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der ganzen Fakultät, vor allem aber des Dekanats und der Geschäftsführung für ihre Arbeit herzlich bedanken. Mein ganz besonderer Dank gilt dabei den für die Öffentlichkeitsarbeit zuständigen Damen Annette Diringer und Tatjana Rauch und dem Geschäftsführer der Fakultät, Herrn Dr. Wilhelm Denz. Prof. Dr. Detlef Schmid Dekan der Fakultät ( ) Inhaltsverzeichnis Vorwort Inhaltsverzeichnis 1 Die Fakultät für Informatik Entwicklung und Überblick Lehrkörper In memoriam Ulrich Rembold ( ) Die zentralen Einrichtungen und ihre Berichte 22 Dekanat 23 Fakultätsgeschäftsführung 24 Zentrum für Multimedia (ZeMM) 26 Arbeitsgruppe Lehrunterstützung an der Fakultät für 31 Informatik (ALFI) Abteilung technische Infrastruktur (ATIS) 34 Fachbibliothek Informatik Die Institute der Fakultät und ihre Forschungsvorhaben 39 Institut für Logik, Komplexität und Deduktionssysteme 40 Institut für Algorithmen und Kognitive Systeme 54 Institut für Betriebs- und Dialogsysteme 72 Institut für Programmstrukturen und Datenorganisation 86 Institut für Prozessrechentechnik, Automation und Robotik 110 Institut für Telematik 142 Institut für Rechnerentwurf und Fehlertoleranz 168 Zentrum für Angewandte Rechtswissenschaft (ZAR) Institut für Informationsrecht Die mit der Fakultät für Informatik verbundenen Einrichtungen Einrichtungen mit Fakultätsbeteiligung 202 Sonderforschungsbereich 346: Rechnerintegrierte 202 Konstruktion und Fertigung von Bauteilen Sonderforschungsbereich 414: Informationstechnik in der 203 Medizin: Rechner- und sensorgestützte Chirurgie Sonderforschungsbereich 425: Elektromagnetische 204 Verträglichkeit in der Medizintechnik und in der Fabrik Sonderforschungsbereich 588: Humanoide Roboter 205 Lernende und kooperierende multimodale Roboter Forschungszentrum Informatik an der Universität Karlsruhe (FZI) 206 Interfakultatives Institut für Anwendungen der Informatik 207

6 Institut für Wissenschaftliches Rechnen und Mathematische 209 Modellbildung Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS) 210 Freundeskreis Informatik (FFI) Kooperierende Informatikeinrichtungen in der Universität 214 Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren 214 Institut für Rechneranwendung in Planung und Konstruktion Höhepunkte der Fakultät im Jahr Der Tag der Karlsruher Informatik Preise im Jahr Prof. Martina Zitterbart erhielt Alcatel-Forschungspreis 245 KTW Software Award 2002 an Dr. Barbara Unger-Lamprecht 246 Erna-Scheffler-Förderpreis für Informatikerin Kathrin Paschen 247 Zauberstab IEEE Computer Society-Wettbewerb 249 Die Brainstormers auf dem Siegerpodest beim RoboCup Roboterrennen als Abschluss eines interdisziplinären Workshops 250 Internetpreis Neo für Karlsruher Informatik-Studenten Die Informatik-Kooperation Universität-Gymnasium Das Firmenstipendienprogramm der Fakultät Berufungen und Emeritierungen 255 Prof. Peter Sester ein weiterer Rechtsprofessor in Karlsruhe 255 Über die unvollständige Induktion? Abschiedsvorlesung von 256 Prof. Wolfram Menzel am 1. Februar Die Fakultät präsentiert sich auf Messen und Ausstellungen 262 Learntec 2002 ( , Karlsruhe) 262 Industrie Messe Hannover 2002 ( , Hannover) 264 Medica: Softwarepaket KaNalyze ( , Düsseldorf) 264 Jubiläumsausstellung des Landes Baden-Württemberg Erde ( , Stuttgart) 3,7 Universitätsweite Veranstaltungen/Einzelveranstaltungen 265 Notebook-University Projekt Nukath 265 Erster Multimedia-Tag ( ) 267 Uni-für-Einsteiger-Tag ( ) 268 Mädchentechniktag 2002 ( ) 269 Zweites Internationales Alumi-Treffen ( ) 270 Eignungstest an der Fakultät für Informatik ( ) Die Semesterkolloquien des Jahres Rufe und Berufungen Ehrungen und Preise Habilitationen und Promotionen Ein Blick in die Arbeit der Fakultät Mitwirkung in Körperschaften Wissenschaftliche Präsentation Forschungsförderung Konferenzen, Workshops, Meetings, Foren und Kolloquien 303 ARCS 2002 International Conference on Architecture of Computing Systems ( , Karlsruhe) 303 Konferenz Robotik 2002 ( , Ludwigsburg) Internationaler OMNeT++ Workshop ( , Berlin) 304 Workshop Computerunterstützte Chirurgie SFB SFB-Aussprachetage Human Centered Robotic Systems (HCRS 2002) 305 Multimedia-Forum 306 Informatik-Kolloquien 307 MoDe Montags-Demo Internationale Gäste und Gastwissenschaftler Die Lehre im Jahr Das Studium der Informatik in Karlsruhe 314 Diplomstudiengang Informatik 315 Diplomstudiengang Informationswirtschaft 318 Bachelorstudiengang Informationswirtschaft 320 Aufbaustudium Informatik Das Lehrangebot im Jahr Lehrbeauftragte 322 Lehrveranstaltungen der Fakultät für Informatik 324 Lehrveranstaltungen des Interfakultativen Instituts für 335 Anwendungen der Informatik Praktika Studienbegleitende Statistik 351 Studienergebnisse im Vordiplom 351 Studienergebnisse im Hauptdiplom Veröffentlichungen und Vorträge Bücher und Buchbeiträge Tagungsbände und Beiträge in Tagungsbänden Beiträge in Zeitschriften Interne Berichte und Reports Habilitationen Dissertationen Diplomarbeiten Vorträge 401

7 Die Fakultät für Informatik

8 1 Die Fakultät für Informatik Entwicklung und Überblick 1.1 Entwicklung und Überblick Mobilität wird in allen Lebenslagen gefordert, denn Anforderungen und Ziele ändern sich heute in einem atemberaubenden Tempo die Welt ist schnelllebig geworden. Wesentlich dazu beigetragen hat hierzu auch das WWW. Informationen beschaffen, Reisen buchen, Autos kaufen und verkaufen, Musikdateien und Videos tauschen inzwischen alles alltägliche Vorgänge, die sozusagen nebenbei im Wohnzimmer erledigt werden. In Sekundenschnelle können sich dabei Angebote ändern und neue Informationen geliefert werden. Zusätzlich wird im Zuge der mobilen Gesellschaft gefordert, dass ein Zugang zu solchen Diensten zu jeder Zeit und an jedem Ort, mit den dann jeweils zur Verfügung stehenden Geräten, dem Notebook, PDA oder Handy möglich ist. Immer öfter hängt beruflicher Erfolg wesentlich von der Mobilität ab. Mobilität ist zunehmend ein Grundbedürfnis der Gesellschaft. Mit der Mobilität erhöht sich zugleich die Heterogenität der beteiligten Geräte signifikant. Am stationären Arbeitsplatz hat man neben PCs möglicherweise hochleistungsfähige Großrechner zur Verfügung. Wird jedoch Mobilität gefordert, müssen andere Prioritäten gesetzt werden die Geräte sollen klein und handlich sein und dabei über eine möglichst hohe Batterielebensdauer verfügen. Besonders bequem wird es, wenn die Geräte bereits in die Kleidung eingebettet sind wie beispielsweise ein MP3-Player in eine Jacke hierfür beginnt sich das Schlagwort intelligente Textilien zu etablieren. Hinzu kommen stationäre und mobile Sensor-Aktor-Systeme, also Kleinstgeräte, die in die Umgebung eingebettet sind und die sowohl untereinander als auch mit anderen mobilen und stationären Geräten kommunizieren und kooperieren. Beispiele sind Überwachungskameras, Bewegungs- und Temperatursensoren, die in der Regel vom Benutzer nicht mehr direkt wahrgenommen werden. Solche Sensoren können fest oder situationsbedingt installiert werden. Situationsbedingt installierte Sensoren wären beispielsweise solche, die zur Feuchtigkeitsmessung in Sandsäcken eingebaut sind und bei Flutkatastrophen Dämme und Flussdeiche vor der Zerstörung durch unkontrollierte Überströmung bei Hochwasser schützen sollen. Es entstehen somit komplexe vernetzte Informatiksysteme mit vielfältigen und neuartigen Anforderungen, etwa hinsichtlich Energieverbrauch, Methodik der Softwareentwicklung, Sicherheit und geeigneter Mensch-Maschine-Schnittstellen. Darüber hinaus müssen sich diese Systeme oftmals selbst organisieren für Sensoren in Sandsäcken gibt es keine Systemadministratoren, welche die Struktur und Vernetzung vorher planen können. Im Kontext mobiler und allgegenwärtiger Systeme kommt der Selbstorganisation eine außerordentlich hohe Bedeutung zu. In Zukunft werden Informatiksysteme zunehmend allgegenwärtig und für den Benutzer als solche nicht mehr direkt wahrnehmbar sein. Teilweise ist dies bereits heute schon der Fall: wer denkt denn schon beim Waschen der Wäsche daran, dass Informatik damit befasst ist, den Wasserverbrauch gering zu halten und den Waschvorgang möglichst gut an die Ladung der Waschmaschine anzupassen. Informatik unterstützt sozusagen unsichtbar Vorgänge sowohl im professionellen Umfeld als auch im Alltagsleben. Werden Mobilität und Allgegenwärtigkeit mit einer wachsenden Miniaturisierung gekoppelt, können sie zu weiteren entscheidenden Veränderungen führen, die nur mittels einer fundierten Informatik realisierbar sein werden. Die Informatik nimmt hier sowohl im Software- als auch im Hardwarebereich und vor allem hinsichtlich der zugrunde liegenden Methoden eine Schlüsselrolle ein. Die Informatik ist also zunehmend überall! Die Karlsruher Informatik stellt sich diesen Herausforderungen durch eine ingenieurwissenschaftlich orientierte Ausbildung und Forschung, die mit einer konsequenten Vermittlung und Erforschung der Kerngebiete der Informatik gekoppelt ist, wobei eine starke Theoriekomponente als wichtig angesehen wird. Die derzeitigen Schwerpunkte der Karlsruher Informatik zeichnen sich dadurch aus, dass sie alle ein großes Potenzial im Hinblick auf Mobilität und Allgegenwärtigkeit haben. Darüber hinaus sind sie so ausgerichtet, dass sie zum einen die Kerninformatik stärken und zum anderen interdisziplinäre Forschung und Lehre fördern. Im Einzelnen könnte man neben zahlreichen anderen folgende Arbeitsgebiete besonders hervorheben: Anthropomatik, vernetzte und allgegenwärtige Rechensysteme sowie Informationswirtschaft. Die Anthropomatik die Anwendung der Informatik in den Lebenswissenschaften bildet einen zukunftsorientierten Schwerpunkt der Karlsruher Informatik. Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei unter anderem die sensorische Erfassung des Menschen und seiner Aktivitäten. Es sollen sowohl individuelle Sichten des Menschen als auch sein Verhalten als Teil technischer Systeme nachgebildet werden. Wichtige Aspekte der Anthropomatik betreffen u.a. die sensorische Informationsaufnahme des Menschen, die natürliche Sprachverarbeitung und das Sprachverstehen, aber auch die Robotik und multimediale Mensch- Maschine-Interaktionen. Im Bereich der Mensch-Maschine-Interaktion stellen sich beispielsweise aufgrund der starken Heterogenität der beteiligten Komponenten große Herausforderungen. Der Interdisziplinarität kommt hier ebenfalls ein sehr hoher Stellenwert zu. Oftmals ermöglicht erst sie gebrauchstaugliche Lösungen. Der Schwerpunkt Vernetzte und allgegenwärtige Rechensysteme umfasst Bereiche, in denen die Karlsruher Informatik bereits eine langjährige Tradition besitzt. Hierzu zählen Softwaretechnik, ubiquitäres Computing, Datenbanktechnik, Telematik und Algorithmik. Als jüngstes Beispiel einer erfolgreichen Arbeit, welche die Mobilität berücksichigt, kann der von einer Studentengruppe prototypisch realisierte und im Rahmen des IEEE Design Competition Wettbewerbs preisgekrönte Zauberstab (BlueWand) genannt werden, der eine drahtlose Steuerung unterschiedlichster Geräte ermöglicht. Mittels verschiedener Sensoren werden hier Bewegungen erfasst und mit Bluetooth drahtlos an einen Rechner übertragen, der daraus die jeweils durchzuführenden Handlungen ableitet. Auch Arbeiten zu mobilen Datenbanken fallen in dieses Spektrum. Insgesamt ist der Bereich der vernetzten und allgegenwärtigen Systeme dadurch gekennzeichnet, dass sich viele als gegeben ange- 2 3

9 Entwicklung und Überblick Entwicklung und Überblick nommene Randbedingungen drastisch ändern und deshalb grundlegend neuartige Lösungen fordern. Folgende ausgewählte Fragen gilt es zu beantworten: Wie entwickelt man Software in hochgradig unzuverlässigen Umgebungen mit niedriger bis moderater Leistungsfähigkeit und Batterielebensdauer?, Wie organisiert man den Datenaustausch in sich ständig ändernden Netzstrukturen? oder Wie gewährleistet man Robustheit und Sicherheit in selbstorganisierenden Umgebungen? Der Schwerpunkt Informationswirtschaft spiegelt sich in Lehre und Forschung der Karlsruher Informatik wider. Der in der Universitätslandschaft einmalige Studiengang Informationswirtschaft wird von den beiden Fakultäten Informatik und Wirtschaftswissenschaften in enger Kooperation getragen. Für beide Fakultäten kommt hier die Komponente des Rechts als eine unabdingbare Ergänzung hinzu. In der Informatik wurde hierzu das Zentrum für Angewandte Rechtswissenschaften (ZAR) mit neuen juristischen Lehrstühlen geschaffen. Mit Prof. Sester konnte im Berichtsjahr die zweite Professur erfolgreich besetzt werden. In der Informationswirtschaft steht die Information als Gut im Mittelpunkt des Interesses. Gerade aufgrund der heutigen Schnelllebigkeit stellen sich hier viele neue Fragestellungen. Beispielsweise die Nachweisbarkeit und Belastbarkeit vertragsrechtlicher Transaktionen, die möglicherweise ohne die direkte Mitwirkung eines Menschen durchgeführt werden. Es gibt verschiedene zukunftsträchtige Märkte, in denen solche Transaktionen eine Schlüsselrolle einnehmen. Beispiele sind im Bereich der Energiemärkte zu finden. Hier sollen Angebot und Nachfrage möglichst automatisch zu den besten Konditionen geregelt werden. Hierzu bedarf es komplexer, verteilter Informatiksysteme, in denen Komponenten des Rechts eine wesentliche Rolle spielen. Insgesamt ergeben sich hieraus viele grundlegende interdisziplinäre Forschungsfragen, etwa: Wie werden belastbare Verträge automatisch im Netz geschlossen?, Wie wird die Privatheit der Anbieter und Kunden gewährleistet? und Wie werden die in Anspruch genommenen Dienste in Rechnung gestellt? Rein technische Lösungen, wie sie von der Informatik alleine erstellt werden, können hier nicht genügen, vielmehr ist eine enge Verzahnung der technischen Entwicklungen mit den juristischen und wirtschaftswissenschaftlichen Randbedingungen zukunftsweisend. Karlsruhe besitzt hierfür mit seiner Informatikfakultät und deren Zentrum für Angewandte Rechtswissenschaften hervorragende Voraussetzungen. Die ersten erfolgversprechenden, interdisziplinären Forschungsanträge unterstreichen dies und wir sind zuversichtlich, in den nächsten Jahren fundierte Forschungsprojekte sowie interdisziplinäre und zukunftsweisende Lehrveranstaltungen nachhaltig etablieren zu können. Die Karlsruher Informatik widmet sich in vielfältigen Forschungsvorhaben nach wie vor verschiedenen Aspekten mobiler und allgegenwärtiger Systeme, sowohl im Rahmen der Grundlagenforschung als auch in stark anwendungsorientierten Forschungsbereichen. Vor allem in der engen Verzahnung dieser Bereiche sieht die Karlsruher Informatik ein hohes Zukunftspotenzial. Die Berufungspolitik die gerade in den Jahren der großen Umstellung besonders wichtig ist berücksichtigt diese Tatsache nachhaltig. Wir blicken dem Jahr 2003 optimistisch entgegen, da sich Zusagen hochqualifizierter Kolleginnen und Dekanatsübergabe von Prof. Detlef Schmid an Prof. Walter F. Tichy. Kollegen abzeichnen, die zu einer nachhaltigen Verstärkung der Karlsruher Informatik führen werden. Hochinteressante, zukunftsorientierte Forschungsfragestellungen im Visier zu haben und gleichzeitig eine erhebliche personelle Umgestaltung durch das Ausscheiden der Gründergeneration zu bewältigen dies umreißt wesentlich die Situation der Karlsruher Fakultät für Informatik im Jahre So wurde das Amt des Dekans von Prof. Detlef Schmid, einem Mitglied der Gründergeneration, an einen jüngeren Kollegen, Prof. Walter Tichy, übertragen. Prof. Schmid danken wir an dieser Stelle herzlich für die jahrelang geleistete exzellente Arbeit. Obwohl sich die Karlsruher Informatik also in einer erheblichen Umbruchsituation befindet, konnte sie im Jahre 2002 ihre Stärken wieder eindrucksvoll unter Beweis stellen, was die folgenden Beispiele belegen. Trotz der allgemeinen Flaute in der IT-Industrie können wir immer noch einen regen Zulauf qualifizierter Informatik-Studienanfänger verzeichnen und auch das ist derzeit durchaus bemerkenswert die Studienabgänger finden nach wie vor regelmäßig bereits nach kurzer Zeit anspruchsvolle Arbeitsplätze. Dass auch die Absolventen der Abschlussjahrgänge 1999 bis 2002, deren Berufseinstieg in eine Übergangsphase vom Boom zur 4 5

10 Die Fakultät für Informatik Entwicklung und Überblick Rezession fiel, auf dem Arbeitsmarkt durchaus gesucht sind und in der Mehrzahl einen nahtlosen Übergang in den Beruf vorweisen können, bestätigt auch die Umfrage unter den Professoren der ehemaligen Studenten. Karlsruher Informatiker sind also weiterhin gesucht! Diese These soll durch eine Absolventenbefragung, die für die erste Hälfte des Jahres 2003 geplant ist, bestätigt werden. Die Informationswirtschaft hat sich im Laufe der Zeit als ein fester Bestandteil der Fakultät etabliert. Dieser Studiengang unterliegt nach wie vor einer Zulassungsbeschränkung. Er führt zu einer noch engeren Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Fakultäten, nicht nur in der Lehre, sondern auch in interdisziplinären Forschungsprojekten. An den beteiligten Informatikinstituten ist allerdings die damit verbundene Mehrbelastung nicht mehr zu übersehen eine Entlastung ist aber wohl aufgrund der angespannten Finanzsituation in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Besondere Anerkennung gebührt gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten der Nachhaltigkeit, mit der es unserem Kollegen Walter Tichy gelingt, ein von der Industrie finanziertes Stipendienprogramm aufrecht zu erhalten. Die beteiligten Unternehmen gehen hier Bindungen bis zu drei Jahren ein und fördern hochbegabte Studierende der Fakultät. Evaluierungen im Bereich der Hochschule sind heute nicht mehr wegzudenken. Für die Karlsruher Informatik ist insbesondere die Tatsache erfreulich, dass sie bei den Evaluationsergebnissen immer ganz vorne mit dabei ist. In der Wirtschaftswoche sehen Personalchefs die Karlsruher Informatik auch 2002 wieder an der Spitze. Im Stern wird Karlsruhe denjenigen Studierenden empfohlen, die eine Forschungsperspektive suchen. Im FOCUS erhält die Karlsruher Informatik beste Bewertungen in allen Kategorien. Die Forschungsgebiete Anthropomatik, humanoide Roboter und vernetzte mobile Systeme werden explizit genannt. Bei so vielen Evaluierungen ist es trotz aller Belastungen sehr ermutigend, dass die Karlsruher Informatik immer eine Spitzenstellung einnimmt. Auf der anderen Seite ist es aber zugleich auch ein enormer Ansporn und eine Herausforderung an die Mitglieder der Fakultät gerade in Zeiten des personellen Umbruchs, diese positive Beurteilung auch weiterhin zu erhalten. Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass drei Karlsruher Nachwuchswissenschaftler (Dr. Thomas Fuhrmann, Dr. Jörn Müller-Quade, Dr. Alexander Wolff) im Rahmen des DFG-Aktionsplans Informatik gefördert werden. Es handelt sich hierbei um ein Alternativprogramm zur vom BMBF propagierten Juniorprofessur. Das Auswahlverfahren war äußerst selektiv, von den 76 eingegangenen Bewerbungen wurden lediglich 16 berücksichtigt und somit gefördert. Im Rahmen des DFG-Programms werden die Stellen der Nachwuchsgruppenleiter sowie Stellen für weitere wissenschaftliche Mitarbeiter finanziert. Es können sich so eigenständig Forschungsgruppen zu vielversprechenden Forschungsthemen (z. B. Overlay-Netze, Sicherheit) etablieren und sich, gerade im Vergleich zur Juniorprofessur, wesentlich stärker der Forschung widmen. Die Informatik war und ist an mehreren Sonderforschungsbereichen beteiligt. Der SFB 588 Humanoide Roboter Lernende und kooperierende multimodale Roboter läuft unter der Regie der Karlsruher Informatik. Ein weiterer Forschungsbereich ist der SFB 414 Informationstechnik in der Medizin. Der SFB 346 Rechnerintegrierte Konstruktion und Fertigung von Bauteilen sowie der SFB 425 Elektromagnetische Verträglichkeit in der Medizintechnik und in der Fabrik wurden im Berichtsjahr erfolgreich abgeschlossen. Mitglieder der Fakultät koordinieren eine Reihe zukunftsweisender Forschungsvorhaben, die durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) oder durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert werden. Hierzu zählt das DFG-Schwerpunktprogramm Basissoftware für selbstorganisierende Infrastrukturen für vernetzte mobile Systeme, in dem auch zwei Karlsruher Projekte gefördert werden. Das ebenfalls von Karlsruhe koordinierte BMBF-Verbundprojekt IPonAir dient der Weiterentwicklung des Internet vor allem im Kontext der Mobilität und der Integration mit Mobilfunksystemen der dritten und vierten Generation. Im BMBF- Projekt Rechtsinformatik im Netz sind die Karlsruher Juristen aktiv. Hervorzuheben ist auch das BMBF-Projekt Notebook-University. Unter einer Vielzahl von Bewerbungen konnte sich hierbei die Universität Karlsruhe für eine Förderung qualifizieren. Gerade die Mobilität spielt in diesem hochgradig interdisziplinären Projekt eine wichtige Rolle. Die Anerkennung der Karlsruher Informatik zeigt sich nicht zuletzt auch in der Verleihung hoch angesehener Preise an Mitglieder der Fakultät. Prof. Martina Zitterbart erhielt den Alcatel SEL-ForschungspreisTechnische Informatik für ihre Arbeiten, die zum Fortschritt der Internet-basierten Kommunikation beitragen. Dr. Klaus Wehrle erhielt den Südwestmetall-Preis für seine hervorragende Dissertation zum Thema Diensteintegration im Internet. Dr. Kathrin Paschen wurde für ihre Dissertation über Quanten-Zellularautomaten mit dem Erna-Scheffler Förderpreis ausgezeichnet. Diese Beispiele aus Foschung und Lehre belegen, dass die Karlsruher Informatik trotz der momentanen Umbruchsituation zu besonderen Leistungen fähig ist. Die Fakultät für Informatik versteht den Umbruch als Ansporn und sieht in den von ihr gewählten zukunftsweisenden Schwerpunkten ein großes Potenzial, um ihrer Spitzenposition auch weiterhin gerecht zu werden. 6 7

11 Entwicklung und Überblick Geschichte der Karlsruher Informatik Geschichte der Karlsruher Informatik 1958 Elektronische und digitaltechnische Grundlagen moderner Computer werden Arbeitsschwerpunkte des Instituts für Nachrichtentechnik und Nachrichtenübertragung Programmierausbildung, Anfänge einer Softwareentwicklung und Beginn einer zentralen Rechnerversorgung durch den Lehrstuhl Numerische Mathematik und Großrechenanlagen 1966 Gründung des Universitätsrechenzentrums 1968 Senatskommission für Fragen der Computer Science beschließt die Einführung eines Informatikstudiums in Karlsruhe Gründung des Instituts für Informatik Erlass des Kultusministeriums Baden-Württemberg über das Inkrafttreten der Prüfungsordnung für die Diplomprüfung in Informatik (Akademischer Grad Diplom-Informatiker) Beginn eines eigenständigen Diplomstudiengangs Informatik Beteiligung der Universität Karlsruhe am Überregionalen Forschungsprogramm Informatik (ÜRF) 1971 Erste Absolventen erhalten den Titel Diplom-Informatiker 1972 Gründung der Fakultät für Informatik mit vier Instituten 1973 Programm der Angewandten Informatik: Einrichtung von Informatik-Lehrstühlen an den ingenieur- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten 1979 Gründung des Interfakultativen Instituts für Anwendungen der Informatik 1981 Einführung des Aufbaustudiengangs Informatik 1984 Beteiligung am Sonderforschungsbereich 314 Künstliche Intelligenz Wissensbasierte Systeme 1985 Gründung des Forschungszentrums Informatik an der Universität Karlsruhe (FZI) 1986 Gründung des Deutsch-Französischen Instituts für Automation und Robotik (IAR) 1987 Neustrukturierung der Fakultät für Informatik in acht Institute Einrichtung des Modellversuchs Informatik für Blinde Studium für Sehgeschädigte in Informatik und Wirtschaftsingenieurwesen Diplom der Fakultät 1989 Gründung der Karlsruher Informatik Kooperation (KIK) 1990 Beteiligung am Sonderforschungsbereich 346 Rechnerintegrierte Konstruktion und Fertigung von Bauteilen 1992 Einrichtung des Graduiertenkollegs Beherrschbarkeit komplexer Systeme Diplom der Fakultät Beteiligung am Sonderforschungsbereich 358 Automatisierter Systementwurf 1993 Gründung des Studienzentrums für Sehgeschädigte (SZS) Promotion an der Fakultät 1996 Evaluation der Lehre im Fach Informatik Beteiligung am Sonderforschungsbereich 414 Informationstechnik in der Medizin: Rechner- und sensorgestützte Chirurgie 25. Habilitation an der Fakultät Diplom der Fakultät 1997 Einführung des Studiengangs Informationswirtschaft (gemeinsam mit der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften) Promotion an der Fakultät 1999 Beteiligung am Sonderforschungsbereich 425 Elektromagnetische Verträglichkeit in der Medizintechnik und in der Fabrik 2000 Gründung des Zentrums für Angewandte Rechtswissenschaft und des Instituts für Informationsrecht 500. Promotion an der Fakultät 2001 Einrichtung des Sonderforschungsbereiches 588 Humanoide Roboter lernende und kooperierende multimodale Roboter Jahre Fakultät für Informatik 8 9

12 Entwicklung und Überblick Zahlenmäßige Entwicklung Zur zahlenmäßigen Entwicklung der Fakultät für Informatik Studierende Im Jahr 1969 begann die Karlsruher Informatik mit ca. 200 Studierenden, bereits 1971 waren es über 500. Einen ersten Höhepunkt erreichte die junge Fakultät 1981 mit über Studierenden. Fünf Jahre später, 1986, waren es bereits über Der Ansturm hielt aber noch weiter an, und erst Anfang der neunziger Jahre begannen sich die Studienanfängerzahlen zu stabilisieren. Danach setzte ein Rückgang ein, der jedoch 1996 bereits wieder von einem Aufwärtstrend abgelöst wurde. Der in den Folgejahren erneut einsetzende Ansturm auf das Informatikstudium stellte selbst die hohen Zahlen der späten achtziger Jahre in den Schatten. Die Jahre 1999 mit 594 und 2000 mit 783 Studienanfängern führten die Fakultät an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Bei einer Aufnahmekapazität von ca. 450 Studienanfängerplätzen für beide Studiengänge zusammen waren die Probleme eigentlich schon vorprogrammiert. Nicht nur die Hörsäle waren zu klein, vor allem fehlte es an wissenschaftlichem Personal. Um die Gefahr eines Qualitätsverlustes in der Ausbildung abzuwenden, beantragte die Fakultät für 2001 einen örtlichen NC von 550 Studienanfängern in der Informatik und 50 Studienanfängern in der Informationswirtschaft. Im Jahr 2001 hat die Fakultät trotz des NC insgesamt 670 neue Studierende aufgenommen. Mit 500 neuen Studienanfängern im Wintersemester 2002/2003 ist die Gesamtzahl der Studierenden an der Fakultät auf über angestiegen Studierende an der Fakultät für Informatik Studierende im Fach Informationswirtschaft Studierende im Fach Informatik /92 92/93 93/94 94/95 95/96 96/97 97/98 98/99 99/00 00/01 01/ / Studienanfänger an der Fakultät für Informatik Studienanfänger im Fach Informationswirtschaft Studienanfänger im Fach Informatik Absolventen Bereits 1971 konnten die ersten Absolventen mit dem neuen akademischen Grad Diplom- Informatiker in die Praxis entlassen werden. Die Fakultät steigerte ihre Absolventenzahl von Jahr zu Jahr, so dass 1988 das Diplom verliehen werden konnte. 1992, also nur vier Jahre später, hatte die Fakultät bereits Absolventinnen und Absolventen. Unter Beibehaltung des Vierjahresrhythmus konnte 1996 das Diplomzeugnis ausgegeben werden. Dieser Trend wurde durch das vorübergehende Absinken der Absolventenzahlen infolge der schwachen Anfängerjahrgänge in der ersten Hälfte der neunziger Jahre leider unterbrochen. Im Berichtsjahr konnten aus den oben genannten Gründen nur 109 Diplomzeugnisse ausgegeben werden. Jedoch mit fast Absolventinnen und Absolventen liegt die Karlsruher Informatikfakultät auch in diesem Punkt bundesweit mit an der Spitze. Wissenschaftlicher Nachwuchs Welche Bedeutung die Fakultät der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses beimisst, spiegelt sich in den Zahlen der durchgeführten Promotionen und Habilitationen wider. So hat die Karlsruher Informatikfakultät seit ihrem Bestehen bis heute 561 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler promoviert und 35 haben sich habilitiert. Im Berichtsjahr wurden 25 Promotionen und eine Habilitation erfolgreich abgeschlossen

13 Entwicklung und Überblick Personalstruktur Absolventen der Vorjahre Absolventen pro Jahr 3951 Absolventen insgesamt bis Personalstruktur Die zuvor genannten Ausbildungserfolge wären nicht ohne den engagierten Einsatz des wissenschaftlichen Personals möglich gewesen. Über viele Jahre musste die Fakultät unter Überlastbedingungen ausbilden und nur mit Hilfe vieler fremdfinanzierter Stellen konnten die umfangreichen Betreuungsaufgaben des wissenschaftlichen Personals bewältigt werden. Das war nur möglich, weil die Fakultät sehr erfolgreich im Einwerben von öffentlich und privat geförderten Forschungsprojekten war und ist. Immerhin wird seit Jahren etwa die Hälfte der Wissenschaftler der Fakultät durch Drittmittel finanziert. Die Entwicklung im Bereich des wissenschaftlichen Personals spiegelt die nachfolgende Übersicht wider: Stellen im wissenschaftlichen Dienst Landesstellen (Plan- und Sonder programmstellen) Drittmittelstellen Promotionen pro Jahr Promotionen der Vorjahre 561 Promotionen insgesamt bis Wie begehrt der Karlsruher Nachwuchs ist, beweist die Tatsache, dass aus dem Kreis der Absolventen und Mitarbeiter der Fakultät über 125 Informatikprofessorinnen und -professoren hervorgegangen sind, die an deutsche und ausländische Universitäten und Hochschulen berufen wurden Ab 1996 lag mit Ausnahme des Jahres 2001 der Anteil der Drittmittelstellen deutlich über dem der Planstellen. Das ist eine unmittelbare Auswirkung der seit 1995 erfolgten starken Stellenstreichungen durch das Land. Mit ihren Drittmittelstellen konnte die Fakultät bisher die schlimmsten Folgen dieser Streichungen für Forschung und Lehre noch einigermaßen abfangen. Von 1995 bis 2000 hat die Fakultät 25 Wissenschaftlerstellen und fünf VT-Stellen an das Land zurückgeben müssen. Unter dem Druck der ernormen Studienanfängerzahlen der Jahre 1999 und 2000 hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) zwar ab Oktober 2000 eine bis 2004 befristete Soforthilfe in Form von Finanzmitteln ( Sonderprogramm für die Informatik und verwandter Studiengänge ) bereitgestellt, womit im Berichtsjahr 18 wissenschaftliche Mitarbeiter der Fakultät finanziert werden konnten. Zu dem Sofortprogramm gehören auch zwei vorgezogene Nachfolgeprofessuren, die vom MWK bis 2007 bzw bereitgestellt werden, leider ohne jegliche Personal- und Sachausstattung. Für die Aufnahme eines neuen Bachelor-Studienganges in Informationswirtschaft wird bis 2005 eine weitere vorgezogene Nachfolgeprofessur bereitgestellt. Jedoch muss die Hälfte dieser Mittel durch die Universität aufgebracht werden. Die dringend notwendige Wiederaufstockung der verlorenen personellen Grundausstattung ist durch diese Maßnahme allerdings nicht gegeben

14 Entwicklung und Überblick Lehrkörper Personelle Zusammensetzung der Fakultät 2002 Angaben in Vollzeitäquivalenten Stellenstruktur der Fakultät Landesbedienstete Landesstellen Professuren 28 davon befanden sich zum Jahresende 8 Professuren im Besetzungsverfahren. Wissenschaftlicher Dienst 100 davon 82 Planstellen 18 Sonderprogrammstellen Technischer Dienst 36 Planstellen Verwaltungsdienst 21,5 Planstellen Drittmittelstellen Wissenschaftlicher Dienst 112 Technischer- und Verwal- 5,5 tungsdienst 295 Beschäftigte Zusammensetzung: 20 Professoren 212 Wissenschaftliche Mitarbeiter (davon 112 Drittmittelbeschäftigte) 36 Technische Mitarbeiter 118 Drittmittelbeschäftigte 27 Verwaltungsangestellte (davon 6 Drittmittelbeschäftigte) Stand: Lehrkörper Professoren Abeck, Dr. rer. nat. Sebastian, Institut für Telematik Beth, Dr. rer. nat. Thomas, o. Professor, Institut für Algorithmen und Kognitive Systeme Brinkschulte, Dr. rer. nat. Uwe, Institut für Prozessrechentechnik, Automation und Robotik Calmet, Dr. es-sciences physiques Jacques, Institut für Algorithmen und Kognitive Systeme Deussen, Dr. rer. nat. Peter, o. Professor, Institut für Logik, Komplexität und Deduktionssysteme Dillmann, Dr.-Ing. Rüdiger, o. Professor Institut für Rechnerentwurf und Fehlertoleranz Dreier, Dr. iur. Thomas, M. C. J., o. Professor, Zentrum für Angewandte Rechtswissenschaft, Institut für Informationsrecht Goos, Dr. rer. nat. Gerhard, o. Professor, Institut für Programmstrukturen und Datenorganisation Juling, Dr. rer. nat. Wilfried, o. Professor, Institut für Telematik und Leiter des Universitätsrechenzentrums Lockemann, Dr.-Ing. Peter, o. Professor, Institut für Programmstrukturen und Datenorganisation Nagel, Dr. rer. nat. Hans-Hellmut, o. Professor, Institut für Algorithmen und Kognitive Systeme Prautzsch, Dr. rer. nat. Hartmut, Institut für Betriebs- und Dialogsysteme Schmid, Dr.-Ing. Detlef, o. Professor, (em. ab ), Institut für Rechnerentwurf und Fehlertoleranz Schmitt, Dr. rer. nat. Alfred, o. Professor, Institut für Betriebs- und Dialogsysteme Schmitt, Dr. rer. nat. Peter H., Institut für Logik, Komplexität und Deduktionssysteme Sester, Dr. iur. Dipl.-Kfm. Peter, o. Professor, (ab ), Zentrum für Angewandte Rechtswissenschaft, Institut für Informationsrecht Tichy, Dr. rer. nat. Walter, o. Professor, Institut für Programmstrukturen und Datenorganisation Vollmar, Dr.-Ing. Roland, o. Professor, Institut für Algorithmen und Kognitive Systeme Waibel, Dr. rer. nat. Alexander, o. Professor, Institut für Logik, Komplexität und Deduktionssysteme 14 15

15 Entwicklung und Überblick Lehrkörper Wolf, Dr.-Ing. Lars, (bis ) Institut für Telematik und Universitätsrechenzentrum Wörn, Dr.-Ing. Heinz, o. Professor, Institut für Prozessrechentechnik, Automation und Robotik Zitterbart, Dr. rer. nat. Martina, o. Professorin, Institut für Telematik Zorn, Dr.-Ing. Werner (beurlaubt bis ), Institut für Betriebs- und Dialogsysteme Zweitmitglieder Schmeck, Dr. rer. nat. Hartmut, o. Professor, Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften Stucky, Dr. rer. nat. Wolffried, o. Professor, Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften Studer, Dr. rer. nat. Rudi, o. Professor, Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften Bretthauer, Dr.-Ing. Georg, o. Professor Institut für Angewandte Informatik, Forschungszentrum Karlsruhe Technik und Umwelt Emeritierte und entpflichtete Professoren Görke, Prof. em. Dr.-Ing. Winfried Güntsch, Dr.-Ing. Fritz-Rudolf, entpflichtet Krüger, Prof. em. Dr. phil. nat. Dr. rer. nat. h. c. mult. Gerhard Menzel, Prof. em. Dr. phil. nat. Wolfram Rembold, Prof. em. Dr.-Ing. Ulrich (verstorben am ) Schreiner, Prof. em. Dr. rer. nat. Adolf Schweizer, Prof. em. Dr.-Ing. Gerhard Trauboth, Dr.-Ing. Heinz, entpflichtet Wettstein, Prof. em. Dr.-Ing. Horst Honorarprofessoren Abeln, Dr. rer. nat. Olaf Barth, Dr. rer. nat. Gerhard, Vorstandsmitglied der Dresdner Bank AG, Frankfurt Klimek, Dr.-Ing. Wolfgang, Abteilungsleiter bei der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DLR), Köln Steusloff, Dr. rer. nat. Hartwig, Geschäftsführender Direktor des Fraunhofer-Instituts für Informations- und Datenverarbeitung (IITB), Karlsruhe Syrbe, Dr. rer. nat. Dr.-Ing. E. h. Max, Altpräsident der Fraunhofer-Gesellschaft Privatdozenten Braun, Dr. rer. nat. Heinrich, Projektleiter im Bereich Optimierung der SAP AG, Walldorf Prechelt, Dr. rer. nat. Lutz Director Training and Technical Documentation, Director Process Management, abaxx Technology AG, Stuttgart 16 17

16 Entwicklung und Überblick In memoriam Ulrich Rembold 1.3 In memoriam Ulrich Rembold ( ) Prof. Dr.-Ing. Ulrich Rembold, emeritierter Ordinarius für Informatik und langjähriger Leiter des Instituts für Prozessrechentechnik und Robotik an der Fakultät für Informatik, verstarb nach schwerer Erkrankung am 1. September Der weltweit anerkannte Experte auf den Gebieten Rechnerintegrierte Fertigung, Robotik und Rechnergestützte Chirurgie studierte Maschinenbau an der Universität Stuttgart. Nach seiner zweieinhalbjährigen Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der gleichen Universität promovierte er 1957 und ging anschließend nach Fostoria, Ohio, USA, um seine ersten Auslandserfahrungen zu sammeln. Sein Auslandsaufenthalt sollte dann mehr als 18 Jahre dauern. In Ohio arbeitete er zwei Jahre als Entwicklungsingenieur in der Union Carbide Corporation und wechselte dann zur Whirlpool Corporation in St. Joseph, Michigan, USA. Etwa ab 1964 begann er Rechner zur Steuerung von Fertigungssystemen und zur Herstellung von Haushaltsgeräten, einem damals noch wenig beachteten Gebiet, anzuwenden. Dabei hatte er die Möglichkeit, die ersten verfügbaren Prozessrechner zu untersuchen und in zahlreichen Anwendungsszenarien zu erproben. Das Arbeiten mit Prozessrechnern sollte Ulrich Rembold auf seinem weiteren Weg in seiner herausragenden Berufskarriere begleiten. Seit 1967 war er dann als Manager of System Engineering Research bei Whirlpool für die rechnergestützte Fertigungsautomatisierung verantwortlich. Im Jahre 1975 erhielt er einen Ruf an die Universität Karlsruhe auf einen Informatik Lehrstuhl am damaligen Institut für Informatik III. Aus dem damaligen Lehrstuhl Planungs- und Programmiertechniken für Prozessrechner entwickelte sich dann später das Institut für Prozessrechentechnik und Robotik. Nach der Annahme des Rufs begann Prof. Rembold seine akademische Tätigkeit in Karlsruhe buchstäblich mit dem Erwerb eines (Lehr-) Stuhls. Sonst hatte er anfangs nur zahlreiche Glückwünsche von den Fakultätskollegen und eine enorme Portion kreativer Energie für den Aufbau seines neuen Instituts. Dank dieser Energie entwickelte sich sein Institut sehr schnell zu einer leistungsfähigen und auf zahlreichen Teilgebieten führenden Forschungseinrichtung auf dem Gebiet der rechnergestützten Fertigung und Robotik. Prof. Rembold leitete das Institut von 1975 bis 1997 und konnte während dieser Zeit viele Erfolge in Forschung und Lehre erzielen. Die ersten Projekte befassten sich mit der Steuerung von Fertigungsautomaten, der Qualitätskontrolle und mit Betriebsdatenerfassungssystemen. Gleichzeitig bemühte er sich intensiv, Roboter intelligenter zu machen. Bereits 1978 wurde an seinem Institut ein für damalige Verhältnisse sehr schnelles Kamerasystem entwickelt und in einen Industrieroboter integriert. Mit dem System war es möglich, 2-dimensionale sich auf Förderbändern bewegende Objekte zu erkennen, zu greifen und in einem Behälter abzulegen. Über die Jahre hinweg entwickelte sich das Institut ständig sowohl die Mitarbeiterzahl als auch der Laborraum sowie die Ausstattung. Bald war es möglich, die Palette der Forschung drastisch zu erweitern. Neue Forschungsgebiete wie Parallelrechner für Roboteranwendungen, Echtzeit-Computersprachen für Prozesssteuerungen, verteilte Rechnersysteme für Maschinensteuerungen und Datenerfassung, Planungs-, Programmier- und Simulationssysteme für Roboter, Künstliche Intelligenz oder mehrfingrige flexible Robotergreifer kamen hinzu. Ein wichtiges Datum für sein Institut war das Jahr 1984, als das Institut an dem neuen Sonderforschungsbereich Künstliche Intelligenz (SFB 314) teilnahm. Dies führte zu der Entwicklung des autonomen 2-armigen mobilen Roboters KAMRO, der weltweit Aufmerksamkeit erregte, sowie der Karlsruher 3-Fingerhand. Weitere Interessensgebiete waren intelligente Sensoren, wissensbasierte Diagnosesysteme oder rechnerbasierte Montageplanung. Auch an dem 1985 gegründeten Forschungszentrum Informatik (FZI) engagierte sich Prof. Rembold mit großer Energie. Dort baute er in relativ kurzer Zeit eine leistungsstarke Forschungsgruppe auf, die den Technologietransfer zur Industrie zum Ziel hatte

17 Entwicklung und Überblick Struktur der Fakultät für Informatik Dank der über zwei Jahrzehnte andauernden erfolgreichen Projektarbeit und seiner weitsichtigen Finanzplanung konnte Prof. Rembold Anfang der neunziger Jahre ein weiteres Gebäude mit zusätzlichen 800 Quadratmetern dem Institut hinzufügen. Diese Erweiterung wurde nahezu vollständig aus Drittmitteln des Instituts finanziert. Durch die neue Laborsituation war es Prof. Rembold möglich, Forschungsaktivitäten in einigen neuen Forschungsbereichen, wie zum Beipspiel Mikrorobotik und Mikromontage, intelligente Sensor- und Steuerungssysteme, fortgeschrittene Mensch-Maschine-Schnittstellen oder Multiagentensysteme, anzugehen. Seine letzten Jahre als Institutsleiter widmete Prof. Rembold der Entwicklung roboterbzw. rechnergestützter Verfahren in der Medizin. Seine enormen Erfahrungen in den Bereichen Robotik, Planung und maschinelles Sehen ließ er in einen neuen, von ihm ins Leben gerufenen Sonderforschungsbereich Computer- und Sensorgestützte Medizin einfließen. Eine ganz neue Forschungsrichtung am Institut wurde hiermit geboren. Während seiner 24-jährigen Tätigkeit an der Universität Karlsruhe hat Prof. Rembold mehr als 600 Diplomarbeiten betreut. Mehr als 120 Mitarbeiter waren in diesen Jahren an seinem Institut tätig. Unter seiner Leitung wurden über 80 Promotionen und fünf Habilitationen erfolgreich abgeschlossen. Über 20 Bücher und zahlreiche wissenschaftliche Artikel wurden veröffentlicht; für mehrere seiner Bücher erhielt Prof. Rembold bedeutende Auszeichnungen erhielt er die Ehrenmedallie der Technischen Universität Posen und am 19. April 1999 die Ehrendoktorwürde durch die Universität Ufa als Auszeichnung für seine wissenschaftlichen Leistungen. Er wirkte in zahlreichen nationalen und internationalen technischen und wissenschaftlichen Gesellschaften mit und war für zahlreiche Fachzeitschriften als Herausgeber tätig. Sein weltweit bekanntes Institut wurde regelmäßig von Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Industrie und Politik besucht. Wissenschaftler aus Argentinien, Australien, China, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Korea, Niederlanden, Polen, Rußland, Spanien, Südafrika, USA und Weißrußland hatten die Möglichkeit, in verschiedenen Forschungsgruppen des Instituts von einigen Wochen bis zu mehreren Jahren mit zu arbeiten und vom traditionell hohen Forschungsniveau und der stets modernen Laborausstattung zu profitieren. Das Institut hat enge Kooperationen mit mehreren Universitäten und Firmen in Europa, USA und Japan. Im September 1997 hat Prof. Rembold seinen Lehrstuhl sowie die Institutsleitung an seinen Nachfolger, Herr Prof. Dr.-Ing. Heinz Wörn, übergeben. Die Emeritierung bedeutete für ihn jedoch in keiner Weise Ruhestand. Er war weiterhin für seine Wissenschaft sehr aktiv und pflegte in zahlreichen Reisen seine internationalen Kontakte. Im September 2002 mussten wir nun von einer großen Persönlichkeit, die das Leben unserer Fakultät entscheidend geprägt hat, Abschied nehmen. Wir werden Ulrich Rembold, nicht vergessen und sein wissenschaftliches Erbe bewahren und fortführen. Struktur der Fakultät für Informatik Institut für Betriebs- und Dialogsysteme Institut für Algorithmen und Kognitive Systeme Institut für Logik, Komplexität und Deduktionssysteme Zentrum für Mulimedia (ZeMM) Forschungszentrum Informatik (FZI) Arbeitsgruppe Lehrunterstützung an der Fakultät für Informatik (ALFI) Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung (IITB) Telecooperation Office (TecO) Kooperierende Einrichtungen: Institut für Programmstrukturen und Datenorganisation CEC Karlsruhe (SAP AG) Rechtswissenschaftliche Fakultät Universität Freiburg Carnegie Mellon University Pittsburgh/USA Université Louis Pasteur Strasbourg Ecole National Supérieur d Informatique Grenoble Institut National des Sciences Appliquées de Lyon Flugtechnische Hochschule Ufa Technische Universität Budapest Hochschule für Radiotechnik Charkow Norwegische Technische Hochschule Trondheim Institut für Prozessrechentechnik, Automation und Robotik Dekan Prof. Dr. Walter F. Tichy Prof. Dr. Detlef Schmid (bis ) Prodekan Prof Dr. Peter H. Schmitt Studiendekan Informatik Prof. Dr. Sebastian Abeck Prof. Dr. Alfred Schmitt (bis ) Studiendekanin Informationswirtschaft Prof. Dr. Martina Zitterbart Geschäftsführung Dr. Wilhelm Denz Institut für Telematik 588 Humanoide Roboter Institut für Rechnerentwurf und Fehlertoleranz Zentrum für Angewandte Rechtswissenschaft (ZAR) Institut für Informationsrecht Abteilung Technische Infrastruktur (ATIS) Deutsch-Französisches Institut für Automation und Robotik (IAR) Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS) DFG - Sonderforschungsbereiche 346 Rechnerintegrierte Konstruktion und Fertigung von Bauteilen 414 Informationstechnik in der Medizin: Rechner- und sensorgestützte Chirugie 425 EMV in der Medizintechnik und in der Fabrik Informatik- Bibliothek mit der Fakultät verbundene Einrichtungen Oberschulamt Karlsruhe: Informatikkooperation Universität-Schule Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren (AIFB) Institut für Rechneranwendung in Planung und Konstruktion (RPK) 20 21

18 Die zentralen Einrichtungen und ihre Berichte Entwicklung und Überblick 1.4 Die zentralen EInrichtungen und ihre Berichte Dekanat Dekan: Prof. Dr. Detlef Schmid (bis ) Prof. Dr. Walter F. Tichy (ab ) Prodekan: Prof. Dr. Peter H. Schmitt Studiendekan: Prof. Dr. Alfred Schmitt (Informatik) (bis ) Prof. Dr. Sebastian Abeck (Informatik) (ab ) Studiendekanin: Prof. Dr. Martina Zitterbart (Informationswirtschaft) Sekretärin: Birgit Klingel Tel Wiss. Mitarbeiterinnen: Annette Diringer Tel Tatjana Rauch M.A. Tel Wiss. Assistent: Dr.-Ing. Christian Mayerl Tel Fakultätsgeschäftsführung Geschäftsführer: Dr. Wilhelm Denz Sekretärin: Margot Fritsch Tel Wiss. Mitarbeiter: Thomas Griesbaum Tel Verwaltungsdienst: Michael Kull (bis ) Jürgen Oberle (ab ) Tel Leiter: Dr. Hartmut Barthelmeß Sekretärinnen: Brigitte Armbruster (ab ) Ursula Brauch (halbtags) Agnes Warth (bis ) Tel Dekanat Öffentlichkeitsarbeit Arbeitsgruppe Lehrunterstützung in der Fakultät für Informatik (ALFI) Fakultätsgeschäftsführung Studien- und Prüfungsangelegenheiten Dekanat Aufgaben des Dekanats Dem Dekanat obliegt generell die Leitung der Fakultät für Informatik. Es übernimmt vorallem die Aufgaben der administrativen Koordination und der Kommunikation sowohl nach innen als auch nach außen und wird dabei von der Geschäftsführung der Fakultät unterstützt. Funktionsträger des Dekanats sind der Dekan, der Prodekan und die Studiendekane. Personell ausgestattet ist das Dekanat mit einer Dekanatssekretärin, einem Beauftragten für die Arbeitsgruppe Lehrunterstützung in der Fakultät für Informatik (ALFI) sowie zwei Mitarbeiterinnen für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Der Dekan trägt als Repräsentant der Fakultät die Verantwortung für Entwicklungs-, Strategie- und Strukturpläne und damit auch für hieraus resultierende Entscheidungen und Beschlüsse, die im Rahmen der vom Fakultätsrat und dem Senat der Universität beschlossenen Grundsätze getroffen werden. Seine Verantwortung erstreckt sich außerdem auf Aufgaben, für die keine ausdrückliche Zuständigkeit des Fakultätsrates besteht oder die nicht bis zu einem Beschluss in einer Fakultätsratssitzung aufschiebbar sind. Diese Funktionen erfordern unter anderem eine enge Zusammenarbeit des Dekans und des Dekanats mit den Mitgliedern des Lehrkörpers und den zentralen Gremien der Fakultät, dem Rektorat, der Universitätsverwaltung, dem Senat, dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg, dem Bundesforschungsministerium sowie gegebenenfalls mit zahlreichen industriellen Partnern, aber auch mit anderen Hochschulen im In- und Ausland. Speziell in den Aufgabenbereich der Öffentlichkeitsarbeit fällt die Planung und Durchführung von zentralen Fakultätsveranstaltungen sowie die Koordination der Beteiligung der Fakultät an universitätsweiten Veranstaltungen zur Studienwerbung wie beispielsweise dem Mädchen-Techniktag, dem Uni-für-Einsteiger-Tag und den Alumni-Treffen. Zentrale Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit im Sinne einer Kommunikation nach außen ist die Pressearbeit, die sich auf die gesamte Medienlandschaft erstreckt. Teil der Aufgaben ist das Verfassen von Pressemeldungen, die Bereitstellung von Pressefotos usw. Um ein einheitliches und kommunikativ konsistentes Erscheinungsbild der Fakultät zu gewährleisten, werden verschiedene Materialien zur Repräsentation der Fakultät konzeptionell gestaltet. Ein besonderes Gewicht kommt hierbei den Printmedien wie Fakultätsbroschüren und -faltblättern zu, die erarbeitet und redaktionell betreut werden. In diesem Zusammenhang ist auch der für die Dokumentation und Kommunikation der Arbeit der Fakultät nach außen wichtige, ausführliche Jahresbericht der Fakultät zu nennen, der einer intensiven Vorbereitung und sorgfältigen redaktionellen Betreuung bedarf. Eine weitere wichtige Funktion ist die Kontaktaufnahme und Kontaktpflege mit Unternehmen, auch um Forschungsaufträge oder wissenschaftliche Kooperationen anzustoßen und zu unterstützen

19 Die Fakultät für Informatik Die zentralen Einrichtungen und ihre Berichte Entwicklung und Überblick Fakultätsgeschäftsführung Zentrale Koordination, Allgemeine Fakultätsangelegenheiten, Personal- und Wirtschaftsverwaltung Durch die Geschäftsführung der Fakultät werden wesentliche Verwaltungsaufgaben zentral für die ganze Fakultät durchgeführt. Dazu gehören vor allem die zentrale Personalverwaltung der Fakultät, die zentrale Finanzplanung und Haushaltsführung (Landeshaushalt und Sonderprogramme), die Planung und Koordinierung der Investitionen und der sonstigen zentralen Beschaffungsmaßnahmen (einschließlich aller HBFG-Maßnahmen), die zentrale Gebäude- und Raumverwaltung, eine zentrale Inventarführung (Landes- und Drittmittel), die Bereitstellung eines fakultätsweiten Kopierservices sowie die Erstellung zentraler Informationsmaterialien und Berichte der Fakultät. Darüber hinaus sichert die Geschäftsführung die Betreuung der Fakultätsgremien und erledigt Aufgaben im Rahmen der allgemeinen Fakultätsangelegenheiten sowohl bei der Innen- als auch der Außenvertretung nach den Vorgaben des Dekanats. Auch im Berichtsjahr konnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsführung durch zusätzliche Aktivitäten zur weiteren Verbesserung der Infrastruktur der Fakultät beitragen. So wurde in Zusammenarbeit mit der Abteilung Technische Infrastruktur ein neuer zentraler Praktikums-Rechnerpool auf der Grundlage des HBFG-Computer- Investitionsprogramms (CIP) mit 25 hochleistungsfähigen PC-Arbeitsplätzen sowie zusätzlicher Sonderausstattung in Hard- und Software für die Durchführung von etwa einem Dutzend Praktika im Hauptstudium eingerichtet. Darüber hinaus erhielt der zentrale Sitzungsraum der Fakultät eine versenkbare Videoprojektionseinheit eingebaut, so dass nun unter Einsatz des ebenfalls beschafften Videokonferenzsystems problemlos Videokonferenzen im Sitzungsraum möglich sind. Studien- und Prüfungsangelegenheiten Das Sekretariat für Studien- und Prüfungsangelegenheiten ist für die zentrale Koordinierung und Organisation von Studium und Lehre an der Fakultät zuständig. Wesentliche Aufgabenbereiche dieses Sekretariates sind: Fachstudienberatung für Studierende der Diplomstudiengänge Informatik und Informationswirtschaft sowie für Studierende im Zeit- bzw. Austauschstudium oder im Aufbaustudium Informatik. Auch für Studierende zum höheren Lehramt an Gymnasien und Studierende anderer Fakultäten, die Informatik als Nebenfach gewählt haben, steht die Fachberatung zur Verfügung. Führung der laufenden Geschäfte des Diplom-Vorprüfungsausschusses, des Diplom- Hauptprüfungsausschusses, des Prüfungsausschusses Informationswirtschaft und der Kommission für das Aufbaustudium. Koordination der Lehrbeauftragten, Lehrveranstaltungen, Klausuren und Raumbelegungen. Steuer- und Kontrollfunktionen im Studienprozess, beispielsweise bei der Genehmigung von Prüfungsplänen oder bei Studien- und Diplomarbeiten. Aktualisierung des Studienplanes und des Vorlesungsverzeichnisses einschließlich aller Folgepublikationen. Öffentlichkeitsarbeit zu Lehre und Studium. Der Beratungsbedarf der Studierenden ist weiter steigend. Insbesondere hinterfragen die Studierenden die Möglichkeiten zu Industriepraktika, zu Auslandsaufenthalten und zur Anfertigung von Diplomarbeiten. Darüber hinaus wächst auch die Anzahl der ausländischen Studierenden und Austauschstudierenden, die bedingt durch Sprach- und Orientierungsprobleme eine besondere Unterstützung benötigen. Rechnergestützte Verwaltungsprozesse Dieses Aufgabengebiet der Geschäftsführung umfasst die rechnergestützte Vorgangsbearbeitung und Integration der Verwaltungsprozesse. Die Aufgaben im Einzelnen sind: Dokumenten-/Adressverwaltung, Bestellwesen, Inventarisierung, Personalverwaltung, Verwaltung der Lehre und des Prüfungswesens, Zuarbeit zum Jahresbericht, Erstellung des Personalverzeichnisses und anderer Veröffentlichungen. Systemverwaltung, Beratung und Schulung zum Fakultätsinformationssystem i3v. i3v ermöglicht die dezentrale und redundanzfreie Bearbeitung der verschiedenen Geschäftsprozesse der Fakultät und der Fakultätsbibliothek. Inhaltliche Administration und Weiterführung des WWW-Servers der Fakultät. Der wesentliche Kern der Informationen im WWW-Server wird automatisch durch bedarfsgesteuerte Datenexporte zeitnah aus dem Fakultätsinformationssystem i3v aktualisiert. Im Berichtsjahr wurde in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Lehrunterstützung an der Fakultät für Informatik (ALFI) begonnen, eine Verbesserung der Vorlesungsdarstellung im WWW zu erreichen. Betreuung der i3v-gestützten Informatiksysteme in der Fakultätsbibliothek (Erwerbung, Katalogisierung und Ausleihe sowie Recherche im i3v und im WWW). Rechnergestützte Einteilung der Studierenden des Vordiploms in die Tutorien der Fächer Analysis, Lineare Algebra, Höhere Mathematik, Informatik und Technische Informatik ( WebInScribe ). Bei diesem Verfahren werden die Erfassung der Studierenden und ihrer Tutorienwünsche sowie die Einteilung und die Erstellung der Einteilungslisten weitestgehend automatisch web-gestützt durchgeführt. Als Vorteile sind neben der Gleichbehandlung der Studierenden vor allem eine deutliche Arbeitsentlastung der für die Lehrveranstaltungen zuständigen Dozenten, Mitarbeiter und Sekretariate zu nennen. In 2002 wurden im Sommer- und Wintersemester zusammengenommen ca Studierende in 249 Tutorien für 12 Vorlesungen eingeteilt. Betreuung der Server der Geschäftsführung (Datei-, WWW- und Backup-Server sowie eine WWW-Suchmaschine für Fakultätsseiten)

20 Die Fakultät für Informatik Entwicklung und Überblick Zentrum für Multimedia (ZeMM) Das Ende 1998 gegründete Zentrum für Multimedia (ZeMM) bildete die kontinuierliche Fortsetzung der Multimedia-Aktivitäten der Fakultät, die bereits 1996 mit der Inbetriebnahme des Multimedia-Hörsaals und des Multimedia-Labors einen markanten Punkt erreichten. Das ZeMM stellt sich als Projektzentrum folgende Aufgaben: Management von Multimedia-Projekten in Aufgaben- und Arbeitsteilung mit Instituten der Fakultät für Informatik Mediale Außenpräsentation der Fakultät Beratung und Schulung von Anwendern in der Werkzeuganwendung Informationsbereitstellung auf WWW-Servern Organisation von Workshops Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Informatik, Design/Kunst und Kultur zur Bestimmung der virtuellen Kommunikation und des virtuellen Lernens Multimediale Anwendungen in der Lehre, Lernplattformentwicklung fachliche Beratung zu virtuellen Lehrveranstaltungen und Projekten Nutzung und Vermittlung der Mediendidaktik und eines praktischen Screendesigns für die Kurserstellung Vorbereitung und Durchführung des Multimedia-Forums Kontakt Prof. Dr. P. Deussen Tel Dr. H. Barthelmeß Tel Fakultätsprojekt ViKar (H. Barthelmeß, S. Claußen, M. Amini, A. Ertl, S. Romanowski) Auch in diesem Jahr bot ViKar wieder hochschulübergreifende Seminare an, die den Karlsruher Studierenden der Fachhochschule, der Universität und der Pädagogischen Hochschule zukunftsweisende Lehr- und Lernformen näher bringen. Die Studierenden nutzten für ihre Projektarbeiten die vielfältigen Kooperationsmöglichkeiten des virtuellen Campus und zeichneten ihre Vorträge im Aufnahmestudio der Universität Karlsruhe auf. In einer Ringschaltung präsentierten sie diese Arbeiten und diskutierten virtuell mit ihren Kommilitonen der beteiligten Hochschulen. In weiteren Wokshops tauschten die einzelnen Teilprojekte ihre Erfahrungen aus und es wurden weitere Module in den virtuellen Campus aufgenommen. Um das Weiterbestehen des virtuellen Campus über die Förderzeit hinaus sicherzustellen, wurde im November der Verein Nutzergemeinschaft ViKar e.v. gegründet. Der Verein will zunächst die Studierenden, Absolventen und Angehörige der Karlsruher Hochschulen in ihrer Lern- und Arbeitsprozessen unterstützen. Darüber hinaus sollen aber auch erste Kontakte zu Wirtschaftspartnern der Region geknüpft werden. Langfristig gesehen will die Nutzergemeinschaft ViKar e.v. die Schrittmacherfunktion für eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft übernehmen. Persönlicher Studienassistent Persa Zentrum für Multimedia (ZeMM) Leiter: Prof. Dr. P. Deussen Stellv. Leiter: Dr. H. Barthelmeß Verwaltungsangestellte: S. Seitz, A. Warth (bis ) Wiss. Mitarbeiter: O. Andre (F ab ), M. Amini, A. Brauch (F ab ) A. Ertl (ab ), A. Jakob (bis ) S. Rosmanowski (F), K. Wisniewski (F ab ) (S. Claußen, G. Tusek, S. Sparn, J. Dehner) Die Aufgabe eines persönlichen Studienassistenten sieht vor, den Studierenden von Routineproblemen zu entlasten, um mehr Zeit für und Konzentration auf den eigentlichen Lernvorgang zu gestatten. Der Einsatz erfolgt in einer virtualisierten und personalisierten Lernumgebung (z.b. Lernserver der Fakultät für Informatik oder Vikar-Lernumgebung). Die möglichen Dienste eines persönlichen Studienassistenten können in vier Kategorien eingeordnet werden: 26 27

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