Network of Rehabilitation in Geneva. FMC Jahressymposium 2014

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1 Network of Rehabilitation in Geneva FMC Jahressymposium 2014 Dr. med. Ch. Pollien, Zürich, 18. Juni 2014

2 Vorstellung Dr. med. Christophe Pollien 1993 Arzttitel 2007 Spezialisierung in Orthopädie 2010 Stv. Kreisarzt Suva 2011 Praxisgruppenleiter Romandie Suva 2012 Executive MBA in Healthcare Management (Projekt NRG) Page 2

3 Anstoss zum Projekt 2011 Feststellungen für den Kanton Genf Suva-Agentur in Genf: Die höchsten Behandlungskosten und Taggelder der Schweiz Schlechte Zusammenarbeit mit den Ärzten mangelnder Informationsaustausch Wartelisten für Operationen Zeitverlust bei Behandlung Herausforderung: medizinische Lösungen finden Page 3

4 Background Das wirtschaftliche Gesundheitsdreieck Patienten Ärzte Versicherer Page 4

5 Background: der verunfallte Patient A S C T0: Unfall Gefährdung der Gesundheit T1: Ende des Heilungsverlaufes Schwarze Linie: vollständige Genesung Rote Linie: Folgen des Unfalles 3 Phasen: - akut (A): 0 bis 2 Wochen - subakut (S): 2 bis 12 Wochen - chronisch (C): ab 3 Monaten Medizinische Behandlung = aufeinanderfolgende Etappen zur Vermeidung von Folgeerscheinungen 1. Diagnose erstellen 2. Behandlungen durchführen 3. Kontrollieren Medizinische Behandlung = Genesungskette Page 5

6 Analogie: supply chain 1950 Toyota supply chain by JIT system (Just In Time) Genesungskette Versorgungskette akut subakut chronisch Untersuchung Röntgen MRI Diag. Behandlung (Medis., Physio) Kontrolle T0 Unfall T=Zeit Akute Phase: detaillierte Behandlungsschemata Chronische Phase: strukturierte Schemata sind kaum bekannt Page 6

7 Background: Ärzte Ärzte Akute Phase Chronische Phase (3 Monate) Allgemeinärzte Grundausbildung Begrenzte Ausbildung Spezialisten Spezifische Kenntnisse Mangelnde Interessen Öffentliche Spitäler Spezifische Kenntnisse Mangelnde Ressourcen Ineffiziente Behandlung Ineffiziente Behandlung: Wiederholte Behandlungen und Arbeitsunfähigkeit ohne Besserung Page 7

8 Background: Suva UVG: Kontroll- und Entscheidungsrecht (Ärzte Art. 48 und 54) CM Case Management Basiert auf medizinischen, sozialen und beruflichen Risiken 1. Intervention des Kreisarztes nach 3 Monaten Abstand zwischen 1 und 2: 3 Monate Behandlung Finanzielle Ergebnisse Distribution of cases Geneva 2011 NCM 1 NCM 2 NCM 3 NCM 0 Page 8

9 Analyse der ärztlichen Leistung Ärzte Patienten Suva Page 9

10 Analyse Ärzte Patient Unfall T0 Allgemeinmediziner - 1. Untersuchung - Mögliche Diagnose - Behandlungsbeginn - Negativer Verlauf - Spezialistenmeinung Dauer 6 bis 12 Wochen Patient - ineffiziente Behandlung - wahrscheinlicher Abbruch Spezialist - 4 bis 6 Monate nach T0 - Präzise Diagnose - Behandlung anpassen oder - Operationsindikation - Operationsplanung Verzögerung 1 Monat oder Übertritt öffentliches Spital Verzögerung 3 Monate (GE) 8 Schwelle 50% Monate Verzögerungen und extremer Zeitverlust (4 bis 6 Monate) Warten auf Spezialistenkonsultation macht die Behandlung ineffizient Page 10

11 Analyse Ärzte Suva Taggeld direkt von der vom Arzt ausgestellten Arbeitsunfähigkeit abhängig Objektivität der Zeugnisse hinterfragt (Gefälligkeit) Studien: Work ability assessed by patients and their GPs in new episodes of sickness certification. Reiso H, Nygård JF, Brage S, Gulbrandsen P and Tellnes G. Family Practice 2000; 17: Arbeitsfähigkeit vom Patienten zu tief eingeschätzt Sick-listing habits among general practitioners in a Swedish county Lars Englund and Kurt Svärdsudd, Uppsala University, Department of Public Health and Caring Sciences, Family Medicine Section, University Hospital, Uppsala, Sweden. Scand J Prim Health Care 2000; 18: In 90 % der Fälle wird die Arbeitsunfähigkeit vom Patienten gewünscht Spinnler, Suva-Statistiker, Analyse von Zeugnissen Montagseffekt: Arbeitswiederaufnahme unter der Woche in 30% der Fälle Keine teilweise Wiederaufnahme der Arbeit Page 11

12 Analyse Ärzte Suva Taggeld Suva-Statistiken: 2003: 50% nehmen Arbeit nicht wieder auf, wenn Arbeitsunfähigkeit über mehr als 6 Monate 2012: 50% nehmen Arbeit nicht wieder auf, wenn Arbeitsunfähigkeit über mehr als 8 Monate Behandlungskosten Vom Arzt abhängig (Physio., Medis, Röntgen, IRM) Renten Abhängig vom wirtschaftlichen Leistungsverlust des Patienten Durch Behandlungsdauer indirekt vom Arzt abhängig Behandlungskosten = Investition zur Vermeidung der Rente Page 12

13 Analyse: Besonderheiten in Genf Ein öffentliches Spital HUG => Monopol Internationales wirtschaftliches Gefüge (UNO, WHO, HCR, WTO, IKRK) «Die Orthopäden von Genf sind nicht auf Suva-Fälle angewiesen.» Auswirkungen für Genf: Mehr Verzögerungen Mehr ineffiziente Behandlungen Hypothese 2011: Wartezeit für eine Operation im HUG Juni 2011: Warnsystem zwischen Prof. Hoffmeyer (HUG) und der Suva Ergebnisse: 4 Fälle in 2 Jahren Beobachtungen 2013 Verzögerte Übergabe der Patienten vom Allgemeinmediziner zum Spezialisten Durchschnittlich 3 Monate (bis zu 6 Monaten!) Page 13

14 Analyse SWOT (Suva) UVG Strengths (Stärken) Kontrolle über die Genesungskette Opportunities (Chancen) Gesamthafte Verbesserung der Patientenbehandlung Kontrolle über die Arbeitsunfähigkeit Weaknesses (Schwächen) Zusammenarbeit mit Pflegedienstleistern Kein finanzieller Anreiz (TARMED KVG 0.96) Threats (Risiken) Ineffiziente Behandlung Vermehrt Verzögerungen Wirtschaftliche Risiken für die Patienten und die Suva Gesundheitliche Risiken für die Patienten Page 14

15 Zusammenfassung Medizinische Behandlung = Genesungskette (Planung) 50% nehmen Arbeit nicht wieder auf, wenn Arbeitsunfähigkeit mehr als 8 Monate Verlangsamung der Behandlung => Auf Ebene der Rehabilitierung handeln Verzögerungen zwischen Allgemeinmedizinern und Spezialisten Monopol der HUG Mangelnde Interessen seitens der privaten Spezialisten => Auf Ebene der Zusammenarbeit handeln = Netzwerk Network of Rehabilitation in Geneva Page 15

16 NRG: Strategien Medizinische Strategien (primär) Genesungskette neu organisieren Netzwerk baut auf Allgemeinmediziner auf Intensität der Behandlung beibehalten (Planung) Bereits existierende Kanäle benutzen Finanzielle Auswirkungen (sekundär) Verringerung der Taggelder Geringere Behandlungskosten Auswirkung auf die Renten (?) Page 16

17 NRG: Partner I GMO: Groupe Médical d'onex Mitglied im Netzwerk DELTA (Dres. Raetzo und Schaller) Konsultation und Notfalldienst 24/24 Hauptsächlich Allgemeinmediziner Ausschliesslich ambulant Für NRG: Patientenakquise Centre de Cressy Mitglied im Netzwerk DELTA Spezialisiertes Rehabilitationszentrum Ausschliesslich ambulant Für NRG: ambulante Behandlung der Patienten Page 17

18 NRG: Partner II Hôpital Beau-Séjour (BSH) Rehabilitationszentrum Stationäre Patienten Ans HUG angebunden Key Partner: Dr. Ziltener, Schulterspezialist Für NRG: ambulante Spezialistenkonsultation HUG Universitätsspital Chirurgische Orthopädie Key Partner: Prof. Hoffmeyer, Schulterspezialist Für NRG: Schulterchirurgie Page 18

19 NRG: Zusammenfassung Partner ambulant stationär Netzwerk Delta Öffentliche Spitäler Suva Groupe Médical d'onex Centre de Cressy Hôpital Beau-Séjour HUG CRR Agentur Suva A11 Ärztlicher Dienst Suva Fallverwaltung Rehabilitation Spezialist: Konsultation Spezialist: Operationen Finanzierung Spezialisierte Rehabilitation Versicherungsmedizin Page 19

20 NRG: Grundregeln des Netzwerkes Schultertrauma (Pilotphase) Jeder Fall wird 3 Monate lang betreut Die Fälle werden vom Allgemeinmediziner der GMO verwaltet Verlaufsbericht nach 4 Wochen und nach 3 Monaten Wartezeit für eine Spezialistenkonsultation max. 5 Werktage Physiotherapiesitzungen 5x pro Woche (Normalfall 2x) Operationen: direkter Zugang zum HUG dank Dr. Ziltener (1 Monat) Übermittlung von Informationen an die Suva-Agentur Überwachung der Arbeitskapazität durch den Ärztlichen Dienst der Suva Bewertung der fachlichen Eignung durch das CRR Page 20

21 Funktionsweise NRG 4 b Operation 2 Assessment 4 c Inpatient rehab. 1 GP 3 GP 4 a Outpatient rehab. Page 21

22 Budget NRG Berechnung der zusätzlichen Kosten im Vergleich zum Normalfall Schultertrauma, jährliche Einschätzung der GMO: 40 Pilotphase 20 - Physiotherapie: (3 Monate) CHF Position 7301 CHF 48.- Anzahl pro Woche (5-2) 3 x Anzahl Wochen 12 x - Anreiz pro Fall (KIMSA) CHF Diverse CHF Kosten pro Fall CHF Gesamtkosten NRG CHF KIMSA: anreizbasiertes Fakturierungssystem der Suva zur frühzeitigen Erkennung von Risikopatienten (Deutschschweiz) Page 22

23 NRG: Bewertungskriterien Vergleich zwischen dem NRG und der Agentur Genf in Bezug auf Schultertraumata während der gleichen Periode Problem: Anzahl der NRG-Testfälle Erwartete Ergebnisse für das NRG Verteilung NCM NCM 1 > 60% Behandlungskosten pro Fall Taggeld pro Fall Mittlere Behandlungsdauer Page 23

24 Durchführung TIMELINE PROJECT NRG PLANNING Mai 2014 Bestätigung Budget 1. Juli Projektbeginn regelmässige Sitzung 4 Zwischenbericht 5 Schlussbericht Ins Kostenmanagement der Suva integrieren? Page 24

25 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Page 25

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