Michael Dörflein und die Julius-Maximilians-Universität Würzburg: Zwei Kompetenzführer für den MBA Business Integration

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1 Michael Dörflein und die Julius-Maximilians-Universität Würzburg: Zwei Kompetenzführer für den MBA Business Integration Name: Funktion/Bereich: Organisation: Michael Dörflein Managing Director MBA Business Integration Julius-Maximilians-Universität Würzburg Kurzeinführung zum Thema Im Rahmen unserer Competence Site möchten wir Ihnen kompetenzführende Experten und Organisationen aus Forschung und Praxis vorstellen. Heute freuen wir uns, Ihnen in diesem E-Interview unseren Beirat für MBA- Studiengänge, Herrn Michael Dörflein von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, vorstellen zu dürfen. Die Zusatz-Qualifikation eines MBA oder EMBA gilt seit jeher als wichtiger Karriere-Baustein. Mit der Umstellung auf Bachelor und Master wird der MBA wahrscheinlich nochmals an Bedeutung gewinnen. Allerdings fehlte früher ein adäquates Angebot für Interessenten, die neben dem betriebswirtschaftlichem Fokus auch eine informationsorganisatorische Kompetenz auf- bzw. ausbauen wollen. Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg, eine führende Institution in diesem Segment, hat diese Lücke mit dem Angebot des MBA Business Integration schon 1999 geschlossen und feiert jetzt zehnjähriges Jubiläum. In diesem Interview berichtet Herr Dörflein über die Julius-Maximilians- Universität Würzburg und seinen persönlichen Kompetenzpfad. Im Anschluss stellt er den MBA Business Integration vor und wagt zum Schluss einen Ausblick in die Zukunft. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Ihr NetSkill-Team Seite 1

2 Sehr geehrter Herr Dörflein, Frage 1: Die JMU Würzburg und Business Integration Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg kann auf eine sehr lange und erfolgreiche Geschichte zurückschauen und zählt heute zu den angesehensten Universitäten der Bundesrepublik. Zugleich gilt die JMU als führende Institution im Bereich Business Integration und dieses Jahr feiert der Studiengang MBA Business Integration schließlich sein zehnjähriges Jubiläum! Wie konnte die JMU den hervorragenden Ruf im Bereich Business Integration aufbauen? Wie entstand die Idee, einen MBA-Studiengang mit dem Schwerpunkt Business Integration anzubieten und wie haben Sie sich in den letzten 10 Jahren entwickelt? Welche Kompetenzen kann man durch den MBA Business Integration aufbauen? Antwort: Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg gehört zu den ältesten Universitäten im deutschen Sprachraum. Bereits im Jahr 1402 genehmigte Papst Bonifaz IX die Errichtung einer Hohen Schule in Würzburg und stattete sie mit den päpstlichen Privilegien aus. Seitdem haben viele berühmte Wissenschaftler, darunter 14 Nobelpreisträger, in Würzburg geforscht und gelehrt. Rudolf Virchow, Carl Siebold und Franz Brentano gehören dazu. Auch Wilhelm Conrad Röntgen, der 1895 die später nach ihm benannten Strahlen entdeckte, sowie Klaus von Klitzing, der hier den Quanten-Hall-Effekt fand. Die Universität Würzburg gehört heute der Spitzengruppe der deutschen Hochschulen an. Sie ist weltweit als etablierte, seriöse und qualitativ hochwertige Bildungsinstitution anerkannt. Einen vergleichbaren Status hat sich inzwischen das MBA-Programm Business Integration verdient. Deutschen Hochschulen ist es erst seit 1998 gestattet, den Titel Master of Business Administration zu verleihen. Als eines der ersten Programme startete 1999 der MBA Business Integration. Wir können dadurch auf eine vergleichsweise lange Tradition verweisen, das Programm ist praxiserprobt und fest etabliert. Seite 2

3 Der MBA Business Integration ist ein Weiterbildungsstudiengang für Hochschulabsolventen und befähigt diese, erfolgreich Führungspositionen in Unternehmen einzunehmen. Als postgraduales generalistisches Betriebswirtschaftsstudium werden in der Lehre alle wesentlichen Managementfunktionen abgedeckt. Was verbirgt sich nun hinter dem Begriff Business Integration? Unternehmerisches Wirken hat sich in den letzten dreißig Jahren durch den steigenden Einfluss der Informationsverarbeitung sowie die daraus resultierende Internationalisierung und Globalisierung dramatisch geändert. Es ist naheliegend, dass die betriebswirtschaftliche Lehre auf diese Änderungen reagieren muss. Im Studienablauf wurde dies aber noch lange nicht in geeigneter Weise umgesetzt. Der MBA Business Integration ist hier anders. Er ist modern und praxisgerecht. Konsequent wird integriertes Denken nach dem aktuellen Stand von Forschung und Technik gelehrt. Betriebswirtschaftliches Handeln ist ohne die Integration von moderner Informationsverarbeitung nicht mehr möglich. Unternehmerischer Erfolg erfordert nach außen die Integration von Geschäftspartnern und im Innenverhältnis die Integration von Abteilungen und Systemen. Integration ist der Motor für die wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten Jahren. Business Integration verändert die Unternehmen. Berufliche Neueinsteiger können aber normalerweise noch keine umwälzenden Änderungsprozesse anstoßen und werden durch Hierarchien im Schaffensdrang ausgebremst. Bis sie eine Position im Unternehmen begleiten, die tatsächlich zum Wandel von Althergebrachtem legitimiert, sind die Ideale aus dem Studium längst verblasst. Unsere Idee war daher, Personen in Business Integration auszubilden, die bereits über Entscheidungskompetenz in den Unternehmen verfügen. Dies funktioniert über einen berufsbegleitenden MBA-Studiengang ganz ausgezeichnet, indem wir sehr sorgfältig nur solche Teilnehmer auswählen, die Veränderungen bewirken können. In unserer nunmehr zehnjährigen Tradition können wir nachweisen, dass unsere damalige Erwartungshaltung voll erfüllt wurde. Häufig leiten unsere Studentinnen und Studenten bereits während des Studiums Veränderungsprozesse in ihren Unternehmen ein. In besonderem Seite 3

4 Maße manifestiert sich unser Ansinnen in der Erstellung der Masterthesis, in der die Teilnehmer Aufgabenstellungen ihrer Unternehmen aufgreifen und praxisgerecht sowie wissenschaftlich fundiert lösen. Der direkte und unmittelbare Mehrwert des Studiums ist es wohl, der das Programm Business Integration für die Teilnehmer und deren Unternehmen so attraktiv macht. Praxisgerecht ist auch die Zusammenstellung der jeweiligen Klassen. Anfänglich bestand kurzzeitig die Idee, möglichst viele Teilnehmer mit einem ähnlichen akademischen und beruflichen Hintergrund zusammenzuführen, um eine zielgruppenorientierte Lehre anbieten zu können. Diese Idee wurde aber unter dem Gesichtspunkt der Integration schnell wiederrufen. In der Praxis muss sich jeder Manager mit ganz unterschiedlichen Typen von Menschen auseinandersetzen. Er muss beispielsweise den Vertriebsmitarbeiter genau so verstehen, wie den Ingenieur aus der Forschung. Die Teilnehmer eines MBA-Studiengangs sollen auch nicht nur von den Dozenten, sondern insbesondere von den Kommilitoninnen und Kommilitonen lernen. Dies ist aber nicht möglich, wenn diese alle aus der gleichen Suppe stammen. Was sollen sich erfahrene Bankmanager, die ein vergleichbares Betätigungsfeld mit vergleichbarem Ausbildungshintergrund haben, gegenseitig beibringen? Für moderne Manager ist nicht die Fokussierung auf einen kleinen Unternehmensbereich wichtig, sondern die Fähigkeit, auch über den Tellerrand hinausschauen zu können. Wir haben daher eine ganz entgegengesetzte Strategie verfolgt, in dem wir in unseren Klassen ganz unterschiedliche Berufsbilder mit ganz unterschiedlichen Ausbildungshintergründen und vielfältigen Branchen gemischt haben. Wir streben eine gute Mischung zwischen jüngeren und älteren Teilnehmern an und achten darauf, niemals mehr als ein bis zwei Mitglieder einer Firma in unsere Klassen aufzunehmen. Mehr als 200 Absolventen bestätigen, dass dieses Konzept der Vielfalt ganz entscheidend zum Erfolg des MBA-Studiengangs Business Integration beiträgt. Seite 4

5 Frage 2: Attraktivität MBA im Zeitalter von Noch-Krise, Bachelor & Master An den Hochschulen im Bundesgebiet werden die klassischen Studiengänge durch Bachelor und Master ersetzt. Zugleich beeinflusst sicherlich auch die Noch-Krise die Entscheidung von Interessenten für einen berufsbegleitenden MBA oder EBMA als mögliche Zusatzqualifikation. Was spricht Ihrer Meinung nach heute generell für einen MBA bzw. EMBA? Inwieweit wird sich Ihrer Meinung nach die Veränderung der Studienabschlüsse und die Noch-Krise auf den MBA/EMBA-Markt in Deutschland auswirken? Antwort: In der Presse werden als Motivation zum Erwerb des Titels Master of Business Administration (MBA) häufig Begriffe wie der Wunsch nach Steigerung des Renommees oder nach Gehaltsaufstockung genannt. Diese Einschätzung ist jedoch grundlegend falsch. Die Studenten absolvieren den MBA meist aus dem einfachen Grund, dass sie in ihrem Berufsweg betriebswirtschaftliche Kenntnisse benötigen, über die sie jedoch aufgrund ihrer Erstausbildung nicht verfügen. Also starten sie ein berufsbegleitendes betriebswirtschaftliches Studium. Als Beispiel lässt sich die Medizinerin nennen, die einen Laborbetrieb mit über hundert Mitarbeitern aufgebaut hat und jetzt weniger medizinische als betriebswirtschaftliche Aufgaben wahrnehmen muss. Oder der Ingenieur, der nach langer Tätigkeit in der Entwicklungsabteilung jetzt in die Vermarktung der Produkte einsteigen möchte, obwohl ihm die Kenntnisse dazu noch fehlen. Aber auch für Personen, die schon ein Betriebswirtschaftsstudium absolviert haben, ist unser MBA-Angebot interessant, um den aktuellen Stand der betriebswirtschaftlichen Lehre und Praxis kennenzulernen. Diese Teilnehmer stehen voll im beruflichen Leben und können nicht einfach ihr Unternehmen für einige Jahre verlassen. Sie brauchen ein berufsbegleitendes Studium. Seite 5

6 Insofern wird es immer einen Bedarf für eine kompetente berufsbegleitende betriebswirtschaftliche Weiterbildung geben. Die Universität Würzburg garantiert als seriöse und leistungsfähige Institution mit dem Titel MBA die Vermittlung betriebswirtschaftlichen Wissens, das tatsächlich den Anforderungen moderner Unternehmensführung entspricht. Eine fundierte und seriöse Ausbildung ist natürlich gerade in Krisenzeiten besonders wichtig. Möglicherweise hätte bei geeigneter Schulung der Entscheider die Krise sogar vermieden, auf jeden Fall aber in ihren Auswirkungen begrenzt werden können. Informationen zum Erkennen des wirtschaftlichen Abschwungs lagen vor, es wurden aber nicht die richtigen Entscheidungen aus diesen Informationen abgeleitet. Paradoxerweise ist es jetzt so, dass viele Unternehmen zur Kostensenkung Weiterbildungsetats abbauen. Dies hinterlässt zunächst wenig Hoffnung auf eine Bewusstseinsänderung in der Wirtschaft. Die Beschäftigten selbst haben aber erkannt, dass vor der bedrohlichen Wolke Arbeitslosigkeit eine gute Qualifikation im Wettbewerb der Mitarbeiter von größter Bedeutung ist. Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass der Weiterbildungsmarkt extrem intransparent ist. So ist es nur schwer ersichtlich, welche Angebote seriös und wertig sind. Ein Programm einer renommierten deutschen Universität, das zu einem staatlich anerkannten Titel führt, trägt hier zu einer hohen Investitionssicherheit bei. Auch die neuen Studienabschlüsse mit Bachelor und Master werden die Nachfrage nach Executive MBA-Programmen erhöhen. Viele Absolventen von Bachelor-Abschlüssen werden es sich nach einigen Jahren Berufstätigkeit schlicht und ergreifend weder finanziell noch beruflich leisten können, den Master in einem grundständigen Vollzeitstudium zu erwerben, und stattdessen den MBA berufsbegleitend erwerben. Seite 6

7 Frage 3: Der MBA Business Integration Den Abschluss des MBA Business Integration gibt es so in dieser Form nur an der Julius-Maximilian-Universität in Würzburg und mit dieser Innovation haben Sie vor 10 Jahren eine Lücke geschlossen. Können Sie uns die Besonderheiten Ihres MBA-Konzeptes skizzieren? An wen wendet sich der MBA Business Integration bzw. wer ist Ihre Zielgruppe? Mit welchem finanziellen und zeitlichen Aufwand muss man rechnen? Wie international ist Ihr Programm? Antwort: Eigentlich sollte unser Konzept gar nicht so ungewöhnlich sein. Es spiegelt lediglich die Anforderungen an die Entscheider in Unternehmen wider. Wir tragen der Tatsache Rechnung, dass sich betriebswirtschaftliches Wirken in den letzten dreißig Jahren durch den zunehmenden Einsatz der modernen Informationsverarbeitung dramatisch verändert hat. Dies müsste logischerweise in jeder praxisorientierten betriebswirtschaftlichen Ausbildung berücksichtigt werden, was jedoch in der akademischen Realität zu selten umgesetzt wird. So kommt es zu der paradoxen Situation, dass einerseits die wirtschaftliche Informationsverarbeitung immer mehr zum Produktionsfaktor Nummer eins wird und gleichzeitig die Entscheider in den Unternehmen kaum Ahnung über deren Möglichkeiten haben. Wir haben hier von Anfang an einen anderen Weg eingeschlagen. Es ist dabei nicht unser Anliegen, Informatikkenntnisse zu vermitteln. Wir fokussieren ausschließlich auf die praxis- und situationsgerechte Anwendung der Informationsverarbeitung. Den Teilnehmern werden natürlich alle für eine erfolgreiche Unternehmensführung relevanten betriebswirtschaftlichen Kenntnisse vermittelt. Dabei wird jeweils konsequent ergänzt, welche Informationssysteme zur Unterstützung betrieblicher Aufgabenstellungen zur Verfügung stehen und wie diese einzusetzen sind, um Vorteile im Wettbewerb zu erlangen. Wir richten uns damit nicht an eine bestimmte Zielgruppe, sondern Seite 7

8 sind davon überzeugt, dass wir die richtige Basis für alle Arten von Unternehmen aufbauen. Eine spezielle Fokussierung auf eine Branche oder einen Unternehmensbereich erscheint aus unserer Sicht schon aufgrund der heute notwendigen Flexibilität der Manager keine sinnvolle Strategie zu sein. Im Zweifelsfall ist es sicherlich besser, Spezialkenntnisse nach dem Studium in Zusatzseminaren oder -schulungen zu erwerben. Das Studium dauert bei uns insgesamt 24 Monate, die über drei Kalenderjahre verteilt sind (Start und Abschluss jeweils im Oktober). Insgesamt sind die Studenten innerhalb des Studiums 70 Lehrtage an der Universität präsent. Fünfzig Tage entfallen dabei auf die Julius-Maximilians-Universität Würzburg und jeweils zehn Tage auf die amerikanischen Partneruniversitäten (Florida Gulf Coast University und Boston University). Darüber hinaus gibt es noch ein elearning-modul, bei dem die Lerninhalte von zuhause aus erarbeitet werden. Die reine Präsenzzeit ist für ein umfassendes betriebswirtschaftliches Studium natürlich zu kurz. Sie ist daher für die Vermittlung und Diskussion von Inhalten auf hohem Niveau reserviert. Damit die Teilnehmer den Ausführungen folgen und sich selbst einbringen können, erhalten sie vor jedem Modul Vorbereitungsunterlagen in Form von Skripten, Lehrbüchern oder Fachartikeln. Diese sind entsprechend den beigefügten Bearbeitungshinweisen vor Modulbeginn sorgfältig aufzubereiten. Die Kosten für das Programm betragen aktuell pro Semester Euro. Hinzu kommen insgesamt ca US-Dollar Studiengebühren für die amerikanischen Partneruniversitäten. Abgerechnet wird pro Semester bzw. Auslandsaufenthalt. Im Gegensatz zu anderen Institutionen wird nicht sofort der Gesamtbetrag vor Studienbeginn fällig. Sollte also ein Student, aus welchen Gründen auch immer, das Studium unter- bzw. abbrechen, werden nicht in Anspruch genommene Leistungen auch nicht zur Zahlung fällig. Die Kosten für das MBA-Studium mögen zunächst als relativ hoch erscheinen. Als Programm der Universität Würzburg verfolgen wir aber im Gegensatz zu manchen Business Schools keine Gewinnerzielungsabsicht, sondern investieren jeden eingenommenen Euro in die Qualität der Ausbildung. So sind beispielsweise mehr als siebzig hochkarätige Dozenten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum in die Lehre eingebunden. Seite 8

9 Ein wesentliches Merkmal des Programms ist die Durchführung der Veranstaltungen in Form von ein- bis zweiwöchigen Seminaren. Diese Abwicklungsform hat gegenüber den klassischen Wochenendkursen, die beispielsweise von Freitag bis Sonntag durchgeführt werden, deutliche Vorteile, wie bisherige Erfahrungen zeigen. Durch die längere intensive Auseinandersetzung mit einem Thema wird zum einen der Lernerfolg deutlich erhöht. Zum anderen führt die ausführlichere Zusammenarbeit mit den Kommilitonen zu einer wesentlich besseren Netzwerkbildung. Häufig besteht die irrige Meinung, die Internationalität eines Programms ergäbe sich allein aus dem Aufenthalt im Ausland. Dies ist nur eine Hälfte der Medaille. Selbstverständlich lernt man Gepflogenheiten im Ausland am besten durch Aufenthalte vor Ort kennen und ein MBA-Programm ohne Auslandsaufenthalt ist sicherlich sehr kritisch zu bewerten. Wir bieten daher gleich zwei Aufenthalte in den USA an, in denen die Teilnehmer zwei völlig unterschiedliche Lehr- und Unternehmenskulturen kennenlernen können. Die Florida Gulf Coast University ist eine lässige junge Universität. Entsprechend des Unternehmensspektrums in der Region wird die Betriebswirtschaftslehre mehr aus der Sicht von kleinen und mittelständischen Unternehmen betrachtet. Die Boston University steht stellvertretend für die altehrwürdigen, eher konservativen Universitäten im Norden der USA und richtet sich in ihren Inhalten besonders an die Führung von Großunternehmen. Wirkliche Internationalität ergibt sich aber nicht nur aus Auslandsaufenthalten. Diese muss sich insbesondere auch in den Lehrinhalten zeigen. Wir starten immer mit dem volkswirtschaftlichen Modul Auswirkungen der Globalisierung in den Studiengang, in dem unter anderem die Auswirkungen politischer Entscheidungen hinsichtlich der Geld- und Steuerpolitik auf länderübergreifender Ebene diskutiert werden. Im Modul Projektmanagement wird beispielsweise vorgestellt, wie internationale Teams kooperativ und effektiv zusammenarbeiten können. Internationalität zieht sich somit durch das gesamte Programm. Seite 9

10 Frage 4: Bewerbungsverfahren, erste Schritte, Module, Networking Jedes MBA-Verfahren beginnt mit dem Bewerbungsverfahren und endet dann hoffentlich nach 2 Jahren erfolgreich mit dem MBA-Abschluss, wobei für MBA- Programme das Networking nach Abschluss eine zentrale Rolle spielt. Wie verläuft das Bewerbungsverfahren in Würzburg? Welche Module kennzeichnen dann den Studiengang? Inwieweit bestehen Wahl-Möglichkeiten? Wie bleiben Absolventen auch nach Abschluss in Kontakt miteinander. Wie wichtig ist dabei Ihr Alumni-Portal oder auch Ihr Magazin Business Integrator? Antwort: Zunächst muss jeder Bewerber den Grundanforderungen des Zulassungsverfahrens entsprechen. Neben einem Hochschulabschluss gehören dazu auch eine mehrjährige Berufserfahrung sowie gute Englischkenntnisse. Sind die formalen Voraussetzungen gegeben, wird geprüft, ob der Teilnehmer fachlich in die Klasse passt. Ziel ist, wie bereits skizziert, die Zusammenstellung einer Klasse, in der die Studierenden ein möglichst breites Erfahrungsspektrum abdecken. Stellt sich eine Bewerbung als zulässig und interessant heraus, erfolgt eine Einladung zu einem Auswahlgespräch. In diesem Gespräch wird anhand eines vorgegebenen Bewertungsschemas ermittelt, ob der Bewerber fachlich und persönlich in die neue Klasse passt. Wichtig ist dabei unter anderem herauszufinden, ob der Studiengang auch für den Bewerber geeignet ist und dessen Anforderungen erfüllen kann. Spätere Unzufriedenheit von Teilnehmern soll von vornherein ausgeschlossen werden. Abschließend entscheidet eine Studienkommission der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät über eine Zulassung des Bewerbers. Mit der Immatrikulation an der Universität Würzburg ist der Bewerbungsvorgang abgeschlossen. Den Studienaufbau mit insgesamt zehn Modulen vergleichen wir mit dem Bau eines Hauses. Das Fundament bilden die Grundlagenmodule, die alle notwendigen betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Grundkenntnisse vermitteln. Ergänzt werden diese durch eine fundierte Seite 10

11 Einweisung in die betriebswirtschaftliche Informationsverarbeitung. Auf dieses Fundament aufbauend werden spezielle Managementmodule angeboten, die das notwendige Rüstzeug zur erfolgreichen Leitung von Projekten und Unternehmen vermitteln. In Folge wird das Wissen vor dem Hintergrund der im Studium erworbenen Kenntnisse weiter konkretisiert. Im Mittelpunkt stehen Methoden zur kontinuierlichen Verbesserung von Geschäftsprozessen in und zwischen Unternehmen. Der Aufbau des Studiums ist strikt ergebnisorientiert. Die Studenten sollen nicht nur Kenntnisse erwerben, sondern auch praktisch umsetzen können. Abgeschlossen wird das Studium schließlich mit der Masterthesis, die gewissermaßen das Dach des MBA-Hauses bildet. Die Studenten können nun die Erkenntnisse aus dem Studium, evtl. fokussiert auf den Hintergrund des eigenen Unternehmens, praxisorientiert umsetzen. Zusätzlich zu den Inhalten des Regelstudiums bieten wir ergänzend freiwillige Wahlmodule, wie z. B. zu den Themengebieten Logistik oder Corporate Governance und Risk Management, an. Diese können auch von früheren Absolventen besucht werden, wodurch auch der klassenübergreifende Austausch zwischen den Teilnehmern des MBA-Studienganges forciert wird. Die Wahlmodule können in Ausnahmefällen auch zum Ersatz von Modulen des Regelstudiums herangezogen werden. Damit soll die Flexibilität der Teilnehmer auf unvorhersehbare Ereignisse erhöht werden und den Unwägbarkeiten des beruflichen Alltags entgegen gewirkt werden. Nach Abschluss des Studiums werden die Leistungen der Absolventen gebührend gefeiert. Im festlichen Ornat mit Caps and Gowns werden die Masterurkunden im Rahmen einer Graduation Ceremony im UNESCO- Weltkulturerbe Würzburger Residenz überreicht. Als Festredner werden immer bedeutende Wirtschaftslenker eingeladen. Eine besondere Bedeutung kommt bei einem MBA-Studiengang der Netzwerkbildung zu. Wir fördern diese bereits während des Studiums durch die schon beschriebene Gestaltung des Studienablaufs in mehrwöchigen Modulen. Aber auch nach dem Abschluss tragen wir mit einem dreistufigen Konzept zur Vertiefung der Kontakte sowie zur kontinuierlichen Weiterbildung bei. Einmal im Jahr laden wir alle unsere Absolventen zum Alumni-Day nach Würzburg ein. Das Tagesprogramm besteht immer aus einem Seite 11

12 Weiterbildungsteil, für den hochkarätige Referenten zu aktuellen Themen vortragen, und dem anschließenden gemütlichen Beisammensein, bei dem klassenübergreifende Kontakte aufgefrischt oder neu geknüpft werden können. Darüber hinaus bieten wir über das Jahr hinweg immer wieder spezielle Vorträge und Seminare an. Mit diversen Messeveranstaltern haben wir darüber hinaus für unsere Absolventen vergünstigte Konditionen zu Tagungen und Kongressen ausgehandelt. Eine weitere wichtige Säule unserer Alumni-Arbeit ist unsere im halbjährigen Rhythmus erscheinende Studiengangszeitung Business Integrator. Neben interessanten Fachartikeln von Dozenten und Absolventen des Studiengangs enthält diese die Rubrik Classnotes, in der die Alumni über ihren persönlichen und geschäftlichen Werdegang berichten. Immer wichtiger wird unser Alumni-Portal, eine hochmoderne Internet- Umgebung, die alle wesentlichen Web 2.0-Anwendungen beinhaltet und es den Alumni erlaubt, mühelos Kontakte aufzubauen und zu pflegen. Über die Plattform können die Teilnehmer Unterrichtsmaterialien abrufen, Anfragen über Foren richten, chatten, Wikis aufbauen und vieles mehr. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Alumni-Arbeit eine der wesentlichen Kriterien eines guten MBA-Studiums ist, die wir daher sehr aufwendig und umfassend betreiben. Seite 12

13 Frage 5: Planung für die Zukunft In diesen Zeiten sind Prognosen schwierig. Trotzdem die obligatorische Fragen zum Schluss: Was planen Sie als JMU für den MBA Studiengang für die nächsten 2 Jahre? Mit welchen Marktbegleitern würden Sie gerne das Thema MBA/EMBA über die Competence Site bzw. das Competence Center MBA/EMBA voranbringen? Antwort: Die Eckpunkte des MBA Business Integration sind natürlich wohlüberlegt und in der Studienordnung festgehalten. Innerhalb dieses Rahmens sind aber kontinuierlich Bemühungen zum Erhalt oder zur Verbesserung der Qualität auf fachlicher und organisatorischer Ebene erforderlich. Wir haben uns daher vor drei Jahren entschlossen, die Qualitätssicherung durch eine Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2000 bzw zu institutionalisieren. Seit dieser Zeit werden unsere Prozesse im jährlichen Rhythmus überprüft. Im MBA-Umfeld haben wir damit eine Pionierrolle eingenommen. Die Ergebnisse der Überwachungsaudits haben uns aber darin bestätigt, dass eine ISO-Zertifizierung absolut sinnvoll, wenn nicht sogar erforderlich für ein qualitätsbewusstes MBA-Programm ist. Der Studiengang wird seitdem nach klar definierten Regeln kontinuierlich verbessert und weiterentwickelt. Diese Verbesserungsprozesse werden wir in den nächsten Jahren konsequent weiterführen. Im Jahr 2008 ist es uns gelungen, die Firma QIAGEN, das größte Biotechnologieunternehmens Europas, von der Qualität unseres Programmes zu überzeugen. Für 25 herausragende Mitarbeiter aus der ganzen Welt wird das Programm jetzt auch als Corporate MBA angeboten. Durchaus vorstellbar ist es daher, dass der MBA Business Integration auch exklusiv für weitere Unternehmen angeboten wird. Entsprechende Sondierungsgespräche haben bereits stattgefunden. Seite 13

14 Konkrete Planungen gibt es auch bezüglich der Ausweitung des Programms ins Ausland. So finden beispielsweise derzeit Kooperationsgespräche mit einer renommierten russischen Universität zum Aufbau eines gemeinsamen MBA- Programms statt. Sie sehen, dass wir die Entwicklungen energisch vorantreiben. Ganz entscheidend ist dabei jedoch, dass wir weiterhin die Anforderungen unserer Kunden, also der Studentinnen und Studenten, treffen. Dies gelingt nur im Kontakt mit den Betroffenen und den Unternehmen. Die Competence Site bzw. das Competence Center MBA/EMBA sehen wir dabei als enorm wichtig an. Darüber hinaus suchen wir aber auch permanent die besten Dozenten für unser MBA-Programm. Die Competence Site als Reservoir für Expertenwissen erscheint uns dazu als bestens geeignet. In Deutschland ist die Competence Site die wohl wichtigste Online- Informations- und Kommunikationsplattform für Entscheider. Von Anfang an wurde erkannt, dass heutzutage ein gutes Management ohne gute Informationsverarbeitung nicht möglich ist. Diese Denkweise passt perfekt zu uns. Wir möchten den Erfahrungsaustausch auf der Competence Site dazu nutzen, unser Angebot noch genauer auf die Ansprüche der Kunden auszurichten. Vielen Dank für das Interview! Seite 14

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