Strukturierte Produkte. Refinanzierungsalternativen. Strukturierte Produkte im Kundengeschäft. Fallstudie einer deutschen Regionalsparkasse

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1 Strukturierte Produkte Refinanzierungsalternativen Strukturierte Produkte im Kundengeschäft Fallstudie einer deutschen Regionalsparkasse Dr. Bernd Walter Kasseler Sparkasse 1

2 Abgrenzung der Liquidität In der Liquiditätsrisikosteuerung ist eine dispositive und strukturelle Sicht notwendig. Dispositive Liquiditätsrisikosteuerung Sicherstellung der täglichen Zahlungsbereitschaft Optimierung der Höhe und Zusammensetzung der Liquiditätsreserve Frühwarnsystem für Liquiditätsänderungen Nettomittelabfluss (Historie + Szenarien) Kontrahierungszwang ggü. Vertrieb Strukturelle Liquiditätsrisikosteuerung Einhaltung des strukturellen Liquiditätsgleichgewichts unter Berücksichtigung der Neugeschäftsplanung und stets ausreichender Eigenmittel Kunden- und Eigengeschäft (Ist u. Plan) Liquiditätsablaufbilanz Kundeneinlagen (Ist u. Plan) Refi Interbanken ggf. Linienauslastung Liquiditätsreserve Liquiditätsreserve Emissionen Steuerungsgröße: Liquidity at Risk Liquiditätsbelastung, die mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit innerhalb einer bestimmten Zeitdauer nicht überschritten wird. Volumina Zahlungsstromebene Optimierung der Rentabilität durch geeignete Liquiditätsreserve und Refi-Mix Steuerungsgröße: Liquidity-Value at Risk Vermögensverlust aufgrund unerwarteter hoher Refinanzierungskosten, der mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit innerhalb einer bestimmten Zeitdauer nicht überschritten wird. Volumina + Preise Vermögensebene Eigenmittelunterlegung (MaRisk) Quelle: Zeranski/Geiersbach/Walter, in Schulte-Mattler et al. (Hrsg.): Handbuch Ökonomisches Kapital 2

3 Beziehung der strukturellen Liquidität t zu Strukturierten Produkten Aktiva Kundengeschäft Eigengeschäft Passiva Kundengeschäft Interbank Refinanzierung Margendruck / Volumensdruck Konkurrenz um Einlagen Konkurrenz durch Versicherungen Konkurrenz durch Fonds Konkurrenz durch Zertifikateanbieter Konkurrenz durch Direktinvestment Refinanzierungsspreads Marktzugang / Kreditlinien Starke Sensibilität bezüglich des Marktumfeldes Einen Beitrag zur Lösung des Problems kann die Emission eigener Struktruierter Produkte sein. Diese dienen als Abwehrprodukt gegen Fonds, Zertifikateanbieter,Versicherungen und Einlagenprodukte, generieren höhere Margen und schaffen eine teilweise Unabhängigkeit vom Interbankmarkt 3

4 Kernfrage Kernfrage des Vortrags: Lohnt sich für kleine und mittlere Institute die Integration von Strukturierten Produkten in den Refinanzierungsmix? 4

5 Gliederung Definition Systematische Darstellung Strukturierter Produkte Margen und Kosten Strukturierter Produkte Der Geschäftsprozess Strukturierter Produkte Empirische Ergebnisse die Sicht der Institute Fazit 5

6 Definition - Problematik Probleme ergeben sich aufgrund: Ständiger Dynamik der Produktentwicklung Abgrenzung Zertifikate und Strukturierte Produkte Abgrenzung Strukturierter Produkte zu Finanzinnovationen Theoretische Möglichkeit der Duplikation jedes Zahlungsstroms über Derivate 6

7 Definition - Definitionsversuch Ein Strukturiertes Produkt ist eine Kombination von Standard-Kassainstrumenten und Sonderelementen zur Schaffung neuer Auszahlungsfunktionen, welche eine unzertrennbare Einheit der Elemente in einem Produkt erzeugt. Oft, nicht jedoch zwingend, geschieht dies unter Einsatz von Derivaten. Strukturierte Produkte dienen der Finanzierung der Emittenten. Zertifikate vs. Strukturierte Produkte Entwicklungsstufen Klassiker vs. Innovative 7

8 Gliederung Definition Systematische Darstellung Strukturierter Produkte Margen und Kosten Strukturierter Produkte Der Geschäftsprozess Strukturierter Produkte Empirische Ergebnisse die Sicht der Institute Fazit 8

9 Produkte - Bewertungsgrundsätze tze Für Standardinstrumente existieren etablierte Bewertungsverfahren Entwicklung eines Bewertungsmodells für jedes Strukturierte Produkt nicht zielführend Produkte werden in standardisiert bewertbare Komponenten zerlegt und über diese analysiert Arbitragefreiheit: Wert der Einzelteile entspricht dem Wert des Strukturierten Produkts 9

10 Produkte - Systematisierung Zinsen Aktien Währungen Kredite Sonstige Zertifikate Analyse von: Preisverhalten Bewertung Hedging Verwendung beim Emittenten Verwendung beim Investor Variationen Exotische Optionen 10

11 Produkte - Fazit Hohes Innovationstempo Darstellungen stets unvollständig Produktalternativen für jede Marksituation Nicht alle Produkte für jeden Emittenten geeignet Für Sparkassen bzw. Sparkassenkunden finden sich dennoch zahlreiche Produktideen 11

12 Gliederung Definition Systematische Darstellung Strukturierter Produkte Margen und Kosten Strukturierter Produkte Der Geschäftsprozess Strukturierter Produkte Empirische Ergebnisse die Sicht der Institute Fazit 12

13 Margen - Kostenarten bei Strukturierten Produkten Ausgabeaufschläge Geld / Brief Spannen Strukturierungsbeiträge Managementvergütungen Dividendeneinbehalt 13

14 Margen - Empirie des Pricings Methodik und Literatur Vergleich theoretischer fairer Preise mit gehandelten Kursen Betrachtung der Emissionspreise sowie der laufenden Preisstellung Sowohl die Literatur als auch eigene praktische Erfahrungen zeigen die Möglichkeit zur Erzielung deutlicher besserer Margen als im klassischen Kundengeschäft 14

15 Margen - Duplikation durch Investoren Die Duplikationskosten für die Investoren sind geringer, als die Emittentenmargen. Die Duplikation eines Diskontzertifikats verursacht Kosten in Höhe von 0,31%. Die Margen für die Institute liegen jedoch mindestens doppelt so hoch. Aber: erheblicher Aufwand für Know-How Aufbau. 15

16 Margen - Behaviroral Finance Anchoring Mental Compartments Regret Prospect Theory Bar door closing Gambling/Speculation/Culture Attention Effects 16

17 Margen - Fazit Signifikante Margen sind erzielbar. Es gibt Gründe für die Investoren, die Preise zu bezahlen. 17

18 Gliederung Definition Systematische Darstellung Strukturierter Produkte Margen und Kosten Strukturierter Produkte Der Geschäftsprozess Strukturierter Produkte Empirische Ergebnisse die Sicht der Institute Fazit 18

19 Untersuchung der Eignung Rahmenbedingungen Deregulierung Globalisierung Märkte Innovationsdruck Derivative Produkte Kunden Informationstransparenz Finanzwirtschaftliches Know how Veränderte Bedürfnisse Preissensitivität Kundengeschäft Sinkende Margen, Zinsspannen und Erträge Wettbewerber Kapitalsammelstellen Konkurrenz Margen Geschäftsmodelle Rechtlicher Rahmen Deregulierung Basel II MaRisk MiFID Gewährträgerhaftung 19

20 Untersuchung der Eignung Gang der Analyse 1. Analyse der Rahmenbedingungen, Institutseigenschaften und Geschäftsprozesse Eigenemission 2.Wahl der Emissionsverfahren Fremdemission Mittelweg: Emission über SPV Derivate dyn. Sicherung Individualmodell Konsortialmodell Hedge- Anleihe Reiner Kommissionsverkauf Standardmodell 20

21 Untersuchung der Eignung Der Geschäftsprozess Bedarfserkennung und Ideenentwicklung (Aufsichts-) rechtliche Fragestellung Fragen des Rechnungswesens Financial Engineering Preisstellung, Handel und Sicherung Marketing und Vertrieb Fazit: Eigene Emissionen sind möglich, MaRisk das Problem und derivative Sicherung am sinnvollsten. Koordination 21

22 Untersuchung der Eignung Entscheidung für f neue Emissionen Auch bei guten Margen Untersuchung der Komplexitätseffekte. Grundregel: Grenzerlöse=Grenzkosten Für die Grenzkosten sind Komplexitätseffekte entscheidend und können zur Ablehnung guter Produkte führen. Fazit: Einfache Produkte mit viel Marge und Volumen bei geringen Komplexitätseffekten. Erläuterungen Einnahmen Ausgaben 22

23 Gliederung Definition Systematische Darstellung Strukturierter Produkte Margen und Kosten Strukturierter Produkte Der Geschäftsprozess Strukturierter Produkte theoretische Überlegungen Empirische Ergebnisse die Sicht der Institute Fazit 23

24 Umfrage - Methodik und Datensammlung Umfrage bei allen 289 Sparkassen über 1 Mrd. Bilanzsumme Rückmeldung von 71 Instituten Unterstützung durch den DSGV Summe Mittel Bilanzsumme 290 Mrd. 4,1 Mrd. Mitarbeiter Geschäftsstellen Akzeptanz und Bedeutung 24

25 Umfrage - Fazit und Vergleich mit der Theorie Es zeigt sich, dass sich Emissionen für mehr Sparkassen lohnen würden, als heute emittieren. Hauptproblem MaRisk Weitgehende Übereinstimmung mit der Theorie Dominantes Sicherungsverfahren: derivativer Hedge Fazit der Theorie scheint bestätigt 25

26 Gliederung Definition Systematische Darstellung Strukturierter Produkte Margen und Kosten Strukturierter Produkte Der Geschäftsprozess Strukturierter Produkte theoretische Überlegungen Empirische Ergebnisse die Sicht der Institute Fazit 26

27 Fazit Vielzahl von Emissionsmöglichkeiten Attraktive Margen Kunden sind bereit, zu bezahlen Theoretische und empirische Analysen zeigen, dass Eigenemissionen möglich sind Derivative Sicherung ist vorzuziehen nur so zeigen sich die Liquiditätseffekte 27

28 Fazit Emission ist über Zusatzertrag zu entscheiden Wesentlicher Faktor sind Komplexitätseffekte Fremdvertrieb für die Mehrzahl Strukturierter Produkte Konzentration auf Kernprodukte 28

29 Strukturierte Produkte Refinanzierungsalternativen Strukturierte Produkte im Kundengeschäft Fallstudie einer deutschen Regionalsparkasse Vielen Dank! Dr. Bernd Walter Kasseler Sparkasse 29

30 Übersicht Backupfolien Definitionen Abgrenzungen Aktienanleihen Pricing Dax Sparbuch Prozesse Eignung Umfrage Beratung MiFiD 30

31 Definition - Entwicklungsstufen Klassiker Innovative Kennzeichen: vielfach unbewusste Kombination von Kassainstrumenten mit meist impliziten Derivaten ohne korrektes Hedging und Pricing Beispiele: Zuwachssparen Darlehen mit Kündigungsrechten Kreditzusagen 1. Generation bewusste Kombination von Kassainstrumenten mit einfachen Derivaten in der Regel mit Hedging stets mit explizitem Pricing Aktienanleihen Partizipationsanleihen 2. Generation bewusste Kombination von Kassainstrumenten mit exotischen Derivaten in der Regel mit Hedging stets mit explizitem Pricing Mehrfachaktienanleihen Digitale Aktien/Indexanleihen 31

32 Definition - Abgrenzung Zertifikate Zertifikate Strukturiertes Produkt und kein Zertifikat Strukturiertes Produkt und Zertifikat (eindeutig) Strukturiertes Produkt und Zertifikat (strittig) Zertifikat und kein Strukturiertes Produkt Capped Floater Doppelwährungsanleihen Kündbare Anleihen Constant Maturity Anleihen Diskontzertifikat Kick Start Zertifikate Best/Worst of Zertifikate Strategiezertifikate Indexzertifikate Strategiezertifikate Aktienbaskets Zertifikate auf ausl. Aktien Stratgiezertifikate Strukturierte Produkte 32

33 Produkte - Systematisierung Zinsen Aktien Währungen Kredite Kündbare Floater Constant Maturitiy Index Linked Sonstige Zertifikate 33

34 Produkte - Zinsen Aktien Systematisierung mit Kapitalgarantie Wandel- u. Optionsanleihen Partizipationsanleihen Währungen Kredite Hochzinsanleihen auf Baskets Indexspareinlagen Sonstige Zertifikate 34

35 Produkte - Zinsen Systematisierung ohne Kapitalgarantie Aktien Währungen Kredite Sonstige Indexstrukturen Futurezertifikate Hebelzertifikate Sprintzertifikate Aktienanleihen Discounts Best/Worst Leiter Range Quanto Spreadzertifikate Zertifikate 35

36 Produkte - Zinsen Systematisierung Mehrwährungsanleihen Aktien Währungen Perls Währungswahlrecht Kredite Sonstige Zertifikate 36

37 Produkte - Zinsen Aktien Systematisierung Total Return Credit Spread Credit Default Währungen Kredite Sonstige Zertifikate 37

38 Produkte - Zinsen Aktien Systematisierung Versicherungsrisiken Warenpreise Inflation Währungen Kredite Sonstige Zertifikate 38

39 Produkte - Zinsen Aktien Systematisierung Aktienzertifikate Baskets Strategiezertifikate Währungen Kredite Rohstoffzertifikate Fondszertifikate Sonstige Zertifikate 39

40 Produkte - Zinsen Systematisierung Exotische Optionen Aktien Mulitfaktor Mini- / Maximum Leiter Power Währungen Kredite Outperformance Spread Quanto Shout Limit Digital Sonstige Zertifikate Lookback Asiatische Korridor Chooser 40

41 Produkte - Was ist eine Aktienanleihe? Verzinsung deutlich über Kapitalmarktniveau Rückzahlungswahlrecht des Emittenten in Aktien oder zum Nominalbetrag Payoff = Min [N,F K T ]+i N: Nominalbetrag der Anleihe F: Anzahl der zu liefernden Aktien pro Nominalbetrag N K T : Kurs der zu liefernden Aktien zum Fälligkeitszeitpunkt T 41

42 Produkte - Was ist eine Aktienanleihe? Payoff incl. Zinszahlungen 400,00 200,00 - Aktienkurs ,00-400,00-600,00-800,00 Aktienandienung Rückzahlung Zinszahlung Duplikation: Short Put Kuponanleihe 42

43 Produkte - Aktienanleihe - Analyse Sensitivitätsanalyse: Positiver Zusammenhang Vola und Kupon Negativer Zusammenhang Laufzeit und Kupon Verwendung: Emittenten: Margenerzielung Investoren: Spekulation auf konstante Kurse, Volatilitätsspekulation, Absicherung Varianten: Mehrfachaktienanleihen, Knock In/Out, Discounts 43

44 Produkte - Sensitivitäten ten Aktienanleihen 26,00 24,00 Kupon Laufzeit 22,00 20,00 18,00 16,00 14,00 12,00 10,00 0,7 0,9 1,1 1,3 1,5 1,7 1,9 2,1 2,3 2,5 2,7 2,9 3,1 3,3 3,5 3,7 3,9 4,2 Aktienanleihenkupons in Abhängigkeit der Laufzeit 44

45 Sensitivitäten ten Aktienanleihen Produkte - Sensitivit 37,50 32,50 27,50 22,50 Kupon 17,50 12,50 7,50 2,50 45 Vola 14,00 19,00 24,00 29,00 34,00 39,00 44,00 49,00 54,00 59,00 64,00 69,00 74,00 79,00 84,00 89,00 94,00 99,00 Aktienanleihenkupons in Abhängigkeit der Volatilität

46 Produkte - Payoff Doppelaktienanleihe Rückzahlung Aktie Aktie 0 Die Rückzahlungsfunktion einer Doppelaktienanleihe ohne Darstellung der Zinskomponente 46

47 Margen - Empirie des Pricings Methodik und Daten Datensammlung über OnVista, Reuters, Bloomberg, Eurex und Emittenten Bewertung über Swap Kurve ohne Credit Spreads Vollständige Berücksichtigung von Sneer, Smile, Laufzeitstruktur sowie Optionsdetails Verwendung des Black Scholes bzw. Binomialmodells Duplikation über Kuponanleihe+Short Put bzw. Basiswert+Short Call 47

48 Margen - Untersuchung der Emissionspreise Untersuchung von 100 Emissionen 10 verschiedene Emittenten Signifikant positive Margen von 1,58% (Aktienanleihen 2,64%, Discounts 0,91%) Teilweise Ergebnisse im Widerspruch zur bisherigen Literatur, teilweise Bestätigung Deutliche Korrelation zwischen Marge und Vola Es bestehen deutliche Unterschiede zwischen den Margen der Emittenten 48

49 Margen - Untersuchung des Pricingsrisikos Untersuchung von 315 Emissionen 16 verschiedene Emittenten Es zeigen sich sowohl deutliche positive als auch negative Abweichungen vom theoretischen Wert. Mittlere absolute Abweichung: 0,95% Zertifikate mit hoher Rückgabewahrscheinlichkeit weichen negativ, die anderen positiv vom fairen Preis ab. Margen sind auch hier positiv mit der Vola korreliert. 49

50 Margen - Untersuchung des Pricingsrisikos Geld / Brief Spannen durchschnittlich bei 0,48% Kein Zusammenhang zwischen Geld/Brief Spannen und fairer Preisstellung Auch die Geld/Brief Spannen sind positiv mit der Vola korreliert Deutliche Unterschiede zwischen Emittenten sowohl bei Margen als auch bei Geld/Brief Spannen 50

51 Margen - Exemplarische Analyse das DAX Sparbuch Das DAX Sparbuch ist ein klassisches Sparbuch mit Basisverzinsung sowie indexabhängiger Zusatzverzinsung r g Gesamtverzinsung D t Stand des DAX zum Zeitpunkt t D t-1 Stand des DAX zum Zeitpunkt t-1 r b Basisverzinsung p Partizipationsquote 51

52 Margen - DAX Sparbuch Literaturüberblick In der Finanzpresse wurde das Produkt stark kritisiert, da es schlechte Renditechancen bietet. In einer wissenschaftlichen Analyse durch Wilkens wurde hingegen festgestellt, dass das Produkt für die Kunden attraktiv ist. 52

53 Margen - DAX Sparbuch Analysemethodik Bestimmung des Kalkulationszinssatzes über die Methode der gleitenden Durchschnitte. Marge bei 2,67% Bestimmung des Optionspreises über Monte Carlo Simulation. Kosten zwischen 1,4% und 2,1% Marge für die Postbank ist eindeutig erzielbar. 53

54 Untersuchung der Eignung Bedarfserkennung und Ideenentwicklung Finden von Produktideen, die eine kritische Masse erreichen. Beobachtung des Emissionsverhaltens anderer Beobachtung der Angebote für Fremdemissionen Eigene Analysen des Emissionsumfelds Gespräche mit Kunden Unseriöse Produktgestaltung nicht unüblich Zusammenfassend: Bedarfserkennung ist unproblematisch 54

55 Untersuchung der Eignung (Aufsichts)) rechtliche Fragestellungen (I) Prospekterstellung und zivilrechtliche Ausgestaltung Lizenzfragen Steuern Anlegergerechte Beratung Sparkassenrechtliche Besonderheiten 55

56 Untersuchung der Eignung (Aufsichts)) rechtliche Fragestellungen (II) Die Mindestanforderungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Testphasen Mitarbeiterqualifikation Funktionstrennung Marktgerechtigkeitsprüfungen Laufende Risikomessung Kritischer Aspekt des Geschäftsprozesses! 56

57 Untersuchung der Eignung Rechnungswesen Behandlung nach Basel II Bilanzierungsfragen Problemstellungen des internen Rechnungswesens 57

58 Untersuchung der Eignung Rechnungswesen Rahmendaten für das Beispiel Nominalwert der Anleihe: 100 Kupon: 15% Preis der Option: 21,95 (Kurs+Strike 20, Vola 50) Kurswert der Anleihekomponente: 118,60 (Marktzinsniveau 5%) Fairer Preis: 96,65 Marge: 3,35 58

59 Untersuchung der Eignung Rechnungswesen Aktiva Kasse: 100 (Kunde) Kasse: 21,95 (Option) Passiva Verbriefte Verbindlichkeiten: 100 (Nominal) RAP: 18,60 (Agio) RAP: 3,35 (Marge) Zinskorrektur Sonstige Vermögensgegenstände: 21,95 Sonstige Verbindlichkeiten: 21,95 Bewertungseinheit 59

60 Untersuchung der Eignung Financial Engineering Einkauf der Komponenten entsprechend der dargestellten Geschäftsmodelle Zerlegung der Produkte ist sicher zu beherrschen Insgesamt unkritischer Teil des Geschäftsprozesses 60

61 Untersuchung der Eignung Preisstellung, Handel, Sicherung Nur relevant bei Eigenemissionen Wissen, Handelserfahrung und Bewertungsmodelle müssen vorliegen. Internes Market Making notwendig. (z. B. intranetbasiert) In der Regel kein Problem dynamische Hedgedarstellung werden mittlere Institute jedoch in der Regel überfordern. 61

62 Untersuchung der Eignung Marketing und Vertrieb Kommunikationspolitik Distributionspolitik Abwicklungsplattformen Frage der Börseneinführung 62

63 Untersuchung der Eignung Koordinationsfragen Entscheidende Aufgaben für die Einführung sind Koordination Schaffung von Akzeptanz Schulung aller am Geschäftsprozess beteiligten Mitarbeiter Aufbau von Arbeitsabläufen, die schnelle und qualitativ hochwertige Abwicklung ermöglichen 63

64 Untersuchung der Eignung Emissions- entscheidung Ziel bei der Emission muss sein, die Erträge aus dem Anlagegeschäft zu maximieren. Keine Konzentration auf Passiva, da auch die außerbilanziellen Mittel beachtet werden müssen. Die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen den Produkten, Mengen, Margen, Konkurrenten, etc. sind zu berücksichtigen. Insgesamt ein zu komplexes Problem, um es praktisch lösen zu können. 64

65 Untersuchung der Eignung Effekte auf die Einnahmen Einnahmen primär volumenabhängig Weniger Marge = mehr Volumen und umgekehrt Strukturierte Produkte haben oft niedrigere Preissensitivität Deshalb attraktiver als klassische Produkte Auch bei der Sicherung kann hohes Volumen zu besseren Margen führen. Finanzierungsvorteil gegenüber der eigenen Refikurve bei außerbilanziellen Produkten beachten. 65

66 Untersuchung der Eignung Effekte auf die Ausgaben Kosten vor allem abhängig von der Produktanzahl sowie der Abschnittsgröße der Produkte Skaleneffekte (z. B. Lerneffekte) Zusätzliche Fixkosten für neue Produkte Besonders die Komplexitätseffekte sind zu berücksichtigen. Komplexitätseffekte sind abhängig vom Institut, der Anzahl der Produkte, deren Ausgestaltung sowie den Lerneffekten 66

67 Umfrage - Produkteinschätzung tzung Strukturierter Produkte Akzeptanz: Kunden: 3,12 Vertrieb: 3,26 Intern: 2,97 Attraktivität und geschäftspolitische Bedeutung: Attraktivität: 3,94 Bedeutung: 3,37 Marge: 4,28 Gründe für Margenhöhe: Vergleichbarkeit: 3,71 Produktgestaltung: 3,94 1 niedrig 5 hoch 67

68 Umfrage - Fragen zum Fremdvertrieb 70 der 71 Institute haben bereits Fremdemissionen vertrieben. Im Mittel haben die Institute dabei 3,4 Emissionspartner. Die Landesbanken dominieren Rund 57% der Institute wünschen zentralen Partner Wichtige Faktoren für die Institute sind Vertriebsvergütungen (80%), Kompatibilität mit Philosophie, Region und Vertriebsplanung (65%). Flexibilität der Ausgestaltung, individuelle Einflussnahme und Abstimmung sind mit 30% wesentlich unwichtiger Emissionspartner 68

69 Umfrage - Fragen zum Fremdvertrieb Produkt Anzahl Volumen Kapitalgarantie mit Kupon Index/Basket (aktienorientiert) Step Up Callables Aktienanleihen Kapitalgarantierte ohne Kupon Discounts Floater Index/Basket (rentenorientiert) Meldende Institute

70 Umfrage - Fragen zum Fremdvertrieb Institutsname Anzahl Kooperationen Kumulierter Marktanteil WestLB 55 22,7% Bayerische LB 44 40,9% CSFB 18 48,4% Nord LB 17 55,4% Helaba 17 62,4% HSH 14 68,2% LBBW 13 73,6% JP Morgan 11 78,1% Sal. Oppenheim 9 81,8% Insgesamt 242 Kooperationen 70

71 Umfrage - Fragen zum Emissionsprozess Rückgewinnung von Kundeneinlagen (11) Wegfall Gewährträgerhaftung (12) Margenverbesserung (15) 18 Emissionsinstitute Kosten/Nutzen (16) Fehlendes Volumen (15) Gute Partner (8) MaRisk (7) 58 Nicht- Emissionsinstitute 71

72 Umfrage - Personelle Mehrbelastung 13 Institute äußerten sich zur personellen Mehrbelastung Bei 6 Instituten konnte ohne Kapazitätsausweitung emittiert werden Bei den Anderen bewegte sich der Mehraufwand zwischen 0,2 bis 2,6 Mitarbeitern Die Schwerpunkte liegen bei der Abwicklung und dem Produktmanagement Eine Korrelation zwischen Mehraufwand und Institutsgröße ließ sich nicht feststellen 72

73 Umfrage - Problemfelder bei der Eigenemission Fragestellung Ohne Erfahrung Mit Erfahrung Werbung 2,15 (1) 2,17 (2) Ideen 2,58 (2) 2,33 (3) Lizenz 2,85 (3) 1,83 (1) Sparkassenrecht 3,06 (4) 2,78 (6) Zivilrecht 3,15 (5) 2,50 (5) Sicherung 3,19 (6) 2,33 (4) GS I 3,23 (7) 3,00 (8) Bilanz 3,28 (8) 3,22 (10) Know How 3,40 (9) 3,17 (9) MaH 3,75 (10) 3,56 (11) Kosten / Nutzen 3,94 (11) 2,83 (7) 73

74 Beratung Zivilrechtliche Beratungspflichten Anleger- und objektgerechte Beratung Die Beratung muss sowohl dem Anleger gegenüber als auch in Bezug auf den Anlagegegenstand angemessen sein. Rechtliche Grundlage in der expliziten bzw. impliziten vertraglichen Pflichten zwischen Kunde und Berater Tendenz zur Verschmelzung der zivilrechtlichen Beratungspflicht mit der nach WpHG 74

75 MiFID Markets in Financial Instruments Directive Wohlverhaltensrichtlinien Interessenwahrungspflicht Anlageberatung / Informationspflichten Ausführung von Aufträgen Behandlung von Interessenkonflikten Compliance Anforderungen 75

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