Liebe Kinder, liebe Eltern,

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1 Liebe Kinder, liebe Eltern, Menschenfischer soll Simon werden, der Simon, der später Petrus heißen wird. Menschenfischer klingt ja sonderbar. Vor allem, wenn man sich anguckt, was mit den Fischen passiert! Die Fische freuen sich natürlich nicht, wenn sie gefischt werden. Sie werden aus dem Wasser gezogen und landen in der Bratpfanne. Fische finden angeln doof. Und jetzt sollen Simon, Jakobus und Johannes Menschenfischer werden. Sollen wir Menschen uns nun darüber freuen, dass Menschenfischer unterwegs sind? Wer will den schon gerne geangelt und in die Pfanne gehauen werden? Keiner, oder?! Aber so ist das mit den Menschenfischern nicht gemeint. Die Fische fühlen sich im Wasser wohl. Darin sind sie eben munter wie der Fisch im Wasser. Sie ersticken, wenn sie einer aus dem Wasser 'rauszieht. Mit uns Menschen ist das anders. Wir leben nicht im Wasser. Wir ertrinken darin. Gut, wir können vielleicht schwimmen wer von euch kann schwimmen? Und wer kann richtig lange schwimmen, so eine Viertelstunde lang, ohne die Füße zwischendurch auf den Boden zu stellen? Aha, soo lange können wir Menschen nicht im Wasser bleiben.

2 Es passiert ja auch schon mal, dass jemand ins Wasser fällt, ohne, dass er es will. Weil er geschubst wird, oder weil er aus einem Boot plumpst. Die Leute sind dann sehr froh, wenn sie aus dem Wasser gefischt werden. Ich bin mal mit einem Kanu auf dem Baldeneysee gepaddelt. Wir haben uns richtig blöd angestellt. Platsch, lagen wir im Wasser. Das Boot ist ganz schnell volgelaufen. Gut, wir hatten Schwimmwesten an, so dass wir nicht untergehen konnten. Aber zurück ins Boot konnten wir trotzdem nicht, weil das halb versunken war. Was meint ihr, wie froh ich war, als das rote Rettungsboot kam, um uns aus dem See zu fischen. Die Rettungsschwimmer zogen uns in ihr Boot und brachten uns in Sicherheit. Menschenfischer sind also gar nicht so schlecht. Simon Petrus und die anderen Jünger waren aber keine Rettungsschwimmer. Sie waren auf andere Weise Menschenfischer : Meistens waren sie an Land unterwegs. Sie haben Menschen gewonnen für ein Leben mit Gott. Wisst Ihr, man kann nicht nur im Wasser untergehen. Man kann an so vielen Stellen untergehen: In der Schule, weil die anderen lauter oder stärker sind. Auf der Arbeit kann man untergehen, weil es viel zu viel wird und keinen

3 Spaß macht. Jemand kann untergehen, weil das Geld nicht reicht. Kranke können untergehen, weil sie alle Hoffnung verlieren. Jemand kann untergehen, weil sich keiner für ihn interessiert. Jesus und seine Jünger waren unterwegs, um solche Menschen vor dem Versinken zu retten. Sie haben sie herausgefischt, damit sie nicht untergehen. Sie haben sie in Sicherheit gebracht, so wie die Rettungsschwimmer Menschen an Land bringen. Damals waren Jesus und die Jünger die Menschenfischer. Heute sollen wir in der Gemeinde solche Menschenfischer sein. Wir sollen Menschen in Sicherheit bringen, damit sie nicht untergehen. Die Sicherheit ist bei Gott. Es ist nämlich so: Wen Gott hält, der geht nicht unter. Auch wenn es im Leben hoch her geht und wir Angst haben. Wir wissen doch, dass Gott mehr ist. Er will für uns da sein, er wird nicht zulassen, dass wir untergehen. Das sollen wir als Gemeinde weitersagen. Tun wir auch, das können hier alle hören, jeden Sonntag, immer wieder. Aber die Leute werden es erst glauben, wenn sie es erleben. Wenn sie spüren, dass bei uns in der Gemeinde keiner untergeht, dann können sie auch glauben, dass bei Gott keiner untergeht. Es reicht nicht, davon zu erzählen. Die Menschen müssen genau das erleben:

4 Hier in der Gemeinde gehe ich nicht unter. Hier bin ich in Sicherheit! Grade eben in der Theaterszene haben kam heraus, dass man am besten mit einem Netz fischt. Beim Menschenfischen ist es wohl Ähnlich: Am meisten Sicherheit gibt ein Netz, ein engmaschiges Netz, das mich auffängt. Wenn wir wirklich Menschen fischen wollen, herausfischen aus ihren Alltagssorgen und Lebensängsten, dann müssen wir ein starkes Netz untereinander knüpfen. Es muss so gut geknüpft sein, dass keiner durch die Maschen fällt. Wenn die Leute sehen, dass die Gemeinde so ein gutes Netz ist, dann bekommen sie Lust, sich selbst mit einzubinden. So werden wir zu guten Menschenfischern: Indem wir ein gutes Netz knüpfen. Das wollen wir nun tun, auf zweierlei Weise: Zum einen werden wir miteinander ein Netz aus Wollfäden knüpfen, zu unseren Nachbarn und zu den Fäden, die schon von der Decke hängen. Das tun wir, damit wir immer daran denken, dass wir als Gemeinde ein starkes Netz sein sollen. Zum anderen werden wir nicht nur Fäden miteinander verknoten, sondern wir werden auch Beziehungen miteinander anknüpfen: Während wir das Netz knoten, knüpfen wir auch ein Gespräch mit unseren Nachbarn an. Manchmal geht das ganz von alleine, manchmal muss man auch ein

5 bisschen nachhelfen, deswegen projizieren wir ein paar Anknüpfungsfragen hier vorne an die Wand. Netzaktion Wir haben ein Netz geknüpft, und jetzt hängt es oben, denn von oben hingen schon Fäden herunter. Als ich mit meinem dreijährigen Sohn Simon hier war und die Fäden vorbereitet habe, fragte er mich: Papa, warum ist das Netz da oben? Ich habe geantwortet, dass das noch gar nicht das Netz ist, sondern das richtige Netz da drangehängt wird. Aber ich glaube, mein Simon hat mir gar nicht richtig zugehört, denn er überlegte ein bisschen und sagte dann: Das Netz ist oben, weil Jesus im Himmel ist. Irgendwie hatte Simon da Recht, finde ich. Das Wesentliche an der Gemeinde Jesu ist ja, dass sie an ihm hängt. Das ist das Besondere daran. Engmaschige Netze können auch andere knüpfen. Das kann helfen, aber das rettet nicht vor dem letzten Versinken. Auch unser ganzes engmaschiges Gemeindenetz wäre nicht viel wert, wenn es nicht von Jesus Christus gehalten würde. Das ganze Netz, was wir knüpfen, hängt an ihm. Er hält es, nur deswegen kann dieses Netz uns halten und herausziehen aus dem Untergang. Die entscheidenden Fäden sind die, die Gott spannt. Gott spannt leise feine Fäden...

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