Statistische Übersichten zur Sozialpolitik in Deutschland seit 1945 Band SBZ/DDR

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1 Statistische Übersichten zur Sozialpolitik in Deutschland seit 1945 Band SBZ/DDR Verfasser: André Steiner unter Mitarbeit von Matthias Judt und Thomas Reichel* * Bei Nutzung von Vorarbeiten von Dieter Casper, Hanna Haupt, Reinhard Liebscher und Andreas Zieger

2 Zitierhinweis Bitte zitieren Sie diese Materialien wie folgt: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Statistische Übersichten zur Sozialpolitik in Deutschland seit 1945 (Band SBZ/DDR), Verfasser André Steiner unter Mitarbeit von Matthias Judt und Thomas Reichel, Bonn 2006, Tab Kurzfassung: BMAS, Statistische Übersichten (DDR), Tab I

3 Inhaltsverzeichnis A Einleitung: Probleme mit der DDR-Statistik in der historischen Forschung XIII 1 Strukturen der Informationsgewinnung und die Qualität der Zahlen 2 Grundlegende methodische Probleme der DDR-Statistik 3 Möglichkeiten und Grenzen des Vergleichs mit der west- und gesamtdeutschen Statistik 4 Bevölkerung und Arbeitsmarkt 5 Sozialbudget 6 Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung 7 Preisindizes für die Lebenshaltung 8 Soziale Entwicklungen 9 Hinweise Erläuterungen B Tabellenteil 01 Bevölkerung und Privathaushalte 011 Bevölkerung 0111 Bevölkerungsstand Natürliche Bevölkerungsbewegung Reproduktionsniveau der Bevölkerung Mittlere Lebenserwartung Gestorbene infolge Suizid DDR Gestorbene infolge Suizid BRD Gestorbene infolge Mord und Totschlag DDR Gestorbene infolge Mord und Totschlag BRD Wanderung über die Grenzen der DDR Wanderung über die Grenzen der DDR nach Altersgruppen Anteil der Bevölkerung im arbeitsfähigen und im nichtarbeitsfähigen Alter 13 an der Wohnbevölkerung 012 Privathaushalte und Familien 0121 Privathaushalte und Gemeinschaftseinrichtungen nach der Anzahl 14 der im Haushalt lebenden Personen 0121a Personen in Privathaushalten und Gemeinschaftseinrichtungen Mehrpersonenhaushalte nach im Haushalt lebenden Kindern unter 17 en Familien allein stehender Mütter nach Familienstand der Mutter und Anzahl 17 der Kinder unter 17 en Eheschließungen, durchschnittliches Heiratsalter, Ehescheidungen Lebendgeborene nach der Legitimität Staatshaushalt und Sozialsystem 0201 Gegenüberstellung von errechneten und ermittelten Daten 20 zu den Sozialausgaben aus dem DDR-Staatshaushalt 1950 bis 1989 II

4 0202 Differenzen zwischen den Angaben in Statistischen büchern und 21 den jährlichen Abrechnungen bei einigen Teilbereichen des Sozialsystems 021 Ausgaben des Bereinigten Haushalts gesamt, für das Sozialsystem 22 (und seine Bestandteile) sowie für Preisstützungen 021a Anteile des Sozialsystems sowie der Preisstützungen an den Ausgaben 23 des Bereinigten Haushalts 0211 Ausgaben des Bereinigten Haushalts für das Bildungswesen 24 (und seine Teilbereiche) 0211a Anteile des Bildungswesens an den Ausgaben des Bereinigten Haushalts b Anteile der Teilbereiche an den Ausgaben des Bildungswesens Ausgaben des Bereinigten Haushalts für das Gesundheits- und Sozialwesen 27 (und seine Teilbereiche) 0212a Anteile des Gesundheits- und Sozialwesens an den Ausgaben 28 des Bereinigten Haushalts 0212b Anteile der Teilbereiche an den Ausgaben des Gesundheits- und Sozialwesens Ausgaben des Bereinigten Haushalts für Preisstützungen a Anteile der Preisstützungen an den Ausgaben des Bereinigten Haushalts b Anteile der Einzelpositionen an den Ausgaben für Preisstützungen Einnahmen des Staatshaushalts gesamt sowie des Sozialsystems 34 (und seiner Teilbereiche) laut jährlicher Abrechnung des Ministeriums der Finanzen 022a Anteile des Sozialsystems an den Einnahmen des Staatshaushalts Einnahmen des Staatshaushalts im Bildungswesen 36 (und seinen Teilbereichen) 0221a Anteile des Bildungswesens an den Einnahmen des Staatshaushalts b Anteile der Teilbereiche an den Einnahmen des Bildungswesens Einnahmen des Staatshaushalts im Gesundheits- und Sozialwesen 39 (und seinen Teilbereichen) 0222a Anteil des Gesundheits- und Sozialwesens an den Einnahmen 40 des Staatshaushalts 0222b Anteile der Teilbereiche an den Einnahmen des Gesundheits- 41 und Sozialwesens 0223 Einnahmen der Sozialversicherung gesamt und nach Einzelquellen a Anteile der Sozialversicherung an den Einnahmen des Staatshaushalts b Anteile der Einzelquellen an den Einnahmen der Sozialversicherung Ausgaben des Staatshaushalts für das Sozialsystem (und seine Teilbereiche) laut jährlicher Abrechnung des Ministeriums der Finanzen a Anteile des Sozialsystems an den Ausgaben des Staatshaushalts Ausgaben des Staatshaushalts im Bildungswesen (und seinen Teilbereichen) a Anteile des Bildungswesens an den Ausgaben des Staatshaushalts b Anteile der Teilbereiche des Bildungswesens an den 49 Bruttoausgaben des Bildungswesens 0232 Ausgaben des Staatshaushalts im Gesundheits- und Sozialwesen 50 (und seinen Teilbereichen) 0232a Anteil des Gesundheits- und Sozialwesens an den Ausgaben 51 des Staatshaushaltes III

5 0232b Anteil der Teilbereiche an den Ausgaben des Gesundheits- und Sozialwesens Bruttoausgaben der Sozialversicherung gesamt und nach Einzelpositionen a Anteile der Sozialversicherung an den Bruttoausgaben des Staatshaushalts b Anteile der Einzelpositionen an den Bruttoausgaben der Sozialversicherung c Anteile der Ausgaben der Sonder- und Zusatzversorgungssysteme 56 an den gesamten Rentenzahlungen 0234 Bruttoausgaben des Staatshaushalts im Wohnungswesen gesamt und 57 nach Einzelpositionen 0234a Anteile des Wohnungswesens an den Bruttoausgaben des Staatshaushalts b Anteile der Einzelpositionen an den Ausgaben des Wohnungswesens c Anteile der Ausgaben für Erhalt, Bewirtschaftung und Modernisierung 60 von Wohnungen 0235 Ausgaben des Staatshaushalts für Preisstützungen 61 (und ihre Einzelpositionen) 0235a Anteile der Preisstützungen (und ihre Einzelpositionen) an den Ausgaben 62 des Staatshaushalts 03 Volkswirtschaftliche Gesamtdaten 031 Produziertes Nationaleinkommen Nettoprodukt der Wirtschaftsbereiche Anteile der Wirtschaftsbereiche am Nettoprodukt insgesamt Im Inland verwendetes Nationaleinkommen Anteil der Verwendungsarten am im Inland verwendeten 67 Nationaleinkommen 036 Außenverflechtung des Nationaleinkommens Bilanz der Geldeinnahmen und ausgaben der Bevölkerung und der Arbeiter- und Angestelltenhaushalte 041 Geldeinnahmen der Bevölkerung 0410 Brutto- und Nettogeldeinnahmen der Bevölkerung und ihre Herkunft a Anteile der Einkommensformen an den Bruttogeldeinnahmen Einnahmen aus Berufstätigkeit von Arbeitern und Angestellten, Mitgliedern 72 von Genossenschaften sowie von Selbständigen 0411a Anteile der Gruppen an den Einnahmen aus Berufstätigkeit Einnahmen aus Berufstätigkeit der Mitglieder von Genossenschaften a Anteile der Gruppen an den Einnahmen aus Berufstätigkeit Einnahmen aus Berufstätigkeit der Selbständigen a Anteile der Gruppen an den Einnahmen aus Berufstätigkeit b Einnahmen aus Berufstätigkeit der sonstigen Selbständigen c Anteile der sonstigen Selbständigen an den Einnahmen aus Berufstätigkeit Einnahmen aus "Gesellschaftlichen Fonds" a Anteile der Einzelpositionen an den Einnahmen aus 81 "Gesellschaftlichen Fonds" Einnahmen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen a Anteile der Einzelleistungen des Gesundheits- und Sozialwesen 83 an den Einnahmen aus Gesellschaftlichen Fonds IV

6 04122 Zahlungen von Betrieben und gesellschaftlichen Organisationen a Anteile von Betrieben und gesellschaftlichen Organisationen 85 an den Einnahmen aus Gesellschaftlichen Fonds 04122b Einnahmen von Betrieben c Anteile der Betriebe an den Einnahmen aus Gesellschaftlichen Fonds Einnahmen aus anderen Quellen (Banken, Versicherungen, Lotterien u a) a Anteile der Banken und Sonstigen an den Einnahmen aus anderen Quellen Einnahmen aus Bankguthaben Versicherungen und Lotterien a Anteile der Bankguthaben und Sonstigen an den Einnahmen 91 aus anderen Quellen 04131b Einnahmen aus Bankgeschäft c Anteile der Banken an den Einnahmen aus anderen Quellen Sonstige Einnahmen aus anderen Quellen a Anteile von Verkaufserlösen an den Einnahmen aus anderen Quellen Ausgaben der Bevölkerung 0420 Nettogeldausgaben der Bevölkerung a Anteile der verschiedenen Ausgabepositionen an den Nettogeldausgaben Verbrauchswirksame Ausgaben a Anteile der verbrauchswirksamen Ausgaben an den Nettogeldausgaben b Anteile der Einzelpositionen an den verbrauchswirksamen Ausgaben Warenkäufe der Bevölkerung a Anteile der Kauforte an den Nettogeldausgaben und Warenkäufen Ausgaben für Dienstleistungen a Anteile der Ausgaben für Dienstleistungen an den Nettogeldausgaben b Anteile der Einzelpositionen an den Ausgaben für Dienstleistungen Sonstige Geldausgaben a Anteile der sonstigen Geldausgaben an den Nettogeldausgaben b Anteile der Einzelpositionen an den sonstigen Geldausgaben Sonstige Steuern und freiwillige Versicherungen a Anteile an den Nettogeldausgaben und an sonstigen Steuern 111 und Versicherungen Gebühren, Beiträge und AWG-Eigenleistungen a Anteile der Gebühren u A an den Nettogeldausgaben b Anteile der Einzelpositionen an den Ausgaben für Gebühren u A Weitere Zahlungen a Anteile der Einzelpositionen an den weiteren Zahlungen Geldakkumulation a Anteile der Einzelpositionen an den Nettogeldausgaben und 118 an der Geldakkumulation insgesamt Erhöhung der Spareinlagen in den einzelnen Sparformen a Anteile der Sparformen an den Nettogeldausgaben b Anteile der Sparformen an der Geldakkumulation Sparguthaben, sparwirksame Personenversicherung und Bargeldbestände 122 pro Kopf der Bevölkerung 043 Einkommen der Arbeiter- und Angestelltenhaushalte 0431 Bilanz und Struktur des verfügbaren Einkommens der Arbeiter- 123 und Angestelltenhaushalte je Haushalt und Monat V

7 0431a Struktur des verfügbaren Einkommens je Haushalt Durchschnittliches monatliches Haushaltsnettoeinkommen in 125 Arbeiter- und Angestelltenhaushalten nach Haushaltsgrößen 0433 Anteil der Einkommensarten am durchschnittlichen monatlichen 126 Haushaltsnettoeinkommen in Arbeiter- und Angestelltenhaushalten 1 Zur Arbeitsverfassung 11 Arbeitszeit 111 Durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit je Arbeiter und Angestellten in 127 volkseigenen Betrieben 112 Arbeits- und Ausfallzeiten der Produktionsarbeiter in der volkseigenen 128 Industrie je Produktionsarbeiter (VbE) 112a Anteile an der nominellen Arbeitszeit Arbeitseinkommen 121 Durchschnittliches monatliches Bruttoarbeitseinkommen der 130 vollbeschäftigten Arbeiter und Angestellten in volkseigenen Betrieben nach Wirtschaftsbereichen 122 Durchschnittliches monatliches Nettoarbeitseinkommen der 134 vollbeschäftigten Arbeiter und Angestellten in volkseigenen Betrieben nach Wirtschaftsbereichen 123 Struktur der vollbeschäftigten Arbeiter und Angestellten der 135 Volkswirtschaft nach Lohnstufen 13 Arbeitsgerichtsbarkeit: Bei den Gerichten beantragte und abgeschlossene Verfahren in Arbeitsrechtssachen 13a Beantragte und abgeschlossene Verfahren je Beschäftigte b Anteile der Streitgegenstände an den abgeschlossenen Verfahren Arbeitsschutz 21 Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten 211 Meldepflichtige Arbeits- und Wegeunfälle Berufskrankheiten Invalidisierungen 221 Invalidenrentner (jährliche Zugänge an Invalidisierungen) Häufigste Invalidisierungsursachen nach Krankheitsgruppen Arbeitskräftegewinnung und lenkung 31 Erwerbstätige 311 Erwerbstätige umgerechnet auf Systematik der Bundesstatistik 3111 Erwerbstätige und Erwerbsquoten Erwerbstätige nach Stellung im Beruf und Wirtschaftsbereichen Anteil der Erwerbstätigen in den einzelnen Wirtschaftsbereichen 147 an den Erwerbstätigen insgesamt in % 312 Erwerbstätige nach DDR-Systematik VI

8 3121 Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter und Berufstätige Berufstätige nach Wirtschaftsbereichen Struktur der Berufstätigen nach Wirtschaftsbereichen Berufstätige nach ihrer Stellung im gesellschaftlichen Reproduktionsprozess Struktur der Berufstätigen nach ihrer Stellung im gesellschaftlichen 152 Reproduktionsprozess 3126 Berufstätige nach Eigentumsformen der Betriebe und Einrichtungen Struktur der Berufstätigen nach Eigentumsformen der Betriebe 154 und Einrichtungen 32 Arbeitslose 321 Registrierte Arbeitssuchende Arbeitslosenquote Sicherung bei Krankheit, Unfall sowie Alter, Invalidität und für Hinterbliebene 41 Sozialversicherung der Arbeiter und Angestellten (SV des FDGB) 411 Anzahl der bei der Sozialversicherung der Arbeiter und Angestellten 158 versicherten Personen 412 Übersicht: Einnahmen und Ausgaben der Sozialversicherung der Arbeiter und Angestellten 4121 Einnahmen und Ausgaben der Sozialversicherung der Arbeiter und 159 Angestellten 4122 Ausgaben der Sozialversicherung der Arbeiter und Angestellten pro 160 Versicherten und deren Finanzierung 4123 Gesamtausgaben der Sozialversicherung der Arbeiter und Angestellten 161 nach den wichtigsten Ausgabepositionen (1962 bis 1970) 4123a Gesamtausgaben der Sozialversicherung der Arbeiter und Angestellten 162 nach den wichtigsten Ausgabepositionen (1962 bis 1970) 4124 Gesamtausgaben der Sozialversicherung der Arbeiter und Angestellten 163 nach den wichtigsten Ausgabenpositionen (1971 bis 1989) 4124a Anteile der wichtigsten Ausgabenpositionen an den Gesamtausgaben 165 der Sozialversicherung der Arbeiter und Angestellten (1971 bis 1989) 413 Renten der Sozialversicherung der Arbeiter und Angestellten 4131 Renten der Sozialversicherung für Arbeiter und Angestellte nach Rentenarten a Renten der Sozialversicherung für Arbeiter und Angestellte nach Rentenarten Rentenzugänge nach Rentenarten Bestand an Pflegegeld, Sonderpflegegeld und Blindengeld Anzahl der Renten und der Rentner in der Sozialversicherung 171 der Arbeiter und Angestellten 4135 Beitrittsberechtigte und Beigetretene zur freiwilligen Zusatzrenten- 172 versicherung der Sozialversicherung der Arbeiter und Angestellten 4136 Renten aus der freiwilligen Zusatzrentenversicherung der Sozialversicherung 173 der Arbeiter und Angestellten nach Rentenarten VII

9 414 Ausgewählte Ausgaben für gesundheitliche Leistungen der Sozialversicherung der Arbeiter und Angestellten 4141 Geldleistungen der Sozialversicherung der Arbeiter und Angestellten 174 im Krankheitsfall 4142 Leistungen der Sozialversicherung der Arbeiter und Angestellten 175 nach dem Gesetz über den Mutter- und Kindesschutz 4143 Leistungen der Sozialversicherung der Arbeiter und Angestellten im 176 Fall der Mutterschaft 4144 Anzahl und Struktur der abgeschlossenen Kuren a Struktur nach Kurarten Anzahl der von der Sozialversicherung der Arbeiter und Angestellten 179 finanzierten Kuren und die Anteile ausgewählter Versichertengruppen 4146 Von der Sozialversicherung der Arbeiter und Angestellten finanzierte 180 Leistungen der Augenoptiker 42 Sozialversicherung bei der Staatlichen Versicherung der DDR 421 Von der Sozialversicherung bei der Staatlichen Versicherung betreute 181 Pflichtversicherte 421a Struktur der Pflichtversicherten in % Einnahmen und Ausgaben der Sozialversicherung bei der Staatlichen 183 Versicherung sowie Zuschuss als dem Staatshaushalt 4222 Detaillierte Einnahmen und Ausgaben der Sozialversicherung bei der 184 Staatlichen Versicherung 4222a Struktur der Einnahmen und Ausgaben der Sozialversicherung 186 bei der Staatlichen Versicherung 4223 Beitragsaufkommen in der Sozialversicherung bei der Staatlichen 188 Versicherung 4223a Struktur des Beitragsaufkommens Renten der Staatlichen Versicherung nach Rentenarten Rentenbestand der Staatlichen Versicherung Bestand ausgewählter Rentenarten (Vollrenten) der Staatlichen 192 Versicherung nach Anzahl, Geschlecht und durchschnittlichem Zahlbetrag 4234 Anzahl der Mitglieder der Freiwilligen Zusatzrentenversicherung bei 193 der Staatlichen Versicherung 4235 Zusatzrenten für Versicherte bei der Staatlichen Versicherung nach 194 Art, Anzahl und Rentenbetrag 4241 Ausgaben der Sozialversicherung bei der Staatlichen Versicherung für 195 Krankengeld 4242 Ausgaben der Sozialversicherung bei der Staatlichen Versicherung für 196 Krankengeld nach Versichertengruppen 4243 Geldleistungen der Sozialversicherung bei der Staatlichen Versicherung 197 im Fall der Mutterschaft 4244 Ausgaben der Sozialversicherung bei der Staatlichen Versicherung für 198 Schwangerschafts- und Wochengeld sowie für staatliche Geburtenbeihilfe und bezahlte Freistellung von der Arbeit 4245 Anzahl der von der Sozialversicherung bei der Staatlichen Versicherung 199 finanzierten Kuren und Anteile der Versichertengruppen 4246 Anzahl und Ausgaben der von der Sozialversicherung bei der Staatlichen 200 Versicherung finanzierten Kuren VIII

10 43 Zusatzversorgungssysteme 431 Zusätzliche Altersversorgung nach Versorgungsarten Zusätzliche Altersversorgung nach Versorgungsarten und Höhe 202 der Zahlbeträge 433 Zusatzversorgung für Mitarbeiter der staatlichen Organe 204 (ohne Beitragszahlung) 434 Zusatzversorgung für Mitarbeiter der staatlichen Organe 205 (mit Beitragszahlung) 435 Zusätzliche Altersversorgung für Mitarbeiter der CDU, DBD, LDPD, 206 NDPD und gesellschaftlicher Organisationen 436 Zusatzversorgung der wissenschaftlichen Intelligenz Zusatzversorgung der technischen Intelligenz Zusatzversorgung für Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte sowie Ärzte in 209 konfessionellen Einrichtungen 439 Zusätzliche Altersversorgung der künstlerischen Intelligenz Gesundheitswesen 51 Im Gesundheitswesen tätige Personen 511 Berufstätige im Gesundheits- und Sozialwesen Ausgewählte Merkmale der Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen Betreuungspersonal im Gesundheits- und Sozialwesen nach Art 214 der Einrichtung 514 Ärzte und Zahnärzte Apotheker und Apotheken Vollbeschäftigte Ärzte in Krankenhäusern auf Bettenstationen Vollbeschäftigte Ärzte für die ambulante Betreuung in Einrichtungen 218 des Gesundheitswesens 518 Vollbeschäftigte Ärzte für die ambulante Betreuung in Einrichtungen 219 des Betriebsgesundheitswesens ( ) 52 Krankenhäuser 521 Krankenhäuser und Betten insgesamt und nach Trägern a Struktur der Krankenhäuser nach Eigentumsformen Durchschnittliche Anzahl Betten je Krankenhaus Krankenhäuser und Betten nach Eigentumsformen und Art 223 der Krankenhäuser 524 Stationär behandelte Kranke und Behandlungs- bzw Pflegetage Einrichtungen zur ambulanten Behandlung (Polikliniken) 531 Polikliniken (ohne Betriebspolikliniken) Ambulatorien Einrichtungen des Betriebsgesundheitswesens Sonstige Einrichtungen für ambulante Betreuung 230 IX

11 54 Gesundheitsschutz sowie Schwangeren-, Mütter- und Säuglingsbetreuung 541 Ausgewählte Infektionskrankheiten mit Impfprophylaxe Kinder- und Jugendgesundheitsschutz Immunisierung gegen Infektionskrankheiten Schwangeren-, Mütter- und Säuglingsbetreuung Müttersterblichkeit Totgeborene und gestorbene Säuglinge Legale Schwangerschaftsabbrüche Krankenstand Rehabilitation und Hilfen für Behinderte 61 Einrichtungen für geschützte Arbeit und beschäftigte Rehabilitanden Plätze für schulbildungsunfähige förderungsfähige Kinder und Jugendliche Fürsorge 71 Empfänger von Leistungen der Sozialfürsorge a Struktur der Empfänger von Leistungen der Sozialfürsorge Familien- und Altenpolitik 81 Unterstützung von Familien und Förderung der Berufstätigkeit der Frauen 811 Gewährung von Krediten an junge Eheleute Kinderkrippen nach den Trägern der Einrichtungen Kinderkrippen und Dauerheime für Säuglinge und Kleinkinder Schulhorte Betreuung älterer Bürger 821 Feierabend- und Pflegeheime sowie Wohnheime für ältere bzw 247 behinderte Bürger 9 Bildungspolitik 91 Vorschulerziehung 911 Vorschulerziehung Kindergärten nach Träger bzw Art der Einrichtung Allgemeinbildende Schulen Berufsausbildung 931 Schüler und Lehrkräfte in betrieblichen und kommunalen Berufsschulen Aufnahme von Schulabgängern in die Berufsausbildung Bestandene Facharbeiterprüfungen Lehrlinge nach Geschlecht und Ausbildungsbereichen Hoch- und Fachschulwesen 941 Fachschulen: Zahl der Einrichtungen und der Studierenden 255 nach Studienformen 942 Fachschulen: Neuzulassungen, Absolventen und Lehrkräfte Fachschulwesen: Soziale Herkunft der Studierenden im Direktstudium 257 X

12 944 Hochschulwesen: Zahl der Universitäten/Hochschulen und der Studierenden 258 nach Studienformen 945 Hochschulwesen: Neuzulassungen, Absolventen und Lehrkräfte Hochschulwesen: Soziale Herkunft der Studierenden im Direktstudium Studierende an Arbeiter- und Bauern-Fakultäten Erwachsenenbildung 951 Berufstätige mit abgeschlossener beruflicher Ausbildung in der volkseigenen 262 und genossenschaftlichen Wirtschaft 952 Aus- und Weiterbildung von Arbeitern und Angestellten in der volkseigenen 263 und genossenschaftlichen Wirtschaft 953 Teilnehmer an Lehrgängen der Volkshochschule Ausgaben des Staatshaushalts, Investitionen und Berufstätige 265 im Bildungswesen 10 Nichtstaatliche soziale Infrastruktur 101 Soziale Einrichtungen konfessioneller Träger Einrichtungen der Caritas in den Diözesenbereichen der DDR Volkssolidarität 1031 Soziale und kulturelle Betreuung von Bürgern im höheren Lebensalter 269 durch die Volkssolidarität 1032 Mitglieder und Helfer der Volkssolidarität Kulturelle Aktivitäten der Volkssolidarität Wohnungspolitik 111 Wohnungsbau 1111 Fertiggestellte Wohnungen Wohnungsneubau nach Eigentumsformen Ausstattungsgrad von Neubauwohnungen und in Montagebauweise 274 errichtete Neubauwohnungen 1114 Modernisierung von Wohnungen zur Erhöhung der Wohnqualität Wohnungsbestand 1121 Wohnungen und Wohnfläche insgesamt und je Einwohner Wohnungen nach der Anzahl der Räume Wohnungsbestand in Wohngebäuden nach Eigentumsformen Ausstattungsgrand des Wohnungsbestandes Wohngebäude und Wohnungen nach dem Baujahr der Gebäude a Wohnungen nach dem Baujahr der Gebäude Wohnungsanträge der Bevölkerung Vergabe von Neubauwohnungen Durchschnittliche monatliche Mietausgaben 284 XI

13 C Anhang I Quellen- und Literaturverzeichnis 285 II Quellen- und Methodenhinweise Allgemeine Bemerkungen Bemerkungen zu den einzelnen Abschnitten und Kapiteln Bevölkerung und Privathaushalte Staatshaushalt und Sozialsystem Volkswirtschaftliche Gesamtdaten Bilanz der Geldeinnahmen und ausgaben der Bevölkerung und der 295 Arbeiter- und Angestelltenhaushalte 1 Zur Arbeitsverfassung Arbeitsschutz Arbeitskräftegewinnung und lenkung Sicherung bei Krankheit, Unfall, Alter, Invalidität und für Hinterbliebene Gesundheitswesen Rehabilitation und Hilfen für Behinderte Fürsorge Familien- und Altenpolitik Bildungspolitik Nichtstaatliche soziale Infrastruktur Wohnungspolitik 309 III Abkürzungsverzeichnis 312 XII

14 Einleitung: Probleme mit der DDR-Statistik in der historischen Forschung André Steiner Die vorliegende Zusammenstellung statistischer Übersichten zur DDR-Geschichte geht grundsätzlich davon aus, dass die von der DDR-Statistik produzierten Daten für die historische Forschung genutzt werden können und müssen Dabei sollten aber die Probleme und die Grenzen eines solchen pragmatischen Vorgehens bekannt und bewusst sein Deshalb wird in dieser Einleitung zusammengefasst auf sie hingewiesen Als Beispiel kann hier die Wirtschaftsstatistik der DDR dienen Die sich dabei zeigenden Charakteristika gelten im großen und ganzen auch für die statistische Abbildung der Sozialpolitik in der DDR Die Notwendigkeit für Historiker, diese Daten zu nutzen, ergibt sich zum einen daraus, dass eine Um- und Rückrechnung entsprechend westlichen Konzepten sehr aufwendig, zum Teil auch aus inhaltlichen Gründen nicht sinnvoll o- der/und (bisher) nicht lösbar erscheint, wie noch auszuführen sein wird Zum anderen können historische Prozesse nur dann adäquat beurteilt werden, wenn die zur damaligen Entscheidungsfindung zur Verfügung stehenden Daten berücksichtigt werden 1 Strukturen der Informationsgewinnung und die Qualität der Zahlen Die Bewertung der Qualität und Validität von statistischen Angaben kann grundsätzlich nur erfolgen, wenn die Subjekte, der Zweck und der Kontext der jeweiligen Informationsgewinnung bekannt sind Die Akteure in dem jeweiligen gesellschaftlichen Handlungsbereich waren im wesentlichen auch Subjekte der Datenerfassung Im Wirtschaftsleben der DDR waren Planungsabläufe (und damit auch Informationsströme) in der Kette Ministerrat bis hinunter zu den Betrieben geregelt Zwischen diesen beiden "Polen" waren im historischen Zeitablauf sich organisatorisch verändernde sowie mit wechselnden ökonomischen und administrativen Kompetenzen ausgestattete, hierarchisch abgestufte, wirtschaftliche Lenkungsinstitutionen angeordnet Der Staatlichen Plankommission kam eine deutlich herausgehobene Position zu Zudem ist die Staatliche Zentralverwaltung für Statistik von besonderem Interesse, weil sie als dem Ministerrat nachgeordnete Querschnittsinstanz für die Organisation, Durchführung und Kontrolle des Systems der Rechnungsführung und Statistik verantwortlich war Unabhängig davon, dass Zuständigkeiten und Organisation im Lauf der DDR-Geschichte wechselten, hatten die Betriebe als unterste Einheit sowohl an die ihnen übergeordneten Wirtschaftsinstanzen - von der Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) XIII

15 bzw dem Kombinat an die Ministerien und die Staatliche Plankommission - als auch an die Staatliche Zentralverwaltung für Statistik über deren nachgeordnete Kreis- und Bezirksdienststellen zu berichten Alle diese Berichterstattungen standen letztlich dem Ministerrat und der SED-Spitze zur Verfügung Auf die statistische Berichterstattung konnten die wirtschaftsleitenden Instanzen ebenso zurückgreifen Sie forderten von den Betrieben aber auch weitere Berichte Diese beiden Formen der Berichterstattung sollten inhaltlich übereinstimmen Praktisch war dies jedoch nicht immer der Fall Oft standen dem methodische Gründe entgegen, da die den Erfassungen zugrundeliegenden Definitionen und Abgrenzungen nicht immer identisch waren Dieser Umstand bot den Betrieben mitunter Spielräume, die geforderten Angaben entsprechend ihren Interessen günstiger darzustellen In den Prozess der Informationsgewinnung war die SED formal nicht einbezogen, aber faktisch beeinflussten die verschiedenen Hierarchieebenen der Partei ihn mit Die SED-Spitze und ihr zentraler Apparat bestimmten in entscheidendem Maße über die Rahmenbedingungen und den Umfang der statistischen Berichterstattung, da damit auch ihre Informations- und Kontrollbedürfnisse als der politisch entscheidenden und unmittelbar Einfluss nehmenden Instanz befriedigt werden sollten Somit bildete selbst die Parteihierarchie ein Subjekt dieser Informationsgewinnung Es ist ein grundlegendes Charakteristikum für die staatssozialistischen Länder, dass sowohl die Volkswirtschaft als auch tendenziell die Gesellschaft insgesamt ex ante gelenkt wurden Daher war es ein Ziel - neben den auch in anderen Gesellschaften der Informationsgewinnung zugrunde liegenden Erkenntnisinteressen - die dafür auf den verschiedenen Leitungsebenen erforderlichen Informationen zu gewinnen und darüber hinaus die reale Entwicklung sowie das Verhalten der Akteure zu kontrollieren Folgerichtig erlangte gerade der Planungs- und Leitungsprozess eine herausragende Bedeutung, dienten doch die Datenerhebungen der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik nicht ausschließlich, aber vor allem der Kontrolle der realwirtschaftlichen Prozesse Deshalb waren besonders die oberen (teilweise anders als die unteren) Ebenen durchaus interessiert, eine möglichst realitätsnahe Abbildung der wirtschaftlichen Prozesse und Gegebenheiten zu erhalten Das für alle Ostblockländer typische Lenkungs- und Koordinationssystem wies keinen Mechanismus auf, der den Entscheidungsinstanzen aus dem Wirtschaftsprozess selbst heraus - also endogen - die benötigten Informationen bereitstellte, wie dies in marktwirtschaftlich dominierten Systemen durch den Markt-Preis-Mechanismus gewährleistet wird Daher mussten die überge- XIV

16 ordneten Instanzen von den nachgeordneten Informationen über ein bürokratisch-administratives System abfordern In einem solchen hierarchischen System dominieren Principal-Agent- Beziehungen mit asymmetrischen Informationen, dh die Interessen über- und nachgeordneter Ebenen unterscheiden sich Innerhalb bestimmter Grenzen verfügten die Betriebe über vollständige (oder wenigstens doch die umfassendsten) Informationen Diese gaben sie entsprechend ihren Interessen weiter, was den übergeordneten Instanzen bekannt war und entsprechend problematisiert wurde Zu bedenken ist, dass dieses bürokratisch-administrative System sich sowohl in der Planung als auch in der statistischen Berichterstattung manifestierte Informationen, die die Betriebe im Rahmen der Berichterstattung über die erzielten Leistungen, ihre Kapazitäten, materiellen Ressourcen und Arbeitskräfte nach "oben" gaben, beeinflussten die ihnen für die nächste Planperiode erteilten Leistungsvorgaben und die zur Verfügung stehenden Inputs Darüber hinaus bestimmte der dabei erfolgte Soll-Ist-Vergleich - also die Planerfüllung - die ihnen zugesprochenen Belohnungen, wie zb die Prämienmittel Allerdings wurde der Plan in seinem Verlauf inzwischen eingetretenen Veränderungen und nicht selten den realen Entwicklungen angepasst Die Grenzen einer solchen Plananpassung ergaben sich auf der Betriebsebene daraus, dass für die Betriebe auch in der Zukunft ein Anreiz bestehen bleiben musste, die Pläne tatsächlich zu erfüllen Daher war es das "natürliche" Interesse der Betriebe, in den Meldungen an die Staatliche Zentralverwaltung für Statistik die zur Verfügung stehenden Inputs herunter- und die erreichten Resultate hochzurechnen Um solchen "Manipulationen" vorzubeugen, erließ die Staatliche Zentralverwaltung für Statistik strenge Vorschriften für die einheitliche Abrechnung und kontrollierte ihre Einhaltung Mit Querrechnungen wurde zudem die Plausibilität der Angaben der Betriebe und der daraus resultierenden Aggregationen auf den folgenden Hierarchieebenen überprüft Außerdem konnten die verschiedenen SED-Leitungsebenen und deren Apparate noch eine eigene Kontrollfunktion wahrnehmen, wobei indes zu berücksichtigen ist, dass gerade die nachgeordneten Parteiebenen ebenfalls danach bewertet wurden, welche Leistungen mit welchem Aufwand in ihrem Verantwortungsbereich erbracht wurden Daher hatten auch sie ein gewisses Interesse, die Ergebnisse zu schönen, jedoch kann davon ausgegangen werden, dass bei ihnen der Kontrollimpetus überwog Es ist also zusammenfassend festzustellen, dass die Möglichkeiten zur Manipulation seitens der Betriebe auf das Maß begrenzt waren, von dem man dort glauben konnte, dass es nicht auffiel Daher ist der daraus resultierende Fehler nicht so groß, dass die entsprechenden statistischen Daten vollkommen unrealistisch sind Das heißt nicht, dass die Kontrollen diese Fehler vollständig ausschließen konnten Sie lassen sich auch retrospektiv nicht mehr rechnerisch eliminieren Jedoch war die Neigung zum "Schönen" der XV

17 statistischen Berichterstattung über die Wirtschaftsbereiche und Branchen auch nicht ungleichmäßig verteilt Deshalb kann von einem homogenen systematischen Fehler ausgegangen werden, der für eine Betrachtung und Analyse der Daten innerhalb des Systems vernachlässigt werden kann Für den Systemvergleich wirft er allerdings gravierende Probleme auf Nicht zu unterschätzen ist die politische Funktion der Statistik: Sie hatte die Erfolge des sich als Alternative zum marktwirtschaftlich-liberalen System des Westens verstehenden Staatssozialismus zu dokumentieren und öffentlich zu propagieren Dabei führte politische Opportunität dazu, dass Unliebsames weniger unmittelbar gefälscht als eher geheim gehalten wurde Ebenso versuchte man Entwicklungen und Sachverhalte dadurch günstiger darzustellen, indem den Datenabbildungen von internationalen Normen abweichende Definitionen von statistischen Tatbeständen zugrunde gelegt und damit die Angaben des Statistischen buchs in den letzten zehnten immer öfter indirekt verfälscht wurden Beginnend mit dem letzten Statistischen buch der DDR (dem von 1990) und fortgesetzt über eine Sonderreihe des Statistischen Bundesamtes sind viele dieser Manipulationen aufgedeckt und das Zahlenmaterial entsprechend korrigiert und ergänzt worden Direkte Fälschungen lassen sich wohl dagegen eher bei veröffentlichten Angaben aus anderen Quellen nachweisen, wie bei den in den achtziger en im "Neuen Deutschland" monatlich publizierten Zuwachsraten wichtiger Wirtschaftsbereiche 2 Grundlegende methodische Probleme der DDR-Statistik Bei der Erfassung der für die Wirtschaftsstatistik grundsätzlichen Kategorie "Wachstum" ersetzte die DDR bereits sehr früh die in der deutschen Produktionsstatistik seit längerem angewendete Konzeption, nach der auf jeder Erfassungsebene die zusätzlich erbrachte Wertschöpfung (Arbeitsentgelte zuzüglich der Reinerträge der Betriebe) erfasst wurde An dessen Stelle trat das sowjetisch inspirierte Bruttoprinzip, in dem auch die Vorleistungen enthalten waren Damit ging der Wert von Rohstoffen, Halbfertigwaren, Energie und anderem Zubehör, die im Produktionsprozess verbraucht wurden, so oft in die Rechnung mit ein, wie sie bei Verarbeitung und Weitergabe den gesamten Produktionsprozess durchliefen Einbezogen wurde definitionsgemäß auch die unvollendete Produktion, was für die Betriebe den Vorteil hatte, dass sie - solange sie in erster Linie an der erbrachten Bruttoproduktion gemessen wurden - den Produktionsplan auch dann leicht erfüllen konnten, wenn sie mit lediglich angearbeitetem Material die Bruttoproduktion steigerten Später wurde mit der Kennziffer Warenproduktion die unvollendete Produktion nicht mehr erfasst Gleichwohl blieb auch die Warenproduktion grundsätzlich eine Bruttokennziffer, da die Vorleistungen nach wie vor eingingen XVI

18 Das Bruttoprinzip eröffnete den Betrieben eine Fülle von Möglichkeiten, ihr Produktionswachstum und damit ihre Produktivität scheinbar - also ohne real erbrachte Leistungen - in die Höhe zu treiben Dazu wurde in der Regel vor allem der Vorleistungsanteil ausgedehnt Es ist sowieso insgesamt darauf zu achten, dass der im Westen gebräuchliche Unterschied zwischen Brutto und Netto des Sozialprodukts, wonach die Abschreibungen mit erfasst oder ausgeklammert werden, für die staatssozialistischen Länder wesentlich weiter zu fassen ist In den DDR-Statistiken umfasst das Nettoprodukt - vergleichbar mit dem westlichen - die Wertschöpfung; das Bruttoprodukt subsummiert aber nicht nur die Abschreibungen, wie nach dem westlichen Konzept, sondern auch die uu mehrfach gezählten Vorleistungen Daraus folgt für die Nutzung von Nettoproduktionszahlen das wohl nicht immer zu klärende Problem, auf welcher Erfassungsebene (Betrieb, VVB bzw Kombinat usw) die Vorleistungen vom Bruttoprodukt schlussendlich abgezogen wurden Dies wäre in der Tat nur noch mit großem Aufwand und viel Mühe nachzuvollziehen und die Nettoproduktionszahlen müssen also in ihrer Aggregation pragmatisch genutzt werden Es ist nicht ausgeschlossen, dass Vorleistungen eventuell weiterhin enthalten sind Ein besonderes Problem stellen im Zusammenhang mit Wertkennziffern die zugrunde liegenden Preise dar Wegen der weitgehenden Abschaffung von Märkten widerspiegelten die Preise in der Regel keine Marktverhältnisse Sie waren staatlich festgelegt und sollten sich in Anlehnung an die Marxsche Theorie in erster Linie an den Kosten (zuzüglich eines Gewinnzuschlages) orientieren Für ein Produkt einmal festgelegte Preise blieben in der Regel über dessen Lebensdauer bestehen Nur wenn das Produkt qualitativ geändert wurde, konnte auch der Preis entsprechend angepasst werden Da sich aber die Kosten der Herstellung zwischenzeitlich veränderten, standen die Preise nach gewisser Zeit nur noch in loser Beziehung zu den Kosten Der Preis für neue Produkte wurde wiederum entsprechend ihren Kosten festgelegt, wenn sie in die Serienfertigung übernommen wurden Zusammengefasst basierten die Preise im Laufe der Zeit auf verschiedenen Grundlagen und das Preissystem wies eine wachsende Inkonsistenz auf Da dieses Problem bekannt war, führte man zwar in unregelmäßigen Abständen Preisreformen durch Aber diese konnten das Problem jeweils nur partiell und lediglich für kurze Zeit, jedoch nie prinzipiell lösen, denn mit sich im Zeitablauf erneut ändernden wirtschaftlichen Gegebenheiten mussten die Widersprüche zwischen den Preisen wieder steigen Bei der Betrachtung der Preise ist überdies zwischen den in den Preisreformen öfters geänderten Industrieabgabepreisen (IAP) und den in der Regel auch von diesen Reformen nicht erfassten Endverbraucherpreisen (EVP) zu unterscheiden Während die ersten den wirtschaftlichen Transaktionen zwischen den Betrieben zugrunde lagen, waren die zweiten von der Bevölkerung zu zah- XVII

19 len, wobei diese durch Subventionen deutlich verzerrt wurden Wenn statistische Angaben in laufenden Preisen vorliegen, bezieht sich das auf diese im realen Wirtschaftsleben angewendeten Preise, die vielfach administrativen und unkoordinierten Änderungen unterlagen Solche Daten können dort, wo es sachlich wichtig erscheint, zur Berechnung von Querschnittsstrukturen (zb Kostenstrukturen) herangezogen werden Für die Untersuchung von Prozessen auf der historischen Zeitachse sind sie allerdings in der Regel nicht zu verwenden, da sie administrativen, nicht immer wirtschaftlich begründeten und oft inkonsistenten Änderungen unterlagen Das stellte auch für die Planung selbst ein Problem dar, weshalb sowohl für die Planabrechnung als auch die statistische Berichterstattung längere Zeit konstant zu haltende Preise gebildet wurden, um die Vergleichbarkeit über eine gewisse Zeitdauer zu gewährleisten Prinzipiell wiesen diese "Unveränderlichen Planpreise" (UPP) oder "konstanten Planpreise" (kpp) mit verschiedenen esbasen die gleichen Mängel wie die laufenden Preise auf Dabei beruhten die Planpreise auf den laufenden eines bestimmten Stichjahres Alles in allem ist die Preisbasis von Wertkennziffern äußerst problematisch und macht darauf basierende Vergleiche über das System hinaus unmöglich Neben dem lange dominierenden Bruttoprinzip und der Frage der Bewertung stehen hinter den Statistiken noch weitere qualitative Probleme So waren die Produktionskennziffern in dem Sinne teilweise nicht real, als manche Erzeugnisse nicht absetzbar waren Darüber hinaus spiegelten die Preise, da sie nicht auf den Markt bezogen waren, nur bedingt die Qualität der Produkte wider Erneut wurden bei den Preisfestlegungen solche Kriterien, wie Erzeugnisqualität und Neuheitsgrad, bestenfalls administrativ und schon deshalb nicht durchgängig und nach einheitlichen Prinzipien berücksichtigt Mit dem Problem der Qualitätsbewertung und des Bruttoprinzips waren auch die bis zum Anfang der sechziger e oft zur Berichterstattung über die Produktion verwendeten Gewichts- oder Volumen-Kennziffern behaftet Bei homogenen Massengütern hatten und haben solche Indikatoren jedoch ihre Berechtigung, weshalb sie in der Literatur bevorzugt für die Neu-Schätzung der wirtschaftlichen Leistung der DDR verwendet wurden 1 Für das Erstellen langer Reihen erweisen sich die oben bereits ausgeführten Veränderungen in den den Erfassungen dienenden Definitionen und Kategorien als ein zusätzliches Problem, die inzwischen für einige Erfassungsbereiche dokumentiert wurden, indes bei der Rekonstruktion von Datenreihen einen großen Arbeitsaufwand bedeuten Eine Neu-Berechnung auf einheitlicher methodischer Grundlage ist unter Berücksichtigung dieses Aufwandes - wie auch in den folgenden Übersichten zu sehen - nur in Einzelfällen möglich Mit aller gebotenen Vorsicht wurde auf die bereits innerhalb der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik erstellten langen Reihen zurückgegriffen, in denen diese Angaben in aller Regel verkettet wurden Jedoch sind bei ihrer Auswer- 1 Vgl WF Stolper: The Structure of the East German Economy Cambridge 1960 XVIII

20 tung - soweit bekannt - die "Bruchstellen" wechselnder Strukturen, Bezugssysteme und Bewertungsmaßstäbe zu berücksichtigen Zusammengefasst ergeben sich bei der Arbeit mit den DDR-Statistiken die folgenden grundlegenden Probleme: das angewendete Bruttoprinzip, die inkonsistenten Preise als Bewertungsmaßstab, nur beschränkt integrierbare Indikatoren qualitativer Entwicklungen sowie wechselnde Erfassungsdefinitionen und Bezugssysteme 3 Möglichkeiten und Grenzen des Vergleiches mit der west- und gesamtdeutschen Statistik Wegen der bereits eingangs dargelegten internen Probleme der DDR-Statistik muss auch ihr Vergleich mit der Statistik der Bundesrepublik auf kardinale Schwierigkeiten vielfältiger Natur stoßen, die nur partiell unter zu Hilfenahme verschiedener Vereinfachungen zu lösen sind Schon die angeführten grundlegenden Probleme der DDR-Statistik führen dazu, dass sowohl die benutzten Primärdaten als auch die aus ihnen errechneten Indizes und Zuwächse nicht per se mit Angaben aus westlichen Statistiken zu vergleichen sind Außerdem müssen statistische Daten zu Fragestellungen, die als politisch sensibel angesehen wurden, besonders kritisch überprüft werden Schon der Vergleich von Produktionswerten und daraus resultierender Größen, wie der Arbeitsproduktivität, ist problematisch, da die produzierten Güter im westlichen Fall auf dem Markt durch die Abnehmer als verwendbar und nützlich anerkannt werden mussten, damit sie in die Sozialproduktsrechnung eingehen konnten Im östlichen Fall bestimmten die Planungsbehörden, welche Güter die entsprechende Anerkennung erfuhren Daher kann etwa die numerische Gleichheit von Produktions- und Produktivitätswerten nicht per se als Indiz dafür herangezogen werden, dass auch die gesamtwirtschaftliche Leistung adäquat war Dazu kommen die unterschiedlichen Definitionen, die der statistischen Abrechnung in beiden deutschen Staaten zugrunde lagen So wurzelten Definitionen in der DDR oft in der (stark vereinfachten) Marxschen Theorie oder der Politischen Ökonomie des Sozialismus und unterschieden sich daher deutlich von westlichen Konzepten Es bestanden überdies erhebliche Unterschiede in der Preisbewertung, die aus der Tatsache herrührten, dass sich die westliche Statistik der Preisbildung auf national und international offenen Märkten bedienen konnte, während in der DDR-Statistik wegen der Nichtkonvertibilität der eigenen Binnenwährung nur die staatliche Preisbildung herangezogen werden konnte Eine nachträgliche Rück- und Umrechnung der DDR-Preise wirft immense, bisher nicht gelöste Probleme auf, wäre zudem enorm aufwendig und würde neue Verzerrungen aufweisen, wird doch damit ein Bedingungsgefüge - ausgedrückt in westlichen Preisen - nachträglich unterstellt, das in XIX

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