MAGAZIN DER ESG ELEKTRONIKSYSTEM- UND LOGISTIK-GMBH IV/13

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1 MAGAZIN DER ESG ELEKTRONIKSYSTEM- UND LOGISTIK-GMBH IV/13 Schwerpunktthemen Das vernetzte Fahrzeug Cluster Test & Integration Cluster Diagnose Dezentrale Serversegmente Einsatz gehen in die Nutzung In-Service Support für COBRA

2 2 & 3 SPEKTRUM IV/13 Obwohl die endgültigen Zahlen noch nicht feststehen und wir bis zu Beginn der Weihnachtsfeiertage all unser Engagement auf die Realisierung von Projekt-Meilensteinen und Projektabnahmen konzentrieren, lässt sich aus unternehmerischer Sicht ein erstes, vorläufiges Résumé ziehen: Trotz der nicht einfachen wirtschaftlichen, aber auch politischen Rahmenbedingungen des Wahljahres 2013 und der zum Teil gravierenden Änderungen im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr und ihres Beschaffungsprozesses kann die ESG erneut auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken! So werden wir die meisten unserer ambitionierten Ziele erreichen und damit unseren nachhaltigen Wachstumsprozess fortsetzen können. So gilt es an dieser Stelle unseren hoch-motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Detroit bis Shanghai Dank für ihren unermüdlichen Einsatz zum Wohle unserer Kunden in den vielfältigen und zum Teil ausgesprochen komplexen Projekten auszudrücken. Dieser Dank gilt aber auch unseren militärischen wie zivilen Kunden und Partnern, die im Vertrauen auf unsere Leistungsfähigkeit gemeinsam mit uns an der erfolgreichen Umsetzung gearbeitet haben. In der Winterausgabe unseres Unternehmensmagazins Spektrum finden Sie einige Beispiele aktueller Projekte, Berichte über Technologiethemen, die uns in besonderer Weise heute und morgen bewegen, ebenso wie Belege für die seit 50 Jahren gelebte enge Partnerschaft mit unseren Kunden und Partnern. Im Interview mit hochrangigen Vertretern des Volkswagen Konzerns greifen wir das Thema Vernetzung aus Kundenperspektive auf. Mit den Berichten über die Cluster Diagnose und Test & Integration runden wir die Vorstellung der einzelnen Cluster der Automotive Division ab. Der Artikel über den Übergang der Dezentralen Serversegmente Einsatz in die Nutzungsphase verdeutlicht einmal mehr die Leistungsfähigkeit der ESG, hier der Division Missionssysteme Land/See, als verlässlicher Technologie- und Integrationspartner der Bundeswehr im Bereich einsatzrelevante mobile, verlegefähige IT-Systeme. Der Bericht über den In-Service Support für das Waffensystem COBRA ist kennzeichnend für unser erfolgreiches Engagement auch in anspruchsvollen multinationalen Projekten. Ergänzt wird auch dieses Spektrum mit Kurznachrichten aus dem Unternehmen. Im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ESG wünsche ich Ihnen eine interessante Lektüre, ein frohes Weihnachtsfest, erholsame Feiertage und ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr. INHALTSVERZEICHNIS IMPRESSUM Herausgeber Verantwortlich für den Inhalt Das vernetzte Fahrzeug Eine end-2-end -Betrachtung der Connected Car-Verantwortlichen der Volkswagen AG Dr. Martin Weiser und Robert Kattner Cluster Test & Integration Cluster Diagnose Dezentrale Serversegmente Einsatz gehen in die Nutzung In-Service Support für COBRA Neue Leitung der Division Missionssysteme Land/See ESG auf der BMW Group IT-Messe Technologiegespräch der Automotive Division der ESG E-Motion: Das Cluster emobility auf der ecartec 2013 Kurzmeldungen English Summary ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH Livry-Gargan-Straße 6, Fürstenfeldbruck Tel , Ulrich-Joachim Müller (UJM) Unternehmenskommunikation Ihr Mitarbeiter dieser Ausgabe Gestaltung Nina Bichlmaier (NB), Dr. Roman Cunis (RC), Sven Friedle (SF), Jörg Klauck (JK), Norman McNair (NM) ESG Design & Medien Götz Graichen, im Dezember 2013 Druck Auflage Fotos Lipp GmbH Graphische Betriebe, München 2500 Alle Abbildungen ESG, wenn nicht anders angegeben.

3 Das vernetzte Fahrzeug Eine end-2-end -Betrachtung der Connected Car-Verantwortlichen der Volkswagen AG Dr. Martin Weiser und Robert Kattner Nicht nur auf der IAA im September 2013 oder dem VDI-Kongress Elektronik im Fahrzeug im Oktober dieses Jahres spielte das Thema Vernetzung des Automobils eine der entscheidenden Rollen. Fahrzeughersteller und Engineering-Dienstleister arbeiten mit Hochdruck an der Entwicklung und Integration von Technologien, die das Fahrzeug mit der Infrastruktur und miteinander vernetzen, um die Mobilität der Zukunft zu verwirklichen. Vor diesem Hintergrund konnte Stefan Klänhardt, Account- Verantwortlicher für den Volkswagen Konzern in der Automotive Division der ESG, Dr. Martin Weiser, Leiter IT im Fahrzeug bei Volkswagen, und Robert Kattner, Leiter Mobile Online- Dienste und -Funktionen bei Volkswagen, für ein Gespräch über das Connected Car gewinnen. Frage: Warum beginnen die Mobilen Online-Dienste im vernetzten Fahrzeug sich erst jetzt am Markt durchzusetzen, obwohl die nötigen Kommunikationstechniken bereits seit Ende der 90er Jahre existieren? Dr. Weiser: Auf der einen Seite hat das natürlich etwas mit den Kosten zu tun. Wir haben heute deutlich geringere Verbindungstarife als zum Ende des letzten Jahrtausends. Was ich aber für einen gravierenderen Faktor halte ist die mit diesen Funktionen einhergehende Sozialisierung. Gerade Smartphones mit ihrer Vielfalt an Funktionen, verbunden mit der Idee, Apps zu haben, sind ja noch nicht so alt. Dies muss sich also erst einmal in dem Allgemeinverständnis der Menschen im täglichen Umgang verfestigen. Erst dadurch entwickelt sich der Bedarf, diese Funktionen im Fahrzeug haben zu wollen. Innovationen müssen also erst einmal in der Gesellschaft ankommen. Genau dies erleben wir gerade und reagieren als Fahrzeughersteller entsprechend. Hr. Kattner: Auch ich sehe den Einfluss der Kosten: Die Bereitschaft von Kunden in Europa für die Nutzung mobiler End-Dienste zusätzliche Kosten zu akzeptieren ist noch nicht in vollem Umfang vorhanden. Die Kunden sind es gewohnt, diese Dienste kostenfrei zu beziehen. Für einen Automobilhersteller war es in den 90er Jahren erst recht schwierig, in der Hochpreiszeit von Daten-Raten derartige Technologien ins Fahrzeug zu bringen. Erst jetzt haben wir die Möglichkeit ein attraktives Kundenangebot zu gestalten. Zu dem Punkt in der Gesellschaft ankommen : Wenn ich zurückdenke an die 90er Jahre, da wurden noch Leute belächelt, die mit einem Handy am Ohr durch die Gegend gelaufen sind. Heute ist das anders nahezu jeder verfügt über ein Handy, ist vernetzt und immer erreichbar. Frage: Wie wird sich das Connected Car in der Zukunft weiterentwickeln und welches wird der heiße Trend in der CarIT werden? Dr. Weiser: Der heiße Trend ist für mich ganz klar das Thema automatisiertes Fahren und das nicht nur seit der diesjährigen IAA. Es gibt ja eine lange Historie hierzu im Volkswagen Konzern, die weiter als in das Jahr 2005 zurückreicht; Stichwort Grand Challenge (Wettbewerb für autonome Fahrzeuge, bei dem ein modifizierter Volkswagen Touareg im

4 4 & 5 SPEKTRUM IV/13 Jahr 2005 gewinnen konnte. Aufgebaut wurde dieses Fahrzeug durch die Volkswagen Konzernforschung, das ERL (Elelectronic Research Laboratory) in Kalifornien, eine Außenstelle der Volkswagen Konzernforschung und der Stanford University). Wir sprechen im Übrigen von automatisiertem Fahren, was bedeutet, dass der Fahrer selbst noch an Bord ist (im Gegensatz zum autonomen Fahren). Manch einem kommt automatisiertes Fahren mitunter wie Science Fiction vor. Jedoch muss man bedenken, dass es ja auf dem Weg dahin einzelne Schritte geben wird. Eine mögliche Idee ist, erst einmal nur die Längsführung zu automatisieren. Heute gibt es bereits Adaptive Cruise Control. Wenn das Fahrzeug verlässlich weiß, wo sich Geschwindigkeitsrestriktionen befinden und die Steigungen oder Gefälle kennt, kann man die Längsführung automatisieren, was gerade aus Komfortgesichtspunkten ein großer Benefit wäre. Gleichzeitig lässt sich so der Kraftstoffverbrauch reduzieren. Hierfür benötigt man hochgenaue und hochpräzise Kartendaten, die vor allem mit einer enorm hohen Integrität in die Fahrzeuge verteilt werden müssen. Das ist eine sehr große Herausforderung für das Gesamtsystem. Zu dem häufig diskutierten Punkt Open Source App Factories : Vielleicht bin ich etwas skeptischer als andere: Es wird sich auch in Zukunft ganz klar eine Klasse von Diensten herauskristallisieren, die unique für das Auto ist. Sie wird mit dem, was Sie auf dem Smartphone finden, zunächst einmal wenig zu tun haben. Ich halte es derzeit für nicht sehr erstrebenswert, jede Social Media App in die Tiefe des Fahrzeugs integrieren zu wollen. Sicher haben diese Anwendungen ihre Berechtigung, jedoch nicht erstrangig im Fahrzeug selbst, sondern auf einem Smartphone. Ein Beispiel für einen sinnvollen Dienst: Gerade ist die so genannte Markttransparenzstelle für Kraftstoffe sowie darauf basierende Web-Portale online gegangen. Für mich erhält diese jedoch erst ihren vollen Kundenwert, wenn die Preisinformationen mit Navigationsdaten und der Routenführung kombiniert werden und für den Fahrer genau dann bereitgestellt werden, wenn er sie benötigt, nämlich dann, wenn sein Tank leer ist. Herr Klänhardt: Vielleicht darf ich diese Frage hinsichtlich des Aspekts Open Source App Factories erweitern. Vor kurzem hat ein Fahrzeughersteller eine Plattform vorgestellt, auf die androidbasierte Apps geladen werden können. Wie bewerten Sie die Möglichkeit, dass im Grunde wildfremde Drittanbieter Apps im Fahrzeug platzieren können? Herr Kattner: Das Thema ist nicht neu für uns. Stichwort Mirrorlink. Damit werden wir über eine Schnittstelle verfügen, welche die Anbindung eines Android-Smartphones standardisiert. Volkswagen glaubt fest daran, dass sich dieser Standard durchsetzt. Dem Kunden wird ermöglicht, sein Smartphone mit Funktionen ins Fahrzeug zu bringen, die er über die Head- Unit bedienen kann. Einen großen Unterschied gibt es jedoch hinsichtlich der Komplexität der Anzeige im Fahrzeug. So gibt es Autohersteller, die hierfür ausschließlich Sprachsteuerung vorsehen. Bei Mirrorlink haben wir einen offenen Standard, der aufgrund der standardisierten Grundspezifikationsvorgaben sicherstellt, dass die Gefahr einer Ablenkung des Fahrers aufgrund einer separaten Anzeige im Fahrzeug nicht besteht. Wir erleben es derzeit, und dieser Trend wird sich weiter fortsetzen, dass man gerade im unteren Preissegment beispielsweise persönliche Entertainmentdaten aus dem Smartphone ins Fahrzeug bringt. Schon heute kann man mittels Bluetooth-Pairing über unsere Standardradios seine Lieblingsmusik im Fahrzeug abspielen. Gleiches funktioniert mittels USB-Sticks, SD-Cards o. ä. Daraus entwickelt sich der Anspruch, weitere Funktionen aus dem Telefon ins Auto zu bringen. Wir sehen heute schon viele Fahrer, die ihr Handy an der Fahrzeugscheibe anbringen, um damit zum Beispiel zu navigieren. Damit wir diesen Ansprüchen der Kunden gerecht werden, unterstützen wir bei Volkswagen den Mirrorlink-Standard, der als offener Standard auch von anderen Fahrzeugherstellern genutzt wird. Dr. Weiser: Neue Entwicklungen, um Facebook oder Twitter als native Applikationen ins Fahrzeug zu integrieren, machen nicht wirklich Sinn. Wir sollten uns auf die fahrzeugspezifischen Use Cases konzentrieren, die tief ins Fahrzeug integriert werden müssen und mit diesem in einem engen Zusammenhang stehen. Herr Kattner: Dies kann ich nur unterstützen. Ich denke, es wird zukünftig zwei Arten von online-diensten geben. Einmal im hochpreisigen Segment einen Dienst, der tief in die Fahrzeugarchitektur integriert ist, sowie einen im niedrigpreisigen Segment, über das Smartphone des Kunden. Dieses Segment wird viel schnelllebiger sein, allein aufgrund der hohen Entwicklungsgeschwindigkeiten im Bereich der Apps. Insgesamt werden online-dienste nicht mehr aus dem Auto wegzudenken sein. Egal ob Verkehrsflussdaten oder genaue Standortdaten, sei es via Kunden-Smartphone oder tief integriert in der Fahrzeugarchitektur. Vielleicht noch kurz zu den Aspekten Car2Car/Car 2 Infrastructure: Ich denke, dass in naher Zukunft alles im Bereich online-dienste verschmelzen wird, auch aufgrund des Kostendrucks. Entwicklungen werden dann in einer Struktur, die gegenseitig genutzt wird, zusammengeführt. Die Kosten, die hier auf die Fahrzeughersteller zukommen, werden durch den Kunden allein nicht aufgefangen werden können, die Aufgabe der Automobilhersteller ist es, aus den Vernetzten Fahrzeugen Mehrwerte zu generieren, die wiederum zum Wohl des Kunden genutzt werden. Beispielsweise im Bereich Verkehrsfluss. Allein aufgrund der Menge von zugelassenen Fahrzeugen des Volkswagen Konzerns verfügen unsere Kunden über eine viel größere Datenbasis, um viel genauere Verkehrsflussinformationen zu erhalten als andere Hersteller. Ein derartiges Alleinstellungsmerkmal muss aus Herstellersicht beibehalten werden. Es bleibt daher hier die Frage, wie weit man sich in Anbetracht der bestehenden und wachsenden Open Source Community als einzelner Hersteller öffnen kann beziehungsweise will. Dr. Weiser: Auch von meiner Seite noch eine Einschätzung zum Thema Car2Car-Communication: Ich glaube, wir sehen hierfür schon in den nächsten Jahren in der Automobilindustrie erste Schritte. Ich persönlich glaube jedoch, dass Car2Car sich nicht durchsetzen wird ohne eine gleichzeitige Back-End-Verbindung. Denn: Wir brauchen im Fahrzeug regelmäßig ein Update von Pseudonymen und Zertifikaten, die vom Back-End bereitgestellt werden müssen. Frage: Wird es dann eine herstellerübergreifende Entwicklung dieser Systeme geben? Dr. Weiser: Also, für die Car2Car- Communication ganz sicher das muss standardisiert sein. Aber Ihre Frage ging ja in Richtung der Back- End-Systeme. Und da bin ich mir nicht ganz sicher. Ich kann mir vorstellen, dass wir in einigen Jahren tatsächlich darüber nachdenken, auch Dienste, die sich bis dahin als Commodity herausgestellt haben, herstellerübergreifend standardisieren. Aber das ist eben nicht immer ganz so einfach. Hierbei spielen auch kartellrechtliche Vorgaben und Zwänge eine nicht zu unterschätzende Rolle. Frage: Welche werden auf dem Wege dieser Weiterentwicklung wichtige Meilensteine sein und wann könnten die erreicht sein? Hr. Kattner: Bei fast jedem Standard gibt es so etwas wie das Henne- Ei-Problem. Bleiben wir beim Mirror- Link-Standard. Einmal ist es wichtig, dass ein Standard schnell von den Automobilherstellern angenommen und weiterentwickelt wird. Im Hinblick auf das Connected Car sehe ich die Entwicklungen sehr positiv, das belegt auch die IAA. Aber: Auch Telefonhersteller sind in der Pflicht, weil ein

5 Standard immer nur so gut ist, wie er auf beiden Seiten akzeptiert und angewendet wird. Wir müssen dahin kommen, dass wir die Smartphone- Hersteller rechtzeitig abholen und von den neuen Trends in Sachen Standardisierung überzeugen. Aktuell sehen wir folgendes: Apple bietet seinen eigenen DIO (Digital IPod Out) als nichtoffenen Dienst für Fahrzeuge an. Genauso versuchen andere Hersteller entsprechende eigene Standards und nicht-offene Dienste aufzusetzen. Ein zweites Beispiel wäre Google. Die Frage bleibt: Was setzt sich durch? Denn natürlich ist es für den Automobilhersteller schwierig, zwei oder drei verschiedene Standards im Auto zu unterstützen und zu pflegen. Das Einfachste wäre, man hätte einen Standard inklusive App, der auf allen Geräten gleich funktioniert. Das wäre das Ziel und gleichzeitig ein Meilenstein, der irgendwann erreicht werden muss, um eine mögliche Frustration der Kunden zu verhindern. Ähnlich war es mit dem Bluetooth-Standard, der sich schrittweise durchgesetzt hat. Dr. Weiser: Ein wichtiger Meilenstein ist wohl im Jahr 2015/2016 zu erwarten: Es gibt ein Memorandum of Understanding der Fahrzeughersteller hinsichtlich des Deployment of Car- 2Car-Communication. Das heißt, wir werden ab dann mit ersten regionalen Anwendungsfällen rechnen können. Ich bin sehr gespannt, wie sich das dann anfühlt und wie die Kunden darauf reagieren werden. Frage: Was sind auf dem Wege der Umsetzung die großen (technischen) Herausforderungen? Dr. Weiser: Was diese Diskussionen angeht, bin ich ein bisschen ambivalent. Einerseits gibt es Menschen, denen es schwerfällt, sich auf etwas Neues einzulassen. Sei es nur, sich nach vielen Jahren Gangschaltung auf ein Automatikgetriebe einzulassen. Aber fragen Sie auch bitte einmal, wer sich wirklich hinter das Steuer eines Oldtimers zurücksehnt, in dem er während der Fahrt auch den Zündzeitpunkt und das Gemisch regeln muss und den er mit Zwischengas fahren muss. Technik muss das Leben der Menschen vereinfachen. Die Industrie muss letztlich einen Mittelweg finden, um diejenigen, denen das Tempo zu gering ist und diejenigen, denen das alles viel zu schnell geht, zu vereinen bzw. bestmöglich unter einen Hut zu bringen. Hr. Kattner: Die Herausforderung besteht nicht in der Technik. Wir können für viel Geld sehr viel Technik in unsere Fahrzeuge bringen. Es geht eher darum eine preislich attraktive und technisch trotzdem hoch aktuelle Lösung anzubieten. Jeder Markt hat andere Ansprüche. Diese zusammenzuführen, auch aus entwicklungstechnischer Sicht bzw. aufwandstechnischer Sicht, ist nicht trivial. Herr Klänhardt: Vielleicht noch etwas zum Stichwort flächendeckende Übertragungsinfrastruktur und mobile Online-Dienste. Dr. Weiser: Ich glaube nicht daran, dass wir irgendwann eine flächendeckende Breitbandabdeckung haben werden. Dies wird sich immer auch an wirtschaftlichen Belangen orientieren. Das heißt, dass in Ballungszentren tendenziell eine Überversorgung (wenn es so etwas überhaupt gibt) und im ländlichen Raum eher eine Unterversorgung gibt. Es wird auch immer Funklöcher geben. Dies hat auch Auswirkungen auf die Fahrzeughersteller, denn wir können nicht alle Fahrzeuge zu jedem Zeitpunkt mit Online-Diensten erreichen. Als IT müssen wir uns darüber Gedanken machen, wie wir Datenbestände an Bord des Fahrzeugs mit dem Back-End synchronisieren. Damit kann man dann auch in Outages weiter navigieren. Herr Kattner: Dem kann ich beipflichten: Wir werden in absehbarer Zeit keine 100%-Abdeckung haben. Daher gibt es keine Konzepte für ein dummes Display im Fahrzeug, das lediglich Daten und Informationen anzeigt, die ausschließlich außerhalb des Fahrzeugs erzeugt und mittels Smartphone ins Auto gebracht werden. Stellen Sie sich vor, Sie haben Ihr Smartphone vergessen oder es ist defekt dann stünde der Kunde vollkommen ohne Informationen und Funktionalitäten da. Daher wird es ein Zusammenspiel zwischen Enter-/ Infotainment im Fahrzeug und der Connected World geben. Frage: Wird es neue Beteiligte im Connected Car-Umfeld geben und welchen Veränderungen werden sich die Beteiligten stellen müssen? Hr. Kattner: Ja sicherlich wird es neue Beteiligte geben mit einem sprechen Sie gerade. Die IT ist neuer Beteiligter im Entwicklungsprozess, ebenso Telefonprovider oder SIM-Karten-Hersteller, da sie nun ein Bauteil herstellen, das ins Fahrzeug integriert wird. Content-Anbieter wie Google werden relevant, ebenso wie Diensteanbieter und Firmen, die Smartphones mit eigenen Betriebssystemen herstellen. Das lässt sich noch weiter ausführen, aber letztlich ist es die gesamte Bandbreite an NewEconomy - Unternehmen, die im Auto Einzug hält, und dadurch verändert sich das Umfeld sehr stark. Dr. Weiser: Ich sehe noch eine weitere Klasse neuer Beteiligter: Unternehmen, die B2B-Services anbieten und als Mittler zwischen den zahlreichen Content Providern und den Fahrzeugherstellern agieren. Nehmen wir das Beispiel der Reservierung und Abrechnung von Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Da gibt es einfach zu viele unterschiedliche Systeme auf dem Markt. Ein anderes Beispiel ist die ebenfalls für Elektrofahrzeuge wichtige intermodale Navigation: Viele regionale Anbieter im Bereich des ÖPNV haben ihre eigenen Systeme und Schnittstellen. Hr. Kattner: Für uns spielt die Herausforderung mit hinein, dass die Schnelligkeit dieser neuen Medien im Fahrzeug abgebildet werden muss. Wir entwickeln Fahrzeuge Jahre bevor sie auf der Straße sind. Schon in einer frühen Entwicklungsphase müssen wir uns für einen Anbieter und ein Konzept entscheiden. Wie ändern wir dieses, wenn beispielsweise ein Dienste anbieter sein Profil ändert oder das Unternehmen nicht mehr existiert? Wir müssen Strategien entwickeln, schnell auf Spezifikationen und Funktionen im Fahrzeug zugreifen zu können, um Inhalte schnell ändern zu können. Wir lernen gerade mit dieser Schnelligkeit umzugehen das ist ein Entwicklungsprozess, den wir durchlaufen. Frage: Gibt es Unterschiede in den Erwartungshaltungen der Nutzer an Mobile Online-Dienste auf den verschiedenen Märkten? Hr. Kattner: Ja definitiv. Es gibt deutliche Unterschiede! Und unser Bestreben ist es, die Märkte genau nach den unterschiedlichen Anforderungen der Kunden zu bedienen. So haben wir ein Entwicklungsteam in China, das darauf achtet, welche Dienste/Technologien aus dem Konzernportfolio übernommen werden können und welche speziell für den Markt angepasst bzw. neu entwickelt werden müssen seien es Apps, Fahrzeugdienste oder Vergleichbares. Auch in den USA sind wir so aufgestellt. Der US-Kunde legt Wert auf den persönlichen Kontakt und ist bereit dafür zu zahlen. So kann er sich von einem CallCenter Agent das nächste Restaurant direkter in seine Fahrzeugnavigation senden lassen. Auch möchte der amerikanische Kunde wissen, wo sein Kind ist, ob es mit dem Fahrzeug zu schnell fährt und ob es unerlaubt einen bestimmten Bereich verlässt. Derartiges ist in Europa wiederum undenkbar. Ein europäischer Kunde möchte eher anonymisiert bleiben, selbst den Point of Interest googeln und diesen ins Navigationsgerät übertragen. In China ist der Markt wiederum bunter mit einer hohen Bedeutung von Social-Diensten. Herr Klänhardt: Meine Herren, ich bedanke mich sehr für Ihre Bereitschaft zu diesem Gespräch und wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung der vielfältigen Möglichkeiten, die uns das Connected Car zukünftig bietet. NB, UJM

6 6 & 7 SPEKTRUM IV/13 Cluster Test & Integration Aus zahlreichen Test- und Integrationsprojekten bei nahezu allen europäischen und amerikanischen Fahrzeugherstellern haben die Ingenieure der ESG-Gruppe Erfahrungen und Best Practices gesammelt. Dazu gehört insbesondere auch das notwendige Zulieferer- und OEM-Prozessverständnis. Das bei der ESG implementierte Kompetenz-Cluster Test & Integration ist das weltweite Netzwerk der ESG-Testexperten. Dieses Netzwerk stellt durch fachlichen Austausch und gegenseitigen Support sicher, dass die vorhandenen Erfahrungen in allen Testprojekten der ESG zur Verfügung stehen. Systemintegrationspark (SIP) der ESG in Garching Neue Software-Funktionen schnell und in hoher Qualität auf den Markt zu bringen, ist ein Erfolgsfaktor für Automobilhersteller und ihre Zulieferer. Variantenvielfalt, zunehmende Funktionsverteilung bei gleichzeitiger Hochintegration vieler Funktionen in leistungsstarken Steuergeräten führen zu der Notwendigkeit, frühzeitig und strukturiert zu Testen und zu Integrieren. Das Verständnis von gesamten E/E-Fahrzeugsystemen und ihren Architekturen ist dabei ein Erfolgsfaktor. Das Wissen über die Interaktionen und Wirkketten innerhalb des Systems erlauben das frühzeitige und gute Testen funktionaler und nicht-funktionaler Eigenschaften. Systemintegration und -test sind grundlegenden Kompetenzen der ESG Automotive Division. Als Herstellerund Hardware-unabhängiger Partner unserer Kunden führen wir Testing-Projekte entlang des gesamten V-Modells durch. Wir testen einzelne elektronische Steuergeräte und deren Embedded Software und integrieren diese Steuergeräte zu Teilsystemen, kompletten E/E-Systemen bis hin ins Fahrzeug. Die ESG-eigene E/E-System- und Architekturexpertise gepaart mit unserer Prozess- und Methodensicherheit stellt dabei einen wesentlichen Hebel für die Projektdurchführung dar. Eigene Test-Infrastruktur mit Laborflächen, Fahrzeugflächen und einer Werkstatt ermöglicht die Übernahme ganzer Test-Gewerke. Service-Portfolio Test & Integration Planung & Steuerung } Test-Planung } Test-Monitoring } Test-Management } Fehler-Management Implementierung & Durchführung } Aufbau von Testumgebungen } Implementierung von Testfällen und Testautomatisierung } Durchführung von Tests } Fehleranalyse } Dokumentation und Reporting Analyse & Design } Analyse der Testbasis } Entwicklung von Testfällen } Schaffung von Nachverfolgbarkeit } Konzepte für Prüfstände/ Testautomatisierung Metriken & Optimierung } Prozessberatung } Test- und Integrationsstrategie } Definition und Implementierung von Metriken in Test- und Integrationsprozessen Im Vordergrund stehen dabei: } die guten und richtigen Ansätze der Systemintegration } die Nutzung der effizienten Werkzeuge für die unterschiedlichen Testaufgaben (Testautomatisierung etc.) } Lösungen für die Herausforderungen durch neue Technologien, neue Funktionen und Standards JK Domänen-Wissen: } Systemarchitektur und Systemfunktionen (NM, COM, DIAG, ) } End-to-End-Funktionsverständnis } Fahrerassistenzsysteme und Fahrerinformationssysteme } Connected Services } emobility Methoden-Wissen: } Testautomatisierung } XiL } Virtuelle Absicherung } Strategische Systemintegration ESG

7 Cluster Diagnose Cloud Communication ECU Development IT Processes IT Consulting E/E System Design IT Systems Testing Diagnostic Authoring Diagnostic Workshop Systems After-sales Portals Training Fahrzeugdiagnose im weitesten Sinne des Wortes umspannt ein weites Feld von elektronischen Systemen und Komponenten im Fahrzeug, auf dem Werkstattrechner und im Back-Office der verantwortlichen Abteilungen bei Entwicklung und Kundendienst. Diagnose umfasst } die Erkennungsfunktionen im Steuergerät, mit denen Ausfälle und Probleme erkannt werden (Diagnosefunktion), } das Aufzeichnen erkannter Probleme im Steuergerät (Diagnose- Ereignisspeicher), } die Kommunikation zwischen Steuergeräten und Werkstattsystemen vermittels standardisierter Protokolle und Beschreibungsformate (Diagnosekommunikation), } das Programm auf dem Werkstattrechner zum Auslesen und Anzeigen von Probleminformationen und zur Unterstützung des Mechanikers durch Reparaturanleitungen und geführte Fehlersuche (Diagnosetester), } sämtliche Prozesse beim Automobilhersteller, mit denen der Diagnosetester bedatet wird (Diagnoseerstellung). Die Diagnose stellt auf diese Weise die eine, unverzichtbare Brücke zwischen Fahrzeug, Werkstattrechner und Back-Office dar, über die auf elektronischem Wege Informationen und Daten ausgetauscht werden. Aus diesem Grunde gehören zur Diagnose heute nicht nur Fragestellungen der Fehlersuche, sondern auch andere Aufgaben, die eine solche Schnittstelle benötigen. Unter anderem gehören dazu das Programmieren (Flashen) von Steuergeräten, das Aktualisieren von Daten im Fahrzeug, das Auslesen von Trend- und Verschleißinformationen, sowie das Freischalten von zusätzlichen Fahrzeugfunktionen. Als Systemhaus ist die ESG mit ihren Tochterunternehmen optimal aufgestellt, mit profunden Erfahrungen in allen Bereichen dieser heterogenen Diagnosesystemlandschaft zu unterstützen. Die ESG-Gruppe hat in den vergangenen 20 Jahren in nahezu allen Aufgabenbereichen, die zum Umfeld der Diagnose gehören, Entwicklungsprojekte und Beratungsdienstleistungen für ihre Kunden der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie durchgeführt. Mit dem Competence Cluster Diagnose werden erstmalig die Erfahrungen, die bei den verschiedenen Kunden und in verschiedenen Teilbereichen der Diagnose gemacht wurden, zusammengeführt. Das Cluster Diagnose versteht sich als Informationsdrehscheibe für alle Themen der Diagnose. Das Cluster unterstützt die Accounts und die Tochterunternehmen der ESG Automotive Division darin, bei ihren jeweiligen Kunden Beratungs- und Entwicklungsprojekte durchzuführen. Diese Unterstützung basiert auf einer umfassenden Kompetenz über Standards, Methoden, Werkzeuge, Prozesse und gesetzliche Anforderungen im Diagnoseumfeld. Typische Projekte umfassen neben der Umsetzung konkreter Diagnoseaufgaben an einem Steuergerät auch allgemeine Fragestellungen, wie die Einführung neuer Diagnosestandards, die Anpassung bestehender Prozesse rund um die Diagnose oder die Spezifikation und Entwicklung vollständiger Diagnose systeme. In Zusammenarbeit mit dem Cluster werden Zukunftsthemen der Automobiltechnik in Hinsicht auf diagnoserelevante Aspekte untersucht und für unsere Kunden vorbereitet. Jüngstes Ergebnis ist eine Studie des Diagnose-Centers DiC der Service- Xpert GmbH in Zusammenarbeit mit der ESG zur Diagnose von vernetzten Fahrzeugfunktionen, bei der unter der Überschrift End-2-End-Diagnose Anforderungen zusammengetragen wurden, die für eine vollständige Diagnose der Cloud-Kommunikationsstrecke vom Fahrzeug bis zu einem Content Provider im Internet erfüllt sein müssen. Die Ergebnisse dieser Studie wurden im Rahmen eines Gemeinschaftsvortrags dem Fachpublikum der VDI-Tagung Elektronik im Fahrzeug präsentiert und von diesem mit großem Interesse aufgenommen. RC

8 8 & 9 SPEKTRUM IV/13 Dezentrale Serversegmente Einsatz gehen in die Nutzung Dezentrale Serversegmente Einsatz ein Erfolgsprojekt für alle Beteiligten Mit einer Abschlussveranstaltung beim Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr in Dresden wurde unter Beteiligung der Vorhabensaufsicht des Bundesministeriums der Verteidigung, BMVg, die Gesamtabnahme erteilt. Damit wurde für die Führungsunterstützungsverbände in Heer, Luftwaffe und Streitkräftebasis eine Fähigkeitslücke bzgl. der dezentralen Bereitstellung von verlegefähigen Serverkapazitäten geschlossen. Bereits im Jahr 2011 konnte sich die Division Missionssysteme Land/ See der ESG im Ausschreibungsprozess gegen eine Vielzahl namhafter Mitbewerber durchsetzen und den öffentlichen Auftraggeber mit seinem Angebot überzeugen. In der Realisierungsphase wurde das angebotene Konzept in einem straffen Zeitplan umgesetzt und die Serversegmente termingerecht an die Bundeswehr ausgeliefert. Während Führungssysteme der Truppe in aller Regel zur Verfügung stehen, fehlte es bislang, insbesondere in den Anfangsphasen von Einsätzen, an Diensten zur Bewältigung der Stabsund Büroarbeit. Diese Fähigkeitslücke ist mit den Dezentralen Serversegmenten Einsatz (DSE) nun erfolgreich geschlossen worden. Insbesondere dienen die DSE zukünftig: } der Bereitstellung von Standardsoftware zur Unterstützung von IT-Grundfunktionalitäten für die Stabsarbeit und Erledigung von Verwaltungsaufgaben, } der Bereitstellung von technischen Fähigkeiten zum Zugang zu Zentralen Diensten und Zugriff auf Fachinformationen, } der Installation von Anwendungen zur Unterstützung der Abbildung der neun Hauptprozesse der Bw (Logistik, Rüstung, Personal, Organisation, Infrastruktur-/Umwelt, Controlling, Gesundheitsversorgung, Bundeswehrplanung), insbesondere SASPF als Teil des informationsverarbeitenden Anteils des IT-Systems der Bundeswehr (IT-SysBw). Seit Mitte November 2013 stehen der Bundeswehr hierfür insgesamt 50 Serversegmente in unterschiedlichen Leistungsausprägungen, eine vollständige Schulungsumgebung an der Führungsunterstützungsschule der Bundeswehr (FüUstgSBw) in Feldafing, sowie eine Referenzanlage im Betriebszentrum IT-System der Bundeswehr (BITS) in Rheinbach zur Verfügung. Weiterhin wurden 10 Ergänzungsausstattungen ausgeliefert. Die Dezentralen Serversegmente Einsatz setzen sich aus einem oder mehreren Servermodulen zusammen. Ein Servermodul besteht aus folgenden Hauptkomponenten: } ein Betriebs-Transport- und Lagerbehälter (BTuLB) für den geschützten Transport und Betrieb der IT-Komponenten direkt in dem Behälter, } ein Klimamodul zur Sicherstellung optimaler Betriebsparameter innerhalb des BTuLB, } zwei Transport- und Lagerbehälter für das notwendige Zubehör. Durch den gewählten modularen Aufbau und die querschnittliche Ausstattung der einzelnen Servermodule lassen sich die Serversegmente flexibel skalieren und so individuell für konkrete Einsätze und Übungen anpassen (vgl. Abbildung 2). Mit den zusätzlich verfügbaren Serverergänzungsausstattungen können darüber hinaus bestehende Serversegmente dynamisch und im laufenden Betrieb an besondere Einsatzerfordernisse angepasst werden. Jedes Servermodul verfügt über einen leistungsfähigen Server aktueller Generation. Dieser stellt über eine virtualisierte Umgebung die geforderten System-Dienste bereit. Ein Layer-3-Switch dient der Verbindung der IT-Komponenten und der Anbindung der DSE an externe Systeme. Mit einer unterbrechungsfreien Stromversorgung wird darüber hinaus die Aufrechterhaltung des Betriebes auch bei Schwankungen oder Ausfällen der externen Stromversorgung sichergestellt. Schließlich stellen zwei NAS- Laufwerke Speicherplatz zur Datensicherung und -ablage bereit. Zusätzlich werden zu jedem Serversegment drei semi-gehärtete Administrator-Notebooks ausgeliefert, mit denen die Administration und Verwaltung der Serversegmente jederzeit an jedem Einsatzort sichergestellt werden kann. Den Nachweis der Einsatztauglichkeit, auch unter extremen Rahmenbe-

9 Serversegment klein Serverergänzungsmodul 1 Abbildung 2: Skalierung der Serversegmente Abbildung 1: Dezentrales Serversegment groß dingungen, haben die Serversegmente in umfangreichen Testverfahren nach MIL-STD 810 erbringen müssen. Neben dem störungsfreien Betrieb bei Umgebungstemperaturen von -32 bis +49 Grad Celsius und Einhaltung der Schutzklasse IP 54 im Betrieb müssen die Servermodule auch nahezu uneingeschränkt (luft-)transportfähig sein. Besondere Anforderungen im Rahmen der Hardwareintegration waren in diesem Zusammenhang: } Planung, Konstruktion der HW-Integration unter Beachtung der Umweltanforderungen, } Abschluss der Integration eines seriennahen Serversegmentes groß nach bereits vier Monaten Projektlaufzeit, } Konzeptionierung und Konfiguration der IT-Systeme für wechselnde IT-technische Randbedingungen. Eine der wesentlichen Herausforderungen im Rahmen der Softwareintegration war die Umsetzung einer Kernforderung des Auftraggebers. Die Systeme sollen für die Nutzer unter dem Aspekt Einfachheit in der Bedienung ausgelegt sein. Dies war unter Berücksichtigung der komplexen Systeminfrastruktur und dem Umstand, dass die SW-Systeme für jeden Einsatz und jede Übung weitestgehend neu zu integrieren sind, eine besondere Aufgabenstellung. Im Ergebnis konnte die ESG mit dem vorgelegten Konzept, der Bereitstellung sehr granular und modular aufbereiteter Anweisungen zur schrittweisen Integration der Teilsysteme, die Einsatztauglichkeit nachweisen. Parallel zur Realisierung und Prüfung der Hardware für die Servermodule und Integration der SW-Umgebung hat die Servergrundmodul Servergrundmodul Servergrundmodul 60 Nutzer 120 Nutzer 180 Nutzer 240 Nutzer Serversegment mittel Serverergänzungsmodul 2 Serverergänzungsmodul 1 Serverergänzungsmodul 1 Modularität der Gesamtlösung Serversegment groß ESG eine vollständige Schulungsumgebung inkl. eines didaktischen Netzwerks für vier Hörsäle geplant und beim Nutzer integriert. Im Dezember 2012 wurde diese Anlage an die Führungsunterstützungsschule der Bundeswehr (FüUstgSBw) in Feldafing übergeben. In Zusammenarbeit mit der FüUstgSBw hat die ESG 2013 in zwei Durchgängen die Ausbildung der Ausbilder sowie eine Erstausbildung von Bedienern (Administrotoren) durchgeführt. In den jeweils 9-wöchigen Lehrgängen wurden den Teilneh- Servergrundmodul Serversegment erweitert Serverergänzungsausstattung Serverergänzungsmodul 2 mern die notwendigen Fähigkeiten zur Handhabung der Hardware, zur Integration der IT-Dienste und dem Betrieb vermittelt. Ab 2014 wird die Ausbildung durch die FüUstgSBw sichergestellt. Ebenfalls im Jahr 2013 wurde am BITS eine Referenzanlage für DSE integriert und in Betrieb genommen. Aufgabe des BITS ist es zukünftig, die Betreuung und Weiterentwicklung des Systems durchzuführen und zu koordinieren und darüber hinaus die Nutzertruppenteile im Rahmen eines User-Helpdesk zu unterstützen. Sowohl für die Projektleitung auf der Seite des Auftraggebers als auch für die FüUstgSBw und das BITS wird die ESG auch über die Gesamtabnahme hinaus Ansprechpartner sein und Anfangsunterstützung leisten. Ziel ist es, insbesondere die Einführungsphase der DSE reibungslos zu gestalten, das BITS im Rahmen des User-Supports und die FüUstgSBw im Ausbildungsfragen zu unterstützen. Zukünftig wird durch die ESG, basierend auf den technologischen Erfahrungen, ein System für den Betrieb mit VS-Geheim eingestuften Daten vorbereitet, um dem Bedarf der Bundeswehr auch in diesem Bereich gerecht zu werden. Mit dem erfolgreichen Übergang der Dezentralen Serversegmente Einsatz in die Nutzung unterstreicht die ESG erneut ihre Leistungsfähigkeit als Partner der Bundeswehr zur Gesamtsystemintegration einsatzrelevanter komplexer IT- Systeme. SF

10 10 & 11 SPEKTRUM IV/13 In-Service Support für COBRA Das Artillerieortungsradar COBRA gilt als das derzeit modernste und leistungsfähigste Ortungssystem. COBRA ortet und klassifiziert mit seiner phasengesteuerten Gruppenradarantenne (Phased-Array-Antenne) schießende Rohr- und Raketenartillerie sowie Mörser und dient zur Überwachung und Steuerung des eigenen Wirkungsschießens unter nahezu allen Wetterbedingungen mit hoher Genauigkeit. Die Aufklärungstiefe für bis zu 40 verschiedene Feuerstellungen beträgt bis zu 40 km, bei einem Zeitbedarf von 2 Minuten. Das COBRA-System kann im Automatic Mode über das Führungs- und Waffeneinsatzsystem (Deutschland nutzt hierfür das von der ESG entwickelte System ADLER) oder im Autonomiebetrieb gesteuert werden. Die komplette COBRA-Installation wird auf einem Fahrzeug montiert und ist dadurch auch alleinstehend mobil und betreibbar. COBRA ist ein multinationales Rüstungsprogramm, das von der Organisation für die gemeinsame Rüstungszusammenarbeit (Organisation Conjointe de Coopération en Matière d Armement, OCCAR) im Namen der am Programm beteiligten Staaten Frankreich, Deutschland und der Türkei verwaltet wird. Die OCCAR koordiniert das Programm im Namen dieser Nationen und hat die ESG mit der Erbringung des In-Service Supports beauftragt. COBRA ist in unterschiedlichen Rollen einsetzbar und dient im Wesentlichen für Einsätze im Rahmen der Landesverteidigung und der Überwachung und Durchsetzung von Feuerpausen bei Friedensmissionen, beispielsweise der Vereinten Nationen. Die COBRA-Systeme werden seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 2003 in allen drei Einsatzbereichen aktiv verwendet. Frankreich und Deutschland verfügen aktuell jeweils über zehn und die Türkei über zwei Systeme, die alle von der ESG seit Anfang 2013 im Rahmen des ISS-Vertrags betreut werden, Artillerieortungsradar COBRA und zwar individuell sowie auch gesamtheitlich. Der Schwerpunkt der In-Service Support-Dienste für COBRA zielt auf die Systemverfügbarkeit, die Aufrechterhaltung der Systemleistung und die Unterstützung von Einsätzen ab. Im Rahmen des Vertrags leistet die ESG in verschiedenen Bereichen kontinuierlichen Support (Standing Tasks) und führt Ad-hoc-Aufträge für die OCCAR und die Nationen aus. Zu den Standing Tasks gehören folgende Aufgaben: } Verwaltungsdienste (Management Services), } Technische Dienste bei Fehlfunktionen (Technical Event Services), } Konfigurationsdienste (Configuration Services), } Management hinsichtlich der Überalterung von Ausrüstungskomponenten (Obsolescence Management), } Techniker- und Ingenieurs-Dienstleistungen (Technical & Engineering Services), } Dienstleistungen für das Systemkonzept und das Sicherheitsmanagement (System Design and Safety Management Services). Weiterhin ist die ESG im Rahmen des ISS-Vertrags für die Wartung einiger von Regierungsseite (OCCAR/ Programm-Nationen) bereitgestellter Ausrüstungskomponenten (Government Furnished Equipment, GFE) verantwortlich. Im Zuge der Ad-hoc-Aufträge führt die ESG bei der Beauftragung durch die OCCAR die Wartung vor Ort (On- Site Maintenance, OSM) für die beteiligten Nationen durch. Die ESG kann dank ihres flexiblen und kundenorientierten Ansatzes jederzeit Ingenieure und Ausrüstung zur Erbringung der bestmöglichen Supportdienste für die Endanwender einsetzen. Je nach Dringlichkeit erfolgt dies innerhalb von 48 Stunden nach Eingang der Anforderung durch die OCCAR. In 2013 hat die ESG bereits an einem Übungsschießen unter Realbedingungen in Frankreich teilgenommen. Im Anschluss wurden die Ergebnisse analysiert, um sie dem Programm-Management der OCCAR und den Nationen vorzulegen. Unlängst leistete die ESG Notfallhilfe für Deutschland, als sich herausstellte, dass zwei COBRA-Systeme, die ebenfalls bei einem Übungsschießen unter Realbedingungen verwendet werden sollten, nicht einsatzfähig waren. Die Ingenieure der ESG waren schnell vor Ort, um das Problem zu beheben. Dadurch konnten die Systeme planmäßig eingesetzt werden. Die Türkei setzt ihre Cobra-Systeme ebenfalls aktiv ein. Im vergangenen Monat reiste ein Team aus ESGund OCCAR-Vertretern in die Türkei, um die Stabilität der dortigen COBRA- Systeme weiter zu verbessern. Dies ist ein Beispiel für den reaktiven Teil des Vertrags und erfordert ein Höchstmaß an Flexibilität und Handlungsfähigkeit, was die Dienstleistungsauffassung der ESG als verlässlicher Partner der Streitkräfte widerspiegelt. NM

11 Neue Leitung der Division Missionssysteme Land/See Zum 1. Januar 2014 übernimmt Jörg Freiler als Executive Vice President die Leitung der Division Missionssysteme Land/See der ESG. Er folgt auf Christian Hanke, der als kommissarischer Leiter die Ausprägung der Division maßgeblich gestaltet hat und weiterhin in verantwortungsvoller Funktion innerhalb der ESG-Gruppe tätig ist. In der Division Missionssysteme bündeln sich die Fähigkeiten und Kompetenzen der ESG in den Bereichen IT und Logistik. Mit der Aufstellung hat sich die ESG nicht nur den Bedürfnissen und dem Bedarf, sondern auch den Strukturen ihrer Kunden im militärischen, aber auch im zivilen Umfeld konsequent angepasst. Die Division befasst sich mit der Konzeption, Entwicklung, Integration und dem logistischen Support von komplexen, hochwertigen und sicherheitsrelevanten Systemen für Kunden aus nationalen und internationalen Streitkräften, Behörden & Organisationen für Sicherheit (BOS) und der Industrie. Dazu gehören auch umfangreiche Be- ratungsleistungen in allen Phasen des Lebenszyklus dieser Systeme. Aktuelle Beispiele für die Leistungsfähigkeit der Division Missionssysteme Land/See sind unter anderen } das Führungs- und Waffeneinsatzsystem ADLER DVA STF, } die Entwicklung des mobilen Führungssystems für die letzte Meile KOMMFAST, } die Materialbewirtschaftung für das Heer und die Streitkräftebasis (ZEBEL) sowie die Luftwaffe (BEL), } die verlegefähigen, dezentralen Serversegmente für die Informationsversorgung der Bundeswehr (DSE), } unterschiedliche verlegefähige IT-Systeme auf Containerbasis (Mobiler Gefechtsstand für das Mobile Führungssystem der Luftwaffe, MobFüSysLw; Ground Support Container System Eurofighter, GSCS), } die Gefährdungsbeurteilung mit der ESG-Lösung OSIMA. UJM Jörg Freiler ist 49 Jahre alt und begann seine berufliche Karriere als Offizier bei der Bundeswehr, der er noch immer als Reservedienstleistender (Fregattenkapitän d.r.) eng verbunden ist. Nach dem Studium der Luftund Raumfahrttechnik an der Universität der Bundeswehr in München und verschiedenen Führungsverwendungen in der Truppe führte ihn sein Weg in die zivile Wirtschaft (Management Consultant bei KPMG, zuletzt Head of Consulting Defense and Discrete Industries bei SAP), wo er seine exzellenten Fähigkeiten und Kompetenzen konsequent erweiterte und in zahlreichen Projekten erfolgreich in den Dienst der Kunden stellte. Jörg Freiler ist passionierter Radfahrer (Rennrad/MTB) verheiratet und hat eine Tochter. Division Missionssysteme Land/See Operations Logistics Information Systems Center of Competence Systems Engineering Einsatzsysteme Supply Management Militär & Industrie Information & Geo IT Führungssysteme Product Lifecycle Management Applications & Solutions Integration & Services Ausgerichtet auf die Anforderungen der Kunden: Gliederung der Division Missionssysteme Land/See

12 12 & 13 SPEKTRUM IV/13 ESG auf der BMW Group IT-Messe 2013 fördert und nachhaltig gestärkt. Wesentlicher Bestandteil der zweitägigen Veranstaltung, die dieses Jahr am 23. und 24. Oktober stattfand, sind die so genannten Guided Tours für BMW Angehörige mit entsprechenden Vortragsreihen und Präsentationen der ausstellenden Unternehmen. Die Automotive Division der ESG nutzte auch in diesem Jahr diese besondere Möglichkeit zum Informationsaustausch und präsentierte den teilnehmenden Gästen ihr umfassendes Leistungsportfolio zu den Schwerpunktthemen } IAP (Integrated After Sales Platform Retail) } GRIP (modulare Plattform für zuverlässige und effiziente Absicherungsprozesse) } Connected Drive } Test Automation & Tools } Prozessmodellierung UJM Intensiver Austausch auf der BMW Group IT-Messe Zur BMW Group IT-Messe werden jedes Jahr ausgewählte Lieferanten zum ressortübergreifenden fachlichen Austausch über aktuelle BMW Projekte sowie Technologie- und Innovationsthemen eingeladen. Durch die BMW Group IT-Messe wird die Zusammenarbeit zwischen BMW Mitarbeitern und den ausstellenden IT-Lieferanten und Engineering-Dienstleistern ge- Dr. Michael Beimforde referierte zum Thema Sichere Architekturmodelle für Car2X-Dienste Was schützt vor Hacker-Angriffen? 6. Technologiegespräch der Automotive Division der ESG Über 200 Gäste sind am 21. November der Einladung zum 6. Technologiegespräch des Account BMW der Automotive Division gefolgt. Erstmalig fand die Veranstaltung im neuen System-Integrations-Park (SIP) der ESG in Garching statt. Darüber hinaus gab es einen zusätzlichen Grund zu feiern: Seit mittlerweile 15 Jahren ist die ESG zuverlässiger Partner für E/E Fahrzeugentwicklung von BMW. Eingeleitet wurde das Technologiegespräch mit einer Ausstellung, über aktuelle Projekte und zukünftige Technologiethemen. Hierzu zählten unter Sebastian Purps, Quelle: rainmaker & sun anderen die Themen ConnectedDrive: Service Delivery Platform (SDP), E/E Integration und Steuerung, End2End-Security, Induktives Laden, Funktionsentwicklung am Beispiel Surround View, Lieferantenentwicklung über Automotive SPICE, Antriebsapplikation Leistungselektronik LI & UKL sowie Training & Learning Solution. Zudem konnten die Teilnehmer der Veranstaltung den System-Integrationspark im Rahmen einer Besichtigungstour umfassend kennenlernen. Coach, Referent und Trainer Sebastian Purps ging im Anschluss an die Fachausstellung in seinem erfrischenden und inspirierenden Vortrag der Frage nach, was die Die drei Faktoren neurobiologischen Scheiterns sind. Auf sehr verständliche und zugleich humorvolle Art legte er dar, dass jeder Mensch sein Potenzial entfalten kann, wenn die drei Grundvoraussetzungen Verbundenheit, Gestaltbarkeit und Aufmerksamkeit erfüllt sind. Das Technologiegespräch der ESG hat sich im Laufe der letzten Jahre mit seinem einzigartigen Themen-Mix zu einer besonderen und beliebten Veranstaltung für unsere Kunden und Partner entwickelt. UJM

13 E-Motion: Das Cluster emobility auf der ecartec 2013 Matthias Hardt im Gespräch am Messestand der Automotive Division Die Automotive Division der ESG stellte auf der diesjährigen ecartec, der internationalen Leitmesse für Elektromobilität in München vom 15. bis 17. Oktober ihre neuesten Entwicklungen und Lösungen für die Mobilität der Zukunft vor. Neben einem Demonstrator für induktive, kontaktlose Ladetechnik in Verbindung mit drahtloser High-Level-Ladekommunikation auf Basis der zukünftigen Standards IEC und IEC standen folgende Technologiefelder und Serviceangebote des emobility-clusters der ESG im Mittelpunkt der Präsentation: } Charging Technologies & Infrastructure } E-Vehicle Systems } Diagnostics } Training & Consulting für Hochvolt-Systeme UJM Kommandeur Logistikverbände der Luftwaffe zu Gast in Fürstenfeldbruck Konteradmiral Bremer informiert sich über das Leistungsportfolio der ESG Klaus Hantzschmann, Christoph Weber, Brigadegeneral Rudolf Maus, Götz Graichen, Dr. Thomas Pfenninger, Dr. Daniel Westhoff (v.l.) Am 23. Oktober besuchte Brigadegeneral Rudolf Maus, Kommandeur der Logistikverbände der Luftwaffe und Fachabteilungsleiter der Abteilung Logistik/Nutzung im Kommando Unterstützungsverbände der Luftwaffe die Firmenzentrale der ESG in Fürstenfeldbruck. Nach der Begrüßung durch den Geschäftsführer der ESG, Götz Graichen, und einem Überblick über das Unternehmen, stand neben den einsatzrelevanten Projekten das Leistungsangebot der ESG als Logistikdienstleister im Mittelpunkt des Besuchs von Brigadegeneral Maus. Heiko Seebode, Dr. Daniel Westhoff, Klaus Hantzschmann, Konteradmiral Wolfgang Bremer, Gerhard Schempp, Dr. Thomas Pfenninger, Christian Hanke (v.l.) Am 5. November informierte sich Konteradmiral Wolfgang Bremer, Stellvertreter des Abteilungsleiters Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung im Bundesministerium der Verteidigung, die ESG. Die Agenda des Informationsbesuchs beinhaltete insbesondere aktuelle, einsatzorientierte Forschungs- und Technologievorhaben der ESG und wurde abgerundet mit einer Führung durch das Technologiezentrum mit den Schwerpunkten Simulatoren für fliegende (Waffen-)Systeme, mobile Führungssysteme und Vernetzte Operationsführung.

14 14 & 15 SPEKTRUM IV/13 ++ KURZMELDUNGEN ++ QuILS und APART auf der tekom- Jahrestagung 2013 in Wiesbaden Inspekteur der Luftwaffe besucht die ESG Nikolay Papukchiev (links im Bild) informiert interessierte Messebesucher. Über Tagungsteilnehmer und Messebesucher haben sich Anfang November auf der tekom, dem Branchentreff Nr. 1 zum Thema Technische Dokumentation/Kommunikation, getroffen. Auf der international ausgerichteten Messe präsentierten über 200 Aussteller aktuelle Entwicklungen rund um Gebrauchs- und Betriebsanleitungen, Online-Hilfen und Ersatzteilkataloge. Die ESG bietet für Ihre IETP-Erstellung führende Softwarelösungen nach S1000D und S2000M. Mit QuILS-Author und QuILS-Retrieval können Datenmodule und Dokumentationsinhalte nach S1000D optimal gestaltet bzw. angezeigt und für eine integrierte Logistik nutzbar gemacht werden. Das ESG-Produkt APART liefert Ersatzteillisten nach S2000M und Ersatzteil-Datenmodule zur Integration in die QuILS-Software. Selbstverständlich sind alle Produkte der ESG für die gesamte Wertschöpfungskette von Dokumentationen einsetzbar. Workflowkomponenten und Prüfprozesse zur Qualitätssicherung sind bereits eingebaut und reduzieren den Aufwand erheblich so befindet sich der Nutzer immer auf der sicheren Seite. Die Dokumentations-Experten der ESG bewerteten die tekom erneut als vollen Erfolg: Gerade die hervorragende Integrierbarkeit von Dokumentationsanteilen als weiterer Prozessschritt der Systemintegration findet zunehmend Beachtung in Fachkreisen und weiteren Branchen neben der Luft- und Raumfahrtindustrie und bietet daher interessante Chancen für die ESG, resümierte Walter Scharlau, Abteilung Applications & Solutions der Division Missionssysteme Land/See der ESG. Götz Graichen, Generalleutnant Karl Müllner, Gerhard Schempp, Christoph Weber (v.l.) Am 15. November konnte der Vorsitzende der Geschäftsführung der ESG, Gerhard Schempp, gemeinsam mit dem Geschäftsführer der ESG, Götz Graichen, den Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner in der Firmenzentrale in Fürstenfeldbruck zu einem Informationsaustausch begrüßen. General Müllner, der erstmalig bei der ESG zu Gast war, zeigte sich von der Vielfalt des Leistungsspektrums der ESG beeindruckt, das weit über Technologien für den Luftfahrtbereich hinausreicht. So informierte sich Müllner neben aktuellen, einsatzrelevanten Projekten aus der Aerosystems Division wie Missionstaktischer Arbeitsplatz für Personnel-Recovery-Missionen, Produktverbesserung C-160 Transall, Sensorgestützte Landehilfe (SeLa) und Unbemannter Ausrüstungsträger (UMAT) auch über Themen aus der Division Missionssysteme Land/See, wie Joint Fire Support, Schnittstellentrupp Taktische Datenlinks, Multi-Sensor-Auswertesystem sowie mobile und verlegefähige Führungs- und IT-Systeme. Die in diesen und vielen weiteren Projekten widergespiegelte Leistungsfähigkeit in Verbindung mit der Verlässlichkeit als Technologie- und Innovationspartner sei einer der bestimmenden Gründe für die seit fünfzig Jahren bestehende erfolgreiche Partnerschaft mit der Bundeswehr, so Generalleutnant Müllner in seinem Résumé des Besuchs. Bundeswehr beauftragt die ESG mit der Lieferung weiterer Personnel- Recovery-Rüstsätze Seit Anfang des Jahres steht der Bundeswehr der von der ESG entwickelte Missionstaktische Arbeitsplatz für Personnel Recovery-Missionen für die CH-53GS zur Verfügung. Die Einsatzerfahrungen haben unter anderem gezeigt, dass die Bundeswehr zur dauerhaften Sicherstellung der Durchhaltefähigkeit vor dem Hintergrund der einsatzbedingten Herausforderungen weitere Rüstsätze benötigt. Grund dafür sind die zeitliche Bindung der genutzten MTA-Rüstsätze für notwendige Umrüstmaßnahmen, die Bedarfe der Technischen Dienststellen sowie die Schulung neuer Einsatzkräfte. Daher hat die Bundeswehr die ESG mit der Lieferung von zwei weiteren MTA-Rüstsätzen beauftragt. Die Lieferung der Rüstsätze beginnt noch im Jahr 2013 und wird im kommenden Jahr abgeschlossen sein. MTA Missionstaktischer Arbeitsplatz

15 ENGLISH SUMMARY Connected Car Vehicle manufacturers and engineering service providers are working hard on the development and integration of technologies that link vehicles with the infrastructure and with each other to realise the mobility of the future. Against this background, Stefan Klänhardt, account manager for the Volkswagen Group in ESG s Automotive Division, won Dr. Martin Weiser, head of Vehicle IT at Volkswagen, and Robert Kattner, head of mobile online services and functions at Volkswagen, for a conversation about the connected car. (To receive the whole interview, please contact: Question: How will the connected car continue to develop in the future and what will be the hot trend in Car IT? Dr. Weiser: The hot trend for me is clearly the issue of automated driving. There is indeed a long history of this in the Volkswagen Group, which goes back further than the year 2005; take for example, the Grand Challenge (a competition for autonomous vehicles, in which a modified Volkswagen Touareg won in 2005 this vehicle was built by the Volkswagen Group Research, the ERL (Elelectronic Research Laboratory) in California, a branch of the Volkswagen Group Research and Stanford University). We speak of automated driving, which means that the driver himself is still on board. Automated driving still sometimes sounds like science fiction. However, one must remember that it is a process of individual steps. One possible idea is, as a first step to automate only the longitudinal guide. Today, we already have Adaptive Cruise Control. If the vehicle reliably knows where there are speed restrictions and knows the inclines or declines, you can automate the longitudinal guide, which would be just from a comfort point-of-view a big benefit. At the same time, the fuel consumption can thus be reduced. For this, one needs highly accurate and highly precise map data that must be distributed mainly with an enormously high integrity in the vehicles. This is a very big challenge for the entire system. To the often-discussed item Open Source App Factories : Maybe I m a little more sceptical than others: I think it is currently not very desirable to integrate any social media app deeply into the vehicle s electronic architecture. Certainly, these applications have their place, but not directly within the vehicle itself, but on a smartphone. An example of a useful service: The web portal for so-called market transparency units for fuel went online. For me, its total customer value is only given if the price information is combined with navigation data and route guidance and if this information is provided for the driver exactly when he needs it. Question: What are the big challenges? Dr. Weiser: As for this discussion, I am a bit ambivalent. On the one hand there are people who find it difficult to embark on something new. Like, for example, changing to automatic transmission after many years of gear changing. Technology needs to simplify people s lives. The industry must ultimately find a middle ground between those who find the pace is too slow and those who think everything is going much too fast. Mr. Kattner: The challenge is not in the art. We can bring a lot of technology into our vehicles for a lot of money. It s more about offering an attractively priced and technically still highly sophisticated solution. Each market has different requirements. It is not trivial to bring this together, from a development point-of-view, and from a technical or an expenses point-of-view. Approval for distributed server segments for missions With a closing ceremony at the Federal Office of Bundeswehr Equipment, Information Technology and In-Service Support in Dresden, in cooperation with the project supervision of the Federal Ministry of Defence, the official approval of the system was issued. Thus, a capability gap with respect to the decentralised provision of deployable server capacity was closed for the support organisations in the Army, Air Force and Joint Support Service Command. Already in 2011, ESG was able to prevail in the bidding process against a number of reputable competitors and convince the contracting authority with its offer. In the in-service phase the concept offered was fitted into a tight schedule and the server segments delivered on time to the Bundeswehr. While C2 systems are generally available, services to meet staff and office work requirements were lacking so far, especially in the initial stages of operations. This capability gap has now been closed successfully with the distributed server segments for missions (DSE).With the successful transition of the distributed server segments into the in-service phase ESG again underlines its capabilities as a reliable partner of the Bundeswehr in the overall system integration of complex mission-critical IT systems. COBRA In-Service Support COBRA is a phased array ground-based radar system for the accurate and rapid location of guns, rocket launchers and mortars. Secondary missions include the reporting of impact positions of enemy projectiles and the adjustment of friendly artillery fire. COBRA is a multi-national armaments programme managed by the Organisation for Joint Armament Cooperation (OCCAR) on behalf of the participating states of France, Germany and Turkey. ESG is responsible for delivering a range of services (In-Service Support, ISS). The ISS is focused on system availability, maintenance of system performance and support for operations. Through the contract ESG delivers a range of continuous support (standing tasks and ad-hoc tasks) to OCCAR and the nations. The standing tasks include management services, technical event services, configuration services, obsolescence management, technical & engineering services, system design and safety management services. ESG also hosts and carries out preventive maintenance on a range of Government Furnished Equipment (GFE) provided by OCCAR and the nations to support the ISS contract. Through the contract adhoc tasking ESG delivers on-site maintenance to all nations when tasked by OCCAR. With its flexible and customerfocused approach ESG is able to deploy engineers and equipment to provide the best possible support to the end users. This can sometimes be within 48 hours of receiving the request. This is the reactive part of the contract and requires a flexible, can-do approach, which this matches ESG s philosophy. Diagnostics Cluster ESG develops solutions for all diagnostic aspects, thereby covering methodologies, standards, legal requirements, tools and processes. We address all related departments: development, after-sales, production and the exchange between them. On-board diagnostics: } Specification, design and implementation (code), flash data validation, fault memory analysis, validation in the vehicle Off-board diagnostics: } Development: diagnostic and flash processes, SG coding, parameterization and flash data generation, tool development and support, data management, clearing systems, diagnostic and flash test } After-sales: vehicle analysis and debugging, documentation, data management, validation } Production: flashing, encoding (end of line), test specifications, support Test & Integration Cluster ESG offers testing of electronic control units and embedded software and integration into sub-systems, complete EE systems, and finally into cars & trucks. ESG covers the complete test & integration process from methods, tools and test automation to in-the-loop technologies. } Virtual integration (experience, methods, tools, perimeter) } Testing of ADAS systems (test automation, tools, visual input/output, simulation) } Testing of driver information systems (test interfaces, tools, methods) } HiL conception, testing in HiL environment, HiL solutions } Testing of connected services } Testing of safety relevant systems (ISO26262 related, ASIL A-D) } Test automation tools (COTS, from low end to high end)

16 DEDICATED TO SOLUTIONS

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