STUDIEREN IN HESSEN Informationen über Hochschulzugang und Studienmöglichkeiten Ausgabe 2010/11 Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

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1 STUDIEREN IN HESSEN Informationen über Hochschulzugang und Studienmöglichkeiten Ausgabe 2010/11 Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

2 Anmerkung zur Verwendung Diese Druckschrift wird im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Hessischen Landesregierung herausgegeben. Sie darf weder von Parteien noch von Wahlwerbern oder Wahlhelfern während eines Wahlkampfes zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für Landtags-, Bundestags- und Kommunalwahlen. Missbräuchlich sind insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an Informationsständen der Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkleben parteipolitischer Informationen oder Werbemittel. Untersagt ist gleichfalls die Weitergabe an Dritte zum Zwecke der Wahlwerbung. Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevorstehenden Wahl darf die Druckschrift nicht in einer Weise verwendet werden, die als Parteinahme der Landesregierung zugunsten einzelner politischer Gruppen verstanden werden könnte. Die genannten Beschränkungen gelten unabhängig davon, wann, auf welchem Weg und in welcher Anzahl diese Druckschrift dem Empfänger zugegangen ist. Den Parteien ist es jedoch gestattet, die Druckschrift zur Unterrichtung ihrer eigenen Mitglieder zu verwenden. Herausgeber: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst Rheinstraße 23-25, Wiesbaden Postfach 3260, Wiesbaden T: 0611/32-0, Fax: 0611/ , Redaktion: Andreas Küpper, T: 0611/ Redaktionsschluss: 4. Januar 2010 Dieses Buch wurde in Kooperation mit den darin aufgeführten Hochschulen und Einrichtungen erstellt. Für Vollständigkeit, Fehler redaktioneller oder technischer Art und Richtigkeit der Angaben kann keine Haftung übernommen werden. Für den Inhalt der Werbeanzeigen ist der Herausgeber nicht verantwortlich. Layout, Druckvorstufe: BW Bildung und Wissen Verlag und Software GmbH, Südwestpark 82, Nürnberg Anzeigenakquise und -verwaltung: wanner & kindt gbr marketing und medienagentur, Karlstraße 103, Heilbronn T: 07131/ , Fax: 07131/ Druck und Versand: Variograph Druck- und Vertriebs GmbH, Bad Liebenwerda 26. Auflage, Wiesbaden 2010 Nachdruck und Verwendung in elektronischen Systemen auch auszugsweise nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Herausgebers ISSN

3 Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Studieninteressierte, in unserer Informations- und Wissensgesellschaft mit global vernetzten Kommunikationsund Dienstleistungsstrukturen ist die Fähigkeit, sich Wissen anzueignen, zu nutzen und weiterzuentwickeln, entscheidend für den Erfolg. Bildung besitzt daher zumal in einem rohstoffarmen Land wie Deutschland eine überragende Bedeutung: Sie ist wichtiger Erfolgsfaktor im Wettbewerb und prägt wesentlich die Lebenssituation und -qualität des Einzelnen. Fachliche Kompetenz, kreative Gestaltungsmöglichkeiten und die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen sind unverzichtbare Voraussetzungen für eine gute berufliche Qualifikation, eine erfolgreiche, befriedigende Berufstätigkeit und kulturelle Bildung. Dafür schafft ein Hochschulstudium in Hessen die besten Voraussetzungen. Attraktive Rahmenbedingungen für ein Hochschulstudium in Hessen schafft die hessische Landesregierung. Modernste Hörsäle, Bibliotheken und Forschungszentren entstehen derzeit dank des Hochschulbauprogramms HEUREKA, das mit einem Investitionsvolumen von drei Milliarden Euro bundesweit auf große Aufmerksamkeit gestoßen ist. Die Broschüre Studieren in Hessen liegt nun in aktualisierter 26. Auflage vor und soll Sie bei Ihrer Entscheidung unterstützen, ob, welches Fach und an welcher hessischen Hochschule Sie studieren möchten. Studieren in Hessen ergänzt das von den Bundesländern und der Bundesagentur für Arbeit bundesweit herausgegebene Handbuch Studien- und Berufswahl und spiegelt als hessisches Standard- und Nachschlagewerk die Vielfalt der grundständigen (in der Regel gestuften) Studienangebote und der Hochschullandschaft in Hessen wider. Enthalten sind Informationen über Inhalte und Aufbau der Studiengänge, Bewerbungs- und Zulassungsverfahren sowie Kurzporträts der zwölf staatlichen Hochschulen. Sie finden auch nützliche Hinweise auf Beratungsangebote mit weiterführenden Hilfen und zu allen Fragen, die mit einem Hochschulstudium zusammenhängen. Bei der Entscheidung für ein Studienfach wünsche ich Ihnen eine glückliche Hand und für Ihr Studium in Hessen viel Freude und vor allem Erfolg. Ihre Eva Kühne-Hörmann Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst 3

4 Inhalt Teil I: Auf dem Weg zum Studium 1. Zugangsvoraussetzungen 1.1 Einrichtungen des tertiären Bereichs in Hessen 1.2 Hochschulzugangsberechtigungen Allgemeine Hochschulreife Fachgebundene Hochschulreife Allgemeiner oder fachgebundener Hochschulreife als gleichwertig anerkannte Vorbildung Fachhochschulreife Fachhochschulreife als gleichwertig anerkannte Vorbildung Hochschulzugang beruflich Qualifizierter Nachweis hervorragender wissenschaftlicher oder künstlerischer Begabung 1.3 Sonstige Vorbildungsnachweise 2. Studienfachwahl und Wahl des Hochschulortes 3. Studien- und Berufsberatung 3.1 Studienberatung der Hochschulen 3.2 Angebote der Agenturen für Arbeit 4. Von der Bewerbung bis zur Einschreibung 5. Studienplatzvergabe bei Zulassungsbeschränkung 5.1 Zulassung in bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengängen 5.2 Zulassung in örtlich zulassungsbeschränkten Studiengängen 6. Zusätzliche Hinweise für ausländische Studieninteressierte und Bewerber/innen mit ausländischen Vorbildungsnachweisen 7. Studium im Ausland 8. Hinweise zu Kosten und Finanzierung des Studiums 8.1 Studienkosten 8.2 Ausbildungsförderung nach dem BAföG 8.3 Sonstige Förderungsmöglichkeiten 9. Krankenversicherung für Studierende 10. Wohnungsvermittlung / Wohnheime 11. Studieren mit Kind oder mit Behinderung 12. Studienumfang und -struktur, Studienabschlüsse 12.1 Studienplanung 12.2 Studiengänge und Abschlussarten 12.3 Zum Umfang des Studiums 12.4 Lehrveranstaltungen 12.5 Berufliche Praxis und Studium 12.6 Studium im Praxisverbund Teil II: Studienmöglichkeiten in Hessen 1. Ingenieur- und naturwissenschaftliche Studiengänge an Universitäten 4

5 2. Ingenieur- und naturwissenschaftliche Studiengänge an Fachhochschulen 3. Medizinische, pharmazeutische, psychologische und sportwissenschaftliche Studiengänge an Universitäten 4. Rechts-, wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Studiengänge 4.1 Rechts-, wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Studiengänge an Universitäten 4.2 Rechts-, wirtschafts-, sozialwissenschaftliche und gesundheitsbezogene Studiengänge an Fachhochschulen 5. Sprach- und kulturwissenschaftliche Studiengänge an Universitäten 5.1 Sprach- und kulturwissenschaftliche Studiengänge an Universitäten (außer Magister) 5.2 Joint Bachelor of Arts an der TU Darmstadt 5.3 Magisterstudium an der U Frankfurt 5.4 Gestufte Kombinationsstudiengänge an der U Gießen 6. Künstlerische und gestalterische Studiengänge 7. Lehramtsstudiengänge 7.1 Studiengänge mit dem Abschluss Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Grundschulen 7.2 Studiengänge mit dem Abschluss Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Hauptschulen und Realschulen 7.3 Studiengänge mit dem Abschluss Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien 7.4 Studiengänge für das Lehramt an beruflichen Schulen 7.5 Studiengänge für das Lehramt an Förderschulen 8. Studienangebot der Verwaltungsfachhochschulen und der nicht in der Trägerschaft des Landes stehenden Hochschulen 8.1 Verwaltungsfachhochschulen 8.2 Theologische Hochschulen Philosophisch-Theologische Hochschule St. Georgen Frankfurt a.m Theologische Fakultät Fulda Lutherische Theologische Hochschule Oberursel Freie Theologische Hochschule Gießen Evangelische Hochschule Tabor, Marburg 8.3 Staatliche Hochschule für Bildende Künste Städelschule, Frankfurt a.m. 8.4 European Business School, Oestrich-Winkel 8.5 Frankfurt School of Finance & Management 8.6 Nicht in der Trägerschaft des Landes stehende Fachhochschulen Evangelische Fachhochschule Darmstadt Hochschule Fresenius, Idstein Akademie und Hochschule der Gesetzlichen Unfallversicherung, Bad Hersfeld Fachhochschule Nordhessen, Bad Sooden-Allendorf Provadis School of International Management and Technology, Frankfurt a.m accadis Hochschule Bad Homburg Wilhelm Büchner Hochschule, Pfungstadt CVJM-Hochschule, Kassel 9. Fernstudium 5

6 9.1 Fernstudienzentren Frankfurt und Bad Hersfeld / FernUniversität Hagen 9.2 Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen, Koblenz 10. Studium an Berufsakademien 10.1 Hessische Berufsakademie, Frankfurt a.m., Darmstadt, Offenbach, Kassel 10.2 Internationale Berufsakademie der F+U Unternehmensgruppe, Darmstadt 10.3 Europäische Studienakademie Kälte-Klima-Lüftung ESaK, Maintal 10.4 Berufsakademie Nordhessen, Bad Wildungen 10.5 Berufsakademie Rhein-Main, Rödermark Teil III: Hochschulen des Landes 1. Technische Universität Darmstadt 2. Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt a.m. 3. Justus-Liebig-Universität Gießen 4. Universität Kassel 5. Philipps-Universität Marburg 6. Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt a.m. 7. Hochschule für Gestaltung Offenbach a.m. 8. Hochschule Darmstadt 9. Fachhochschule Frankfurt a.m. 10. Hochschule Fulda 11. Fachhochschule Gießen-Friedberg 12. Hochschule RheinMain Anhang A. Alphabetische Übersicht über die Studiengänge B. Sachwortregister 6

7 Abkürzungsverzeichnis AfL BA BPS CP ECTS FB FH GER GVBl. H HF i.d.f. i.d.r. IELTS insg. KH KMK max. mind. NC NF PO SS StAnz. StO SWS T TOEFL TU U VFH VO WS ZVS = Amt für Lehrerbildung = Berufsakademie = berufspraktische(s) (Studien-)Semester = Credit Point(s) / Kreditpunkt(e) = European Credit Transfer System = Fachbereich = Fachhochschule = Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen des Europarats = Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen = Hochschule = Hauptfach = in der Fassung = in der Regel = International English Language Testing System = insgesamt = Kunsthochschule = Kultusministerkonferenz (Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland) = maximal = mindestens = Numerus clausus = Nebenfach = Prüfungsordnung = Sommersemester = Staatsanzeiger für das Land Hessen = Studienordnung = Semesterwochenstunde(n) = Telefon = Test of English as a Foreign Language = Technische Universität = Universität = Verwaltungsfachhochschule = Verordnung = Wintersemester = Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (in Dortmund) 7

8 Abschlüsse B = Bakkalaureat (im kirchlichen Rechtsbereich) B. = Bachelor B.A. = Bachelor of Arts bzw. Bakkalaureus Artium / Bakkalaurea Artium BBA = Bachelor of Business Administration BBA/E = Bachelor of Business Administration and Engineering B.Ed. = Bachelor of Education B.Eng. = Bachelor of Engineering B.Mus. = Bachelor of Music B.Sc. = Bachelor of Science BSc.Phys. = Bachelor of Science in Physiotherapy D = Diplom(prüfung) D (BA) = Diplom (Berufsakademie) D (FH) = Diplom (Fachhochschule) E = Erweiterungsprüfung EP = Erste Prüfung KA = Künstlerische Abschlussprüfung / Künstlerisches Abschlusszeugnis KE = Kirchliches Examen L = Lizentiat LL.B = Bachelor of Laws LL.M = Master of Laws L1 = Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Grundschulen L2 = Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Hauptschulen und Realschulen L3 = Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien L5 = Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Förderschulen M = Magister(prüfung) bzw. Magister Artium / Magistra Artium M. = Master M.A. = Master of Arts MBA = Master of Business Administration M.Ed. = Master of Education M.Eng. = Master of Engineering MJI = Magister / Magistra Juris Internationalis M.Mus. = Master of Music MPA = Master of Public Administration MPM = Master of Public Management M.Sc. = Master of Science MSc.Phys. = Master of Science in Physiotherapy M.Theol. = Magister Theologiae P = Promotion S = Staatsprüfung, Staatsexamen (außer Lehramt) 8

9 Akkreditierungsagenturen (ihrerseits akkreditiert durch die Stiftung zur Akkreditierung von Studiengängen in Deutschland, Adenaueralle 73, Bonn; ACQUIN AHPGS AQAS ASIIN FIBAA ZEvA = Akkreditierungs-, Certifizierungs- und Qualitätssicherungs-Institut (c/o Universität Bayreuth, Bayreuth; = Akkreditierungsagentur für Studiengänge im Bereich Heilpädagogik, Pflege, Gesundheit und Soziale Arbeit e.v. (Hebelstraße 29, Freiburg; = Agentur für Qualitätssicherung durch Akkreditierung von Studiengängen (Am Hofgarten 4, Bonn; = Akkreditierungsagentur für Studiengänge der Ingenieurwissenschaften, der Informatik, der Naturwissenschaften und der Mathematik (Robert-Stolz-Straße 5, Düsseldorf); = Foundation for International Business Administration Accreditation (Adenauerallee 73, Bonn; = Zentrale Evaluations- und Akkreditierungsagentur Hannover (Wilhelm-Busch- Straße 22, Hannover; 9

10 1. Zugangsvoraussetzungen 1 2. Studienfachwahl und Wahl des Hochschulortes 2 3. Studien- und Berufsberatung 4. Von der Bewerbung bis zur Einschreibung Studienplatzvergabe bei Zulassungsbeschränkung 5 TEIL I Auf dem Weg zum Studium 6. Zusätzliche Hinweise für ausländische Studieninteressierte und Bewerber/innen mit ausländischen Vorbildungsnachweisen 7. Studium im Ausland Hinweise zu Kosten und Finanzierung des Studiums 8 9. Krankenversicherung für Studierende 10. Wohnungsvermittlung / Wohnheime 11. Studieren mit Kind oder mit Behinderung Studienumfang und -struktur, Studienabschlüsse 12 10

11 1. Zugangsvoraussetzungen 1.1 Einrichtungen des tertiären Bereichs in Hessen Hochschulen des Landes Hessen sind die fünf Universitäten in Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Kassel (mit Standort Witzenhausen) und Marburg, die zwei Kunsthochschulen in Frankfurt und Offenbach sowie die fünf öffentlichen Fachhochschulen (Hochschule Darmstadt mit Standort Dieburg; Fachhochschule Frankfurt; Hochschule Fulda; Fachhochschule Gießen- Friedberg mit Standort Wetzlar; Hochschule RheinMain mit den Standorten Wiesbaden, Geisenheim und Rüsselsheim). Hinzu kommen drei verwaltungsinterne Fachhochschulen, die in Marburg, Rotenburg und Wiesbaden speziell zur Ausbildung von Beamtinnen und Beamten des gehobenen Dienstes eingerichtet worden sind. Außerdem gibt es in Hessen 16 Hochschulen in anderer Trägerschaft, nämlich eine Kunsthochschule in Frankfurt, fünf kirchliche Hochschulen in Frankfurt, Fulda, Gießen, Marburg und Oberursel, zwei private wissenschaftliche Hochschulen (in Frankfurt und Oestrich-Winkel) sowie acht Fachhochschulen in Bad Hersfeld, Bad Homburg, Bad Sooden-Allendorf, Darmstadt (2), Frankfurt, Idstein und Kassel, daneben drei Fachbereiche der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung (in Kassel, Langen und Wiesbaden). Zur Betreuung hessischer Fernstudierender, die an der FernUniversität in Hagen eingeschrieben sind, unterhält die Universität Frankfurt a.m. zwei Fernstudienzentren (in Frankfurt und Bad Hersfeld). Über die gemeinsam von Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen getragene Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen mit Sitz in Koblenz bieten Fachhochschulen dieser drei Länder Fernstudiengänge an. Dem tertiären Bereich sind in Hessen neben den Hochschulen auch die Berufsakademien als besondere Bildungseinrichtungen ausschließlich nichtstaatlicher Träger zugeordnet. Fünf Berufsakademien (Bad Wildungen, Darmstadt, Frankfurt, Maintal und Rödermark) sind staatlich anerkannt. 1.2 Hochschulzugangsberechtigungen Die Qualifikation für ein Studium in Hessen, das zu einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss führt, wird nachgewiesen durch die allgemeine Hochschulreife, die fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife. Mit der allgemeinen Hochschulreife können alle Studiengänge an den Hochschulen und Berufsakademien studiert werden, mit der fachgebundenen Hochschulreife nur solche der entsprechenden Fachrichtung. Wer die Fachhochschulreife besitzt, kann ein Studium an einer Fachhochschule, einer Berufsakademie oder einen gestuften Studiengang an einer hessischen Universität (also einen konsekutiven Bachelor-Master-Studiengang) aufnehmen. Hiervon hat die U Frankfurt eine abweichende Regelung getroffen; an ihr dürfen Bewerber/innen mit Fachhochschulreife nicht studieren. Der Hochschulzugang ist geregelt in 54 Hessisches Hochschulgesetz vom 14. Dezember 2009 (GVBl. I S. 666). Darüber hinaus ist zu beachten, dass es Hochschulzugangsberechtigungen gibt, die lediglich in einem bestimmten Bundesland oder nur in einigen Bundesländern zum Studium berechtigen. 11

12 Im Einzelnen werden folgende Arten von Hochschulzugangsberechtigungen unterschieden: - allgemeine Hochschulreife, - fachgebundene Hochschulreife, - eine vom Hessischen Kultusministerium oder vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst der allgemeinen oder einer fachgebundenen Hochschulreife als gleichwertig anerkannte Vorbildung, - Fachhochschulreife, - eine vom Staatlichen Schulamt für den Landkreis Darmstadt-Dieburg und die Stadt Darmstadt (Adresse siehe 3. Spiegelstrich unten in Kapitel 1.2.5) der Fachhochschulreife als gleichwertig anerkannte Vorbildung, - Meisterprüfung oder ein vergleichbarer Abschluss der beruflichen Aufstiegsfortbildung, - Hochschulzugangsprüfung beruflich Qualifizierter, - Nachweis hervorragender wissenschaftlicher oder künstlerischer Begabung Allgemeine Hochschulreife Die allgemeine Hochschulreife wird nachgewiesen durch - das Reifezeugnis / Abiturzeugnis einer der folgenden öffentlichen oder staatlich anerkannten privaten Einrichtungen: Gymnasium, gymnasiale Oberstufenschule, Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, berufliches Gymnasium, Abendgymnasium oder Kolleg; - erfolgreichen Abschluss des zweijährigen Sonderlehrgangs zum Erwerb der allgemeinen Hochschulzugangsberechtigung an der Hessischen Fördereinrichtung für junge Zugewanderte in Hasselroth. Diese Sonderlehrgänge werden für Aussiedler/innen aus der ehemaligen Sowjetunion durchgeführt; die Zulassung anderer Migrant(inn)en ist mit Ausnahmegenehmigung möglich. Zugangsvoraussetzungen sind a) Abschlusszeugnis einer allgemeinbildenden Mittelschule oder einer Fachmittelschule, die zur Studienberechtigung im Herkunftsland führt, mit Notenberechnung oder für Nichtaussiedler vergleichbare Zeugnisse, b) erfolgreich absolvierter Deutschkurs, c) eine in Deutschland ausgestellte Bescheinigung nach 15 Abs. 1 und 2 des Bundesvertriebenengesetzes bzw. für Nichtaussiedler ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht. Über Ausnahmen entscheidet das Regierungspräsidium Darmstadt. - das Zeugnis der Abiturprüfung für Nichtschüler, Asylberechtigte oder besonders befähigte Berufstätige (gemäß den Bestimmungen in der Oberstufen- und Abiturverordnung [OAVO] vom ); hierzu kann eine Handreichung zur Beratung beim Staatlichen Schulamt für den Landkreis Gießen und den Vogelsbergkreis (Bahnhofstraße 82-86, Gießen, T: 0641/ , -314) angefordert oder im Internet eingesehen werden (unter ); - bestimmte Fortbildungsabschlüsse beruflich Qualifizierter (siehe unten Kapitel 1.2.6); - den erfolgreichen Abschluss des Studiums an einer Hochschule oder in einem akkreditierten Bachelorstudiengang an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Berufsakademie (gemäß den Bestimmungen im Hessischen Hochschulgesetz) Fachgebundene Hochschulreife Eine der fachgebundenen Hochschulreife entsprechende Qualifikation hat, wer das Grundstudium in einem Fachhochschulstudiengang, einem gestuften Studiengang an einer Universität oder einen vergleichbaren Studienabschnitt abgeschlossen hat ( 54 Abs. 3 Satz 2 Hessisches Hochschulgesetz). Die Hochschulen stellen selbst die fachgebundene Hochschulreife fest und bescheinigen sie. Solche Bewerber/innen sind befähigt, im gleichen oder 12

13 in einem verwandten Studiengang an einer hessischen Universität oder Kunsthochschule weiterzustudieren, jedoch in bundesweiten NC-Studiengängen der ZVS lediglich im Rahmen einer Quote von 0,2% der Studienplätze (für Bewerber/innen mit einer deutschen besonderen Hochschulzugangsberechtigung). Eine fachgebundene Hochschulreife besitzen in Hessen auch bestimmte Absolvent(inn)en von Fortbildungseinrichtungen (siehe unten Kapitel 1.2.6) Allgemeiner oder fachgebundener Hochschulreife als gleichwertig anerkannte Vorbildung In Einzelfällen kann das Hessische Kultusministerium auf Antrag die schulisch erworbene allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife anderer Bundesländer, deren Hochschulzugang auf dieses Bundesland eingeschränkt ist, als der allgemeinen oder der fachgebundenen Hochschulreife gleichwertig für Hessen anerkennen. Studienbewerber/innen mit ausländischen Vorbildungsnachweisen dürfen das Studium an einer Hochschule des Landes oder an einer staatlich anerkannten Hochschule erst aufnehmen, wenn ihre Vorbildungsnachweise als einer inländischen Hochschulzugangsberechtigung gleichwertig anerkannt worden sind. Hierzu muss u.u. eine Feststellungsprüfung an einem Studienkolleg bestanden werden. Weitere Informationen hierzu enthält Kapitel 6 in Teil I Fachhochschulreife Die Fachhochschulreife wird erworben durch - das Abschlusszeugnis / Zeugnis der Fachhochschulreife einer Fachoberschule; - das Zeugnis über den Erwerb der Fachhochschulreife in der gymnasialen Oberstufe, in einem beruflichen Gymnasium, einem Hessenkolleg oder Abendgymnasium des Landes Hessen nach 48 der Oberstufen- und Abiturverordnung (OAVO) vom (auf der Internetseite des Hessischen Kultusministeriums unter Schulrecht einzusehen). Voraussetzung für die Ausstellung dieses Zeugnisses ist der Besuch der Qualifikationsphase mind. bis zum Ende des zweiten Halbjahres in Verbindung mit der Erfüllung bestimmter schulischer Leistungen (in elf Grundkursen insg. mind. 55 Punkte der einfachen Wertung und in beiden Leistungsfächern mit je zwei Kursen mind. 40 Punkte der zweifachen Wertung) und dem Nachweis einer ausreichenden beruflichen Tätigkeit. Letzterer wird erbracht durch die Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf, den Abschluss einer schulischen Berufsausbildung durch eine staatliche Prüfung, eine Laufbahnprüfung im öffentlichen Dienst oder eine mind. einjährige Berufs- bzw. Praktikantentätigkeit in einem anerkannten Ausbildungsberuf oder einem freiwilligen sozialen Jahr. Das Praktikum kann sowohl in Industrie-, Handwerks- oder Dienstleistungsbetrieben als auch in öffentlichen Verwaltungen, Behörden oder Institutionen sowie in sozialen oder gemeinnützigen Einrichtungen durchgeführt werden. Es soll Einblicke in unterschiedliche Arbeitsbereiche und -abläufe bieten und das Kennenlernen und Erproben vielfältiger Arbeitsmethoden ermöglichen. Die wöchentliche Arbeitszeit der Praktikantinnen und Praktikanten richtet sich nach den gesetzlichen und tariflichen Bestimmungen. Nach Beendigung des Praktikums erstellt der Betrieb eine Bescheinigung und ein Zeugnis, das neben der fachlichen Qualifikation auch die folgenden Gesichtspunkte umfasst: Präsenz und Leistungsbereitschaft, selbstständiges Arbeiten und kreatives Problemlösungsverhalten, Kooperations- und Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Verantwortungsbereitschaft. Auf die Berufs- und Praktikantentätigkeit sind der abgeleistete Wehr- und Zivil- 13

14 dienst bis zu sechs Monaten, der mehr als zweijährige freiwillige Wehrdienst bis zu zwölf Monaten anzurechnen. - Versetzung in das zweite Ausbildungsjahr des zweijährigen Sonderlehrgangs zum Erwerb der allgemeinen Hochschulzugangsberechtigung an der Hessischen Fördereinrichtung für junge Zugewanderte in Hasselroth (siehe oben Abschnitt 1.2.1) und Nachweis einer ausreichenden beruflichen Tätigkeit in Deutschland. Letzterer kann erbracht werden durch die Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf oder den Abschluss einer schulischen Berufsausbildung durch eine staatliche Prüfung oder eine Laufbahnprüfung im öffentlichen Dienst oder eine mind. einjährige Berufs- oder Praktikantentätigkeit in einem Berufsfeld. Eine nachgewiesene Berufstätigkeit im Herkunftsland kann im Umfang von bis zu sechs Monaten angerechnet werden; Gleiches gilt für Wehr- oder Zivildienstzeiten. - das Abschlusszeugnis einer hessischen öffentlichen oder staatlich anerkannten privaten Fachschule für Wirtschaft, Fachschule für Sozialpädagogik, Fachschule für Hauswirtschaft oder Fachschule für Technik mit Zusatzunterricht und Zusatzprüfung; - das Zeugnis der Fachhochschulreife nach Abschlussprüfung der Fachhochschulreifelehrgänge Technik, Wirtschaft oder Sozialpädagogik an Bundeswehrfachschulen; - das Abschlusszeugnis des Aufbaulehrgangs Verwaltung der Bundeswehrfachschulen; - das Zeugnis der Fachhochschulreife nach Abschlussprüfung des Lehrganges zum Erwerb der Fachhochschulreife an den Grenzschutzfachschulen; - Bildungsgänge, die der Vereinbarung von einheitlichen Voraussetzungen für den Erwerb der Fachhochschulreife über besondere Bildungswege Beschluss der Kultusministerkonferenz vom i.d.f. vom entsprechen. Diese Zeugnisse enthalten einen entsprechenden Vermerk des ausstellenden Bundeslandes; - das Abschlusszeugnis der zweijährigen Berufsfachschule, die auf einem mittleren Abschluss aufbaut (Assistenten), in Verbindung mit den Nachweisen über die bestandene Zusatzprüfung zur Erlangung der Fachhochschulreife und über ein einjähriges einschlägiges Berufspraktikum; - Abschlusszeugnis der Berufsschule mit einem Notendurchschnitt von mind. 3,0, Zusatzunterricht im sprachlichen, mathematisch-naturwissenschaftlichen und gesellschaftswissenschaftlichen Bereich, Nachweis der bestandenen Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf von mind. zweijähriger Ausbildungsdauer, Abschluss der schriftlichen Zusatzprüfungen in Deutsch / Kommunikation, im fremdsprachlichen sowie mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Bereich mit jeweils mind. ausreichender Leistung Fachhochschulreife als gleichwertig anerkannte Vorbildung Unter eine der Fachhochschulreife als gleichwertig anerkannte Vorbildung fallen insbesondere Abschlusszeugnis einer hessischen öffentlichen oder staatlich anerkannten privaten Fachschule für Sozialpädagogik (erworben vor dem ); Abschlusszeugnis einer hessischen öffentlichen oder staatlich anerkannten privaten Fachschule für Hauswirtschaft (erworben vor dem ); bestimmte Zeugnisse aus Baden-Württemberg, Berlin und Niedersachsen aufgrund entsprechender Gegenseitigkeitsvereinbarungen (eine Zusammenstellung dieser Abschlüsse, die in Hessen als Zeugnis der Fachhochschulreife gelten, ist aus Platzgründen hier nicht abgedruckt; Auskunft erteilt die in Aussicht genommene Fachhochschule oder das Staatliche Schulamt für den Landkreis Darmstadt-Dieburg und die Stadt Darmstadt, Rheinstraße 95, Darmstadt, T: 06151/3682-2, Fax: 06151/ , 14

15 Bewerber/innen mit nicht unter oder genannten Zeugnissen der Fachhochschulreife müssen beim Staatlichen Schulamt für den Landkreis Darmstadt-Dieburg und die Stadt Darmstadt (Adresse siehe vorherigen Spiegelstrich) eine Bescheinigung über die eventuelle Gleichstellung mit der hessischen Fachhochschulreife beantragen Hochschulzugang beruflich Qualifizierter Der Nachweis der Meisterprüfung sowie eines vergleichbaren Abschlusses der beruflichen Aufstiegsfortbildung berechtigt in Hessen zum Studium aller Fachrichtungen an allen Hochschulen ( 54 Abs. 2 Hessisches Hochschulgesetz). Folgende Bewerber/innen sind zzt. durch 1 Abs. 3 Satz 1 der Verordnung über den Zugang beruflich Qualifizierter zu den Hochschulen im Lande Hessen vom 29. Juni 2006 (GVBl. I S. 358) den Meistern gleichgestellt, sofern eine mind. vierjährige hauptberufliche Tätigkeit nachgewiesen wird: staatlich geprüfte Technikerinnen und Techniker, staatlich geprüfte Betriebswirtinnen und Betriebswirte, Betriebswirtinnen und Betriebswirte sowie gleichwertige Abschlüsse im Bereich der Handwerkskammer oder Industrie- und Handelskammer, Fachkaufleute, Bilanzbuchhalterinnen und Bilanzbuchhalter, Controllerinnen und Controller, Handelsassistentinnen und Handelsassistenten, Pharmareferentinnen und Pharmareferenten im Bereich der Industrie- und Handelskammer, Fachwirtinnen und Fachwirte, Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer, Steuerberaterinnen und Steuerberater, staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher, staatlich anerkannte Heilpädagoginnen und Heilpädagogen, staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger, staatlich anerkannte Fachwirtinnen und Fachwirte für Sozialdienste und staatlich geprüfte Gestalterinnen und Gestalter. Auch dieser Personenkreis kann damit alle Fächer an allen Hochschulen in Hessen studieren. Absolvent(inn)en von Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien hingegen besitzen in Hessen eine fachgebundene Hochschulreife, sofern eine abgeschlossene Berufsausbildung nachgewiesen wird ( 1 Abs. 3 Satz 2 der genannten Verordnung). Darüber hinaus können beruflich Qualifizierte, die keine Hochschulzugangsberechtigung für den angestrebten Studienbereich besitzen, eine Hochschulzugangsprüfung ablegen, durch die Vorbildung und Eignung für ein Hochschulstudium in dem Studienbereich festgestellt werden. Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung ist ein berufsqualifizierender Abschluss (in einem anerkannten Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz, in einer Berufsausbildung an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Berufsfachschule oder im einfachen oder mittleren Dienst der öffentlichen Verwaltung), eine anschließende mind. vierjährige hauptberufliche Tätigkeit sowie die Erweiterung oder Vertiefung des durch Ausbildung und Berufstätigkeit erworbenen Wissens durch qualifizierte Weiterbildung. Die Hochschulzugangsprüfung, die i.d.r. aus einem Prüfungsgespräch und einer schriftlichen Prüfung besteht, dient der Feststellung, ob die Bewerberin oder der Bewerber in der Lage ist, das Studium mit Aussicht auf einen erfolgreichen Abschluss aufzunehmen. Sie umfasst die wesentlichen allgemeinen und fachlichen Grundlagen, die Voraussetzung für das Studium in dem gewählten Studienbereich sind. Die besonderen berufsbezogenen Erfahrungen und Fähigkeiten der Bewerberin oder des Bewerbers sind zu berücksichtigen. Für die Organisation und Durchführung der Hochschulzugangsprüfungen werden an den staatlichen Hochschulen gemeinsame hochschulübergreifende Prüfungsausschüsse mit be- 15

16 rufs- und fachkundigen Prüfern gebildet, die jeweils für die Abnahme der Prüfung für einen Studienbereich hessenweit zuständig sind. Soweit eine Hochschule sich nicht beteiligt, richtet sie einen eigenen Prüfungsausschuss für den entsprechenden Studienbereich ein. Der Antrag auf Zulassung zur Hochschulprüfung ist bei der Hochschule einzureichen, an der das Studium aufgenommen werden soll, oder, sofern für einen Studiengang ein Prüfungsausschuss hochschulübergreifend gebildet wurde, bei der Trägerhochschule für diesen Prüfungsausschuss. Antragsfristen sind für Universitäten der 15. März und der 15. September, für Fachhochschulen der 15. Februar und der 15. August, sofern die Hochschule nichts anderes bestimmt. Der sofortige Studienbeginn im darauf folgenden Semester ist nicht vorgeschrieben; die durch die Prüfung erworbene Studienberechtigung behält ihre Gültigkeit, so dass auch zu einem späteren Zeitpunkt wenn z.b. die Unterbrechung der Berufstätigkeit erst später möglich sein sollte das Studium angetreten werden kann. Ebenso wenig sind nach bestandener Prüfung die Bewerber/innen mit ihrem Studium auf die ursprünglich ins Auge gefasste Hochschule festgelegt. Sie können sich vielmehr auch für eine andere Hochschule in Hessen, die einen Studiengang aus demselben Studienbereich anbietet, entscheiden. Der Prüfungsausschuss kann Prüfungen beruflich Qualifizierter anderer Bundesländer anerkennen und auf eine eigene Prüfung verzichten. Geregelt ist dies alles ebenfalls in der Verordnung über den Zugang beruflich Qualifizierter zu den Hochschulen im Lande Hessen; sie ist im Internet unter (>Studium/Ausbildung, >Zugangsvoraussetzungen) einsehbar. Für Ausbildungsgänge an einer staatlich anerkannten Berufsakademie in Hessen gelten die Zugangsvoraussetzungen dieser Verordnung entsprechend; die Zugangsprüfung wird von einem fachlich benachbarten Prüfungsausschuss abgenommen, der Zulassungsantrag der Bewerberin oder des Bewerbers ist bei der für die Prüfung des Studienbereichs zuständigen Hochschule oder Trägerhochschule zu stellen. Die jeweilige Hochschule gibt nähere Auskunft über die Unterlagen, die dem Antrag beizufügen sind. Um den Termin nicht zu versäumen und die Unterlagen rechtzeitig vorlegen zu können, empfiehlt es sich, sich möglichst früh mit der Hochschule in Verbindung zu setzen. Insbesondere können hier auch Informationen eingeholt werden über Inhalte und Formen des geplanten Studiums sowie darüber, ob und gegebenenfalls wie man sich auf die Hochschulzugangsprüfung vorbereiten kann. Auf Antrag der Bewerberin oder des Bewerbers kann auch ein Beratungsgespräch mit dem Prüfungsausschuss durchgeführt werden. Fragen können an die in den hessischen Hochschulen zuständigen Stellen, meist die zentralen Studienberatungen oder Studierendensekretariate, gerichtet werden. Zu beachten ist, dass der Antrag auf Zulassung zur Hochschulzugangsprüfung nicht auch gleichzeitig schon der Zulassungsantrag zum Studium selbst ist; Studienbewerbungen sind nach bestandener Prüfung bei den Hochschulen bzw. bei der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) in Dortmund einzureichen. Beruflich Qualifizierte werden in Studiengängen mit Numerus clausus grundsätzlich in gleicher Weise wie andere Bewerber/innen nach den geltenden Rechtsregelungen beteiligt (siehe hierzu Kapitel 4 und 5 in Teil I). Ansprechpartner in den Universitäten TU Darmstadt, U Marburg: Studierendensekretariate (Adressangaben siehe unten Kapitel 4 von Teil I) U Frankfurt: Studien-Service-Center, Frau Angela Schulz, Bockenheimer Landstraße 133, Frankfurt a.m., T: 069/ , Fax: 069/ U Gießen: Zentrale Studienberatung, Ludwigstraße 28 A, Gießen, Ulrike Wittmann (siehe unten Kapitel 3.1 von Teil I) 16

17 U Kassel: Studienservice, T: 0561/ Hochschulübergreifende Prüfungsausschüsse der Fachhochschulen für die Hochschulzugangsprüfung beruflich Qualifizierter Studienbereich Hochschule / Ansprechpartner Agrar- und Ernährungswissenschaften H RheinMain, Kurt-Schumacher-Ring 18, Wiesbaden, Frau Caroline Essig, T: 0611/ , Bauwesen H Darmstadt, Haardtring 100, Darmstadt, Frau Karin Götz, T: 06151/ , Fax: 06151/ Elektrotechnik H RheinMain (wie oben) Informatik, Mathematik FH Gießen-Friedberg, Wiesenstraße 14, Gießen, Herr Mollenhauer, T: 0641/ , Informations- und Wissensmanagement, H Darmstadt (wie oben) Media Maschinenbau naturwissenschaftlich-technische Studiengänge FH Gießen-Friedberg (wie oben) H Darmstadt (wie oben) Pflege H Fulda, Marquardstraße 35, Fulda, T: 0661/ , Prof. Dr. Brückner, Physiotherapie H Fulda (wie oben), T: 0661/ Prüfungsausschussvorsitzender: Prof. Dr. Stefan Greß, T: 0661/ Sozialwesen H Fulda (wie oben), T: 0661/ Prüfungsausschussvorsitzende: Prof. Dr. Anne Lützenkirchen, StudiumPlus FH Gießen-Friedberg (wie oben) Wirtschaft, Recht FH Frankfurt, Nibelungenplatz 1, Frankfurt a.m., Frau Bettina Fischer-Gerstemeier, T: 069/ Nachweis hervorragender wissenschaftlicher oder künstlerischer Begabung Bei festgestellter hervorragender wissenschaftlicher oder künstlerischer Begabung kann auf eine Hochschulzugangsberechtigung für den betreffenden Studiengang verzichtet werden, sofern er mit einer Hochschulprüfung abschließt ( 54 Abs. 4 Satz 3 Hessisches Hochschulgesetz; siehe auch die folgenden Ausführungen in Kapitel 1.3). 17

18 1.3 Sonstige Vorbildungsnachweise Nach dem Hessischen Hochschulgesetz ( 54 Abs. 4) kann die Hochschule durch Satzung festlegen, welche studiengangspezifischen Fähigkeiten und Kenntnisse neben der Hochschulreife zu Beginn des Studiums nachgewiesen werden müssen und in welchem Verfahren der Nachweis erfolgt. Die Hochschule kann in nicht zulassungsbeschränkten Studiengängen Studienbewerber/innen mit dem Vorbehalt einschreiben, dass innerhalb der ersten beiden Semester der Nachweis über das Vorliegen der studiengangspezifischen Fähigkeiten und Kenntnisse geführt oder ein in der PO vorgesehener Leistungsnachweis erbracht wird. Wer an einer staatlichen Hochschule Hessens ein Studium im Bereich der Musik, Darstellenden Kunst, Freien (d.h. Bildenden) Kunst oder Gestaltung aufnehmen möchte, muss neben der Hochschulreife in einer speziellen Eignungsprüfung der jeweiligen Hochschule als weitere Zugangsvoraussetzung den Nachweis einer entsprechenden künstlerischen Begabung erbringen. Bewerber/innen für einen gestalterischen Studiengang an einer Fachhochschule, die eine Fachoberschule für Gestaltung erfolgreich abgeschlossen und in den fachbezogenen Fächern mit mind. der Note gut bewertete Leistungen erzielt haben, können auf Antrag ganz oder teilweise von der Prüfung befreit werden (an der H RheinMain im Studiengang Innenarchitektur nicht möglich). Für die Teilnahme an künstlerischen Eignungsprüfungen ist eine Anmeldung erforderlich, die nichts mit der Bewerbung um einen Studienplatz zu tun hat; die Termine für die Anmeldungen liegen wesentlich früher. Die Anmeldung zur Eignungsprüfung muss bei der Hochschule erfolgen, an der die Bewerberin oder der Bewerber studieren will, und zwar für ein Wintersemester bis zum 1. Juni, für ein Sommersemester bis zum 1. Dezember des Vorjahres. Bei der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt muss die Anmeldung für ein Wintersemester bis zum 15. April vorliegen. Die Prüfung zur Feststellung der künstlerischen Begabung kann einmal wiederholt werden; sie muss wiederholt werden, wenn das Studium länger als drei Jahre nach Feststellung der Begabung nicht begonnen worden ist. Bei festgestellter hervorragender künstlerischer Begabung kann auf eine Hochschulzugangsberechtigung für den betreffenden Studiengang verzichtet werden, sofern er mit einer Hochschulprüfung abgeschlossen wird ( 54 Abs. 4 Satz 3 Hessisches Hochschulgesetz). Verfahren zur Feststellung der künstlerischen Begabung werden zurzeit in folgenden Studiengängen durchgeführt: - Goethe-Universität Frankfurt a.m. Kunst mit den Lehramtsabschlüssen L1, L2, L3 und L5, Kunstpädagogik mit Magisterabschluss. - Justus-Liebig-Universität Gießen Angewandte Theaterwissenschaft, Kunst mit den Lehramtsabschlüssen L1, L2 und L5, Kunstpädagogik als Fach im Bachelorkombinationsstudiengang Geschichts- und Kulturwissenschaften, Musik mit den Lehramtsabschlüssen L1, L2 und L5. - Universität Kassel Bildende Kunst, Kunst mit den Lehramtsabschlüssen L1, L2 und L3, Musik mit den Lehramtsabschlüssen L1, L2 und L3, Produkt Design, Visuelle Kommunikation. - Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt a.m. 18

19 Instrumentalausbildung und Dirigieren, Instrumental- und Gesangspädagogik, Kirchenmusik, Musik mit dem Lehramtsabschluss L3, Komposition, Musik mit den Lehramtsabschlüssen L1, L2 und L5, Zeitgenössischer und Klassischer Tanz, Schauspiel, Musiktheater (Gesang), Regie (Sprechtheater und Musiktheater). - Hochschule für Gestaltung Offenbach a.m. Produktgestaltung, Visuelle Kommunikation. - Hochschule Darmstadt Industriedesign, Kommunikationsdesign. - Hochschule RheinMain Innenarchitektur, Kommunikationsdesign. In den gestalterischen Studiengängen und in der Bildenden Kunst besteht die Eignungsprüfung aus drei Teilen: - Anfertigung spezieller Arbeiten und Lösungen vorgegebener Aufgaben unter Aufsicht an mind. einem Tag, - Vorlage einer Mappe selbst gefertigter Arbeiten der letzten Jahre und (soweit noch erforderlich), - einer mündlich-praktischen Prüfung oder einem Fachgespräch von i.d.r. einer halben Stunde Dauer. Bei der Beurteilung der künstlerischen Begabung sollen dabei im Hinblick auf den gewählten Studiengang schwerpunktübergreifend folgende Kriterien berücksichtigt werden: Abstraktionsfähigkeit, Fähigkeit zur Darstellung eigener künstlerischer Ideen, Fähigkeit zur differenzierten Beobachtung, Kreativität und Improvisationsfähigkeit, Motivation und Sensibilität, Phantasie und Vorstellungsvermögen, technisches Vermögen und Verständnis. Für die Musik-Studiengänge und das Studium der Darstellenden Kunst an der KH Frankfurt sind die Prüfungsanforderungen in einer gesonderten Aufnahmeprüfungsordnung detailliert festgelegt. Geprüft werden hier Interpretationsfähigkeit und stilgerechtes Darstellungsvermögen, Kreativität und Improvisationsfähigkeit, rhythmisches Vermögen, physische Eignung, Reflexionsfähigkeit, technisches Vermögen sowie zusätzlich in den Studiengängen der Musik ausreichendes und entwicklungsfähiges Gehör und musikalisches Vermögen (AufnahmePO der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt a.m. vom [StAnz S. 942]). Die hier getroffenen Aussagen gelten sinngemäß für ein Studium der Lehramtsfächer Kunst und Musik (siehe Kapitel 7 in Teil II). Auch für das Studium des Faches Sport wird i.d.r. das Ablegen einer Eignungsprüfung vor Aufnahme des Studiums gefordert. Für einige Studiengänge, insbesondere technische, wird ein bisweilen mehrmonatiges berufsorientiertes Praktikum verlangt, das ganz oder teilweise bereits vor Studienbeginn abgeleistet werden muss (vgl. Studiengangbeschreibungen in Teil II; Beispiel: achtwöchiges Sozialpraktikum für das Studium für das Lehramt an Förderschulen an der U Frankfurt); nä- 19

20 here Auskunft hierüber, insbesondere auch zur Anrechnung eines im Zusammenhang mit dem Besuch einer Fachoberschule absolvierten Praktikums, gibt die jeweilige Hochschule. Studienbewerber/innen aus dem Ausland, also i.d.r. solche mit ausländischer Hochschulzugangsberechtigung, müssen ausreichende deutsche Sprachkenntnisse bei der Immatrikulation nachweisen. Sprachkenntnisse: In zahlreichen geisteswissenschaftlichen Fächern werden als Zulassungsvoraussetzungen für Prüfungen oder in bestimmten Fällen bereits bei der Immatrikulation spezielle Sprachkenntnisse gefordert, deren Umfang von den einzelnen Hochschulen für eine Reihe von Fächern recht unterschiedlich festgelegt ist. Generalisierende Aussagen sind daher nur bedingt möglich. Im Hinblick auf Latein nehmen die Hochschulen folgende Unterscheidungen vor: Großes Latinum Latinum Kleines Latinum Lateinkenntnisse. An Hessens Schulen wird zwischen Großem und Kleinem Latinum nicht mehr differenziert. Hier kann zzt. nur noch das Latinum erworben werden, welches in etwa dem Großen Latinum entspricht. Darüber hinaus können Zeugnisse der allgemeinen Hochschulreife, die das Latinum oder Graecum nicht einschließen, durch das Ablegen einer Ergänzungsprüfung nach einer bestandenen Abiturprüfung oder nach dem Erwerb der allgemeinen Hochschulreife auf anderem Wege durch das Ablegen einer Prüfung in Lateinisch oder Griechisch ergänzt werden (vgl. 50 der Oberstufen- und Abiturverordnung [OAVO] vom ). Sofern lediglich Lateinkenntnisse verlangt werden, ist deren Umfang an den Hochschulen unterschiedlich bemessen und richtet sich auch nach dem jeweiligen Studienfach. 2. Studienfachwahl und Wahl des Hochschulortes Künftige Studierende sollten sich außer an den fachlichen und rechtlichen Grundlagen der angestrebten Hochschulausbildung und späteren Berufsausübung, den Arbeitsmarktperspektiven, der Dauer und der Struktur des Studiums bei der Wahl des Studienfachs vor allem an ihren persönlichen Fähigkeiten, Neigungen und Interessen, an ihren individuellen Begabungen orientieren. Dabei kann die bereits in der Schule vorgenommene Spezialisierung in Grund- und Leistungskursen vielfach eine Entscheidungshilfe bieten. Nach der Auswahl eines bestimmten Studienfachs ist zu prüfen, welche besonderen Zugangs- und Immatrikulationsvoraussetzungen insbesondere etwa Zulassungsbeschränkungen, der Nachweis von Praktika oder auch studiengangspezifische Eignungsprüfungen erfüllt werden müssen. Besonderheiten der einzelnen Hochschulen, Hochschulorte und Hochschularten sind zu beachten. So sollte man sich über die Größe der in Frage kommenden Hochschulen, über die Veranstaltungsvielfalt und die unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkte und Abschlussmöglichkeiten im gewünschten Studienfach informieren, um individuellen Vorstellungen gerecht werden zu können. Informieren sollte man sich auch über die jeweilige Wohnraumsituation des Hochschulortes, da Angebot und Preise von Unterkünften von Ort zu Ort erheblich voneinander abweichen können. Die gründliche Vorbereitung einer Studienentscheidung erfordert also neben der frühzeitigen Suche nach umfassender, aktueller und möglichst objektiver Information vor allem die bewusste Reflexion der persönlichen Zielvorstellungen, da für einen Ausbildungs- und Berufserfolg die eigenen Interessen und Fähigkeiten von wesentlicher Bedeutung sind. 20

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