Perspectives DIE AUSWIRKUNGEN WIRTSCHAFTLICHER VERÄNDERUNGEN. Gemeinsam mehr erreichen. Deutschland Mittel-/Osteuropa China

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1 Perspectives für Fixed Income & Currencies März 2012 Ausgabe sechs DIE AUSWIRKUNGEN WIRTSCHAFTLICHER VERÄNDERUNGEN Deutschland Mittel-/Osteuropa China Globale Expertise Markteinblick Produkt-Know-how Kundenverständnis Gemeinsam mehr erreichen

2 Perspectives 10 Leitartikel: Global denken lokal handeln Wie Corporate & Markets den Wachstumsmotor der deutschen Volkswirtschaft unterstützt - den Mittelstand. 13 Eine Initiative für den Mittelstand: Die UnternehmerPerspektiven Dialog herstellen. Wissen vermitteln. 18 Rohstoffe und Energie: Risiken umkämpfter Ressourcen Auch Rohstoffrisiken gilt es abzusichern. 19 FX Compass: Die Commerzbank-Devisenumfrage Hohe Trefferquote bei Währungsprognosen. 20 Deutschland: Zu gut um wahr zu sein? Hält Deutschland seine Spitzenposition? 2

3 inhalt 38 Ausblick: Aus Sicht eines Händlers 44 Innovation: Die Zukunft gehört dem elektronischen Handel Updates 04 Internes Update Neue Führungskräfte Konferenzüberblick...und aktuelle Konferenzen. 08 Markt-Update Die Konjunkturlage weltweit. Know-how aus Europa 26 Podiumsdiskussion: Perspektiven in einem sich verändernden wirtschaftlichen Umfeld Wie Unternehmen und Banken auf den Wandel reagieren - vom Handel bis zum Risikomanagement. 32 Fragen Sie......unseren Experten für Sicherheitenbewertung und -optimierung im Handel. Ausblick 34 Mittel- und Osteuropa: Gegenwind aus Westeuropa Drohen Finanzierungslücken? 38 Aus Sicht eines Händlers Inflationsindexierte Produkte sind gefragt. Meinung 42 China: Ein Jahr der Unsicherheiten Kann China seine Probleme lösen? Innovation 44 Die Zukunft gehört dem elektronischen Handel Vom Devisen- zum Rentenhandel. 48 Elektronisches Fixed-Income-Geschäft ein erfolgreiches Jahr Die Highlights Die technische Ecke 52 PROCAP 2 Attraktive Anlage im Niedrigzinsumfeld. Zu guter Letzt 54 Verblüffend einfach... Unsere finanzmathematische Denkaufgabe. 56 Kontaktverzeichnis Ansprechpartner im Bereich Fixed Income and Currencies. 50 EU-Regulierung von OTC- Derivaten der Zug rollt weiter Der aktuelle Stand. 3

4 Perspectives Editor s Letter Personalmeldungen In unserer sechsten Ausgabe konzentrieren wir uns in unserem Leitartikel auf die Vernetzung mit der Mittelstandsbank (MSB) und die Wahrnehmung aktueller Themen unserer Kunden des deutschen Mittelstandes. Wir freuen uns sehr, dass Herr Martin Fischedick, Bereichsvorstand Corporate Banking der MSB, unseren Leserinnen und Lesern einen Einblick in Unternehmensperspektiven gewährt - ein Ansatz, der unter Beteiligung hochrangiger Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Unternehmen ein tiefes Verständnis der Themen herstellt, die unsere Kunden in diesem herausfordernden, globalen Umfeld beschäftigen. Aus diesem Ansatz heraus werden individualisierte, den Kundenbedürfnissen entsprechende Lösungen zur Verfügung gestellt, zu denen wir als FIC-Spezialisten maßgeschneiderte Produkte beisteuern. Das gilt auch für den Rohstoffbereich, auf den Herr Fischedick in einem gesonderten Artikel eingehen wird. Darüber hinaus beinhaltet diese Ausgabe weitere Kernthemen: In unserer regulatorischen Ecke geht es diesmal um Branchentrends sowie um die Ausgestaltung des Kapitalmanagements und der damit verbundenen Herausforderungen. Im Bereich Innovationen liegt der Schwerpunkt auf dem Vertrieb unserer Produkte über elektronische Plattformen und deren kundenspezifischer Ausrichtung. Und natürlich geben wir Ihnen weiterführende Informationen zum Thema CCP. Abgerundet wird diese Ausgabe durch unsere Marktkommentare, eine generelle Einschätzung der Lage in China sowie interne Neuigkeiten aus dem FIC-Segment. Ich wünsche Ihnen eine spannende und interessante Zeit mit Perspectives. Rainer Ernst Head of FIC Sales Management Office Der Bereich Fixed Income & Currencies freut sich, neue Kolleginnen und Kollegen zu begrüßen: Mauro Ferone übernimmt die Leitung des Teams Southern European Solutions mit Sitz in London. Er ist Axel Gerling unterstellt. Zuletzt arbeitete er für die SF Trust PIc. Elizabeth Sabados erweitert unser Emerging Market Sales Team in New York. Lokal ist sie Frank Manganelle unterstellt, funktional berichtet sie an David Tavadian. Sie arbeitete zuvor für ING Financial Markets. Guillaume Lefieux verstärkt das Rates Middle Office mit Sitz in London. Er ist Martin Jung unterstellt. Zuvor war er bei BNP Paribas tätig. Nancy Tan wurde zur Leiterin Central Banks & Sovereign Wealth Funds Sales Asia ernannt. Sie arbeitet in Singapur und ist regional Tan Kok Wee unterstellt, funktional berichtet sie an Markus Breunig. Frau Tan hat über 20 Jahre Finanzmarkterfahrung und kommt von Morgan Stanley. Kevin Sinclair verstärkt das Rates Desk in London als Seniorhändler für mittel- bis langfristige Swaps. Er arbeitete zuvor bei Credit Suisse und ist Mike Dobson unterstellt. Michael Leary wurde zum Leiter des EM Local Currency Structured Credit Trading mit Sitz in London ernannt und 4

5 Internes Update Nachrichten Frank Manganella, Head of FIC Sales in New York, wurde mit dem Mandat der strategischen Initiative betraut, unseren Produktabsatz in der Hedgefondsbranche auszubauen. Um einen optimalen Service für dieses wichtige FIC-Kundensegment sicherzustellen, wird das Projektteam aus Vertretern der unterschiedlichen Produktkategorien bestehen. ist in dieser Funktion Chris Oduneye unterstellt. Zuvor arbeitete er bei der Deutschen Bank. Jonathan Wood kommt von MF Global zum Rates Middle Office. Er wird das Büro in London unterstützen und ist Martin Jung unterstellt. Ellie Reddington wurde zur Leiterin Short Term Interest Rates Sales in London ernannt. Sie ist Stephan Schimberg unterstellt und arbeitete zuvor bei BNP Paribas. Simone Gnoni verstärkt das Team Fixed Income Derivatives Southern Europe in London. Er ist Ioannis Liokouras unterstellt. Zuvor war er bei StormHarbour Securities tätig. Casey Kutner verstärkt das Fixed Income Sales Team North America. Er arbeitet im Büro in New York und ist Manfred Dennerlein unterstellt. Zuvor arbeitete er bei der Bank of New York. Pieter van Rosenburgh wurde zum Leiter Bonds & Solutions Sales ernannt. Herr van Rosenburgh ist in London tätig und berichtet an Andrew Readinger. Er verfügt über viele Jahre Erfahrung an den Finanzmärkten, unter anderem bei JP Morgan, Morgan Stanley und der DEPFA. Catalin Voloseniuc verstärkt das Emerging Market Sales Team in London und ist David Tavadian unterstellt. Zuvor arbeitete er bei der DekaBank. Kristall, die marktführende Strukturierungsplattform für Devisenprodukte, konnte weitere Partner gewinnen: So wurden inzwischen erste Transaktionen abgeschlossen, bei denen unsere Kunden vom breiten Funktionsumfang von Kristall profitierten Preisbildung, Einschätzung von Kreditrisiken und sichere Verbuchung. Im elektronischen Handel haben wir das Leistungsspektrum unserer Commander-Plattform um laufende Quotierungen asiatischer NDFs erweitert. Zurzeit werden NDF- Kontrakte auf chinesische Yuan und koreanische Won angeboten; im Lauf des Jahres werden weitere Währungen und längere Laufzeiten hinzukommen. Die Commerzbank- Niederlassung in Schanghai wurde beim Market-Maker-Preis des CFETS (eines Tochterinstituts der chinesischen Zentralbank) in der Kategorie Most Improved Bank ausgezeichnet. Das Banknotengeschäft wuchs im ersten Quartal kontinuierlich: Die Lieferungen für Kunden erreichten Rekordniveau. 5

6 Perspectives Konferenzüberblick German Investment Seminar, (Januar, New York) Das neue Jahr begann für uns mit einem erfolgreichen Anlageseminar zum deutschen Markt in New York. Wir konnten ca. 500 nordamerikanische institutionelle Investoren in über Einzelgesprächen mit einer Reihe deutscher Unternehmen zusammenführen, darunter 27 der 30 DAX-Werte. Das GIS bleibt auch in seinem 14. Jahr die größte landesspezifische Konferenz im nordamerikanischen Finanzkalender. Market Outlook (Januar/ Februar, verschiedene Veranstaltungsorte) Wieder einmal führte FIC seine jährliche Roadshow zum Marktausblick durch. Die jährliche Veranstaltung erfreut sich ständig wachsender und, vor allem, positiver Resonanz. Die rege Teilnahme an unterschiedlichen Orten belegt unsere wachsende Marktabdeckung. An mehr als 15 Orten darunter London, Frankfurt, Genf, Paris, Madrid und Amsterdam boten wir ein breites Programm an Research-Workshops mit Schwerpunkt auf Zinsen, Covered Bonds, Devisen, Credit und unsere Assetklassen-übergreifende Strategie zur Vermögensstrukturierung. 16. Global Securities Forum (Januar, Luxemburg) Verschiedene Mitglieder des STIR Sales & Repo Trading Teams nahmen am jährlichen, zweitägigen GSF teil, das dieses Jahr in Luxemburg stattfand. Der inzwischen größte Fachkongress für Wertpapierfinanzierungen weltweit wurde von ungefähr 850 Branchenexperten besucht. Euromoney Asia Forex Forum (Februar, Singapur) Die Commerzbank war einer der Hauptsponsoren des diesjährigen Euromoney Asia Forex Forum, welches am 21. Februar in Singapur stattfand. Die Veranstaltung bot eine hervorragende Gelegenheit, die Leistungsfähigkeit unserer elektronischen Handelsangebote bei FX Sales & Trading zu präsentieren, die bei den 660 Teilnehmern auf reges Interesse trafen. Ashley Davies (EM- Research) vertrat die Bank bei einer Podiumsdiskussion zu China, Regionalisierung des Yuan und ASEAN, was das Profil der Commerzbank auf dem Kongress stärkte. AFME European Market Liquidity Conference (Februar, London) Zusammen mit den anderen wichtigen German Investment Seminar, New York Public Library Teilnehmern der europäischen Aktienmärkte sponserte die Commerzbank die jährliche AFME European Market Liquidty Conference. Die Initiative wurde gemeinsam von FIC Sales und DCM unterstützt; sie gab uns die Möglichkeit, unsere in diesem Bereich aktiven Kunden zu treffen und gleichzeitig die europäische Marktposition der Commerzbank zu festigen. African Euromoney FX Conference (Februar, Ghana) Die Euromoney Finance and Investment Conference fand im Februar in Accra, Ghana, statt. Die Commerzbank wurde durch FIC FX Sales und MSB-FI repräsentiert. Unsere Präsenz stand im Kontext der aktuellen FIC- Initiative, das Geschäft in Afrika 6

7 Internes Update Vorschau Q auszuweiten. Die Veranstaltung zog über 300 hochrangige Teilnehmer aus ganz Afrika an, einschließlich Hon. Prof. John Evans Atta Mills, Präsident von Ghana. Die Konferenz bot uns die Chance, für die Commerzbank zu werben, mit potenziellen Kunden in Kontakt zu treten sowie unseren Fußabdruck, unsere Bekanntheit und Reputation in der Region zu stärken. 51. ACI Financial Markets World Congress (März, Dubai) Im März fand der Weltkongress der internationalen Devisenhandelsvereinigung in Dubai statt. Wir nutzten die Gelegenheit zur Vorstellung von Commander, unserer neu aufgelegten elektronischen Devisenhandelsplattform für unsere Kunden und die Branche. Commander ist die Weiterentwicklung unserer Click&Trade FX-Plattform mit einer verbesserten Benutzeroberfläche, weiteren Produkten (NDFs, Gold) und verbessertem Service (Kristall, Positionsführung und Chartanalyse). Der ACI Kongress zog über Besucher aus aller Welt an, darunter Treasurer, Händler und CFOs einiger der führenden Banken der Welt. Neben der Einführung der Commander-Plattform warben wir ebenfalls für unsere Fixed-Income- Produktpalette und konnten so zeigen, dass unsere Expertise keineswegs auf den Devisenmarkt beschränkt ist. ACT Annual Conference, April, Liverpool Die jährliche Konferenz der britischen Treasurer-Vereinigung ist der größte Fachkongress für Treasurer überhaupt, mit Schwerpunkt auf branchenspezifischen Problemen und Lösungen. Im neunten Jahr der Konferenz nimmt auch das FIC Corporate Desk wieder teil. Wir freuen uns auf die Gelegenheit, aktuelle Trends und Herausforderungen der Branche zu verfolgen und dabei bestehende und potenzielle Kunden zu treffen eine wertvolle Marketingchance. Euromoney Germany Conference, April, Berlin Vertreter der Commerzbank werden an der diesjährigen Deutschland-Konferenz von Euromoney teilnehmen, die am 25. und 26. April im Hotel Adlon in Berlin stattfindet. Die Konferenz gilt als zentrale Plattform, um die Hauptakteure der deutschen Kapitalmärkte kennenzulernen. Corporates & Markets hat ungefähr Kunden eingeladen. ACI Congress 2012, April, München Beim diesjährigen ACI-Kongress in München vom April werden über 600 Mitglieder erwartet. Spezielle Workshops beschäftigen sich mit aktuellen Devisenmarktthemen, der Liquidität in den Geldmärkten, dem Repomarkt und aufsichtsrechtlichen Änderungen. FIC wird diese Gelegenheit nutzen, unsere elektronischen Handelslösungen vorzustellen wie zum Beispiel Commander, unsere weiterentwickelte Devisenhandelsplattform. German Corporate Day, 24. Mai, London FIC Sales wird zusammen mit DCM am 24. Mai den German Corporate Day in unseren Büros in der Gresham Street ausrichten. Dieser Event soll deutsche Emittenten mit britischen und europäischen Investoren zusammenbringen. Wenn Sie an einer unserer Veranstaltungen teilnehmen möchten oder uns anlässlich einer Branchenkonferenz treffen möchten, wenden Sie sich bitte an FIC Sales wird zusammen mit DCM am 24. Mai den German Corporate Day in unseren Büros in der Gresham Street ausrichten. 7

8 Perspectives Markt-Update Die Devisen- Perspektive Die Zins- Perspektive Thu Lan Nguyen fx strategist Der 3-Jahres-LTRO der EZB sowie das zweite Hilfspaket für Griechenland haben seit Anfang des Jahres den Risikoappetit der Investoren und damit die Nachfrage nach Vermögensanlagen in Schwellenländern beflügelt. Insbesondere die von der Eurozonen-Staatsschuldenkrise stark gebeutelten osteuropäischen Währungen konnten hiervon profitieren. Die Spitzenreiterposition nahm bislang der ungarische Forint ein. Allerdings dürften in Ungarn bald wieder die Probleme rund um die Verhandlungen der Regierung mit IWF/EU um eine vorbeugende Kreditlinie in den Vordergrund rücken und auf der ungarischen Währung lasten. Fundamental gesehen halten wir den polnischen Zloty für die bessere Wahl. Die polnische Wirtschaft dürfte in diesem Jahr innerhalb Europas das stärkste Wachstum verzeichnen und auch die Staatsfinanzen bleiben relativ gesehen solide. Die tschechische und ungarische Wirtschaft dürften hingegen aufgrund des Abschwungs in der Eurozone in eine Rezession gleiten. Nicht zuletzt aus diesem Grund dürfte der Zloty der tschechischen Krone den Rang als sicherer Hafen innerhalb Osteuropas alsbald streitig machen. TLN Der Zloty dürfte die tschechische Krone als sicherer Hafen Osteuropas ablösen. David Schnautz Interest Rates Strategist Eurozone-Staatsanleihen: Risiken und Nebenwirkungen der EZB-inspirierten Euphorie in der Peripherie. Die dreijaehrigen langfristigen Refinanzierungsgeschäfte der EZB ( LTRO ) haben bei Staatsanleihen der Eurozone-Peripherie in den letzten Monaten eine beeindruckende Rallye ausgelöst. Ist dies das Allheilmittel, auf das der Markt so lange gewartet hat? Wenn man sich die Zinsstrukturkurven Spaniens und Italiens anschaut, könnte man dies bejahen: Waren sie noch im vergangenen November invers, sind sie nun steiler als die Kurve für deutsche Bundesanleihen! Es gibt Anzeichen, dass die spanischen und italienischen Finanzagenturen potenzielle LTROinspirierte Carry Trades bei ihrer Angebotsstrategie berücksichtigt haben. Beide haben vor allem am kurzen Ende der Kurve emittiert. Ultra-langes Angebot hingegen gab es 2012 noch nicht. Dank der steilen Zinskurven senkt diese Strategie die gewichteten durchschnittlichen Finanzierungskosten, allerdings zu Lasten eines erhöhten Rollover- Risikos. Der Preis dieses Risikos auf mittlere Sicht ist ungewiss. DS 8

9 Markt-Update Die Kredit- Perspektive DIE Rohstoff- Perspektive patrick kohlmann head of credit research Insgesamt hat sich die Marktstimmung für Credit-Anlagen verbessert. Asset Manager verzeichnen seit Jahresanfang ein positives Nettomittelaufkommen, insbesondere zugunsten von Hochzinsportfolios, und die nach und nach eintreffenden Unternehmenszahlen zum Geschäftsjahr 2011 sind zumeist besser als im Markt befürchtet. Es stellt sich die Frage, ob ein Rückgang der Credit-Spreads angesichts des von uns für dieses Quartal prognostizierten Negativwachstums im Euroraum von -1,2% denkbar ist. Belegen lässt sich, dass sich Spreads in Rezessionsquartalen in den letzten 10 Jahren (als Median gerechnet) um 28 BP (Nichtfinanzwerte) bzw. 18 BP (Finanzwerte) verringert haben. In Boomphasen hingegen war die Wertentwicklung dieser Assetklasse zumeist unterdurchschnittlich. Eine weitere wichtige Frage für die Portfoliosteuerung ist auch in diesem Jahr die Gewichtung von Finanzwerten. Wir empfehlen eine Übergewichtung, denn Banken des Euroraums haben durch die 3-Jahrestender der EZB eine attraktive Liquiditätsoption erhalten, die die Ausfallrisiken des Bankensektors verringert hat. Zwar sind die Besicherungsquoten von Gläubigern unbesicherter Anleihen rückläufig, denn die EZB-Refinanzierung erfolgt nur gegen Stellung von Sicherheiten. Andererseits sind Liquiditätsrisken insbesondere fundamental schwächerer Banken kleiner geworden. Die EZB-Maßnahme eröffnet den Banken Möglichkeiten für Carry-Trades, deren Ertragspotenzial in etwa bei 10% der von der EBA berechneten Kapitallücke liegen dürfte. PK Wir raten zu einer taktischen Übergewichtung, denn Banken im Euroraum haben durch den Dreijahrestender der EZB eine attraktive Call- Option auf Liquidität. Eugen weinberg head of commodity research Die Ölpreise steigen unaufhaltsam: Auf US-Dollar-Basis werden fast schon wieder Preise wie im Juli 2008 erreicht, und selbst in Euro sind sie auf Rekordniveau. Preistreiber sind Befürchtungen von Versorgungsengpässen bei iranischem Rohöl, bessere Konjunkturerwartungen und eine wachsende Risikobereitschaft. Ein weiterer jedoch meist unterschätzter Grund ist die Liquiditätsschwemme der Zentralbanken zu extrem niedrigen Zinsen, die längerfristige Inflationsängste hervorruft. Deshalb ist es keine Überraschung, dass die Netto-Longpositionen von Vermögensverwaltern in Rohöl- Terminkontrakten zurzeit auf dem höchsten Stand seit vielen Monaten liegen; sie könnten vielleicht noch weiter ansteigen. Weltweit scheinen Zentralbanken die andauernde Politik der quantitativen Lockerung als neue Norm anerkannt zu haben. Vielleicht machen sie sich keine Sorgen über eine Inflation auf lange Sicht wir jedoch schon. Rohstoffe, besonders Grund- und Edelmetalle und Energie, sind die einzige liquide Assetklasse, die historisch betrachtet Investoren vor einem realen Währungsverfall in inflationären Phasen schützen können. Deshalb sind sie die wahren Gewinner der neuen Marktlage. EW 9

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11 Leitartikel Global denken lokal handeln Der deutsche Mittelstand war in den letzten Jahren eine der wesentlichen Wachstumslokomotiven der deutschen Volkswirtschaft. Die Entwicklung dieser kleinen bis mittelgroßen Unternehmen die sich oftmals in Familienhand befinden war seit jeher von entscheidender Bedeutung für das Wohlergehen Deutschlands und Europas. Im aktuell schwierigen Umfeld ist dies um so wichtiger. Nikolaus Giesbert Head of Fixed Income and Currencies SALES Der Mittelstand war während der letzten Jahre einer der wichtigsten Wachstumsmotoren der deutschen Wirtschaft. Das Wohlergehen Deutschlands und auch Europas ist eng mit der Leistungskraft dieser mittelgroßen Betriebe verbunden, die in vielen Fällen noch familiengeführt sind. In dem momentan schwierigen wirtschaftlichen Umfeld ist ein gesunder Mittelstand wichtiger denn je zuvor. Die Commerzbank hat über ihre Mittelstandsbank seit jeher eine gute Beziehung zu mittelständischen Unternehmen. Dank der Mitarbeiter in der Fläche, die sehr eng mit den Unternehmen zusammenarbeiten, hat sie ein tiefgehendes Verständnis für deren Bedürfnisse und kann passgenaue Lösungen entwickeln. Durch persönliche Gespräche und 11

12 Perspectives regelmäßige Umfragen kann sie sich ein genaues Bild der relevanten Herausforderungen machen und ihr Angebot dementsprechend anpassen. Die Umfrageergebnisse geben ihr Einblick in die strategischen Überlegungen des Mittelstandes und liefern wichtige Informationen über die Bedarfssituation dieses wichtigen Kundensegments. Corporates & Markets arbeitet eng mit unseren Kollegen aus der Mittelstandsbank zusammen. Die durch Corporates & Markets direkt betreuten Kunden sind hauptsächlich große internationale Unternehmen. Trotzdem haben sie die gleichen Probleme und Herausforderungen wie Manager und Eigentümer aus mittelständischen Unternehmen: die Krise in Europa, Ressourcen-Management, Refinanzierung und das sich ändernde regulatorische Umfeld. Eine unserer großen Stärken als Gesamtbank ist die Entstehung von Synergien zwischen der Mittelstandsbank und den Investment Banking Abteilungen, die wir auf verschiede Arten an unsere Kunden weitergeben. Zum Ersten können wir das Wissen, welches wir aus der Zusammenarbeit mit großen Kunden gewinnen, an den Mittelstand weitergeben. Viele unserer Kunden sind DAX- Unternehmen, deren Erkenntnisse für viele kleinere Firmen von Nutzen sein können. Zum Zweiten findet ein Wissensaustausch in spezifischen Produktbereichen statt. Unsere großen institutionellen Kunden arbeiten mit uns zusammen, um Zugang zu Absicherungsmöglichkeiten, unseren Handelskapazitäten und verschiedenen anderen Produkten zu erhalten. Der Mittelstand kann viele dieser von uns entwickelten Produkte nutzen, um seine Leistungskraft zu stärken und die globale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Wir kooperieren mit der Mittelstandsbank, um deren Kunden Zugang zu den Kapitalmärkten zu verschaffen und international zu expandieren. Corporates & Markets steht ihnen zur Seite, falls sie zum Beispiel eine offene Fremdwährungsposition absichern möchten oder ihr Geschäftsfeld auf Wachstumsmärkte ausdehnen wollen. Ein wichtiges Beispiel ist die Absicherung von Rohstoffrisiken. Unsere Umfragen haben gezeigt, dass die Verwendung von Absicherungsinstrumenten im Mittelstand noch mit Unsicherheiten behaftet ist. Ein Drittel aller mittelständischen Unternehmen nutzt bisher überhaupt noch keine Form der Rohstoffabsicherung, obwohl dies in einer Welt steigender Volatilität bei Rohstoffpreisen und einem weltweit ungesättigten Appetit nach natürlichen Ressourcen entscheidend ist. Die Commerzbank kann ihre Kunden in diesem wichtigen Bereich unterstützen. Ob wir beratend oder als Intermediär tätig werden, Orders ausführen oder Als Universalbank gelingt es uns, die Expertisen von Mittelstandsbank und Corporates & Markets so zu verbinden, dass unsere Firmenkunden sowohl von unserem lokalen als auch globalen Know-how profitieren. unterstützende Dienstleistungen anbieten unser Ziel ist der langfristige Erfolg mittelständischer Unternehmen. Weitere Bereiche, in denen Corporates & Markets dem Mittelstand zur Seite steht, sind die Bilanzanalyse, Beratung bei Absicherungsstrategien oder spezielle Anforderungen von Firmenkunden, wie zum Beispiel Currency-Overlay Strategien. Diese Themen haben für den Mittelstand die gleiche Relevanz wie für große Unternehmen. Natürlich ist dieser Wissensaustausch keine Einbahnstrasse. Der Mittelstand hat den großen Unternehmen ebenfalls einiges zu bieten. Dank unserer engen Zusammenarbeit mit der Mittelstandsbank können wir den Großunternehmen zum gebündelten Wissen des Mittelstands Zugang verschaffen und damit Einblick in die Geschehnisse an der Basis der deutschen Wirtschaft. Dies ist im aktuellen Wirtschaftsumfeld unverzichtbar. Das Schöne am Mittelstand ist dessen Vielseitigkeit. Jeder ist ein Meister in seinem Bereich und strebt danach, für seinen Markt das beste Produkt herzustellen. Wenn man alle Produkte und Dienstleistungen aus dem Mittelstand zusammen nimmt, hat man die Bausteine für eine erfolgreiche Wirtschaft und gleichzeitig eine Erklärung für den Erfolg Deutschlands trotz der weltweiten Konjunkturprobleme in den vergangenen Jahren. Corporates & Markets kommt eine wichtige Rolle zu. Wir sind Partner der Mittelstandsbank bei der Betreuung dieser Firmenkunden. Getreu unserem Motto global denken lokal agieren unterstützen wir diesen immens wichtigen Teil der europäischen Wirtschaft. Wir kombinieren die Expertise der Mittelstandsbank und von Corporates & Markets als Universalbank. Dadurch stellen wir sicher, dass unsere Firmenkunden sowohl vor Ort als auch international uneingeschränkten Zugang zu unserem Know-How haben und dadurch in vollem Umfang an der Konjunkturerholung profitieren. NG 12

13 Leitartikel Eine Initiative für den Mittelstand: Die UnternehmerPerspektiven Was muss eine Bank bieten, damit sie sich mit Recht als die beste Mittelstandsbank bezeichnen darf? Als wir bei der Commerzbank das Segment Mittelstandsbank einrichteten, haben wir diese Frage nicht nur uns selbst, sondern vor allem auch unseren Kunden gestellt. Martin Fischedick Bereichsvorstand Corporate Banking Ein wichtiges Ergebnis aus unzähligen persönlichen Gesprächen und einer intensiven Marktforschung war: Unternehmer wünschen sich eine Bank, die versteht, wie sie denken, die weiß, welche Themen sie bewegen und mit welchen Herausforderungen sie täglich konfrontiert werden. Sie wollen keine Standard-Beratung von der Stange, sondern eine Bank, die glaubhaft und konstant mittelständische Bedürfnisse im Blick hat. Um zu zeigen, dass wir diesen Austausch mit mittelständischen Unternehmen sehr ernst nehmen, haben wir die Initiative Unternehmer wünschen sich eine Bank, die versteht, wie sie denken, die weiß, welche Themen sie bewegen und mit welchen Herausforderungen sie täglich konfrontiert werden. UnternehmerPerspektiven ins Leben gerufen. Ihr Ziel war und ist es, entlang aktueller Fragestellungen den Dialog zwischen Bank und Unternehmen sowie Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu fördern. Damit ist sie im Lauf der letzten sechs Jahre zur zentralen Kommunikationsplattform der Commerzbank im Mittelstandssegment geworden. Der Name ist dabei Programm. Das Format ist konsequent darauf ausgerichtet, den Blickwinkel von mittelständischen Unternehmern einzunehmen und ihre Themen aufzugreifen. So funktioniert die Initiative Wir bearbeiten die Themen, indem wir zunächst bei dem Meinungsforschungsinstititut TNS Infratest eine Studie in Auftrag geben. Befragt werden 4000 mittelständische Unternehmer. Den Fragebogen erstellen wir gemeinsam mit einem ständigen Beirat, einem Gremium aus Unternehmern und Wirtschaftsexperten unter dem Vorsitz von Markus Beumer, Vorstand der Commerzbank und verantwortlich für das Mittelstandsgeschäft. In intensiven Diskussionen kommentieren die Beiräte die erhobenen Zahlen und Antworten. Dabei entstehen belastbare 13

14 Perspectives Aussagen über die Situation des Mittelstands und damit Stoff für die öffentliche Debatte. So werden die Studien zum Sprachrohr für den Mittelstand, und wir sorgen dafür, dass die Ergebnisse im Rahmen vieler Veranstaltungen und mit einer intensiven Medienarbeit in die Öffentlichkeit getragen werden. Die erste Studie trug den Titel Wirtschaft in Bewegung. Sie machte deutlich, dass der Mittelstand selbstbewusst auf seine Gestaltungskompetenz vertraut, auch wenn das hohe Veränderungstempo einer globalisierten Wirtschaft ihn vor viele neue Herausforderungen stellt. Gleichzeitig klagten die Unternehmer über einen Mangel an Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge in der Öffentlichkeit. Dr. Manfred Wittenstein, als CEO der Wittenstein AG, Unternehmer und Mitglied im Beirat der Initiative, formulierte dies einmal so: Wir Unternehmer müssen viel stärker in einen Dialog mit unserer Umwelt treten und selbst eine wirksame Öffentlichkeit für unsere Themen schaffen. Medienarbeit für den Mittelstand Präsentiert werden die Ergebnisse der UnternehmerPerspektiven-Studien im Rahmen einer Pressekonferenz. Bei einigen Themen unterstützen uns dabei prominente Schirmherrn. So auch im Herbst 2011, als der Vorstand der Mittelstandsbank, Markus Beumer, gemeinsam mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen die Ergebnisse der Studie Rohstoffe und Energie: Risiken umkämpfter Ressourcen vorstellte. Für die 2009 veröffentlichte Studie zum Demografischen Wandel übernahm Bundesministerin Ursula von der Leyen die Schirmherrschaft, die 2008 erschienene Studie Wirtschaft im Wertewandel begleitete der damalige Ratspräsident der Evangelischen Kirche Deutschlands, Wolfgang Huber. Das bislang größte Medienecho fand die im Frühjahr 2011 veröffentlichte Studie Frauen und Männer an der Spitze: So führt der deutsche Mittelstand. Während die Diskussion um eine gesetzliche Frauenquote für DAX-Konzerne gerade in vollem Gange war, zeigte unsere Studie, dass der Mittelstand bereits mit gutem Beispiel vorangeht. 20% aller Führungskräfte der obersten Ebene in Unternehmen mit einem Jahresumsatz ab 2,5 Millionen Euro sind Frauen. Bei den deutschen Top-200-Unternehmen dagegen liegt die Quote gerade mal bei 3,2%. Im Dialog mit Unternehmern Das Herzstück der UnternehmerPerspektiven bilden die Dialog-Veranstaltungen. Dazu laden unsere 18 Gebietsfilialen Entscheider aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zu Abendveranstaltungen mit Tiefgang und Unterhaltungscharakter ein. In prominent und unternehmerisch besetzten Talkrunden werden die Studienergebnisse diskutiert und Lösungsmöglichkeiten für den Umgang mit den untersuchten Problemen erörtert. Unsere Moderatoren, Tagesschau-Chefsprecher Jan Hofer und Claudia Kleinert, Wirtschaftsjournalistin und bekannt aus dem Wetter im Ersten, lenken die Diskussionen. Beim anschließenden Empfang können die Gäste wertvolle Netzwerkkontakte knüpfen. Weniger groß, aber dafür noch stärker auf den persönlichen Erfahrungsaustausch ausgerichtet, ist das zweite Veranstaltungsformat der Initiative. Hier laden die Regionalfilialen Unternehmensleiter zu Abenden mit Impulsreferat und anschließendem 14

15 Leitartikel Das Herzstück der UnternehmerPerspektiven bilden die Dialog- Veranstaltungen. Allein im vergangenen Jahr nahmen Gäste hieran teil. Bei den Veranstaltungen zu der Rohstoffstudie, diskutierte Markus Beumer, Mitglied des Vorstands mit namenhaften Unternehmern, Poltitikern und Wissenschaftlern über die Risiken der volatilen Märkte. 78% aller mittelständischen Unternehmen beziehen Rohstoffe oder rohstoffintensive Vorprodukte: Welche Rohstoffe oder rohstoffintensiven Vorprodukte beziehen die Unternehmen? Fossile Rohstoffe Industriemetalle Industrielle pflanzliche Rohstoffe Chemische Rohstoffe Gesteine und Sedimente Gesamtwirtschaft Verarbeitendes Gewerbe % moderierten Dialog ein. Das Feedback der Unternehmer zu allen Veranstaltungen wird systematisch erfasst und ausgewertet. Damit stellen wir sicher, dass die Erwartungen und Interessen der Mittelständler auch tatsächlich getroffen werden und sie auf Themen hinweisen können, die ihnen besonders am Herzen liegen. Allein im letzten Jahr haben Gäste unsere Veranstaltungen besucht. Im Zuge von Social Media haben wir zudem eine exklusive UnternehmerPerspektiven-Gruppe im Business-Netzwerk XING gegründet und damit für die Unternehmer die Möglichkeit geschaffen, die Themen der Studien auch nach den Veranstaltungen online weiter zu diskutieren. Agrarrohstoffe Edelmetalle Seltene Erden Mindestens ein Rohstoff genannt Wir verstehen Mittelständisch! Ein echter Dialog setzt voraus, dass man sich auch für Kritik öffnet. Der Erfolg der UnternehmerPerspektiven ist auch darin begründet, dass wir Themen nicht ausklammern, nur weil sie für uns als Bank unbequem sein könnten. Ganz im 15

16 Perspectives Gegenteil gab es nach dem Abklingen der globalen Wirtschafts- und Bankenkrise in den Diskussionen zur Studie Der Mittelstand und seine Banken durchaus kritische Stimmen. Zum einen hatte das Image der Bankenlandschaft insgesamt gelitten, zum anderen war die Mehrheit der Unternehmer lediglich mittelmäßig zufrieden mit ihrer Hausbank. McKinsey-Director und Beirat der Initiative, Dr. Jürgen Meffert, fasste die Anforderungen an die Bank damals so zusammen: Es ist wichtig, dass sich die Bank mit den Finanzierungsthemen der Kunden kritisch und auf Augenhöhe auseinandersetzt, Risiken identifiziert und sich als aktiver Sparringspartner positioniert. Die Bereitschaft des Mittelstands, sich für einen konstruktiven Dialog zu öffnen, ist vorhanden, wie die Studie zeigt. Es war die richtige Entscheidung, dass wir der Kritik ein Forum geschaffen und in den Veranstaltungen diskutiert haben. Im selben Jahr wurde die Commerzbank von der Zeitschrift FOCUS Money als Beste Mittelstandsbank des Jahres ausgezeichnet, und die UnternehmerPerspektiven erhielten den Internationalen Deutschen PR-Preis in der Kategorie Business-to-Business-Kommunikation. Wissen vermitteln, Orientierung stiften Was die Unternehmer in den Befragungen zu unseren Studien immer wieder artikulieren, ist ihr Informationsbedarf. Dass die UnternehmerPerpektiven die ideale Plattform für den Austausch von Wissen sind, zeigt auch die aktuelle Studie Rohstoffe und Energie: Risiken umkämpfter Ressourcen. Sie offenbart, warum der Mittelstand die Frage der Rohstoffversorgung für eine ganz entscheidende Herausforderung hält. Die Unternehmer gaben an, dass ihnen die Volatiliät der Märkte sehr zu schaffen macht. Vor diesem Hintergrund konnten 40% der Befragten nicht abschätzen, ob das eigene Unternehmen in Sachen Energie- und Rohstoffversorgung gut aufgestellt ist. Der Dialogcharakter der UnternehmerPerspektiven macht es möglich, solche Herausforderungen aufzuzeigen und Informationslücken zu schließen. Getreu der Devise Man muss nicht unbedingt seinen gesamten Rohstoffbedarf absichern, aber man sollte zumindest seine Möglichkeiten kennen informierten wir auf den Podien und in zahlreichen Medienbeiträgen über die Wege, wie sich Unternehmer gegen Preisschwankungen wappnen können. Ausblick: Die 12. Studie der UnternehmerPerspektiven Gegenwärtig ist die europäische Staatsschuldenkrise das dominierende Thema in der Wirtschaftsberichterstattung. Aber auch einige öffentliche Haushalte hierzulande stehen unter starkem Schuldendruck. Die UnternehmerPerspektiven nähern sich mit ihrer nächsten Studie dem Thema aus Sicht des Mittelstandes. Ihr Titel: Gute Schulden, schlechte Schulden: Unternehmertum in schwierigen Zeiten. Die Ergebnisse dieser inzwischen 12. Studie werden wir am 14. Mai präsentieren. Auch bei diesem Thema zeichnet sich ein großes Orientierungsbedürfnis der mittelständischen Unternehmer ab. Die Eigenkapitalversorgung der meisten Unternehmen ist hervorragend. Dennoch agieren sie derzeit eher kurzfristig und setzen weniger auf langfristige Investitionen. Die Eurokrise wird von den Befragten als entscheidender Faktor für eine von vielen Unternehmern beklagte Planungsunsicherheit bewertet. Ab Mai wird es deshalb für uns darum 16

17 Leitartikel Deshalb werden wir den Dialog fortführen und weiter dazu beitragen, das gegenseitige Verständnis von Mittelstand, Öffentlichkeit und Bank zu verbessern. Networking wird bei den UnternehmerPerspektiven-Veranstaltungen groß geschrieben: Nicht nur auf den Podien wird rege diskutiert sondern auch beim anschließenden Get Together. Die Unternehmen erwarten gravierende wirtschaftliche Probleme, sehen aber auch die Chance für einen Innovationssprung. Welche Auswirkungen werden die Entwicklungen auf den Energie- und Rohstoffmärkten in Ihrer Branche haben? Die Ressourcenknappheit zwingt uns, innovativ zu sein Die Geschäfte werden unsicherer und schwerer kalkulierbar Die Profitabilität wird dauerhaft belastet 50 Zulieferer gewinnen an Bedeutung und Marktmacht Es entstehen neue Märkte und Absatzmöglichkeiten Internationale Wettbewerber profitieren von einem besseren Zugang zu Rohstoffen Unternehmen werden verstärkt eigene Energie erzeugen Es kommt zu Versorgungsengpässen % gehen, die Statements aus dem Mittelstand aufzugreifen und in den Veranstaltungen zu diskutieren. Mit den UnternehmerPerspektiven setzen wir seit nun sechs Jahren aktuelle Themen aus den Unternehmen auf die öffentliche Agenda. Die unzähligen positiven Rückmeldungen auf die Veranstaltungen und die breite, überregionale Medienresonanz sind für uns der Beweis, dass unsere Initiative ihren Platz im Wirtschaftsleben gefunden hat. Deshalb werden wir den Dialog fortführen und weiter dazu beitragen, das gegenseitige Verständnis von Mittelstand, Öffentlichkeit und Bank zu verbessern. Denn die Themen gehen den UnternehmerPerspektiven nicht aus. Je bewegter und unübersichtlicher die Märkte werden, desto wichtiger ist es, Wissen auszutauschen und gemeinsam Lösungsansätze für den Unternehmensalltag zu entwickeln. Unternehmen werden sich an Rohstoffzulieferern beteiligen Der technologische Fortschritt wird aufgrund knapper Ressourcen gebremst Die Ergebnisse unserer letzten Umfrage finden Sie unter und MF 17

18 Perspectives Rohstoffen als vielmehr eine Vielzahl globaler Faktoren, die den Zugang zu diesen Rohstoffen und die Stabilität der Preise gefährden. Denn der Rohstoffbedarf der Unternehmen ist hoch: Drei von vier mittelständischen Unternehmen benötigen Rohstoffe oder rohstoffintensive Vorprodukte. Als Konsequenz daraus erwartet die Hälfte der Unternehmen riskantere und schwerer kalkulierbare Geschäfte und eine dauerhafte Belastung der Profitabilität. Rohstoffe und Energie: Risiken umkämpfter Ressourcen Wir befragten Unternehmer. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Innovationen der Schlüssel zur Problemlösung und zum Ausnutzen von Chancen sind. Während die Versorgung mit Energie und die Preise für Strom im Zuge der Energiewende intensiv diskutiert werden, ist für den Mittelstand die Rohstoffversorgung das größere Problem. Die 11. Studie der UnternehmerPerspektiven zeigt, dass steigende und schwankende Rohstoffpreise die Unternehmen deutlich stärker belasten als die Energiepreise. Fast jeder zweite mittelständische Unternehmer und Manager betrachtet die Rohstoff- und Energieversorgung in Deutschland mit Sorge: 40% rechnen mit Abstrichen in der Wirtschaftsleistung, 7% sehen Deutschland sogar vor einer ausgesprochen schwierigen Situation. Grund für die Besorgnis ist weniger die tatsächliche Knappheit von Die Befragung dokumentiert aber auch, dass viele Mittelständler die damit verbundenen Probleme erkennen und mehr als die Hälfte glaubt, diese zu lösen. Befragt nach den Folgen der Verknappung von Ressourcen, geben 52% der Unternehmen an, dass sie die schwieriger werdende Energie- und Ressourcenversorgung zu Innovationen zwingt, 45% erwarten neue Märkte und Absatzmöglichkeiten. Nur eine Minderheit von weniger als einem Fünftel fürchtet, dass der technische Fortschritt gebremst werden könnte. In der Praxis bleibt der große Innovationsschub hingegen derzeit noch aus. Bislang bemühen sich nur 35% um mehr Effizienz beim Rohstoffverbrauch, 23% kümmern sich um Energieeffizienz und 31% nutzen Recycling, um den Verbrauch zu reduzieren. Stattdessen setzen die Unternehmen vermehrt auf Einsparungen im Einkauf. Sie suchen neue Lieferanten und verhandeln gleichzeitig längere Verträge mit den bestehenden Zulieferern. Der Mittelstand versucht außerdem, Preissteigerungen und Preisrisiken im Absatz weiterzugeben oder durch Kostensenkung an anderer Stelle zu kompensieren. Finanzinstrumente zur Absicherung nutzen nur Wenige: Während Termingeschäfte zur Absicherung von Zinsund Währungsrisiken für mittelständische Unternehmen zum üblichen Geschäft gehören, werden Finanzinstrumente zur Absicherung von Rohstoffrisiken nur von 10% eingesetzt. Als Grund, warum diese Sicherungsinstrumente hier nicht genutzt werden, führen 51% der Unternehmen an, sie seien ihnen zu teuer, für 49% sind sie zu komplex und 48% beurteilen sie als zu riskant. Einem Drittel der Unternehmer und Geschäftsführer sind solche Finanzprodukte gar nicht bekannt. MF Gut zwei Drittel der befragten Unternehmer klagen darüber, dass sich steigende Rohstoffpreise negativ auf ihr Geschäft auswirken. 18

19 Leitartikel EUR-PLN) befragt. Gesucht wird ein mittelfristiger Währungstrend, der sich zur Wechselkursprognose eignet, aber kurzfristige Verwerfungen möglichst ausblendet. FX Compass: Die Commerzbank- Devisenumfrage Seit 12 Monaten befragen wir deutsche Unternehmen mit Außenhandelsorientierung zu ihrer Wechselkurseinschätzung der kommenden 3, 6 und 12 Monate. Der auf der Umfrage basierende FX Compass-Index hat sich als wertvoller Richtungsindikator für die mittelfristige Entwicklung am Devisenmarkt erwiesen. Die Unternehmenssicht fügt dem Devisenmarkt nicht nur einen wichtigen Aspekt hinzu, die Performance der 3 und 6 Monats-Einschätzung kann sich sehen lassen Idee: Unternehmensumfrage als Währungsprognose Seit Februar 2011 werden deutsche Unternehmen mit Außenhandelsorientierung in einer anonymen Umfrage einmal pro Monat zu Ihrer Einschätzung zu den gemessen am deutschen Außenhandel vier wichtigsten Währungspaaren (EUR-USD, EUR-GBP, EUR-CHF und Hintergrund: Die Unternehmenssicht ein wichtiger Aspekt am Devisenmarkt Die dauerhaft angelegten Geschäftsbeziehungen und das strategische Handelsinteresse machen deutsche Exporteure und Importeure zur 1. Wahl einer Devisenumfrage. Denn die Außenhandelsunternehmen bringen sowohl die notwendige Expertise als auch die langjährige Erfahrung mit ein. Das zugrundeliegende strategische Geschäftsinteresse führt zu einer aktiven Währungsanpassung, während gleichzeitig über Timing und Volumen deutliche Trends gesetzt werden. Sein Weltklasseniveau hat der deutsche Außenhandel jüngst erneut bewiesen: Trotz Euroraum-Staatsschuldenkrise konnten deutsche Exporte im Jahr 2011 die 1-Billionen-Euro-Marke überwinden und gegenüber dem Vorjahr um bemerkenswerte 11,4% zulegen. Im gleichen Zeitraum stiegen die Importe sogar um 13,2% auf EUR 902 Milliarden, und damit ebenfalls auf einen neuen Rekordwert. Umfrage-Ergebnisse Um aus den unterschiedlichen EUR-USD-Einschätzungen einen Trend herauszufiltern, wurde der FX Positionierungsindex kreiert. Dieser berechnet sich als Summe aller Euro-Bullen abzüglich der Summe aller Euro-Bären. Ein positiver Wert gibt demnach an, dass die Mehrheit der Umfrageteilnehmer mit einer Euro-Aufwertung rechnet, während ein negativer Wert zeigt, dass die meisten Unternehmen mit einer Abwertung der europäischen Einheitswährung rechnen. In den vergangenen 12 Monaten zeigten deutsche Unternehmen auf Sicht von 3, 6 und 12 Monaten zwar eine recht differenzierte EUR-USD-Einschätzung, konnten aber eine äußerst positive Trefferbilanz aufweisen. Mit ihrer Dreimonatseinschätzung lagen die deutschen Außenhändler in 7 von 10 Fällen richtig, mit ihrer 6-Monatssicht sogar in 6 von 7 Fällen. Die Trefferbilanz der befragten, meist mittelständischen Unternehmen kann sich sehen lassen. Hätte man sich gemäß des mittelfristigen 6-Monats-Index des FX Compass positioniert, hätte man in den letzten 7 Monaten einen Wertzuwachs von 25,9% (das entspricht 15,1% p.a.) erzielt. Beim 3-Monats-Index betrug die Wertsteigerung im Lauf der letzten 10 Monate 14,5% oder gut 12% p.a.. Verglichen mit dem Stark-Index der professionellen Asset- und Hedgefondsmanager, der von April bis Januar 2012 insgesamt 9% an Wert verlor (das entspricht -6,75% p.a.), und den derzeit an den Finanzmärkten zu beobachtenden Durchschnittsrenditen ein sehenswertes Ergebnis. AB 19

20 Perspectives Deutschland: Zu gut um wahr zu sein? Perspectives befragte einen unserer führenden Volkswirtschaftler zur Zukunft Deutschlands, und ob es seine Wettbewerbsfähigkeit und seinen Erfolg in einem so schwierigen globalen Marktumfeld wird halten können. Ralph solveen Research economist Die deutsche Wirtschaft wird in den kommenden Jahren voraussichtlich stärker wachsen als die Wirtschaft in den meisten anderen Euro-Ländern. Denn Deutschland wird vorerst weiterhin von seiner verbesserten preislichen Wettbewerbsfähigkeit profitieren. Allerdings dürfte dieser Vorteil allmählich wieder verloren gehen, wodurch auch die derzeit in Vergessenheit geratenen strukturellen Probleme Deutschlands, wie die ungünstige demographische Entwicklung, wieder mehr in den Fokus rücken könnten. Deutschland scheint derzeit im Euroraum das Maß aller Dinge zu sein. Angesichts der vergangenen beiden Jahre kann dies eigentlich auch niemanden verwundern. Denn während sich die meisten anderen Euro-Länder nur sehr langsam von dem Einbruch der Konjunktur im Winterhalbjahr 2008/2009 erholen konnten, hat Deutschland seit dem Frühjahr 2009 einen beeindruckenden Aufschwung erlebt. Und während in vielen Ländern die Arbeitslosenzahlen gestiegen oder wie in Spanien teilweise sogar nach oben geschossen sind, ist in Deutschland die Arbeitslosigkeit so niedrig wie zuletzt Anfang der neunziger Jahre. Nicht umsonst orientieren sich die in 20

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