2008 Qualifikationsverfahren Detailhandelsfachfrau/ Detailhandelsfachmann Lokale Landessprache LÖSUNGEN schriftlich Serie 5/5 Pos. 3.

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1 2008 Qualifikationsverfahren Detailhandelsfachfrau/ Detailhandelsfachmann Lokale Landessprache LÖSUNGEN schriftlich Serie 5/5 Pos. 3.1 Name: Vorname: Prüfungsnummer: Prüfungsdatum: Zeit 60 Minuten für 13 Aufgaben Bewertung Die maximal erreichbare Punktzahl ist bei jeder Aufgabe aufgeführt. Bei mehreren Antworten auf eine Frage ist die Reihenfolge der Antworten für die Bewertung ohne Bedeutung. Hilfsmittel Rechtschreibewörterbuch (kein elektronisches) Notenskala Punkte = Note Punkte = Note 5, Punkte = Note Punkte = Note, Punkte = Note 5-5 Punkte = Note 3, Punkte = Note Punkte = Note 2, Punkte = Note Punkte = Note 1,5 0 - Punkte = Note 1 Total 100 Punkte Unterschrift der beiden Prüfungsexperten/innen: Erreichte Punkte: Note: Erarbeitet durch: Autorinnen-/Autorenteam der Sprachregionalen Prüfungskommission im Detailhandel, Subkommission Deutschschweiz Herausgeber: SDBB, Abteilung Qualifikationsverfahren, Bern

2 STRASSENBAUER, BALD KEIN MÄNNERBERUF MEHR? Rollen werden sehr früh eingeübt und es werden typische Verhaltensmuster für Männer und Frauen eingeschliffen. In den letzten 20 Jahren ist einiges in Bewegung geraten. Die Ausbildungsbereitschaft hat auch bei den jungen Frauen einen grösseren Stellenwert erhalten. Sie wählen zudem auch Berufe, die früher nur Männern vorbehalten waren. So lernen derzeit 16 junge Frauen Strassenbauerin. Von der Apotheke auf den Strassenbau Jeannine Meier, die bei der Firma H. Graf AG in Zufikon AG arbeitet, begann ihre berufliche Karriere in einer Apotheke. Tee mischen war zwar eine feine Arbeit, aber sie entsprach nicht meinem Naturell. Ich verrichte lieber eine Arbeit, bei der ich auch körperlich gefordert bin, sagt die Lernende. Deshalb suchte sie eine Lehrstelle als Strassenbauerin. Eine Frau in einem Männerberuf entspricht zwar nicht der allgemeinen Vorstellung unserer Gesellschaft, doch für Jeannine Meier war das bei der Berufswahl nie ein Kriterium. Sie sagt dazu: Die Meinung, der Mann müsse einem Verdienst nachgehen und die Frau gehöre an den Herd, gehört der Vergangenheit an. Der Einstieg ins Berufsleben war für sie, wie auch für viele junge Männer, ziemlich hart. Doch die Lernende gewöhnte sich an die harte körperliche Arbeit und auch der Muskelkater verschwand mit der Zeit. Im Kollegenkreis wunderte man sich vor allem über den Wechsel von der Apotheke zum Strassenbau. Das ist wie Tag und Nacht, sagten ihre Bekannten. Wenig begeistert von ihrer Berufswahl war ihr Vater, weil er wusste, was auf dem Bau gefordert wird. Ich konnte ihn jedoch davon überzeugen, dass es um meine Zukunft geht und ich Freude an diesem Beruf habe, berichtete Jeannine. Von der Mutter wurde sie von Anfang an unterstützt, sie hatte keine Bedenken. Überrascht war die Lehrtochter, dass sie von ihren Kollegen am Arbeitsplatz so gut aufgenommen wurde. Ich dachte zuerst: Alles Männer und erst noch Ausländer, das wird schwierig werden. Doch ich wurde zu meiner Überraschung von allen herzlich aufgenommen, freut sich die Strassenbauerin. Auch für Männer eine strenge Arbeit Marilyn Baumann aus Chur hat ihre Eltern schon mehrmals überrascht: Zuerst habe ich die Rekrutenschule absolviert und dann habe ich gesagt: Jetzt gehe ich auf den Bau. Da gab es schon lange Gesichter. Doch nach der Schnupperlehre bei einem Strassenbauer war sie überzeugt, den richtigen Beruf gefunden zu haben. Marylin fand eine Lehrstelle bei der Implenia Bau AG in Chur. Auf den Einwand, Strassenbauer sei ein harter Beruf und verlange körperlichen Einsatz, entgegnete die blonde Bünderin: Das stimmt, aber das gilt auch für Männer. Ob eine Frau einer solchen Arbeit gewachsen sei, hänge vor allem von ihrem Körperbau ab, meint die Lernende. Bis jetzt hatte ich noch nie Probleme mit meiner Arbeit, auch wenn ich schwere Arbeit verrichten musste, sagt Marilyn. Ihren Kollegen hat sie von Anfang an klargemacht, dass sie auf keine Hilfe angewiesen ist. Sie wird deshalb behandelt wie alle anderen. Marilyn ist überzeugt, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Ob es sich um Flickarbeiten, Randsteinpflästerungen oder um Fugenarbeiten handelt - sie packt zu und steht ihren Mann. Zuversichtlich beginnt sie das zweite Lehrjahr und ist entschlossen, ihre Lehrzeit erfolgreich zu beenden. Bearbeitet und gekürzt nach Baustelle, die Zeitung für Verkehrswegbauer, September 2007 Pos. 3.1, Lokale Landessprache schriftlich, Serie 5/5 Seite 1

3 Aufgaben A TEXTVERSTÄNDNIS 1 Strassenbauer, bald kein Männerberuf mehr? Behauptungen Markieren Sie mit einem Kreuz (X), ob die Aussagen zum Text "Strassenbauer, bald kein Männerberuf mehr?" richtig oder falsch sind. Behauptung richtig falsch a) Strassenbauer wird bald kein Männerberuf mehr sein. X b) c) d) e) f) Mädchen interessieren sich weniger und weniger für eine Berufslehre. Jeannine Meier findet, dass es in unserer Gesellschaft nicht mehr so sei, dass die Frau zu Hause bleiben solle, während der Mann arbeiten gehe. Der Einstieg ins Berufsleben verlief für Jeannine Meier reibungslos. Jeannine Meiers Eltern hatten von Anfang an Bedenken wegen der Berufswahl der Tochter. Marylin Baumann machte ihren männlichen Kollegen von Anfang an klar, dass sie auf deren Hilfe zählte. X X X X X 6 2 Strassenbauer, bald kein Männerberuf mehr? Textstellen finden Geben Sie die Antworten zu den unten stehenden Aufgaben zum Text "Strassenbauer, bald kein Männerberuf mehr?" in Stichworten an. Aufgabe a) Nennen Sie zwei Beweggründe, die junge Frauen dazu bringen, eine Lehre im Strassenbau zu beginnen. b) Nennen Sie einen Grund, warum der Einstieg ins Berufsleben als Strassenbauerinnen für junge Frauen hart ist. c) Nennen Sie einen Grund, warum Marylin Baumann von den Kollegen wie alle anderen behandelt wird. Antwort z. B. Überwindung der Rollengrenzen; zunehmende Ausbildungsbereitschaft z. B. physische Anstrengung; Akzeptanz im privaten Umfeld nur zögernd z. B. Sie hat ihnen von Anfang an klar gemacht, dass sie auf keine Hilfe angewiesen ist. 3 Strassenbauer, bald kein Männerberuf mehr? Zusammenfassung Fassen Sie die wichtigste Aussage des Textes in einem sprachlich korrekten und vollständigen Satz zusammen. (1 Punkt für richtigen Inhalt und 1 Punkt für korrekte Sprache) z. B. Heute ist es für junge Frauen normal, sich auch in körperlich anstrengenden ehemaligen Männerberufen mit Freude zu bewähren. 2 Übertrag 12 Pos. 3.1, Lokale Landessprache schriftlich, Serie 5/5 Seite 2

4 Aufgaben A TEXTVERSTÄNDNIS Übertrag 12 Strassenbauer, bald kein Männerberuf mehr? Beantworten Sie die unten stehenden Fragen zum Text in je einem eigenen vollständigen und sprachlich korrekten Satz. (Pro Satz 1 Punkt für richtigen Inhalt und 1 Punkt für korrekte Sprache) a) Woraus besteht die tägliche Arbeit der porträtierten Strassenbauerinnen? Sie führen Flickarbeiten, Randsteinpflästerungen und Fugenarbeiten aus. b) Wie fühlen sich die Strassenbauerinnen von ihren männlichen Kollegen am Arbeitsplatz aufgenommen? z. B. Sie kommen sich herzlich aufgenommen vor. c) Welche Anforderungen müssen die jungen Frauen erfüllen, damit sie im Strassenbau erfolgreich arbeiten können? Individuelle Lösungen z.b. Sie müssen eine robuste körperliche Konstitution aufweisen. d) Welche Einschätzung ihrer Arbeit im Strassenbau haben die im Text porträtierten Frauen gemeinsam? z. B. Sie halten ihre Arbeit für eine herausfordernde Tätigkeit, die sie persönlich befriedigt. 8 Übertrag 20 Pos. 3.1, Lokale Landessprache schriftlich, Serie 5/5 Seite 3

5 Aufgaben B WORTSCHATZ Übertrag 20 5 Wortarten ergänzen Ergänzen Sie die jeweils fehlenden Wortarten mit Wörtern aus der gleichen Wortfamilie. Nomen Verb Adjektiv a) der/die Lernende lernen lernfreudig b) Lehre lehren lehrreich 6 Synonyme finden Suchen Sie für die folgenden Wörter je ein Wort mit gleicher oder ähnlicher Bedeutung (= Synonym). Wort aus dem Text Bedeutung a) Rollen (Zeile 3) Verhaltensweisen, Aufgaben b) typisch (Zeile 3) charakteristisch c) eingeschliffen (Zeile ) eingeprägt, eingehämmert d) Stellenwert (Zeile 5) Bedeutung 7 Ausdrücke erklären Erklären Sie die folgenden Textstellen in je einem eigenen vollständigen und korrekten Satz. (Pro Satz 1 Punkt für richtigen Inhalt und 1 Punkt für korrekte Sprache) a) "...typische Verhaltensmuster... (Zeile 3) z. B. Schon früh werden Mädchen und Jungen auf ein bestimmtes Verhalten getrimmt. b) "...sie packt zu und steht ihren Mann. (Zeile 52) z. B. Sie erledigt ihre Arbeit genauso kompetent wie ein Mann. Übertrag 32 Pos. 3.1, Lokale Landessprache schriftlich, Serie 5/5 Seite

6 Aufgaben C STILISTIK/ARGUMENTIEREN Übertrag 32 8 Sprachebenen Ausdrücke ersetzen Formulieren Sie die folgenden Sätze in die jeweils angegebene Sprachebene um. (pro Satz 1 Punkt für richtige Sprachebene und 1 Punkt für korrekten Sprachgebrauch) a) "Die Ausbildungsbereitschaft hat einen grösseren Stellenwert erhalten." (Zeile /5) Umgangssprache: z. B. Lust auf Lernen b) "Tee mischen entsprach nicht meinem Naturell." (Zeile 12/13) Umgangssprache: z. B. war nicht mein Ding c) "Wenig begeistert von ihrer Berufswahl war ihr Vater,..." (Zeile 26/27) Gassensprache (Slang): z. B. angeschissen d) "Auch für Männer eine strenge Arbeit" (Zeile 36) gehobene Sprache: z. B. physisch anforderungsreiche Arbeit 9 Argumentieren Finden Sie im Text insgesamt zwei Argumente, die für eine Eignung von Frauen im Strassenbau sprechen und zwei Argumente, die dagegen sprechen. zwei Argumente dafür z.b. Frauen sind oft anpassungsfähig. z.b. Frauen bringen echte Motivation für die Arbeit an der frischen Luft mit. zwei Argumente dagegen z.b. unpassende Arbeit für kleinere Frauen mit grazilem Körperbau z.b. Rücksichtnahme auf ihr Umfeld, das kritisch reagiert. Übertrag 0 Pos. 3.1, Lokale Landessprache schriftlich, Serie 5/5 Seite 5

7 Aufgaben D 10 Zeiten FORMALE KORREKTHEIT Übertrag 0 Setzen Sie die Verben in Klammern in die richtigen Zeitformen. Nachdem die junge Frau eine Lehrstelle gefunden hatte, (finden), war (sein) sie glücklich Satzbau Formen Sie den Hauptsatz in eine Hauptsatz-Nebensatz-Kombination (= ein Satzgefüge) um und setzen Sie die Satzzeichen. (1 Punkt für das korrekte Satzgefüge und 1 Punkt für korrekte Satzzeichen) a) Trotz der schlechten Arbeitsmarktsituation fand die junge Frau schliesslich eine Lehrstelle. z.b. Obwohl die Arbeitsmarktsituation schlecht war, fand die junge Frau... b) Am Abend war ich manchmal zum Umfallen müde. z.b. Am Abend war ich manchmal so müde, dass ich fast umfiel. 12 Rechtschreibung Korrigieren Sie die im folgenden Satz enthaltenen vier Rechtschreibefehler direkt in den Satz hinein. Ihre Kollegen und Kolleginnen hoffen, dass Jeannine Meier sich in ihrem zukünftigen Beruf wohlfühlen wird. Übertrag 50 Pos. 3.1, Lokale Landessprache schriftlich, Serie 5/5 Seite 6

8 Aufgaben E TEXT VERFASSEN Übertrag Lösen Sie eine der beiden unten gestellten Aufgaben. 1 Stellungnahme Frauen in Männerberufen... Männer in Frauenberufen... Was halten Sie davon, dass Männer z.b. Hebammen werden? Nennen Sie je drei Vorteile und drei Nachteile, wenn ein Mann den Beruf als Hebamme ausübt. Schliessen Sie Ihren Text mit einem begründeten Urteil ab. mindestens 200 Wörter 2 Brief ODER Eine Arbeitskollegin teilt Ihnen mit, dass sie vom Detailhandel genug hat und gerne eine zweite Lehre im Strassenbau machen möchte. Sie bittet Sie um Ihre Meinung. Sie schreiben ihr einen Brief. mindestens 200 Wörter gewählte Aufgabe: Pos. 3.1, Lokale Landessprache schriftlich, Serie 5/5 Seite 7

9 Korrekturhinweise Inhalt 15 Aufbau 10 Grammatik/Satzbau Rechtschreibung 10 Zeichensetzung 5 Insgesamt 50 Total 100 Pos. 3.1, Lokale Landessprache schriftlich, Serie 5/5 Seite 8

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