PFEFFERMÜHLENPROGRAMME

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1 Glaube, Liebe, Selbstanzeige mit Franziska Schneider/Miriam Hornik, Matthias Avemarg, Frank Sieckel a. G. am Piano: Dietmar Biebl / Hartmut Schwarze am Schlagzeug: Peter Jakubik / Steffen Reichelt Regie: Matthias Nagatis Glaube, Liebe, Hoffnung oder Selbstanzeige? Die Hoffnung stirbt zuletzt. Das hoffen wir jedenfalls. Wenn sie aber doch schon von uns gegangen ist, dann bleibt nur der Ausweg, selbst aktiv zu werden, um Glaube und Liebe wiederzubeleben. Jeder Steuersünder, der nach dem Motto lebt: Spare in der Schweiz, so hast du in der Not, und der dank einer Selbstanzeige mit einem halbherzigen Du, du! davonkommt, darf doch glauben, dass der Staat ihn liebt. Und der Staat glaubt an Gegenliebe und hofft auf weitere Selbstanzeigen. Sie ersparen ihm viel Arbeit und das hässliche Image der Knöllchen-verteilenden Politesse. Und jeder Schreibtischtäter, der von seinem Computer aus ferngelenkte Drohnen abfeuert, darf glauben, ein Werk der Liebe zu vollbringen, denn sein Werkzeug wurde, wenn schon nicht vom lieben Gott persönlich, so doch von den selbst ernannten Göttern im Amt abgesegnet. Die Pfeffermühle hat weder an Liebe noch an Glaube gespart, weitere Beispiele des Doit-Yourself-Report aufzuspüren und sie dem Publikum anzuzeigen. Sollten diese Beispiele Schule machen, dann bleibt wenigstens die Hoffnung auf eine Selbstanzeige von Glaube und Liebe. Alternierend zu Miriam Hornik natürlich: Franziska Schneider...

2 Kaputt ist anders mit Sabine Gehre, Marcus Seimel, Torsten Stoll Regie / Textbearbeitung: Hans Holzbecher Autoren: Axel Cruse, Gernot Voltz In seiner Wohnküche probt Herr Schmadtke penibel die Geiselnahme des Bankdirektors, der ihn um seine Existenz gebracht hat: Frau, Häuschen, Kinder, alles weg, und jetzt sitzt er in der 2-Raum - Sozialwohnung und träumt von der ultimativen Rache des kleinen Mannes. Doch schnell wird klar: dieser Mann ist für ein Kapitalverbrechen so geeignet wie Peer Steinbrück als Kanzlerkandidat der SPD. Glücklicherweise hat er zwei Nachbarn, die regelmäßig unangemeldet hereinplatzen und das Schlimmste verhindern. Die unfreiwillige Notgemeinschaft in einem Mehrfamilienhaus irgendwo in Deutsch land sortiert satirisch ihr persönliches und das bundesrepuklikanische Chaos: da wird Zypern zum größten Finanzbordell des Mittelmeers, vorzeitig abgebrochene Pharmatests mit DDR Bürgern führen zum Fall der Mauer und ein Nachbarschaftsstreit droht den Dritten Weltkrieg auszulösen. Und immer wieder lassen unerwartete Besucher die Situation weiter eskalieren: Der Mann vom Pizza Service, der als Lösung für Analogkäse und Ekelfleisch die Digitalpizza bei Facebook entwickelt hat. Polizisten in der Sinnkrise, die mal gerne Knüppel-aus-dem-Sack" bei der NPD spielen wollen oder eine Unternehmerin, die sich ganz ohne Frauenquote einen Dax-Konzern erheiratet hat. Ein vergnügtes Panorama bundesrepublikanischen Wahnsinns aber irgendwo ist auch immer der versteckte Notausgang für alle Krisensituationen. Schwarz, Rot, Geld mit Franziska Schneider / Miriam Hornik, Matthias Avemarg / Burkhard Damrau, Hans-Jürgen Silbermann / Matthias Nagatis am Piano: Dietmar Biebl / Hartmut Schwarze am Schlagzeug: Peter Jakubik / Steffen Reichelt Regie: Rolf Voigt Politisches Kabarett mit dem gewissen gewitzten Augenzwinkern, dem klugen Wortspiel, dem feinen Spott, dem stecken gebliebenen Lachen im Hals - satirisch verschnürt, lustvoll gespielt und musikalisch angefeuert! Genau das erwartet Sie in Schwarz, Rot, Geld. Die Kabarettisten der Pfeffermühle folgen in diesem Programm mit beinahe detektivischer Raffinesse der Spur des Geldes durch die Republik. Und der Gedanke ans Geld beherrscht nun einmal die Deutsche Republik von Sonnenauf- bis -untergang. Doch zur Nacht spielen die Computer verrückt und verschieben Milliarden. Da spielt, wie auch im Bundestag, eine Null mehr oder weniger keine Rolle mehr. Wenn wir morgen aufwachen, ist Griechenland entweder schon gerettet oder verraten und verkauft. Ein perfektes System, das auf dringliche Bitte unserer First Lady jede Menge Geld auf den Markt schmeißt, aber niemand weiß, woher es kommt und wohin es geht. Fakt ist nur: Auf dem Leipziger Wochenmarkt kommen die Milliarden nicht an. Doch die Hausfrau tröstet sich: Ihr Geld ist ja nicht weg es hat nur jemand anderes. Spaß und verblüffende Erkenntnis für s Publikum und die Kabarettisten warten nach der Vorstellung an der Kasse auf den von Ihnen dort hinterlegten Ehrensold. M. Avemarg F. Schneider da capo H.-J. Silbermann M. Hornik M. Nagatis B. Damrau da capo mit Burkhard Damrau & Dieter Richter am Piano: Marcus Ludwig Da passt jede Geste, da stimmt jedes Wort, da wird pointiert Politisches satirisch auf den Punkt gebracht in da capo, dem beliebten Klassiker der Pfeffermühle. Ein gnadenlos geglückter Mix von Texten älterer und aktueller Mühlenprogramme, den die großartigen Darsteller Burkhard Damrau und Dieter Richter zu einem unvergleichlichen und unvergesslich vergnügten, humorvoll intelligenten und politisch feurig gewürzten Abend machen. Marcus Ludwig am Piano rundet den Mix musikalisch perfekt ab.

3 Die Ente bleibt draußen! ein Loriot-Abend in der Leipziger Pfeffermühle mit neuer Besetzung: Wieder dabei: Ute Loeck! Und neu besetzt mit Hans-Jürgen Silbermann an der Seite von Manja Kloss und Matthias Avemarg Regie: Rolf Voigt Musikalische Begleitung: Aisel Esslinger - Violine, Marie Petzold - Violoncello (Studentinnen der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy Leipzig) Und was für eine geglückte Inszenierung. Die Ente bleibt draußen! ist ein Paradestück eines interessanten, spannenden und äußerst humorvollen Seitensprungs der Pfeffermüller. Für Ute Loeck, Manja Kloss, Matthias Avemarg und Hans-Jürgen Silbermann plus 1 Geige und 1 Cello ist das immer wieder eine Freude und Herausforderung gleichermaßen, den bis ins Detail durchdachten, mit Sorgfalt und Raffinesse geschriebenen Texten gerecht zu werden. Und sie wissen zu überzeugen mit ihrem leidenschaftlichen, fantastisch komischen Spiel. Drei Engel für Deutschland mit Manja Kloss, Rainer Koschorz, Dieter Richter Text: Axel Cruse, Gernot Voltz Regie/Textbearbeitung: Hans Holzbecher Die Vorgeschichte ist schnell erzählt: Um seiner jungen Frau die Langeweile zu vertreiben, schuf Gott in einer Sonderschicht die Erde mit all ihren irdischen Verlockungen. Nach Abschluss dieses später irrtümlich als Teil der Schöpfung bezeichneten Modellversuches besah er sich stolz sein Werk, leider gerade an jener trüben Stelle im europäischen Sumpf, an der die Bundesrepublik Deutschland in selbigem zu versinken droht. Der Schock konnte größer nicht sein. Um den Schaden zu begrenzen, gründete Gott in seiner Weisheit den HÖD, den Himmlischen Öffentlichen Dienst, besetzte ihn mit drei Engeln (der Begriff Beamter wurde erst viel später erfunden) und gab ihnen den Auftrag, dort unten für Ordnung zu sorgen. Der genaue Verlauf dieser himmlischen Aktion wurde minutiös protokolliert. Über geheime Wege kam eine Daten-CD mit dem Wortlaut des Protokolls in den Besitz der Leipziger Pfeffermühle. Nach intensiver Vorbereitung wird der Inhalt nun erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sie, liebe Zuschauer, dürfen Zeuge sein einer göttlichen Komödie, gespickt mit eng(e)lischem Humor und bundesdeutschen Besonderheiten. Handfestes politisches Kabarett diesmal von ganz oben. Und Vicco von Bülow, alias Loriot, lebt auf diese Weise mit seinen unvergleichlichen Texten auf den Mühlenbrettern weiter.

4 Der Schwejk von Katharinenberg Aus dem Leben des Artisten Gerd Voigt PFEFFERMÜHLENGÄSTE Ganz im Glück Arnulf Rating Arnulf Rating gilt als einer um 17 Uhr der wortgewaltigsten Politkabarettisten Deutschlands: Blitzgescheit, originell, schlagfertig eben einer der ganz Großen seiner Zunft, ausgezeichnet mit allen bedeutenden deutschen Kabarettpreisen. In seinem neuen Programm schöpft er aus den umfangreichen Patientenakten von Dr. Mabuse. Dr. Mabuse weiß, was viele seiner Patienten mit Burn-Out-Syndrom in seine Praxis und in die Verzweiflung treibt. Der Mensch ist die Hardware, die pausenlos mit Software gefüttert wird: Fortschrittsglaube, Religion, Sozialdemokratie. Das ist oft nicht kompatibel und führt immer wieder zu Systemabstürzen. Aber es besteht Hoffnung. Jedenfalls solange es Menschen gibt, die nicht nur Bio-Eier wollen, sondern auch ein iphone aus artgerechter Chinesenhaltung Ne Million ist so schnell weg von und mit Karsten Kaie Kreuzfahrt all inclusive" von Weihnachten bis Silvester, von Buenos Aires nach Paku Paku, von der Finanzkrise zur Kaninchenjagd. Die Zuschauer erleben Captain s Dinner und Poolgespräche, Tanz in der Sansi-Bar und ein Unwetter am Kap Hoorn, illustre Reisegäste, Molekularküche und das obli jeweils um 20 Uhr gatorische Unterhaltungsprogramm vom Fitnesstraining bis zum Silvesterabend. Karsten Kaie stand als Caveman deutschlandweit Mal auf der Bühne. Als Kabarettist ist er selbst mit dem Kreuzfahrtschiff MS Europa durch die halbe Welt gereist. Im Verlauf der zwei Stunden wachsen einem die vielen Figuren ans Herz, in die der Kabarettist schlüpft. Da ist der einsame, namenlose Gästebetreuer, die durchgeknallte Frau Salzmann-Schlichtegroll, der C-prominente Friso van der Valk, der schmierige Bord-Entertainer Henri Schmock und viele andere, die vereint von einem Fettnäpfchen ins nächste tappen. Kaie imitiert und tanzt, singt und jongliert, näselt als Udo Lindenberg und liest als Helmuth Karasek und zelebriert eine lustvolle, bitterböse und verschmitzte Abrechnung mit Deutschland, Europa und der ganzen Welt. Und so ist das neue Soloprogramm auch eine verrückte Mischung aus Theater, Varieté, Slapstick, Film und Kabarett. Foto: Heide Nigdalek Lesung (inkl. Video-Einblendungen) mit Hanskarl Hoerning, dem Urgestein der Leipziger Pfeffermühle. Sein Gast: der Zeitzeuge Gerd Voigt 1965 wagten es drei Grenzsoldaten der Nationalen Volksarmee, mit ihrem Vorgesetzten Gerd Voigt (20) am damaligen Grenzkontrollpunkt Katharinenberg in Thüringen durch die Sperranlagen zu kriechen, um mit Leuten von drüben" ins Gespräch zu kommen. Die gaben ihnen ein paar Flaschen Bier mit auf den Weg, und sie robbten wieder zurück auf DDR-Gebiet. Das wiederholte sich mehrmals. Die Volksarmisten sahen es als Mordsgaudi, als Schwejkiade. Leider kam die Sache raus. Für die, die sie zu mehrjährigen Haftstrafen im Stasiknast verdonnerten, war es eine verbrecherische Tätigkeit, die den dritten Weltkrieg hätte auslösen können. Die Folgen waren verheerend und sollten sich noch ein Jahrzehnt lang nach der Wende 1989 hinziehen um 18 Uhr HART ABER UNFAIR musikalisches Politkabarett von und mit Sonya Martin und Heinz Klever Sketche, Songs und Parodien zur (Schief)Lage der Nation. Wer glaubt, durch Arbeit, Disziplin und Selbstausbeutung eine Garantie für sorgloses Wohlleben in späteren Jahren zu erringen, hat sich getäuscht. Tellerwäscherkarrieren gibt es nur noch in alten Hollywoodschinken. Die Zeiten sind vorbei, ein für alle Mal, im Zeitalter der Geschirrspülmaschine. Die De um 20 Uhr vise lautet. Hart sein gegen sich und unfair gegen andere." Ruft der Arzt ins Wartezimmer: Der Nächste bitte!", meint er nicht Sie, sondern sich selbst. Denn heutzutag ist sich jeder selbst der Nächste. - Haben Sie den 75. Geburtstag glücklich erreicht, wird Ihnen schmerzlich bewusst, dass Sie zum miserablen Demografischen Faktor beitragen durch Ihre sture Sterbeverweigerung. Und wie es sich nach dem Tode weiterlebt, ist immer noch ein Rätsel. Da herrscht absoluter Datenschutz. Kein Whistleblower meldet sich. Selbst die, die es wissen müssten, halten dicht. Sollten Sie aber dennoch Hoffnung haben, auf Irgendwas, dann kommen Sie in unser Kabarett. Dort gibt's für jede Lösung ein Problem. PFEFFERMÜHLEN GÄSTE

5 Die Kunst des Nehmens Frank Lüdecke Was sind die Vorzüge egoistischer Selbstbedienung und deren Gegenmodelle? Ist die soziale Schere bereits ein Klappmesser? Warum halten einige Solidarität für ein interaktives online-game? Dem Kabarettisten Frank Lüdecke gelingt das Kunststück, intellektuell und trotzdem höchst unterhaltsam zu sein. Mit wohlkalkulierter Präzision philosophiert er sich hinauf zu den Grundsatzfragen menschlichen Zusammenlebens. Er ist ein Querdenker des politischen Kabaretts der ersten Riege um 17 Uhr Jazz-Ladies in da house Ladies: Ruth Hohmann, Uschi Brüning und Jacqueline Boulanger & Band (Vocal Jazz) Band: Ernst Ludwig Petrowsky (sax, fl), Tino Derado (p), Jan Roder (b), Roland Schneider (dr) 60 JAHRE PFEFFERMÜHLE Ruth Hohmann, Uschi Brüning und Jacqueline Boulanger könnten wohl unterschiedlicher in Typus und musikalischem Auftreten nicht sein und finden doch, vielleicht eben darum, einen herrlichen Umgang miteinander und gleich einen heißen Draht zum Publikum. Die Jazz-Ladies machen mit Songs von Ragtime bis Rap und mit Klängen von schön bis kreischend ihren Gästen im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle heiß. Drei Generationen Jazz betreten die Bühne und drei Generationen Jazz beinhalten eine unglaubliche Vielfalt an Songs á la couleur, von denen einige der schönsten und verrücktesten Klassiker zu hören sein werden. Ein Konzert nicht nur für einen Nachmittag, sondern zum Mitnehmen! um 17 Uhr

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