Arbeits- und Beschäftigungsprojekte für Suchtkranke in Leipzig

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1 Arbeits- und Beschäftigungsprojekte für Suchtkranke in Leipzig

2 Wussten Sie, dass an 3 Suchtberatungs- und -behandlungsstellen des Zentrums für Drogenhilfe Leipzig Arbeits- und Beschäftigungsprojekte angebunden sind? dass neben der Suchterkrankung andere Faktoren wie das Fehlen einer Tagesstruktur, geringe berufliche Qualifikation und fehlende Anerkennung Hinderungsgründe für eine berufliche (Wieder -)Eingliederung der Betroffenen sind? dass nicht nur die Behandlung der Suchterkrankung, sondern die parallele Bearbeitung der beruflichen Perspektive essentiell für die Stabilisierung der Suchtmittelfreiheit ist? dass die Tätigkeiten im Rahmen der Arbeits- und Beschäftigungsprojekte zu einer zufriedenen Abstinenz beitragen und den Teilnehmern die Eingliederung auf dem Arbeitsmarkt erleichtern? dass der Effizienz der einzelnen Beschäftigungsprojekte die Zusammenarbeit zwischen Suchtberatungsstelle und Selbsthilfe zu Grunde liegt? dass der Bereich Selbsthilfe als vierte Säule des Gesundheitswesens angesehen wird und wichtiger Bestandteil der Projekte ist? dass die Betroffenenkompetenz ein wichtiger Bestandteil der Suchtkrankenhilfe ist? 2

3 Ziele von Arbeits- und Beschäftigungsprojekten: Aufbau einer zufriedenen Abstinenz durch: Minimierung von Rückfallrisiken Teilnahme an soziale Beziehungen Teilnahme am gesellschaftlichen Leben Förderung des Einstiegs in Normalisierung der Lebensführung Aufdeckung neuer individueller Ressourcen Übernahme von Verantwortung Wertschätzung sowie Selbstverwirklichung Förderung eines stabilen Selbstwertgefühls Schaffung einer sinnvollen Tagesstruktur Aufbau einer sinnstiftende Beschäftigung und Freizeitverhaltens Erlernen und Ausbau von verschiedenen Fähig- und Fertigkeiten Verbesserung arbeitsmarktrelevanter Basisvariablen wie Pünktlichkeit, Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit Überprüfung sowie Training von Belastbarkeit und Durchhaltevermögen Individuelle Qualifizierung zur Verbesserung der beruflichen Integrationschancen Erweiterung sozialer Kompetenzen Abstandgewinn zur Szene 3

4 Abstinenzclub Regenbogen Das Begegnungszentrum der Suchtberatungs- und -behandlungsstelle Regenbogen versteht sich als Selbsthilfe- und Kontaktbereich für Suchtkranke. Der besondere Zugang zu einer freiwillig geleisteten Hilfe stellt neben den persönlichen Kompetenzen und Erfahrungen auch ein Beziehungsangebot dar, welches die soziale Zusammengehörigkeit fördert. Die Steuerung der Inhalte und die Aufrechterhaltung des Betriebes werden durch abstinent lebende Suchtkranke in 5 Projektgruppen getragen: Cafe/Begegnung Betreuung des Tagescafe Montag Freitag 8 18 Uhr /Donnerstag 19 Uhr mit Gesprächsangeboten im Rahmen der Betroffenenkompetenz Versorgung Frühstück/Mittagessen und Abendbrot inklusive Kochtraining für Interessierte Backen incl. Backtraining für Interessierte Tagesstruktur Sportliche Angebote: Tischtennis, Walking, Wandern, Gymnastik, Volleyball Lernende Angebot: Computer Kreative Angebot: Holzkurs/ Foto AG/ Tonkurs/ Peddigrohrkurs Veranstaltungen und Freizeitorganisation Tischtennisturniere Regelmäßiges Wochenend-Bowling Festlichkeiten: Fasching, Angrillen, Kürbisfest, Herbstfest, Weihnachtsfeier Teilnahme an Sportveranstaltungen wie Leipziger Frauenlauf, Cup of Pearl Tagesfahrten Kulturelle Besuche Präventionsprojekt Wandelhalle Sucht Präventionsveranstaltungen für Jugendliche und junge Erwachsene sowie Multiplikatoren 4

5 Stabilisierte Suchtkranke leisten durch ihre Betroffenenkompetenz, die aus der persönlichen Krankheits- und Genesungserfahrungen der Betroffenen und ihren Angehörigen resultieren, einen ergänzenden hohen Beitrag in der Suchtkrankenhilfe vor allem im Bereich der Motivation zur Verhaltensänderung, der Stabilisierung der Krankheitsbewältigung sowie der Beratung in sozialen Belangen. 5

6 Kontakt zum Projekt Städt. Klinikum St. Georg Leipzig Zentrum für Drogenhilfe Suchtberatungs- und behandlungsstelle Regenbogen Friesenstraße Leipzig Telefon: 0341/ Fax: 0341/ Ansprechpartner: Cornelia Wala Leiterin der Suchtberatungsstelle 6

7 Beschäftigung und Perspektive Werkstatt in der SBB Haus Alt-Schönefeld Die SBB Haus Alt-Schönefeld bietet in ihrem Werkstatt-Projekt regelmäßig stattfindende Arbeitsgruppen in den Bereichen Holz und Keramik an. Die Teilnehmer fertigen Projekt- und Einzelarbeiten für Einrichtungen des Städtischen Klinikums St.Georg Leipzig an und können ebenso etwas für den eigenen Bedarf herstellen. Z.B. fertigen sie Vogelhäuser und Nistkästen an, führen Kleinstreparaturen aus und gestalten Mosaiken. Dabei erlernen sie das Arbeiten mit Holz ebenso von Grund auf wie das Töpfern von der Aufbautechnik bis hin zum Drehen von Tellern und Schalen. Seit 2008 werden in der SBB Haus Alt-Schönefeld auch Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsgelegenheiten (AGH) nach 16d SGB II (sog. Ein-Euro-Jobs ) in den Bereichen Holz, Ton und Keramik und Garten durchgeführt. Die Zielgruppe sind langzeitarbeitslose Suchtkranke oder von Abhängigkeit bedrohte ALG II Empfänger, die auf Grund des Vermittlungshemnisses Sucht durch das Jobcenter Leipzig in diese Maßnahme vermittelt werden. Konzeptioneller Kernpunkt dabei ist die Kombination eines Arbeitstrainings mit der suchttherapeutischen Begleitung der Teilnehmer in der SBB Haus Alt-Schönefeld. So sind sie 20 Stunden pro Woche in den Bereichen Holz, Keramik und Garten tätig und nehmen zusätzlich an suchttherapeutischen Einzel- und Gruppengesprächen teil. Abstinenzorientierte Hilfen sind mit dem positiven Erlebnis der Freude an der gemeinsamen Entwicklung und Herstellung nützlicher Produkte vernetzt. Ein Großteil der Teilnehmer konnte diesen Impuls auf andere Lebensbereiche ausdehnen und eine zufriedene Abstinenz erlangen. Die Effizienz dieser Maßnahme belegen folgende Fakten: Seit 2007 sind insgesamt 140 Klienten aller Suchtberatungsstellen des Zentrums für Drogenhilfe regelmäßig, teilweise über Jahre hinweg in der Werkstatt tätig. Insgesamt konnten im Jahr Teilnehmerplätze bereitgehalten werden, die auf Grund vereinzelter vorzeitiger Beendigung mit insgesamt 27 Suchtkranken besetzt waren (24 Männer, 3 Frauen). 26 Teilnehmer wiesen eine Alkoholabhängigkeit und 1 7

8 Teilnehmer die Abhängigkeit von illegalen Drogen auf. Deutlich war festzustellen, dass im Verlauf der beiden Maßnahmen jeweils die personelle Konstanz deutlich erhöht werden konnte. Insgesamt beendeten lediglich 5 Teilnehmer die Maßnahme vorzeitig auf Grund unentschuldigten Fehlens. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass 22 Beschäftigte bis zum regulären Ende teilnahmen. 21 Teilnehmer waren zum täglichen Beschäftigungsbeginn Punktabstinent, 3 sind einmalig und weitere 3 mehrfach rückfällig geworden, haben jedoch ihre Rückfallproblematik intensiv aufgearbeitet, da sie ihren Arbeitsplatz nicht verlieren wollten. Ein Teilnehmer konnte nach der Maßnahme in eine Umschulung als Tischler weitervermittelt werden. Von den 27 Teilnehmern haben 26 an einer Motivationsgruppe und 21 an Einzelberatungen in der Suchtberatungs- und behandlungsstelle Haus Alt-Schönefeld teilgenommen. Werkstatt in der SBB Haus Alt-Schönefeld 8

9 Beispiele für Holzarbeiten: Kontakt zum Projekt Städt. Klinikum St. Georg Leipzig Zentrum für Drogenhilfe Suchtberatungs- und behandlungsstelle Haus Alt-Schönefeld Theklaer Straße Leipzig Telefon: 0341/ Telefax: 0341/ Ansprechpartner: Ulrich Helmers Leiter der Suchtberatungsstelle Reinhard Hilbert Leiter Werkstatt 9

10 team WENDEPUNKT Die Suchtberatungs- und behandlungsstelle Alternative II arbeitet mit ausstiegsmotivierten, von illegalisierten Substanzen abhängigen Klienten. Ein wesentliches Ziel der Behandlung ist neben der gesundheitlichen und sozialen Stabilisierung, die berufliche (Re-)Integration Betroffener. Die gegenwärtige Lebenslage ist oft durch Langzeitarbeitslosigkeit und dem Fehlen beruflicher Qualifikationen geprägt. Neben der Suchterkrankung sind dies Faktoren, die eine berufliche (Wieder-) Eingliederung erschweren. Inhalt des Projektes: Das Projekt ist so angelegt, dass es den Teilnehmern mit dem Einstieg zuerst die Erfahrung von Arbeit und Beschäftigung und deren individuelle Wirkung ermöglicht. Vorerst kommt es auf die Realisierung von individuellen Arbeitserfahrungen an. Darauf aufbauend wird an der Entwicklung von sog. hardskills (Fachk ompetenz) und softskills (Teamfähigkeit, Pünktlichkeit etc.) gearbeitet. Im Projekt werden firmenähnliche Strukturen simuliert mit dem Ziel diese als Organismus und nicht als nach außen gerichtetes Konkurrenzunternehmen zu verstehen. Somit spielt der Kompetenzerwerb in Richtung teamorientiertes und gemeinschaftliches Denken eine herausragende Rolle. Dies bedeutet, dass es neben den Bereichen der direkten Arbeitserprobung (Holz, Metall, Garten und Siebdruck/Kreativwerkstatt) die Gebiete der Öffentlichkeitsarbeit, des kaufmännischen Handels, des Einkaufs, des Transportes, der Berichterstattung und des Marketings gibt. Dadurch wird ein gesamter Arbeitsablauf vom Erhalt des Auftrags, der Herstellung des Produktes bis hin zur Auslieferung, erprobt. Der Arbeitsort kann innerhalb der Einrichtung wie auch außerhalb direkt beim Kunden sein. Zusätzlich finden 2x pro Woche Arbeitsbesprechungen statt. Ziel ist es, dass der einzelne Projektteilnehmer seine soziale Funktionsfähigkeit durch die Gruppenerlebnisse erkennt und durch das Gruppensetting Lösungsstrategien vermittelt bekommt, die er in Konfliktsituationen anwenden kann. Die Anforderungen an die Teilnehmer sollen sich Schritt für Schritt den Gegebenheiten der realen Arbeitswelt annähern. 10

11 Angeleitet werden die Teilnehmer durch Ehrenamtliche (vordergründig langfristig abstinent lebende Drogenabhängige), die über die jeweiligen Fachkenntnisse verfügen. Ihre quasi -Aufträge erhält die Firma durch die Suchtberatungsstellen des Zentrums für Drogenhilfe Leipzig und außenstehenden Kooperationspartnern des Projektes. Das Projekt vermittelt neben dem Erlernen handwerklicher Fertigkeiten, ein Verständnis für die Abläufe innerhalb eines Unternehmens und gewährt Einblicke in die Unternehmensführung. Zielgruppe: Zur Teilnahme motivierte, abstinent/beikonsumfrei lebende drogenabhängige Jugendliche und junge Erwachsene, welche an die SBB Alternative II angebunden sind Fazit: Für die Beratungsstellenarbeit ist der suchttherapeutische Nutzen des Angebotes von besonderem Wert. Die Zielgruppe der SBB ALTERNATIVE II ist durch frühe Einstiege in den Konsum von Drogen und chronischen Verläufen gekennzeichnet. Entwicklungspsychologisch bedeutsame Sozialisationsphasen sind zum Teil nicht durchlaufen, bestimmte alterstypische Lebenserfahrungen nicht gemacht worden. Durch die Verzahnung von klassischem Beratungsstellenangebot und Arbeitserprobung/ Tagesstrukturierung wird mit der Möglichkeit des Erlebens oft erst die Basis für suchtberaterische Prozesse in Form des verbalen Reflektierens geschaffen. Kontakt zum Projekt Städt. Klinikum St. Georg Leipzig Zentrum für Drogenhilfe Suchtberatungs- und behandlungsstelle Alternative II Heinrichstraße Leipzig Telefon: 0341/ Telefax: 0341/ Ansprechpartner: Matthias Merkel Projektleitung Doris Franzen Projektleitung 11

12 12

13 Finanzierung Es handelt sich um Projekte, die keiner Regelfinanzierung unterliegen. Zur Aufrechterhaltung dieser Angebote bitten wir um eine großzügige Spende auf das Konto des Förderverein Zentrum für Drogenhilfe e.v. Konto-Nr.: BLZ: (Sparkasse Leipzig) Zweck: Bezeichnung des jeweiligen Projektes Was passiert mit Ihrer Spende? Die Gelder fließen zu 100% in das gewünschte Arbeitsprojekt zur Finanzierung von Öffentlichkeitsarbeit Sachkostenfinanzierung Finanzierung notwendiger Arbeitsmaterialien und Arbeitsgeräten/Werkzeuge Auszahlung von Ehrenamtspauschalen/Aufwandsentschädigungen 13

14 Kontakt zum Förderverein Zentrum für Dogenhilfe e.v. (Finanzen) Förderverein Zentrum für Drogenhilfe e.v. Friesenstr Leipzig Telefon: 0341 / Telefax: 0341 / Vereinsregister Leipzig VR Ansprechpartner: Cornelia Wala Vorstandsmitglied Jacqueline Börno Vorstandsmitglied 14

15 Arbeit und Beschäftigung trägt viel zur Stabilisierung eines jeden Menschen bei: Arbeit gibt uns mehr als den Lebensunterhalt, sie gibt uns das Leben. Zitat: Henry Ford Angenehm ist am Gegenwärtigen die Tätigkeit, am Künftigen die Hoffnung und am Vergangenen die Erinnerung. Am angenehmsten und in gleichem Maße liebenswert ist das Tätigsein. Zitat: Aristoteles Eine Stunde konzentrierter Arbeit hilft mehr, deine Lebensfreude anzufachen, deine Schwermut zu überwinden und dein Schiff wieder flottzumachen, als ein Monat dumpfen Brütens. Zitat: Benjamin Franklin 15

16 Das Wenige, das du tun kannst, ist viel Albert Schweitzer Gesundheit lohnt sich! Die Förderung der psychosozialen Gesundheit ist eine Investition in die Zukunft. 16

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