Noten-, Kredit- und Hypothekenbanken, Treuhandgesellschaften

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1 Los 24 LOS NR. 24 SOCIÉTÉ ANONYME COMPTO I- RE RYCKAERT Inhaberaktie über BF 500,-; Nr 185; Brüssel; 20. Mai 1900; Farbe: blau, marine, beige; Maße:37,0X30,1; - Gründerstück! Es wurden Aktien zu je BF 500 begeben. Am 10. März 1921 änderte die Bankund Börsenmakler-Gesellschaft ihre Firmierung in Comptoir de la Chronique de la Bourse. Die Aktiengestaltung im Historismus stammt von Emile Reenders, in der Druckplatte signiert. Mercator blickt, auf seinen Waren sitzend, sorgenvoll auf das Meer, wohl in Erwartung eines Schiffes, während seine Begleiterin bereits aus dem Füllhorn Geld verliert. Originalunterschriften des Vo rstandes. EF (11678) Ausruf: DM 800,- LOS NR. 25 BANQUE INDUSTRIELLE DE CHINE Aktie über Frcs. 500; #103896; Paris, den 3. Oktober 1920; Farbe: beige, braun, schwarz; Maße: 27,5 X 35,1; (11932) Ausruf: DM 40,- _ 14

2 LOS NR. 26 CREDIT VINICOLE SOCIETE ANONYME Aktie über Frcs. 500 # 2.200; Paris,.. Maße: 28 X 22; Kps. VF, kleiner Einriß am linken oberen Druckbild hinterlegt; Originalunterschriften des Direktoriums. Gründeraktie dieses französischen Bankinstitutes, errichtet in der Zeit zwischen 1873 und 1880 (Steuerstempel), das sich auf die Finanzierung der Weinbauern für Anbau, Ernte und Herstellung von Wein spezialisierte. Zu jener Zeit war Frankreich der führenden europäische Weinproduzent, speziell in der Region Lanquedoc. Es wurden Aktien zu je Frcs. 500 begeben. Die Konkurrenz größerer Bankinstitute und letztlich die Bankenkrise um 1882 bescherten der Credit Vinicole eine kurze Lebensdauer, Dividenden wurden bis ca gezahlt. Die hier angebotenen Aktie stammt aus einer alten französischen Sammlung und ist bisher als Einzelexemplar bekannt. (10019) Rarität! Ausruf: DM 3.500,- 15

3 Los 27 Los 29 Noten-, Kredit- und Hypothekenbanken, Treuhandgesellschaften Los 28 LOS NR. 27 BANQUE DE PARIS ET DE BRETAGNE SOCIETE ANONYME Aktie über Frcs 500 # 519; Paris, Dezember 1879; Farbe: schwarz, beige, hellgrün; Trockensiegel mit Firmenlogo; Maße: 32 X 25,2; Kps. Die Gesellschaft wurde 1867 mit einem Kapital von 5,0 Mio. Frcs. gegründet. Zweck war die Durchführung von Bankgeschäften aller Art, besonders die Förderung von Industrie und Handel. Filialen wurden betrieben in Brest, Nantes, Lorient, Quimper. Großflächige Abbildung der einzelnen Stadtmotive, die Aktiengestaltung stammt von M. Valette, Druck: F. Debons et Cie., Originalunterschriften der Direktion. EF-VF (10019) Selten! Ausruf: DM 450,- LOS NR. 28 HAARLEMMER HULPBANK Anteil über Gulden 50; #186; Haarlem, im Januar 1855; Farbe: beige, schwarz; Maße: 25,1 X 17; Haarlem ist die Hauptstadt der niederländischen Provinz Nordholland. Sie beheimatet Maschinen-, chemische, graphische, Textil- und Schuhindustrie. Haarlem ist Mittelpunkt der niederländischen Blumenzwiebelzucht (Tulpen, Hyazinthen, Narzissen). Das Institut widmete sich hauptsächlich dieser heimischen Industrie. (11897) Ausruf: DM LOS NR. 29 K.K. PRIVILE. ALLGEMEINE VERKEHRSBANK Aktie über Gulden ÖW 200; #01827; Wien, den 1. Januar 1873; Farbe: beige, hellbraun, schwarz; Maße: 23,7 X 35; Das Institut wurde 1864 als "K.K. priv. österr. Pfandleih - Gesellschaft" gegründet, 1865 erfolgte die Umfirmierung in ob. Bezeichnung unter Ausgabe von Interimsscheinen zu je fl. 80. Weitere succ. Erhöhung des Aktienkapitals bis fl , die dann 1873 durch Umtausch und Ausgabe von neuen Aktien zu je fl. 200 begeben wurden. Ab 1915 stand die Bank in enger Geschäftsverbindung mit dem Dorotheum. Bis 1923 wurde die Geschäftstätigkeit erweitert, besonders mit der Industrie im steirischen Raum. Nach dem Zusammenbruch der Monar 16

4 Los 30 Los 31 chie trat die Bank ihre neuen tschechoslowakischen Filialen auf die Landwirtschaftliche Kreditbank (später Böhmische Industrialbank) ab. Afillierte Institute: Bank für Tirol und Vorarlberg, Innsbruck. Heute Verkehrskreditbank. (10019) Ausruf: DM 650,- LOS NR. 30 BANCO AGRICOLA DE ESPANA Aktie über Ptas. 250; Serie 1 #008617; Madrid, den 30. Juni 1881; Farbe: weiß, schwarz, hellbraun; Maße: 30,5 X 34,2; Zweisprachiger Aktientext: span./franz.; Gründerstück! Zweck: Betrieb von Bankgeschäften aller Art, besonders die Finanzierung landwirtschaftlicher Betriebe und den Handel der erzeugten Produkte. Begeben wurden Aktien der 1. Serie zu je Ptas. 250,-.Zierrahmen mit Vignetten Druck: Lithotypografia, Jacometrenzo, Laforga, gestochen von B. Revuelta. EF (11948) Ausruf: DM 120,- LOS NR. 31 BANCO DE CARTAGENA Inhaberaktie über Ptas. 500,-; Serie 1 Nr 3430; Cartagena; 1900; Farbe: schwarz, grau, beige; Maße:39,9X22,4; - Vignette mit Abbildung von Velazques berühmten Bild Mercur und der Stier. 1. Aktienemission. Es wurden Aktien zu je Ptas.500 begeben. Originalunterschriften; Wasserzeichen im Blatt; Druck: Imp. B. Arnaud, Lyon-Paris EF ( 11948) Ausruf: 120,- LOS NR. 32 CRÉDITO NACIONAL SOCIEDAD DE SEGUROS GENERALES Aktie über Ptas. 250,-; #0313; Barcelona, den 20. April 1907; Farbe: beige, hellgrün, rot, grau, schwarz; Maße: 39,2 X 30,3;- Gründerstück! Zweck der Gesellschaft war die Finanzierung und die Versicherung der Bereiche Feuer, Transport, Unfall und Leben. Zierrahmen im Jugendstil. EF (10019) Ausruf: DM 180,- 17

5 LOS NR. 33 BANCO NACIONAL DE S. CARLOS Aktie über Reales 2.000; #58892; 2. Juni 1782; Farbe: beige, schwarz; Maße: 33,9 X 24,9; Druck auf Büttenpapier, Kupferstich der Plattentyp 5 nach Kipfer, Doppelblatt, innenseitige Indossamente bis Entwerfer und Zeichner: C. Acuna y Troncoso, la inv. y dib. Stecher S. Brieva, Originalunterschriften der vom König bevollmächtigten : El Conde de Sareda, Francois de Cabarrus (großer spanischer Finanzier französischer Herkunft), El Marques de las Hormazar und Bonus Bruz. Laut königlichem Dekret vom 2. Juni 1872 wurde die Banco Nacional de San Carlos als Staatsbank konzessioniert. In den Gründungsstatuten wird ausgeführt: Zweck und Tätigkeit dieser Bank ist es, als Hauptkasse für Ein- und Auszahlungen zu fungieren, um alle Wechsel, Wertschriften und Schuldscheine, welche ihr vorgewiesen oder übergeben werden, auszugleichen, vorzuschießen oder in Bargeld umzuwandeln, Die Teilnehmer haben das Recht, ihre Wechsel und Schuldscheine auch bei jedem anderen Händler oder Geschäftsmann zu Handeln. Es wurden Aktien in zwei Tranchen zu je 2000 Reales de Vellon begeben, was einem Grundkapital von 300,0 Mio. Reales entspricht. Die erste Tranche von Stücken war dem Königshaus und dem Adel, großen Gesellschaften und besonders verdienten Untergebenen vorbehalten. Die Spanische Nationalbank war eine der Hauptaktionäre der Real Compania de Filipinas wurde das Institut reorganisiert unter Liquidation der Bank mit gleichzeitiger Errichtung der St. Ferdinands-Bank, die dann den Namen Bank von Spanien erhielt und bis 1962 als AG firmierte und dann verstaatlicht wurde.. (1019) Äußerst selten! Ausruf: DM 1.800,- _ 18

6 Los 35 LOS NR. 34 SCHWARZMEER BANK 25 Aktien zu je Rubel 250; #181; Rostow am Don, 1919; Farbe: beige, grün, lila, rot; Maße: 28 X 14; Wenn Optimismus und Beharrlichkeit ein Kennzeichen für Kaufleute ist, dann ist diese erstmals aufgetauchte Aktie der Schwarzmeer-Bank ein Beweis dafür. Sie ist darüber hinaus ein einmaliges Dokument des bisher von Historikern überhaupt noch nicht erforschten Themas von Bankgründungen in den Wirren der russischen Oktoberrevolution. Die Sowjetmacht war in Rostow am Don zwar schon einmal am 26. Oktober 1918 ausgerufen wo r- den, aber die Stadt wurde - wie das gesamte südrussiches- und südukrain i- sches Gebiet - immer wieder zwischen den Roten und den Weißen hin und hergerissen. Viele russische Kaufleute, Industrielle und Bankiers flohen vor den Kommunisten nicht sofort in das westliche Ausland, sondern wichen zuerst in die Gebiete zurück, in denen die Weißen noch die Macht hatten. Im festen Glauben, daß das kommunistische Chaos nur ein kurzes Zwischenspiel der Geschichte sein würde, und sie wagten es auch noch, neue Banken zu gründen, wie die Schwarzmeer- Bank von 1918 mit einem Kapital von 5 Millionen Rubel. Das vorliegende Zertifikat - noch im Jahre 1919 ausgegeben - trägt sogar noch ordnungsgemäß den Gebührenstempel des zaristischen Finanzministeriums, das es eigentlich schon nicht mehr gab. Das Papier ist dünn, aber mit einem einfachen Wasserzeichen, der Druck blaß, aber zumindest noch dreifarbig. Die Unterschriften der Vorstandsmitglieder sind sehr verblaßt und konnten bisher noch nicht identifiziert werden, dafür ist aber der Inhaber dieses Namensaktie mit gestochen klare Schrift erkennbar: Sirotkin, Dmitrij Wassiliewitsch. Er war erblicher Ehrenbürger, Kaufmann der 1. Gilde, Kommerzialrat, bis dahin Bürgermeister der Stadt Nishnij Nowgorod, Vo r- standsvorsitzender der Moskau-Wolga-Erdölgesellschaft, der Flußschiffahrtsgesellschaften Hiva und Wolga, Vorstandsmitglied der Sormowo Eisenwerke, Aufsichtsrat in der Moskauer Bank. Alle Hoffnungen der Bankgründer gingen nicht in Erfüllung. Rostow wurde am 10. Januar 1920 endgültig von den Rotgardisten befreit. (10990) Ausruf: DM 280,- _ Los 34 LOS NR. 35 BANK OF PENNSYLVANIA FIVE PER CENT STOCK OF % Bond über $ 3.350; #2125; Philadelphia, den 28. Februar 1854; Farbe: beige, schwarz; Maße: 19,6 X 23,8; Diese Anleihe wurde aufgelegt zur Finanzierung des Canal -und Eisenbahnbaus. Garant war der Staat Pennsylvnia (The Commonwealth of Pennsylvania); die Laufzeit betrug28 Jahre, aufgelegt von der Bank of Pennsylvania. Druck: Thomas Leitch, Printer and Binder, 51 South Third Street. Orignalunterschrift des Presidenten und des Cashier s. (11932) VF Ausruf: DM 120,- LOS NR. 36 BANK OF THE UNITED STATES COMPANY INDENTURE; Washinton, Distrikt of Columbia, 19. Oktober 1830; Farbe: beige, schwarz; Maße: 52,4 X 41; Trockensiegel; - Originalsignatur: Nicolaus Biddle als President. Eigentumsabtretung eines Grundstückes, belegen in der City of Washinton, an die Bank. Knickfalten, leicht gebräunt und teils gebrochen, rückseitig hinterlegt F-VG (11932) Ausruf. DM 220,- _ 19

7 Los 36 Signatur Biddle Los 39 Nachtrag Noten-, Kredit- und Hypothekenbanken, Treuhandgesellschaften LOS NR. 37 BANK OF THE UNITED STATES OF AMERICA Certificate über Shs 15 # 9092; Philadelphia, 3. November 1838; Originalunterschrift als President Nicolaus Biddle, Bankier und Finanzier. Im Jahre 1816 wurde dieses Institut als Nationalbank gegründet und besaß außerdem das Privileg Noten auszugeben. Da das Aktienkapital nicht vollständig eingezahlt wurde, versuchte man auch in Europa an Barmittel zu gelangen und dieses auf recht abenteuerliche Weise. Es wurden Noten begeben und der Kurs der Aktie künstlich in die Höhe getrieben. Bereits im Jahre 1818 ließ das künstliche Gebäude nicht mehr halten; es mußte liquidiert werden oder aber der Notenumlauf verringert werden. Es gelang das Institut vor dem Bankrott zu retten, die Aktienkurse aber fielen ins bodenlose, den Schaden trugen die vielen Geschäftsleute, die ihr mühsam erarbeitetes Geld verloren. Nach diesem Niedergang änderte die Verwaltung der Bank ihre Geschäftspolitik, sie bewegte sich in milderen Grenzen; aber 1820 wiederholte sich die Geschichte. Der damalige U.S.-Präsident Jackson sah sich in den Jahren 1829/30 veranlaßt, gegen das von der Bank unterhaltene und einen ungeregelten Spekulationsgeist nährende Papiergeld-System zu sprechen. Im Jahre 1832 gewann Präsident Jackson die Überzeugung, daß das Institut durch unreelle Verwaltungsmachenschaften und betrügerische Spekulationen zahlungsunfähig geworden sei und den drohenden Bankrott nur durch eine Erweiterung der Spekulationen und durch Papierreiterei zu verdecken suchte. Er gab die Anweisung, $ 2,7 Mio. Obligationen vorzeitig zurückzuzahlen. Der Direktor und der Präsident des Instituts, Nicolaus Biddle bat um drei Monate Aufschub, da die Bank bedeutende Vorschüsse an die New Yorker Kaufmannschaft gemachte hatte. Jackson willigte ein. Jetzt aber mußten die Kaufleute erfahren, mit welchen Mitteln und welcher Strenge das Institut fähig war, die an sie ausgeliehenen Gelder wieder einzutreiben. Eine bis dahin nie gekannte Spekulationstätigkeit in allen Geschäftszweigen setzte nun ein, was Jackson weiter in seiner Meinung bestätigte, daß das Unternehmen im Grunde bankrott sei. Aber erst 1836, als das Privilegium nach 30 Jahren erlosch, wurde es nicht mehr erneuert. Nach siebenjährigem Kampf beendete das Institut seine Laufbahn als Staatsanstalt. Aber Nicolaus Biddle schaffte es, das Institut von nun als Privatanstalt weiterzuführen. Mittels eines Opfers von $ 10 Mio., über deren Verwendung nie genaueres bekannt wurde, erhielt er eine Spezialkonzession vom Staat Pennsylvania. Ab 1838 konnte die Bank ihre Schalter wieder öffnen. Aber durch angeheizte Spekulationen kam, was kommen mußte. Die Diskonterhöhung der Bank of England wirkte wie ein Donnerschlag. Der Kredit war nicht mehr zu halten und in dem Augenblick, in dem die an England schuldigen Wechsel bezahlt werden sollten, platzte die Blase. Die Folge war, die Einstellung der Barzahlungen sämtlicher amerikanischer Banken. Nun lief in der amerikanischen Wirtschaft nichts mehr, die Preise der Waren sanken ins Bodenlose, besonders der Preis der Baumwolle. Als die Not am größten war, wandten sich die New Yorker Kaufleute an Nicolaus Biddle, der nur auf diese Zustände zu warten schien. Und es zeigte sich, daß Biddle nicht nur ein rücksichtsloser Kaufmann, sondern auch ein ausgesprochen gewandter Finanzmann war, dessen weitsichtige Pläne sich jetzt zu verwirklichen begannen. Er beabsichtigte nicht weniger, als die Ausbeutung des öffentlichen Kredits in der neuen und der alten Welt. Schon längst insolvent konnte sich das Institut Biddles nur durch weitsichtige Spekulationen, von denen eine die andere deckte, sowie durch Wechsel und Banknotenreiterei helfen, die bis dahin einzig in ihrer Art war. Biddle tat sein möglichstes, alle Banken und viele Kaufleute - nicht allein in Nordamerika, sondern auch an der Haupthandelsplätzen Europas - in das Spinnennetz seiner Spekulationen einzubeziehen, um eine gewisse Solidarität des Kredits herzustellen, in welcher die Beteiligten ein Interesse am Bestehen seines Instituts - Vereinigte Staaten Bank - hätten und diese im Notfall halten würden. Und in einem gewissen Maß ist ihm dies auch gelungen. Das Hauptmittel, auf das sich Biddle stützte, war die Monopolisierung des Baumwollmarktes, einer derart riesigen und gewagten Spekulation, wie es sie weder vorher noch nachher gegeben hatte. Während die Bank den New Yorker Kaufleuten mit Wechseln und Postnoten zu Hilfe kam, suchte 20

8 Los 37 die gleichzeitig ihren Kredit in Europa dadurch zu stärken, daß sie der größte Baumwollhändler der Welt wurde, Kommisionär der Hauptstapelware Nordamerikas. Da der Preisverfall der Baumwolle für die Pflanzer keinen oder wenig Vorteile erbrachte, sprang Biddle mit Zwischenfinanzierungen ein. Die Pflanzer mußten sich verpflichten, die Baumwolle nur an die Biddle Agenturen nach Havre und Liverpool zu senden. In diesen Städten ließ die Bank Baumwolle in ungeheuren Mengen aufstauen, um so den Preis vor weiteren Verfall zu bewahren, ja sogar wieder herauf zutreiben. In Havre und Liverpool wurden bedeutende Barsummen realisiert, die wiederum die Bank in die Lage versetzten, ihre Geschäfte weiter auszubauen. Sie warf ihre Wechsel in großen Massen auf den Londoner Geldmarkt, die bei einem sehr guten Zins, ca 3% über dem damaligen Diskont auf problemlos vom Markt genommen wurden. Noch ging alles gut, obgleich die Bank mit diesen Geschäften ihre Befugnisse weit überschritt. Der große Gewinn indessen, den die Bank, wenn auch nicht als Baumwollhändler, so doch als Wechselmakler machte (Biddle bezahlte die Pflanzer nur in Papier, welches die Notenpressen der Vereinigten-Staaten-Bank in unerschöpflicher Fülle lieferte, während er für den Verkauf der Baumwolle in Europa bares Geld erhielt), rief bald Nebenbuhler hervor, die glaubten das große Geschäft selber machen zu können. Die neu entstandenen Banken - mit geringem Eigenkapital - gaben ihrerseits Papiergeld ohne Maß und Ziel aus und machjten nebenher derart schlechte Geschäfte, daß ihre Noten zuletzt nicht mehr angenommen wurden. Letztlich übernahm Biddle auch diese Geschäfte. Die Baumwollspekulation ging bereits ins dritte Jahr, als ergraute Finanzmänner langsam das Ausmaß dieser gewagten Spekulation erkannten und vor den Folgen warnten. Auch den Farmern gingen allmählich die Augen auf. Der Baumwollvorrat wuchs immer mehr an. Der Preis konnte aber so auf Dauer nicht gehalten werden, die Krise rückte immer näher. Als die Ernte um ein Fünftel geringer als sonst ausfiel, glaubte man erneut an einen Anstieg der Preise, sah sich aber wiederum getäuscht, die nun kamen die gewaltigen Vorräte auf den Markt, während sich zur gleichen Zeit der Verbrauch der Fabrikanten verringerte. Als der Baumwollhandel ins Stocken geriet, versuchte Biddle eine zweite Bank mit Sitz in New York zu gründen. Nun aber überholten ihn die Ereignisse. Das Haus Hottinger in Paris protestierte Wechsel der Bank, worauf das renommierte Bankhaus Hope in Amsterdam die Geschäftsverbindung mit der Biddle-Bank abbrach. Die Vereinigte Staaten Bank näherte sich einer Krise, in welcher das Schicksal der europäischen, in den nordamerikanischen Einzelstaaten bei Bank- und Eisenbahnunternehmungen angelegten Kapitalien von über $ 150 Mio entschieden werden mußte. Das Vertrauen in die amerikanischen Banken war gänzlich geschwunden mußte die Vereinigte Staaten Bank liquidieren, die amerikanische Wirtschaft war ruiniert, der Kredit derart erschöpft, daß das reiche Pennsylvania nicht mehr fähig war, $ Mio. aufzubringen. Der Bankrott der Biddle-Bank war auch zugleich der Höhepunkt der amerikanischen Krisen der Jahre 1814, 1837 und Mit der Biddle-Bank schlossen 959 weitere amerikanische Banken ihre Schalter. Jetzt wurden neue Gesetzte zum Betreiben von Bankgeschäften und zur Geldausgabe geschaffen, ab 1846 konnte man auf dieses neu geordnete Bankgesetz zurückgreifen. Das angebotene Zertifikat ist ein äußerst seltenes Dokument eines Institutes, welches von einem Mann geleitet wurde, dessen geniale Finanzbegabung leider nur für Betrügereien reichte. Er dauerte immerhin 30 Jahre, bis die Betrügereien völlig zu Ende gingen...nicht auszudenken, Nicolaus Biddle hätte mit dem ca. 100 Jahre früher lebenden John Law arbeiten können. (10560) EF-VF Ausruf: DM 1.300,- LOS NR. 38 (NACHTRAG ) NEUSSER SPAR- UND BAUVEREIN EINGETRAGENE GENOSSENSCHAFT MIT BESCHRÄNKTER HAFTPFLICHT Anteil-Schein über M 200 # 96, eingetragen auf Fräulein Elisabeth Sels, Neuss; Neuss, 23. Februar 1909; Farbe: braun, hellgrün, schwarz, beige; Maßw: 24 X 31; Druck: H. Goder, Neuss. - Originalunterschriften des Vorstandes, u.a. von Albert Linden. Gegründet wurde der Verein Äußerst selten! EF (10560) Ausruf: DM 750,- 21

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