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1 Neue Basisfunktionen in der Windows PowerShell 2.0 Mit mehr Kraft Mit den Betriebssystemen Windows 7 und Windows Server 2008 R2 ist auch die Windows PowerShell 2.0 erschienen. Remoting, Jobs, Ereignisse, Transaktionen sowie eine einfachere Integration von C# und Visual Basic sind interessante Funktionen, die in der ersten Version der Shell fehlten. Auf einen Blick Dr. Holger Schwichtenberg ist Inhaber des auf.net spezialisierten Beratungs- und Schulungsunternehmens Visions.de. Zahlreiche Fachbücher und Vorträge auf Fachkonferenzen haben ihn zu einem bekannten Experten für.net und Visual Studio in Deutschland gemacht. Sein Weblog finden Sie unter Inhalt Die PowerShell 2.0 ermöglicht den Fernzugriff auf andere Rechner. Befehle lassen sich nun auch im Hintergrund ausführen und zu Transaktionen zusammenfassen..net-klassen lassen sich direkt im Skriptcode in C#, Visual Basic und JScript.NET definieren und verwenden. Datenbereiche erlauben das Auslagern von Daten aus Skripten heraus. Serie 1. Mit mehr Kraft Basisfunktionen der PowerShell Zusatzkräfte Modulkonzept 3. Aus eigener Kraft Entwickeln eigener Commandlets und Provider dnpcode A1002PowerShell Es hat kräftigen Zuwachs in der Power- Shell gegeben: Die Anzahl der Commandlets ist von 129 in der Version 1.0 auf 236 in der Version 2.0 gestiegen; Commandlets sind die in Pipelines kombinierbaren Basisbefehle der Shell. Weitere Commandlets kommen durch Zusatzmodule hinzu, die der zweite Teil dieser Serie erläutern wird. In diesem Teil geht es um die neuen Kernfunktionen für Commandlets und Skripte. Enthalten ist die PowerShell 2.0 in Windows 7 und Windows Server 2008 R2. Auf Windows XP, Windows Vista sowie Windows Server 2003 R2 und Windows Server 2008 lässt sie sich als Teil der Windows Management Framework -Aktualisierung einrichten [1]. Remoting Eine der schmerzlich vermissten Funktionen der PowerShell 1.0 war der Fernzugriff auf andere Systeme. Daten ließen sich von entfernten Rechnern im Wesentlichen nur über WMI via Distributed COM (DCOM) abrufen. Eine allgemeine Möglichkeit, Commandlets und Skripte auf anderen Systemen auszuführen, gab es nicht. [Abb. 2] Lokaler Aufruf versus entfernter Aufruf mit Invoke- Command. Hier hat Microsoft in der aktuellen Version nachgebessert. PowerShell 2.0 ermöglicht es, über das Protokoll WS-Management Commandlets und Skripte auf anderen Maschinen aufzurufen; Microsoft nennt das PowerShell Remoting. WS-Management ist allerdings nicht das einzige Protokoll, dessen sich die neue PowerShell bedient, wie der Kasten Fernabfragemöglichkeiten ohne WS-Management erläutert. WS-Management, kurz WS-Man, ist ein Standard der Desktop Management Task Force (DMTF). Es ist ein Netzwerkprotokoll auf Basis von Webdiensten und dient dem Austausch von Verwaltungsinformationen zwischen Computersystemen, auch heterogenen. Microsoft bietet eine Implementierung vonws-management unter dem Namen Windows Remote Management (WinRM) für Windows XP, Windows Server 2003, Vista, Windows 7 und Windows Server Für einen Fernaufruf in der PowerShell müssen alle Beteiligten WinRM 2.0 unterstützen, sowohl der Aufrufer, also der lokale Client, als auch der Aufgerufene, also der entfernte Computer, der als Server dient. Außerdem muss die PowerShell 2.0 auf beiden Systemen installiert sein. WinRM be- [Abb. 1] Eine Power- Shell-Fernsitzung mit Enter-PSSession

2 nutzt seit Version 2.0 die Ports 5985 (HTTP) und 5986 (HTTPS). Die Authentifizierung erfolgt im Normalfall über Kerberos, aber es sind auch Basisauthentifizierung, Digest und NTLM möglich. Im Auslieferungszustand der PowerShell sind die Fernaufrufe deaktiviert. Das Commandlet Enable-PSRemoting versetzt einen Computer in die Lage, Fernaufrufe zu empfangen. Dieser Befehl startet den WinRM-Systemdienst, konfiguriert die PowerShell und trägt die Ports für WS-Management als Ausnahme in der Windows Firewall ein. Enable-PSRemoting ist nicht notwendig auf Computern, die nur (!) PowerShell-Befehle an andere Rechner senden wollen. Zum Ausführen von Commandlets muss der Anwender auf dem System als Administrator angemeldet sein. Der Zugriff auf entfernte Computer außerhalb der eigenen oder einer vertrauenden Domäne ist möglich, erfordert aber etwas mehr Aufwand. Listing 1 Beispiele für Fernaufrufe. Invoke-Command -ComputerName F170 -scriptblock Get-Service b* Invoke-Command -ComputerName F170 -scriptblock Get-Service sort status ft name, status Invoke-Command -computer F170 -Script "Computername: " + [System.Environment]::MachineName ; "Zeit: " + [DateTime]::Now ; "Sprache: " + (Get-Culture) Invoke-Command -computer F170 -Script ping Listing 2 Beispiele für Fernaufrufe auf mehreren Rechnern. "Sitzungen erstellen..." $s1 = New-PSSession -ComputerName F173 $s2 = New-PSSession -ComputerName E04 $s3 = New-PSSession -ComputerName E05 "Fernzugriff auf alle drei Rechner..." Invoke-Command -Session $s1, $s2, $s3 -ScriptBlock Get-Service spooler Interaktive Fernverbindungen im Telnet-Stil Ein anderes Commandlet, Enter-PSSession, öffnet eine interaktive Verbindung zu einem entfernten System im Stil des Telnet- Protokolls. Anzugeben ist der Computername, zum Beispiel so: Enter-PSSession Computername F170 Nach erfolgreicher Ausführung des Befehls zeigt die PowerShell-Eingabeaufforderung den Computernamen an. Alle eingegebenen Befehle werden nun auf dem entfernten System ausgeführt, alle Ausgaben landen auf dem lokalen System. Die Verbindung lässt sich zum Beispiel mit [System.Environment]::MachineName testen, das ruft den Computernamen ab (Abbildung 1). Eine Fernsitzung erlaubt jegliche Form von Änderungen, sowohl das Ausführen von Commandlets wie zum Beispiel (Get-Service BITS) Start-Service als auch den Aufruf von Methoden, etwa (Get- Service BITS).Start(). Auch Windows-Prozesse lassen sich starten. Allerdings sind auf dem entfernten System die Benutzeroberflächen von diesen Prozessen nicht zu sehen, selbst wenn der Anwender dort lokal angemeldet ist. Zum Verlassen der Fernsitzung geben Sie Exit-PSSession ein. Fernausführung von Befehlen und Skripten Um einen einzelnen Befehl auf einem entfernten System auszuführen, ist auch das Commandlet Invoke-Command mit dem Parameter -Computername verwendbar. Der Parameter -ScriptBlock erlaubt die Angabe eines oder mehrerer durch Zeilenumbruch oder Semikolons getrennter Befehle; auch Pipelines lassen sich nutzen. Und es sind nicht nur Commandlets, sondern auch klassische Kommandozeilenbefehle möglich. Beispiele zeigt Listing 1. Fernabfragemöglichkeiten ohne WS-Management Einige Commandlets in der PowerShell 2.0 besitzen eingebaute Fernabfragemöglichkeiten abseits von WS-Management. Diese Commandlets verfügen über den Parameter-Computername und nutzen die Fernaufrufmöglichkeiten des Betriebssystems, die auf einem Remote Procedure Call (RPC) basieren. Zu diesen Commandlets gehören beispielsweise Get-WmiObject, Get-Counter, Get- EventLog, Restart-Computer, Get-Process und Show-EventLog. Die Abfrage mehrerer Computer ist nur nacheinander durch Übergabe in der Pipeline möglich, da man bei diesen Commandlets als Computernamen kein Array übergeben kann: "F171", "F172", "F173" % Get-Service i* -ComputerName $_ ft Name, status, machinename Neben dem zusätzlichen Attribut PSComputerName (Abbildung 2) ist zu beachten, dass die Ergebnismenge eines Fernaufrufs keineswegs die gleiche Struktur hat wie bei einem lokalen Aufruf. Die Objekte in der Pipeline sind nicht vom Typ System.ServiceProcess.ServiceController, sondern Deserialized.System.ServiceProcess.ServiceController. Beim Transport über die Rechnergrenzen im Netzwerk hinweg kommt es zu einer Serialisierung/Deserialisierung der Objekte. Dabei gehen die Methoden der Objekte verloren. Beim Pipelining kann man in eine tiefe Falle tappen: Der folgende Befehl löscht nicht Textdateien auf dem entfernten, sondern gleichnamige Dateien auf dem lokalen System! Invoke-Command -ComputerName F170 -scriptblock Get-Item d:\daten\*.txt remove-item. Damit es richtig funktioniert, ist hier der Befehl Remove-Item mit in den Skriptblock hineinzunehmen: Invoke-Command -ComputerName F170 -scriptblock Get-Item d:\daten\*.txt remove-item Das Commandlet Invoke-Command bietet auch die Möglichkeit, mehrere Computer in Form einer durch Kommas getrennten Liste anzugeben (Abbildung 3). Invoke-Command kann auch eine PowerShell-Skriptdatei auf dem entfernten Rechner ausführen:

3 _ Neue Basisfunktionen in der Windows PowerShell 2.0 [Abb. 3] So führt PowerShell 2.0 Set-Date auf mehreren Computern aus. [Abb. 4] Bei einem Hintergrundauftrag startet Windows eine neue Instanz von PowerShell.exe. [Abb. 5] Ausführen und Auswerten eines Hintergrundauftrags. Invoke-Command -computer F170 -scriptblock d:\skripte\wps2_computername.ps1 Voraussetzung dafür ist, dass auf dem entfernten System das Ausführen von Skripten erlaubt ist und alle für das Skript benötigten Dateien dort vorhanden sind. Das Commandlet Invoke-Command bietet aber auch die Möglichkeit, ein lokales Skript auf den entfernten Computer zu übertragen und dort zu starten: Invoke-Command -computer F170 -FilePath H:\WPS2_Computername.ps1 Fernsitzungen Invoke-Command erzeugt normalerweise eine temporäre Verbindung. Alle Definitionen (Variablen und Funktionen), die der Befehl auf einem entfernten System erzeugt, verlieren nach seiner Ausführung ihre Gültigkeit. Die Alternative ist eine permanente Verbindung, eine Sitzung, die sich über New- PSSession erzeugen lässt: $s = New-PSSession -computername F171, F172 Das Commandlet Invoke-Command muss sich dann auf diese Sitzung beziehen. Dafür ist die Angabe des Computernamens nicht mehr erforderlich: Invoke-Command -session $s -scriptblock $p = Get-process Es lassen sich auch permanente Verbindungen zu mehreren Computern aufbauen. Dazu sind wieder wie schon oben mehrere Computer in Form einer Kommaliste anzugeben: $s = New-PSSession -computername S1, S2, S3 Invoke-Command -session $s -scriptblock Get-culture Der Anwender kann aber auch mehrere einzelne Sitzungen erstellen und diese bei Invoke-Command angeben wie in Listing 2. Fernsitzungen enden automatisch, wenn die aufrufende Sitzung (Elternsitzung) beendet wird. Das geschieht außerdem auch, wenn ein entfernter Computer mindestens vier Minuten lang nicht mehr erreichbar ist. Manuell kann der PowerShell-Nutzer eine Sitzung mit Remove-PSSession schließen

4 PowerShell-Jobs Windows PowerShell bietet ab Version 2.0 die Möglichkeit, Befehle und Skripte im Hintergrund auszuführen, ohne dass es dabei zu Wechselwirkungen mit der aktuellen Sitzung kommt. Hintergrundaufträge blockieren die aktuelle Sitzung nicht, der Benutzer kann also währenddessen andere Befehle eingeben. Hintergrundaufträge bieten sich somit insbesondere für lang dauernde Befehle und Skripte an. Jobs laufen prinzipiell in einem eigenen Prozess namens PowerShell.exe (Abbildung 4). Die Kommunikation zwischen aufrufendem und ausführendem PowerShell- Prozess erfolgt über WinRM. Für die Ausführung von Hintergrundaufträgen muss die PowerShell daher für die Fernausführung konfiguriert sein, auch wenn diese Aufträge auf dem gleichen Rechner laufen. Einen Hintergrundauftrag startet der PowerShell-Nutzer über Start-Job oder Invoke-Command -AsJob. Der folgende Befehl erstellt eine Statistik über alle DLLs im Windows-Installationsverzeichnis; er dauert in der Regel mehrere Sekunden: Get-childitem c:\windows *.dll -recurse -ea silentlycontinue measure length -min -max - sum average Es bietet sich an, diesen Befehl als Job zu starten: $cmd = Get-childitem c:\windows *.dll - recurse -ea silentlycontinue measure length -min -max -sum -average $job = Start-Job -scriptblock $cmd -Name DLLStatistics Das von Start-Job gelieferte PSRemoting- Job-Objekt stellt den Auftrag zur weiteren Nutzung zur Verfügung. Das Ergebnis des Hintergrundauftrags, also der Inhalt der Pipeline nach der Ausführung, ist über Receive-Job $job abrufbar. Get-Job liefert den Zustand aller Hintergrundaufträge. Es gibt vier Stati: Running, Failed, Stopped und Completed. Abbildung 5 zeigt das Ausführen und Auswerten eines Jobs. Transaktionen Ein weiteres neues Merkmal der Power- Shell 2.0 sind Transaktionen. Dies bedeutet, dass die PowerShell von einer Reihe von Befehlen entweder alle oder keinen ausführt. Ein Aufruf von Get-PSProvider zeigt in der Spalte Capabilities, welche PowerShell-Provider Transaktionen unterstützen. In der Basisausstattung der Power- Shell 2.0 ist dies leider nur der Registry- Provider. Listing 3 Ein Beispiel für eine Transaktion. # WPS2 / Transaktionen / Registry $parent = "HKCU:\Software\" $keyname = "www.it-visions.de" $key = "HKCU:\Software\" + $keyname $ErrorActionPreference = "continue" if (Test-Path $key ) remove-item $key -Force "Transaktion starten..." Start-Transaction "Transaktionsstatus: " + (Get-Transaction).Status Test-Path $key -usetransaction New-Item -Path $parent -Name $keyname -UseTransaction -ItemType key New-ItemProperty -path $key -name Name -value "www.it-visions.de - Softwareentwicklung, Technologieberatung, Schulung" -usetransaction New-ItemProperty -path $key -name Inhaber -value "Dr. Holger Schwichtenberg" - usetransaction # So sieht man den Schlüssel nicht Test-Path $key Get-Item $key #führt zu Fehler, der aber Transaktion nicht abbricht! Get-ItemProperty $key "Inhaber" #führt zu Fehler, der aber Transaktion nicht abbricht! Unsinn #führt zu Fehler, der aber Transaktion nicht abbricht! #Get-Item "HCCU:/Unsinn" -UseTransaction #würde zu Abbruch der Transaktion führen! # So sieht man den Schlüssel! Test-Path $key -UseTransaction Get-Item $key -UseTransaction Get-ItemProperty $key "Website" "Transaktion abschließen..." Complete-Transaction # So sieht man den Schlüssel jetzt auch! Test-Path $key Get-Item $key Get-ItemProperty $key "Inhaber" -UseTransaction "Transaktionsstatus: " + (Get-Transaction).Status Eine Transaktion beginnt mit Start- Transaction und schließt mit Complete- Transaction. Parameter sind dabei keine notwendig. Der Umfang einer Transaktion ist nicht festgelegt, sie kann beliebig viele Schritte enthalten. Alle Befehle, die Teil der Transaktion sein sollen, benötigen den Parameter -usetransaction. Von Transaktionen sieht der Nutzer nur ein Zwischenergebnis bei Lesebefehlen, die auch -usetransaction verwenden; alle Befehle ohne diesen Zusatz arbeiten auf dem Stand vor der Transaktion. Listing 3 erzeugt in einer Transaktion einen Schlüssel mit zwei Werten in der Registrierdatenbank. Ein Rollback, also ein Zurücksetzen auf den Ursprungszustand vor der Transaktion, findet statt, wenn Undo-Transaction aufgerufen wird, wenn die bei Start-Transaction im Parameter -TimeOut angegebene Zeit abgelaufen ist, oder wenn eins der an der Transaktion beteiligten Commandlets einen Fehler verursacht

5 _ Neue Basisfunktionen in der Windows PowerShell 2.0 Ereignissystem In der Windows-Programmierwelt gibt es verschiedene Formen von Ereignissen. Es gibt Einträge im Windows-Ereignisprotokoll,.NET-Objekte können Ereignisse auslösen und die Windows Management Instrumentation (WMI) meldet sich eben- [Abb. 6] Beispiel mit mehreren Aufrufen von Start-Transaction. [Abb. 7] Die Ausgabe von Details zu einem Ereignis mit SourceEventArgs. Mit dem Parameter -Rollbackpreference in Start-Transaction lässt sich das Verhalten im Fehlerfall aber ändern. Mögliche Zustände sind: Error: Rücksetzen der Transaktion bei jeder Art von Fehler in einem der Commandlets, die -usetransaction verwenden (Standardeinstellung). Terminating: Rücksetzen der Transaktion nur bei Fehlern, die zum Abbruch des Befehls führen (terminating errors). Never: Die Transaktion wird niemals automatisch zurückgesetzt. Bei der Frage, ob ein Fehler aufgetreten ist, geht es immer nur um die Commandlets, die -usetransaction verwenden. In Listing 4 wird die Transaktion erfolgreich beendet, obwohl Unsinn einen Fehler lieferte. Der Anwender kann Start-Transaction mehrfach aufrufen, dies führt aber nicht zu unabhängigen Transaktionen. Vor Ende einer Transaktion gestartete weitere Transaktionen sind Untertransaktionen der aktuellen. Die Anzahl der Ebenen ist bei Get-Transaction aus der Anzahl in SubscriberCount zu ersehen. Ein Aufruf von Complete-Transaction in einer Situation mit Untertransaktion beendet diese erfolgreich. Undo-Transaction dagegen bricht die Gesamttransaktion ab (Abbildung 6)

6 falls mit Ereignissen. Auch die PowerShell kennt eigene Ereignisse und behandelt alle vier genannten Ereignisarten in einem gemeinsamen Rahmen WMI-Ereignisabfragen sind wie normale WMI-Abfragen in der WMI Query Language (WQL) verfasst, die SQL ähnelt. Das Commandlet Register-WMIEvent erzeugt ein Ereignis-Abonnement für WMI-Ereignisse. Seine Parameter sind: query: Text der WMI-Ereignisabfrage. computer: System, auf dem die WMI- Ereignisabfrage ausgeführt werden soll. Standard ist das lokale System. sourceidentifier: Name für das Abonnement. Dieser Name muss in der aktuellen PowerShell-Sitzung eindeutig sein. messagedata: Text, der beim Auslösen des Ereignisses in die WMI-Ereignisliste geschrieben wird. action: Ausführende Aktion in Form eines PowerShell-Befehls. Listing 5 zeigt einige Beispiel für WMI- Ereignisabfragen. Das Commandlet Get-Event listet alle aufgetretenen Ereignisse auf. Filtern ist möglich mit dem Parameter -SourceIdentifier oder mit dem allgemeinen Filter-Commandlet Where-Object. Jedes ausgelöste Ereignis besitzt einen eindeutigen Event- Identifier, der bei Get-Event als Filter einsetzbar ist. Um Details über das ausgelöste Ereignis zu erfahren, ist das Attribut SourceEventArgs samt Unterattributen zu betrachten. Ein Beispiel ist in Abbildung 7 zu sehen: Der Zugriff auf SourceEvent- Args.NewEvent liefert eine Instanz einer WMI-Ereignisklasse, zum Beispiel root/ CIMV2\ InstanceCreationEvent, verpackt ins.net-objekt ManagementBaseObject: (Get-Event -eventidentifier 15). SourceEventArgs.NewEvent Um zu erfahren, welches WMI-Objekt das Ereignis ausgelöst hat, greifen Sie auf TargetInstance zu (Abbildung 7). Reagieren auf Ereignisse Der Parameter -action kann Register-WMI- Event auch eine direkte Vorgabe für eine Reaktion auf ein Ereignis in Form eines PowerShell-Skriptblocks mitgeben. In dem Skriptblock können Sie über $eventargs auf die gleichen Informationen zugreifen, die Get-Event über SourceEventArgs liefert. Listing 6 registriert bei Änderungen an Diensten einen Skriptblock, der prüft, ob ein Dienst beendet ist, und ihn gegebenenfalls neu startet. Listing 4 Registrierdatenbank mit einer PowerShell-Transaktion bearbeiten. $key = Listing 6 "HKCU:\Software\ix" $parent = "HKCU:\Software\" $keyname = "ix" $key = "HKCU:\Software\" + $keyname "Transaktion starten..." Start-Transaction if (Test-Path $key) remove-item $key -UseTransaction New-Item -Path $parent -Name $keyname -UseTransaction -ItemType key New-ItemProperty -path $key -name Name -value "ix - Magazin für professionelle Informationstechnik" -usetransaction New-ItemProperty -path $key -name Website -value "www.ix.de" -usetransaction Unsinn #führt zu fehler "Transaktion abschließen..." Complete-Transaction Listing 5 Beispiele für WMI-Ereignisabfragen. # Beobachten, ob sich der Status eines Dienstes ändert: Register-WMIEvent -query "SELECT * FROM InstanceModificationEvent WITHIN 5 where TargetInstance ISA 'Win32_Service'" -sourceidentifier "Dienst:Status" -messagedata "Der Status eines Dienstes hat sich geändert!" # Beobachten, ob ein Prozess gestartet wird: Register-WMIEvent -query "Select * From InstanceCreationEvent within 3 Where TargetInstance ISA 'Win32_Process'" -sourceidentifier "Prozessende" -MessageData "Ein neuer Prozess wurde gestartet!" # Beobachten, ob ein Prozess beendet wird: Register-WMIEvent -query "Select * From InstanceDeletionEvent within 3 Where TargetInstance ISA 'Win32_Process'" -sourceidentifier "Prozessstart" -messagedata "Ein Prozess wurde beendet!" Der Versuch, einen gestoppten Dienst neu zu starten. $Aktion = [console]::beep(440,10) $dienst = $eventargs.newevent.targetinstance Write-Host -ForegroundColor yellow Write-Host "Dienst " $dienst.name ": Der Status hat sich geändert. Status ist nun: " $dienst.state "!" -ForegroundColor yellow if ($dienst.state -eq "Stopped") Write-Host "Neustart des Dienstes..." -ForegroundColor yellow Start-Service $dienst.name Register-WMIEvent -query "SELECT * FROM InstanceModificationEvent WITHIN 1 where TargetInstance ISA 'Win32_Service'" -sourceidentifier "Dienst:Status:Aktion" -action $Aktion Auch viele.net-klassen besitzen Ereignisse, die in der PowerShell 2.0 abonnierbar sind. Listing 7 zeigt die Registrierung für die Ereignisse Created, Changed und

7 _ Neue Basisfunktionen in der Windows PowerShell 2.0 Listing 7 Überwachung des Dateisystems mit PowerShell 2.0. $fsw = New-Object System.IO.FileSystemWatcher $fsw.path = "c:\temp" $aktion = [console]::beep(440,10) Write-Host "Dateisystemereignis: " $eventargs.fullpath ": " $eventargs.changetype Write-Host Register-ObjectEvent -InputObject $fsw -EventName Created -Action $aktion Register-ObjectEvent -InputObject $fsw -EventName Changed -Action $aktion Register-ObjectEvent -InputObject $fsw -EventName Deleted -Action $aktion Deleted für die Klasse System.IO.FileSystemWatcher, die Veränderungen im Dateisystem überwacht. Die Ereignisinfrastruktur der PowerShell lässt sich auch unabhängig von WMI verwenden. Hierfür bietet sie das Commandlet New-Event zum Erzeugen eigenständiger Ereignisse: New-Event -SourceIdentifier "Import beendet" -sender "Datenimportskript" -MessageData "Der Datenimport ist beendet" -eventarguments "Anzahl: 23345", "Dauer: 12 sek" Diese Ereignisse wandern auch in die Ereignisliste, die über Get-Event einsehbar ist. Auch diese Ereignisse gelten aber nur für die aktuelle Sitzung. Datenbereiche und Datendateien Windows PowerShell 2.0 unterstützt Datenbereiche in Skripten und externen Dateien, um Daten und Programmcode besser voneinander trennen zu können. Die Daten können in mehreren Sprachen vorliegen, damit sich mehrsprachige Skripte einfacher erstellen lassen. Listing 8 zeigt einen Datenbereich und seine Verwendung. Der Datenbereich hat den Namen $Texte und besitzt drei Elemente: Startmeldung, Fehlermeldung und Endemeldung. Die Anweisung Data in Verbindung mit ConvertFrom-StringData erzeugt ein Hashtable-Objekt. Im Programmcode können Sie dann über $Datenbereichname.Elementname zum Beispiel $Texte.Startmeldung auf die Texte zugreifen. Der Datenbereich darf auch Kommentare enthalten; sie beginnen mit dem #-Zeichen (Listing 8). Ein Datenbereich lässt sich in einer eigenständigen Datei mit der Dateinamenerweiterung.psd1 speichern. Beim Start lädt ein Skript automatisch eine.psd1-datei, die im gleichen Verzeichnis liegt und den gleichen Namen besitzt. Die Power- Shell 2.0 unterstützt die Lokalisierung von Skripten durch Anlegen mehrerer Datendateien für unterschiedliche Sprachregionen. Dabei benutzt sie ein Verfahren, das an das im.net Framework mit System.Globalization verwendete angelehnt ist. Sprachen unterscheidet die PowerShell wie das.net Framework mit Sprachkürzeln, etwa de für die deutsche Sprache und en für die englische. Es ist auch möglich, genauer nach Regionen zu differenzieren, zum Beispiel de-de für die deutsche Sprache in Deutschland, de-ch für die deutsche Sprache in der Schweiz, en-gb für britisches Englisch und en-us für amerikanisches. Sofern das Skript keine andere Weisung gibt, Listing 8 Beispiel für das Nutzen von Datenbereichen. $Texte = Data Startmeldung = Skript beginnt Endemeldung = Skript beendet! $Fehlertexte = Data Fehlermeldung = Es ist ein Fehler aufgetreten: Arbeiten Sie nicht nach 17 Uhr! $Texte.Startmeldung if ([DateTime]::Now.Hour -ge 17) Write-Host $Fehlertexte.Fehlermeldung orientiert sich die PowerShell an der für die Windows-Benutzeroberfläche eingestellten Anzeigesprache, die immer aus Sprache und Region besteht. Findet sie beispielsweise die Kombination de-de nicht, sucht sie nur nach der Sprache de. Wird sie auch hier nicht fündig, sucht die PowerShell nach einer neutralen Standardsprache. Zunächst ist für jedes Sprachkürzel ein eigenes Unterverzeichnis relativ zum Pfad des Skripts anzulegen. Jedes dieser Unterverzeichnisse erhält eine sprachspezifische Kopie der.psd1-datendatei. Diese Kopien müssen allerdings etwas anders aufgebaut sein; es darf in ihnen keine Variablendeklaration geben, wie es in Listing 9 bis 12 zu sehen ist. Im Skript ist das Laden der sprachspezifischen Daten explizit auszulösen und ein Variablenname zuzuordnen. Der folgende Befehl lädt die Datendatei gemäß der aktuellen Windows-Sprache und bindet die Elementnamen an den Variablennamen $Texte: Import-LocalizedData -Binding Texte Danach stehen die Texte über $Texte zur Verfügung, ohne dass eine weitere Fall- Listing 9 en-us/wps2_ LocalDataFile.psd1. Startmeldung = Script starts... Endemeldung = Script finished! Fehlermeldung = An error occured: Don't work after 5 p.m.! Listing 10 en-gb/wps2_ LocalDataFile.psd1 etwas höflicher als in Listing 9. Startmeldung = Script starts... Endemeldung = Script finished! Fehlermeldung = An error occured: Don't work after 5 p.m., please!

8 Listing 11 de-de/wps2_ LocalDataFile.psd1. Startmeldung = Skript beginnt! Endemeldung = Skript beendet! Fehlermeldung = Es ist ein Fehler aufgetreten: Arbeiten Sie nicht nach 17 Uhr! Listing 12 WPS2_LocalDataFile.psd1 die neutrale Sprache für alle Fälle. Startmeldung = START Endemeldung = END Fehlermeldung = ERROR unterscheidung nach Sprachen erforderlich wäre (Listing 13). Die aktuelle Anzeigesprache lässt sich über die eingebaute Variable $PSUICulture abfragen. Leider ist sie nur zu lesen, aber nicht zu schreiben, um die Sprache explizit zu setzen. Hierzu gibt es aber diese zwei Möglichkeiten: Sie können in Import-LocalizedData die Sprache explizit angeben, zum Beispiel Import-LocalizedData -Binding Texte -UICulture en-us. Sie können über die.net-klassenbibliothek die Sprache für den ganzen Thread ändern, zum Beispiel [System.Threading. Thread]::CurrentThread.CurrentUICulture = New-ObjectSystem.Globalization.CultureInfo("en-US"). Listing 13 Die sprachspezifischen Ressourcen verwenden. Import-LocalizedData -Binding Texte $PSUICulture $Texte.Startmeldung if ([DateTime]::Now.Hour -ge 17) Write-Host $Texte.Fehlermeldung $Texte.Endemeldung Listing 14 Hello World in C#, eingebettet in ein Power- Shell-Skript. $CSKlasseCode public class HelloWorld // Statische Methode mit Parameter public static string Hallo1(string name) return "Hallo " + name + "!"; // Instanz-Methode mit Parameter public string Hallo2(string name) return "Hallo " + name + "!"; // Attribut (Field) public string Name = ""; // Instanz-Methode ohne Parameter public string Hallo3() return "Hallo " + this.name + "!"; # Dynamisches Kompilieren Add-Type -typedefinition $CSKlasseCode -language csharp # Testen [HelloWorld]::Hallo1("Holger") $o = New-Object HelloWorld $o.hallo2("holger") $o.name = "Holger" $o.hallo3() Einbinden von C# und Visual Basic Listing 15 Hello World mit Visual Basic in einem PowerShell-Skript verwenden. $VBKlasseCode public class HelloWorld ' Statische Methode mit Parameter Public Shared Function Hallo1( _ ByVal name As String) As String Return "Hallo " & name & "!" End Function ' Instanz-Methode mit Parameter Public Function Hallo2(ByVal name _ As String) As String Return "Hallo " & name & "!" End Function ' Field Public Name As String ' Instanz-Methode ohne Parameter Public Function Hallo3() As String Return "Hallo " & Me.Name & "!" End Function End Class # Dynamisches Kompilieren Add-Type -typedefinition $VBKlasseCode -language visualbasic # Testen [HelloWorld]::Hallo1("Holger") $o = New-Object HelloWorld $o.hallo2("holger") $o.name = "Holger" $o.hallo3() Das mit der PowerShell 2.0 neu eingeführte Commandlet Add-Type erlaubt das dynamische Kompilieren einer.net-klasse. Dabei kann der Quelltext in einer externen Datei liegen oder in ein PowerShell-Skript eingebettet sein. Erlaubte Programmiersprachen sind C#, Visual Basic und JScript.NET; die Kürzel, die diese Sprachen definieren, lauten csharp, VisualBasic und js. Die PowerShell 1.0 ließ Programmcode aus einer der drei Sprachen nur zu, wenn er statisch kompiliert als Assembly vorlag und in die PowerShell geladen wurde. Add-Type dagegen geht mit den.net-sprachen um wie mit Skriptsprachen. Listing 14 und 15 demonstrieren am Beispiel einer Hello World -Anwendung verschiedene Möglichkeiten, C#- und VB- Code aufzurufen. Dies lässt sich nutzen, um eine Einschränkung der PowerShell zu umgehen: Die PowerShell kann zwar auf.net-, COMund WMI-Klassen zugreifen aber nicht auf die Win32-API-Funktionen. Immerhin gab es in der PowerShell 1.0 den Trick, Win32-API-Aufrufe über den in das.net Framework eingebauten Mechanismus Platform Invoke, kurz PInvoke, aufzurufen. Die PowerShell 2.0 vereinfacht dies stark durch die Einbettungsmöglichkeiten für.net-sprachen. PInvoke- Aufrufe von Win32-API-Aufrufen lassen sich nun in der jeweiligen.net-sprache kapseln. Listing 16 zeigt eine in ein Power- Shell-Skript eingebettete C#-Klasse, die Zu

9 _ Neue Basisfunktionen in der Windows PowerShell 2.0 Listing 16 Die eingebettete Klasse ScreenSaver kapselt den Zugriff auf eine Win32-API-Funktion. $CSharpKlassenDefinition using System; using System.Diagnostics; using System.Runtime.InteropServices; public class ScreenSaver [DllImport("user32.dll", CharSet = CharSet.Auto)] private static extern bool SystemParametersInfo( int uaction, int uparam, ref bool lpvparam, int flags); private const int SPI_GETSCREENSAVERACTIVE = 16; private const int SPI_SETSCREENSAVERACTIVE = 17; private const int SPIF_SENDWININICHANGE = 2; private const int SPI_GETSCREENSAVERTIMEOUT = 14; private const int SPI_SETSCREENSAVERTIMEOUT = 15; public static bool GetStatus() bool isactive = false; SystemParametersInfo(SPI_GETSCREENSAVERACTIVE, 0, ref isactive, 0); return isactive; public static void TurnOn() int nullvar = 0; bool result = SystemParametersInfo( SPI_SETSCREENSAVERACTIVE, 1, ref nullvar, SPIF_SENDWININICHANGE); if (!result) throw new System.ComponentModel.Win32Exception( Marshal.GetLastWin32Error()); public static void TurnOff() int nullvar = 0; bool result = SystemParametersInfo( SPI_SETSCREENSAVERACTIVE, 0, ref nullvar, SPIF_SENDWININICHANGE); if (!result) throw new System.ComponentModel.Win32Exception( Marshal.GetLastWin32Error()); public static Int32 GetTimeout() Int32 value = 0; bool res = SystemParametersInfo( SPI_GETSCREENSAVERTIMEOUT, 0, ref value, 0); if (!res) throw new System.ComponentModel.Win32Exception( Marshal.GetLastWin32Error()); return value; public static void SetTimeout(Int32 Value) int nullvar = 0; bool res = SystemParametersInfo( SPI_SETSCREENSAVERTIMEOUT, Value, ref nullvar, SPIF_SENDWININICHANGE); if (!res) throw new System.ComponentModel.Win32Exception( Marshal.GetLastWin32Error()); $klasse = Add-Type -TypeDefinition $CSharpKlassenDefinition -PassThru #$Klasse::GetStatus() #$Klasse::GetTimeout() #$Klasse::TurnOff() #$Klasse::GetStatus() #$Klasse::GetStatus() #$Klasse::SetTimeout(800) #$Klasse::GetStatus() griff auf die Einstellungen des Bildschirmschoners über die Win32-API-Methode SystemParametersInfo bietet. Fazit und Ausblick Version 2.0 der Windows PowerShell vervollständigt dringend benötigte Funktionen, sowohl aus Sicht eines Administrators als auch eines Entwicklers. Die wichtigsten hat dieser Beitrag vorgestellt. Details erläutern die unter [2] und [3] angegebenen Quellen. Darüber hinaus sind viele neue administrative Commandlets und einige Erweiterungen der Skriptsprache verfügbar. Der zweite Teil der Serie wird einige der neuen Commandlets vorstellen, und der dritte Teil zeigt Ihnen, wie Sie selbst Commandlets für die PowerShell entwickeln können. [jp] [1] Microsoft, Windows Management Framework (Windows PowerShell 2.0, WinRM 2.0 und BITS 4.0), [2] Holger Schwichtenberg, Windows PowerShell 2.0 Das Praxishandbuch, Addison-Wesley, ab 24. Februar 2010, ISBN [3] Microsoft TechNet, Scripting with Windows PowerShell,

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