Ried(er) 1945 EINE SPURENSUCHE. Aufbruch? Umbruch? Zusammenbruch? Zeitenwende und Stunde Null: V P : ORAL HISTORY 2005

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1 Zeitenwende und Stunde Null: Ried(er) 1945 EINE SPURENSUCHE V P : ORAL HISTORY 2005 Aufbruch? Zusammenbruch? Umbruch?

2 Ried Zeitenwende und Stunde Null Liebe Leserinnen und Leser! Eine Zeitzeugin erzählte unseren Schülern im Gespräch wie sie im Mai 1945 zur Räumung der Rieder Panzersperren eingesetzt wurde. Etwa zur gleichen Zeit trat ein junger Mann aus dem Bezirk Ried seine Reise in das tausende Kilometer entfernte Sibirien an um dort zu büßen, was Wehrmacht und SS in Russland angerichtet hatten. Wenige Monate zuvor hatte ein junger Rieder Bub während der Aufräumarbeiten beim bombengeschädigten Bahnhof einen Splitter einer amerikanischen Fliegerbombe mitgenommen. Diesen Splitter präsentierte er - zusammen mit seinen Erinnerungen an diese Zeit - 60 Jahre später einem jener Schüler, die sich am Projekt Ried(er) 1945 beteiligten. Das Festhalten dieser Erinnerungen sind - wie die an Sibirien und die Rieder Panzersperren - Ergebnis eines geschichtlichen Forschungsprojektes, das zwei Lehrer und eine Lehrerin an unterschiedlichen Rieder Schulen mit ihren jährigen Schülerinnen und Schülern durchführten. Die Arbeit der jungen Menschen verfolgt dabei mehrere Ziele: zum einen sollte ein Dialog der Generationen stattfinden. Dabei hilft das oft anzutreffende Phänomen, dass sich anscheinend die erste Generation leichter tut den Enkeln ihre Erinnerungen anzuvertrauen, als den eigenen Kindern. Das Reden darüber überspringt quasi oft eine Generation. Zum anderen wollten wir mit diesem Projekt jene Menschen zu Wort kommen lassen, deren Erinnerung vermutlich nicht dokumentiert worden wäre. Schließlich sehen wir es als ungemein bereichernd an, die Schüler im Geschichtsunterricht auch mal als Forscher auftreten zu lassen - sie am Entstehungsprozess von geschichtlichen Quellen teilhaben zu lassen. Dass diese Broschüre überhaupt möglich wurde, verdanken wir einer sehr großen Zahl von interessanten Menschen. Amerikanische Besatzungssoldaten, die sich an unseren Arbeiten interessiert zeigten, gehören da genauso dazu wie ältere Riederinnen und Rieder, die mit ihren jungen Verwandten - unseren Schülern - darüber sprachen. Sehr wichtig war auch die finanzielle und ideelle Unterstützung vieler Einzelpersonen sowie von Firmen und Organisationen. Darunter waren vor allem AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer, Stadtrat David Demiryürek oder die Vorsitzende des Kulturausschusses Julia Csongrady und die vielen Firmen und Sozialpartner, deren Logo man in der Broschüre findet. Sie alle stehen stellvertrend für viele andere, die uns geholfen haben. Wo immer sich diese Hilfe anbot, haben wir sie gerne angenommen. Trotzdem können wir nur einen kleinen Teil der Interviews hier präsentieren, die Präsentation des Gesamtbestandes würde jeden logistischen und finanziellen Rahmen sprengen. Unser Dank gilt allen, die mitgeholfen haben, den Dialog der Generationen auch nach außen, in Form dieser Broschüre sichtbar zu machen. Dieser Dialog, diese Gespräche fanden mit Menschen statt, die heute in der Stadt Ried oder im unmittelbaren Umfeld leben. Diese Menschen erinnern sich: viele an die Verhältnisse in Ried, manche an die triste Zeit der Gefangenschaft. Sie schildern Flucht, Vertreibung und Elend. Andererseits beschreiben sie auch die Hoffnung auf Wiederaufbau und den Wunsch, dass es irgendwie doch wieder weitergeht. Die Vergangenheit ist vergangen, nichts und niemand kann Geschehenes ändern. Vielfach ist sogar fraglich, ob Geschichte lehrreich ist. Das Bachmann Zitat von der Geschichte, die keine Zuhörer findet, kommt nicht von ungefähr. Was Geschichte sehr wohl leisten kann, ist das Erkennen der Qualität des eigenen Lebens oder wie es eine Zeitzeugin einmal formulierte: Ich hoffe, dass unsere Nachfahren wissen, in welcher goldenen Zeit sie leben. Im Vergleich zum Leben vor 60 Jahren können wir unser eigenes Leben definieren und historisch werten. Diesem Zweck dienen die skizzierten Lebensgeschichten. Augustin Brigitte, HS 2 Eichsteininger Hannes, PTS Ried Zechmeister Gerhard, HS 1 MENSCHEN ERZÄHLEN GESCHICHTE(N)

3 Aus dem Inhalt: Rupert Lenzenwegner über Kindheits- und Jugenderinnerungen und das Jahr 1945 in Ried...S.4 Georg Meingassner über das Kriegsende in Pramet und die ersten amerikanischen Panzer... S.34 Herbert Eder über seine Kriegsgefangenschaft in den USA und den Weg nach Hause...S. 16 Hildegard Nöhammer über ihr Leben als Magd und das Kriegsende in Geiersberg...S.42 Joseph Buttinger über zerstörte deutsche Städte und den Weg zurück ins Innviertel...S.21 Christel Kammerer über die Plünderung Danzigs, das traumatische Schicksal ihrer Familie und ihre Flucht S.24 Alois Gurtner aus Weilbach über die Arbeitsmethoden in der Landwirtschaft und seine beklemmende Zeit im russischen Gulag...S.47 Christine Meier über das Kriegsende und die Verfolgung in Ried...S.49 Schüler und Geschichtsforschung: Ein Kapitel, das man ohne weiteres überspringen kann ORAL HISTORY 2005 Soll das erzählende (narrative) Interview Methodencharakter haben, so muss es mehr sein, als dem Gesprächspartner ein Mikrophon vor die Nase zu halten, in der Hoffnung, er werde schon was erzählen. Das narrative Interview beginnt (anders als das standardisierte Interview) mit einer Eingangsfrage, die den Interviewpartner bzw. die Interviewpartnerin zur Erzählung einlädt. Wichtig ist es dabei, den Erzählraum richtig zu gestalten, weder eine zu enge Einstiegsfrage zu wählen (Verhörcharakter) noch das Interview thematisch zu beliebig zu gestalten. Einer guten Einstiegsfrage verdankt der Interviewer daher sehr viel. Dass den Zeitzeugen die Freiheit gegeben wird zu erzählen, führt nicht zu Beliebigkeiten des Erzählens. Es wird zwar mehr gesagt, aber eben auch viele interessante Geschichten, die man durch enge Fragen vermutlich nicht erzählt bekommen hätte. Was außerdem für das narrative Interview spricht, ist die Tatsache, dass es auch für Schüler mit einem weniger umfassenden Wissen durchfürbar ist. Der Schüler muss nicht Geschichtsexperte sein um dem Opa etwa Detailfragen zur Schlacht bei Kursk zu stellen. Vielmehr darf er (zu Recht) darauf vertrauen, der Interviewpartner werde das für ihn Wichtige schon im Erzählen konkretisieren. Oral History ist eine gute und vernünftige Form, Geschichte an der Quelle zu betreiben. Es ist überdies eine exakte Art der Quellenforschung. Die scheinbar so über alle Zweifel erhabenen Urkunden aus dem späteren Mittelalter entpuppen sich häufig als schlichte Fälschungen, Gemeinderatsprotokolle oder Geschäftsbriefe geben ein manchmal einseitiges wirtschaftliches Bild der Geschichte wieder. Dem gegenüber ist Oral History sehr genau. Ein Gesprächspartner kann in einem mehrstündigen Gespräch nicht permanent lügen, ohne dass dies dem Interviewer nicht auffallen würde. Anders gesagt: man kann seine Lebensgeschichte nicht neu erfinden. Sehr wohl ist anderes möglich: Irrtümer, unbewußte Verdrängungsprozesse etc. In dieser Hinsicht ist Oral History eine scheinbar wenig zuverlässige Angelegenheit. Aber auch falsche Information kann wichtig sein. Was bewegt einen Zeitzeugen dazu, gewisse geschichtliche Ereignisse zu vergessen, andere dagegen überzubetonen? Je nach Erzählart erfahren wir als aufmerksame Zuhörer mehr über unseren Zeitzeugen, als wenn wir die Fakteninformationen auf Papier studiert hätten. Schließlich: Mündliche Geschichtsforschung verrringert das Blickfeld von der großen Weltgeschichte auf das Einzelschicksal. Gerade dadurch gewinnt der Blick an Schärfe und Detailgenauigkeit. Trotzdem muss immer das Bewußtsein dafür bleiben, dass es nicht eine Form von objektiver Wahrheit ist, die wir im Gespräch vorfinden, sondern die persönlichen Erlebnisse eines Menschen mit all den Veränderungsprozessen seit Um jenen, die Geschichte gerne als Faktum lesen, entgegenzukommen und auch um der Hintergrundinformation willen, findet man in dieser Broschüre neben den Interviews eingestreute Info-Boxen zur Rieder Geschichte. Sie sind quasi die Wegweiser durch die spannende Erzählform der Geschichte. Um sie lesbar zu erhalten, wurde auf einen Großteil der Fußnotenangaben verzichtet.

4 Ried Zeitenwende und Stunde Null Der hat mich beschossen und wenn ich nicht zu laufen begonnen hätte, dann wäre ich heute kein Zeitzeuge! Christian Grünbart und Dominik Eglauer fragten einen bekannten Rieder Zeitzeugen, Prof. Rupert Lenzenwegner, Geburtsjahr 1931, in einem sehr ausführlichen Interview nach seinen Kindheits- und Jugenderinnerungen. Hitler in Ried, 1938 An was ich mich noch erinnern kann ist wie Adolf Hitler 1938 ich war damals sieben Jahre alt - nach Ried gekommen ist und ihn alle empfangen haben. Er fuhr durch Ried mit dem schwarzen Mercedes und meine Eltern und ich haben von einem Haus am Stelzhamerplatz hinuntergeschaut. Und da ist er beim Braunauertor hereingefahren. Zuerst sind Radfahrer gekommen, da haben die Leute schon geschrieen, nur wegen so eines Soldaten. Dann auf einmal war Totenstille. Und dann endlich kam der dunkle Wagen mit Adolf Hitler durch das Braunauertor. Das war ein schwarzer Mercedes. Ich kann mich noch erinnern, er hatte hinten zwei Räder wie ein Lastwagen. Er stand im Wagen mit seiner Uniform. Und da waren Leute, das war unvorstellbar. Am Stelzhamerdenkmal sind die Leute hinaufgeklettert. Sie sind wie Trauben auf dem Denkmal gehängt. Der ganze Platz war schwarz vor lauter Menschen. Und geschrieen haben sie: Heil und Heil. Das war eine Begeisterung sondergleichen. Ich habe als Bub beim Fenster hinuntergesehen, das hat mir natürlich gefallen. Ist doch selbstverständlich, wenn so viel Wirbel ist. Dann ist er bis zum Hauptplatz gefahren. Das habe ich zwar nicht gesehen, aber es wurde mir so gesagt. Offenbar ist er dort ausgestiegen. Dort wurde er beim Hotel Gärner (wo jetzt das China-Restaurant ist) vom Bürgermeister mit Handschlag begrüßt und dann fuhr er weiter nach Linz. Das waren so meine ersten Eindrücke, die ich in dieser Zeit erlebt habe. Der zweite für mich erhabene Moment war, wie wir die ersten großen Flieger gesehen haben. Das waren die JU 52. Diese Transportmaschinen flogen so niedrig daher und - natürlich - ein Flugzeug war damals eine Sensation. Als Bub hat mich das immens beeindruckt. Das waren so meine ersten - durchaus zuerst einmal positiven und abenteuerlichen - Eindrücke. Anfang März ist Hitler gekommen und am 14. oder 15 März, da haben sie meinen Vater verhaftet. Ein SA-Mann mit aufgepflanztem Bajonett am Gewehr stand vor der Tür und forderte meinen Vater auf mitzukommen. Seine Bitte, ob er sich fertig rasieren dürfe, lehnte er strikt ab. So musste er halbseitig rasiert sofort mit dem SA-Mann mitgehen. Da mein Vater Bankbeamter in einer so genannten, politisch gesehenen schwarzen Bank war, vemutete die SA im Tresor dieser Bank Namenslisten von Nazis, die bei einem eventuellen Putschversuch hingerichtet werden sollten. So etwas existierte natürlich nicht. Am Abend wurde mein Vater wieder freigelassen und kam nach Hause. Und dann wurden einige Leute verhaftet, unter anderem der damalige Direktor des Rieder Landesverlages, Dir. Böhm. Aber alle wurden wieder freigelassen. Es gab keine größeren Probleme. Dass die ganze Begeisterung über den Einmarsch so enorm war, war irgendwie verständlich zu dieser Zeit. Denn ich kann mich erinnern, als Bub, da hat es so viele Arme und Arbeitslose gegeben. Da hat ein Bettler dem anderen die Türschnalle in die Hand gedrückt. Die waren alle ausgesteuert. Das war damals nicht so wie heute, dass man ganz lange Zeit Arbeitslosengeld bekam. Man bekam eine gewisse kurze Zeit Arbeitslosengeld und dann war es vorbei. Ob du jetzt Kinder gehabt hast oder nicht, das war völlig egal. Man wurde ausgesteuert und hat dann nichts mehr bekommen. Also blieb einem nichts anderes mehr übrig, als betteln zu gehen. Und da hat sich auch die Katholische Kirche ausgezeichnet. Die gaben ja damals auch überhaupt nichts her. Und dadurch diese Begeisterung. In Deutschland war der Aufschwung; es wurde gebaut. Da wurden Straßen gebaut. Dass dies im Hinblick auf einen Krieg geschieht, konnte ja damals niemand ahnen. Jedenfalls sah man in Deutschland den Aufschwung und bei uns war Armut. Lesen Sie weiter auf Seite 6 MENSCHEN ERZÄHLEN GESCHICHTE(N)

5 Stichwort: Luftangriffe auf Ried Noch bevor man in Ried physischen Kontakt zu den amerikanischen Soldaten hatte, wurden amerikanische Luftangriffe für die Bevölkerung von Ried zur beängstigenden Realität. Dabei war nicht die tatsächliche Anzahl der Angriffe von Tieffliegern oder Bombern entscheidend, diese blieben bis 1944 für den wenig industrialisierten Bezirk Ried und die Stadt die Ausnahme. Im Gegensatz dazu forderten die 1944 in Oberösterreich massiv einsetzenden Luftangriffe in Steyr, Linz und Wels erhebliche Todesopfer. Die Landeshauptstadt wurde im Dezember mehrmals in der Woche zum Ziel alliierter Bombenangriffe. Allerdings darf die psychologische Wirkung auf die Menschen in Ried nicht unterschätzt werden. Die Stadtbevölkerung wusste, dass im Falle eines Angriffes die deutsche Luftabwehr nicht in der Lage sein würde, einen wirkungsvollen Widerstand zu leisten. Wurde Fliegeralarm gegeben, so waren die Schutzräume aufzusuchen. Es gab zwar Luftschutzkeller, allerdings waren diese nicht immer in den Häusern eingerichtet, in denen die Menschen wohnten. Da ab Pfingsten 1944 fast täglich irgendwann einmal Fliegeralarm gegeben wurde, war der Weg zum Schutzraum bald Teil des gelebten Alltags. Rigoros wurde darauf hingewiesen, dass Fliegeralarm das Aufsuchen eines Schutzraumes bedeutete, auch die Verdunklungsvorschriften waren einer peniblen Kontrolle unterworfen. Da aber nicht alle Häuser in der Stadt und der Umgebung über einen Keller verfügten und oft der Weg zu einer zugewiesenen Schutzeinrichtung zu weit und zu gefährlich gewesen wäre, blieb man meist wo man war und versteckte sich im Haus. Dass amerikanische Flugzeuge den Luftraum überfliegen konnten, ohne in irgendeiner Form von deutscher Luftabwehr behelligt zu werden, zeigte der Rieder Bevölkerung mehr als alles andere, dass der Krieg auf ein Ende zusteuerte und die Aufrufe und Appelle zur Verteidigung als das zu werten waren, was sie waren: Propagandaparolen. ORAL HISTORY 2005 Am 21. Juli 1944 schlugen tatsächlich erstmals gezielt Bomben auf dem Rieder Bahnhof ein. Einige Personenzüge waren kurz davor abgefahren, daher gab es nur ein Todesopfer zu beklagen. Der Angriff richtete aber erhebliche Sachschäden an. Am 30. April 1945 nur wenige Tage vor Kriegsende beschossen amerikanische Tiefflieger erneut den Bahnhof, ein Eisenbahner wurde dabei getötet. Die Rieder Post trug der gestiegenen Gefahr von Luftangriffen Rechnung, indem sie die Fernsprechzentrale vom 3. Stock des Postgebäudes in den Keller verlegte. So sollte bei allfälligen Bombenschäden die Kontaktmöglichkeit mit der Außenwelt gesichert bleiben. Noch am 4. Mai also nach dem Einmarsch der US-Streitkräfte - wurde in der Nähe von Ried ein amerikanisches Flugzeug abgeschossen. Ob dies durch eigene Kräfte geschah oder ob aus der Eferdinger Gegend aufsteigende Kampfflieger dabei eine Rolle spielten, ist seither Ziel zahllreicher Spekulationen unter Rieder Historikern. Jedenfalls verloren dabei noch einmal drei Menschen - namentlich bekannte amerikanische Piloten - ihr Leben. Die Erinnerung an die Luftangriffe, an die permanente Angst, ist teil einer lebhaften Erinnerungskultur. Vor allem jene, die damals junge Schüler waren, erinnern sich sehr deutlich an die allgegenwärtigen Jagdbomber der Amerikaner.

6 Ried Zeitenwende und Stunde Null Kurzum: deshalb war diese Begeisterung zu erklären. Ein weiteres einschneidendes Ereignis hatte ich im September des Jahres Zu dieser Zeit war das Rieder Volksfest. Meine Eltern waren beim Christlich-Deutschen Turnverein. Dieser Verein hatte eine Vereinshütte im Volksfestgelände. Dort wurden Spielwaren für den Verein verkauft. Und auf einmal hieß es: Aus - Das Volksfest ist aus, der Krieg hat begonnen. Und ich kann mich erinnern, dass ich zu diesem Zeitpunkt am Volksfestgelände war. Die Leute waren völlig aufgeregt und fertig. Ich hab mir damals noch keine Vorstellung davon machen können. Gefürchtet habe ich mich natürlich auch nicht, weil ich nicht wusste, was dies bedeuten würde. In der ersten Zeit gab es auch nur Erfolgsmeldungen im Radio. Alle Augenblicke wurde das Musikprogramm durch Sondermeldungen unterbrochen. Es wurde immer nur über erfolgreiche Eroberungen durch die deutschen Truppen oder über Kriegserfolge der U-Boot Besatzungen gegen die in den Krieg eingetretenen amerikanischen Kriegsschiffe berichtet. Besonders viele Sondermeldungen gab es an Sonntagen, offenbar, damit die Leute bei Stimmung gehalten würden. Ob alle Meldungen stimmten, konnte ich damals nicht beurteilen. Wichtig war es denen nur die Kriegsbegeisterung bei den Leuten aufrecht zu erhalten. Als ich dann zehn Jahre alt war, dies war im Jahr 1941, bin ich zur DJ, also zur Deutschen Jugend gekommen. Da musste man ganz einfach dazu gehen. Wir hatten einmal die Woche ein Abendtreffen. Das war recht lustig. Da haben wir oft mit Zimmergewehren geschossen. Das wurde schon im Hinblick auf das Soldatenspielen gemacht. Mit 11 Jahren kam ich zur HJ, also zur so genannten Hitler-Jugend. Das war schon die nächsthöhere Instanz sozusagen. Auch da hatten wir wöchentlich einen HJ-Abend. Und an Sonntagen sind wir meistens aufmarschiert. Hauptsächlich am Hauptplatz, wo wir von einem Spielmannszug begleitet wurden. Ich muss ehrlich sagen, mir hat das gefallen und hat mich damals überhaupt nicht belastet. Wir machten Geländespiele, wir mussten robben, und wir wurden auf den Umgang mit dem Feind vorbereitet. Es war irgendwie abenteuerlich. So etwas wie Pfadfinderatmosphäre war das. Einen besonderen Druck verspürte ich dabei nicht. Es war eher so etwas wie ein Abenteuerspiel. Und dann mussten wir in den Ferien in ein Lager. Und zwar war zwischen Braunau und Ranshofen ein kleiner Wald, und dort waren auf einem Riesenareal lauter Zelte aufgestellt. Dort mussten wir turnusmäßig in dieses Lager fahren. Wir hatten Decken mit und alles, was wir so brauchten. Dies hat mich deshalb ziemlich angestunken, weil ich recht Heimweh hatte. Das Schlafen im Stroh in diesen Zelten; also das hat mir nicht so getaugt. Das Lager dauerte etwa 10 bis 14 Tage, nicht den ganzen Sommer. Und da habe ich mich irgendwie verkühlt und bekam Maulsperre. Das ist eine Verkrampfung der Kaumuskulatur. Es gelang mir nur mehr, den kleinen Finger in den Mund zu schieben. Drum haben sie mich heimgeschickt. Daheim war s wieder gut. Die Sache dürfte psychisch bedingt gewesen sein. Das half aber nichts, weil ich im nächsten Sommer wieder hinfahren musste. Aber da war ich dann schon gescheiter. Um mich vom Felddienst drücken zu können ging ich zum Sanitätszelt, in dem sich der Sanitäter, der kürzlich verstorbene Rieder Arzt, Dr. Heimo Mösenbacher, befand. Da ich ihn von der HJ aus kannte, bin ich an ihn herangetreten und habe Interesse am Sanitätsdienst bekundet. Dr. Mösenbacher meinte, dass dies in Ordnung sei, weil er sowieso einen Helfer gebrauchen könnte. Imponiert hat mir das Ganze auch deshalb, weil er so gute Zuckerl gegen Halsweh hatte. Diese süßen Zuckerl aßen wir gerne, denn Zuckerl gab es ja in dieser Zeit keine. Dr. Mösenbacher erteilte mir so eine Art Rot-Kreuz-Unterricht. Er zeigte mir das Anlegen von Verbänden. Auf diese Art und Weise wurde ich zum sogenannten Fähnlein- Feldscher. Dies war eine Obergruppe der HJ. In Ried gab es zwei Gruppen von Fähnlein, nämlich Fähnlein Nord und Fähnlein-Süd. Über dieser Gruppe war die Bannführung. Diese befand sich im Kloster St. Anna. Der Chef der Bannführung war der Bannführer, mit dem Namen Hofmann. Mein Fähnleinführer war damals Baumeister Ringler aus Ried. Ich war als Fähnlein-Feldscher durch ein Abzeichen - eine Lebensrune in Form eines Baumes - auf meinem braunen Uniformhemd erkennbar. Dies empfand ich als eine Riesenehre, zumal ich bei den Sonntagsaufmärschen nicht in der Kolonne gehen musste, sondern außerhalb der Einheit auf dem Gehsteig gehen durfte. Und dann spitzten sich die Kriegsereignisse immer mehr zu. Nach und nach kam es zu den ersten Luftangriffen. Und auch dies empfand ich immer noch als Abenteuer. Luftangriffe durch Bomberverbände, die meist aus Richtung Italien kamen, wurden häufig durch ein akkustisches Zeichen - den Ruf des Kuckucks - im Radioprogramm angekündigt. Zunächst flogen sie nur über uns drüber. Das war für uns Buben natürlich interessant. In ganzen Pulks kamen sie daher. Das war ein gewaltiges Rauschen und Dröhnen. Im Radio wurden immer die Standorte der Bomberverbände durchgegeben. Ich hab mir eine MENSCHEN ERZÄHLEN GESCHICHTE(N)

7 ORAL HISTORY 2005 Landkarte zurechtgelegt und die durchgegebenen Standorte auf dieser immer wieder gesucht und gefunden. Diese Meldungen kamen von der Befehlsstelle des Gauleiters des Gaues Oberdonau. Die riesigen Kondensstreifen von mehr als 20 Bombern und das Dröhnen der Flugzeugmotore war für uns ein gewaltiges Erlebnis und Schauspiel. Um diese Pulks von Kampfbombern kreisten immer wieder so genannte Jagdflugzeuge, um die Bomber vor feindlichen Flugzeugen zu beschützen wurde in der Kaserne Ried eine Flak-Kompanie installiert. Die hatten schwere Flak-Geschütze, also Flieger-Abwehr-Geschütze. Die wurden in Mulden versteckt oder zum Teil eingegraben. An einem Vormittag waren wieder Bomber im Anflug auf Ried. Zunächst flogen sie nur über unsere Stadt. Und die Flak hat geschossen. Dies war gewaltig. Obwohl wie wild Granaten abgeschossen wurden, wurde kein Flugzeug getroffen. Zumindest habe ich kein Flugzeug abstürzen gesehen. Nachdem sie über Ried geflogen waren, flogen sie weiter nach Linz. Diese Stadt wurde dann bombardiert. Besonders die Hermann Göring-Werke, unsere heutige Voest, wurde schwer getroffen. Und beim Rückflug erinnerten sich die Piloten an die Indianer aus Ried, die auf sie geschossen hatten. Drei der Bomber flogen ganz tief, so, als wären sie im Landeanflug. Ich war zu diesem Zeitpunkt im Garten. Wir gingen nie in den Luftschutzkeller, obwohl am Voglweg in Ried ein solcher gewesen wäre. Mich hat das Schauspiel viel zu sehr interessiert. Als die Flugzeuge ganz nahe über unser Haus flogen, sah ich, wie sich die Bombenschächte öffneten. Ich bekam es mit der Angst zu tun und lief ins Haus, wo ich meiner Mutter aufgeregt zurief: Bombardieren tuns, bombardieren tuns! Wir liefen in Richtung Keller. Als wir uns gerade auf dem Kellerabgang befanden, hat s auch schon gerumpelt. Unser Haus stand am Ringweg, auf dem Kapuzinerberg. Die Flugzeuge kamen aus Richtung Tumeltsham. Als wir wieder aus dem Keller kamen, wussten wir vorerst nicht, wo die Bomben eingeschlagen hatten. Später hörten wir im Radio, dass der Rieder Bahnhof bombardiert worden war. Kurz nach dem Bombenangriff kam der für unseren Straßenzug zuständige und verantwortliche Blockleiter - ein Mitglied der NSDAP und ordnete an, dass sich aus jedem Haus eine Person mit einer Schaufel zum Bahnhof begeben müsse, um die entstandenen Bombentrichter (Krater) wieder zuzuschaufeln. Da mein Vater zu diesem Zeitpunkt bereits zum Militär eingerückt war, musste ich zum Arbeitseinsatz gehen. Mir und allen anderen Arbeitern bot sich ein Splitter einer auf Ried abgeworfenen US-Fliegerbombe schreckliches Bild. Eine Bombe explodierte in einem in der Rosseggerstraße befindlichen großen Haufen von Granitpflastersteinen.Die Steine wurden durch die Wucht hunderte Meter weit, zum Teil bis zum Bahnhof geschleudert. Auch das Bahnhofsgebäude war zum Teil schwer beschädigt. Durch die schweren Beschädigungen am Gemäuer konnte ich zum Beispiel von außen in die Wohnung des Bahnhofsvorstandes sehen. Das war unvorstellbar. Beim Bahnhof war die ganze Wand weg, da hast du in die Zimmer hinein gesehen. Dort hat der Bahnhofsvorstand gewohnt, da hat man bis ins Schlafzimmer hineingesehen, unter dem Bett stand ein Nachttopf. Auch das hast du gesehen. Alles war weg, es war alles weg. Die Gleise hat es aufgebogen, beim Konvikt war das Dach kaputt, auch dort war alles zerschlagen. Das heißt, es war ein Reihenwurf, beim Konvikt haben sie die ersten heruntergelassen und Richtung Bahnhof haben sie sie hingezogen. Die Bomben sind explodiert und tausende von Trümmern hat es durcheinander geworfen. Kurzum, das war die Bombardierung von Ried, es ist dann weiters nichts Ärgeres geschehen, aber ein paar Tage darauf haben sie in Neuhofen bombardiert. Und zwar haben sie in den Friedhof rein bombardiert, dass sogar die Gebeine umher gelegen sein sollen. Ob es stimmt, das weiß ich nicht. Ein weiteres Ereignis ist mir noch erinnerlich. Da sind die Bombenflieger umher geflogen, mit Begleitschutz. Die deutschen Jäger haben dann versucht, diese Flugzeuge abzuschießen. Da hat sich direkt über Ried ein Luftkampf abgewickelt. Man hat sie schießen gehört. Ich hab das immer mit einem Gucker verfolgt. Wie sie sich verfolgt haben, herumgekreist sind, das war für mich ein richtiges Schauspiel, obwohl die da oben haben das Ganze ernst gemeint. Plötzlich fängt ein Flieger zu rauchen an, also offenbar getroffen, trudelt hin und her und kommt schon runter, oben

8 Ried Zeitenwende und Stunde Null in der Eitzinger Höh, beim Truppenübungsplatz ist er rein. Das ist vielleicht einen Kilometer weg. Eine riesige Stichflamme stieg auf, es war ein deutscher Jäger, den haben die Amerikaner abgeschossen, dann hat man schon einen Fallschirm gesehen. Der Pilot ist raus gesprungen, sie haben ihn aber am Fuß noch getroffen, auch da haben sie aufeinander geschossen. Dann ist der Schirm niedergegangen, in der Nähe von Aurolzmünster. Der Pilot kam ins Krankenhaus, gestorben ist er nicht, angeblich musste man ihm den Fuß abnehmen. Wie weit das stimmt, weiß ich selber nicht, ich hab das von der Rieder Zeitung. Ich hab nur den Flugzeugabsturz erlebt und den abstürzenden Fallschirmjäger gesehen. Am , da war ich 13 Jahre alt, bin ich durch die Gegend gestreunt, es war der Allerheiligen Tag. Es lag ein wenig Schnee, eher leicht angezuckert war es, da bin ich Richtung Tumeltsham gegangen, hab mir nichts dabei gedacht, und auf einmal hör ich ein Flugzeug. Ein Flugzeug mit ansteigender Frequenz, das hat mir gezeigt, der geht runter und nähert sich. Dieses Herannahen des Flugzeuges hab ich schon gehört, und ich schaue so, da kommt er schon näher, komisch, es war ein einmotoriges Flugzeug. Ich hab es nicht erkannt, war es ein Amerikaner oder ein Deutscher. Auf alle Fälle ist es mir verdächtig vorgekommen. Wir haben mit der Zeit ein Gespür bekommen, was ist gefährlich, was weniger. Es war in der Nähe ein kleiner Wald und ich hab zu laufen begonnen, weil es mir einfach komisch vorgekommen ist. Und ich lief und lief, und während ich noch lief hörte ich die Schüsse. Gerade bin ich in den Wald rein gekommen, ist er sofort darüber geflogen. Dann hat er eine Runde gezogen, ist Richtung Kaserne geflogen und es hat die Vierlingsflak geschossen. Die Vierlingsflak, das sind vier gleichzeitig schießende Kanonen. Da ist einer oben gesessen, einer hat hinauf geschossen, alles hat sich gedreht wie ein Rad. Sie haben ihn aber offenbar nicht getroffen, den Flieger. Danach war es ruhiger, dann hab ich mich wieder herausgetraut aus dem Wald. Im Schnee sah ich meine Fußspuren und genau in meiner Spur sah man die Einschüsse. Der hatte mich beschossen und wenn ich nicht zu laufen begonnen hätte, dann wäre ich hier und heute kein Zeitzeuge. Ich hab das zu Hause nie erzählt, sonst hätte ich nicht mehr fortgehen dürfen. Die amerikanischen Tiefflieger haben auf alles geschossen, regelrecht auf alles, auf Kühe auf der Weide, alles was sich bewegte. Dann ist es eigentlich abwärts gegangen mit den ganzen Kriegsereignissen. Am hat es geheißen - ich kann mich erinnern, es war ein wunderschöner Tag - die Amerikaner sind schon in Obernberg. Von uns aus hat man zum Voglweg hinunter gesehen, wir haben uns schon gedacht, warum laufen die Leute so, die rennen und rennen hin und her und jeder trägt was. Die haben geplündert. Im Brauhaus haben sie ein Heereslager geplündert, da waren Schuhe und Gewand. Alles Mögliche haben die Leute davon geschleppt. Es waren die Einheimischen, Rieder, die haben gewusst, was los war. Ich muss ehrlich sagen, wir sind nicht hingegangen. War vielleicht sogar ein Blödsinn, auch wir hätten einiges brauchen können. Na ja, dann hat man schon die ersten Schüsse gehört, von Aurolzmünster her. Die Amerikaner sind vorgerückt. Bei der Kaserne waren nur deutsche Kompanien, angeblich S 5, ich weiß es nicht. Auf alle Fälle war es eine deutsche Kompanie, die zur Verteidigung der Stadt Ried eingesetzt war. Das Schießen ist immer näher gekommen und immer näher und dann war es so, die Amerikaner sind schon beim Friedhof gewesen. Unser Haus war mit Eternit verkleidet, es wurde beschossen. Das heißt die Kugeln sind durchs Eternit, durchs Haus und an der Wand sind sie heruntergekugelt. Es waren überall die Löcher. Wir haben beim Fenster rausgeschaut, blöd nicht? Und das weiß ich noch, plötzlich war es still, ganz still, dann sind wir raus gegangen, zum Garten hinauf. Der Garten lag auf einer Hanglage, darauf stand ein Zwetschkenbaum. Die Äste waren zerfranst und sind heruntergehängt, von dem Kugeleinschlag. Während wir den Baum so betrachteten, hörte man schon wieder die Schüsse. Da wurden wir schnell, liefen sofort zurück ins Haus. Meine Mutter war mit, mein Bruder und die Nachbarin. Furchtbar. Oberhalb vom Voglweg waren deutsche Soldaten und die haben auf die herankommenden Amerikaner geschossen. Sie haben natürlich zurück geschossen. Bei dieser Kampfhandlung sind angeblich acht oder neun Deutsche gefallen und auch einige Amerikaner. Und plötzlich war es wieder ruhig, da haben die Amerikaner ein Ultimatum gestellt. Entweder es wird die Stadt übergeben, oder sie wird mit schweren Geschützen niedergemacht. Offenbar hat sich die Sache dann doch beruhigt Jedenfalls an dem Vormittag, an dem die Amerikaner gekommen sind, haben wir von der HJ noch antreten müssen. Und zwar haben wir vorher schon immer Panzersperren errichten müssen. Da haben wir Ziegelhaufen aufgerichtet bei den Einfahrtsstraßen der Stadt, um die Panzer aufzuhalten. Echt umsonst, so ein Panzer fährt da sowieso drüber. Dann haben wir Schützengräben graben müssen. Mein Gott, für uns MENSCHEN ERZÄHLEN GESCHICHTE(N)

9 war das eine Gaudi oder ein wenig Beschäftigung. An diesem Vormittag hat es geheißen, wir müssen uns alle sammeln und ich als Fähnlein-Feldscher, der ich ja war, nach wie vor, haben wir so ein eigenes Lager gehabt und zwar in der Kellergasse, da wo jetzt der Parkplatz der Energie Ried ist. Da ist früher der Brunnhuberkeller gestanden, den haben sie dann weggerissen. Und dort haben wir Feldscher unser Damm über Egglfing / Obernberg: Quartier Die Amerikaner gehabt. erreichen Das heißt hier am wir 2. mussten Mai den Bezirk Dienst Ried. machen, denn wenn Verwundete reinkommen, müssen wir sie betreuen. Da war ein Unteroffizier, der das alles vom Militär übergehabt hat, derjenige hat Wirt geheißen, er war unser Boss. Als wir dort arbeiteten, also Faschen anlegten usw., war der Wirt auf einmal verschwunden. Der Kerl hat sich abgesetzt. Da sind wir allein dagestanden. Wir fragten uns, was tun wir jetzt? Wir waren zu dritt oder viert und haben beschlossen auch nach Haus zu gehen. Also sind wir abgehauen. Na, dann hab ich den Einmarsch der Amerikaner daheim erlebt. Andere HJ-Buben hätten sich draußen in St. Anna noch treffen müssen um zu kämpfen. Aber es ist nichts mehr zustande gekommen, Gewehre waren auch keine mehr da. Aber immerhin, das waren Buben im Alter von 15 bis 16 Jahren, die hätten effektiv auf die Amerikaner geschossen. Da hätte es keine Debatte gegeben. Das war für uns selbstverständlich, wir sind darauf getrimmt worden. Das hieß, das sind die bösen Feinde, die musst du angreifen. Das war fast wie eine Gehirnwäsche. Das ist uns jahrelang eingetrommelt worden. Und plötzlich glaubst du das auch. Kurzum, dann war es still, Verhandlungen wurden geführt, dann war die Übergabe der Stadt Ried und wie sich dann gar nichts mehr getan hat, sind wir wieder raus und in die Stadt hineingegangen. Da sind am Hauptplatz Panzer gestanden, die amerikanischen Panzer und die ersten Neger haben wir da gesehen, die Negersoldaten. Und was mir am meisten imponiert hat, die haben Schuhe mit Gamaschen getragen. Und in diesen Gamaschen ist das Essbesteck drinnen gesteckt. Das war eigenartig, das war ja voller Dreck. Das ist mir wirklich aufgefallen. Aber die Amerikaner selber haben sich uns gegenüber normal benommen. Dann ist es zur Evakuierungen gekommen, das heißt, es haben viele Leute, ja Rieder, ihre Häuser und Wohnungen verlassen müssen und dort sind dann die Amerikaner eingezogen. Die Amerikaner haben sie da zwangsweise ausquartiert. Und bei uns am Kreuzberg haben ganze Straßenzüge aussiedeln müssen, eine Stunde war Zeit. Die Menschen haben sie in den Häusern untergebracht, in welche die Amerikaner nicht hinein sind. In unser Haus sind die Amerikaner nicht hinein, denn da war die Zufahrt so schlecht und das wollten sie natürlich nicht. In unserem Haus haben dann sämtliche Leute aus Ried, sowie Nachbarn gewohnt, überall haben sie geschlafen, sogar in der Badewanne. In der Früh bist du nur über Menschen gestiegen. Man hat sich untereinander Unterkunft gegeben. Das hat einige Wochen gedauert, dann sind die Amerikaner wieder abgezogen und die Besitzer konnten wieder zurück in ihre Häuser und Wohnungen. Man kann sich ja gar nicht vorstellen, wie die Häuser dann ausgesehen haben. Geschirr war zerbrochen, Dreck über Dreck, alles vernichtet, obwohl die Leute ja zu dieser Zeit eh nichts gehabt haben. Die Amerikaner waren da äußerst rücksichtslos! Uns gegenüber, ich war damals so 14 Jahre alt, haben sie sich immer loyal verhalten. ORAL HISTORY 2005

10 Ried Zeitenwende und Stunde Null Wir haben mit ihnen reden können, in der Schule haben wir ja Englisch gehabt. Wir sind mit ihnen an den Zäunen beieinander gestanden und haben geredet. Wir Buben haben den Amis aus den Jeeps die Schokolade und Kaugummis rausgestohlen. Alles was sie nicht gebraucht haben an Lebensmitteln, das haben sie verbrannt. Ganze ungeöffnete Konservendosen haben sie vernichtet. Da haben sie eine Grube ausgegraben, Benzin draufgeschüttet und verbrannt. Wir hätten das Essen natürlich brauchen können. Bevor aber noch die Amerikaner angekommen sind, da war das mit der Plünderung, das hab ich vorher vergessen zu erzählen. Da ist dort, wo jetzt der Spar in der Schärdinger Straße ist, ein Stadel gestanden. Und in diesem Stadel war auch ein Heereslager. Und wie wir wieder Leute rennen gesehen haben, haben wir gesagt, da gibt es irgendwo was zu holen. Wir sind auch nachgelaufen. Ich und der Nachbarbub sind hinter der Menschenherde hergelaufen, alle zu diesem Stadel. Da ist es zugegangen, das kann man sich gar nicht vorstellen. Das war ein Gedränge, ein beängstigendes, lebensbedrohliches Gedränge. Von oben haben sie Butterkisten unter die Leute rein geschmissen. Zigaretten, Kondensmilch, vieles ist zerbrochen. Also, als wir das gesehen haben, haben wir gesagt, wir brauchen einen Leiterwagen. Da wir ja gar nichts hatten, war die Gier so groß, das kann sich heutzutage keiner vorstellen. Der Nachbarbub ist heimgelaufen, in der Zwischenzeit hab ich versucht eine Butterkiste zu erkämpfen. Endlich! Eine erwischt, setze mich drauf - zack, reißt mir einer die Butterkiste weg. Wieder nichts! Also hab ich weiter gesucht: Kondensmilchdosen und Zigaretten. Dann kam mein Freund mit dem Leiterwagen. Die Leute haben die Butterkisten nicht tragen können, also haben sie den Bub um den Leiterwagen angebettelt. Bei der ganzen Plünderei waren alte Leute, Kinder und Frauen dabei, sogar einzelne Soldaten, die Männer waren ja meist in Gefangenschaft. Die Kisten waren zu schwer zum Tragen, also haben mein Freund und ich mit Logistik gearbeitet. Wir bringen euch die Sachen nach Hause, wenn wir dafür Lebensmittel bekommen. Während dieser Plünderung ertönten auf einmal wieder Schüsse. Es sind deutsche Jäger dahergekommen, sie haben einen amerikanischen Aufklärungsflieger beschossen. Wieder kurze Kampfhandlungen. Wir haben uns in der Zwischenzeit verschanzt. Hunger in diesem Sinne haben wir nie gelitten. Die Verteilung der Lebensmittel war sehr gut organisiert. Es war schon so, dass man sich als Bub um 3 Uhr früh anstellen musste, um 5 Uhr ist die Mutter gekommen und hat weitergewartet. Die Leute sind Schlangen in Vierer- und Fünferreihe gestanden. Es hat passieren können, dass die Lebensmittel aus waren, bis du dran warst. Für gewisse Produkte, wie Schuhe, Gewand usw. hat es Marken gegeben. Du hättest mit deinem eigenen Geld nichts kaufen können, weil es nichts gegeben hat. Die Marken gab es beim Gemeindeamt. Dort wurde eine Liste geführt, wer sich wofür eine Marke geholt hat. Ich kann mich erinnern, mein Großvater war ein Schneider, und als solcher hat er natürlich mit den Bauern Kontakt gehabt, und da haben wir dann ein wenig hamstern gehen können. Bis Wendling sind wir zu Fuß gegangen und wieder zurück, auf den Bahnschienen - weil wir sonst nicht hingefunden hätten. Wehe, sie haben dich beim Hamstern erwischt, das war strafbar. Die Bauern haben öfters Tiere schwarz geschlachtet, das hätte man ja alles angeben müssen. So hat halt der Großvater Stoff oder Kleidung gegen Lebensmittel getauscht. Die ganze Aktion war nicht ungefährlich, denn wenn sie dich dabei erwischt haben, haben sie dir alles weggenommen und zusätzlich gab es eine Strafe. Wo heute so viel gesprochen wird von Holocaust, KZ usw. Das haben wir überhaupt nicht mitbekommen. Es hat wohl mal geheißen, dass eine gewisse Frau Taitl verhaftet worden ist. Aber wie oder was, das wußte ich nicht. Dass du eingesperrt werden kannst, wenn du Hamstern warst oder einen Feindsender gehört hast, wussten wir schon. Im Radio haben die Amerikaner und Engländer immer Sendungen gegeben in deutscher Sprache. Die hast du aber nicht anhören dürfen, weil sie haben immer MENSCHEN ERZÄHLEN GESCHICHTE(N)

11 Stichwort: Wiederbeginn - politisch Das politische Leben beginnt erste Reflexe Nachdem der Einmarsch der amerikanischen Truppen abgeschlossen war, standen sie zunächst alleine gewaltigen logistischen und sozialen Problemen gegenüber. Die Wasserversorgung in Ried hatte einen kritischen Stand erreicht, die Stromversorgung war weitgehend zusammengebrochen, Plünderungen der noch vorhandenen Lebensmittel waren üblich. Das war die Ausgangssituation für den Wiederaufbau in Ried. Die Ausgangssperre Eine sofortige Folge der amerikanischen Besatzung war die Verhängung einer vorerst restriktiv überwachten Ausgangssperre, die aber nach wenigen Wochen gelockert wurde. Ausnahmegenehmigungen gab es anfangs nur für das unmittelbar der Militärregierung unterstellte Personal. Christian Broda und die Konstituierung des Siebener-Ausschusses ORAL HISTORY 2005 Durch die Konstituierung des Siebener-Ausschusses mit dem Unparteiischen Dr. Broda an der Spitze gelang es aber bereits am 8. Mai, die Rieder Verwaltung in ihren wesentlichen zivilen Sektoren in einheimische Hände zu legen. Christian Broda war als Schreiber des Reservelazarettes Amstetten am 20. April 1945 nach Ried versetzt worden. Das Lazarett wurde angesichts des raschen Vormarsches der Roten Armee in das vermeintlich sichere Ried zurückverlegt. Er pflegte während des Krieges Kontakte zu verschiedenen Widerstandskämpfern und war selber bereits vor 1938 in der verbotenen kommunistischen Jugend tätig gewesen.über die Vermittlung eines Bekannten knüpfte Broda Kontakt mit Riedern, die über eine Zusammenarbeit mit den Amerikanern debattierten. Schließlich wurde ein Ausschuss gebildet und Broda vor allem wegen seiner Englischkenntnisse zum Sprecher der Gruppe bestimmt, die sich den Namen Bezirksvertretung Freies Österreich gab, aber im Volksjargon bald nur mehr Siebener-Ausschuss genannt wurde. Broda und der Siebener-Ausschuss wurden von der Militärregierung bestätigt, ebenso der neue Bezirkshauptmann Karl Straßl. Als am 8. Mai 1945 der Zweite Weltkrieg in Europa endete, hatte Ried bereits eine funktionsfähige Vertretung. Bei der konstituierenden Sitzung des provisorischen Gemeinderates betonten alle Beteiligten ihren Willen zur Kooperation. Um den politischen Minenfeldern der vergangenen 11 Jahre zu entgehen, wurden die Gemeinderäte zur strengen Sachlichkeit verpflichtet. Politik sollte, wenn überhaupt, erst später und auf höheren politischen Ebenen gemacht werden. [...] in der Gemeindestube habe heute und zukünftig nur sachliche Kommunalarbeit Platz. Bereits wenige Tage nach der Konstituierung wurde eine Aufbaukonferenz veranstaltet, bei der die wichtigsten Ziele, also Nahrungsmittelversorgung, Flüchtlingsfragen und Sicherheitswesen auf der Tagesordnung standen.

12 Ried Zeitenwende und Stunde Null Eigentlich hatten wir Angst alle erschossen zu werden. Aber die Wirklichkeit schaute dann ganz anders aus. Wiesinger Sabrina und Praml Judith interviewten Simon Kornprobst. Er wurde am in Atzwang geboren. Er ist seit 1984 Pensionist und lebt in Ried. J a, die letzte Phase des Krieges 1945 haben wir noch in Italien erlebt, wo die Alliierten einen Großeinsatz starteten. Ich war Kompaniemelder und hatte einen Meldegang an der vorderen Linie. Fast jede halbe Stunde hat der Feind Störfeuer geschossen und dann haben wir schon immer gezählt: zwanzig, fünfundzwanzig Schuss. Dann war wieder eine halbe Stunde Ruhe und darauf haben sie wieder geschossen. Um 5 Uhr sind wir hinausgegangen, es war noch dunkel. Auf einmal, als sie wieder zu schießen anfingen, sagte ich: Beim nächsten schon Schuss wieder sind nach wir vorne, nicht mehr weil dann da. Dann ist es gehen schon wir Tag. Und wir zählten schon immer mit, weil sie nicht mehr zu schießen aufhörten. Mit den fünfundzwan- zig bis dreißig Schuss, die sie sonst normalerweise geschossen haben, war es diesmal nicht getan, und auf einmal waren die Einschläge schon überall. Jetzt haben wir gesagt, dass es besser ist, wenn wir gleich nach vorne gehen, weil es dann nicht mehr so gefährlich ist. Je weiter wir nach vorne kommen, desto sicherer ist es. Die Einschläge waren schon hinter uns, weil sie auf der deutschen Seite waren. Jetzt hörten wir die Italiener schon reden, sie sind vom Baudamm gekommen ganz langsam und ich schrie: Wir ergeben uns! Wir haben gewusst, dass es Italiener waren, weil wir am Vortag einen verwundeten Gefangenen hatten, mit dem ich reden musste. Leutnant Ingo Scholtz sprach mit ihm immer Englisch, er bekam aber keine Antwort. Er hat gesehen, dass er am Arm eine Fahne mit einer italienischen Trikolore hatte und er sagte: Kornprobst, reden sie doch einmal mit ihm, vielleicht ist es ja ein Italiener, der hat eine italienische Fahne am Arm. Und es war wirklich einer von der Cremonadivision, die uns da gegenüber gestanden ist.wir hatten Angst, aller erschossen zu werden. Aber die Wirklichkeit schaute dann zum Glück ganz anders aus. MENSCHEN ERZÄHLEN GESCHICHTE(N)

13 Stichwort: Kampf um Ried (I) Am 2. Mai 1945 war Obernberg der erste Ort des Bezirkes Ried, der von den US-Truppen angegriffen wurde. Der Markt fiel nach kurzem Artilleriebeschuss sehr rasch so rasch, dass Obernberger, die sich eigentlich verstecken wollten, quasi auf der Straße von US-Soldaten überrascht wurden. Als sich die Einheiten der 71. Division Ried näherten, stand ihnen ein weiteres Gefecht bevor. Es sollte nicht das einzige in diesen letzten Kriegstagen sein. Ein wenig rühmliches Stück Kriegsgeschichte schrieben Einheiten der Division am 4. Mai, als sie in Hörbach (Bezirk Grieskirchen) nach heftigem Widerstand 28 deutsche Soldaten erschossen, die sich bereits ergeben hatten. Mehrere der Erschossenen sind in Ried beerdigt. Gegen 14 Uhr erreichte das 66. Regiment der 71. Division schließlich die Ortschaft Aurolzmünster am Stadtrand von Ried. Währenddessen oblag es Teilen des 5. Regiments der 71. Division unter Tangierung der Stadt Ried die umliegenden Dörfer von versprengten Truppenresten zu befreien. Das 5. Regiment war über Altheim nach Ried vorgedrungen und erreichte durch diesen Umweg die Stadt Ried erst am 4. Mai. Kommandeur des 66. Regiments war Col. Augustus J. Regnier, das 5. Regiment wurde von Col. Sidney G. Wooten kommandiert. Das Regiment gehörte zu jenen Truppenteilen, die beim Damm in Egglfing den Inn überquert hatten. Zu diesem Zeitpunkt konnten die aufmarschierten Truppen natürlich noch nicht wissen, dass 60 Jahre später die offizielle Divisionshomepage Ried als einen jener Orte ausweisen sollte, an denen die Truppen schwere Kämpfe mit deutschen Kräften zu bestehen hatten. Für die meisten amerikanischen Soldaten war Ried nur ein weiterer Ort, den sie auf ihrem Vormarsch passierten, meist in der vorsichtigen Erwartung auf das sich abzeichnende Kriegsende. Demgemäß waren die Soldaten mit der nötigen Vorsicht am Werk, sich nicht in den letzten Kriegstagen noch eine Verwundung oder Schlimmeres zuzuziehen. Vielmehr nahmen die amerikanischen Streitkräfte mit einer gewissen Erleichterung die immer häufiger werdenden Kapitulationen deutscher Truppenteile entgegen. ORAL HISTORY May 1945 Red and I reached Ried east of Reid [sic!] this morning and we were the first Americans to enter the towns of Hohenzell and Breitsac. Four Officers and 53 German troops were waiting to surrender to the first Americans that showed up. They know the war is lost and we all agreed that further bloodshed is unnecessary. 1 So waren die Hoffnungen der kämpfenden Soldaten, die sehr wohl wussten, dass es da und dort noch sehr verbissenen Widerstand geben konnte. In Ried waren nach wie vor Einheiten der Heeresflak stationiert, obwohl bereits wesentliche Teile davon im Laufe des Jahres 1945 nach Niederösterreich abtransportiert worden waren, um dort gegen die vordringenden sowjetischen Truppen eingesetzt zu werden. Diese Flakeinheiten waren gut verschanzt auf einer Höhenstellung in der Nähe der heutigen Rieder Kaserne stationiert. Da das Gelände am Stadtrand gegen Norden hin sehr flach verläuft, boten sich den anrückenden Amerikanern nur geringe Deckungsmöglichkeiten. 1 Materialiensammlung Eichsteininger: Schriftliche Mitteilung von Lewington Ponder an den Verfasser. Die angeführte Passage ist aus seinem

14 Ried Zeitenwende und Stunde Null Die Besitzerin eines Geschäftes in der Bahnhofstraße hat zu uns noch gesagt, wir sollen uns noch von ihr Nahrungsmittel holen bevor die Soldaten alles verwüsten. Branimir Cuic und Gerald Damberger befragten Frau Hamminger Margarete. Sie erlebte das Kriegsende im Jahre 1945 als 17-jährige Schülerin in Ried. Ich bin damals in die Oberschule gegangen. Das war früher das Gymnasium, es war nur am Vormittag Unterricht. Wir waren eine gemischte Klasse, Buben und Mädchen. Damals war ich 17 Jahre alt. Die meisten Mädchen haben am Nachmittag dem Roten Kreuz geholfen. Man schnitt Leinen in kleine Stücke, und dann hat man sie zerzupft, und dann hat man so Mulltupfer gemacht, weil es hat ja sonst nichts mehr gegeben und schließlich hat man diese in kleine Säckchen eingenäht und sterilisiert. Da waren auch einige von uns im Spital oben eingesetzt. Einige Tage bevor der Krieg aus war, da kann ich mich noch sehr gut erinnern, weil ich Dienst gemacht habe, gab es plötzlich Alarm. Das war vielleicht zwei oder drei Tage vor Kriegsende, da hat es geheißen: alle nach Hause! Es wurde allerdings der Alarm so spät gegeben, dass die Straßen schon alle ganz leer waren. Ich habe damals in der Bahnhofstraße gewohnt, und da sah ich eine kleine Maschine sehr tief fliegen. Es war eine Maschine mit dem Roten Emblem von Russland drauf. Ich konnte sogar den Piloten im Flugzeug sitzen sehen. Ich habe nicht gewusst, wohin ich gehen sollte, da waren ein paar dicke Bäume auf der Straße, die am Landesgericht vorbei führte, da habe ich mich versteckt. Der Pilot hatte mich sicher gesehen, aber ich bin schon hinter dem Baum gestanden. Nach ein paar Tagen hat es geheißen, die Amerikaner stehen schon vor der Stadt Ried in Aurolzmünster. Es wurde natürlich auch schon geschossen. Bei uns in der Bahnhofstraße hat es viele kleine Gemischtwarenhändler gegeben, bei denen man einkaufen hat können. Es hat alles auf Marken gegeben, die hatten kleine Abschnitte sowie Butter und Brot. Wir haben zu dieser Zeit sehr viele Flüchtlinge da gehabt, die aus dem Osten gekommen sind mit den Russen. Diese waren gegenüber vom Bahnhof in den Baracken untergebracht und haben natürlich auch nichts Gescheites zu essen gehabt. Die Besitzerin eines Geschäftes in der Bahnhofstraße hat zu uns noch gesagt, wir sollen uns noch von ihr Nahrungsmittel holen, bevor die Soldaten alles verwüsten. Man wusste ja nicht, was die Der Soldaten Eingang zur Bahnhofstraße anrichten würden. beim heutigen Amadeus Wir sind von den Amerikanern überhaupt nicht belästigt worden. An diesem Tag, als die Amerikaner in die Stadt eingerückt sind, da wurden ja am Kirchturm zwei weiße Fahnen heraus gehängt! Aber das wurde am nächsten Tag erzählt, wir konnten es ja nicht sehen von der Bahnhofstraße aus. Also die Stadt Ried war nicht sehr lang besetzt, denn bei unseren Häusern waren Garagen auch dabei, und zum Glück haben die Jeeps der Amerikaner nicht hinein gepasst, denn sonst hätten wir aus unseren Häusern heraus müssen. Noch vor Kriegsende haben die Kinder auf einem Hügel vor Ried Schützengräben ausheben müssen. Irgendwo in der Nähe des heutigen Friedhofes muss ein Riesenlager gestanden haben, denn es hat wahnsinnig viele Gefangene gegeben. Aber da bin ich eigentlich auch nie hingekommen. Wenn München mit Fliegern angegriffen wurde und der Wind günstig gegangen ist, dann hat man das sogar bei uns gehört. Es ist ja nicht so weit weg, ca Kilometer. Nach dem Krieg hatte ich nie mit einem Amerikaner gesprochen, aber eine Bekannte, die mehr Platz hatte, hat ein paar Amerikaner aufgenommen. Man musste sich nach dem Krieg neue Pässe besorgen, die von den Amerikanern und den Russen ausgestellt wurden, denn wenn man kontrolliert wurde und man hatte keinen Ausweis dabei, wurde man in das Gefängnis gebracht. Aber wirklich weg gefahren ist man doch ohnehin kaum. Die Ausnahme waren Fahrten aufs Land, damit man mehr Eier oder mehr Milch bekommen hat! MENSCHEN ERZÄHLEN GESCHICHTE(N)

15 Stichwort: Kampf um Ried (II) Was die Lage für die angreifenden US- Soldaten erschwerte, war die Tatsache, dass deutsche Truppenteile hinter einem Bahndamm Deckung gesucht hatten, der wenige 100 Meter neben den Stellungen der Flak verlief. Von dort aus konnten sie vor allem das 3. Platoon der E-Kompanie unter Beschuss nehmen, wobei sich der Angriff der Heeresflak vor allem auf die Fahrzeuge der amerikanischen Truppen richtete. So wurde von den deutschen Verteidigungskräften das Feuer auf einen deutschen Truppentransporter (mit amerikanischen Soldaten als Insassen) eröffnet, ebenso wurden amerikanische Fahrzeuge angegriffen. Die Ausrüstung der US-Truppen darf man sich als bunte Mischung regulärer amerikanischer Armeefahrzeuge und erbeuteter deutscher Transporteinheiten vorstellen. Dass der amerikanische Angriffstrupp einen etwas buntgescheckten Eindruck machte, rührte wohl daher, dass die Dammübergänge bei Egglfing und Ering zwar in amerikanischer Hand waren, diese allerdings am Morgen des 3. Mai 1945 noch nicht für den Übergang schwerer Fahrzeuge adaptiert worden waren. Nachdem es auf amerikanischer Seite mehrere Verwundete gegeben hatte, begann sich das Blatt nach etwa zwei Stunden zu wenden. Einheiten der F-Kompanie konnten, unterstützt von schweren Waffen, den Bahndamm überschreiten und die deutschen Verteidiger direkt unter Feuer nehmen. Auch nachrückende amerikanische Einheiten griffen jetzt in das Gefecht ein. Auch sie erlitten noch Verluste: [...] we stopped on the edge of Ried and heard about our men being fired on. We got out of trucks in a hurry. I got in from the back of the truck and down behind a large pile of dirt. Several more shots were fired so I moved behind a building. I was feeling warm then about the back of the neck. I put my hand up there and came out with blood. 1 ORAL HISTORY 2005 Die Bewohner der umliegenden Bauernhöfe versteckten sich in ihren Kellern, während durch das Gefecht Teile der umliegenden Hofliegenschaften in Brand geschossen wurden. An den Einsatz der Feuerwehr war während der Kampfhandlungen nicht zu denken, mit Eimern versuchten die Bewohner nach Ende der Kämpfe ein Übergreifen auf die Wohnhäuser zu verhindern. Da es für die amerikanischen Truppen nahe liegend war, dass sich gerade in den angrenzenden Bauernhöfen deutsche Soldaten verschanzt hielten, wurden diese, sobald es das Kampfgeschehen erlaubte, durchsucht. Während Rieder Zeitzeugen betonen, dass in der Nähe des Friedhofs gekämpft wurde, keinesfalls aber im Friedhof selber was angesichts der damals geringen Ausdehnung des Areals durchaus schlüssig gewesen wäre verlegen amerikanische Militärhistoriker in ihren Aufzeichnungen das Gefecht hochdramatisch in die Mitte des Friedhofs. Fighting was from behind walls and tombstones. Injuries were from the shelling, fragments and stone chips; the injured were all safely evacuated. 2 1 McMahon, Gerald: The Siegfried, S.3 2 McMahon, Gerald: The Siegfried, S. 452

16 Ried Zeitenwende und Stunde Null Wir sind bei der Überfahrt in Richtung Gibraltar gefahren. Dort haben uns deutsche U-Boote angegriffen. Johanna Hofinger und Jaqueline Gruber interviewten Hr. Herbert Eder. Er wurde 1924 geboren. Ihn verschlug es aus dem Bezirk Melk in die Kriegsgefangenschaft in die USA. Er lebt heute in Ried. Ich war bei der Deutschen Wehrmacht und bin am 1. Februar 1943 eingezogen worden. Im November 1943 bin ich an die italienische Südfront gekommen und war beim Kampf um Casino dabei. Dort bin ich dann am 3. Februar 1944 in amerikanische Kriegsgefangenschaft geraten. Wir sind kurz nach der Gefangennahme schon wieder verladen worden in Richtung Amerika. Das war in der Nähe von Neapel Mann waren in einem Laderaum. Ich war ein junger Kerl, ich habe sofort geschaut, wo es da am günstigsten ist, ich bin gleich zum fünften Stock hinauf gegangen, und da habe ich eigentlich einen Vorteil gehabt, da war immer eine gute Luft, weil dort war ja die Klimaanlage untergebracht. Diejenigen, die unten gelegen sind, waren bei einem hohen Seegang sehr benachteiligt, das war ein Chaos. Wir sind bei der Überfahrt über den Atlantik zuerst von Neapel Richtung Sizilien gefahren und dann entlang der afrikanische Küste in Richtung Gibraltar. Dort haben uns deutsche U-Boote angegriffen, zwar nicht unser Schiff aber den Geleitzug. Außerhalb von Casablanca ist Marokko, und von da weg haben wir die Reise nach Amerika angetreten. Das war sehr schlimm. Wir sind ja in die Winterstürme hineingekommen. So wie bei uns im Februar ein Sturm geht, so ist es da am Meer draußen gewesen, nur hat der länger gedauert. Wir haben dort Ängste ausgestanden! Aber nicht nur wir sondern auch die ganze Wachmannschaft und die Matrosen der Handelsmarine waren verängstigt. Sie haben gesagt, dass sie noch nie so einen Sturm erlebt hatten. Ich kann mich an die Fahrt noch erinnern. Es hat nur zweimal am Tag Essen gegeben. Wenn wir auf Deck waren, hat man einen Riesenhunger bekommen. Jung waren wir, und wenn wir um drei Uhr das Essen bekommen haben, ist die Zeit bis nächsten Tag sehr lange gewesen. Da hat es viele Tage gegeben, wo wir gesagt haben, dass ein gutes Essen toll wäre. Am Schlimmsten waren die Raucher dran, die hatten nämlich nichts zum Rauchen gehabt, die hätten dich für eine Zigarette umgebracht, wenn es eine gegeben hätte. Wir haben wenigstens nur Hunger gehabt, aber die hatten zum Rauchen auch nichts. Die Schifffahrt hat 36 Tage gedauert, dann sind wir in Norfolk gelandet und entlaust worden. Wir sind bis nach Colorado in der Nähe von Denver gefahren. Diese Fahrt hat vier Tage gedauert, am 18. März sind wir dann in Norfolk, das war der größte Kriegshafen dort in Amerika, angekommen. Am 21. März sind wir dann in Colorado gewesen, in einem großen Lager. Dort ist es uns gut gegangen, da waren schon die Afrikakämpfer, die haben uns schon den Tisch gedeckt. Es hat sogar Schnitzel und Zigaretten gegeben. Die haben gespendet, weil sie ja gewusst haben, wenn wir jetzt kommen, dass wir nichts haben. Es ist uns recht gut gegangen. Ich bin dann im Mai 1944 dort herausgezogen worden, aber nicht nur ich, sondern viele andere Leute auch. Anschließend sind wir wieder die ganze Strecke zurückgefahren, bis in die Nähe von Washington, und dann sind wir in ein Verhörlager gekommen. Dort sind wir verhört und ausgefragt worden, wo es welche Industrien in unserer Heimat gibt und so weiter, die wollten einfach alles wissen. Die Verhöre waren nicht angenehm, dort hast du auch in der Nacht hin müssen, du bist aufgeweckt worden und hast zum Verhör müssen. Ich habe zum Beispiel angegeben, dass ich bei der Hitlerjugend war. Das haben auch andere angegeben, dann hat es geheißen, ihr seid lauter Nazis, ihr kommt in ein Straflager. Wir sind hingefahren mit dem LKW. Auf diesem LKW war alles oben: die Zelte, ein Zaun, die Küche und eine Latrine einfach alles. Das Lager haben wir erst einmal aufbauen müssen. Das war am 15. Juni Schließlich haben wir zu den Farmern in die Arbeit gehen müssen. Da ist es uns gut gegangen, wir haben eine gute Verpflegung gehabt. Der erste Einsatz, den ich gehabt habe, war das Fisolenpflü- MENSCHEN ERZÄHLEN GESCHICHTE(N)

17 ORAL HISTORY 2005 cken. So ist es weitergegangen, dann sind die Tomaten gekommen, dann das Sweetcorn (Zuckermais). Es war so, dass man eine gewisse Leistung hat erbringen müssen, und wenn einer fleißig war, hat er das leicht zusammengebracht. Ich war Unteroffizier, ich hätte nicht arbeiten müssen, ich habe nur mithelfen müssen, dass alles klappt, und wenn einer nicht zusammengekommen ist mit seiner Arbeit, dann habe ich ihm ein wenig geholfen. Der Farmer ist damals dabeigestanden und hat die Fisolen, die wir gepflückt haben, abgewogen, und von dort sind sie gleich in die Fabrik gekommen, wo sie eingekocht worden sind. So war das bei den Bohnen, bei den Fisolen, bei den Tomaten und dem Sweetcorn. Später sind wir zur einer großen Obstplantage hingekommen, ich zumindest. Das hat bis November gedauert, dann war es schon so kalt und frostig, dass wir schon am Vormittag nicht mehr Äpfel pflücken konnten, weil es schon gefroren hat. Es war eine Rekordernte im 44er Jahr in Amerika. Der Farmer der Obstplantage hat gesagt, so etwas hätte er noch nie erlebt, so viel Obst hatten sie noch nie gehabt. Dann bin ich im November in ein Lager in der Nähe von Harrisburg gekommen. Dort habe ich in einer Zeltfabrik arbeiten müssen. Da war eine Rollschuhhalle, die war unendlich groß. In dieser Halle wurden Nähmaschinen aufgestellt. Amerikanische Frauen und Mädchen haben zu uns gesagt, wir müssen hier mithelfen, das wären Sanitätszelte, aber in Wirklichkeit wurden die Zelte für die amerikanische Armee verwendet. In der Fabrik haben wir in drei Schichten gearbeitet: von zwei bis zehn Uhr am Abend, von zehn Uhr am Abend bis sechs Uhr in der Früh und von sechs Uhr bis um vierzehn Uhr. Alle drei Wochen hast du eine andere Schicht bekommen. Ich habe ein bisschen Englisch gekonnt, und wir haben damals die ganze Kriegsgeschichte, dass die Amerikaner in Frankreich gelandet sind, alles in der Zeitung gelesen. Wir haben mitgekriegt, dass sie dann schon in Aachen waren, oder dass die Nur wenige Zeilen, keine exakten Angaben, waren auf den seltenen Briefen nach Hause erlaubt. Russen in Berlin sind. Das alles haben wir in der Zeitung gelesen. Wir haben weiterarbeiten müssen in der Fabrik, wo die Zelte genäht worden sind. Es hat dann geheißen: euch wird es jetzt schlecht gehen, es ist vorbei mit den schönen Zeiten, euch werden jetzt die Amerikaner bewachen, die in deutscher Gefangenschaft waren. Gerade das Gegenteil ist aber passiert, da sind schon ein paar gekommen, die in Deutschland in Gefangenschaft waren, aber die waren uns gegenüber sehr fair. Wir sind gut behandelt worden und haben auch nicht weniger zu essen gehabt, als das, was die deutschen Zivilisten gehabt haben. Als der Krieg mit Japan zu Ende war, als sie die Atombomben in Hiroshima abgeworfen hatten, das war im August 1945, ist die Erzeugung der Zelte eingestellt worden. Im März 1946 sind wir dann versetzt worden, und zwar war da Folgendes: Wir haben für die pensylvanische Oilkompanie, die haben da große Bewaldungen besessen, Holz schlägern und abschälen müssen. Das ist dann chemisch verarbeitet worden. Im März sind wir hingekommen. Da war noch Schnee in den Wäldern, aber das war schon so schön, bei der Arbeit hat man sich schon ausziehen und Sonne tanken können. Ich war ja Unteroffizier, ich hätte nie arbeiten müssen, aber ich habe gesagt, jetzt bin ich einmal hier und da komme ich mein Lebtag nie mehr her. Ich will nicht in einem großen Lager sitzen, sondern ich will das alles kennen lernen. Ich wollte Kontakt haben und die Leute kennen lernen, und ich wollte die Gegend sehen

18 Ried Zeitenwende und Stunde Null und wie die Wirtschaft ausschaut. Ich wollte auch etwas verdienen. Wir haben am Tag 80 Cent Lohn gehabt, wenn du arbeiten gegangen bist, und das war nicht viel Geld. Eine Coca Cola hat 5 Cent gekostet und eine Packung Zigaretten hat 15 Cent gekostet. Ich habe nicht geraucht und auch nicht getrunken, ich habe mir nur manchmal eine Coca Cola oder eine Flasche Bier gekauft. Ich habe mir in dieser Zeit in der Gefangenschaft 200 Dollar erspart. Wenn ich 80 Cent am Tag bekommen habe und ich habe mir 200 Dollar erspart, könnt ihr euch vorstellen, wie ich zu dieser Zeit gelebt habe. Ich habe nur das Allernötigste gekauft: Toilettsachen, Seife und Hautcreme. Das Geld ist mir dann, als ich heimgekommen bin, ausgezahlt worden. Leider nicht in Dollar, sondern in Schilling und da haben sie schwer verdient an den Gefangenen. Bei uns hat die Nationalbank nur 10 Schilling bezahlt für einen Dollar und im Schwarzmarkt hat ein Dollar 20 oder sogar 25 Schilling gekostet, wenn man überhaupt einen bekommen hat, im 46er Jahr. Es bleibt der bittere Nachgeschmack, dass man sich hier an Kriegsgefangenen bereichert hat, die sich nicht helfen konnten. In diesem Lager an der kanadischen Grenze sind wir nicht mehr bewacht worden. Das war ein Holzfällerlager, da haben vielleicht früher Holzfäller drinnen gewohnt. Da hat man frei rundherum gehen können. Wir sind nur am Abend gezählt worden. Da ist man angetreten und dann ist gezählt worden wie viele anwesend sind. Im Juni hat es geheißen, wir kommen auch heim. Da sind wir dann verladen worden von New York, da ist der Hudson River, der ist so breit, da haben die Hochseeschiffe weit reinfahren können, durch New York durch. Ich bin am 14.Juni eingeschifft worden in einem richtigen Truppentransporter. Auf dem Schiff waren nicht nur Gefangene darauf, sondern da waren auch schon amerikanische Soldaten, die im Urlaub waren und die wieder nach Deutschland gemusst haben, die sind auch mit uns gefahren. Wir sind zwar bewacht worden, haben uns aber frei bewegen können. Da haben wir nicht so lange gebraucht, da sind wir schon am 30. Juni in Frankreich in Le Havre gelandet. Als wir in Le Havre ausgeladen worden sind, da waren schon viele deutsche Soldaten dort, die sind für die Amerikaner mit den Lkws Herbert Eder sah sie damals mit eigenen Augen: Lady Liberty gefahren, die haben uns schon gewarnt vor dem Lager. Das Lager Bolbec, so hat es geheißen, das war verschriehen als strenges Straflager. Da war polnische Bewachung dort, die haben einen Mordshass gehabt auf uns Deutsche. Und die deutschen LKW- Fahrer, die schon länger gefangen waren, die haben gesagt: Nehmt die kleineren und schwächeren Leute in die Mitte, die großen und kräftigen Soldaten sollen außen gehen. Das war deswegen notwendig, weil so viele Banden die heimkehrenden Soldaten überfallen haben. Den Rat haben wir beherzigt, wir waren ja kräftig genährt und haben schon gesagt, wenn die uns jetzt überfallen, dann gibt es Saures. Was uns im Lager erwartet hat, das spottet jeder Beschreibung. Da ist es uns wirklich schlecht gegangen. Das Essen war schlecht, heiß ist es gewesen, eine Hitze hat es gehabt, kein Wasser haben wir gehabt. Und Gott sei Dank sind wir nicht lange drinnen gewesen, wir sind nur eine gute Woche drinnen gewesen, weil am 6.Juli sind wir dann verladen worden. Dann ist die Fahrt in die Heimat losgegangen, natürlich hat die fürchterlich lange gedauert. Als wir heimgefahren sind, haben wir gesehen, welche Verwüstungen in Frankreich waren, aber das war nichts, verglichen mit dem, was wir an Verwüstungen in Deutschland gesehen haben. Am 12. sind wir dann in Hallein, in Salzburg, ausgeladen worden, da war dann auch wieder ein großes Lager. Da sind die Nazi-Bonzen alle eingesperrt worden und wir Gefangene, wir hatten ein separates Lager. Schließlich hat es geheißen, so jetzt geht es in die russische Zone, dann sind wir nach St. Pölten gefahren. In Enns sind die Amerikaner weg, dann hat man schon die ersten Russen gesehen. Wir haben MENSCHEN ERZÄHLEN GESCHICHTE(N)

19 Stichwort: Kampf um Ried (III) ORAL HISTORY 2005 Nach dem Eintreffen von zusätzlichen Mannschaften begann man die Gegend zu durchkämmen. Bei diesen Durchsuchungen wurde mit militärischer Gründlichkeit vorgegangen, was vor allem die Zivilbevölkerung zu spüren bekam. Ob die Amerikaner ihre Drohung, die Stadt mit Artillerie zu beschießen, in die Tat umgesetzt hätten, ist im Nachhinein nur mehr schwer zu eruieren. Einerseits handelte es sich dabei um eine oft angewandte Drohung der Amerikaner, die sehr selten realisiert wurde, da nicht jede kleinere Kampftruppe von Artillerieeinheiten begleitet wurde. Andererseits waren bedingt durch das schwere Gefecht am Rieder Stadtrand dort Einheiten stationiert, die durchaus auch in das Zentrum hätten hineinschießen können. Teile dieser Einheiten waren um das noch existierende Bauernhaus Mayringer angeordnet. Jedenfalls fuhren kurz danach Einheiten der 71. US-Division ins Zentrum der Stadt zum Rathaus. Wer von den Verteidigern fliehen konnte, setzte sich aus Ried ab. Auf der Flucht wurden Waffen, Patronengurte und andere Ausrüstungsgegenstände weggeworfen. Ein Teil davon wurde von ortsansässigen Bauern einer zivilen Nutzung zugeführt ein trauriger Ersatz für die in Brand geschossenen Wirtschaftsgebäude. Nicht unbeträchtliche Truppenteile sollen sich in die südliche Region des Bezirkes in den Kobernaußerwald zurückgezogen haben. Hier sollen sie noch Wochen nach Kriegsende für Unruhe gesorgt haben. Dass es sich hier um mehr als um gelegentliche Diebstähle von Nahrungsmitteln gehandelt hat, lässt sich aus anderen intensiv geführten Forschungen nicht belegen. Allerdings dürfte das Gerücht von intakten Feindverbänden im Kobernaußerwald bei den amerikanischen Kampftruppen eine Art 5. Kolonnen-Hysterie ausgelöst haben. Jedenfalls wurden unmittelbar nach Kriegsende starke motorisierte amerikanische Verbände verstärkt in jenen Gemeinden eingesetzt, die an den Kobernaußerwald angrenzten. Trotz intensiver Suche wurden aber keine intakten Feindverbände mehr gefunden. Während sich die Besetzung der Stadt vollzog, gingen junge Rieder daran, am Kirchturm Fahnen zu hissen. Die Gruppe ging mit dieser Aktion ein enormes Risiko ein, hatte sich doch noch einen Tag zuvor der Kreisleiter des Bezirkes Ried, Landwehr, dafür ausgesprochen, die Hissung weißer Fahnen mit standrechtlichen Hinrichtungen zu beantworten. In der Turmstube angelangt, gingen sie und der mitgekommene Kaplan Pramhas daran, die Fahnen zu befestigen, während eines der jungen Rieder Mädchen durch die südseitige Tür des Turmes hinausschaute. Zwischenzeitlich hatten SS-Kräfte in der Nähe der Altkatholischen Kirche ein Maschinengewehr montiert und begannen den Turm unter Beschuss zu nehmen, was der jungen Riederin um ein Haar das Leben gekostet hätte, wenn sie nicht von einem Begleiter, der die Gefahr erkannte, geistesgegenwärtig zurückgerissen worden wäre. Während sich die Widerstandskämpfer im Turmhelm befanden, begaben sich SS-Kräfte in die Turmstube hinauf und haben die Fahne demontiert Fahnenreste lagen später am Kirchenplatz. Allerdings kümmerten sie sich nicht mehr um die zwei jungen Leute im Turmhelm. Auch auf dem Rieder Hauptplatz wurden, während die Amerikaner in die Stadt vordrangen, vereinzelt Fahnen gehisst vorzugsweise vorbereitete rot-weiß-rote Fahnen so etwa beim Haus des Arztes Dr. Sengmüller.

20 Ried Zeitenwende und Stunde Null Der Stall unseres Nachbarn wurde in Brand gesetzt und ein Stück weiter oben noch zwei kleine Bauernhöfe. Anna Buggele, Lehrerin im Ruhestand, war 1945 erst drei Jahre alt. Ihr Haus lag genau am Anfahrtsweg der anrückenden Amerikaner. Bettina Zeppetzauer und Sara Dallinger haben mit ihr gesprochen. Anfang Mai kamen die Amerikaner von Aurolzmünster. Hinter unserem Garten wurden bereits von der SS große Löcher ausgegraben. Von diesen Löchern sollte unser Haus in Brand geschossen werden. Unser Glück war, dass es stark regnete und schneite, dadurch waren die Ausgrabungen voller Wasser. Der Stall unseres Nachbars wurde in Brand gesetzt und ein Stück weiter oben noch zwei kleine Bauernhöfe. Wir sahen die Amerikaner schon kommen und da gingen ich und meine Großmutter nach unten in den Keller. Meine Mutter ging im Haus auf und ab. Mein Vater war selbstverständlich eingerückt. Als die Amerikaner dann schließlich rauf kamen, kochte ihnen meine Mutter Eierspeis. Sie meinten die Oma und das Baby (d.h. meine Großmutter und ich) sollen rauf kommen, wir sind aber unten geblieben und die Amerikaner fragten nicht weiter nach. Ein Amerikaner, meine Mutter nannte ihn Neger, blieb bei uns über Nacht. Die Amerikaner fielen bei uns nicht weiter negativ auf, denn sie taten uns nichts Gröberes und zogen dann weiter. Ich erinnere mich, dass es damals in der Nachkriegszeit Lebensmittelkarten gab. Man tauschte sich dann meistens zusammen mit den Nachbarn. Ich persönlich litt nie unter Hungersnöten, so etwas habe ich nicht in Erinnerung. Bei Kleidung gab es keine sonderlich große Auswahl. Meine Mutter war Lehrerin bei den Schneidern in der Berufsschule. Sie schneiderte mir meine Kleider immer aus aufgetrennten, alten Sachen. Daran erinnere ich mich noch sehr genau, und damals war es auch selbstverständlich. Darüber unglücklich zu sein, weil wir vielleicht nicht die schönsten Kleider trugen, das Gefühl kannten wir nicht. Es war auch nicht wegzudenken, ohne Schürze in die Schule zu gehen. Zumindest die Mädchen, denn ich besuchte eine reine Mädchenschule. Zuhause zog man sich dann sofort um, weil man in der Schule doch etwas schöner gekleidet war. Ich besuchte vielleicht gerade die erste Klasse, da tauschte meine Mutter gegen irgendetwas braune Halbschuhe für mich ein. Die waren mir natürlich dementsprechend viel zu groß, weil sie ja natürlich so lange wie möglich halten sollten. Als dann ich und meine Mutter das erste Mal ins Kino gingen um sich Schneewittchen anzusehen schlief mir dann mein Fuß ein. Vielleicht lag es am zu großen Schuh, das weiß ich nicht mehr. Damals Das Vordringen der 71.Division nach Ried und Österreich hatten wir in unserer Volksschule schwarze, geölte Böden. Ich hatte Glück, denn ich hatte ja Schuhe, aber ärmere Kinder, die im Frühjahr schon barfuss gehen mussten, hatten natürlich immer schwarze, dreckige Füße. Damals fuhren auch kaum Autos, bei mir in der Klasse hatten nur zwei Kinder das Vergnügen, Eltern mit Autos zu haben. Es war auch noch alles Schotterweg, als ich die Volksschule besuchte. Ab 1948 wurden die Straßen dann nach und nach geteert. So ein Teerkessel explodierte auch einmal und jedes Mal, wenn ich dann an einem vorbei ging, fürchtete ich mich. So begannen die Menschen wieder eine Stadt aufzubauen, und wenn man sich die Stadt Ried jetzt ansieht, und das mit dem Zustand vor 50 Jahren vergleicht, liegt ein großer Unterschied vor. Ich lebe in dem Haus, das ich von meiner Großmutter geerbt habe. Das Haus ist 92 Jahre alt, das heißt es wurde 1913 gebaut. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass mir dieses Haus ans Herz gewachsen ist. Meine Mutter hat dann mal ein Holzstück genommen und hat mir selber Hauspantoffeln gemacht, das war damals ganz normal, das könnte man sich heute nicht mehr vorstellen. Das war früher selbstverständlich. Dadurch, dass es mir in der Kriegszeit nicht so übel gegangen ist, habe ich eigentlich nicht viel Schlechtes in Erinnerung. MENSCHEN ERZÄHLEN GESCHICHTE(N)

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