Glück. ein fragiler moment. glückssuche Käuflich, natürlich, hierarchisch oder Sabbaticals für alle?! stress Was heisst das? 11/12_2014.

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2 SiLberfUchS echo mütter in Der arbeitswelt Mütter, die täglich ein Kleinunternehmen zu Hause führen können, sind wahre Organisationstalente und können mit Druck und Stress umgehen eine perfekte Voraussetzung für den Wiedereinstieg ins Berufsleben! ist ein Job- und Informationsportal, das qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber mit Kindern dabei unterstützt, eine Anstellung zu finden, die es ihnen ermöglicht, Familie und Job zu vereinbaren. Dabei bringt jobsfürmama.ch auch die Unternehmen weiter, die durch flexible Arbeitszeitmodelle (z.b. Teilzeitarbeit, Jobsharing, projektbedingte Anstellungen oder Jobs mit einer Homeoffice-Komponente) dem Fachkräftemangel begegnen wollen. An der Frauenveranstaltung «Mütter in der Arbeitswelt» referieren und diskutieren unter der Leitung von Moderatorin Esther Girsberger: Nanette Steiner und Jill Altenburger Soblik von jobsfürmama.ch, Helena Trachsel von der Fachstelle Gleichstellung Mann und Frau sowie Martina Monti, stv. Chefredakteurin bei der Annabelle. herbstkonzerte: Orchester des Kaufmännischen Verbandes Zürich samstag, 22. november 2014, Französische Kirche, Schanzengasse 25, 8001 Zürich sonntag, 23. november 2014, Kirche St. Peter, St. Peterhofstatt, 8001 Zürich Programm Franz Liszt: Zweite Ungarische Rhapsodie Bedrich Smetana: Vyšehrad Bedrich Smetana: Blaník Antonín Dvorák: Symphonie Nr. 8 in G-Dur Leitung: Raphael Maximilian Honegger stilvoll schreiben? Pocket Guide 5 erklärt wie s Geht! Klein im Format und umfangreich im Inhalt geben die PockEt GuiDES Antworten auf relevante Themenfragen. Als praktische Alltagsbegleiter für das Berufs- und Privatleben stehen sie Kaufleuten mit Rat und Tat zur Seite. Der neueste praktische Leitfaden im Taschenformat bietet viele Tipps und Praxisbeispiele zum Thema «Stilvoll schreiben» im Geschäftsalltag: PockEt GuiDE 5 behandelt in vier Kapiteln Aspekte wie die Korrespondenz als persönliche Visitenkarte, die Elemente des Geschäftsbriefs, die Besonderheiten moderner Kommunikationsmittel oder kreatives Schreiben. Bereichert wird der Ratgeber mit vielen Beispielen und Praxistipps. Der Pocket guide «stilvoll schreiben» kostet chf 10., kvz-mitglieder erhalten ein exemplar gratis. Er ist unter folgender Adresse erhältlich: Kaufmännischer Verband Zürich, Pelikanstrasse 18, 8001 Zürich, Tel Wann: Montag, 8. Dezember 2014, uhr; anschliessend Apéro, offeriert vom kvz Wo: kaufleutensaal, Pelikanstrasse 18, Zürich eintritt: für kvz-mitglieder kostenlos, für Nichtmitglieder chf 50. anmeldung: oder per an mit Vermerk «Mütter in der Arbeitswelt» und vollständiger Adresse ÖFFNuNGsZeiteN kvz SCHALTER: Montag Mittwoch 9 17 Uhr Donnerstag 9 18 Uhr, Freitag 9 16 Uhr TELEFON: Montag Mittwoch 8 17 Uhr Donnerstag 8 17 Uhr, Freitag 8 16 Uhr , 2

3 Liebe mitglieder, geschätzte LeSerinnen Und LeSer Das Wahre, das Gute und das Schöne suchten die alten Griechen im Leben und darin das Glück oder besser: die Lebenslust. Denn das Glück war den Griechen nie bloss abstrakt. Und sie wussten, dass Glück nicht so zu haben ist, wie vieles andere zu haben ist dass es nicht dem Wissen, sondern nur der Weisheit zugänglich ist. Und vor allem waren sie sich sicher: Glück ist ein Geschenk der Musse. Während wir uns erholen, um arbeiten zu können, erklärte Aristoteles kategorisch: «Wir arbeiten, um Musse zu haben.» Mit Freizeit hatte Musse also nichts zu tun. Denn den Griechen war die Musse unendlich kostbar. Sie war der Ort für Erlebnis von Glück, Heil und Sinn des Lebens schlechthin. Was also ist Musse? Die Musse ist eine zwecklos, aber höchst sinnvoll verbrachte Zeit. Es ist die Zeit, in der wir uns selbst sein können, wo wir keine Rolle spielen müssen, nichts Produktives herstellen müssen und die unwiederholbare Zeit unseres Lebens intensiv erleben können. Musse hat nichts mit Langeweile zu tun, doch bedeutet Fähigkeit zur Musse auch, einmal eine gewisse Langeweile gelassen aushalten zu können. Musse ist die Zeit von Erkenntnis ohne Interesse. Wer sich darauf einlässt, kann die Zeit und das Leben ganz intensiv in der Einzigartigkeit des Moments spüren. Ich wünsche Ihnen viele beglückende Momente. Rolf Butz inhalt Fokus. Psychische Probleme: Schweigen oder Reden? 4 Fokus. Psychisch krank am Arbeitsplatz wichtige Fragen 6 Fokus. Geglückte Integration: Job statt IV 8 Fokus-INTERVIEW. «Wir können Vorgesetzte entlasten» 9 GEkauFTEs Glück. Drogen im Büro Arbeitswelt am Abgrund? 10 GlückssuchE. Glücklich werden als Chef oder Chefin?! 13 kolumne. denn sie wissen nicht, was sie tun! Oder doch? 15 stress. «Ich bin im Stress!» Was heisst das? 16 FühRuNG. Wie Mitarbeitende heute geführt werden wollen 18 social media. Arm nach vorne strecken lächeln klick! 21 PolITIk. Sabbaticals für alle! 22 REchT. Suchtmittel: die arbeitsrechtliche Situation 24 sektionen. Veteranen- & Seniorenvereinigung / Men s English Club / Ladies English Club 25 seminare. Informationen zu Seminaren 26 GlücklIchmachER. Beliebte & nützliche Apps 29 Glück GEhabT! Prominente Zürcher und eine Zürcherin erzählen 30 carte bleue. In der Quengelzone zwischen Arbeitswelt und Privatleben 31 Unwort des monats «SpaSSbremSe» Schon der deutsche Dichter August von Platen-Hallermünde wusste es: «Ein Scherz hat oft gefruchtet, wo der Ernst nur Widerstand hervorzurufen pflegte.» Sich selbst nicht immer und überall so furchtbar ernst zu nehmen, täte unserer Gesellschaft beizeiten sicher ganz gut. Also: Seien wir keine Spassbremsen, setzen wir ein Lächeln auf unser Gesicht und schauen wir, welche Wirkung das auf uns, unseren Alltag und vielleicht sogar die Welt hat! 3

4 fokus Psychische ProbleMe: ScHWEiGEN oder reden? Von Vera sohmer. Wer psychische Probleme hat, scheut sich oft davor, seine Arbeitgebenden zu informieren. Wie reagiert die Chefin, wie der Kollege? Doch Offenheit kann entlastend sein wenn das Betriebsklima stimmt. 4

5 Die 37-jährige Kollegin aus dem Marketing hätte befördert werden sollen. Dass sie die Möglichkeit nicht ergriff, nur Ausflüchte suchte, als man ihr das Angebot machte, können ihre Vorgesetzten bis heute nicht nachvollziehen. Diese clevere, kreative, souveräne Mitarbeiterin. Den Grund weiss nur sie selbst: Allein die Vorstellung, in der neuen Funktion einmal pro Woche ein Meeting leiten zu müssen, schnürt ihr die Kehle zu. Ihre soziale Phobie macht den Arbeitsalltag in dem mittelständischen Buchverlag schon länger zur Hölle. Erst neulich wieder diese Sitzung. Gute Ideen hat sie jede Menge. Doch bevor sie etwas sagen kann, setzt die Angst sie schachmatt. Plötzlich diese Zweifel, ihre Beiträge seien schlecht, würden belächelt. Zudem: «Ich bin dann überzeugt, dass meine Hände zittern, ich im Gesicht ganz rot bin und mich alle anstarren.» Den Schein bewahren. Schätzungen zufolge erkrankt in der Schweiz jede dritte Person im Laufe ihres Lebens psychisch. Zugenommen haben Angst- und Stresserkrankungen sowie leichte bis mittelschwere Depressionen. «Unklar ist allerdings, ob diese Erkrankungen früher nicht erkannt und diagnostiziert wurden oder ob sie wirklich häufiger geworden sind», heisst es im Beobachter-Ratgeberbuch «Ganz normal anders». Was viele Betroffene gemeinsam haben: Sie stehen, wie die Marketingmitarbeiterin, im Beruf und funktionieren scheinbar normal. Dabei sind sie labil und fürchten ständig, wegen ihrer Probleme nicht mehr zu genügen. Betroffene trauen sich meistens nicht, sich jemandem zu offenbaren. Zu gross ist die Sorge, mit einer Etikette beklebt zu werden: Der spinnt! Die hat nicht alle Tassen im Schrank! Auch die Befürchtung, schnell als weniger leistungsfähig zu gelten, lässt Kollegen und Kolleginnen still leiden. Sie tun alles, um ihre Erkrankung zu kaschieren. Offenheit kann entlasten Das aber kann fatal sein: «Der Druck, dass keiner etwas merken soll, und die Angst, den Arbeitsalltag nicht so zu bewältigen, wie man es von sich selbst erwartet, verschlechtern die Problematik», sagt Thomas Ihde-Scholl, Chefarzt der psychiatrischen Dienste an den Spitälern Frutigen, Meiringen und Interlaken. Für Mitarbeitende mit psychischen Problemen kann deshalb ein offenes Gespräch am Arbeitsplatz Entlastung bringen (siehe Checkliste nächste Seite). Es lässt sich erörtern, welche Aufgaben schwierig geworden sind und was jetzt Hilfe bringt. Ein Mitarbeiter leidet beispielsweise unter einer leichten Depression: Er ist blockiert, wenn er mit Kunden telefonieren muss und schafft es nicht mehr, den Hörer abzunehmen. Aber s beantworten klappt nach wie vor reibungslos. Nach Ihde-Scholls Angaben ist es erstaunlich, wie unterstützend Vorgesetzte sein können und welche Anpassungen am Arbeitsplatz temporär möglich sind.... wenn das Klima stimmt! Sich seinem Chef und seinen Kollegen anzuvertrauen, ist allerdings eine Gratwanderung. «Psychisch Kranke zu stigmatisieren, ist noch immer Realität», sagt Thomas Ihde-Scholl. Und wie offen man über seine Probleme informieren soll oder kann, hängt stark von der Kultur am Arbeitsplatz ab. Wie im Betrieb über psychische Erkrankungen geurteilt wird. Ob Witze und entwertende Sprüche toleriert werden. Wie Pausengespräche verlaufen, wenn Medien über prominente Burn-out-Fälle oder Suizide bei Schweizer Managern berichten. «Das Betriebsklima und die Vertrauensbasis müssen stimmen», sagt auch Urs Tschanz, Geschäftsführer der Personalentwicklungsfirma Diacova. Je schlechter beides ist, desto weniger werden sich Betroffene trauen, über ihr Leiden zu sprechen. Und sind Ellenbögelei und Konkurrenzdenken unter Kolleginnen und Kollegen sowieso schon an der Tagesordnung, kann das Schweigen der Leidenden Misstrauen und Ungunst zusätzlich anheizen: Die Krankheit wird als fehlendes Engagement und mangelnde Leistungsbereitschaft fehlinterpretiert. Im Team heisst es dann schnell: Der schiebt eine ruhige Kugel, während wir krampfen wie wahnsinnig. Tschanz: «Es wird nicht unterschieden zwischen dem Wollen und dem Können.» Dies schadet dem Teamgeist und dem, der krank ist, erst recht. Tschanz plädiert dafür, fair und realistisch zu sein. In keinem Team beherrscht jeder alles, auch in einem «gesunden» nicht. Zeitgemässe Personalführung setzt Leute deshalb nach deren Stärken und Vorlieben ein. Auch, weil dies die Schwächen der anderen wettmacht. Sind die Rahmenbedingungen gut, trägt ein Team einen psychisch kranken Kollegen durchaus. Mit einem zusätzlichen, nicht zu unterschätzenden Effekt: Es stärkt die Beteiligten auch in ethisch-moralischer Hinsicht. Respektvoller Umgang. «Ich habe Angst, wenn ich den vollen Sitzungssaal betrete und etwas sagen soll. Ich arbeite an diesem Problem, momentan aber kann ich die geplanten Referate nicht übernehmen.» Derartiges einzugestehen, kostet Überwindung und braucht Mut. Und bis sich Betroffene ein Herz fassen, haben sie oft lange gelitten. Vorgesetzte, Kollegen und Kolleginnen sollten dem Respekt zollen. Und eines unterlassen: Jemanden verdächtigen, er simuliere; ihm das Gefühl geben, er solle sich ein bisschen zusammennehmen, dann gehe es schon. Untersuchungen zeigen: Bei Kranken, die beweisen müssen, dass sie krank sind, dreht sich die Spirale abwärts, die Symptome verstärken sich. Zudem, warnt Urs Tschanz, sei es weder an Vorgesetzten noch an Mitarbeitenden, Diagnosen zu stellen. Dies sei Sache von Fachleuten. Was man wahrnimmt, kann täuschen wie bei der Mitarbeiterin aus dem Marketing. Vera sohmer arbeitet als freie Journalistin und schreibt unter anderem für die «Handelszeitung» und den «Beobachter». 5

6 fokus Psychisch krank AM ArbeitsPlAtZ WicHtiGE FrAGEN Wann soll ich über meine krankheit informieren? Wenn die Leistung durch das psychische Leiden merklich leidet. Oder andere beeinträchtigt werden. Beispiel: Ein Kollege hat eine Arbeitsblockade, wenn er an den Schalter muss. Oder bricht in Panik aus, wenn er ein volles Büro betritt. muss man immer gleich Zum chef, Zur chefin gehen? Ist das Vertrauensverhältnis gut, spricht nichts dagegen. Wer Bedenken hat, kann zunächst eine Vertrauensperson informieren: den Personalleiter, die Leiterin einer anderen Abteilung, eine Arbeitskollegin. Oft fällt es Betroffenen leichter, das Thema anzusprechen, wenn sie jemanden als Türöffner oder Fürsprecher einsetzen können. Wann sage ich besser nichts? Ist die Problematik leichtgradig und gehen Arzt oder Therapeut davon aus, dass jemand rasch wieder gesund wird, ist es eine Frage der Privatsphäre, ob man informieren möchte oder nicht. Sobald man aber länger als ein paar Tage krank geschrieben ist, ergibt sich folgendes Problem: Bei einer Verstauchung oder einer Grippe erzählen die meisten recht offen, was ihnen gefehlt hat. Wird nicht informiert, ist das «suspekt». Arbeitgebende beginnen zu spekulieren, Kolleginnen und Kollegen ebenso. Dies bewirkt oft eine schlechte Dynamik. Möchte man seine Privatsphäre dennoch schützen, kann der Hausarzt ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis unterschreiben. muss ich Die genaue Diagnose nennen? Das ist nicht zwingend, aber: Eine Diagnose gibt Vorgesetzten die Chance, sich über die Krankheit zu informieren. Thomas Ihde-Scholl: «Das Hauptproblem der Arbeitgebenden ist meistens die Hilflosigkeit dem Thema und der Situation gegenüber.» Weiss die Chefin darüber Bescheid, was eine Erschöpfungsdepression oder eine Zwangsstörung ist, fällt es leichter, gezielt Unterstützung anzubieten, die Lage eventuell mit dem Arzt/Therapeuten sowie einem Jobcoach (hilft beim Wiedereinstieg nach einer Krankschreibung) zu besprechen. 6 Wie reagieren vorgesetzte richtig? Unterstützend, Sicherheit vermittelnd, die Angst nehmend. Wichtig ist, das Gespräch in einem bestimmten Rahmen zu halten. Vorgesetzte sind weder Kollegen noch Therapeutinnen. Sie können aber bei regelmässigen Standortbestimmungen helfen, zum Beispiel mit gezieltem Feedback zur Arbeitsleistung. Hier kann es sinnvoll sein, dass der Arzt/Therapeut oder der Jobcoach mit dabei ist. Wie sage ich es Den kollegen und kolleginnen? Am besten das Vorgehen mit dem Chef besprechen. Entscheidet sich jemand, sein Team einzuweihen, kann ein Konzept hilfreich sein: In Ruhe aufschreiben, was beim Namen genannt werden soll und was nicht. Das verhindert, vor lauter Nervosität Dinge zu sagen, die man eigentlich für sich behalten wollte. Wie reagieren kolleginnen und kollegen richtig? Von Kranken nicht verlangen, sich wie Kranke zu benehmen beziehungsweise so, wie man sich das Benehmen eines Kranken vorstellt. Es ist erlaubt, dass die depressive Kollegin auch mal herzhaft lacht. Betroffene sind froh, wenn sie von den Kollegen möglichst «normal» behandelt werden. Es darf in der Pause also nach wie vor über das Fussballspiel vom vergangenen Abend oder das angepeilte Ferienziel gesprochen werden. angst- und Panikhilfe schweiz APhS vertritt die Interessen von Patienten, welche an einer Angststörung leiden, und bietet Diskussionen zwischen Patienten, Angehörigen und Fachleuten an. hotline schweizerische gesellschaft für angst & DePression Der Verein unterstützt Prävention und Gesundheitsförderung in Zusammenarbeit mit Ärzten, Institutionen und Patientenorganisationen. schweizerische gesellschaft für verhaltens- und kognitive therapie Patienten-Ratgeber, Informationen und Adressen zu Fachpersonen in kognitiver Verhaltenstherapie. Werner alfred selo stiftung Kampagne «Psyche krank? Kein Tabu!» zur Früherkennung psychischer Krankheiten am Arbeitslatz.

7 wissen die chefin oder der chef über eine erkrankung bescheid, fällt es leichter, unterstützung anzubieten. 7

8 fokus GeGlückte integration: JoB StAtt iv Von Daniela Aloisi. «30 TAge KRAnKheiT SinD genug» mit diesem Appell hat die SVA Zürich letztes Jahr auf Plakaten für die Früherkennung von iv-risiken geworben. Mit erfolg: Die Zahl der Früherfassungsmeldungen von Arbeitgebenden ist um elf Prozent angestiegen. Jetzt lanciert die SVA Zürich im Kanton Zürich eine neue Kampagne. Der Videoclip dazu bringt die Problematik von Stellensuchenden mit psychischer Krankheitsgeschichte auf den Punkt. Bin ich den Anforderungen im Job noch gewachsen? Die Zweifel keimen schnell, wenn jemand aus gesundheitlichen Gründen aus dem Arbeitsprozess fällt. Der Eingliederungsprozess von Menschen, die über Jahre eine IV-Rente erhielten, kann bis zu zwei Jahre dauern. Darum ist Prävention besser als Eingliederung. Entsprechend investiert die SVA Zürich viel in die Zusammenarbeit mit Unternehmen. Letztes Jahr konnten die IV-Spezialisten der SVA Zürich mit Arbeitgebenden zusammen in fast 1900 Fällen erreichen, dass eine Stelle trotz Krankheit erhalten blieb. Die Erfahrung der SVA Zürich ist, dass Arbeitgebende gerade bei psychischen Krankheiten zu lange zuwarten, bis sie sich bei der IV-Stelle melden. Leistungsabfall, häufige Fehler, sozialer Rückzug, Konzentrationsschwierigkeiten, längere und kürzere Absenzen vom Arbeitsplatz dies sind mögliche Indizien für eine psychische Erkrankung. IV-Risiken erkennen und richtig reagieren, das ist für Unternehmen eine Herausforderung. Ob physische oder psychische Erkrankung entscheidend ist immer der Faktor Zeit. Bei einer psychischen Problematik kann ein IV-Job-Coach die betroffenen Mitarbeitenden, Vorgesetzte und Team unterstützen. Personalvermittlung mit kostenloser Probezeit. Die IV-Rente wird vermehrt zum Bindeglied in der Arbeitsbiografie werden. Das Modell «IV-Arbeitsversuch», das mit der IV-Revision 6a eingeführt wurde, gibt Unternehmen die Möglichkeit, sich ohne Risiko für die Eingliederung aus Rente zu engagieren. Die IV-Stelle tritt als professionelle und kostenlose Personalvermittlung auf. Sie vermittelt Bewerberinnen und Bewerber, die zum Stellenprofil passen. Der IV-Arbeitsversuch gibt die Möglichkeit, die Fähigkeiten und die Eignung der Bewerberin, des Bewerbers während bis zu sechs Monaten zu testen. Der Arbeitgebende trägt keine Kosten, kein Risiko. Das Unternehmen geht kein Arbeitsverhältnis ein und bezahlt keinen Lohn. Wichtig ist wie bei jeder Neuanstellung die sorgfältige Einführung in das Aufgabengebiet. Die Eingliederungsspezialisten beraten Vorgesetzte bei Fragen jederzeit. Erst wenn der Arbeitsversuch erfolgreich abgeschlossen wird, folgt der Schritt der Festanstellung. Im letzten Jahr konnte die IV-Stelle Zürich mit 300 Unternehmen einen solchen Arbeitsversuch starten. daniela Aloisi ist Leiterin Kommunikation bei der SVA Zürich. 8

9 fokus interview «wir können VorGesetZte entlasten» Von erika suter. Der Umgang mit psychisch kranken oder schwierigen Mitarbeitenden ist im Arbeitsalltag oft eine herausforderung. Die Job-Coaches der SVA Zürich helfen Vorgesetzten und betroffenen Mitarbeitenden, damit die Zusammenarbeit möglichst reibungslos verläuft. Job-Coach gabriele von essen erzählt, wie diese Unterstützung funktioniert. gabriele von essen, was bringt es Vorgesetzten, wenn ein Job- Coach meinen Mitarbeiter, meine Mitarbeiterin unterstützt? Als Job-Coach unterstütze ich nicht nur psychisch erkrankte Mitarbeitende, damit ihnen die Rückkehr in die Arbeitswelt gut gelingt. Ich kann auch die Zusammenarbeit aller Beteiligten koordinieren und eine vermittelnde Rolle einnehmen. Damit entlaste ich Vorgesetzte, sodass sie sich als Chef oder Chefin auf ihre Aufgaben konzentrieren können. Brauchen denn gute Vorgesetzte eine solche Vermittlung? Viele Chefs und Chefinnen sind sehr engagiert und haben mit erkrankten Mitarbeitenden viel Mitgefühl. Ohne professionelle Unterstützung nehmen aber Stress und Ärger bald zu. Denn im Umgang mit Mitarbeitenden mit psychischer Erkrankung sind Vorgesetzte und Kollegen oft unsicher: Sie können ihr Verhalten und ihre Einschränkungen, aber auch ihre Ressourcen schwer einschätzen. Und am Schluss kommt es leider noch zu oft zur Kündigung. Und Sie als Aussenstehende können die Betroffenen besser einschätzen? Wir Job-Coaches der SVA Zürich wissen dank Ausbildung und Erfahrung, worauf es bei der Integration von Menschen mit psychischen Erkrankungen ankommt. Sofern Betroffene zur Zusammenarbeit bereit sind, mache ich mir als Job-Coach ein Gesamtbild der Situation: Welche Erkrankung liegt vor und wie wirkt sie sich im Arbeitsleben aus? Ist der Mitarbeiter, die Mitarbeiterin bereits in ärztlicher Behandlung? Wie steht es ums Privatleben: Finanzen, Partner, Freizeitgestaltung? Mit diesen Informationen kann ich Vorgesetzten erklären, worin betroffene Mitarbeitende eingeschränkt sind aber auch aufzeigen, was sie leisten können. Ich mache Vorschläge, welche Anpassungen am Arbeitsplatz sinnvoll wären. So schaffe ich für alle Beteiligten Orientierung. Wie können Sie den Chef, die Chefin konkret entlasten? Ich diskutiere mit ihnen das Vorgehen und wir erstellen gemeinsam einen Plan mit definiertem Zeithorizont. Dabei berücksichtigen wir die Prognose des behandelnden Arztes und tauschen uns regelmässig mit ihm über den Verlauf aus. Eine gute Einsatzplanung bewirkt viel. Mitarbeitende mit Depressionen beispielsweise brauchen morgens mehr Zeit, um auf Touren zu kommen, und sind wahrscheinlich am Mittag am leistungsfähigsten. Ich kann vor Ort Übersetzungsarbeit leisten. Das ist wichtig, weil erkrankte Mitarbeitende ihr Verhalten und ihre Leistungsfähigkeit oft anders wahrnehmen als ihr Umfeld. Wie sollen sich Vorgesetzte gegenüber dem Mitarbeitenden und dem Team verhalten? Idealerweise wertfrei und beziehungsstiftend. Vorgesetzte sollten betroffenen Mitarbeitenden zeigen, dass sie ihn oder sie behalten möchten. Das Team seinerseits soll wissen, dass Vorgesetzte eine klare und transparente Strategie haben und den Mitarbeitenden bewusst führen. Wann ist ein Job-Coaching angebracht? Am besten ist es, die Mitarbeiterin oder den Mitarbeiter zunächst auf die gemachten Beobachtungen anzusprechen. Typische Warnzeichen sind auffällige Veränderungen bei Verhalten, Stimmung, Konzentration, Engagement, Belastbarkeit oder Empfindlichkeit. Wenn Vorgesetzte feststellen, dass die Arbeitssituation dadurch weiterhin belastet wird, ist es empfehlenswert, sich in Absprache mit den Personalverantwortlichen bei der IV-Stelle zu melden. Die telefonberatung hilft weiter, wenn noch kein persönlicher kontakt zur iv-stelle Zürich besteht: Dort erklärt man unternehmen die Leistungen für Arbeitgebende gerne persönlich. Gabriele von essen ist Job-Coach bei der SVA Zürich. 9

10 gekauftes glück DROGEN IM BÜRO Arbeitswelt AM AbGruNd? Von rolf Butz. im Zürcher Abwasser sammelt sich das Kokain. Versinkt die Bankenbranche in Zürich im Drogensumpf? Dr. Marcus herdener mahnt bei solchen Annahmen zur Vorsicht: «Der Konsum einzelner Substanzen ist nicht auf einzelne gesellschaftliche Schichten beschränkt», sagt er im interview. Doch wie verbreitet ist der Suchtmittelkonsum in der Arbeitswelt? claude Meier ist Leiter Zentralsekretariat / Leiter Bildung beim KV Schweiz. In dieser Funktion ist er Mitglied im dr. Projektteam med. Marcus des herdener «Strategieprojekts ist Facharzt Höhere für Psychiatrie Berufsbildung» des Staatssekretariats und Psychotherapie für Bildung, (FMH), Forschung Leitender und Arzt Innovation (SBFI), Mitglied der Eidgenössischen und Zentrumsleiter des Berufsbildungskommission Zentrums für Abhängigkeitserkrankungen (EBBK) und ständiger Gast der Parlamentarischen Gruppe Berufsbildung. der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich. 10

11 Marcus herdener, wie viele Arbeitnehmende in der Schweiz haben schätzungsweise einen heiklen Umgang mit Suchtmitteln? Die am häufigsten konsumierten Substanzen sind sicherlich Tabak und Alkohol. Diese legalen Drogen haben auch die grössten Auswirkungen auf die «Krankheitslast» der Bevölkerung und entsprechend auch auf die Volkswirtschaft. Insgesamt trinken um die 90 Prozent der Schweizer Bevölkerung über 15 Jahre Alkohol. Schätzungsweise 20 Prozent davon haben einen risikoreichen Alkoholkonsum, und Schätzungen gehen von bis alkoholabhängigen Patienten in der Schweiz aus. Rund 25 Prozent der Schweizer Bevölkerung rauchen, davon wahrscheinlich knapp 20 Prozent täglich. Daher stellen Alkohol und Tabak auch die häufigsten Ursachen für frühzeitige vermeidbare Todesfälle dar. ist Drogenkonsum auf dem Arbeitsplatz Zürich besonders verbreitet? Dies lässt sich so allgemein schwierig beantworten. Allerdings gibt es aber beispielweise eine dieses Jahr erschienene Studie, die Konzentrationen verschiedener Drogen im Abwasser untersucht und zwischen verschiedenen europäischen Grossstädten verglichen hat. Hierbei zeigt sich, dass Zürich gemäss dieser Analysemethode einen europäischen «Spitzenplatz» hinsichtlich des Kokainkonsums einnimmt. gehen wir in die Teppichetage: Wie viele Manager und Managerinnen in der Schweiz nehmen Drogen? Hierzu gibt es meines Wissens keine genauen Untersuchungen. Wichtig scheint mir aber zu betonen, dass der Konsum einzelner Substanzen oder daraus resultierende Abhängigkeitserkrankungen nicht auf einzelne gesellschaftliche Schichten beschränk sind. Aber landläufig gilt Kokain in Kaderjobs als Droge nummer 1 ist das denn nicht korrekt? Kokain ist in der Schweiz vermutlich insgesamt die am zweithäufigsten konsumierte illegale Droge. Aufgrund ihrer kurzfristigen Wirkungen wird sie wahrscheinlich tatsächlich in beruflichen Situationen oft eingesetzt, in denen ein hoher Leistungsanspruch herrscht um kurzfristig Selbstwertgefühl und subjektive Leistungsfähigkeit zu stärken. Könnten Sie das noch etwas präzisieren? Kokain führt akut zu einer gesteigerten Ausschüttung von Botenstoffen im Gehirn, die normalerweise durch natürliche Belohnungsreize wie sonst beispielsweise Essen oder Sex ausgeschüttet werden, jedoch in viel stärkerem Ausmass. Der Konsum geht initial oft einher mit einer Stimmungsaufhellung und Euphorie, Konsumenten fühlen sich kurzfristig leistungsfähiger, es kann auch zu Enthemmungsphänomenen kommen, Hunger und Müdigkeit nehmen ab. Doch warum nehmen Personen in Top-Positionen überhaupt Drogen? Warum haben die das nötig? Es wird damit versucht, entweder kurzfristige positive Effekte zu erzielen oder negative Zustände zu vermindern. Zudem spielen auch die «Peers», also die Menschen in der Umgebung und das berufliche Umfeld, eine gewisse Rolle so wie auch die Verfügbarkeit der Substanzen. gibt es ein Charakterprofil, das besonders anfällig ist für Suchterkrankungen? Ich würde Suchterkrankungen ungern unter dem Oberbegriff «Charakter» diskutieren. Man geht heute von einem bio-psycho-sozialen Modell psychischer Störungen im Allgemeinen und auch im Bezug auf Suchterkrankungen aus. Das heisst: Für die Entwicklung einer Abhängigkeitserkrankung müssen verschiedene Faktoren zusammenkommen. Der Anteil genetischer Faktoren für die Entwicklung von Suchterkrankungen wird übrigens aufgrund zahlreicher Untersuchungen auf zirka 50 Prozent oder mehr geschätzt. Wie lange geht so ein Konsum in einer Chefposition gut, bevor jemand etwas merkt? Ein gelegentlicher Konsum ohne weitere Folgeerscheinungen bleibt wahrscheinlich in der Regel unbemerkt. Kritisch wird es eher, wenn die Konsumenten die Symptome einer Abhängigkeitsstörung entwickeln, wie beispielsweise hohes Verlangen nach der Substanz und einen Kontrollverlust über Zeitpunkt und Menge des Konsums, das Vernachlässigen anderer Interessen oder Pflichten, oder das Fortsetzen des Konsums trotz negativer Folgeerscheinungen. Wie reagieren Arbeitnehmende am besten, wenn sie beim Chef oder der Chefin merken, dass etwas nicht stimmt? Vorgesetzte auf eine solche Problematik ansprechen, kann manchmal schwierig sein, bei Nicht-Vorgesetzten ist dies unter Umständen einfacher. Aber eine Rückmeldung oder ein Rückfragen, ob etwas nicht in Ordnung sei, ob es Probleme gebe, kann manchmal schon hilfreich sein nur schon um zu signalisieren, dass das Umfeld die Veränderungen bemerkt. Hilfreich ist sicherlich, auf die Existenz professioneller Beratungs-und Hilfsangebote hinzuweisen. Wie schafft man den Ausstieg? Das ist nicht pauschal zu beantworten, sondern ist von Mensch zu Mensch verschieden. Oftmals ist eine Kombination von psychotherapeutischen und pharmakotherapeutischen Interventionen erfolgversprechend. Wir bieten im Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich entsprechende individualisierte Behandlungsangebote für praktisch alle Bevölkerungs- und Berufsgruppen und alle Problemsubstanzen an je nach Kontext und Notwendigkeit im ambulanten, teilstationären und stationären Rahmen. Es gibt aber auch weitere Möglichkeiten wie Beratungsstellen und private institutionelle Anbieter. Wichtiger erster Ansprechpartner ist in vielen Fällen aber auch der Hausarzt. Und wie bleibt man clean? Bei Drogensüchtigen heisst es ja generell, dass das ganze Umfeld, Freunde und Kollegen gewechselt werden müssen. Können Chefs und Chefinnen ihren Job behalten und trotzdem drogenfrei bleiben? Man muss sicherlich nicht sein Leben austauschen, wenn man als Patient das Ziel verfolgt, abstinent zu bleiben. Angestrebt wird oftmals eine Reintegration in das gewohnte soziale Umfeld, das ja oft auch viel Unterstützung in diesem Prozess bieten kann und wenn möglich miteinbezogen werden sollte. Natürlich sollten Risikofaktoren dies können einzelne Personen, aber auch spezifische Situationen sein, die eng an den Konsum geknüpft sind identifiziert werden, um dann im Rahmen einer psychotherapeutischen Begleitung neue Strategien im Umgang mit bestimmten Situationen oder Personen zu erlernen. Natürlich ist es aber auch hilfreich, einzelne kritische Kontakte zu meiden und beispielsweise die Person, von der man die Drogen erhalten oder bezogen hat, nicht mehr zu treffen. 11

12 inserate «ENDLICH IM Büro.» neue BüROWElTEn BEgEIsTERn. Wir tun alles dafür, dass die Menschen gerne arbeiten. und nicht nur das. denn eine moderne Büro- und kommunika tionswelt fördert die Innovationen, belebt die Firmenkultur und führt zu einer gestärkten Wettbewerbsfähigkeit. Erleben sie die Zukunft Ihres Büros live und im realen umfeld und besuchen sie das Wsa WORklIFE in dietlikon oder eine ausstellung in Ihrer nähe. WSA OFFICE PROJECT IndusTRIEsTRassE dietlikon TEl BasEl, dufourstrasse 21 CRIssIER, Chemin du Closalet 20 OFTRIngEn, Zürichstrasse 23 st. gallen, Vadianstrasse 59 Zug, Baarerstrasse 99.CH 09_Inserate_Herbst_A5quer_RZ.indd :52 Ferien Hobbies Impulstagung Kinder Beziehung Arbeit Netzwerk Wohnen Weiterbildung Träume Steuern Familie Vorsorge Impulstagung Selfmanagement Sind wir fit für die Berufsbildung von morgen? Fakten Perspektiven Anregungen Dienstag, 28. Januar 2014 von einem guten GDI und Gottlieb klugen Duttweiler Institute, Umgang Rüschlikon mit sich selbst Mittwoch, 28. Januar 2015, GDI Gottlieb Duttweiler Institute, Rüschlikon SiNd Sie dabei? WeiTere infos und ANmelduNg: Talente fördern Talente fördern Knowledge-Partner: Medien-Partner: Ihr Kompetenzzentrum Votre centre de compétence 12

13 glückssuche Glücklich werden ALS chef oder chefin?! von kimberley herren. ein erfüllender Job und mehr Freizeit statt chefin sein und das grosse Geld verdienen: Vor allem die Generation y, aber auch viele ältere pfeifen inzwischen auf die karriere. warum machen Geld und karriere heute nicht mehr so recht glücklich? Für die Generation Y könnte es keine passendere Bezeichnung geben. Weshalb? Nun, weil «Y» auf Englisch «why» ausgesprochen wird und genau dieses «warum» zeichnet das charakterisierende Hinterfragen dieser Generation aus. Die Kinder, die in den Jahren 1977 bis 1998 geboren worden sind, haben bereits einige geschichtliche Tiefpunkte erleben müssen. Dazu gehören der Terroranschlag am 11. September 2001 in New York und Kriege, die noch immer andauern, genauso wie die Finanz- und Eurokrise. All diese Ereignisse haben die Y-Generation geprägt und sie gelehrt, sich in dieser schnelllebigen Welt zurechtzufinden. Ähnlich rasch wie Chamäleons passen sich die «Ypsiloner» deshalb mittlerweile den beruflichen und privaten Begebenheiten an. Viele junge Leute investieren gerade in wirtschaftlich und politisch unruhigen Situationen mehr in ihre Aus- und Weiterbildung, um sich möglichst viele Wege für die Zukunft offen zu halten. Sie wägen deshalb auch immer öfter die Vor- und Nachteile einer Handlung ab und achten dabei stets auf ihr Wohlbefinden. Die Ypsiloner sind in einer Zeit aufgewachsen, in der sich die Technologie rasant verändert hat und es noch laufend tut. Wer heutzutage kein Smartphone besitzt, gilt bereits als altmodisch und altbacken. Es versteht sich mittlerweile von selbst, dass man weiss, was eine «App» und ein «Tablet» ist. Zwischen dem früheren und dem jetzigen Horizont liegen Welten, und so wird es für manche Menschen älterer Generationen schwierig, sich mit den Jüngeren zu verständigen. Diese Entwicklung zieht Folgen mit sich: Immer mehr Personen, die nicht in einer so technologieaffinen Zeit aufgewachsen sind, lernen von den Ypsilonern, wie man mit Smartphones und anderen Gadgets umzugehen hat. umfrage unter ypsilonern. Bei all diesen vielfältigen Interessen, welche die Generation Y in die Wiege gelegt bekommen haben, fragt man sich doch gleich, ob sich die freizeitliebenden Jugendlichen überhaupt noch Chefpositionen erarbeiten wollen? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, habe ich eine Umfrage unter Bekannten gestartet, die Folgendes ergeben hat. chef sein? 75 Prozent der Befragten möchten in Zukunft gerne Chef oder Chefin sein, sei es in einer Firma mit einem eigenen Team oder in der eigenen Unternehmung als Inhaber. Rilind Huruglica, Lernender im 3. Lehrjahr, meint zum Beispiel: «Ich möchte gerne mein eigener Chef sein, weil ich dann unabhängig und frei bin. In Zukunft will ich Aufträge erteilen und nicht immer nur ausführen.» Martin Schöni, ebenfalls Lernender im 3. Lehrjahr, will Verantwortung übernehmen und dafür seine Stärken einsetzen. Diejenigen, die keine Führungspositionen anstreben, haben Angst um ihre Freizeit. Sie sind davon überzeugt, dass sie zu Hause kaum mehr abschalten könnten, da viele Chefs und Chefinnen mittlerweile zu beinahe jeder Uhrzeit erreichbar sein müssen. Glücklichmacher? Auf die Frage, was sie glücklich macht respektive was junge Menschen heute brauchen, um im Leben ausgeglichen und froh zu sein, antwortet Marko Jankovic, Maturand und Arbeitnehmender: «Das Gefühl, ein Ziel zu haben und dieses erreichen zu können. Wenn etwas nach Plan verläuft, fühlt man sich gestärkt und ist glücklich.» Auch Severin Bachmann, Auszubildender im letzten Jahr, hat eine Meinung zu dieser Frage: «Wichtig ist, dass man seine Zeit für etwas Sinnvolles verwendet und diese Zeit auch geniesst. Ich finde, man sollte sich die Zeit nehmen, um zu reisen und andere Kulturen kennenzulernen wenn man am Ende seines Lebens angelangt ist, möchte wohl kaum jemand sagen, dass man nichts von der Welt gesehen hat.» Geld vs. Freizeit? Lea Hegglin, eidgenössisch diplomierte Kauffrau, beantwortet die Frage, warum Geld und Karriere heute nicht mehr so recht glücklich machen, folgendermassen: «Ich denke, dass in der heutigen Gesellschaft andere Kriterien zählen als früher. Geld und Karriere sind sicherlich auch wichtige Punkte, jedoch machen sie bestimmt nicht mehr so glücklich wie früher. Durch den Stress beim Job und wegen der vielen Arbeit schätzt man die Freizeit heute immer mehr. Man möchte auch möglichst viel Zeit mit der Familie und Freunden verbringen oder auch seinen Freizeitbeschäftigungen nachgehen.» Jobprofil? Und wie muss ein Job sein, damit er die Generation Y glücklich macht? Die Antworten darauf fielen ganz unterschiedlich aus. Viele nennen ein gutes Arbeitsklima als den wichtigsten Aspekt. Andere, zum Beispiel Michelle Hilfing, Lernende im 2. Lehrjahr, finden: «Die Arbeit muss mir Spass machen und abwechslungsreich sein.» Mehmet Ljimani, Lernender im 3. Lehrjahr, schätzt hingegen den Standort seines Lehrbetriebs sehr. Fazit. Am Ende des Tages zählt nur, dass man mit dem Gefühl nach Hause geht, einen Mehrwert für das eigene Unternehmen geschaffen zu haben und sich dabei als wichtiges Mitglied im Team empfunden hat. kimberley herren, 20, ist eidg. dipl. Kauffrau Privatversicherung und Junior (rechte Hand) einer Kundenberaterin. 13

14 inserat Damit Ihre Neugierde gestillt wird: Wir unterstützen gute Literatur. Mehr unter Mit einer Karte der Zürcher Kantonalbank erhalten Sie eine Reduktion von 10. CHF für «Kaufleuten Literatur»- und 6. CHF für «Literaturhaus»-Veranstaltungen. 14

15 kolumne Denn sie Wissen nicht, Was sie tun! oder DocH? Es geht hier nicht wie der Titel vermuten lassen könnte um Hollywood, um James Dean in den Fünfzigerjahren. Hier geht es um Manager in der Chefetage von Grosskonzernen, die getrieben sind in der Spirale des Sich-beweisen-Wollens. Da werden sogenannte Reorganisationsentscheide als dringend notwendige, betriebswirtschaftliche Massnahmen begründet. Oder es werden die Optimierung der Betriebskosten und die Durchlässigkeit der Prozesse ins Feld geführt. Für den nächsthöheren Karriereschritt sind solche Entscheide als Leistungsausweis wichtige Puzzlesteine und bei deren Begründungen der Begriffskreativität kaum Grenzen gesetzt. Im Einzelnen geht es jedoch um Wegrationalisierung von Mitarbeitenden und Kadermitgliedern. Leider tritt das Phänomen nun auch vermehrt in der öffentlichen Verwaltung auf, was aufgrund der bestehenden Personalpolitik zu denken geben sollte. Neben den betriebswirtschaftlichen Konsequenzen, die aus den Umstrukturierungsoder Reorganisationsmassnahmen resultieren, sollten auch die Auswirkungen auf die direkt betroffenen Mitarbeitenden im Zentrum stehen: Was bedeutet es für diese Menschen, die sich über Jahre mit grossem Engagement für die Firma einsetzten? Auch für Jüngere kann die Stellensuche ein Problem werden, denn der Lebenslauf bekommt einen Knick und die Begründung der Reorganisation hinterlässt einen schalen Nachgeschmack. Was es für ältere Personen bedeutet, muss man niemandem, der den Arbeitsmarkt kennt, erklären. Früher legten die Firmen Wert auf Know-how, heute ist man mit 40 oder spätestens mit 50 bereits out. Es gibt begründete Situationen bei Firmen, wo eine Reorganisation wirklich nötig ist. Meist steht dieses Unternehmen in roten Zahlen und mit einer Reorganisation können trotz der negativen Auswirkungen auch Arbeitsplätze gerettet werden. Dieses Szenario fällt in einer öffentlichen Verwaltung wohl eher weg. Da lohnt es sich hinzusehen, was die Beweggründe für eine Reorganisation sind. Echtes Leadership bedeutet zum Wohl der Firma UND der Mitarbeitenden zu handeln. Nie dürfen persönliche Motive ausschlaggebend sein. Manager sollten über so viel Führungswissen verfügen, um zu verstehen, dass nebst vielen Faktoren der optimale Einsatz des Humankapitals wesentlich zum Unternehmenserfolg beiträgt. Leadership bedeutet, als gutes Beispiel voranzugehen. Leistung bringen und die Mitarbeitenden mit Lob und Führung motivieren, dem Beispiel zu folgen. Nur motivierte Mitarbeitende setzen sich optimal für den Geschäftserfolg ein. In einer solch geführten Firma wird sich ein Manager bei einer Reorganisation sehr genau überlegen, was es für seine langjährigen Wegbegleiter bedeutet, von einem Tag auf den anderen gehen zu müssen. Wie es für Betroffene sein muss, das Leben von einem Tag auf den anderen neu gestalten zu müssen unfreiwillig. Berufstätige wissen aus eigener Erfahrung, dass wir uns zum grossen Teil auch über die berufliche Tätigkeit, die Stellung oder das Einkommen definieren. Wenn die Arbeitsstelle plötzlich wegfällt, ist eine Sinnkrise beinahe vorprogrammiert. Mit den Abfindungspaketen, wie zum Beispiel der Kostenübernahme für Outplacement-Beratung, werden wohl mögliche Symptome abgefedert, die Ursache ist jedoch damit nicht bereinigt. In den Firmen müssen Änderungen der Organisationsform, Umstrukturierungen und Reorganisationen dringend breit abgestützt und kommuniziert werden, um eine hohe Akzeptanz und optimale Wirkung zu erzielen. Andernfalls wird die Morbiditätsstatistik des Unternehmens entsprechend negativ ausfallen, denn verständnislose und unglückliche Mitarbeitende sind öfters krank als glückliche. Eigentlich ist es einfach und mit der Aussage «Begeisterung reisst spürbar mit!» erklärt: Die Führung einer Abteilung oder eines Unternehmens ist ein Teamsport. Motivierte, engagierte und mitdenkende Mitarbeitende sind das Ziel. Leider fehlt dafür noch oft das Verständnis bei den Vorgesetzten. Bei ihnen wird die eigene Reflektion sowie das Wir-Gefühl in einer Firma vermisst. Eine erfolgreiche Unternehmung achtet bei der Führung auf zwei Dinge: Zum einen auf ein gutes Talentmanagement und zum anderen auf eine gute Unternehmenskultur. Gerade die Wirkung der Firmenkultur wird von vielen Topmanagern unterschätzt. Sich für die Mitarbeitenden interessieren und ihnen Wertschätzung signalisieren, anstatt nur die Profitmaximierung im Kopf zu haben. Auftretende Probleme direkt ansprechen und diskutieren. Krankheiten und auch Suizide könnten so verhindert werden. Meine Hoffnung, dass es sich zum Guten entwickelt, liegt im breiten und verstärkten Weiterbildungsangebot des Managementbereichs zu Themen wie Sozialkompetenz, Leadership, Moral und Ethik. Diese Führungseigenschaften sind früh zu schulen und laufend zu fördern. Das Führungsverhalten von Vorgesetzten könnte sich dadurch positiv verändern und menschliches Leid künftig verhindert werden. Die Personalkosten würden sinken und die Unternehmenserfolge steigen. Indem sich das Management um das Wohl der Mitarbeitenden kümmert, setzen diese sich zum Wohl des Unternehmens ein. So tragen schlussendlich alle zum angestrebten Ziel, dem Unternehmenserfolg bei. rico roth ist Präsident des KV Zürich. 15

16 StreSS «ich bin im stress!» WAS HEiSSt DAS? Von Heinz léon Wyssling. Bis in die 30er-Jahre gab es das Wort Stress im heutigen Sinne noch nicht. es stammt ursprünglich aus der Werkstoffkunde, wo es den Zustand eines unter Druck stehenden Materials bezeichnet. Der österreichisch-kanadische Mediziner horst Selye übertrug 1936 den Begriff auf Menschen. Seither versteht man unter Stress psychische und körperliche Reaktionen auf äussere und innere Reize sowie Belastungen, die als unangenehm, bedrohlich oder überfordernd bewertet werden. 16

17 Stress und die damit verbundenen Reaktionen sind normalerweise nichts Negatives, sondern können kurzfristig durchaus sinnvoll sein. Aber dieser Zustand sollte nur dann vorhanden sein, wenn Stresssituationen dem Körper gut tun (z.b. beim Sport) oder eine Gefahrensituation vorliegt (Flucht oder Angriff). Gefährlich für die Gesundheit wird es, wenn die Entspannungsphasen gegenüber der Anspannung immer weniger werden oder sich ein dauerhaftes Missverhältnis einspielt wenn die mit dem Stress verbundene Hormonausschüttung, der Stresshormonpegel, nicht mehr abgebaut werden kann. Bei Stress wird Adrenalin freigesetzt, die Herzfrequenz und der Blutdruck steigen. Wenn die damit verbundene Anstrengung ergebnislos weitergeführt wird oder dauerhaft auf hohem Niveau ohne Abbau bleibt, wird zusätzlich Cortisol freigesetzt. Cortisol aktiviert den Stoffwechsel, dämpft und beeinträchtigt das Immunsystem sowie die Produktion von Immunbotenstoffen. Auch Serotonin, das sogenannte Glückshormon, wird in der Wirkung behindert. Zuviel Cortisol führt zu einer Wahrnehmungsverzerrung. Wenn Adrenalin und Cortisol in höherer Konzentration zum Dauerzustand werden, dann werden noch körpereigene Morphine (Endorphine) freigesetzt. Der Betroffene kommt in einen neurobiologischen Ausnahmezustand. stressmanagement: stretch- und stress-zone. Wer unter chronischem Stress steht, wird irgendwann krank. Zu unterscheiden gilt es zwischen der Stretch-Zone und der Stress-Zone. In der Stretch-Zone ist eine Herausforderung individuell zu bewältigen: Die Lücke zwischen dem vorhandenen Wissen, Können und der Erfahrung zu dem, was verlangt wird, kann geschlossen werden. Der Lerneffekt und die damit verbundene Persönlichkeitsentwicklung führen zu einem Wachstum an Kompetenzen. Ist die Lücke zwischen den individuell vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen, die zur Bewältigung einer Aufgabe zur Verfügung stehen, und den neuen Anforderungen zu gross und kann nicht geschlossen werden, fällt der Betroffene in die Stress-Zone. Die damit verbundene Überforderung führt auf die Dauer zu chronischem Stress, mit dem Risiko auszubrennen. stressempfinden nimmt zu. Gemäss einer vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) in Auftrag gegebenen Studie von 2010 fühlen sich rund ein Drittel der Erwerbstätigen in der Schweiz häufig oder sehr häufig gestresst. Die Studie stellt fest, dass der Anteil der Personen, die «häufig» und «sehr häufig» Stress empfinden, von 26,6 auf 34,4 Prozent zugenommen hat. Im Vergleich zum Jahr 2000 sind damit rund 30 Prozent mehr Erwerbstätige chronisch gestresst. Der Anteil der Personen, die «nie» Stress empfinden, hat von 17,4 auf 13,2 Prozent abgenommen. Für das Stressempfinden sind folgende Faktoren besonders bedeutend: Arbeit während der Freizeit, mehr als zehn Stunden am Tag arbeiten, unklare Arbeitsanweisungen und die Anforderung in der Arbeit, Gefühle zeigen zu müssen, die mit den eigenen nicht übereinstimmen. Bei Erwerbstätigen, die starkem Termindruck oder Arbeit in hohem Tempo ausgesetzt sind, ist der Anteil der Personen, die sich gestresst fühlen, beinahe doppelt so hoch (66 Prozent) wie bei Personen, die unter weniger Zeitdruck arbeiten (34 Prozent). Ebenfalls sind Personen, die angeben, während der Arbeit unter sozialer Diskriminierung wie beispielsweise Mobbing zu leiden, doppelt so häufig gestresst wie andere Erwerbstätige. richtiges Führungsverhalten schützt vor stress. Die Studie kommt zum Schluss, dass das Führungsverhalten von Vorgesetzten die Gesundheit der Mitarbeitenden massgeblich beeinflusst. Wenn die Mitarbeitenden das Führungsverhalten ihrer direkten Vorgesetzten positiv beurteilen wie beispielsweise: respektiert die Mitarbeitenden, löst Konflikte gut, kann gut planen und organisieren, ist die Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen am höchsten und die Anzahl Personen, die sich gestresst oder emotional verbraucht fühlen, am niedrigsten. Diese Personen sind zudem in einem besseren allgemeinen Gesundheitszustand als Personen, die ihre Vorgesetzten negativ erleben. Wenn alle Aspekte des Führungsverhaltens positiv beurteilt werden, fühlen sich nur fünf Prozent der Mitarbeitenden gestresst, im Vergleich zu 95 Prozent, wenn das Führungsverhalten negativ bewertet wird. Gute Führung setzt Persönlichkeit voraus. Gute Führung ist nicht eine Frage der Methode oder der Technik, sie hat vielmehr mit der Persönlichkeit zu tun. In der Führungsverantwortung müssen die Fragen «Wer bin ich?», «Was kann ich?» oder «Wie bin ich intrinsisch motiviert?» beantwortet werden können. Die eigenen Stärken und Schwächen müssen bekannt und die blinden Flecken aufgearbeitet sein. Nur wer sich selber kennt, weiss wie er tickt und in der Lage ist, kontext- und personenbezogen also situativ zu führen und dabei unterschiedliche Stile anzuwenden, ist auf die Dauer erfolgreich und sorgt für ein gutes Betriebsklima. Im Kompetenzportfolio ist von den fünf Kompetenzen (Fach-, Methoden-, Sozial-, Selbst- und Systemkompetenz) die Selbstkompetenz am stärksten zu gewichten. Die Entwicklung der Persönlichkeit, der «Leadership», ist ein Muss in der Führungsverantwortung. Man muss Menschen gerne haben und auch mit ihren Schwächen angemessen umgehen können. der strategische umgang mit stress ist chefsache. Wenn Mitarbeitende als das grösste Kapital bezeichnet werden, dann darf es nicht verbrannt werden. Sinnhaftigkeit entsteht dann, wenn die in die Arbeit investierte Energie durch das Gefühl zurückkommt, das zu tun, was für einen selbst bedeutsam ist. Permanente und gnadenlose Beschleunigung führt zu Orientierungslosigkeit, einer unkontrollierten Flut von Aktivitäten und Burn-out bei allen. Eine heissgelaufenen Organisation entwickelt sich wie eine verengende Spirale, die vom hektischen Aktionismus zu Chaos führt und letztendlich einen Tunnelblick zur Folge hat. In der Stressstudie im Jahr 2000 wurden anhand von Interviews die Absenz- und Behandlungskosten in Zusammenhang mit Stress auf 4,2 Milliarden Franken geschätzt. Heute dürften sie aufgrund der Zunahme bei zirka sechs Milliarden liegen. Gesundheit als wirtschaftsfaktor. Nachhaltiger und profitabler in Bezug auf Produktivität und finanziellen Gewinn ist es deshalb, das Unternehmen auf einem tragfähigen Energieniveau zu halten. Nur wenn die Mitarbeitenden und die Organisation gesund sind, können Wertschöpfung und Profitabilität wachsen. Gesundheit ist ein strategischer Wirtschaftsfaktor. Ein Business- Coaching kann das Management bei der Gefahr eines «Organizational Burn-out» unterstützen, um aus der kollektiven oder individuellen Beschleunigungsfalle herauszukommen. heinz léon wyssling ist Neuroimaginations-Coach, Supervisor und Organisationsberater BSO. 17

18 führung ZEitGEMäSSE FüHruNGSkoNZEPtE: Wie MitArBeitenDe Heute GefüHrt WerDen Wollen 18

19 Von Anne M. schüller. Die zunehmende Digitalisierung und das Social Web haben die Arbeitswelt unumkehrbar verändert. Die Macht ist zur Arbeitnehmerseite gewechselt zumindest, wenn es um qualifizierte Talente geht. Und die generation Y, die derzeit ans Ruder kommt, prägt nicht nur eine neue Unternehmenskultur, sie fordert auch ein neues Führungsverhalten. Zwei Führungsstile möchte ich hierbei herausstellen: den Möglichmacher und den Katalysator. Pragmatisch: der Möglichmacher. Spitzenleistungen kann man nicht einfordern. Man kann sie nur ermöglichen. Sie haben immer zwei Komponenten: das Können und das Wollen. Daher arbeiten Möglichmacher vor allem an der Schaffung eines passenden Spielfelds. Sie sind zupackend, nahbar, klar und konsequent. Ihnen ist klar, dass eine Führungshauptaufgabe darin besteht, das Zusammenarbeiten zu ermöglichen. Ihre Zielsetzung ist, ein anspornendes Leistungsumfeld zu schaffen, damit sich die Leute voll entfalten können. Und sie wissen: Mitarbeitende bringen genauso wie Spitzensportler nur unter optimalen Bedingungen ihre Höchstleistung ein. Deshalb müssen die jeweils individuellen Arbeitsmotive und Talente aller Beschäftigten ermittelt sowie zwischenmenschliche und organisatorische Motivationshemmer identifiziert und weggeräumt werden. Fragen wie diese sind dabei sehr hilfreich: Was genau kann ich jetzt (sofort) für Sie tun, um hierbei zu unterstützen? Okay, danke. Und was noch? Das Nachhaken ist übrigens wichtig, denn oft werden erst im zweiten Anlauf die wahren Anforderungen, Anliegen und Wünsche genannt. Insgesamt werden Arbeitsplatz und Aufgabe an die Fähigkeiten der Stelleninhaber und Stelleninhaberinnen angepasst und nicht umgekehrt. Möglichmacher sehen sich als Potenzialentwickler und nicht als Exekutierer der Unternehmensstrategie. Sie sind Dienstleister für ihre «Mitarbeitenden-Kunden». Und sie verlagern einen Grossteil der Entscheidungen dorthin, wo die kompetentesten Leute sitzen. Sie müssen nur wissen, wie das aussieht und was es bedeutet, wenn jemand seinen Job richtig gut macht sie müssen aber nicht jeden Job selbst gut können. Sicherlich lässt sich nicht jede Entscheidung an ein Mitarbeitendenkollektiv übertragen. Die meisten allerdings schon. Möglichmacher wissen genau: Wer mitunternehmerisch handelnde Mitarbeitende will, muss diese zu unternehmerischem Denken befähigen. Möglichmacher stellen die erforderlichen Ressourcen bereit, sie übertragen die für die Aufgabenstellung notwendige Entscheidungsgewalt, und sie übertragen Ergebnisverantwortung. Denn Höchstleistungen können nur in Möglichkeitsräumen entstehen. Und Kreativität braucht Spielwiesen. Unter Druck werden höchstens Allerweltslösungen erzeugt. Eine freudige Stimmung des Zulassens hingegen beflügelt schöpferische Denkprozesse. So wird Querdenk-Potenzial aktiviert, um Wege ins Neuland zu wagen. Virtuos: der Katalysator. Der katalysator ist eine Inspirationsfigur, die andere für eine Idee entflammt, Impulse setzt, einen Prozess in Gang bringt und dann die Sache laufen lässt. Verantwortung und Monitoring verbleiben im Mitarbeitendenteam. katalysatoren führen, indem sie einen passenden Rahmen vorgeben, das Arbeitsgeschehen moderieren und Vorschläge machen. Sie führen hingegen nicht über strikte Anweisungen und harsche Kontrollen. katalysatoren schaffen Orientierung, geben die Anforderungen vor und sorgen für einen reibungslosen Prozessablauf. Sogar in schlechten Zeiten senden sie zunächst Appelle wie diesen: «Wir wollen Ihnen keine Vorgaben machen, wo Sie sparen sollen. Denn Sie wissen alle von zu Hause, wie man einen Haushalt führt, wenn s mal weniger gut läuft.» Und dann laden sie die Mitarbeitenden zu einem Ideenfeuerwerk ein. Nachdem die Eckpunkte einer Aufgabenstellung geklärt sind, ziehen sich katalysatoren zurück. Nur im Notfall greifen sie steuernd ein. Wenige Spielregeln bestimmen, was geht und was nicht. Eine schnelle Fehler-Lernkultur und unmittelbare Feedback- Schleifen sichern ein zügiges Voranschreiten der Projekte. Regelmässig besprochen werden folgende Punkte: Was wurde seit dem letzten Mal geschafft? Was sind die nächsten Schritte? Was hat besonders gut geklappt? Welche Hindernisse sind aufgetaucht? Was können wir beim nächsten Mal besser machen? Die Kommunikation eines katalysators ist unkompliziert, offen, ehrlich und vertrauensvoll. Während beim alten Führen Projekte ständig stocken, weil man auf Entscheidungen von oben warten muss, ist das Vorgehen hier schnell und agil. Beim alten Führen geht es vor allem um das marionettenhafte Abarbeiten von Vorgaben nach Standards, Normen und Plan gepaart mit Kontrolle und einer aufwändigen Absicherungsdokumentation. Die wichtigsten Zutaten eines katalysatoren hingegen sind folgende: Eigenverantwortung, verbindliche Absprachen und Verlässlichkeit. Das buch Zum thema ausgezeichnet als managementbuch Des Jahres Das touchpoint-unternehmen mitarbeiterführung in unserer neuen businesswelt Anne M. Schüller, Gabel Verlag März 2014 isbn Anne M. schüller ist Managementdenkerin, Bestsellerautorin und Businesscoach. Die Diplom-Betriebswirtin gilt als Europas führende Expertin für Touchpoint-Management und eine kundenfokussierte Unternehmensführung. Sie zählt zu den gefragtesten Referentinnen im deutschsprachigen Raum und ist Gastdozentin an mehreren Hochschulen. Ihr Touchpoint-Institut bildet zertifizierte Touchpoint-Manager aus und vergibt Touchpoint-Lizenzen. 19

20 0_12_Briefbogen:Layout :49 Uhr Seite 1 inserat Seit vielen Jahren dürfen wir Zeitschriften wie unter anderem «Wir Kaufleute» des KVZ drucken. Dies verdanken wir nicht zuletzt unserer Zuverlässigkeit und unserer durchgehenden Klimaneutralität. Wir kompensieren sämtliche bei der Produktion anfallenden CO2-Emissionen mit Klimaschutzprojekten unseres Partners myclimate. Nun wurde uns eine weitere Ehre zuteil: Wir erhielten den Druckauftrag zur vierten Auflage eines Alpin-Bestsellers, der unter ernsthaften Extrem-Alpinisten längst Kult ist und als Standardwerk gilt. «Die Erstbesteigung des Üetlibergs MIT Sauerstoff» von Suzanne E. Maier und Thomas M. Hürzeler. Die Berg-Bibel schlechthin. Zumal diese Erstbesteigung bis heute auf ihre Wiederholung wartet. xxxx_13_usl_uetliberg:üetliberg_umschlag :37 Uhr Seite 1 Die Erstbesteigung des Üetlibergs Mit Sauerstoff Mit Sauerstoff Am 12. September 2003 gelang den zwei Ausnahme-Alpinisten, was bisher als unmöglich galt: Sie bezwangen den Giganten der nördlichen Alpen-Ausläufer vom Basislager bis zum Gipfel mit der Sauerstoffmaske vor dem Gesicht und erschütterten damit das System des Extrem-Alpinismus in seinen Grundfesten. Ein Bericht aus der alpinen Todeszone Suzanne E. Maier Thomas M. Hürzeler Der authentische Expeditionsbericht führt den Leser in die alpine Todeszone. In Bereiche, die kein Mensch jemals zuvor mit künstlichem Sauerstoff betrat. Detailliert werden die übermenschlichen Strapazen geschildert, denen die zwei Extremsportler in der Wand ausgesetzt waren. Die lärmenden Sherpas im Wellness-Bereich des Zwischenlagers Ringlikon, ein Abfallkorb als zunächst unüberwindbares Hindernis. Im vorgeschobenen Gipfellager in Reichweite des Triumphs versagt plötzlich der Küchenmixer wegen der dünnen Luft seinen Dienst. Die erschöpften Helden, am Ende ihrer Kräfte, müssen die Mousse au Chocolat von Hand schlagen. Unvorstellbar. Ergänzt wird dieses Zeugnis menschlicher Leidensfähigkeit durch Auszüge aus der Korrespondenz mit den Sponsoren und mit dem Forstamt, welches um die notwendigen Permits angefragt werden musste. 20 Seiten broschiert reich illustriert ohne Vorwort von Reinhold Messner ISBN Und das Schönste zum Schluss: Wir haben uns für eine streng begrenzte Anzahl dieser Broschüren das Vorverkaufsrecht gesichert und geben sie zum subventionierten Preis von CHF pro Exemplar an die Leserinnen und Leser dieser Zeitschrift ab. Die Berg-Bibel erscheint rechtzeitig zum Weihnachtsfest und kann bestellt werden mit einer lierung an Die Auslieferung erfolgt mit Rechnung in der Reihenfolge der Bestellungen. Hürzeler AG Regensdorf, Pumperkstrasse 21, 8105 Regensdorf 20

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