!!! Medikamente richtig einnehmen

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2 Für viele Patienten mit Bluthochdruck spielen Blutdruck-senkende Medikamente bei der Behandlung eine große Rolle. Sie müssen diese meist lebenslang einnehmen und die erfolgreiche Senkung des Blutdrucks hängt entscheidend von diesen Medikamenten ab. Blutdrucksenker sind sehr wirksame Medikamente und es gibt keine andere Herzkreislauferkrankung, die man so gut behandeln kann, wie Bluthochdruck. Und dennoch haben viele Betroffene ihren Blutdruck nicht ausreichend unter Kontrolle und das kann zu unnötigen, schwerwiegenden Folgeerkrankungen führen. Deshalb wollen wir Ihnen hier zeigen, worauf Sie bei der Einnahme Ihrer Blutdrucksenker besonders achten müssen. Wenn Sie die Diagnose Bluthochdruck erhalten und erstmals Blutdrucksenker verschrieben bekommen, dann sollten Sie wissen, dass es beim Bluthochdruck typischerweise eine Zeit lang dauern kann, bis Sie das oder die richtigen Medikamente gefunden haben. Bei der Wahl des richtigen Medikamentes kommt es unter anderem auf Ihre zusätzlichen Erkrankungen, weitere Medikamente, die Sie einnehmen, Ihren Lebensstil und Ihr Alter an. Aber es ist auch wichtig, wie Sie bestimmte Medikamente vertragen und wie gut diese bei Ihnen wirken. Patienten reagieren verschieden auf diese Medikamente. Es gibt zahlreiche Blutdrucksenker und

3 sie unterscheiden sich in ihren Nebenwirkungen. Sprechen Sie deshalb mit Ihrem Arzt über Ihre Nebenwirkungen und lassen Sie ihn wissen, wenn Sie mit den Nebenwirkungen nicht zurecht kommen. Er kann dann ein anderes Medikament für Sie finden, das Sie besser vertragen. Auch wirken nicht alle Blutdrucksenker bei allen Patienten gleich gut. Sie sollten deshalb immer am Ball bleiben und mit Ihrem Arzt so lange suchen, bis Sie das oder die Medikamente gefunden haben, die bei Ihnen optimal wirken und die Sie gut vertragen. Das kann manchmal einige Wochen oder gar Monate dauern und ist oft eine Frage des Ausprobierens. Haben Sie also Geduld und arbeiten Sie in dieser Zeit sehr eng mit Ihrem Arzt zusammen. Die Mühe lohnt sich, denn die allermeisten Patienten finden eine Behandlung, die sie sehr gut vertragen und die gut wirkt. Also schmeißen Sie nicht gleich frustriert hin nach dem Motto Bringt ja alles nichts. Am Ende hat noch fast jeder eine für ihn ideale Kombination gefunden. Darauf können Sie vertrauen. Einige Patienten fühlen sich wenn Sie erstmals Blutdrucksenker einnehmen häufig müde und antriebslos. Der Körper war lange einen zu hohen Blutdruck gewohnt und wenn dieser dann plötzlich durch Medikamente

4 gesenkt wird, müssen sich viele erst an den niedrigeren Blutdruck gewöhnen. Wenn das bei Ihnen der Fall ist, sollten Sie wissen, dass die anfängliche Müdigkeit nach einiger Zeit vergeht, wenn der Körper sich an die Umstellung gewöhnt hat. Bei manchen Patienten muss der Blutdruck langsam, schrittweise abgesenkt werden. Es kann also in diesen Fällen einige Wochen dauern, bis Sie Ihre Zielwerte erreichen. Fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie in neues Medikament bekommen, wie lange es dauern kann, bis Sie Ihre Zielwerte erreichen. Eines müssen Sie bei der Einnahme Ihrer Blutdrucksenker unbedingt beachten: Wenn Sie das Gefühl haben, die Medikamente wirken nicht richtig oder Sie kommen mit den Nebenwirkungen nicht zurecht, dann brechen Sie die Behandlung auf keinen Fall eigenmächtig ab. Sprechen Sie immer vorher Ihren Arzt an. Bei einigen Medikamenten ist es wichtig, dass man sie langsam absetzt. Wenn Sie von einem auf den anderen Tag mit der Einnahme aufhören, kann der Blutdruck drastisch ansteigen.

5 Ein anderer wichtiger Aspekt ist der, dass Sie Ihre Medikamente regelmäßig und zu den richtigen Zeiten einnehmen. Das klingt einfach, ist es aber nicht. Sehr viele Menschen, die täglich Medikamente einnehmen müssen, machen regelmäßig Fehler. Sie lassen Tage aus, nehmen zu viele Medikamente oder setzen diese auch einfach einmal eine Zeitlang ganz ab. Das ist einer der Gründe dafür, dass viele ihren Bluthochdruck trotz der guten Medikamente nicht unter Kontrolle bekommen und schwerwiegende Folgeerkrankungen erleiden. Wenn Sie Bluthochdruck haben und der Arzt Ihnen Medikamente verordnet hat, dann sind diese sehr wichtig für Sie. Denn sie schützen Sie. Deshalb sollten Sie alles dafür tun um sicherzustellen, dass Sie Ihre Blutdrucksenker korrekt einnehmen. Das ist nicht leicht und erfordert eine gewisse Zeit der Beobachtung und des Planens. Zunächst einmal muss der Behandlungsplan zu Ihrem Lebensstil passen. Wenn Sie sehr viel um die Ohren haben und die Einnahme zu kompliziert ist, dann fragen Sie Ihren Arzt, ob es eine einfachere Form der Behandlung gibt. Wenn das nicht Ihr Problem ist und Sie trotzdem Schwierigkeiten mit der regelmäßigen Einnahme haben, fragen Sie sich woran das liegt. Ist es einfach Vergesslichkeit? Dann sollten Sie versuchen, die Medikamente an einen Ort zu legen, wo Sie sie zu der

6 Tageszeit sehen, zu der Sie sie einnehmen müssen. Stellen Sie sich einen Wecker an Ihrem Handy und bitten Sie Familienmitglieder Sie zu erinnern. Oft braucht man ein oder zwei Erinnerungsbrücken, damit es klappt. Seien Sie hier rigoros und probieren Sie es so lange aus, bis Sie einen Weg gefunden haben, der zuverlässig sicher stellt, dass Sie an die Einnahme denken auch wenn Sie unterwegs sind. Unter Umständen müssen Sie Ihren Plan auf Reisen abwandeln, weil Sie dort andere Tagesabläufe und Umgebungen haben. Bauen Sie auch vor, indem Sie sich rechtzeitig neue Medikamente besorgen, damit Sie Ihnen nicht ausgehen, wenn Sie krank werden oder verreisen müssen. Nehmen Sie auf Flugreisen die Medikamente immer im Handgepäck mit für den Fall, dass Ihr Gepäck verloren geht. Manche Patienten nehmen es mit der Einnahme der Medikamente nicht so genau, weil sie sich nicht bewusst machen, wie wichtig diese sind. Schließlich hat man bei Bluthochdruck keine Beschwerden dadurch wiegen sich viele in Sicherheit. Andererseits haben Sie vielleicht auch manchmal das Gefühl, dass Sie Ihrem Körper nichts Gutes tut, wenn Sie lebenslang Medikamente einnehmen. Und so machen zahlreiche Patienten

7 sogenannte Medikamentenferien. Sie setzen die Medikamente einfach irgendwann ab und nehmen sie einige Wochen nicht mehr ein. Kennen Sie das von sich auch? Wenn Sie Bluthochdruck haben, sollten Sie das auf gar keinen Fall tun. Medikamente gegen Bluthochdruck sind in der Regel sehr gut verträglich und richtig eingenommen schaden sie Ihnen nicht. In dieser Hinsicht können Sie sehr beruhigt sein. Ihr Bluthochdruck aber ist so gefährlich, das Sie sich erheblich schaden, wenn Sie ihn nicht behandeln. Wann immer Sie Zweifel haben, ob das Medikament für Sie richtig ist, ob Sie es weiter einnehmen sollten, oder ob es ein für Sie besser verträgliches gibt, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Setzen Sie es auf keinen Fall selbständig ab. Gerade, wenn Sie lebenslang Medikamente einnehmen müssen, kommt von Zeit zu Zeit immer wieder eine gewisse Medikamentenmüdigkeit oder Nachlässigkeit. Das ist völlig normal und passiert vielen. Beobachten Sie sich deshalb und machen Sie sich bewusst, wenn es wieder einmal so weit ist. In diesen Phasen hilft es, wenn Sie sich einmal wieder mit Ihrer Erkrankung beschäftigen. Besuchen Sie vielleicht unsere Seite oder informieren Sie sich an anderer Stelle. Oft gerät im Alltag eine Erkrankung wie Bluthochdruck, die keine Beschwerden verursacht, in den Hintergrund. Solange Sie alles richtig machen, ist das auch gar kein Problem. Sie müssen

8 jedoch eine Antenne dafür entwickeln, wenn Sie beginnen nachlässig zu werden. Dann ist es Zeit, sich wieder etwas intensiver zu kümmern. Nehmen Sie sich diese Zeit, um sich wieder auf Kurs zu bringen. Oft ist es dann auch wichtig Ihr Wissen etwas aufzufrischen und manches, das Sie vergessen haben, wieder neu zu beachten. Deshalb sind diese Phasen, in denen Sie nachlassen eigentlich sehr wertvoll wenn Sie erkennen und darauf reagieren. Blutdrucksenker können in Kombination mit einigen anderen Medikamenten und auch Nahrungsergänzungsmitteln zu gefährlichen Nebenwirkungen führen. Sogar einige Lebensmittel können die Wirkung von Blutdrucksenkern beeinflussen. Wir haben Ihnen die Wichtigsten unter dem Postet Selbsthilfe" aufgelistet. Lesen Sie sich diese Liste einmal in Ruhe durch. Denken Sie immer daran, dass es bei Blutdrucksenkern solche Wechselwirkungen geben kann und weisen Sie alle Ärzte und Apotheker, wenn es um neue Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel geht, darauf hin, das Sie Blutdrucksenker einnehmen. Dann sind Sie da auf der sicheren Seite. Nehmen Sie Ihre Behandlung immer ernst. So nehmen Sie sich selbst ernst und bleiben gesund.

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