2 Erste Schritte mit dem Terminal

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1 Das Terminal ist das Dienstprogramm, in dem Sie unter OS X 10.7 Befehle direkt eingeben. Dabei bietet es neben der Ausführung von Befehlen einige weitere Funktionen, die sich im Arbeitsalltag als hilfreich erweisen. 2 Erste Schritte mit dem Terminal Im normalen Arbeitsalltag kommt das Terminal selten zum Einsatz. Wenn Sie jedoch OS X 10.7 detaillierter konfigurieren oder von den vielseitigen Fähigkeiten der Befehle profitieren möchten, dann ist das Terminal das unverzichtbare Dienstprogramm. Die Aufgabe des Terminals besteht darin, Ihre Befehle entgegenzunehmen, auszuführen und Ihnen deren Ergebnisse anzuzeigen. Dienstprogramm Abbildung 2.1 Das Terminal findet sich im Ordner»Dienstprogramme«. Der Name Terminal stammt aus den Urzeiten von UNIX in den 60er und 70er Jahren. Damals verfügten die wenigsten Computer über eine Festplatte und ein installiertes Betriebssystem. Stattdessen gab es einen Zentralrechner für die eigentliche Rechenarbeit, oft in der Größe eines Wohnzimmerschrankes, und eben mehrere Terminals, mit denen sich die Benutzer an dem Zentralrechner anmelden, Befehle eingeben und Programme ausführen konnten. Das Programm Terminal stellt in dieser Hinsicht eine virtuelle Nachbildung der damaligen Hardware dar und erfüllt auch die gleiche Aufgabe. 29

2 2 Erste Schritte mit dem Terminal 2.1 Die Shell und der Prompt Terminal aufrufen Shell Bourne Again Shell Das Terminal finden Sie im Ordner Dienstprogramme im Verzeichnis Programme. Sie können es wie jedes andere Programm mit einem Doppelklick starten. Die Aufgabe des Terminals besteht in erster Linie darin, Ihre Eingaben über die Tastatur entgegenzunehmen und die Ausgaben der von Ihnen eingegebenen Befehle auf dem Bildschirm darzustellen. Die eigentlich zu verrichtende Arbeit wie das Aufrufen der Befehle oder die Ermittlung von Fehlern ist Aufgabe der Shell. Die Shell (englisch für»muschel«,»schale«) ist selbst ein eigenständiges Programm. Sie nimmt die Eingaben des Benutzers am Terminal entgegen, ruft die passenden Befehle auf, wertet deren Ergebnisse aus und gibt diese an das Terminal zur Darstellung zurück. In der langen Geschichte von UNIX sind mehrere Shells entstanden, jede mit ihren eigenen Vorzügen und Nachteilen. Welche Sie auswählen, ist in erster Linie eine Frage des persönlichen Geschmacks. Apple verwendet in den Standardeinstellungen von OS X 10.7 die Bourne Again Shell, die abgekürzt BASH genannt wird. Abbildung 2.2 Nach dem Start des Terminals wartet der Prompt auf die Eingaben des Benutzers. Der Prompt Ein fast leeres Fenster wartet nach dem Start des Terminals auf die Eingabe von Befehlen. In der ersten Zeile werden Sie über den Zeitpunkt der letzten Anmeldung am Terminal informiert. Bei der zweiten Zeile handelt es sich um den Prompt. Der Prompt ist die Aufforderung der Shell an den Benutzer, Befehle einzugeben. Er könnte folgendermaßen aussehen: MacPro:~ kai$ Die Tilde Darüber hinaus bietet der Prompt einige für die Arbeit nützliche Informationen. Die Angabe MacPro gibt den Namen Ihres Rechners wieder, unter dem dieser im Netzwerk angesprochen werden kann. Abhängig von der Konfiguration Ihres Netzwerkes finden Sie hier möglicherweise auch die Angabe localhost. DieTilde(~) zeigt an, dass Sie sich derzeit in Ihrem persönlichen Verzeichnis, zum Beispiel /Users/kai, befinden. Im Finder 30

3 Der erste Befehl 2.2 wäre dies der Unterordner kai im Ordner Benutzer. Und zu guter Letzt erfahren Sie, unter welchem Kurznamen Sie gerade arbeiten. In diesem Beispiel ist es kai. Die Anzeige des aktuellen Benutzers hat nichts damit zu tun, dass die Shell den Anwender für latent schizophren hält. Es ist unter OS X 10.7 möglich, den Benutzer schnell mit einem Befehl zu wechseln. Die Angabe des Kurznamens ist daher als eine Gedächtnisstütze zu verstehen. 2.2 Der erste Befehl Nun ist es an der Zeit, den ersten Befehl einzugeben. Tippen Sie einfach Befehlseingabe ls ein, und drücken Sie anschließend Return. Der Befehl ls dient dazu, den Inhalt von Verzeichnissen anzuzeigen. Je nachdem, was sich in Ihrem Benutzer-Verzeichnis befindet, könnte die Ausgabe wie in Abbildung 2.3 aussehen. Vielleicht verwundert es, wenn die Ordner, die im Finder Englische Namen Dokumente oder Filme heißen, plötzlich auf Englisch als Documents oder Movies bezeichnet werden. Die Ordner hatten eigentlich schon immer diese Bezeichnungen, denn die Übersetzung ins Deutsche wird vom Finder vorgenommen. Mit der Ausgabe des Verzeichnisinhalts hat die Shell die ihr gestellte Aufgabe erfüllt und wartet nun mit einem neuen Prompt auf weitere Instruktionen. Abbildung 2.3 Nach der Eingabe des ersten Befehls erscheint der Prompt erneut. Befehle werden an der Shell immer mit der Eingabe von Return beendet. Daher gilt für den Rest des Buches, dass immer, wenn von der Eingabe von Befehlen die Rede ist, am Ende einer Zeile Return eingegeben wird. Mit der Eingabe von cd Documents wechseln Sie in das Verzeichnis Documents. Nun müsste sich auch der Prompt verändert haben. Er könnte nun MacPro:Documents kai$ lauten. Mit der erneuten Eingabe von ls können Sie sich jetzt den Inhalt des Verzeichnisses Documents anzeigen lassen. Ein zweiter Befehl 31

4 2 Erste Schritte mit dem Terminal 2.3 Hintergründe zu UNIX-Befehlen Was sind UNIX-Befehle? Befehle sind Programme Streng genommen sind Befehle wie ls ausführbare Programme genau wie itunes oder TextEdit. Allerdings verfügen sie selten über einen so großen Funktionsumfang und über eine grafische Oberfläche. Die meisten Befehle, die Sie am Terminal eingeben können, sind kleine Programme, die oft nur für einen bestimmten Zweck geschrieben wurden. Es gibt zum Beispiel im Verzeichnis bin, dasimfinder normalerweise nicht sichtbar ist, tatsächlich eine Datei ls, die ausgeführt wird, wenn Sie ls als Befehl eingeben. Nach der Eingabe von ls fängt die Shell an zu suchen, ob es in einem der vorgegebenen Verzeichnisse eine Datei gibt, die dem eingegebenen Befehl entspricht. Wenn die Shell fündig wird, dann wird diese Datei ausgeführt. Die Shell nimmt dann gegebenenfalls die Ausgaben des Programms bei ls wäre es der Verzeichnisinhalt entgegen und zeigt sie im Terminal an. Abbildung 2.4 Befehle werden im Finder als»ausführbare Unix-Datei«bezeichnet. Die Ordner, in denen die Shell nach passenden Programmen sucht, werden in der Umgebungsvariablen PATH (siehe Abschnitt 8.7.3) gespeichert. Bei diesen Umgebungsvariablen handelt es sich um Werte, die sich im Arbeitsspeicher des Rechners befinden und die beim Start des Systems gesetzt werden. Die Umgebungsvariablen und ihre Bedeutung erläutere ich in Abschnitt 8.7,»Umgebungsvariablen«. Umgebungsvariablen Die Variable PATH hat normalerweise den Wert /usr/bin:/bin:/usr/ sbin:/sbin:/usr/local/bin. Damit durchsucht die Shell nacheinander 32

5 Hintergründe zu UNIX-Befehlen 2.3 die Verzeichnisse /usr/bin, /bin, /usr/sbin, /sbin und /usr/local/bin nach einem Programm, dessen Name dem eingegebenen Befehl entspricht. Schließlich gibt es noch einige in die Shell eingebaute Befehle. Diese Befehle beziehen sich anders als ls weniger auf die Arbeit mit Dateien und Verzeichnissen, sondern dienen dazu, Shell-Skripte zu entwickeln. Ich bespreche diese Befehle in Kapitel 19,»Shell-Skripte«. Eingebaute Befehle Grundlegender Befehlsaufbau Es gibt einen Grundaufbau, der fast allen Befehlen gemeinsam ist. Geben Sie am Terminal den Befehl ls -l /usr/bin ein, und Ihnen wird eine lange Liste der Dateien präsentiert, die sich im Verzeichnis /usr/bin befinden. Anders als bei den vorhergehenden Beispielen mit ls stehen jetzt alle Einträge untereinander, und es wird nicht das gerade aktuelle Verzeichnis angezeigt, sondern gezielt /usr/bin. Dem Befehl wurden zwei Anweisungen übergeben. Fast alle Befehle Abbildung 2.5 Mit der Eingabe von»ls -l /usr/bin«wurde der Inhalt des Verzeichnisses»/usr/bin«in einer detaillierten Form ausgegeben. Die erste Anweisung, -l, ist eine Option des Befehls. Optionen geben dem Befehl nähere Instruktionen, wie er seine Aufgabe zu bewältigen hat. Das l steht in diesem Fall für long format, also eine detailliertere Liste des Verzeichnisinhalts. Optionen 33

6 2 Erste Schritte mit dem Terminal Die meisten Befehle haben mögliche Optionen, die zum Teil die Funktionsweise sehr erheblich modifizieren können. Sie werden meistens mit einem Minuszeichen (-) und einem Buchstaben angegeben, der direkt auf das Minus folgt. Es ist auch möglich, mehrere Optionen direkt hintereinander zu schreiben. ls -al zeigt den Verzeichnisinhalt in Listenform an und führt dabei auch unsichtbare Dateien auf, wird also mit zwei Optionen ausgeführt. Es gibt aber auch die Schreibweise mit zwei Minuszeichen (--) und der Option als ganzes Wort. Welche Optionen ein Befehl zulässt, können Sie in der Regel der Dokumentation (siehe Abschnitt 3.2,»Im Detail: die Manpages«) entnehmen. Argumente Die Angabe des Verzeichnisses ist ein Argument und sagt dem Befehl hier, mit welchem Verzeichnis er seine Aufgabe erledigen soll. Die meisten Befehle benötigen für ihre Arbeit mindestens ein oder mehrere Argumente, zum Beispiel die Ausgangs- und die Zieldatei für einen Kopiervorgang. Auch hier ist es erforderlich, im Zweifelsfall in der Dokumentation nachzuschlagen. Der Befehl und seine Optionen und Argumente werden immer durch ein Leerzeichen voneinander getrennt. Andernfalls kann die Shell nicht unterscheiden, was Befehl, was Option und was Argument ist. Operatoren Zum Abschluss noch ein etwas komplizierteres Beispiel. Geben Sie den Befehl ls -l /usr/bin > Verzeichnis.txt ein. Die erste Hälfte besagt das Gleiche wie im vorigen Beispiel. Aber wenn Sie diesen Befehl ausführen, bekommen Sie den Inhalt des Verzeichnisses nicht angezeigt. Stattdessen befindet sich im aktuellen Verzeichnis auf einmal eine Datei Verzeichnis.txt, die, wenn Sie sie in TextEdit öffnen, die oben angezeigten Einträge als Text enthält. Die Ausgabe ist also nicht auf dem Bildschirm erfolgt, sondern sie wurde in eine Datei umgeleitet. Die Klammer > hat hier die Funktion, die Ausgabe vom Bildschirm in eine Datei umzuleiten. Verzeichnis.txt ist nun wiederum ein Argument, das als Ziel des Operators dient. Solche Operatoren eignen sich dazu, festzulegen, wie mit den Ergebnissen eines Befehls umgegangen werden soll. Endgültiger Befehlsaufbau Der mehr oder weniger endgültige Aufbau der Befehle stellt sich nun in dieser Form dar: Befehl Optionen Argumente Operator Argumente Befehle sind oft Akronyme Bei den Namen sehr vieler Befehle handelt es sich um Akronyme. So dient der Befehl cp zum Kopieren von Dateien, also eigentlich copy. Zum Verschieben verwenden Sie den Befehl mv (move), zum Löschen rm (re- 34

7 Effizient mit dem Terminal arbeiten 2.4 move), zum Erstellen eines Verzeichnisses mkdir (make directory), und für die Benutzerverwaltung am Terminal gibt es den Befehl dscl (Directory Service Command Line). Diese Akronyme sind oft hilfreich, um sich die Bedeutung eines neuen Befehls einzuprägen. Diese Akronyme führe ich, sofern es sinnvoll ist, zusammen mit dem Befehl und seinem Aufbau auf. Die Synopsis eines Befehls gebe ich im Rest des Buchs in dieser Form an: Name des Befehls Merkhilfe/Akronym Befehl [Optionen] [Argumente] [Operator] [Argumente] Die eckigen Klammern enthalten Angaben, die Sie vorgeben können, aber nicht müssen. Dem Befehl ls können Sie eine Option wie -l übergeben, Sie müssen es aber nicht tun. Es gibt eine Reihe von Befehlen, die für ihre Arbeit eine Option und Argumente zwingend benötigen. Ab und zu gibt es Befehle, bei denen es nicht möglich ist, eine sinnvolle Merkhilfe oder ein Akronym anzugeben. In solchen Fällen ist dann nur der Name des Befehls aufgeführt. 2.4 Effizient mit dem Terminal arbeiten Das Dienstprogramm Terminal und die Shell bieten Ihnen Funktionen, die über die bloße Ein- und Ausgabe hinausgehen. Bevor ich in den nächsten Kapiteln die Befehle und ihre Funktionen im Detail erkläre, möchte ich Ihnen in diesem Abschnitt noch einige der Funktionen des Terminals vorstellen. Diese Funktionen beziehen sich zum Beispiel auf die Zwischenablage, die Handhabung mehrerer Terminal-Fenster oder den vorzeitigen Abbruch von Befehlen. Es lohnt sich, diese Funktionen zu lernen, weil sie Ihnen die Arbeit am Terminal erleichtern und viele Eingaben und Mausklicks ersparen können Sonderzeichen maskieren Wenn Sie intensiver mit dem Terminal und der Shell arbeiten, dann wer- Der Backslash \ den Sie sich an eine Besonderheit gewöhnen müssen: an das Maskieren von Sonderzeichen. Diese Maskierung ist notwendig, weil es eine Reihe von Zeichen gibt, die am Terminal eine festgeschriebene Bedeutung haben. So wird das Leerzeichen genutzt, um Optionen und Argumente voneinander zu trennen. Möchten Sie mit dem Befehl cd in ein Verzeich- 35

8 2 Erste Schritte mit dem Terminal nis wechseln, in dessen Name ein Leerzeichen vorkommt, dann erhalten Sie nach der Eingabe von cd Neuer Ordner die Fehlermeldung -bash: cd: Neuer: No such file or directory. Die Meldung besagt, dass ein Verzeichnis mit dem Namen Neuer nicht gefunden wurde. Der Grund besteht darin, dass das Leerzeichen zwischen Neuer und Ordner von der Shell als Trennzeichen zwischen verschiedenen Argumenten angesehen wird. Um der Shell zu signalisieren, dass es sich bei dem Leerzeichen nicht um das Trennzeichen zwischen den Optionen und Argumenten handelt, sondern dass es zum Ordnernamen gehört, müssen Sie ihm einen Backslash \ voranstellen. Dementsprechend führt die Eingabe von cd Neuer\ Ordner dann zum Erfolg. Das Zeichen \ können Sie mit der Tastenkombination alt + Shift + 7 erzeugen. Weitere Sonderzeichen Neben dem Leerzeichen gibt es einige weitere Zeichen, denen Sie \ voranstellen müssen, um sie als Bestandteil eines Dateinamens zu maskieren. Dazu gehören wenigstens die Zeichen $, (wenn das Minuszeichen am Anfang eines Dateinamens steht), =, alle Klammern, Anführungs- und Ausrufungszeichen. Das scheint zunächst eine ganze Menge an Zeichen zu sein, aber Sie werden in den nächsten Kapiteln sehen, dass diese Zeichen in der Tat alle eine Aufgabe erfüllen. Es ist generell empfehlenswert, bei den Namen von Ordnern und Dateien nach Möglichkeit auf die zuvor erwähnten Sonderzeichen zu verzichten. Anstelle eines Bindestrichs oder eines Leerzeichens können Sie sich mit einem Unterstrich _ behelfen Das Terminal und die Zwischenablage Auswahl einsetzen Text mit Steuerzeichen einsetzen Selbstverständlich unterstützt das Terminal auch die Zwischenablage von OS X Sie können Text wie gewohnt mit der Maus markieren und in die Zwischenablage kopieren. Daneben gibt es zwei Funktionen, die sich im Alltag als recht praktisch erweisen: Haben Sie eine Textstelle mit der Maus markiert, beispielsweise bei einer im Terminal angezeigten Textdatei, dann können Sie sie über den Menüpunkt Bearbeiten Auswahl einsetzen direkt an der Position des Cursors einfügen. Damit sparen Sie sich die Arbeitsschritte Kopieren und Einfügen. Haben Sie einen Text in die Zwischenablage kopiert, der Sonderzeichen enthält, dann können Sie den Menübefehl Bearbeiten Text mit Steuerzeichen einsetzen verwenden. Mit diesem Befehl fügt das Terminal auto- 36

9 Effizient mit dem Terminal arbeiten 2.4 matisch vor allen Zeichen, die bei der Befehlseingabe als Sonderzeichen interpretiert werden könnten, einen Backslash ein. Wenn Sie eine mehrzeilige Textstelle markieren, dann werden die Zeilenumbrüche auch in die Zwischenablage kopiert. Setzen Sie den Text am Cursor wieder ein, dann wird der Zeilenumbruch als Druck auf die Taste Return interpretiert. Dies lässt sich umgehen, indem Sie mit der Maus die Auswahl nur bis kurz vor Ende der Zeile treffen. Solange der ausgewählte Bereich nicht bis zum rechten Rand des Fensters reicht, gehört der Zeilenumbruch noch nicht zur Auswahl. Zeilenumbrüche beachten Drag & Drop Die Fenster des Terminals bieten auch eine Unterstützung für Drag & Drop. Text im Fenster können Sie markieren und mit der Maus auf den Schreibtisch ziehen. Er wird dann als Textclip gespeichert. Vollständiger Pfad Abbildung 2.6 Dateien und Ordner können Sie auch per Drag & Drop in das Fenster des Terminals ziehen. Umgekehrt können Sie auch Dateien und Ordner in das Fenster des Terminals ziehen. Dann wird der vollständige Pfad der Datei oder des Ordners automatisch an der Position des Cursors eingefügt. Praktisch ist diese Möglichkeit dann, wenn Sie im Finder einen Ordner, der sich in den Untiefen des Systems befindet, geöffnet haben und auch im Terminal in diesen wechseln möchten. Oder Sie haben im Finder eine Datei zur Hand, auf die Sie im Terminal einen Befehl anwenden möchten. Auch wenn die automatische Vervollständigung (siehe Abschnitt 2.4.6,»Automatische Vervollständigung«) schon recht praktisch ist, geht es manchmal per Drag & Drop noch schneller. In der Titelleiste des Fensters wird Ihnen das aktuelle Arbeitsverzeichnis, das Sie an der Shell mittels cd ausgewählt haben, angezeigt. Dieses Icon, in Abbildung 2.6 ist es der persönliche Ordner, können Sie wie die Icons in anderen Programmen behandeln. Sie können es mit der Maus ins Dock Titelleiste 37

10 2 Erste Schritte mit dem Terminal oder in ein Finder-Fenster ziehen. Mit einem Rechtsklick oder einem Linksklick bei gedrückt gehaltener Taste cmd wird Ihnen der Pfad des Ordners angezeigt. Abbildung 2.7 Mit einem Rechtsklick zeigen Sie den Pfad des aktuellen Arbeitsverzeichnisses an Fenstergruppen und Tabs Tabs Ähnlich wie Safari unterstützt auch das Terminal die Arbeit mit sogenannten Tabs. Hierbei werden mehrere Fenster in einem zusammengefasst und können unterhalb der Titelleiste über die Reiter angeklickt werden. Im Terminal können Sie einen solchen Tab mit dem Kurzbefehl cmd + T erstellen. Der Name des Tabs in der Titelleiste resultiert aus dem Namen des Prozesses, der im Vordergrund läuft. In Abbildung 2.8 wurden zwei Tabs geöffnet. Im zweiten Tab, der sich im Vordergrund befindet, ist das Programm top aktiv. Dementsprechend lautet der Name in Abbildung 2.8 auch top. Im ersten Tab, der sich im Hintergrund befindet, wartet die Shell auf eine Eingabe. Der aktive Prozess ist also die BASH. Abbildung 2.8 Bei den Tabs wird der aktive Prozess in der Titelzeile angezeigt. Zum Tab links des aktiven können Sie mit dem Kurzbefehl cmd+ö wechseln, zum Tab rechts mit cmd + Ä. Die Tabs lassen sich wie auch in Safari mit der Maus verschieben und umgruppieren. Mit dem Menübefehl Fenster Alle Fenster zusammenführen können Sie alle geöffneten Fenster des Terminals in einem zusammenführen, wobei aus jedem zuvor eigenständigen Fenster ein Tab wird. 38

11 Effizient mit dem Terminal arbeiten 2.4 Abbildung 2.9 Die gesicherte Fenstergruppe kann direkt nach dem Start des Terminals geöffnet werden. Mit der Zeit werden Sie sich an ein bestimmtes Arrangement der Fenster im Terminal gewöhnt haben. Es wäre zum Beispiel möglich, dass Sie bevorzugt mit zwei offenen Fenstern arbeiten. Im ersten Fenster lassen Sie sich die Dokumentation eines Befehls anzeigen, um ihn im zweiten Fenster direkt auszuprobieren. Das Terminal ermöglicht es Ihnen, die Anzahl der Fenster und deren Position in einer Fenstergruppe zu speichern. Rufen Sie hierzu den Menübefehl Fenster Fenster als Gruppe sichern auf. Neben dem Namen können Sie hier auch festlegen, ob die zu sichernde Fenstergruppe beim Start des Terminals automatisch verwendet werden soll. Wenn Sie diese Option aktivieren, dann werden beim nächsten Start des Programms die gesicherten Fenster geöffnet und an die gesicherte Position verschoben. Die Option Alle Befehle wiederherstellen führt dazu, dass sich das Terminal unter anderem das aktuelle Arbeitsverzeichnis des Fensters merkt. Wenn Sie also mit cd Documents in das Verzeichnis Dokumente gewechselt haben und nun die Fenster speichern, dann wird das Terminal beim Öffnen des so gespeicherten Fensters wiederum in dieses Verzeichnis wechseln. Diese Option sollten Sie mit Bedacht einsetzen, da diese automatischen Befehlsfolgen in einigen Situationen auch ins Leere laufen können. In solchen Fällen ist der Start mit einer im weiteren Sinne»frischen«Shell praktikabler. Fenstergruppen Befehle wiederherstellen Die gesicherten Fenstergruppen können Sie über den Menüpunkt Fenster Fenstergruppe öffnen aufrufen. Sie finden in diesem Untermenü alle Fenstergruppen, die Sie zuvor gesichert haben. Die Verwaltung der Fenstergruppen findet in den Einstellungen des Programms Terminal statt. Sie finden hier eine Ansicht Fenstergruppen. Wählen Sie die zu entfernende Gruppe aus, und löschen Sie sie über das Minuszeichen 39

12 2 Erste Schritte mit dem Terminal unten links. Über das Ausklappmenü mit dem Zahnrad können Sie die gesicherten Gruppen auch in eine separate Datei exportieren oder eine solche Datei importieren. Abbildung 2.10 Die gesicherten Fenstergruppen verwalten Sie in den Einstellungen des Terminals. Tastenkürzel für Fenster Das Terminal nummeriert die ersten neun Fenster durch. Mit den Kurzbefehlen cmd + 1 bis 9 können Sie gezielt das jeweilige Fenster aktivieren. In den Voreinstellungen (siehe Abschnitt ,»Einstellungen vornehmen und speichern«) können Sie auch festlegen, dass Ihnen das Tastenkürzel des Fensters in dessen Titelleiste angezeigt wird Anzeige teilen Vorhergehende Ergebnisse anzeigen Mit OS X 10.7 ist es möglich, die Anzeige eines Fensters zu teilen. Mit der kleinen Schaltfläche, die Sie oberhalb der Scrollbalken rechts finden, teilen Sie die Anzeige des Fensters in der Mitte. In beiden Bereichen können Sie über die jetzt ebenfalls geteilten Scrollbalken durch die schon vorhandenen Ausgaben scrollen. Wenn Sie nun einen Befehl eingeben, der zu einer Ausgabe führt, dann wird diese im unteren Bereich angezeigt. Der obere Bereich scrollt nicht mit und zeigt weiterhin den Ausschnitt an, den Sie zuvor eingestellt haben. Nützlich ist eine solche Teilung des Fensters dann, wenn Sie bei der Arbeit mit einem Editor wie nano (siehe Abschnitt 9.1.2) auf vorhergehende Ausgaben zurückgreifen möchten. Sie können dann im unteren Bereich den Text editieren und haben im oberen direkten Zugriff auf die bisher erfolgten Ausgaben. 40

13 Effizient mit dem Terminal arbeiten 2.4 Abbildung 2.11 Die Anzeige eines Fensters können Sie teilen. Haben Sie Ansicht geteilt, dann erscheint rechts eine zweite Schaltfläche. Diese hat die Aufgabe, die geteilten Ansichten zusammenzuführen. Sie können die Ansicht eines Fensters mehrfach teilen und sich auf diese Weise zwei oder drei Ausschnitte der vorhergehenden Ausgaben anzeigen lassen. Ansichten zusammenführen Automatische Vervollständigung Die Bourne Again Shell bietet eine Reihe von Funktionen, mit denen Sie sich unnötige Eingaben ersparen können. Diese Funktionen erkläre ich in Kapitel 8,»Effizient mit der Shell arbeiten«. Die automatische Vervollständigung Ihrer Eingaben ist aber auch schon nützlich, wenn Sie gerade erst beginnen, sich mit dem Terminal auseinanderzusetzen. Zur automatischen Vervollständigung dient ein Druck auf die Taste Tabulator. Dabei gibt es zwei Methoden, Ihre Eingaben automatisch zu vervollständigen. Wenn Sie Zeichen zu Beginn einer Zeile eingeben, was ja in der Regel bedeutet, dass Sie den Namen eines Befehls eintippen, dann können Sie mit einem Druck auf die Taste Tabulator den eingegebenen Befehl vervollständigen. Geben Sie zum Beispiel rmd einunddrückendannta- bulator, so wird Ihre Eingabe zu rmdir vervollständigt. Es verhält sich hierbei so, dass die Shell im Hintergrund eine Suche nach Befehlen startet, deren Namen mit dem eingegebenen Zeichen beginnen. Trifft die Shell auf ein eindeutiges Resultat, erfolgt die Vervollständigung. Vervollständigung durch Tabulatortaste Befehle vervollständigen Anders verhält es sich, wenn die Shell auf mehrere Möglichkeiten trifft, das Suchergebnis also nicht eindeutig ist. In diesem Fall erklingt der Warnton des Systems. Drücken Sie noch ein zweites Mal die Taste Tabulator, dann zeigt Ihnen die Shell die möglichen Vervollständigungen an. 41

14 2 Erste Schritte mit dem Terminal Abbildung 2.12 Bei uneindeutigen Vervollständigungen führt eine zweifache Eingabe von»tabulator«zur Auflistung der Möglichkeiten. Dateien und Verzeichnisse Umlaute Die Vervollständigung können Sie auch bei Datei- und Verzeichnisnamen verwenden. Wenn Sie zunächst den auszuführenden Befehl eingeben und dann den Beginn des Namens einer Datei oder Verzeichnisses, vervollständigt die Shell den Namen. So führt die Eingabe von cd Doc, gefolgt von Tabulator, zucd Documents. Auch hier muss die Vervollständigung eindeutig sein. Gäben Sie nur cd Do ein, dann erklänge wieder der Warnton, weil es in Ihrem persönlichen Ordner sowohl ein Verzeichnis Documents als auch ein Verzeichnis namens Downloads gibt. Ein zweiter Druck auf Tabulator führt auch hier zur Ausgabe der gefundenen Möglichkeiten. Die automatische Vervollständigung funktioniert nicht, wenn sich im Namen des Ordners oder der Datei ein Umlaut befindet. Sie können also eine Eingabe wie cd Documents/Bü nicht zu cd Documents/Bücher vervollständigen. Es ist aber möglich, den Namen auszuschreiben und dann die Vervollständigung fortzusetzen. Bei der Eingabe cd Documents/Bücher/U können Sie dies zu cd Documents/Bücher/UNIX vervollständigen Zeilenpuffer und Befehlsverlauf Zeilenpuffer löschen Wenn Sie mehrere Befehle hintereinander eingeben, so erscheinen die jeweiligen Ausgaben untereinander. Hierbei werden die Ausgaben vorangegangener Befehle nach oben hin weggescrollt. Im Menü Ansicht finden Sie einige Befehle, wie Sie durch die oben stehenden Ausgaben blättern können. An und für sich unterscheiden sich die Kurzbefehle mit einer Ausnahme nicht von denen, die unter OS X 10.7 sonst gebräuchlich sind. Die Ausnahme besteht in der Löschung des Zeilenpuffers. Wenn Sie den Zeilenpuffer mit dem Kurzbefehl cmd + K löschen, dann wird der Inhalt des Fensters gelöscht, und der Prompt der Shell erscheint am oberen Rand des Fensters. Die Löschung des Zeilenpuffers kann dann nützlich sein, wenn Sie sich zum Beispiel eine lange Liste anzeigen lassen möchten, die Sie von oben nach unten durchsehen wollen. Löschen Sie zunächst mit cmd + K den Zeilenpuffer und geben dann einen Befehl wie ls -l /usr/bin ein, können Sie mit dem Menübefehl Ansicht Zum 42

15 Effizient mit dem Terminal arbeiten 2.4 Anfang an den Beginn der Liste springen und dann mit dem Kurzbefehl cmd + Pfeil unten die Liste Zeile für Zeile durchgehen. Während Sie mit dem Zeilenpuffer des Terminals vorhergehende Ausgaben einsehen können, bietet Ihnen die Shell die Möglichkeit, bereits eingegebene Befehle schnell wieder aufzurufen. Im Hintergrund führt die Shell Buch über die von Ihnen eingegebenen Befehle, ähnlich wie ein Browser Buch über die von Ihnen besuchten Webseiten führt. Mit den Tasten Pfeil oben und Pfeil unten können Sie durch diesen Verlauf navigieren. Öffnen Sie ein neues Fenster, und lassen Sie sich den Inhalt Ihres persönlichen Ordners mit dem Befehl ls anzeigen. Wechseln Sie dann das Verzeichnis mit der Eingabe von cd Documents, dannkönnensieauf den Verlauf zurückgreifen. Wenn Sie zum ersten Mal die Taste Pfeil oben drücken, erscheint cd Documents am Prompt, ein nochmaliges Betätigen von Pfeil oben greift auf die vorige Eingabe von ls zurück. Würden Sie nun Pfeil unten drücken, so würde wieder cd Documents aufgerufen. Vorige Befehle aufrufen Mit Servern verbinden Am Terminal ist es zum Beispiel mit den Befehlen ssh und ftp möglich, eine Verbindung zu einem anderen Rechner herzustellen. Arbeiten Sie mit mehreren Rechnern in Ihrem lokalen Netzwerk, dann werden aktive SSH- und FTP-Server über Bonjour automatisch kommuniziert. Sie können mit dem Menübefehl Shell Neue entfernte Verbindung... oder mit dem Kurzbefehl cmd + Shift + K das Fenster aus Abbildung 2.13 aufrufen. Neue entfernte Verbindung Abbildung 2.13 Mit Servern, die über Bonjour kommuniziert wurden, können Sie direkt eine Verbindung aufnehmen. 43

16 2 Erste Schritte mit dem Terminal Hier finden Sie links die Protokolle wie SSH und FTP und, wenn Sie ein Protokoll auswählen, rechts die in Ihrem lokalen Netzwerk aktiven und bekannten Server. Wählen Sie einen Server aus, können Sie direkt die Verbindung aufnehmen. Über die beiden Pluszeichen können Sie sowohl neue Protokolle (sofern Sie deren Bonjour-Spezifikationen kennen) als auch Server hinzufügen. Im Feld Benutzer können Sie den Namen des Kontos angeben, mit dem die Anmeldung erfolgen soll Befehle abbrechen Break End of File Fenster schließen Manchmal kommt es vor, dass irgendetwas aus dem Ruder läuft. Ein Befehl beendet sich nicht korrekt und verhindert weitere Eingaben. Ein Tippfehler führt dazu, dass statt eines Verzeichnisses die gesamte Festplatte nach einer Datei durchsucht wird, was sehr lange dauern kann. Wie auch in anderen Programmen dient die Tastenkombination cmd +. dazu, den gerade laufenden Prozess sofort abzubrechen (break). In der Regel führt dies zum Erfolg, d. h. zu einem Abbruch. Alternativ können SiedasgleicheSignalmitctrl + C senden. Es gibt aber einige Situationen, die sich in dieser Form nicht beenden lassen. Wenn Sie beispielsweise python als Befehl eingeben, so startet Python eine Programmiersprache. Der Prompt verändert sich in >>>, und Python wartet auf Befehle. Etwaige Angaben nimmt nun nicht mehr die Shell entgegen, sondern die Programmierumgebung von Python. cmd+. führt aus dieser Situation nicht heraus. Python erwartet zum Beenden keinen Break, sondern ein End-of-File-Ereignis (EOF). Dieses senden Sie mit ctrl + D. Der Name deutet es bereits an: EOF steht für das Ende einer Datei. Oftmals tritt dies auf, ohne dass man etwas davon bemerkt. Eine Textdatei ist abgearbeitet, ein Verzeichnis komplett eingelesen, und das Programm springt zum nächsten Eintrag und präsentiert die Ergebnisse. Manchmal kommen Sie aber in Situationen, in denen ein solches Ereignis explizit erwartet wird. Das letzte Mittel besteht darin, das Fenster einfach zu schließen. Damit werden alle von diesem Fenster aus gestarteten Programme beendet. Eleganter können Sie dies mit den in Kapitel 6,»Prozesse und ihr Management«, beschriebenen Befehlen tun. 44

17 Effizient mit dem Terminal arbeiten Terminal zurücksetzen In seltenen Fällen kann es notwendig sein, dass Sie das Terminal in den ursprünglichen Zustand zurückversetzen müssen. Dies kann zum Beispiel dann erforderlich sein, wenn ein aus dem Ruder gelaufener Befehl die Anzeige des Terminals mit Hilfe von diversen Sonder- und Steuerzeichen deformiert hat. Über den Menüpunkt Shell Reset senden signalisieren Sie dem Terminal, dass es das aktuelle Fenster neu starten soll. Mit dem Befehl Hard Reset senden können Sie das Terminal in jedem Fall in den Ausgangszustand zurückversetzen. Er entspricht ungefähr der Wirkung, als zögen Sie bei einem Rechner ohne Akku den Stecker. Reset Einstellungen vornehmen und speichern Das Terminal bietet Ihnen einige Möglichkeiten, die Anzeige innerhalb der Fenster und deren Verhalten in Bezug auf aktive Programme zu konfigurieren. Mit Hilfe dieser Einstellungen können Sie das Aussehen und zum Teil auch das Verhalten der Fenster des Terminals nach Ihren eigenen Vorstellungen und gemäß Ihrer persönlichen Arbeitsweise anpassen. Arbeitsumgebung gestalten Abbildung 2.14 In der Ansicht»Start«können Sie festlegen, was nach dem Start des Dienstprogramms geschieht. Die Voreinstellungen, die Sie über den Menüpunkt Terminal Einstellungen aufrufen können, gliedern sich in vier Ansichten. In der Ansicht Start legen Sie fest, was direkt nach dem Start des Terminals geschehen Start festlegen 45

18 2 Erste Schritte mit dem Terminal soll. Hier können Sie entweder eine zuvor gesicherte Fenstergruppe auswählen oder einfach nur ein neues Fenster mit einer der nachfolgend beschriebenen Einstellungen öffnen. Neben diesen Einstellungen, die sich auf die Handhabung der Fenster beziehen, können Sie auch eine andere Shell auswählen. Laut Standardeinstellungen wird die Shell verwendet, die in Ihrem Benutzerkonto eingetragen wurde. Hierbei handelt es sich unter OS X 10.7 um die zu Beginn dieses Kapitels erläuterte Bourne Again Shell, die BASH. Unter UNIX-Systemen haben sich im Laufe der Zeit einige andere Shells etabliert, die in Bezug auf die Eingabe von Befehlen mehr oder weniger viele Funktionen bieten. Wenn Sie bereits mit einem anderen UNIX- oder Linux-System gearbeitet haben und sich etwa an die Shell tcsh gewöhnt haben, dann können Sie diese hier auswählen. Beginnen Sie gerade erst, sich mit dem Terminal unter OS X 10.7 zu befassen, dann sollten Sie diese Einstellung erst einmal nicht ändern. Fenstergruppen und Codierungen Verschiedene Einstellungen Text vorgeben Die Ansicht Fenstergruppen wurde in Abschnitt 2.4.4,»Fenstergruppen und Tabs«, besprochen. In der Ansicht Codierungen finden Sie eine Liste aller Textcodierungen, die auf Ihrem System verfügbar sind. Diese Codierungen dienen kurz gesagt dazu, die Zeichen auf dem Bildschirm bei der Verwendung unterschiedlicher Sprachen darzustellen. Sofern Sie nicht mit irgendwelchen in unseren Breiten eher wenig gebräuchlichen Sprachen wie Chinesisch arbeiten, müssen Sie in diesen Einstellungen keine Änderungen vornehmen. Wenn Sie die Ansicht Einstellungen auswählen, dann gliedert sich diese in mehrere Reiter. In der Spalte links finden Sie die gespeicherten Einstellungen (Basic, Grass, Homebrew... ) und jeweils eine kleine Vorschau des Stils. Die Aufgabe dieser Einstellungen entspricht in etwa der Aufgabe von Stilvorlagen in einer Textverarbeitung: Sie fassen die von Ihnen in den Reitern vorgenommenen Konfigurationen zusammen und speichern diese. Wenn Sie also gern zwischen einer grünen und einer schwarzen Ansicht des Terminals wechseln möchten, dann können Sie einfach eine passende Einstellung wie Homebrew oder Grass auswählen. Ob Sie die standardmäßig vorhandenen Einstellungen ändern oder über das Pluszeichen unten links eine neue Einstellung nach Ihren Vorstellungen anzulegen, ist eigentlich nicht wichtig. Mit der Schaltfläche Standard legen Sie fest, dass die gerade ausgewählte Einstellung für alle neuen Fenster gelten soll, während Sie über das Ausklappmenü mit dem Zahnrad Ihre Einstellungen exportieren und importieren sowie den Standard wiederherstellen können. In der Ansicht Text können Sie Einstellungen für die Darstellung des Textes im Terminal festlegen. Mit OS X 10.7 verwendet Apple standardmäßig 46

19 Effizient mit dem Terminal arbeiten 2.4 die Schrift Menlo. Diese ist auch bei aktivierter Glättung der Schrift gut zu lesen. Wenn Ihnen diese Schrift nicht gefällt, dann können Sie auch eine andere auswählen. Bei der Schriftart sollten Sie eine Schrift mit fester Zeichenbreite wie Monaco oder Courier auswählen. Auf die Möglichkeit, den Text zu glätten, sollten Sie dann eher verzichten. Schriften wie die Monaco lassen sich am einfachsten ohne Schriftglättung entziffern. Welche Farben Sie für den Text festlegen, welche Form des Cursors Sie auswählen und ob Sie diesen blinken lassen, ist eigentlich nur eine Geschmacksfrage. Die Option ANSI-Farben anzeigen sorgt dafür, dass bei Befehlen wie ls (siehe Abschnitt 8.8.4), die Text farbig ausgeben können, dieser auch farbig dargestellt wird. Die Farben selbst können Sie über die darunterliegenden Flächen definieren. Abbildung 2.15 Die Einstellungen gliedern sich in mehrere Ansichten, in denen Sie unter»text«unter anderem die Schriftart auswählen können. In der Ansicht Fenster können Sie sowohl die Hintergrundfarbe als auch die Größe des Fensters festlegen. Bei der Größe des Fensters sollten Sie eine Breite von wenigstens 80 Spalten verwenden, da die Anzeige von Befehlen wie top auf diese Mindestbreite ausgelegt ist. Den Text im Titel können Sie ebenfalls nach eigenem Gutdünken festlegen oder gegebenenfalls auch ganz löschen. Den Namen des aktiven Prozesses sollten Sie Fenster konfigurieren 47

20 2 Erste Schritte mit dem Terminal sich anzeigen lassen. Wenn Sie später mit einem Editor wie nano Texte im Terminal bearbeiten, dann können Sie mit der Anzeige des aktiven Prozesses leichter ersehen, wo vielleicht noch ungesicherte Änderungen vorhanden sind. Praktisch ist es auch, sich den Tastaturbefehl in der Titelleiste anzeigen zu lassen. Damit wird Ihnen der Kurzbefehl, mit dem Sie das Fenster direkt anwählen können (siehe Abschnitt 2.4.4,»Fenstergruppen und Tabs«), in dessen Titelleiste angezeigt. Abbildung 2.16 Der Hintergrund und die Größe der Fenster legen Sie im gleichnamigen Reiter fest. Ob Sie die Anzahl der Zeilen im Zeilenpuffer beschränken, hängt von den Dateien ab, die Sie sich am Terminal anzeigen lassen. Wenn Sie sich nur hin und wieder eine längere Textdatei am Terminal ausgeben lassen, dann ist eine Begrenzung des Zeilenpuffers nicht notwendig. Anders verhält es sich hingegen, wenn Sie sich viele Protokolldateien anzeigen lassen, die je nach Konfiguration des Systems mehrere Tausend Zeilen enthalten können. In diesem Fall kann die Begrenzung des Zeilenpuffers sinnvoll sein, um nicht unnötig Arbeitsspeicher zu belegen. Shell In der Ansicht Shell können Sie das Verhalten des Fensters in Bezug auf die aktiven Programme vorgeben. Zunächst können Sie hier unter Start einen Befehl eingeben, der beim Öffnen eines Fensters mit dieser Einstellung ausgeführt wird. Dies kann dann nützlich sein, wenn Sie zum Beispiel mit ssh direkt eine Verbindung mit einem anderen Server aufnehmen möchten, um sich so die Eingabe von ssh (sie- 48

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