Mediendienst September 2014

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1 Mediendienst September 2014 Kultur, Bildung, Sport und Freizeit für alle: Die KulturLegi wächst KulturLegi neu auch in der Ostschweiz und in Neuenburg Bernhard Ackermann Für eine stärkere Gewichtung der sozialen Integration in der Schweizer Sozialpolitik Soziale Integration verhindert Armut Bettina Fredrich Bei der Katastrophenhilfe Schweiz der Caritas gingen im letzten Monat zahlreiche Hilfsgesuche ein Wenn sommerliche Unwetter zu Notlagen führen Christian Gut Caritas-Familienplatzierung Westschweiz Jugendliche in Schwierigkeiten auf dem Bauernhof Jean-Yves Riand Der Mediendienst der Caritas Schweiz ist ein Angebot mit Hintergrundtexten zur freien Verwendung. Für Rückfragen stehen die Autorinnen und Autoren gerne zur Verfügung. Download als PDF unter (nicht öffentlich zugänglich)

2 - 2 - Kultur, Bildung, Sport und Freizeit für alle: Die KulturLegi wächst KulturLegi neu auch in der Ostschweiz und in Neuenburg Das lateinische Wort cultura bezeichnet die Pflege von Körper und Geist. Ein gepflegter Geist bleibt weltoffen und aktiv, ein gepflegter Körper bleibt beweglich und gesund. Menschen, die keinen Zugang zu Kultur, Sport und Bildung haben, verkümmern in vielerlei Hinsicht. Ihnen fehlen geistige Anregungen, Austausch und Kontakte. Wer aber trotz knappem Budget geistig und körperlich rege bleibt, findet eher einen Weg aus der Armut. Darum braucht es die KulturLegi. Rund Menschen in der Schweiz leben unter der Armutsgrenze, weitere sind armutsgefährdet. Ausgaben für Theater, einen Schwimmbad-Besuch oder einen Sprachkurs liegen für die meisten schlichtweg nicht drin. Genau dort setzt die KulturLegi der Caritas an: Sie ermöglicht seit über elf Jahren den Zugang zu Kultur, Sport, Bildung und Freizeit für alle. Auf diese Weise verhindert sie soziale Isolation und fördert die Integration armutsbetroffener Menschen. Denn der Zugang zu Kultur ist ein Menschenrecht: Arm sein in der Schweiz bedeutet auch eingeschränkte Handlungs- und Teilnahmemöglichkeiten in der Gesellschaft. Mit der KulturLegi erhalten Familien und Alleinstehende, die nachweislich am oder unter dem Existenzminimum leben, stark vergünstigte Eintritte und Angebote für Museen, Kino, Konzerte, Sporteinrichtungen, Kurse und Zeitungsabonnemente. Sie haben damit Teilhabe an einem vermeintlichen Luxusgut, können Kontakte knüpfen und pflegen, sich austauschen, weiterbilden und auch Abstand zu ihren belastenden Alltagssorgen finden. Dieses Angebot der Caritas kommt an: 2013 nutzten rund Menschen aller Altersstufen in der Schweiz die KulturLegi. Dem gegenüber stehen 1525 Partner der Caritas im Vorjahr waren es noch Sie bieten bis 70 Prozent Rabatt auf ihre Leistungen an, ohne dafür finanziell entschädigt zu werden. Mit dabei sind unter anderem die Klubschule Migros, die 50 Prozent Rabatt auf ihre Kurse gewährt, das «Kulturmagazin», das Zelt/La Tente, der Zoo Zürich oder der FC Lausanne. Bewusst verzichtet Caritas auf Gratis-Angebote, denn Kultur und Freizeit sollen ihren Wert haben und behalten. Ebenso gibt es keine speziellen Aktivitäten für Armutsbetroffene, weil zentrales Ziel die Integration ist und bleibt. Die KulturLegi wächst weiter Nebst den nationalen Angebotspartnern wie zum Beispiel REKA Ferien oder der «Schweizer Familie» gibt es zahlreiche regionale Angebote in den Kantonen Aargau, Luzern, Nidwalden, Obwalden, Uri, Schwyz, Zug, Waadt und Zürich sowie in den Regionen Freiburg, Bern und der Stadt Chur. Ab Oktober werden neu auch die Gebiete St. Gallen, Appenzell Innerhoden und Ausserrhoden sowie Neuenburg abgedeckt. Dazu gehört die regionale Kommunikation, Angebotspartnerpflege sowie das Betreuen der Nutzenden vor Ort. Das operative Regionalgeschäft wird durch die kantonalen Caritas-

3 - 3 - Organisationen abgewickelt. Caritas Schweiz kümmert sich um nationale Partnerschaften, die nationale Projektkoordination und Steuerung. Weitere Regionen prüfen die Lancierung im Jahr Gründe für die rasche Expansion Traurig aber wahr: die Nachfrage bestimmt auch bei der KulturLegi das Angebot. Entsprechend dehnt sich die KulturLegi rasch aus, weil in der reichen Schweiz sehr viele Menschen in Armut leben. Die grosse Beliebtheit der KulturLegi bei Angebotspartnern und Nutzenden liegt im gewinnbringenden Mechanismus der roten Karte: So Profitieren einerseits die Nutzenden von erschwinglichem Zugang zu Kultur, Bildung und Sport. Andererseits generieren die grosszügigen Angebotspartner zusätzliche Einnahmen und erhalten die Möglichkeit sich sozial zu engagieren. Dies passt in der heutigen Welt auch zu einem verantwortungsvollen Wirtschaftsstil, der sich nicht zuletzt im Marketing gewinnbringend kommunizieren lässt. Bernhard Ackermann, Leiter Geschäftsstelle KulturLegi Schweiz, Tel Weitere Informationen:

4 - 4 - Für eine stärkere Gewichtung der sozialen Integration in der Schweizer Sozialpolitik Soziale Integration verhindert Armut Die berufliche Integration hat sich in den letzten Jahren als Königsweg aus der Armut etabliert. Neben der Arbeitslosenversicherung priorisieren auch die Invalidenversicherung und die Sozialhilfe die möglichst rasche Wiedereingliederung Stellenloser. Dabei drängt die verstärkte Praxis «Eingliederung vor Rente» die soziale Integration in den Hintergrund. Neuste Studien zeigen nun, dass damit eine gewichtige Chance zur Armutsbekämpfung ausser Acht gelassen wird. «Einen Sohn und drei Freunde habe ich Gott sei Dank noch, die zu mir stehen. Alle anderen Freunde, Kollegen und Bekannten haben sich von mir abgewandt. Ich habe das Gefühl, dass sie sich meinetwegen schämen und dass sie sich nicht in meiner Gesellschaft zeigen wollen. ( ) Ich gehe seit längerem in der Nacht spazieren oder tagsüber mit Brille und Helm Velo fahren, damit mich niemand erkennt. Und so schaffe ich es, mich noch mehr zu isolieren.» (Anonym, weiblich, zitiert aus der Publikation Menschen in Armut ergreifen das Wort von ADT vierte Welt) Die Aussage dieser armutsbetroffenen Schweizerin verdeutlicht: Wer arm ist in der Schweiz, lebt oft zurückgezogen und isoliert. Schuld daran ist neben den eigenen Schamgefühlen oft auch die Tatsache, dass soziale Integration in einem reichen Land wie der Schweiz mit Kosten verbunden ist. Das gilt für den spontanen Kaffee mit einer Freundin ebenso wie für das Feierabendbier nach dem Fussballtraining. Auch die Einladung von Bekannten zum Nachtessen daheim muss finanziert werden. Ein geselliger Ausflug zum Wandern oder ein Stadtbummel liegt meist nicht drin. Armut, Krankheit und soziale Isolation: Ein Teufelskreis Arm sein in der Schweiz bedeutet häufig Einsamkeit und soziale Isolation. Diese Tatsache an und für sich ist schon eine Tragödie für die betroffenen Menschen. Oft bleibt es aber nicht bei der sozialen Isolation. Wir wissen heute, dass Einsamkeit und sozialer Ausschluss krank machen. Eine jüngst publizierte Studie des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) kommt zum Schluss, dass «das Risiko frühzeitig zu sterben von sozial isolierten Personen zwischen 2 und 5 Mal so hoch ist, wie das Risiko von gut integrierten Personen». Armut, soziale Isolation und Krankheit stehen also in einem direkten Zusammenhang. Sie bilden einen Teufelskreis aus dem sich viele Betroffene nur schwer und nur mit intensiver Unterstützung befreien können. Sozial integrierte Menschen sind gesünder und seltener arm Das Gegenteil gilt für sozial integrierte Menschen. Soziale Integration wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus. Die Wissenschaft hat nachgewiesen, dass sogar Krankheiten wie Krebs, Herzinfarkt oder Diabetes bei sozial gut integrierten Männern und Frauen weniger häufig auftreten. Gleichzeitig verhindert soziale Integration auch Armut. Dies zeigt sich insbesondere bei der Wahrscheinlichkeit, nach einem Verlust der Arbeitsstelle wieder eine neue Beschäftigung zu finden. Wer gut integriert ist, wer sich auf ein funktionierendes soziales Netz verlassen kann, dem fällt es leichter, im Wettbewerb um

5 - 5 - eine neue Arbeitsstelle Erfolg zu haben. Eine Studie im Kanton Waadt hat gezeigt, dass dies insbesondere für Personen ohne nachobligatorische Bildung gilt. Speziell über 45-Jährige und Angehörige von Gruppen, die häufig auf dem waadtländischen Arbeitsmarkt vertreten sind (Personen aus Portugal und Frankreich), profitieren bei der beruflichen Integration von sozialen Netzen. Soziale Integration verbessert also nicht nur die Gesundheit, sondern verhindert oftmals ein Abrutschen in die Armut. In den letzten Jahren hat die Schweiz jedoch insbesondere die berufliche Integration als Königsweg aus der Armut propagiert. Der sozialen Integration wurde, wenn überhaupt, nur ganz am Rande Beachtung geschenkt. Die Erkenntnisse aus den neusten Studien stellen diese einseitige Fokussierung auf die berufliche Integration und die klare Prioritätenordnung zwischen beruflicher und sozialer Integration, wie sie sich in der Praxis der Invalidenversicherung, der Arbeitslosenversicherung, aber auch der Sozialhilfe etabliert hat, nun in Frage. Die Chance der sozialen Integration zur Armutsbekämpfung nutzen Insbesondere die Tatsache, dass über 50-Jährige heute vermehrt zu den Langzeitbeziehenden in der Sozialhilfe gehören und Niedrigqualifizierte trotz verstärkter Bemühungen im Bereich der beruflichen Integration den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt oft nicht schaffen, sprechen dafür, die soziale Integration stärker zu gewichten. Wenn wir jede Chance zur Armutsbekämpfung und -prävention packen wollen - und das muss auch im Interesse all derjenigen sein, die die hohen Kosten im Sozialwesen anprangern -, dann muss die aktivierende Sozialpolitik die Erkenntnisse aus den jüngsten Studien ernst nehmen. Wir brauchen eine stärkere Gewichtung der sozialen Integration und zwar sowohl in der Arbeitslosenversicherung als auch in der Invalidenversicherung und der Sozialhilfe. Bettina Fredrich, Leiterin Fachstelle Sozialpolitik, Caritas Schweiz, Tel

6 - 6 - Bei der Katastrophenhilfe Schweiz der Caritas gingen im letzten Monat zahlreiche Hilfsgesuche ein Wenn sommerliche Unwetter zu Notlagen führen Die Unwetter und Hochwasser in diesem Sommer haben an verschiedenen Orten der Schweiz zu grossen Schäden geführt. Für die einzelnen Betroffenen sind die Auswirkungen belastend und führen in Einzelfällen auch zu finanziellen Notlagen. In Härtefällen können Geschädigte an Caritas Schweiz gelangen. Nach der Unwetterkatastrophe dieses Sommers ist an vielen Orten rasch wieder Normalität eingekehrt. Aber der äussere Schein kann täuschen. Christian Gut, Leiter der Katastrophenhilfe Caritas Schweiz, hat bei zahlreichen Besuchen vor Ort festgestellt, dass manche Geschädigte mit Problemen konfrontiert sind, die sich nicht so leicht lösen lassen. Die Räumungsarbeiten sind zeitintensiv. Wer zum Beispiel in einem Handwerksbetrieb selbstständig arbeitet und nach dem Unwetter zuerst den Garten freibaggern musste, erlitt dadurch einen erheblichen Lohnausfall. So kommen Zukunftsängste auf angesichts von absehbaren finanziellen Problemen, sagt Gut. Für solche Härtefälle ist Caritas von der Glückskette mandatiert, Hilfsgesuche von Betroffenen entgegenzunehmen, abzuklären und der Glückskette für einen Unterstützungsbeitrag zu unterbreiten. Hilfsgesuche treffen zurzeit aus den Regionen Napf und Entlebuch sowie aus dem St. Galler Rheintal ein, die von den Unwettern besonders stark betroffen waren. Aber auch im Kanton Uri gab es abseits der Medienaufmerksamkeit Schäden, die der Caritas gemeldet wurden. Caritas hilft, wo niemand sonst bezahlt Die Unterstützung der Caritas kommt zum Zug bei Restkosten von Räumungs- und Wiederinstandstellungsarbeiten, die weder durch öffentliche Gelder, den Fonds für Hilfe bei nichtversicherbaren Elementarschäden, noch durch Versicherungen abgedeckt sind. Wir bezahlen nicht anstelle von Versicherungen und fordern die Betroffenen daher immer zuerst dazu auf, die Schäden zu melden und ihre Ansprüche zu klären, erläutert Christian Gut. In gewissen Fällen bleiben aber ungedeckte Kosten zurück, welche die Betroffenen in eine Notlage zu bringen drohen. Häufig sind dies Schäden infolge von Hangrutschen oder Landschäden durch Sand, Kies oder Schwemmholz, die bei Überflutungen zurückbleiben. Wir arbeiten sehr eng mit den lokalen Behörden zusammen. Die kennen ihre Bevölkerung sehr gut und wissen, bei wem es zu schwierigen Situationen kommen kann, erklärt Gut. Der Caritas ist es auch ein Anliegen, dass sie nicht nur Härtefälle aus den am schwersten betroffenen Regionen gemeldet bekommt. Kein Fall, welcher Hilfe braucht, soll untergehen. Unsere langjährige Zusammenarbeit mit Bergbauern in vielen Regionen im Rahmen unserer Freiwilligeneinsätze im Berggebiet erleichtert es uns auch, an die notwendigen Informationen zu kommen, erläutert Gut. Die Gelder stammen aus dem permanenten Fonds "Unwetter Schweiz", mit dem die Glückskette in Härtefällen Opfer von Unwettern und Naturkatastrophen unterstützt. Die Hilfe richtet sich an Privatpersonen und privatrechtliche Körperschaften. Caritas Schweiz ist für die Zentral- und Ostschweiz sowie für das Tessin zuständig. In den andern Regionen übernimmt das Rote Kreuz diese Aufgabe. Stefan Gribi, Leiter Abteilung Information, Caritas Schweiz, Tel

7 - 7 - Caritas-Familienplatzierung Westschweiz Jugendliche in Schwierigkeiten auf dem Bauernhof Caritas-Familienplatzierung Westschweiz organisiert für verschiedene Institutionen, die sich um Kinder und Jugendliche kümmern, in der ganzen Romandie Platzierungen in Bauernfamilien für junge Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Eine Bilanz nach acht Jahren. Gleich wie Caritas-Familienplatzierung Deutschschweiz steht Caritas Placement Familial (CPF) Westschweiz in regelmässigem Kontakt mit den kantonalen Jugendanwaltschaften und Jugendschutzorganisationen sowie den regionalen Vormundschaftsstellen. CPF schlägt Lösungen für die kurz-, mittelund langfristige Platzierung von Jugendlichen in ausgewählten Bauernfamilien vor; dabei reicht die geografische Ausdehnung der Höfe vom Jurabogen bis zu den Walliser Alpen. Bei der Gründung dieser Dienstleistung im Jahr 2007 ging es zu Beginn darum, ein Netz von Platzierungsfamilien zu schaffen, das heute rund 25 Familien umfasst. Danach wurde eine interne Schulung erarbeitet, bei der es in erster Linie um den Erfahrungsaustausch zwischen den Bauernfamilien und den Projektleitern von Caritas geht. Bei der Eröffnung der Zweigstelle Lausanne im Jahr 2011 beschloss man, die Familien enger zu begleiten, um auf deren Bedürfnisse besser eingehen zu können. Im Lauf der acht Jahre der professionellen Zusammenarbeit konnte die Anzahl der Platzierungen für verschiedene Mandanten von anfänglich rund zehn auf heute mehr als vierzig Platzierungen pro Jahr erhöht werden. Die Anzahl der Platzierungstage nahm für Jugendliche beiderlei Geschlechts von früher rund 400 Tagen auf mehr als 2400 Tage im Jahr 2013 zu. Die Ergebnisse überzeugen Die Zunahme der Anfragen an Caritas geht vor allem auf folgende zentrale Punkte zurück: grosse Aufmerksamkeit bezüglich der spezifischen Forderungen der Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, hohe Disponibilität gegenüber den Richtern, rasche Behandlung der Anfragen und genügend Familienplätze. Aus diesem Grund musste 2013 eine zusätzliche Stelle für eine Sozialpädagogin geschaffen werden, um den bisherigen Stelleninhaber zu entlasten. Die Erfahrungen mit den Platzierungen haben ein durchwegs positives Echo ausgelöst. Unser Mitarbeiter sucht die ausgewählten Familien gelegentlich auf und überzeugt sich vor Ort, wie die Jugendlichen begleitet und in welche Arbeiten sie einbezogen werden. Die Dauer einer Platzierung beträgt gegenwärtig durchschnittlich 60 Tage, aber es gibt eine Tendenz zu längeren Aufenthalten. Nicht selten erhalten wir Anfragen für einen Aufenthalt von einem halben Jahr. Sozial innovativ Caritas-Familienplatzierung entspricht zweifellos einer reellen Nachfrage nach Platzierungen von Jugendlichen in einem familiären Umfeld und in einer ländlichen Umgebung mit gesunden, zukunfts-

8 - 8 - trächtigen Arbeitsmöglichkeiten. Die jungen Menschen führen verschiedene einfache Tätigkeiten aus und werden dabei immer von Erwachsenen begleitet, die, sofern sie keine sozialpädagogische Ausbildung haben, doch stets über ausgeprägte natürliche Erziehungsfähigkeiten verfügen. Die Jugendlichen erhalten so die Gelegenheit, das wahre Leben auf dem Land kennen zu lernen in einem bäuerlichen Betrieb, der sich zumeist sehr stark von ihrem gewohnten Lebensmilieu unterscheidet. Die Familienplatzierungen mit ihren erzieherischen Zielen werden mittlerweile als ergänzend zu jenen Massnahmen erachtet, die in Jugendheimen oder von den bestehenden ambulanten Diensten in der Westschweiz angeboten werden. Sie sollten bei Erziehungsfachleuten und bei anderen Entscheidungsinstanzen noch besser bekannt werden. Caritas-Familienplatzierung hat die nötigen Schritte für eine Zertifizierung unternommen und erhielt im November 2012 das Label FPO Integras als anerkannte Familienplatzierungsorganisation des Fachverbands Sozial- und Sonderpädagogik. Nach acht Jahren Entwicklungsarbeit kann Caritas-Familienplatzierung optimistisch in die Zukunft schauen und die Dienstleistungen, das Netz an Platzierungsfamilien sowie die Anzahl der zur Verfügung stehenden Plätze für junge Menschen mit Schwierigkeiten weiter ausbauen. Caritas beweist damit, dass die Organisation im Sozialbereich über eine hohe Innovationskraft verfügt und sich bei den erzieherischen Entwicklungen auf der Höhe der Zeit befindet. Jean-Yves Riand, Projektleiter Caritas Placement Familial, Caritas Schweiz, Tel.: Weitere Informationen:

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