ORGANSPENDE. Informationen zur Lebertransplantation

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1 ORGANSPENDE Informationen zur Lebertransplantation Für viele Betroffene ist der technisch ausgesprochen schwierige und sehr teure Eingriff die einzige Chance zur Heilung und zur Wiederherstellung der Lebensqualität. Etwa 600 Organe werden derzeit pro Jahr in Deutschland transplantiert, um einer Vielzahl von Patienten mit irreperablen akuten oder chronischen Lebererkrankungen zu helfen. Unter ihnen sind besonders häufig Kinder mit angeborenen Anomalien: Wann kommt eine Lebertransplantation in Frage? Leberzirirrhose, cholestatische, genetische und metabolische Erkrankungen sowie akutes Leberversagen, bösartige Tumore und andere Schwere Lebererkrankungen können Voraussetzungen für eine Aufnahme in die Warteliste sein. Zu den häufigsten Indikationen zählen Infektionen oder Vergiftungen. Mit einem Anteil von 60 Prozent ist die Leberzirrhose Anlass für eine Transplantation. Die komplikationsreichen und ausgesprochen teuren Eingriffe werden in Betracht gezogen, wenn nur durch eine neue Leber Aussicht auf das Überleben des Betroffen und eine Verbesserung der Lebensqualität bestehen. Bei der Aufnahme in die Warteliste soll stets der körperliche und seelische Gesamtzustand des Patienten hinsichtlich eines Behandlungserfolges eingeschätzt werden. Zu den Kontraindikationen, die gegen eine Transplantation sprechen könnten, zählen: Eindringen von Krankheitserregern in die Blutbahn bösartigen Tumoren (die nicht auf die Leber beschränkt sind) fortgeschrittene Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems HIV

2 Einschränkungen gelten ebenfalls bei Patienten mit starkem Alkoholmissbrauch, starker Nierenschädigung und ab einem Lebensalter von 60 Jahren. Wonach richtet sich die Vergabe einer Spenderleber? Für alle Arten von Organtransplantationen hat die Bundesärztekammer entsprechende Richtlinien aufgestellt. Eine Spenderleber wird nach vier unterschiedlich gewichteten Kriterien vergeben: Sind die Blutgruppen kompatibel? Die Blutgruppenkompatibilität zwischen Spender und Empfänger ist Grundvoraussetzung für eine Organtransplantation: Blutgruppe Spender Blutgruppe Empfänger 0 0 A A,AB B B,AB AB AB Berücksichtigung der Dringlichkeit Bei der Organverteilung durch die für Europa zuständige Zentralstelle in den Niederlanden werden solche Patienten vorrangig berücksichtigt, denen ohne ein Spenderorgan der Tod innerhalb weniger Tage droht. Unter ihnen wiederum wird zunächst die notwendige Konservierungszeit berücksichtigt - also der Transportweg und damit die wahrscheinliche Dauer von der Entnahme bis zum Empfänger. Zweiter Punkt ist innerhalb dieser Patientengruppe die Wartezeit. Neben dieser Stufe I unterscheiden die Vergaberichtlinien für Patienten mit chronischen Lebererkrankungen noch nach drei weiteren Dringlichkeitsstufen. Anrechnung der Wartezeit Innerhalb der ersten zwölf Monate verschlechtert sich der Gesamtzustand bei schwer leberkranken Patienten schnell, was eine hohe Sterblichkeit zur Folge hat. Die Wartezeit spielt deshalb für sie eine größere Rolle als bei den anderen Transplantationsverfahren und wird mit 40 Prozent gewichtet.

3 Berücksichtigung des Transportweges Die Konservierungs- und Transportzeit des Spenderorgans soll möglichst kurz gehalten werden, um dessen hohe Qualität aufrecht zu erhalten. Diese Faktoren werden deshalb bei der Organvergabe zu 20 Prozent berücksichtigt. Besondere Regelungen für Kinder Weil bei Kindern die Wartezeit besonders kurz gehalten werden soll, gelten für sie andere Regelungen. Da bei Lebertransplantationen Größen- und Gewichtskompatibilität von Bedeutung sind, sollen Organe von Spendern unter 40 Kilogramm primär für Kinder zur Verfügung stehen. Wie verläuft eine Lebertransplantation? Angesichts der sehr begrenzten Zahl an Spenderorganen entscheidet die Dringlichkeit über deren Vergabe. Bei den betroffenen Patienten muss die Krankheit bereits so weit fortgeschritten sein, dass ihr Leben ohne die Operation bedroht wäre. Immerhin liegt die Chance bei 90 Prozent, bei akutem Leberversagen und damit höchster Lebensgefahr innerhalb von 48 Stunden ein geeignetes Spenderorgan von der europäischen Vermittlungszentrale zu erhalten. In allen anderen Fällen entscheiden Wartezeit, Blutgruppe und die vom Körpergewicht abhängige Größe des benötigten Organs über die Wartezeit. Sie kann zwischen wenigen Tagen und mehreren Monaten variieren. Ähnlich wie bei der Nierentransplantation besteht auch hierbei die Möglichkeit, ein entsprechendes Organ von einem Angehörigen oder einer sehr nahestehenden Person zu erhalten. Für diese so genannten Lebendspenden werden der kleinere linke Leberlappen oder die die halbe rechte Leber entnommen und transplantiert. Bis zu acht Stunden kalkulieren die Mediziner für einen solchen Eingriff, dem eine gründliche medizinische Überprüfung der Verträglichkeit und der Erfolgschancen vorausgeht. Um die erkrankte Leber zu entfernen, erfolgt zunächst ein Schnitt durch den Oberbauch. Die neue und bereits von einem zweiten OP-Team präparierte Leber wird eingesetzt, indem Lebervenen, Pfortader und Gallengang mit dem Organ verbunden werden. Bleiben Komplikationen aus, kann der Patient nach drei bis fünf Tagen die Intensivstation verlassen.

4 Wie sind die Erfolgaussichten bei einer Lebertransplantation? Ist das körpereigene Immunsystem gesund, wird es das transplantierte Organ als Fremdkörper identifizieren und darauf abwehrend reagieren. Damit es nicht wieder abgestoßen wird, muss der Patient bereits unmittelbar vor der Operation mit der Einnahme von Medikamenten beginnen. Neben der Medizin, die er von jetzt ab lebenslang verabreicht bekommt, gehören regelmäßige Kontrollen des Blutzuckers, des Gewichts, des Blutdrucks und der Laborwerte dazu. Die langfristigen Erfolgsaussichten bei einer Lebertransplantation hängen sehr wesentlich vom Zusatnd des Patienten zum Zeitpunkt des Eingriffs ab. Während zwischen 90 und 95 Prozent der Empfänger das erste Jahr mit ihrem neuen Organ überleben, sind es nach fünf Jahren im Schnitt noch 70 Prozent. Dieser Durchschnitt hat jedoch eher statistische Qualität und täuscht über die Unterschiede hinweg. Wer zum Beispiel wegen eines Gallestaus operiert wurde, dem wird es mit einer Wahrscheinlichkeit von über 95 Prozent nach den ersten zwölf Monaten weiter gut gehen. Wurde dagegen ein akutes Leberversagen diagnostiziert, ist diese Wahrscheinlichkeit viel geringer! Ein nicht unerheblicher Teil der Patienten kann nach der Transplantation bei guter Lebensqualität in sein normales Leben zurück kehren. Zwei Drittel, so sagt die Statistik, werden sogar sozial und beruflich wieder voll integriert. Nur bei jedem 20. Betroffenen ist eine zweite Operation nötig, wenn das neue Organ seine Funktion verzögert oder gar nicht aufnimmt.

5 Adressen: Selbsthilfegruppen für Leber-Transplantationspatienten Verein leberkrankes Kind Nimmt die Interessen leberkranker Kinder und ihrer Familien wahr, informiert über das Schicksal der Betroffenen und gibt damit einen Anstoss zur weiteren Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten. Verein leberkrankes Kind e.v. Windmühlenstr Wahrenholz Fon Fax Kontakt Deutsches Hepatitis C Forum Der Verein bietet Betroffenen und ihren Angehörigen die Möglichkeit zum Informationsaustausch und klärt die Öffentlichkeit über die Volksseuche Hepatitis C auf. Deutsches Hepatitis C Forum e.v. Postfach Espenau Fon Fax Kontakt Infotelefon Organspende Der Telefonservice der Deutschen Stiftung Organtransplantation ist wochentags in der Zeit von 9-18 Uhr erreichbar. Er richtet sich an Interessierte und Betroffene, sowie auch an Ärzte, Apotheken, Behörden, Kliniken und Selbsthilfegruppen. Das Infoteam wird von Beratern der verschiedensten Disziplinen unterstützt, die bei Fachfragen Kontakte zu kompetenten Ansprechpartnern vermitteln. Infotelefon Organspende Ostmerheimer Str Köln Fon

6 Selbsthilfe Lebertransplantierter Die Selbsthilfeorganisation ist der bundesweit größte Verband für lebertransplantierte Patienten mit Kontaktgruppen in zahlreichen Regionen. Selbsthilfe Lebertransplantierter Deutschland e.v. Karlsbader Ring Brühl Fon Fax Kontakt Arbeitskreis Organspende Der Arbeitskreis Organspende und seine 31 Mitgliedsorganisationen bieten alle Informationen zur Organspende und Transplantation. Sie beantworten Fragen auf einer Telefonhotline, geben Informationsmaterial heraus und arbeiten zusammen mit Ärzten, Apotheken, medizinischen Institutionen und Patientenverbänden. Arbeitskreis Organspende Postfach Neu-Isenburg Fon Fax Kontakt Deutsche Transplantationshilfe Anlaufstelle für alle Transplantationspatienten und deren Angehörige Deutsche Transplantationshilfe e.v. Postfach Uelzen Fon Fax Kontakt

7 Deutsche Leberhilfe Unterstützt Ärzte sowie Patienten und bietet eine medizinische und eine psychologische Telefonline, Kontakte zu Selbsthilfegruppen, Informationsmaterial und Veranstaltungen für Angehörige und Patienten an. Deutsche Leberhilfe e.v. Luxemburger Str Köln Fon Fax Kontakt IOP Die IOP ist eine Selbsthilfegruppe Herz-, Lungen- und Lebertransplantierter Patienten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, sich gegenseitig zu unterstützen. Interessensgemeinschaft Organtransplantierter Patienten e.v. Zescher Straße Berlin Fon Fax Kontakt Bundesverband Organtransplantierter Der Verband versorgt Wartepatienten, Angehörige oder Transplantationspatienten mit detaillierten Informationen (z.b. Infobroschüren) und gibt Unterstützung bei Rechtsfragen. Bundesverband der Organtransplantierten e.v. (BDO) Paul-Rücker-Straße Duisburg Fon Fax Kontakt

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