Verlauf Material Klausuren Glossar Literatur. Streit um Macht und Religion eine Unterrichts - einheit zum Dreißigjährigen Krieg

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1 Reihe 10 S 1 Verlauf Material Streit um Macht und Religion eine Unterrichts - einheit zum Dreißigjährigen Krieg Silke Bagus, Nohra OT Ulla Von einer Defenestration berichtet sogar schon das Alte Testament. Dieser Kupferstich zeigt den zweiten Prager Fenstersturz. Dreißig Jahre Krieg was aber steckt dahinter? In der vorliegenden Unterrichtseinheit lernen Ihre Schülerinnen und Schüler nicht nur die Ursachen, den Auslöser und die Ergebnisse eines für die Menschen scheinbar unendlich langen Krieges, sondern auch das Leiden der Bevölkerung in diesen Jahren kennen. Dazu erarbeiten sie sich weitgehend selbstständig mit abwechslungsreichen Materialien verschiedene Sachverhalte des Themenkomplexes Dreißigjähriger Krieg. Klassenstufe: 7. Klasse Dauer: 5 Stunden Aus dem Inhalt: Prager Fenstersturz, Leid und Elend der Bevölkerung, Westfälischer Frieden Kompetenzen: den Dreißigjährigen Krieg in den historischen Kontext der Reformation und Gegenreformation einordnen können mit Karten und Bildquellen arbeiten und relevante Informationen herauslesen können Sozial- und Selbstkompetenzen trainieren eigenverantwortlich in Kleingruppen lernen und selbständig arbeiten können

2 S 2 M 2 Aus dem Fenster gefallen ein Krieg beginnt Der folgende Zeitungsartikel verrät dir, wer warum aus dem Fenster gefallen ist und welche Folgen dieses Ereignis für die nächsten 30 Jahre hatte. Böhmische Presse Sonderausgabe zum Prager Fenstersturz und den Folgen Königliche Beamte aus dem Fenster gestoßen Am 23. Mai 1618 wurden zwei königliche Beamte und ihr Sekretär von protestantischen Adligen aus einem Fenster der königlichen Burg in Prag gestoßen. Dank einer glücklichen Fügung überlebten alle drei Männer den Sturz aus 17 Metern Höhe, wenn auch schwer verletzt. Hintergrund des Fenstersturzes war, dass die im Vorfeld zugesicherten Rechte zur freien Religionsausübung von Kaiser Matthias zurückgenommen wurden. Darüber waren die protestantischen Adligen so empört, dass sie die Räte des katholischen Landesherren aus dem Fenster warfen Alle Zeichen deuten auf Krieg! Kaum haben sich die Neuigkeiten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation verbreitet, sichert die Union 1 den protestantischen Adligen ihre Unterstützung zu. Von außen erhalten sie zudem die Rückendeckung von Schweden, den Niederlanden, England, Frankreich und Dänemark. Unbestätigten Berichten zufolge geht es den Beteiligten jedoch nicht allein um religiöse Fragen. Während sich die Schweden von einem Krieg wohl den Ausbau ihrer Macht im Ost- und Nordseeraum erträumen, möchten die Franzosen einen Einschluss durch zwei habsburgische Kaiser den spanischen und den deutschen vermeiden. Die Niederlande wollen eine Unabhängigkeit gegenüber Spanien erlangen Doch auch die deutschen katholischen Fürsten stehen den Ereignissen nicht ungerührt gegenüber. Ihre Liga 2 wird im Kriegsfall wohl den deutschen Kaiser unterstützen. Dieser wird sich sowohl eine Eindämmung des Protestantismus als auch eine Festigung seiner Macht erhoffen. Seine ausländischen Unterstützer die Spanier und der Papst werden ähnliche Wünsche hegen. Der Papst selbst dürfte nunmehr der einzige sein, der bei der drohenden Auseinandersetzung nur um die Durchsetzung seines Glaubens kämpft. Unterdessen dürfte den Spaniern wohl auch eine Sicherung ihrer nord-niederländischen Provinzen am Herzen liegen. Was kommt auf uns zu? ein Kommentar von Anonymus Ist der Prager Fenstersturz nun der Auslöser eines Krieges? Sicher wollen nicht alle von uns einen Krieg aber haben wir eine Wahl? Hat das nicht schon immer die Obrigkeit entschieden? Leute bereitet euch vor denn wer kann schon sagen, wie lange eine Auseinandersetzung von Protestanten und Katholiken dauern kann und wird Gott beschütze euch! Anmerkungen 1 Union = Zusammenschluss von protestantischen Landesfürsten, 1608 gegründet 2 Liga = Zusammenschluss von katholischen Fürsten, 1609 gegründet

3 S 15 M 7 Gruppe 1: Verbrechen in Wort und Bild Die folgenden Bilder zeigen dir Alltagssituationen zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Plünderungen, Überfälle, Folter und der Tod waren allgegenwärtig. Bild: picture-alliance /akg-images /Erich Lessing /Erich Lessing Krüppel Plünderung eines Bauernhofs Überfall auf Reisende Massaker an der Bevölkerung Aufgaben 1. Schneide die Bilder und Überschriften aus und betrachte die Bilder genau. 2. Ordne jedem Bild eine passende Bildunterschrift zu. Lege sie jeweils genau unter das Bild. Klebe die Bilder mit der passenden Überschrift in dein Heft.

4 S 17 M 9 Gruppe 3: Bevölkerungsverluste Erfahre hier mithilfe der Karte, in welchen Gebieten besonders viele Menschen dem Dreißigjährigen Krieg zum Opfer gefallen sind. Aufgaben 1. Betrachte die Karte genau. Achte auch auf die Legende. 2. Lies dir nun die unten abgedruckten Satzteile durch. Verbinde jeweils einen Satzteil aus der linken Spalte mit einem aus der rechten Spalte zu einem sinnvollen Satz. Die nötigen Informationen dazu musst du der Karte entnehmen. 3. Lege die Lösungsfolie auf deine Verbindungen, um zu überprüfen, ob du alles richtig gemacht hast. Die Karte zeigt die In der Schweiz, Tirol, Österreich und Holstein gab es Besonders betroffen waren die Gebiete Hier gab es nach 30 Jahren Krieg nur noch Auch Thüringen und die Region um Weimar In den meisten übrigen Gebieten des Reiches keine Verluste offenbar zogen hier keine Heere durch. weniger als halb so viele Menschen wie zu Kriegsbeginn. lagen die Verluste an Menschen zwischen 10% und 50%. Bevölkerungsverluste während des Dreißigjährigen Krieges. waren von diesen verheerenden Bevölkerungsverlusten betroffen. Pfalz, Sachsen, Pommern und Mecklenburg.

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